Von der Illusion etwas gut zu können und dieses nutzen zu müssen

„Jeder kann etwas gut! Auch du!“ Geh schleich di.

„Du kannst das so gut. Mach was draus!“ Seriously, get the f*ck off my business.

Ihr kennt diesen Spruch, oder? Leute, die meinen, dass wenn man sich nur ganz fest mit etwas beschäftigt, man es auch richtig und besonders gut könne. Du musst dich nur damit befassen! Ein wenig Talent gehört natürlich dazu, und ein Vermögen, und gewisse Fähigkeiten, und Veranlagungen und so,- aber jeder, der es wolle, schaffe es auch und sowieso, ist jeder in etwas gut!

Nein.

Schlimmer noch, Leute, die erkannt haben oder glauben zu erkennen, dass man etwas wirklich gut könne und dazu raten, doch etwas damit machen zu müssen, weil es wäre ja vergeudet und verschwendet, nicht zu Nutzen was einem gegeben wurde!

Dafuck? Nein.

Über Talente und Fähigkeiten

Da gibt es die, die besonders gut zeichnen und malen können, andere schreiben super, wiederum andere haben das Talent, ihren Körper mit Takt zu bewegen und andere singen wie Germany’s Future Dschungelcamp-Kandidat. Und sicherlich, zu einem gewissen Grad ist alles erlernbar, was es zumindest, „gut“ in den Augen anderer macht, die das eben gar nicht können – und das ist ja okay. Aber nur, weil man etwas „gut“ in den Augen derer kann, die es gar nicht können, bedeutet das nicht, dass man tatsächlich „gut“ darin ist und auch damit etwas machen kann. Kann man nicht. Nicht immer.

Sicherlich, man kann es erlernen: Wie das schreiben. Wir sollen aktive Verben und keine passive verwenden, wenige Adjektive und beschreibend schreiben, nicht erzählend. Eh klar. Und dann gibt es die Leute, die nicht lernen müssen, wie man fesselnd schreibt, die, die wissen, wie man eine Geschichte richtig gut zu Papier bringt. Und natürlich kann ich Tanzschritte und Bewegungen lernen – werde aber nur Mittelmaß sein, weil mir das Talent fehlt. Und das ist okay!

Das Mittelmaß ist okay!

Wisst ihr was? Es ist vollkommen in Ordnung! Man darf auch Mittelmaß sein. Auch wenn man etwas „besser“ kann als manche andere und trotzdem weiß, dass man nicht „gut“ ist, auch wenn die Aussagen anderer was anderes sagen, dann bedeutet das nicht, dass man damit was machen muss! Als Hobby ist es auch vollkommen okay und man kann sich viel leichter daran erfreuen? Denn wie heißt es: Mach nie zu deinem Beruf, was du liebst. Ich liebte Geschichte und Philosophie. Nach dem Studium. Not so much anymore. True Story.

Ich sage immer: Es muss auch Menschen der Mittelklasse geben, der Mittelmäßigkeit, die, die halt nicht auffallen, die, die gewisse Dinge können, aber eben nicht ausreichend um richtig „gut“ darin zu sein, oder es gar für Ruhm und Reichtum verwerten zu können. Und das ist okay!

„Nur der Fleiß machts!“

Oh, fuck off you stupid little c*nt! (Frei nach Sandor Cleagane)

Man kann sich auch fragen: Was ist denn „gut“ und an und mit welchem Maßstab messen wir „gut“?

Dann wird ein anderer sagen: Aber mit Fleiß kann man gut werden! Ja, einer aus einer Million vielleicht. Diese Leistungs- und Fleißgesellschaft geht mir so dermaßen auf die Eierstöcke; wer Menschen nur anhand ihres Fleißes misst, misst mit dem Maße des Kapitalismus – wollen wir das? Willst du das? Deine Talente mit kapitalistischen Farben anstreichen, nur damit wer anderer das große Stück des Kuchens bekommt? Willst du das? Eben, nein, das willst du nicht! The cake is a lie!

Lass es liegen!

Und selbst wenn wir in etwas „nur“ gut sind, selbst wenn wir tatsächlich etwas können, also so richtig, bedeutet das nicht, dass wir es Nutzen müssen. Wir können und dürfen unser Talent auch liegen lassen, wenn uns nicht der Sinn danach steht. Sicherlich ists schade, sagen manche. Mach was daraus! Die anderen. Aber ganz im ernst, why? Wir könnens auch als Hobby behalten. Is eh viel g’scheiter.

Dieses dahin pushen, dass jeder in etwas „gut“ sei, und selbst wenn dem dann so ist – dazu nötigen, es bitte auch anständig zu verwerten und was daraus zu machen; dieses vehemente Nahelegen, mit etwas Übung und Fleiß und Disziplin könne man Großes erreichen! Echt nit.

Ich hasse es, wenn Leute das tun.

Ich weiß, ihr meint es gut

Ja, sie meinen es gut. Ja, sie wollen mir Komplimente machen, und ja, ich singe vielleicht „besser“ als der durchschnittliche Karaoke-Sänger, und zeichne vielleicht besser als jemand, der nur Strichmandeln kann, und schreibe vielleicht auch ganz adäquat, aber lasst mich damit in Ruhe, dass ich das alles Nutzen sollen und was daraus machen. Es nervt!

Zu sagen, ich soll dies und jenes nutzen, erlegt mir die Mühseligkeit auf, mich um noch mehr in meinem Leben kümmern zu müssen. Ihr steht nicht da und sagt, „Du, I hilf da, gib mir X und Y“, nein ihr meint es nett und gut und nehmt mir vielleicht sogar einen Teil der Arbeit ab, wie Korrektur lesen oder applaudieren, aber mehr kommt da nicht, weil wozu? Ihr bekommt ja auch nichts dafür raus. Seht ihr. Ich verstehe euer Anliegen, wirklich! Und ich danke für die Komplimente, und trotzdem…

Wir, die in euren Augen ja etwas „gut“ können, sollen uns darum kümmern. So funktioniert das nicht. Nicht bei allen.

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„Black Mirror“, S05E03

Nein, die Folge ist nicht repräsentativ für das Genre Black Mirror, welches uns realistische und nahe Zukunftsdystopien zeigen soll. Auch die Themen wiederholen sich: Es gibt Mind-Uploading in Form einer Kopie, Roboter und ein Happy End. Nein, das ist nicht mehr das britische Black Mirror auf welches man bei technologischen Fortschritten, so wie einer Liebesg’schicht auf Taylor Swift-Songs, verweisen kann

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was man bei dieser Folge großartig besprechen können, da schon das Setting einfach unrealistisch ist. Sicherlich waren all die anderen Folgen auch nicht gerade im Pool von Realismus und „so isses“ verankert, hatten aber zumindest Hand und Fuß und eine in sich geschlossene Logik: Sprich, jemand hat sich tatsächlich Gedanken gemacht.

Miley Cyrus, großer Popstar, verkauft eine Puppe, die mit deren Hirn-Kopie ausgestattet ist (Stichwort Mind Uploading), aber nur 4% sind für die Kinders, die diese Puppe haben wollen, zugänglich. Die Puppe spricht und macht Make-Overs und singt und tanzt und all das. Und das ergibt schon keinen Sinn, wozu ich dann Mind Uploading brauche, wenns ein simpler Algorithmus auch täte. Ich meine, das ist doch grob fahrlässig?

Lasst mich das nochmal verdeutlichen: Ich besitze die technologischen Möglichkeiten und statte die Puppe mit dem Charakter meines mittlerweile depressiven Stars aus, beschränke aber den Handlungsspielraum auf 4% und verkaufe das kleinen Kindern?

Wenn das ein zynischer Hinweis auf Alexa-Konsumenten sein soll, deren Intelligenz nicht sonderlich über jener von Kindern liegt, dann lass ich mir das Setting einreden. Und dass der Verkauf, wenn Staat und Parteien sich dieses abgehörte Wissen zu nutze machen wollen, grob fahrlässig von mächtigen Firmen, die gehypte Spionage-Sympathie auf den Markt bringen, wait, oh, never mind..

Es gibt zwei durchaus realistische Szenen, die haben aber nichts mit technologischem Fortschritt und dessen Gefahren und Möglichkeiten zu tun, sondern mit der Gesellschaft: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele junge Künstler Managern wie jener gezeigten ausgeliefert sind und im Handumdrehen abgesetzt werden können, folgen die nicht dem extremen Marketing-Konzept. Das zweite ist die Sexualisierung von jungen Mädchen: Rachel, das Mädchen das Miley-Fan ist, nimmt an diesem Schulwettbewerb mit und tanzt zu einem Song. Die Jungs fangen an zu reden. Die Schwester verdreht die Augen.

Soll das ein Hinweis darauf sein, dass aktuelle Technologien junge Mädchen zu „fuckable“-Verhalten führt? Ich versuche wirklich einen Sinn in dieser Folge zu sehen. Oh, Instagram verbietet übrigens einen Face-Lifting Filter, weil er Jugendliche negativ beeinflussen könnte. Welcome, Humans of Late Captalism!

Zusammenfassung und Fazit

Wer auf einen Twist wartet, wartet vergebens. Es gibt keinen. Aber dafür ein Happy End. Miley darf depressive Rockmusik machen. Ja, dystoptische Weltphantasien sind eben auf ein gewisses Pensum reduziert. Vielleicht sollte man stattdessen anfangen Klima-Horrorfilme und Klima-Katastrophen-Filme zu produzieren. Oh wait, die hatten wir in den 90ern bereits. Damn..

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Schwarzer Humor in der Werbung?

„Späße sollten ein Greuel für jeden Werbefachmann sein, der genau weiß, daß sich ein dauerhafter Erolg kaum auf Frivolitäten aufbauen läßt und daß niemand von einem Clown kauft.“ – David Ogilvy

Was darf Humor? Oder anders gefragt: was darf schwarzer Humor? Wie weit darf Humor in der Werbung gehen und wie sehen die Grenzen dabei bei schwarzem Humor aus? Nehmen wir Produkte ernst, wenn der Tod für sie wirbt beziehungsweise, wenn der Tod eine tragende Rolle spielt?

Zum Humor allgemein

Humor ist ein Kulturspezifisches Phänomen. Den deutschen Humor erkannt man daran, dass es ihn nicht gibt und wohl bekannt ist auch der trockene britische Humor, der nicht jedem zugänglich sein mag. Abhängig von Kultur, Moral und Religion werden gewisse Themen tabuisiert oder darüber gelacht. Auffallend aber, je autonomer die Kultur und je selbstironischer das Selbstverständnis ist, desto eher ist man auch dem Humor zugänglich.

In der Werbung wird Humor oft mit Witz, Wortspiel, Ironie, Übertreibung oder Überraschung assoziiert. Die Grenze zwischen Originalität und kognitiver Aktivität und affektiver Reaktion sind dabei fließend. Während kognitive Aktivität eine gewisse Intelligenz voraussetzt, reduzieren sich Werbungen, die auf affektive Reaktionen abzielen auf aggressive oder sexuelle Themen.

Humor in der Werbung

Wendet man sich genervt ab und identifiziert das Produkt aufgrund der inzwischen ausgeschlachteten Witze, spricht man vom Wear-Out Effekt: Was einst originell war, kann bei inflationärer Verwendung ins Gegenteil umschlagen. Besonders Werbung, die häufig im TV oder Radio gespielt wird, unterliegt dieser Gefahr. Der Wear-Out-Effekt beschreibt somit die Abnutzungserscheinungen von Werbewiederholungen

Werbung kann zwar die Sympathie für das Produkt und die Marke steigern, dennoch besteht die Gefahr, dass kreative Werbung zu sehr ablenkt. Je kreativer die Werbung, desto größer die Distanz zum Produkt. Nimmt der Witz der Werbung mehr Aufmerksamkeit in Anspruch, als das beworbene Produkt, spricht man vom Vampireffekt.

In allen Fällen ist wichtig, dass Werbung so gestaltet wird, dass sie sich aufgrund des Überangebotes von den anderen abhebt.

Für den Werbenden ist wichtig, eine positive Stimmung zu erzeugen und die Quelle der Botschaft aufzuwerten. Das „mögen“ des Witzes überträgt sich auf das „mögen“ des Produktes und/oder den Hersteller. Aber Vorsicht: Die Glaubwürdigkeit kann dadurch auch beeinträchtigt werden. Glaubwürdigkeit ist u.a. auch ein Resultat von Sympathie, aber: Wer kauft schon gerne von einem Clown.

High-Risk und Low-Risk Produkte

Es gibt Produkte, deren Ideal, deren Vorstellung und Message, die sie transportieren möchten, täte Humor nicht gut

high-risk Produkte sind hochwertige Produkte, deren Anschaffung sehr kostenintensiv sind. low-risk Produkte werden für den alltäglichen Gebrauch gekauft und sind mit niedrigen Kosten verbunden. Diese werden erneut unterschieden zwischen expressiven Produkten, welche ein hoher emotionaler Wert beiliegt, sowie funktionale Produkte die mit Nutzen verbunden sind.

So wären in diesem Fall Versicherungen, Computer und Kühlschränke, in diesem Fall funktionale und high-risk Produkte und bspw. Designer-Kleidung wie Prestige-Objekte expressive und high-risk Produkte, also mit Emotion verbunden. Grundnahrungsmittel und Körperprodukte fielen in die low-risk Sparte mit funktionalem Gebrauch. Genussmittel wie Wein, Zigaretten oder Süßwaren wären expressiv in ihrer Funktion und von geringem Risiko.

Schwarzer Humor und der Tod

Der Begriff „schwarzer Humor“ wurde 1940 vom französischen Surrealisten André Breton via der Anthologie „De L’humor noir“ in den Sprachgebrauch eingeführt. 1971 schrieb der Essayist Francois Bondy, der „schwarze“ Humor sei nicht zu verwechseln mit dem aus den Staaten stammende „sick jokes“, dem „kranken Humor“. Dies käme einer Abwertung gleich. Dennoch ist der Begriff schwierig zu definieren, da nach dem 2. Weltkrieg viele Kunstformen damit tituliert wurden. Oftmals jedoch assoziierte man die Farbe „schwarz“ und deren Anhänger wurden wie Aussätziger behandelt. Lexikalisch gilt diese Art der Humorform als zynisch und makaber.

Mit Humor betrachtet der Mensch auf eine ihm angenehme Weise die Welt. Dieser Humor ist freundlichen Umganges. Mit schwarzem Humor präsentiert sich die Wesensart einer Minderheit. Das wichtigste Merkmal ist die Fähigkeit, unter vielfach schwierigen Bedingungen eine von der Normalität abseits liegende Perspektive anzunehmen. Er führt also die „abseitige“ Welt vor Augen.

Er hat demzufolge nichts mit negativer Weltsicht oder Misanthropie zu tun, sondern mit der Frage nach Schein und Sein. Es wird die Echtheit der Erscheinung geprüft. Schwarzer Humor greift Vertrautes und Verlässliches wie unter Tabu stehende Themen. Schwarzer Humor übernimmt eine gewisse Aufgabe, die das wichtige und wirkliche Sichtbar macht.

Wenn es also beispielsweise in einer Automobil-Werbung darum geht den Tod auszutricksen, wird der Sicherheitsaspekt des Produktes potenziert. In diesem Falle ist eine gewisse Intelligenz von Nöten um den schwarzen Humor zu erkennen und seine Anliegen zu verstehen. Er agiert als kritische Instanz und nimmt der Darstellung den Ernst und beseitigt die Gefahr.

Folgt man dieser Interpretationsweise, so ist die Verwendung der Farbe „schwarz“ (in westlich geprägten Ländern) adäquat was den von ihm thematisierten Inhalt betrifft. Dieser Art Humor und der Kritik kommt es darauf an, die im Dunklen gelegenen Phänomene ans Licht zu zerren. Mit Umweg über negative Sichtweisen, wird versucht das wesentliche zu erreichen. Schwarzer Humor ist also weder zynisch, noch sarkastisch, sondern besitzt eher apologetischen Charakter

Inwieweit darf provoziert werden?

Was nun die Provokation betrifft, ist folgendes zu sagen, dass auch hier unterschieden werden muss und sollte zwischen „Provokation“ und lediglich „geschmacksloser“ Inszenierung. Sicherlich, beides beschafft Aufmerksamkeit, wobei erstere sich an die Intelligenz wendet, an die wie bereits erwähnte kognitive Aktivität, und sich nicht an die affektive Reaktion richtet, der mit geschmacklosen Inszenierungen eher gedient wäre.

Der Tod

Medien und Tod gehen Hand in Hand. Keine Nachrichtensendung und Zeitung kommt ohne Berichte über den Tod oder lebensbedrohliche Situationen aus. Ethische und fiktionale Darstellungen in der Popkultur thematisieren Sterblichkeit in unterschiedlicher Weise. In den Massenmedien dient der Tod als Spektakel und führt zur Millionenauflage.

Auch in der Werbung findet man den Tod häufiger als gedacht: So beschäftigten sich besonders Automobil-Werbungen, Versicherungen, Bier, Telefongesellschaften und Bestattungsinstitute. Die Verwendung des Todes in der Werbung ist Kultur unabhängig, was auch mit dem Trend zur Globalisierung zu tun hat.Internationale agierende Unternehmen haben einen Wettbewerbsvorteile, als jene die nur national agieren. Folgend wirkt sich dies auf eine Standardisierung der Werbung aus. Die Unterschiede zwischen den Kulturen werden durch Kenntnis anderer Kulturen ausgeglichen, woraus sich eine Homogenisierung ergibt.

Auto-Werbungen und der Tod

Gerade bei Autowerbungen müsste man meinen, stehe das Leben und die Sicherheit an erster Stelle. Der Hersteller möchte mit seinem Produkt zur Lebenssteigerung beitragen und nicht zu dessen Beendigung.

Automobil-Werbungen zählen zu den high-risk und expressiven Produkten. Demzufolge sollte Humor dezent verwendet werden. Man konsumiert diese als Statussymbol und Prestige. Je nach Kultur jedoch dient das Automobil als Luxusobjekt, wie in Japan oder als Gebrauchsgut wie in den USA.

Die südkoreanische Automobil Firma Hyundai fiel in den letzten Jahren mit zwei Clips auf. Zum einen mit „Death“ und zum anderen mit „Pipe Job“, einem Suizid-Spot.

„Pipe Job“ wurde für den britischen Markt entworfen und zeigt einen Mann, der versucht via CO2 in seiner Garage zu suizidieren. Dieser jedoch schlägt fehl, da der neue „ix35“ über eine 100% Wasseremission verfügt.

Die Reaktionen waren überwiegend negativ. Eine Bloggerin, deren Vater sich mit dieser Methode das Leben nahm, veröffentlichte seinen Abschiedsbrief und prangerte die Werbung an. Hyundai entschuldigte sich daraufhin und versprach die Werbung vom Netz zu nehmen bzw. in keinem bezahlten Medium mehr zu präsentieren#

Auch wenige Jahre zuvor hatte Hyundai kein Glück und „Death“ wurde in Holland verboten.

Der Ein Mann fährt ein Mädchen nach Hause, der Tod lauert in Gestalt des Grim Reapers bereits auf sie. In der ersten Sequenz wird sie überfahren, da sie auf Straßen-befahrener Seite aussteigt. In der zweiten Sequenz, diesmal mit dem promoteten Modell, steigt sie sicher auf der Seite des Gehsteiges aus, da auf der anderen Seite keine Tür ist. Der Tod wurde ausgetrickst.

Im Vergleich dazu der Spot „Sorry“ von Mercendes-Benz der ein Jahr davor lief. Ein Mann fährt in der Winterlandschaft, der Tod sitzt in Gestalt plötzlich neben ihm. Der Fahrer starrt den Tod unfassbar einige Sekunden an. Plötzlich sagt dieser: „Sorry“. Knapp vor den Bäumen, die auf der Straße liegen, stoppt der Fahrer und sagt ebenfalls: „Sorry“. Der Clip endet. Erneut wird der Tod ausgetrickst. Worauf sich hier allerdings die User fragen ist: ist die Ähnlichkeit des Todes mit Ferdinand Karl Piëch, der österreichische Manager und Großsanktionär von Porsche gewollt? Der Tod selbst geht bei dem „Augenzwinkern“ unter, der Spot erfuhr großteils positive Kritiken. Als Tod wird diese Figur nicht mehr wahrgenommen, da sie ein bekanntes Gesicht trägt, dass in bestimmter Beziehung zum Werbenden steht.

Ein weiteres, wenn auch inoffizielles Beispiel ist das Ergebnis des Nachwuchsfilmpreises First Steps der unter anderem von Mercedes gesponsert ist. In diesem umstrittenen Kurzfilm wird Hitler bereits als kleines Kind in seinem Dorf überfahren. Dass es sich dabei um Hitler selbst handelt, ist zum einen Interpretationsfrage, denn die Mutter ruft: „Adolf!“ der Fahrer verlässt Braunau am Inn. Als Schlusssatz dient: „Erkennt gefahren, bevor sie entstehen.“ Eindeutig zweideutig. Zum anderen lebte Hitler lediglich bis zu seinem 3. Lebensjahr in Braunau laut der offiziellen Seite der Stadt Braunau. Der überfahrene Bub muss mindestens fünf gewesen sein.Der Hersteller selbst war jedoch nicht sonderlich über den Film erfreut und bestand auf eine deutliche Kennzeichnung, dass dieser Spot nicht mit Mercedes selbst in Verbindung stehe. Dieses Beispiel könnte auch dezent als Vampir-Effekt dienen, da ein jeder diesen Spot zwar kennt, aber niemand die Marke damit in Verbindung bringen kann.Zur Analyse: Der Tod in Gestalt des Grim Reapers wird auf der einen Seite positiv aufgenommen, wobei das Augenmerkmal hier auf den Darsteller des Todes fällt und ein Augenzwinkern mit einfließt, dass dem ganzen die Spannung nimmt. Hyundai steht demgegenüber in Kritik. In beiden Clips jedoch wird der Tod ausgetrickst. Während es sich in „Pipe Job“ um Suizid handelt, geht es im Kunstprojekt wohl eher um Mord.

Lebensmittel und der Tod?

Es ist Heiligabend. Ein alter Mann diniert alleine. Die Familie schafft es wieder nicht, den Vater zu besuchen, aber nächstes Jahr bestimmt. Er beschließt seinen Tod vorzutäuschen. Nachdem die Familienmitglieder die Mitteilung erhalten haben, tauchen sie bei der Beerdigung auf und er sagt: „Wie hätt ich euch denn sonst alle zusammen bringen sollen?“ Sie speisen in voller Freude und der Clip endet.

Nur wenige Tage nach Ausstrahlung wurde „Heimkommen“ heftig diskutiert, pietätlos und auch die Manipulation des Großvaters wird kritisiert. Andere Leute fühlen sich schuldig, besonders auch weil Weihnachten im Bewusstsein der Menschen von „Zusammengehörigkeit“ geprägt ist.Sähe man diesen Clip nun als „schwarzen Humor“ oder als Provokation? Der zweite Clip der Firma Edeka, „Sensenmann“, um eine Minute kürzer, die üblichen 30 Sekunden inszeniert den Tod als Sensenmann, als Grim Reaper: Der Sensenmann erkundigt sich bei einem Mitarbeiter nach bewusste und ausgewogene Ernährung. Dieser zeigt ihm darauf alles und endet mit: „Damit bleibt man bis ins hohe Alter Gesund und fit“ und der Sensenmann frägt: „Und was soll ich dann machen?“ Der Mitarbeiter antwortet: „Umschulen?“

Sähe man diesen Clip nun als „schwarzen Humor“ oder als Provokation?

Was aber, wenn bereits tote Menschen für ein Produkt werben?

Wenige Wochen vor seinem Tod drehte der Sänger und Whiskey-Liebhaber der Band Motörhead noch einen Werbespot für Milch. Die finnische Molkerei Valio hatte den Briten engagiert; die Agentur veröffentlichte nun 40 Sekunden daraus als eine Art posthumane Ehrung. Sähe man dies als „schwarzen Humor“ oder als Provokation?

Deutlich ist, dass alle drei Clips von der Ausgangslage nichts mit dem des anderen zu tun haben.

Zielt ersterer auf Gemeinsamkeit ab, gesponsert von Edeka – trickst der zweite den Tod aus und stellt sich ihm keck in den Weg. Der dritte dient als posthumane Ehrung.Allen gemeinsam ist, dass sie sich a) um low risk Produkte handeln, in ersterem Fall einer Firma die funktionale und expressive Produkte anbietet, im dritten lediglich funktional und b) den Tod in irgendeiner Weise thematisieren.

Abschließend

Darf man mit dem Tod werben? Ja. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Ich fand die Clips lustig, amüsant und unterhaltend. Sie regen zum Nachdenken an und provozieren. Gleichzeitig vermitteln sie, besonders bei Autowerbungen – wie nah der Tod eigentlich tatsächlich ist. Wir bewegen uns 160km/h in einer Blechbüchse entlang und glauben, komplett sicher zu sein? Es darf auch nicht die Meta-Ebene vergessen werden, die besonders hinter den Auto-Spots steht.

Quellen

  • Wolf-Bertram von Bismarck / Stefan Baumann: Markenmythos, Verkörperung eines attraktiven Wertesystems IN: [Hrsg] Peter Lang: Europäische Hochschulschriften, Reihe V, Volks- und Betriebswirtschaft, Bd./Vol. 1791, Frankfurt am Main 1995.
  • André Breton: Anthologie des schwarzen Humors („Anthologie de l’humour noir“). Rogner und Bernhard, München 1979.
  • Harald Erbeldinger, Christoph Kochhan: Humor in der Werbung. Chancen und Risiken IN: Michael Jäckel [Hrsg.]: Umworbene Gesellschaft. Analysen zur Entwicklung der Werbekommunikation, o. A.
  • Klaus Feldmann: Tod und Gesellschaft: Sozialwissenschaftliche Thanatologie im Überblick, o.A.
  • Michael Hellenthal: Schwarzer Humor. Theorie und Definition, Essen 1989.
  • C. Hoffstadt, F. Peschke, M. Nagenborg, S. Müller, M.Möller [Hrsg.]: Der Tod in Kultur und Medizin IN: Aspekte der Medizinphilosophie, Bd. 14, Bochum/Freiburg 2014.
  • Klaus Moser: Markt und Werbepsychologie, Hogrefe 2002.
  • Wendelin G. Müller: Interkulturelle Werbung, Heidelberg 1997.
  • Volker Nickel: Schläge mit dem Werbehammer. Über die neu Qualität des Prinzips Provokation, Vortrag gehalten in Düsseldorf 1998.

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„Rim of the World“

Stichworte: Netflix. Alien. SF. Independent. Kids. 2019.

Anmerkung: Kritik wurde während des Schauens verfasst; die neue und bisher ungekannte Art des Reviews, denn es erlaubt direkten Kontakt mit der Materie und verlangt kein ewiges resümieren und reflektieren!

Aliens, huh? Okay then..

Da ist jenes Kind, welches über 20 Screens mit Weltraum-Videos im Zimmer besitzt, NASA Chief spielt und das RL hasst; aber ins Camp muss. Feel ya! Das andere Kind, mit sehr reichen Eltern, ist ein cooler HipHop Dude; muss auch in Camp. Und da ist ein stilles chinesisches Mädel, welches sich in die USA schleicht; und sie will zum Camp. Und dann sind da Aliens; die wollen auch zum Camp!

Die Camp-Leute sind alle sehr weird (Klischees werden überspannt, der Bogen bricht x-Male) und die Kids unverschämt, außer das rothaarige Kind (NASA Chief), welches höflich chinesisch spricht und sich in das bitchige, chinesische Mädel verliebt. Und als er Angst hat, von diesem hohen Turm Seil zu fahren, verpotten ihn die anderen, außer das Mädchen, dann schauen sie sich gemeinsam Sternschnuppen an.

Man merkt, dass es eine Independent Produktion sein muss, da die Witze durchaus eine gewisse Intelligenz aufweisen. So ist Toy Story beispielsweise eine Allegorie zur Ruling und Working Class, wobei die Spielsachen die Working Class repräsentieren.

Das asiatische Kind folgte einer Werbung, deswegen ist sie wie eine Pfadfindern angezogen und freut sich, als endlich sie den Ort und Ausblick auf der Karte erreicht hat und das ganze Land überblicken kann. Die anderen Kids sind auch im Wald, und das reiche, coole HipHop Kind will dem kluge Kind seine Ängste nehmen, und ‚lil Dicaprio (ein kleiner Bub der aussieht wie 90er Jahre Leonardo DiCaprio) kommt zur Hilfe; und dieser Bub ist nicht vom Camp.

Und just in dem Moment, tritt das Alienschiff in die Atmosphäre ein. Wait, der Film ist von 2019 und das Kind hat ein Telefon mit Tasten? Shut the fuck up an take my Money! Okay, erneut, manche Witze sind wirklich großartig (Schauts euch an). Als die Kids zurück kehren; die Atmosphäre hat mittlerweile einen Gelbstich, und sämtliche elektronischen Geräte sind ausser Betrieb, ist niemand mehr im Camp – stattdessen gibt eine Weltraumschlachten auf der Erde mit Laser und so.

Just in diesem Moment landet eine Astronautin auf der Erde und gibt dem Kind vor ihrem Ableben noch einen Schlüssel, den müssen sie nach Ort X bringen, denn darauf sind alle Informationen zu.. nur weil ich hier mitschreibe, bedeutet das nicht, dass ich euch alles erzähle, ha!

A little while later

Roadtrip! Aber das kluge Kind muss erst noch Fahrrad fahren lernen und die anderen helfen ihm, so nett! Die Musik ist so eine Mischung aus fröhlich und Horror-Film; ich habe immer das Gefühl, dass ich aus Versehen noch was anderes laufen habe. Es hört sich wirklich so an, als überlagern sich zwei Tonspuren zwei komplett unterschiedlicher Tracks.

Ouh, die Aliens können sich selbst heilen und trauern (don’t put human behavior on an alien race, just don’t): denn die Kids haben seinen Hund umgebracht! Niemand bringt Hunde so einfach um! Niemand! John Wick Alien will come for you! Und Europa sowie Asien sind zerstört; warum nimmt er den Zettel nicht mit?

Soldaten finden sie, das kluge Kind gibt ihnen den Schlüssel, die Welt ist gerettet!

Naja, nicht so ganz; also geht die Reise weiter.

Kurz vor dem Ende

(Spoiler)

Als sie dann kurz vor dem Ziel sind, sehen sie, dass das Gebäude (natürlich, what else) zerstört ist. Und auch der gesuchte Doktor weilt nicht mehr unter den Lebenden. Tjo, Bye bye Earth.

Aber so leicht lassen sich die Kids nicht abschütteln – mit 13 sind sie durchaus alt genug, und niemand muss ihnen sagen, was sie tun oder lassen können; we’re not kids anymore! You go, boy! Sie sollen den stärksten schicken! Die kleine Asiatin machts, aber sie ist nur ein kleines Mädel? Exactly! Fight like a Girl!

Das Secret-Dings Da ist die beste Waffe, die die Staaten haben, gedacht für russische Raketen (Haha!) und somit soll das Mutterschiff abgeschossen werden. Simple as that. Es ist auch nett, wie sie alle ihre Schwächen überwinden müssen, um ans Ziel zu gelangen; und alle haben sie so traumatische Hintergrundgeschichten, die sie immer wieder einholen.

Jedenfalls: Der Film ist durchaus sehenswert und unterhaltsam. Schaut ihn euch an.

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Eltern und deren Kinder im Jahre 2019

Auf Elterntwitter gibt es immer wieder die Diskussion bezüglich begrenzter Tablet-Zeit und welche Serien Kinder anschauen dürfen und dass die Inhalte hinter her mit den Kindern diskutiert werden. Und dann hört man diese schauerlichen Geschichten, dass 2. und 3. Klässler nicht Harry Potter sehen dürfen, weil es zu brutal ist.

Und ich denke mir regelmäßig: wtf.

Gefolgt von: Wie zum Teufel kommt Elterntwitter in meine Timeline?

Dann gibt es Haufenweise Kritik, die Kinder nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen, weil es viel zu gefährlich ist. Es besteht ja sowieso Helmpflicht. Ich musste sogar alleine zum Kindergarten gehen! Meine Güte, wenn das so weiter geht, haben wir 2040 lauter fragile Psychopathen. Studiert Psychologie! Ich wittere gutes Geschäft! 70% der Einnahmen gehen an mich.

Seriously, what the actual fuck?

1. Wärs mir als Kind viel zu peinlich gewesen alles Geschaute mit meiner Mutter zu besprechen. Ja, ich war traumatisiert vom roten Stier und wollte einen gelben Stier. Ich bekam dann einen gelben Plüsch-Elefanten; der hatte die gleiche Wirkung: keine Albträume mehr. Man muss nicht alles Xmal besprechen und analysieren. Lasst eure Kinder in Ruhe!

2. Was hätte ich bitte bei der Sterbeszene von Artax viel besprechen sollen? Dass Die unendliche Geschichte ein Kinderfilm sein soll, finde ich immer noch sehr verstörend. Ich meine da stirbt ein Pferd in den Sümpfen der Traurigkeit! Da hilft Besprechen auch nix mehr. Da stirbt ein fucking Pferd! Ich meine, wtf? Ja, der Tod gehört zum Leben dazu, bla bla bla – aber nicht, wenn man 6 ist! Und nicht, wenn es ein Pferd ist!

3. Wenn sich Terence Hill und Bud Spencer verdroschen haben, fand ich das ziemlich cool (Zitat 4-jähriges Me: „Yeah! Schlägerei!“). Genau so, wenn die Bösen vom A-Team taumelig geprügelt wurden.

Zeigt man das heute Kindern noch oder ist das zu brutal?

Natürlich wusste ich, dass man in der Realität sich nicht prügelt. Trotzdem hab ich grapschenden Buben eine runter gehauen. Ich meine, dafuck Dude?

3a. Zugegeben, einmal hab ich bei Nachbarskindern das Zusammenhauen der Köpfe ausprobiert. Sie waren nicht sehr erfreut. Ich fands lustig und musste dann Betroffenheit vortäuschen. Es war mir wirklich egal; ich glaube sogar, ich belächelte deren Wehleidigkeit.

4. Irgendwann liefen zur Mittagszeit auch Serien mit Schießereien und Drogen und so aber das kapiert man mit 6 ja nicht. Oder Akte X. Oder Gremlins. Das dort der Reihe nach Leute sterben, ist mir erst viel später aufgefallen. Als Kind sind die halt plötzlich weg. Who cares?

5. Ich frage mich also, was das für (ausgewählte(!), denn das wird oft dazu gesagt; ich fürchte, die Elternbubble ist eine der Schlimmsten) Inhalte sind, die Kinder heute (unter strengster Beobachtung) konsumieren (dürfen) und bei welchen die Eltern dann das Bedürfnis verspüren, mit dem Kind drüber reden zu müssen. Was sind das für Serien? Und viel wichtiger: Was sind das für Eltern?

6. Ich würde mir ja eher Sorgen machen, dass das Kind in der Schule mit Porn in Kontakt kommt, weil Kevin, der Mann von Chantalle, es nicht als notwendig erachtet einen Filter zu setzen und Cristofer-West-Berlin-Snow Deep Throat und Anal Bleaching herum zeigt – was, wie man weiß, Kinder und junge Teens durchaus negativ beeinflusst, creepy Vorstellungen und Erwartungen erzeugt. Nochmal, mit Porn meine ich jenen, der 98% im Internet kursiert, welche Sexualität lediglich als sexistisches Verhalten propagieren und darstellen und die Frau zum gierigen, allzeitig zur Verfügung stehenden Fickstück werden lassen. Da is nix mit, die Frau darf auch mal. Aber gut, diesbezüglich fände ich hier das Gespräch durchaus angebracht. Aber erneut: Welches Kind/welcher Teen redet mit seinen Eltern über seine Sexualität?

7. Sowas finde ich eher bzw. höchst bedenklich, und nicht ob K1 (Kind Eins) jetzt 5 Stunden vor dem Tablet verbringt oder K3 (Kind Drei) eine, von Elterntwitter „mit zweifelhaften Inhalten“ bewertete Serie schaut. Wie Harry Potter zum Beispiel. Was sind das für Leute, die Harry Potter als zweifelhaft einstufen? Stuft Die unendliche Geschichte als zweifelhaft ein! Oder Das letzte Einhorn, aber Harry Potter? What the fuck is wrong with you people!?

8. Und im übrigen belasteten mich als Kind die dünnen, hungernden Kinder in Afrika eher, als irgendwelche Geschehnisse in Filmen. Ausser wenn Tiere dabei waren. Aber das belastet mich auch heute noch und ich schaue mir solche Inhalte, wo Tiere sterben könnten oder gequält werden, nicht an, sei es fiktional und schon gar nicht real.

Anyway, darüber redete ich von mir aus mit meiner Mutter, und ich erinnere mich noch gut an das Gespräch.

9. Ich war ca. 6 und zweifelte die Existenz Gottes an, denn der „liebe Gott“ würde sowas nicht zulassen. Warum sollte er? Er war ja lieb. Ergo konnte es keinen Gott geben. Macht Sinn, oder?

10. Was lernen wir daraus? Die unendliche Geschichte ist kein Kinderfilm, Gott gibt es nicht und die Elternbubble ist die schlimmste von allen. Aber der Kater schläft.

Ich frage mich was schlimmer ist: Heute ein Elternteil sein zu müssen und dieser ganzen toxischen „Wir wissen es besser“-Bubble ausgesetzt sein, oder das Kind dieser Eltern, welches vermutlich kaum mehr irgendwelche Freiheiten hat.

Apropos Kater: Ich bin übrigens die letzte, die sich über Helikopter-Eltern beschweren darf, denn sobald mein Kater auch nur ein Kratzerchen am Öhrchen hat, würde ich am liebsten zum Tierarzt rennen und ihn ganz fest halten! Ja, ich bin eine Helikopter-Katzenmutter. So what? Es ist mein Kater! Mein Bebi!

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Über Reitbeteiligungen

Der Traum vom eigenen Pferd lässt sich aufgrund mannigfaltiger Gründe nicht verwirklichen? Eine Reitbeteiligung kann der Sehnsucht nach einem Pferd, dem reiten und samtigen Nüstern Abhilfe verschaffen.

Es folgt ein Eintrag aus Sicht einer Reitbeteiligung. Vielleicht wird dies nicht der einzige bleiben. Wir werden sehen.

Die Vorteile

Als Reitbeteiligung (kurz RB) hat man viele Vorteile: Man zahlt einen gewissen, fixen Betrag und kann, je nach Belieben, zu fix vereinbarten Zeiten ein Pferd reiten, streicheln, spazieren gehen, dazu lernen, Reitstunden nehmen und sich weiter bilden. Kurz: Zeit mit einem Pferd verbringen, ohne für die gesamten Kosten aufkommen zu müssen; und ohne viel Verantwortung.

Im Normalfall sind das 2-3 Tage wöchentlich für ca. (je nach Ausbildungsgrad des Pferdes und Kosten des Stalles) 60-160€. Manchmal wird auch nur Mithilfe im Stall gefordert. Dann kommt ca. eine halbe Stunde misten und bei der Fütterung helfen dazu. Manche verlangen auch nur den Schmied, was alle 6-8 Wochen oder auch weniger 80€ aus machen kann. Oder was auch immer gebraucht wird. Es gibt aber auch Angebote für 2x die Woche und 200€, was meistens auf Turnierpferden mit fixen Zeiten und Aufgaben angeboten wird, wo aber auch die Möglichkeit besteht, an Turnieren teilzunehmen.

Abzuwägen ist, ob eine RB nicht nur zur Mitfinanzierung des Stalles gebraucht wird (was auch öfters der Fall ist wenn bspw. für 2x die Woche und 160€ auf einem mäßig ausgebildeten Pferd inkl. 2. RB gesucht wird) oder tatsächlich deswegen, weil der Besitzer nicht ausreichend Zeit hat, aber sein Pferd bewegt haben möchte.

Jedenfalls; man kann ein Pferd relativ kostengünstig reiten, ohne die volle Verantwortung zu tragen oder sich weitere Gedanken machen zu müssen, wie Tierarzt, Schmied, Entwurmen, richtige Fütterung, Gesundheit, Sattel, Zaumzeug, und so weiter. In der Regel kümmert sich der Besitzer darum. Und wenn nicht, dann muss es einem egal sein.

Die Nachteile

Aber es gibt auch Nachteile: Nachteile, eigentlich unter „, aber – es sind (oder können), für die RB, gefühlt, Nachteile sein: Das Pferd gehört einem nicht; und der Besitzer kann tun und lassen was er möchte, und wie er möchte. Ob man damit einverstanden ist oder nicht, man muss sich damit abfinden. Man hat sich an die Regeln des Besitzers zu halten, auch wenn dieser sie alle drei Monate ändert.

Steht das Pferd nur in der Box und wird nur zum reiten raus geholt, hat das die RB nicht zu kümmern. Kommt der TA nicht regelmäßig oder der Schmied nur alle 6 Monate (üblich sind alle 6 Wochen bis 3 Monate), dann hat die RB auch das zu akzeptieren. Wird das Pferd mit unpassender Ausrüstung geritten? Finde dich damit ab, geh, oder kauf eigene Sachen. Und wenn der Besitzer verbietet, dass kein Mesh (eine Futtermischung, die mittlerweile in vielen Ställen nach dem reiten üblich ist, mit beispielsweise rote Beete, Leinsamen und was auch immer für das jeweilige Pferd gut ist) gegeben wird, dann ist das so. Als RB hat man nichts zu melden. Man zahlt ja auch nur einen Minibetrag in einem gesamten Kostengefüge.

Oft auch, und verständlicherweise, wird auch gefordert, dass man so reitet, wie der Besitzer es für richtig hält. Das ist per se kein „Nachteil“, kann sich aber nachteilig anfühlen, wenn man mit der Reitweise nicht vertraut ist, oder die Art und Weise, den Ansatz, die Schule oder was auch immer, nicht vertretbar findet:

Jemand der mit positiver Verstärkung arbeitet, wird keinen Gefallen an Parelli finden. Westernreiter können selten was mit der englischen Reitweise anfangen und umgekehrt, und ich, als „Bareback-Reiter“ (ohne Sattel-Reiter, bestenfalls auch Gebisslos), kann einer eingeschnürten Reitweise nichts abgewinnen. Sicherlich, für manche Pferde braucht man das eine oder andere Tool, schon alleine der eigenen Sicherheit wegen (ich reite auch nicht jedes x beliebige Pferd ohne Sattel) oder bezüglich gesunder Gymnastizierung; aber dazu ein ander Mal.

Und jene, die mit Pferden zu tun haben, Besitzer und Kundige, Interessierte und Vergraulte, kennen diese ganz, ganz unterschiedlichen und teilweise kuriosen Ansichten, die sich bei jedem nach einer Zeit einschleichen, über die in Stallgassen gelästert, und als merkwürdig empfunden werden (oder falsch); und einen gemeinsamen Nenner zu finden, gestaltet sich tatsächlich oft schwierig. Und in der Reiterei gibt es so viele verschiedene Meinungen! Jeder Reiter kennt das.

Vorsicht!

Als Reitbeteiligung genießt man in vielen Ställen kein gutes Ansehen.

Die RB ist zu arm für ein eigenes Pferd und kann auch nicht viel; denn wenn sie was könnte, dann würde man ja sie bezahlen, nicht? Oder sie hätte Gratis ein Pferd zur Verfügung. RBs erfahren oft auch nur das notwendigste, oder gar nichts. Ist ja nicht ihr Pferd. Warum sollte man denen was sagen, die zahlen, damit sie reiten dürfen, is doch eh schon toll, nicht? Wozu müssen sie in alles andere eingebunden werden; hat sie nicht zu interessieren. Sie sind da, um zu reiten, aber bitte nicht mehr und bitte so, wie der Besitzer das will, und nicht anders, und wenn der Besitzer das Pferd kurzfristig braucht, ja, Pech gehabt.

Das ist natürlich der Worst Case. Es kann aber durchaus möglich sein, dass man als RB lediglich Mittel zum Zweck ist, ein gewisses, sicheres Einkommen darzustellen und 6x oder auch nur 1x die Woche ein Pferd bewegt.

Zusammenfassend

Eine gute Reitbeteiligung ist schwierig zu finden: Angenehm sind, gewisse Regeln die von Anfang an bestehen; es gibt fixe Tage, und die Möglichkeit Unterricht zu nehmen, auch andere Reitweisen kennen zu lernen; man genießt das Vertrauen der Besitzer und arbeitet zusammen. Heute das, morgen das, und wenn es ginge, am Freitag dies und jenes bitte, wenn nicht auch nicht so schlimm. Man kann sich auch absprechen und pflegt einen guten und kollegialen Umgang miteinander und wertet niemanden von vornherein ab.

Wie überall dort, wo gewisse Vereinbarungen getroffen werden, ist es wichtig, dass Besitzer und Reitbeteiligung sich auf gleicher Augenhöhe befinden und vielleicht auch, dass die Ansichten nicht komplett auseinander gehen.

Eine Reitbeteiligung wird, im Idealfall, gesucht, weil der Besitzer nicht so oft Zeit hat sein Pferd 5x die Woche zu bewegen und sich deswegen mit jemanden zusammen tut, der seinen Vorstellungen entspricht, oder eben jemanden, der sich um das Tier kümmert, wenns Freizeit-mäßig geritten wird. Viele Besitzer sind durchaus liberal und lassen gewisse Freiheiten. Du magst meinem Pferd ein blaues Halfter kaufen, ja bitte, wenns dich freut, dann mach. Und ja, RBs kaufen Sachen für das Tier, das ihnen nicht gehört. Das ist normal.

Ich bin mir sicher es gibt ausreichend Beschwerde-Beiträge von Besitzern über unzuverlässige, schlampige und schreckliche RBs, und die gibt es sicherlich, aber ich gehe jetzt, als RB, davon aus, dass sich die meisten anständig verhalten und auch zuverlässig sind.

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Eine freundliche, aber bestimmte Bitte an männliche Autoren

Wenn ein weiblicher Charakter in eurer Geschichte nur dazu dient hübsch zu sein, dem Helden die Hand zu halten und sonst nix kann und/oder Leute nur in Gefahr bringt durch Klischeefrau-Handlungen, verzichtet drauf. Lasst sie weg. Es nervt nur. Wirklich.

Ich wünsche mir durchaus und immer wieder den Tod gewisser Charaktere in Büchern, entweder weil sie mich nur mehr nerven und ich die Seiten am liebsten rausreißen würde, die Handlung ungut bremsen, oder einfach, weil sie es verdient hätten. Aber wenn ein Charakter den Tod verdient, besser, man ihre Erlösung wünscht, weil der Autor sie als Klischeefrau wirklich schlecht, und zwar so richtig schlecht, geschrieben hat, dann ist das schon sehr bitter.

Und ja, ich traue es männlichen Autoren durchaus zu, einen weiblichen Charakter so zu schreiben, dass sie auch für Leserinnen Sinn gibt, man gerne ihre Geschichte liest und mit empfindet – und nicht nur ein Augenrollen hervor ruft. Ich möchte auf Neil Gaiman, Terry Pratchett und das Autorengespann James S. Corey hinweisen, die allesamt Männer sind, und es allesamt schaffen, gute weibliche Charaktere zu schreiben, ohne dass ihnen ihr Schwanz dazwischen funkt.

Und verzichtet auf ausläufige Beschreibungen ihres Aussehens; niemanden interessiert es wie wohl geformt der Leib ist, oder wie die Laken sich geschmeidig um die Kurven schmiegen. Niemanden. Lasst weibliche Charaktere durch kluge Handlungen und Äußerungen hervor treten. Ohne, dass sie einem Mann dabei dienen, oder dass diese Handlung nur durch einen Mann ermöglicht wird, weil er so gnädig ist und ihr die Chance dazu gibt. God dammit!

Und verzichtet darauf, die so heroische Handlung in einer Erwähnung abzuspeisen, schreibt sie! Bringt sie in die Geschichte ein! Das kann nicht so schwer sein, und wenn doch, dann mach ichs euch einfach; da ich nämlich, behaupte ich, die Lösung zu jedem Problem parat habe:

Schreibt einen richtig coolen Charakter – und gebt diesem erst gegen Ende ein Geschlecht, via Würfel. Zufallsgenerator. Einer Dartscheibe. Was auch immer. Und nein, ihr fügt hinter her nicht noch die passenden Attribute hinzu. Das ist unnötig. Lasst das. Ich hasse sowas. Wirklich.

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Woche #2907 (Italy-Edition)

Ich war also im Urlaub. Zwei Wochen Italien.

Just einen Tag vor der Abreise, kriecht der Mauz mit müden Augen herüber: Unterm Arm hatte er sich einen fetten Riss zugezogen (vermutlich blieb er beim hochklettern hängen), welcher mit mindestens 8 Klammern geklammert werden musste. Brav war er, aber bei der Spritze hängt es ihm immer noch aus: fauchen, knurren, beißen, kratzen und schlussendlich sich befreien und unterm Tisch verkriechen. Danach ist er immer wieder ein kleines Häuflein Elend, den die Welt hasst und ihm niemand mehr Gutes will. Niemand.

Die Abreise musste verschoben werden, und er im Haus verweilen – was ihm natürlich gar nicht gefallen hat. Als dann der Urlaub angetreten wurde und die Nachbarn sowie Freunde versicherten, sie schauen regelmäßig auf ihn, durfte er auch bald wieder raus. Als Helikopter-Mutter machte ich mir natürlich immense Sorgen: was, wenn er abhaut. Was, wenn er sich ein neues Zuhause sucht. Was, wenn er sich wieder weh tut. Was, wenn er die anderen lieber mag. Was, wenn sonst was passiert?! Aber, ich kann die Leserschaft beruhigen: Alles verlief gut, und alles ist wie, als wäre er nie allein gewesen.

*

Italien ist, wie Italien ist: Fein. Und perfekt. Es gab gute Pasta und gute Pizza. Feines, warmes und welliges Meer und feiner, warmer Sand. Mit Ausnahme von ma hier hin, mal dahin fahren, bestand der Tag aus folgenden Aktivitäten:

  • Um 7 Schirm und Liege und Tuch zum Strand bringen, weil um 8 ist die erste Reihe voll. Und man möchte ja freie Sicht haben (und es waren nicht mal nur Deutsche! Auch Italiener sind so! Und nicht nur Pensionisten! Auch jüngere! Wie ich!).
  • Um 8 Kaffee trinken und den Rest holen.
  • Liegen bis 12 oder 2. Mit den Wellen spielen, schnorcheln, schwimmen, lesen, Fotos machen.
  • Dann essen.
  • Danach erneut zum Strand bis sicherlich 6 oder 7: lesen, schwimmen, Sonne liegen und Hitze saugen, den Leuten zuschauen, von Strandverkäufern belagert werden und Bikinis kaufen, die zu klein sind, bestenfalls gleich drei Stück davon, weil wenn sie gepasst hätten, braucht mans ja in unterschiedlicher Farbe!
  • Duschen und auf halb 9 zum Sonnenuntergang gehen.
  • Nach Sonnenuntergang sofort ins Zelt huschen, weil Mücken und Stechfliegen mich als Delikatesse klassifiziert haben, und den Mitreisenden, befinde ich mich draußen, kaum wahrnehmen.

*

Über die aktuelle, politische Lage brauchen wir nicht sprechen: Ich blicke eigentlich kaum mehr durch, wie wo was wann wieso und what the actual fuck? Es scheint, als befänden wir uns ein einem grindigen, schlecht produzierten, mit noch schlechteren Schauspielern, gestarteten Versuch eines österreichischen House of Cards Ableger, der weder funktioniert, noch erheiternd, spannend oder gar interessant ist. Er ist vor allem eines: What… never mind.

*

Ich glaube Twitter wirkte sich etwas Negativ auf meine Bloggerei aus: Es ist soviel einfacher, was kurzes zu schreiben, was zu retweeten, als einen richtigen und langen Beitrag zu verfassen. Gelobe ich Besserung? Immer. Werde ich mich diesmal daran halten? Oh, schau! Das Wetter!

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9 Jahre!

WordPress teilte mir eben mit, dass dieser Blog seit 9 Jahren existiert. Nice. Eigentlich sollte WordPress einem was schenken dafür: Mehr Space zum Beispiel. Oder Geld. Viel Geld. Oder Amazon-Gutscheine, 4stellig. Wenn man über 9 Jahre einer Plattform treu bleibt, bedeutet das doch etwas, nicht?

I know, I know, es schaut wieder dürftig aus. Aber! Neuer Content (an welchem ich auch motiviert bin, weiter daran zu arbeiten) wird eben hergestellt. In dieser Sekunde. Und ich meine damit nicht diesen Beitrag hier. Nein, richtiger Content! Also eine Serien-Besprechung und ein Film ist auch dabei! Vielleicht sogar zwei! Oder drei! Soon!

Zum Trost gibt es derweil Dinosaurier:

 

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„Reign“, Season 2

Es wird zur Vorsicht geboten, denn so trashig und schrecklich und schlimm und peinlich die Serie teilweise ist, genau so schnell findet man sich Abends vor dem Monitor wieder, um die Serie zu bingen. Und wenn man nicht aufpasst, beginnt man sich in die Serie zu verlieben! Oh, too late.

Heavy Spoiler Alert!

Weiter gehts

Der Blonde, Francis, hat also seinen Vater, den Mad King getötet, und ist jetzt König. Die Pest ist nah und er reitet zur Frau, die seinen Bastard gebärt (Marys Freundin Lola btw.); und Nostradamus verliert in der zweiten Season massivst an Attraktivität ohne seinen Bart – aber das macht nichts, er verschwindet bald aus der Serie, wäre er auch fast gevierteilt worden. Oh, und Mary tendiert Richtung Cersei. Und Catherine di Medici wird immer besser – richtig gut sogar: Don’t beg! Queens don’t beg! It makes you look weak! So sehr sie um das Leben ihres Sohnes fürchtet, steht sie Mary, wenns hart auf hart kommt, mütterlich wie freundschaftlich zur Seite. Im Gegensatz zu ihrer eigenen Mutter, die nur an den Thronfolger denkt. Aber Mary lässt sich das nicht länger gefallen:

„I am more than a marker to hold an alliance, or a breeder for the next generation or the next. I am my own person. A woman grown, and tonight I realize that I am utterly and completely alone. But when I look at you, I feel I am better for it.“ – Mary, Queen of Scots

Catherine di Medici ist teils villain, teils anti hero; und hat ihre richtig guten Momente, die die Serie richtig gut machen, und nicht nur ihres Trash- oder Eyecandy-Faktors wegen. Nein, sie ist neben Mary der Hauptgrund, die Serie zu schauen. Außerdem spielt Megan Follows sie hervorragend.

Intrigen, Krieg und Religion

Die Pest hält Einzug am Hof und es ist alles abgeriegelt. Ganz viele Cast Members werden gehen müssen. Der Demon-Mensch mit den spitzen Zähnen hat die Pest übrigens auch voraus gesehen, und, in dem er kleine Kinder isst und Menschen opfert, versucht zu vermeiden. Alsbald er tot ist, fallen die Sterne vom Himmel und verkünden das Unheil.

Noch über 22 Folgen! Und sobald die Pest überstanden war, prügeln sich Protestanten mit Katholiken und Francis unterschreibt auf Druck von Lord Narcisse (der laut einem geheimen Journal richtig gut im Bett sein soll) ein Edikt, welches besagt, dass Katholiken jetzt Protestanten abschlachten dürfen. Mary ist davon gar nicht begeistert. Die Queen-Mum rät ihr, ihre romantischen Vorstellungen endgültig zu begraben, dass sei nicht das, was Ehe ist. Es gehe auch schließlich um das Wohl der Länder!

Seit der hübsche Bastard nicht mehr love interest ist, hat er kaum mehr ordentliche Screentime. Und es gibt Geister! Die suchen übrigens auch Catherine heim, zeigen ihr ihre toten Kinder, die ermordet wurden. Von ihrer eigenen Tochter. Nein, die Nanny hat das Fenster offen gelassen, als der König sie in sein Bett lockte. Moment, die lassen sich aber nur von Händchen öffnen. Wait a Second, wars doch die eifersüchtige Mätresse? Und wait, ist das Catherine mit einem Hau-drauf-Gegenstand? Egal. Drama, Baby!

Soap Opera continues

In gefühlt fast jeder Folge verspricht sich das Hauptliebespaar, sich nie mehr zu belügen und immer ehrlich zu sein und keine Geheimnisse mehr voreinander zu haben. Und was ist? In der nächsten Folge wird wieder belogen und betrogen was das Zeug hält.

Die Beziehung zwischen Mary und Francis ist knapp an der Grenze zum Schmerzhaften. Immerhin haben sie auf die verkitschte Romantisierung von arrangierten Ehen diesen Brocken fallen lassen. Immerhin etwas. Denn sie alle wissen, in Vernunft, und das wird oft und kühl betont, dass Ehen unter Edelleut nur dazu da sind arrangiert zu werden und man eben das beste daraus machen soll und natürlich lieben sich dann all die Paare und alles ist super und clean.

Greer, die eigentlich in den Küchenjungen verliebt ist, heiratet den etwas älteren, reichen (aber gütigen und guten) Lord Peppercorn, ein Händler der mit Gewürzen handelt, weil er ihr Sicherheit bieten kann und ihre Schwestern großzügig ausstattet und ihr Mitsprache in seine Geschäfte gibt. Da er aber Protestant ist, muss er das Land verlassen und nachdem seine Gelder, die er zum Bau einer protestantischen Schule gespendet hatte, hinter seinem Rücken dazu verwendet wurden, ein Attentat auf den König zu verüben, verliert auch Greer alles. Meine Güte, Leute, redet halt miteinander! Greer muss gehen. Und sie wird zur Madame, die ihre Mädels aufmotzt und auf teure Parties bringt. Lord Peppercorn sitzt im Gefängnis und sie fängt wieder was mit Leith, dem Küchenjungen, an, der jetzt Standes-technisch über ihr ist.

Und auch Keena, die ehemalige Mätresse des Königs, die in dessen Wahnsinn mit Bash, dem feschen Bastard, verheiratet wurde; beginnt eine intime Beziehung, auch wenn Bash nur mehr die dreckige Arbeit seines Halbbruders verrichtet, Leute mordet und hier und da mal auftaucht. Allerdings hält die Ehe nicht. Er geht in den Norden (Bastarde werden immer in den Norden geschickt), aber sie soll seinen Namen behalten, bis ein reicher (und guter!) Mann sie ehelichen will, der Bourbonen-König jedenfalls wollte das nicht.

Interessanter ist jedoch Lady Lola, die durch ihre direkte Art jeden Mann um den Verstand bringt: wie Lord Narcisse, der den König blackmailen wollte – und sie erst dann will, wenn sie nicht Betrunken oder auf Drogen ist. Der böse Gegenspieler und aktuell demütiger Untertan, der im Hintergrund lauert, ist ein Frauenversteher, da schau an.

Und dann ist da dieser attraktive dunkle Protestantenprinz Condé, dessen Bruder ein kleines Königreich zur spanischen Grenze besitzt und die es einst, als Francis jung und krank war, auf den Thron abgesehen habe. Nein, ihr glaubt doch nicht was ich glaube oder?

Ich dachte ja, der ist nach ein zwei Folgen wieder weg, aber nein: er verliebt sich in Mary (no na nit) und da auch er Protestant ist und fliehen muss, haut Mary mit ihm durchs Fenster ab und fährt zu seinem Bruder. Kann Mary nicht mit dem durchbrennen? Er steht eh auf verheiratete Frauen. Und natürlich läuft was! Und Mary findet es höchst unfair, dass Francis Mätressen halten kann und sie nicht; ist ihre Ehe gerade nur ein einziges Chaos. Francis gibt ihr, nach a bissl Mimimi (Sie darf kein Kind von ihm haben, denn der Thron wäre in Gefahr! Aber er darf 100 Bastarde zeugen wie es ihm beliebt. Beschissene Regelung btw.), die Freiheiten, die auch er besitzt und wird er ihre Affäre sogar beschützen! Wenn es ihr gut tut – dazu gibt es übrigens eine Vorgeschichte, denn Mary findet zu dieser Zeit, nur beim Prinzen Schutz und Francis gewährt es ihr. Nett von ihm.

Dumm nur, dass dieser ein Angebot von Queen Elizabeth I. bekommt, dieses aber ausschlägt. Dumm nur, dass er es über Wochen in Erwägung gezogen hatte (immerhin ist Mary verheiratet und er wäre immer nur Lover im Geheimen und nie König) und Mary sauer auf ihn ist und ihn nie wieder sehen will. Dumm nur, dass er Elizabeth quasi doch heiratet und dumm nur, dass alles bei einem Feuer vernichtet wurde und dumm auch, dass alles inszeniert wurde und ja, ihr seht das Drama.

Aber immerhin gesteht Francis ihr nach der ersten Hälfte der Season alles – warum er sich so arschig verhält und wirklich ein Pain in the Ass ist beziehungsweise war. Aber jetzt muss er ein König sein, der Angst und Schrecken verbreitet! Irgendwie sind die Blonden in Serien immer etwas mad. King Aerys, Daenerys und Cersei; the Man in Black (Westworld), jetzt dieser Kollege hier. Mir fallen sicher noch weitere ein, während die dunklen gut sind.

Thema: Vergewaltigung

In einer Folge verbrennt Mary ihren Vergewaltiger. Davor hat sie ihm die Kniekehle durch geschnitten. Die anderen zwei Attentäter sind auch tot, gemeinsam mit dem protestantischen Prinz rächt sie sich.

Alles, was um diese Szene und das Ereignis aufgebaut ist, ist kontrovers. Es ist immer die Frage, wie eine Vergewaltigung eingesetzt wird: Ist es der Push, der die Frau „stärker“ macht und ihre Geschichte voran treibt – dann ist es ungerechtfertigt. Dann ist sie lediglich Mittel zum Zweck und soll zurecht kritisiert werden. Nicht durch männliches Zutun soll die Geschichte einer Frau entwickelt werden, sondern durch sie selbst heraus.

Passiert sie, weil sie zig Frauen passiert? Dann ist es okay – denn es passiert. Leider, und darf nicht durch „ignorieren, weils schlimm ist“, tabuisiert werden. Nein, Vergewaltigungen und wie Frauen damit umgehen, dürfen gezeigt werden.

Adelaide Kane spielt die Szenen, die sich über Folgen hinweg ziehen, in der sie kein Mann, nicht mal Francis berühren darf, sehr sensibel. Sie spielt sie stark, und gleichzeitig verletzlich. Sie tut, was von ihr als Königin gefordert wird. Catherine, die sie unmittelbar nach dem Vorfall aufklaubt, sagt zu ihr: Sie muss stark sein. Die anderen entscheiden ob sie als Opfer oder Unberührt aus dem Unglück heraus und in die Geschichte eingeht. Sie muss zeigen, dass sie unberührt ist. Mary schluckt die Tränen runter und stellt sich dem Volk: Gar nichts ist passiert. Dass es ihr nach ihrer Rache nicht besser geht, ist auch klar.

“We’re going to change your clothes, fix your hair. We’re going to erase any mark of their hands on you. We are. We are going to do this for you, and for Francis, and for Scotland and for France. They tried to diminish a king tonight by degrading a queen and they will not succeed. Cause the world will never know what they did to you … These next moments of your life will either define you as a victim or a powerful queen untouched by a failed assassination attempt. They will define who you are perceived to be, your place in history. Do not let them win. Trust me. Trust me and let me help you. Trust that I can get you through this because I swear to you that I can.” – Catherine di Medici

In diesem Falle war Mary davor bereits stark und ihre Geschichte von Umständen und Intrigen der Politik getrieben – aber auch von ihren eigenen Handlungen, und nicht nur, weil Männer sie dahin drängen.

Das Leben ist generell von Männer bestimmt, und Frauen akzeptieren das. Dieser Umstand wird, wie bereits erwähnt sehr nüchtern reflektiert – und trotzdem trifft Mary viele eigene Entscheidungen und neben dem ganzen Trash-Faktor, punktet die Serie dahin gehend. Sie zeigen, den Umständen entsprechend, eine starke Frau. Die Serie nimmt sich Zeit, sehr viel Zeit, dass Mary ihr Erlebnis verarbeiten kann. Sie zeigt, dass es okay ist, nicht okay-zu-sein und sich Zeit zu nehmen – und dabei trotzdem stark sein kann.

Die Kritik, dass Catherines Akt in Richtung Stillschweigen von Sexual Assault Survivors geht, ist berechtigt – und man darf sich auch nicht auf historische Authentizität hinaus reden, darauf hat diese Show keinen Anspruch. Aber die Art wie Mary damit umgeht und die Zeit die man ihr gibt, und dadurch auch auf die Nachwirkungen aufmerksam macht, dass es okay ist, nicht okay zu sein und sich Zeit zu nehmen, behandelt die Serie sehr gut. Es wird nicht nur geredet, dass es okay, sondern auch gezeigt, über die Dauer der Folgen hinweg.

Zusammenfassung

Natürlich sind die erzkatholischen Kirchenmänner des Papstes schwul. Es wird aber auch nichts ausgelassen. Sobald bekannt wird, dass der König nach einer Mätresse sucht, bringen die Edelleut ihre Töchter zur Vorstellung. So sehr mich Francis nervt, muss man ihm diese Entscheidung, ihr ihre Affäre zu belassen und diese zu beschützen anrechnen. Immerhin liebt er Mary, und will nur ihr bestes, aber sicherlich auch, weil er sich schuldig fühlt. Wir erinnern uns auch an die Prophezeiung, ihm geht es mittlerweile doch etwas schlecht gegen Ende der zweiten Season, immerhin verlässt er die Serie in der dritten. Aber nachdem Bash die Erstgeborene, das Schlossgepenst, das Mary öfters ihr Leben gerettet hatte, tötet, geht es ihm wieder besser.

„Today I am King. I will punish those who defy me. Remember your son. Do not test my power, and do not tempt my fury.“ – Mary, Queen of Scots

Mary muss sich kontinuierlich entscheiden: Will sie noch mehr Geliebte verlieren oder ihren Thron beschützen oder ihren Gefühlen zu folgen. Es endet meist damit, dass sie geht. Dann gibt es noch Unruhen in Schottland und sie muss in Frankreich bleiben, weil sonst der König geschwächt wäre und geh bitte, was ist das für eine fragile Herrschaftsform?

Mary muss erkennen, dass ihr Status immer Gift für Liebschaften sein wird, die ihr emotional wichtig sind. Nur ein König kann an ihrer Seite sein, alle anderen reißt sie ungewollt mit in die Tiefe von Hofintrigen und dem Gerangel um Macht. Arme Mary. Was das betrifft ist die Serie gut. Durch die Liebschaften zeigt sich ganz genau, was Mary haben darf, was nicht, wie sie damit umzugehen hat und was ihr bleibt. Adelaide Kane spielt die gebrochene und wieder zusammen geflickte Königin perfekt.

Greer, eine Edeldame, eröffnet ein Brothel und sieht damit alles erfüllt, was sie je wollte: Sicherheit. Und diese findet sie in ihrer finanziellen Unabhängigkeit. Ist das nicht eine nette, feministische Botschaft? Und natürlich einen Mann, den sie liebt (der ehemalige Küchenjunge, der ihre Ehe mit Lord Peppercorn annullieren lassen will) und von dem sie nicht abhängig ist.

Catherine ist eine eifersüchtige Frau. Ich verzeihe ihr viele Morde und Intrigen, aber dass sie das Lieblingspferd ihres Geliebten alias Lord Narcisse schlachten und ihm zum Mahl servieren lassen hatte, ging um einiges zu weit. Aber: Wir haben hier eine Frau Ende 40 und man gesteht ihr ein Sexleben zu. Das ist selten! HBO, geh scheißen! Reign schafft, was viele sich so ernannten Serien mit starken Frauenrollen nur mäßig auf den Schirm bringen mit Leichtigkeit. Catherine hat Sex. Oft. Ja. Ältere Frauen haben Sex. Aber vielleicht, weil sie Macht hat? Nein: In einer Szene, weiß ihr Lover nicht mal wer sie ist. Sie hat Sex mit jüngeren und gleichalterigen Männern und das gehört viel öfter auf den Schirm.

Sonstiges

Leider denke ich mir bei historischen (Sex-)Szenen oft, dass die Leute einfach ewig lang weder geduscht noch gebadet haben (und die meisten keine Zähne mehr hatten).

Ich frage mich auch, ob die Pferdefarben-Wahl in Filmen und Serien was aussagt? Meistens haben die Frauen das weiße Pferd, der Mann die Schwarzen. Der Gute den Schimmel und der Böse prescht mit Black Beauty davon. Diesmal reiten sie beide braune Pferde.

Etwas was ich wirklich nicht packe ist, wenn Leute an den Zügeln rumreißen. Sieht das keiner vom Filmset, dass das Tier sich unwohl fühlt? Gibt es keinen Reitlehrer, der sagt: Dude, halt deine Hände ruhig, gib ihm Zügel! Und vielleicht ein angenehmeres Gebiss? Und wie sich manche Leute in den Sattel schmeißen! Man steigt sachte auf und ruhig und lässt sich nicht, besonders kein 90kg Typ, in dessen Rücken fallen. Denken die Leut nit mit? Ich glaube, wie sich jemand in den Sattel setzt, ob er plumst oder sich galant setzt, sagt viel über dessen Charakter aus. Zumindest aber, über dessen Körperbeherrschung.

Zu guter Letzt: Hat Mary eben einen „Jon Snow“ abgezogen und ihren Geliebten, den Prinzen, der nach dem französischen Thron greifen wollte, für the greater good geopfert! She did it first! Mary did it first!

Season 3, here we come.

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