Nach Halloween, der NaNoWriMo

Halloween verbrachte ich im warmen, weichen, wohlig-kuschligen Bett.

Beim NaNoWriMo geht es darum, binnen eines Monats 50 000 Worte zu schreiben. Natürlich reizt es mich, aber seien wir realistisch: Ich hasse es Dinge tun zu „müssen“. Sobald eine Pflicht sich untermischt, verfliegt jede Lust und Laune daran und es wird nur mehr eine mühselige Arbeit, die man halt abarbeiten „muss“. Also nein, ich werde nicht wirklich daran teilnehmen.

Ich kündige lediglich mein Interesse an – aber nicht auf der offiziellen Plattform, sondern in meinem Kopf. In meinem Kopf nehme ich es mir vor, dies und jenes zu tun – und, wenn auch nicht ganz den Vorgaben entsprechend, aber auf meiner To-Do Liste, stehen noch ein paar, bereits verfasste, Kurzgeschichten, die ich demnächst einsenden möchte um mit Publikationen in Anthologien meinen Lebenslauf aufzubessern. Natürlich ist das mein ernst. Natürlich schreib ich das Zeug in meinen Lebenslauf. Ich mein, warum nicht?

Aber die Idee finde ich nach wie vor spannend, motivierend und interessant – und ich beneide bzw. bewundere die Leute, die es tatsächlich schaffen, in diesem Monat das Ziel zu erreichen. Es ist und wäre eine gute Übung. Ganz gleich wie schlecht das Outcome ist, 50 000 Worte sind 50 000 Worte. Das ist bewundernswert.

Anyway. Have fun, fellow writers!

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Geisterstunde!

Eine Minute vor Geisterstunde.

Was? Die war doch vor zwei Tagen. Vor drei? Niemand wird es je erfahren, ob und wann sie tatsächlich war. Aber es sei nicht zu versäumen, einen jährlich wiederkehrenden Halloween-Beitrag zu verfassen. Erfreut euch der Geisterstunde und dem Katzenkürbis!

 

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Woche #2210

Wusstet ihr, dass man bei Insta-Stories immer sehen kann, wer sie angeschaut hat? Und zwar für immer (solange es Instagram gibt und Instagram dieses Feature anbietet). Das ist irgendwie erschreckend, und creepy. Und interessant. Im Schnitt sehen sich ca. 40 Leute meine Insta-Stories, die ich sehr selten poste – mir erschließt sich nach wie vor der Sinn dahinter nicht – aber lediglich 10 Menschen liken meine Bilder. Warum? Sicherlich, ein spitzfindiger Algorithmus dürfte dafür verantwortlich sein, aber trotzdem. Weird. Auch Leute, die einem nicht folgen, werden gelistet. Seltsam, oder? Oder auch nicht. Vielleicht ist es vollkommen normal.

*

50 Minuten = 8GB. Wait, what? Richtig.

Ich musste für ein besonderes Spiel, eine andere Software nehmen und hatte nicht bei den Einstellungen aufgepasst. Anstatt die üblichen 400-700 MB, machte es mir aus dem längsten File 8GB, was für kaum ein Programm leicht zu bewältigen ist, besonders nicht für meine Freeware Software. Natürlich ließ sich binnen weniger Tage und mit Twitterhilfe eine Software finden, die mir die 8GB .avi in ein etwas kleineres .mp4 umwandelte, aber trotzdem gesellten sich zu Freude und Spaß etwas Mühseligkeit und Genervtheit.

Und da sind wir an dem Punkt angelangt, wo das Vergnügen zur Arbeit wird:

  • 3 Let’s Plays stehen noch aus (sollten geschnitten und nochmal angesehen werden)
  • Ein bestimmtes Spiel muss sollte noch zu Ende gespielt werden
  • und ebenfalls geschnitten und in etwa gleich lange, Sinn ergebende Episoden geteilt werden.

Als ich mit dem Blödsinn anfing, wollte ich genau diesen Blödsinn vermeiden.

*

*

Und zu guter Letzt wird die Abendsonne genossen: Ja, es wird kälter. Verdammt kalt sogar. Und ja, sie lässt mich auf ihren Rücken klettern, reagiert aber nicht auf irgendwelche Hilfen. Das ist okay. Es ihre ihre Zeit. Sie muss nicht. Sie duldet mich auf ihrem Rücken, und ich genieße die Zweisamkeit. Und irgendwann gehe ich. Und das ist okay für mich. Sie muss nicht immer, wann ich will. Und ich halte sie für klug genug, unterscheiden zu können, wann sie muss und wann nicht. Wann gearbeitet wird und wann Freizeit ist. Und wenn sie eines Tages meiner Frage folgt, und mit mir ein paar Schritte gehen möchte, dann wirds mich unheimlich freuen. Aber bis dahin ist es okay, einfach nur so zusammen zu sein.

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#8887 (Weil mir kein Titel einfällt…)

Eine Gestalt huschte eben durch die heiligen Hallen der Bildung und pfiff die letzten Töne des X-File Intros. Ein creepiger Moment, der mich an meinen Traum von letzter Nacht erinnerte.

Ich habe herausgefunden, dass, wenn man die Schultern kreist, sich in den Gelenken Atome bilden und somit den Schulterschmerz lindern. Wer hätte das gedacht?

Folgend befand ich mich in einer Gegend, deren Boden mit Steinen ausgelegt war, die alle bunt und in einer Art Kreis gelegt wurden, alle in verschiedenen Farben, die Abgrenzung bildeten größere Steine. Ich hatte mich dort mit Menschen getroffen, aber sie reisten ohne mich ab und ich musste all die Last alleine nach oben tragen (hatten sie mich doch zunächst mit runter genommen).

Aus Mitleid bot mir eine blonde Frau an, ihr Haus in Tennessee zu kaufen, um 299 000 britische Pfund. In Ordnung, sagte ich und als wir ankamen, waren es mehrere Häuser, die allesamt aus dem 19. Jahrhundert stammten und bei näherer Sicht keine Wände mehr hatten. Ich meinte, darin könne man unmöglich schlafen und ich nähme es für die Hälfte. Immerhin könne man sich eine Farm bauen und Pferde halten, aber ich bemerkte, dass die anderen Häuser zu Nahe beieinander standen und bereits von Deutschen bewohnt wurden. Es erinnerte bald an eine Siedlung und keine Farm und ich war etwas enttäuscht.

Ich fragte nochmal, wo wir seien und sie sagte: Tennessee, oh! Die Heimatstadt von Taylor Swift! Und sie rollte mit den Augen. Nebenan ritten Native Americans Haflinger. Ich sagte: Oh! Die kommen aus Österreich! Alpen Mustangs! Und sie rollte die Augen.

Das muss das Ende gewesen sein, denn es gibt keine Erinnerungen mehr an den Fortgang.

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Dietrich von Freiberg und der Regenbogen

Dietrich wurde 1240/45 in Freiberg bei Sachsen geboren. Er erhielt eine Grammatikausbildung und war Haustheologe. Neben Albertus Magnus und den arabischen Gelehrten war er einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet der Naturforschung. Urkundlich findet man ihn 1277 in Paris, 1293 erhält er dort den Magister und wird 1310 mit der Leitung einer deutschen Ordensprovinz betreut.

Dietrich ist der Wissenschaftsgeschichte besonders durch seine Arbeiten zur Optik bekannt.

Der Regenbogen

Mit genauester Sorgfalt untersuchte er u.a. die Erscheinung des Regenbogens und gab die richtige Erklärung dazu. Seine Verfahrensweise gründete sich unter anderem auf die Unterscheidung zweier Wissensformen: Einerseits wird das Wesen einer Sache erfasst, wobei die Terminologie von Aristoteles (384-322BC) geliehen wird, andererseits werden die Gründe der charakteristischen Eigenschaft einer Sache ermittelt. Das Wesen des Regenbogens erforscht die „Physik“ bzw. Naturphilosophie, den Grund erfasst die Optik (=Perspectiva).

1304 erschien De iride („Vom Regenbogen“), das umfangreichste und wohl bekannteste Werk. Es enthält nebenbei Abhandlungen über die chemischen Verbindungen von Farbe und Licht

In seiner Theorie, so schrieb er, entsteht ein Regenbogen durch die Brechung und Reflexion von Sonnenstrahlen innerhalb einzelner Tröpfchen.

Seine Quellen

Die von ihm benutzen Quellen gehen zurück auf Aristoteles, sowie auf die Werke der arabischen Gelehrten Avicenna (980-1037) und Averroes (1126-1198). Nach eigenen Angaben hatte er Einsicht auf die Bücher Alhazens (965-1039/40). Aus Vergleichen geht hervor, dass von Freiberg die Kommentare von Kamal al Din, einem arabischen Wissenschaftler, nicht gekannt hatte, da Kamal eine Reihe von Fehlern, welche sich bei Dietrich und früheren Gelehrten fanden, vermieden hatte. Es ist interessant zu beobachten, dass gleichzeitig zwei voneinander unabhängige Werke sich mit der Entstehung des Regenbogens beschäftigten.

Weitere Schriften

Seine Schriften verfasste Dietrich zwischen 1285 und 1311.

De Origines war die erste die im Zusammenhang mit seiner Lehrtätigkeit in Paris entstand. De tribus difficilibus quaestionibus folgte rund 10 Jahre später und behandelt drei schwierige Probleme. Wegen Verwaltungsaufgaben und dem Widerstand seiner Gegner ließ die Schrift auf sich warten. Dietrich versuchte in dieser Schrift Thomas von Aquin (1225-1274) zu übergehen und meinte, Aquin argumentiere nicht sachlich. Die folgenden Schriften De quiditatibus entium und De ente et essentia legten sich erneut mit demselben an.

Quelle: Wikipedia Commons

Anmerkung: ich beschäftigte mich mal in einer Proseminar-Arbeit vor x Jahren mit dem Thema und kürzte das ganze für eine Artikel-Seite zusammen. Als ich eben meine Entwürfe durchforstete, entdeckte ich dieses kleine Essay und dachte mir, was solls, raus damit.

Quellen

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„Doctor Who“, S10E9 und S10E10

Die erste Folge der 11. Season wurde bereits ausgestrahlt, Zeit also, die letzten vier Folgen der 10. Season zu besprechen.

„Empress of Mars“

Hat sich schon mal wer gefragt wie der Schriftzug „God save the queen“ auf den Mars kam? Die 9. Folge der 10. Season des Doctors beantwortet sie! Wir erfahren unter anderem, dass der Doctor zwar The Terminator nicht gesehen hatte, aber dafür Frozen. Der 10. Doctor, wenn wir uns erinnern, wollte uns das Ende von Harry Potter nicht spoilern.

Menschen Briten hatten bereits im Jahre 1881 den Mars kolonisiert. Allerdings nicht ohne fremde Hilfe.

Während Bill und der Doctor über Popkultur debattieren (die erste Referenz war amüsant, ab der dritten verheddert sich der Gag in seinen Schnürsenkeln und stolpert) stürzt Bill in ein Loch und die TARDIS macht sich mit Nardole an Bord selbstständig.

Kurz darauf taucht ein Alien auf, gefolgt von einem Mann im viktorianischen Spacesuit. Der Doctor kennt die Rasse und wirft allerhand Nettigkeiten zur Begrüßung hin. Der aufmerksame Zuschauer wird sich noch an die 7. Season Episode 9 erinnern. Der Mann im Suit schießt auf den Doctor, denn er wollte Friday (das Alien, der Witz wurde leider sofort erklärt) beschützen. Nardole sucht derweil bei Missy Rat.

“The indigenous species — an ancient reptilian race that built themselves a sort of biomechanical armor for protection. The creature within is at one with its carapace. The Ice Warriors — they could build a city under the sand, yet drench the snows of Mars with innocent blood. They could slaughter whole civilizations, yet weep at the crushing of a flower.”- The Doctor

Die Engländer hatten mit Hilfe Fridays den Mars besiedelt und laden den Doctor und Bill zum Tee. Wir erfahren, dass Friday der letzte seiner Art ist, ein Ice Warrior, und länger auf seinem Schiff geschlafen hatte als eigentlich vorgesehen. Jetzt dient der den Engländern quasi als Untertan. Die Episode schreitet voran und das Grab der Eiskönigin wird gefunden. Der Doctor hat ein schlechtes Gefühl und liegt richtig. Es ist nicht nur ein Grab, sondern auch ein Hive. Friday hatte die Menschen dazu benutzt um seine Königin zu finden – und da diese nun gefunden ist, sollen die Engländer den Mars verlassen.

„Mars is part of the Empire now!“ rufen die Engländer, die Kritik an Kolonialpolitik und Sklaverei ist all zu deutlich – und der Doctor ist ratlos. In diesem Fall waren die Menschen die Eindringlinge. Einer der Engländer versucht Steine zu stehlen, die sich als wichtig herausstellen, die Ice Warrior Queen erwacht und tötet ihn. 5000 Jahre habe sie geschlafen. 5000! Der Mars ist tot, ihr Volk ausgestorben.

Was sich im Moment noch als typisch-klassische SF bemerkbar macht, wird um ein quasi modernes Element erweitert: Die Eiskönigin ist nicht an der Meinung der Männer („noise males“) interessiert, sondern befrägt stattdessen Bill. Trotzdem, wenn sie überleben möchte, braucht es Kooperation, denn auf dem Mars ist kein Leben mehr möglich.

Friday entschließt sich mit dem Doctor zu arbeiten, auch wenn die Ice Warrior Queen auf Unabhängigkeit pocht und alleine kämpfen möchte. Ein Gerangel bricht aus und Friday beschützt Bill während der Captain der britischen Garde die Queen gefangen nimmt. Ein Deserteur erschießt den Captain und die Königin sieht, dass nicht alle Menschen schlecht sind. Gegen Ende nimmt sie den Soldaten in ihrer Armee auf.

Die Folge endet mit Hilfe des Doctors, auch wenn das marsianische Golden Age bereits Geschichte ist. Sie reisen nach Alpha Centauri und die Queen freut sich. Auch Nardole und die TARDIS sind wieder da, inklusive Missy.

Auch die 10. Episode steht für allein: „The Eaters of Light“

Schottland. Zwei Kinder finden eine im Stein eingravierte TARDIS aus dem 2. Jahrhundert AD.

In exakt diesem Jahrhundert landen Bill, Nardole und der Doctor um das Verschwinden der 9. römischen Legion aufzuklären, denn Bill hat eine Theorie. Nardole ist etwas verunsichert, ob der Vault wirklich so lange unbeaufsichtigt sein sollte.

Bill, die von der Gruppe getrennt wird, freundet sich mit einem römischen Soldaten an, der unter der Erde verweilt, während der Doctor auf Ygrittes Schwester trifft, eine schottische Kriegerin. Der Römer versteht Bill, offenbar spricht sie Latein oder/und er Englisch, aber in diesem Falle liegt es an der universellen Übersetzungsfunktion der TARDIS.

Bald bemerken wir, dass es kaum mehr Erwachsene gibt und nur Kinder in der Gegend leben. Warum? Die schottische Kriegerin erklärt die Rolle des Gatekeepers. Welches Gate? Ein Portal, durch welches die „Lighteater“ kommen und Jagd auf Menschen machen. Der Doctor sieht sich das Tor genauer an, und was für ihn Sekunden sind, sind für die anderen zwei Tage. Die Gefahr ist schlimmer als angenommen, kam erst eines, werden bald viele folgen. Das Monster aber, dessen Nahrung Sonnenlicht ist, hat sich mit Schottland ein relativ ungünstiges Land ausgesucht, death by Scotland.

Bill und der Römer Lucius tauschen sich derweil über ihre Sexualität aus und Lucius findet, dass niemand so modern sein und beide Geschlechter mögen muss. Das fand ich nett.

Der Doctor hat einen Plan: Kämpfen. Das Monster wird zurück zum Gate gebracht, und es sollen 60 Jahre vergehen, während ein Gatekeeper gegen das Monster kämpft. Dann tritt der nächste die Aufgabe an. Und der nächste. Und der nächste.

Der Doctor bietet sich an das Gate zu halten, um diesem Kreislauf ein Ende zu bereiten, denn seit Ewigkeiten passe er auf die Menschen auf. Römer und Schotten werden zusammen geführt, entscheiden sich aber gegen den Vorschlag des Doctors. Es ist ihr Kampf. Der Doctor akzeptiert ihre Entscheidung: „I can’t bare brave people stop beeing brave.“

Sie ritzen ihre Namen in Steine, sodass sich alle an sie erinnern. Es ist deren Schicksal, nicht jenes des Doctors. Die jugendlichen Krieger betreten gemeinsam das Tor, welches aufgrund der Menge instabil wird und zusammen bricht. Die Krieger sterben dort. Und damit ist das verschwinden der 9. Legion geklärt – die nie tatsächlich verschwunden war. Zugegeben, eine durchaus interessante und logische Erklärung.

Die Krähe, der zu Beginn zugestanden wurde, eigenmächtig zu sprechen, mache „Car“ weil ihr Name „Car“ ist. Sie erinnern sich.

Zurück bei der TARDIS erwartet sie Missy. Sie arbeitet für den Doctor, hätte aber im Vault sein sollen. Nun, ganz gleich, sie ist auch in der TARDIS eine Gefangene.

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„Godless“, Season 1

„You said people come here to change their lives. I imagined a story where I didn’t have to be the damsel.“ (Dolores, Westworld)

Godless macht, auch dem Genre Unerfahrene, den Anschein eines klassischen Westerns: the good Guy (der tatsächlich Goode heißt, blond und „decent“) ist auf der Suche nach dem bad Guy (älter, mit Bart, stoisch auf dem Pferd sitzend), zähmt Pferde ohne Gewalt und wird zwischendurch in wilde Schießereien verwickelt. Mysteriöse Indianer kreuzen die Wege der Protagonisten und sprechen in Rätsel. Dem Klischee widersetzt sich das in diesem Genre üblichen Frauenbild:

Die Frauen in Godless sind keine Damsels, die gerettet werden müssen oder einen Mann brauchen um sich zu erhalten. Sie sind selbstständig, selbstbewusst, sicher im Umgang mit der Waffe und zögern nicht, diese auch einzusetzen.

Mary Agnes McNue und Alice Fletcher

Als ein Minenunglück den Frauen von La Belle die Männer entreißt, werden sie unabhängig.

Allen voran Mary Agnes McNue (bekannt aus The Walking Dead und Nurse Jackie). Sie trägt Hosen, spricht was sie denkt und kümmert sich um die weniger weiblichen Tätigkeiten; aber auch um den Hilfssheriff (GoT-Darsteller Thomas Brodie-Sangster mit köstlichem Akzent) Whitney Winn. Sie ist zufrieden wie es ist und in einer lesbischen Beziehung mit der Bordell-Besitzerin.

Ein Geschäftsmann, der in Kenntnis darüber gesetzt wird, dass die Mine nach wie vor Silber abwirft, kann die notwendigen Männer zum Schutz der Stadt organisieren, wenn sie ihm die Mine für 20 000 verkaufen. Mary Agnes ist dagegen. Sie beharrt auf Unabhängigkeit und macht deutlich klar, dass es keine Männer braucht. Doch die Frauen, von denen sich manche nach einem Mann sehnen, nehmen das Angebot via Abstimmung an.

Bill: „You’re not maternal no more.“
Maggie: „Maternal?“
Bill: „Well, yeah.“
Maggie: „I love my husband, may he rest in peace, and I love [Bill’s kids] Willie and Trudy, too. But I’m done with the notion that the bliss of me and my sisters is to be found in childbearing and caregiving.“

Alice Fletcher ist die zweite weibliche Hauptrolle, die mit der Mutter (die jagende Indianermama! Spin-Off! Spin-Off!) und dem Sohn (der Angst vor Pferden hat) ihres verstorbenen Mannes gezwungenermaßen auf einer Farm mit vielen Pferden lebt, aber lieber zurück nach Boston gehen möchte. Wie es die Dynamik will, schießt sie Roy Goode an und holt ihn später aus dem Gefängnis, damit er ihre Pferde „bricht“, welche sie dann den Damen in La Belle verkaufen kann, um mit dem Erlös wieder nach Boston zu können. Sie kehrt gegen Ende tatsächlich wieder zurück, entscheidet sich gegen den Mann und verfolgt ihren ursprünglichen Plan. Die Love-Story wird lediglich angedeutet.

Kritik

Für Frauen gibt es in traditionellen Western vier Rollen zu füllen: das Damsel in Distress, die gerettet werden muss; die Hure; das Opfer, das gerächt werden soll und die Mutter. In Godless werden zwar sowohl Huren als auch Mütter präsentiert, aber keine der Frauen braucht gerächt oder gerettet zu werden.

Trotzdem gibt es Kritik und besonders von feministischer Seite – die ich teilweise nachvollziehen kann, sie aber auch für etwas übertrieben halte:

1. Kritik: Trailer vs. Serie

Kritisiert wird, dass Godless mit einem „female-driven“ Plot warb, aber die meisten Dialoge den gehandicapten Männern (einer blind, der andere einarmig) gab und die Story eigentlich nicht viel, mit dem was der Trailer versprach, zu tun hat – davon abgesehen, dass der Trailer ein einziger Spoiler ist.

Aber darüber war sich Showrunner Scott Frank (Logan) im klaren: „People are saying, ‚Won’t that [Trailer] be good for the marketing of it?'“ (…) „And it makes me a little uncomfortable, because I feel like it cheapens what’s happening now …and it also makes you look at this story in slightly different terms.“

In diesem Falle ist das Marketing zu verurteilen aber nicht die Serie selbst.

2. Kritik: Background Stories

Wie auch manche andere, fragte auch ich mich: Warum sich die Rückblenden der Frauen nur auf das Mienenunglück bezieht und nicht über ihre generelle Geschichte, denn vom ersten Moment an bin ich mehr an Alice und Mary Agnes und vor allem der Indianermama und deren Geschichten interessiert, die nur am Rande aufgegriffen werden, um das eine oder andere im Bezug auf die Geschichte selbst klar zu stellen. In diesem Sinne gibt es zwar starke, unabhängige Frauen – die sich in einer Serie über den good guy und den bad guy befinden und nicht darüber hinaus erzählt werden. Und das ist schade.

Man kommt auch in den Verdacht, Schöpfer der Serie, Scott Frank, möchte sich via Fem-Train etwas Ruhm sicherstellen indem starke Frauen (zumindest) präsentiert werden. Aber wie ich sage: Besser eine Repräsentation als keine. Stellt sich die Frage, ob es sich eine Serie oder ein Film heute noch leisten darf, Frauen wie vor 20 oder 30 Jahren zu inszenieren ohne Angst vor einem Shitstorm oder finanziellem Verlust haben zu müssen, und ob eine gezwungene Repräsentation nicht mehr Schaden anrichtet, als dass sie hilft. Meine Antwort wäre dazu: Auch eine kleine Repräsentation ändert Dinge. Manchmal, so scheint mir, wollen wir zuviel auf einmal.

3. Kritik: La Belle & Showdown

Auch beim Showdown sind es Frauen gegen Männer und sie sind gut. Sie treffen, sie schießen, sie beweisen Stärke und Solidarität untereinander als sich Alice dem Trupp anschließt. Und das ist wichtig! Ich ziehe eine kleine Szene mit Frauen-Solidarität jeder starken aber zickenden Frauen-Szene vor.

Kritik dahin gehend: Es sind Roy Goode und Lawman McNue (Bruder von Agnes) die den Tag retten und den bad Guy, Frank, in die Flucht schlagen (beziehungsweise dort die Story wieder aufgegriffen wird).

Fazit

Ich verstehe die Kritik, dass, dank des unglücklichen Trailers und Werbestrategie von einer feministischen Serie ausgegangen wird und man enttäuscht wurde, allerdings frage ich mich, was man erwartet? Ich finde nach wie vor, dass, in Anbetracht dessen in welcher Zeit und welchem Genre die Serie spielt, den Frauen eine gehörige Portion Macht verliehen wird. Moderne Feministinnen scheinen mir manchmal etwas überkritisch zu sein und tendieren dahin, die kleinen Erfolge zu übersehen.

Davon abgesehen, dass die Serie nicht als feministisch inszeniert wurde: Scott Frank dazu: “I wasn’t interested in making a giant feminist statement,” […] “I don’t know that I have the right to. What I really wanted to do was focus on characters who never get their stories told, women chief among them. My favorite theme is identity and people being stuck in lives they never planned on living. Most of the characters in this story fit that.”

Etwas schwach war vielleicht auch der Abgang von Frank Griffin. Roy Goode bleibt, trotz zahlreicher Rückblenden nicht sonderlich greifbar und somit unfassbar langweilig. Erneut, man gerät in Verdacht zu glauben, dass Produzenten und Showrunner sich am Fem-Train beteiligen und mitverdienen möchten und die Story um La Belle nur als mittelmäßiger Träger für die klassische Westerntragödie herhält.

Trotzdem mochte ich die Serie wie die Charaktere. Aber zugegeben: Eine vielleicht verpasste Chance.

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Woche #1110

Heut aber! (vor einer Woche ca.)

Der Kaffee-Automat an der Architektur funktionierte nicht, was mich dazu brachte ins Bauingenieur-Gebäude zu gehen und mir dort einen zu holen. Zumal sich zig Architekturstudenten in meinem kleinen Büro befanden, das Licht somit eingeschaltet sein musste (was ich in der früh hasse wie die Pest) und sie laut quasselten ohne Sinn und Zweck. Kurzum: Es nervte mich. Im Bauingenieurs-Gebäude sprang mir sogleich ein Poster ins Auge, dass ich haben musste. Glück im Unglück. Unglück im Glück: Ich weiß nicht wo aufhängen..

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Neues Poster :D Photoshop lvl over 9000.

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Lustig auch, dass ich erneut eine Rechnung einer Versicherung bekam, die ich bereits im Juni (!) gekündigt habe. Es ist sooo mühsam der Erwachsenen-Welt Folge zu leisten, nach deren Regeln spielen und deren Lefzen lecken, dass ich es verstehe, wenn der Geist sich in einer Art konstruierter Kindheit zurück zieht, aber dafür auch Freiheitsentzug in Form einer geschlossenen Anstalt in Kauf nimmt. Ich kanns nachvollziehen.

Als ich dann ein Let’s Play schneiden wollte (die letzten drei geplanten konnten aufgrund fehlender Tonspur beim Video nicht verwendet werden – so ein guter Cave!) bemerkte ich, dass der Content soooo langweilig war, dass ich mein Vorhaben aufgab. Zumal auch eine wichtige Sequenz fehlte (die ich verpasst hatte aufzunehmen) und es sonst keinen wirklichen Sinn ergab. Gut, es sind erst 3 Tage seit dem letzten vergangen. Dennoch. Ich startete ein anderes Spiel, aber die Technik verweigerte sich diesem ebenso. Und als ich mir dachte, gut, dann halt Minecraft, muss irgendwas mit der Grafik passiert sein, dass es mir gänzlich (für heute) die Lust raubte, auch nur irgendwas zu spielen. Morgen vielleicht wieder. Oder nächste Woche.

Dann wollte ich dank diesem Tweet hier, folgende Serie anschauen – natürlich wird sie erst im Oktober veröffentlicht!

Manchmal geben Tage einem deutlich zu verstehen, dass sie dich heute nicht mögen und alles daran setzen, um dir diese 12-24h besonders unfein zu gestalten.

Pferdecontent

Ich bin gestern mit der Herde ohne Sattel/Pad/Zaumzeug einen Hang hoch galoppiert. Ein kleiner Kindheitstraum hat sich erfüllt.

Auf dem Grundstück, auf dem sie grasen dürfen, schließt eine Wiese an, die weiter unten liegt, und nicht ihrer zugehörig ist. Ratet, wo sie sich in letzter Zeit gerne befinden: Auf der unteren Wiese.

Ich hatte mich heute im Zuge eines Shootings (leider war zuviel Sonne) schon mal ohne allem auf sie gesetzt, glaubte aber, sie werde mich eh runter werfen. Nein, tat sie nicht. Sie trabte zwar nicht dahin, wo ich wollte (an den Bein- und Gewichtshilfen müssen wir also noch üben – oder sie wollte einfach nicht), aber immerhin warf sie mich nicht ab. Als sie wieder das fremde Grundstück infiltrierten, dachte ich mir: Setz dich doch drauf und treib sie hoch. Natürlich lief sie zur Leitstute, diese aber dann doch hoch – und siehe da. Sie duldet mich tatsächlich auf ihrem Rücken. Einfach so. Ich glaube, sie mag mich. Oder ist gehorsam geworden (wobei nein – beim Spazieren gehen, grast sie ständig obwohl sie weiß, dass sies nicht darf).

Stichwort Spazieren gehen: Nachdem wir die letzten Tage viel geritten sind, hatte ich vor, nur gemütlich im Wald spazieren zu gehen. Welch nobler Gedanke und welch mühsames Outcome. Ständig steckte ihr Kopf im Gras und saß ich auf ihr, liefs perfekt. Dann eben reiten, dumm halt, dass wir nur mit Stallhalfter und Strick am Weg waren, was etwas unsicher und gefährlich und ich glaube, nicht mal ganz legal ist.

Eine Freundin meinte, spazieren gehen wird ihr wohl zu langweilig sein, weswegen sie sich eine andere Beschäftigung sucht und grast. Wenn ich reite, kann sie selbst die Geschwindigkeit regeln und ist damit zufriedener, so ist sie unzufrieden und sucht nach Verbesserungen. Argh!

Und ich habe versucht mit Shaka Schafe zu treiben (Achievement unlocked!), die sich unerlaubt an der Pferdewiese zu schaffen machten, nachdem sie wieder mal eine Möglichkeit gefunden hatten, den Zaun zu umgehen. Aber sie haben keine Angst vor Pferden. Im Gegenteil. Sie waren neugierig. Als ich dann klatschte, eilten sie hoch, Shaka verlor die Lust daran und wollte grasen. Recht hatte sie.

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Zirkuspferd Shaka.

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Netflix‘ „Annhilation“

Gewisse Meinungen zu gewissen Themen könnten nicht unterschiedlicher sein. Mein Fazit? „Ein wunderschöner und vor allem ästhetischer Film!“ Madame (8) fand ihn schrecklich, grausig und widerlich: „Ich fand ihn ekelhaft. Gut aber auch.“ Und Mr Raymond war ebenfalls vom Film begeistert: „Die Natur des außerirdischen Organismus ist so Lovecraft, dass ich schon als ich die Idee las es natürlich anschauen musste.“

Kein Review, sondern ein Konglomerat an Meinungen, die ich unmittelbar nach dem Film erhielt. Immerhin fasziniert er.

Worum geht es?

Natalie Portman ist Biologin und macht sich mit anderen Wissenschaftlerinnen auf die Suche nach dem Geheimnis, dass hinter dem Schleier lauert, der an ausgelaufenes Öl erinnert, und Menschen verschwinden lässt. Nur einer des Soldatentrupps schaffte es zurück, ihr Mann – und dieser ist wie ausgewechselt. Schöpfer ist der Autor Jeff VanderMeer, Regie führte Alex Garland, der unter anderem bei Ex Machina (mit Alicia Vikander) dahin gehend tätig war.

Die Kreatur

Es stellte sich mir die Frage, ob Natalie Portman die arme Kreatur, die sie spiegelte und lernen wollte, tatsächlich getötete hatte. Nein, denn ein Teil des Organismus hat sich in beiden eingenistet. Eine interessante Frage von Mr Raymond war, ob der Typ draußen, einer der anderen Soldaten war, der mit ihrem Mann diente und immer mehr zu diesem wurde – da Natalie Portman selbst immer mehr von ihrem Team übernahm (das Tattoo am Arm): „Ein Teil von ihnen ist also extraterrestrisch und wenn man davon ausgeht wie der Organismus sich ausbreitete, sollten Portman und ihr Nicht-Ehemann massiv ansteckend sein. Die Quarantäne ist gerechtfertigt.“

Und sehe ich das richtig, dass wenn man sich ihnen friedlich hingab und die Veränderung akzeptierte, dass es auch nicht schmerzvoll war? Wollten die Aliens die Erde einfach verändern, weil sie hier gestrandet sind? Und es war alles die gleiche Spezies mit dem Bär und den Pflanzen und dann in ihnen selbst drinnen? „Ich glaube nicht, dass der Organismus die Intention hatte irgendwas zu tun. Der Organismus reflektierte und absorbierte alles was sich rundherum befand. Es lernte, veränderte und passte an ohne Grund. Du versuchst etwas humanoides zu sehen in etwas, dass nicht humanoid war im Ursprung. Das ist das geniale an dem Film. Es war das Echo von allem was berührte und gleichzeitig war alles was es berührte ein Echo von allem was wiederum danach berührt wurde. Alles war nur noch ein Echo und ein Spiegeldbild.“ Gut, mit dieser Antwort gebe ich mich zufrieden.

Kritik

Madame (8): „Wobei ich mich frage ob etwas zu machen das niemand versteht und so vage bleibt wirklich Kunst ist oder nur ideenlos inkonsequent. Dass er wohl wirklich gut ist schließe ich daraus wie verstörend ich ihn finde.“ Während sie den Film weder ästhetisch noch als schön empfand, waren es genau diese Dinge: Gib dich der Kreatur in Frieden hin und sie wird dich aufnehmen, kämpfe dagegen an und du wirst zerstört. Gegen Ende hatte ich bereits die Befürchtung, dass Natalie Portman das neugierige Wesen aus dem All wohl getötet hätte, aber nein, es lebte in ihren Augen weiter.

„Eine Auslöschung finde ich nicht so friedlich“ meinte Madame (8) und ich meinte, dass sie immerhin etwas Neues kreierte und das Alte in sich aufnahm.

Die Medien

„Beginning as science-driven sci-fi, the film shifts gears into horror-thriller territory, before abandoning those narrative beats in favour of an ambitious, “conceptual” final half-hour that scrambles a little to wrap itself up.“The Guardian.

„A film this meticulous and poignant will have a life of its own, because it is about life itself. It offers something few other releases do these days, which is confusion plus contentment. Annihilation will destroy you, but only so it can build you up again.“GQ Magazine.

„You don’t need Dr Lena’s PhD from Johns Hopkins to know it is all complete nonsense or that successful sci-fi retains a grain of science fact. […] Ironically, studio executives deemed Annihilation “too intellectual” for mainstream audiences.“Inews.co.uk.

„It is hard sci-fi storytelling, dealing with the practical application of abstract scientific concepts in the service of a simple and engrossing campfire-ish narrative. Annihilation requires your attention and your patience, but it’s also able to reward all those things. This one makes you earn it, but the destination more than justifies the journey.“Forbes.

Annihilation is a terrific piece of big-studio sci-fi. It’s superbly acted by its refreshingly female-ensemble cast, it’s well-written and its staged as both a deeply introspective journey and an unapologetic horror show. If Paramount/Viacom Inc. can’t make money off a movie like Annihilation, it’s more evidence that the problem isn’t them but rather the sheer challenge of getting audiences to take a chance in a movie theater.“Forbes.

„The irony in Annihilation’s case is how coldly indifferent the film is to humanity itself. It doesn’t care about giving audiences answers to questions, or necessarily rewarding them with conventional thrills, but prioritises smarts and bold ideas around a familiar framework. It’s a stealth revelation in Predator’s skin.“Metro.co.uk.

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Mensch 2.0. – Mind-Uploading & die Gier nach der Unsterblichkeit

In Westworld versuchen Menschen ihre Vergänglichkeit mittels Mind-Uploading zu überwinden. Dass Mind-Uploading dabei immer nur eine Kopie der jeweiligen Persönlichkeit erstellt, wird gerne übersehen. Black Mirror greift das Thema in der 4. Season jedoch sehr interessant und korrekt auf. So lassen sich digitale Klone verwenden, um Geständnisse zu entlocken, indem eine künstliche Umgebung sie zum Wahnsinn treibt oder auch als persönlicher Sklave, der die Eigenschaften des Hauses regelt.

Transhumanismus und Unsterblichkeit

Transhumanismus beschäftigt sich mit den Grenzen menschlicher Möglichkeiten, die sich, sei es intellektuell, physisch oder psychisch durch technologische Verfahren und Mittel, erweitern lassen können.

Der Gedanke und Wunsch nach Unsterblichkeit findet sich bereits 2000 v. Chr. Das Gilgamesch-Epos thematisiert die Suche nach der Unsterblichkeit folgendermaßen: Gilgamesch, zu einem Drittel Mensch und zwei Dritteln göttlich, bemerkt gegen Ende, dass er sich nur durch große Werke als guter König Unsterblichkeit in Form eines Rufes erwerben kann. Daran knüpfen die homerischen Epen an: Unsterblichkeit kann nur via Nachruhm und nicht tatsächlich, als bewusste oder physische Unsterblichkeit erlangt werden.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ca. 4000 Jahre später, kristallisieren sich die ersten Projekte: das Startup Nectome plant das Gehirn in eine Cloud laden und nähme dafür den Tod in Kauf. Die Firma, die bereits Investoren gefunden hat, konzentriert sich aktuell auf todkranke Patienten, welche mittels ärztlicher Unterstützung aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen dürfen. Elon Musk unterstützt ein ähnliches Unterfangen mit seiner Firma Neuralink, wo versucht werden will, das Gehirn mit Computern zu verbinden um dem Menschen im Wettbewerb mit der künstlichen Intelligenz kompatibel zu machen. Wait, what?

Nehmen wir an, der Upload funktioniere tatsächlich, müsste man aber auch die biologischen Gegebenheiten bereit stellen, beziehungsweise diese simuliert werden. Im Idealfall wäre die Simulation so gut, dass der Geist sie nicht als solche bemerkt und sogar Naturgesetze verändern könnte, ohne dass uns etwas seltsam vorkäme. Vielleicht haben auch all jene, die Wahnsinnig sind, den Umstand bereits erkannt.

Sicherlich unwahrscheinlich, aber was, wenn der Programmierer, der uns alle in einer Simulation gefangen hält und auswertet, uns die Möglichkeit gibt, Grenzen des Unfassbaren auszutesten. Uns so zusagen für unsere Gedankengänge und Ideen belohnt oder auch bestraft, in dem er uns, wieder mal, ins Leere laufen lässt. Oder, meine Lieblingstheorie: Die Menschheit ist ein gescheitertes Schulprojekt eines Alienkindes in der 3. Klasse Grundschule, die nun im Keller vor sich hin staubt und sich allmählich, ohne kindliche und neugierige Führung, nach und nach selbst zerstört.

Auch stellt sich die Frage nach der Haltbarkeit, da digitale Speichermedien nicht gerade für ihre Langlebigkeit bekannt sind. Sprich, man lädt sein Bewusstsein (beziehungsweise eine Kopie davon) in die unendlichen Weiten der digitalen Welt und sieht sich in 30 Jahren doch wieder mit der Auslöschung konfrontiert, wenn der Server, auf dem man ruht, eingestampft – oder von einem wütenden Kind zerstört wird, da Papa ihm nicht erlaubt hatte, mit den anderen Kindern nach Sieben zu spielen. Vielleicht ist also doch der Nachruhm, dem homerische Helden entgegen eifern, die beste Möglichkeit Unsterblichkeit zu erlangen.

Die verlockende Idee nach Unsterblichkeit bringt auch Überlegungen mit sich, wie „Wenn ich und mein Körper unsterblich sind (durch Adaption in maschineller Form oder metaphysisch), was passiert, wenn die Erde in 7 Millionen Jahren von der Sonne verschluckt wird? Fliege ich dann im Weltraum herum? Für immer? Billionen von Jahren, bis es zu einem neuen Big Bang kommt, und dann?“

Unsterblichkeit ist, wenn man es genau nimmt, für die Ewigkeit und wer danach dürstet, die Zerstörung oder Entwicklung der nächsten 300 Jahre zu beobachten, muss sich auch darauf einstellen, dass er mitunter auch 300 Jahre erlebt, am eigenen Leib erfährt – sofern seine Unsterblichkeit nicht nur metaphysisch, sondern auch physisch passiert. Er muss sich auch darauf einstellen, dass er nicht nur 300 Jahre erlebt, sondern 3000 oder auch 30 000 und 300 000. Und will man das wirklich? Will man das?

Filme und Serien, die Mind-Uploading thematisieren

Neben Westworld und Black Mirror wären da noch:

Avatar (2009) dient als Beispiel für „Romantisierung der Natur“ und Naturalisierung der transhumanistischen Idee des Uploading durch neuronale Schnittstellen. Die Naturalisierung des Technologischen umfasst in Avatar auch die Idee des Uploadings, die Idee den menschlichen Geist vom Körper zu trennen und auf eine andere Hardware zu transferieren.

Surrogates (2009) nähert sich der Thematik kritisch und stellt die Abhängigkeit von Technologien in Frage. Die Einwohner liegen in ihren Betten, während der „Surry“ mit dem sie mental verknüpft sind, ein Roboter, für sie agiert.

Transcendence (2014) stellt die Darstellung des (falsch) verstandenen Mind-Uploadings am bildlichsten dar: Ein Todkranker und größenwahnsinniger Johnny Depp lädt sich selbst in eine Maschine und droht mit Zerstörung.

Zusammenfassung

Die Idee, als unsterbliches Bewusstsein durch die Weiten des Interwebs zu streifen und instant an jedem Ort sein zu können, jede Information binnen Sekunden abzurufen, via Kameras der Vernichtung der Welt beizuwohnen, mit zu erleben, wie sie sich verändert (und sich mit zig anderen im Clinch zu stehen, wie die Welt der noch physischen Menschen weiter manipuliert werden könnte..) und für immer zu leben, lässt eine, wenn auch, skurrile Romantik entstehen. Ein Geist, verbunden mit der gesamten Welt, immer und überall zugleich, befreit von den Lastern des physischen und – auch des emotionalen.

Trotzdem muss das menschliche Bewusstsein eine Stufe unter diesem Traum verharren, denn diese Entwicklung bleibt aktuell nur künstlich Erschaffenem vorbehalten – die das menschliche Bewusstsein zwar im Stande ist zu kreieren, aber sich für sie selbst die Möglichkeiten nicht in Anspruch nehmen kann.

Es ist und bleibt eine griechische Tragödie.

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