Wird man einfach müde?

Erst kürzlich dachte ich mir:

In meiner Teenager Zeit, da ging ich aus: auf Punkkonzerte, in Discotheken und tanzte die ganze Nacht – ohne Alkohol natürlich, weil ich ging ja aus zum Tanzen; um elf erst wurde ich abgeholt aber dann gings bis 6 in der früh – wobei, zugegeben, ich damals bereits Donnerstags und Freitags ausging, da Samstag einfach zu viel los und es nur anstrengend war, da kein durchkommen und kein Platz, besonders nicht auf der Tanzfläche. Auch die Podeste, wo man sonst einfach Platz hatte, waren mit drei-vier Leuten gleichzeitig belegt.

Während der Uni zog sich das fort: Uni- und private Festln sowie mit Menschen vollgestopfte Vorlesungen waren zwar teilweise anstrengend, aber noch nicht so schlimm, dass man sich eine Woche danach erholen musste. Man war zwar froh draußen zu sein, aber die Neugierde und die Beobachtungslust waren größer: Oh, wer ist das? Wer ist sie? Es ist alles so spannend und neu! Wobei ich schon immer gut alleine zurecht kam. Beispielsweise die drei Wochen im Sommer, als ich nur spazieren ging, malte, etwas musizierte, Serien schaute und einfach mit niemanden etwas zu tun hatte.. waren durchaus großartig.

Aber: ich ging aus. Ich traf mich mit unterschiedlichen Menschen, schlief nach Parties auf verschiedenen Couches, übernachtete während der #unibrennt-Besetzung auch teilweise im Hörsaal und das alles machte Spass. Die Energie war da.

Aber.. was ist passiert?

Aber, ich weiß nicht wann genau der Umschwung einsetzte – aber irgendwann wurde alles anstrengender. Menschen wurden extrem anstrengend, alleine der Einkauf im Einkaufszentrum war anstrengend, Vorlesungen wurden anstrengender, menschliche Geräusche wurden noch anstrengender als sie eh schon waren (google Misophonie, thank me later), und nach und nach fühlte ich mich durchaus wohler, wenn ich alleine war, oder nur unter wenigen Menschen, es nicht laut war und stattdessen ruhig und friedlich. Jeder Kontakt mit Menschen fing an, Energie abzuzapfen. Jedes Gespräch, jedes Treffen, jede Party, es kostete mehr Energie als wie es einst zurück gab. Zu zweit war es immer am tollsten. Zu zweit konnte ich Wochen mit der gleichen Person verbringen, aber sobald eine Dritte dazu kam, war es zu viel.

Wenn ich in meinen Zwanzigern in der Stadt wohnen wollte, bin ich jetzt froh, wenn ich wieder hinaus aufs Land komme. Und am liebsten wäre mir eine Hütte im Wald, weit weit weg von der Zivilisation. Die Vorstellung, meine Alterstage bei einer unglücklichen Konstellation im Altersheim in einem Mehrbettzimmer verbringen zu müssen, bereitet mir durchaus Angst.

Ist es das Alter?

Wird man einfach alt? Ist das bei allen Menschen so? Oder wird man der Gesellschaft anderer einfach nur müde und beginnt, sich selbst besser zu ertragen, sodass Ablenkung durch Alkohol, Parties und Menschen nicht mehr der Tagesordnung, sondern den Ausnahmen angehören? Oder hat man einfach weniger lustig auf Smalltalk und auch dieses „wenn ich heute Abend nicht ausgehe, verpasse ich was!“ Ja was verpasse ich denn, betrunkene Idioten, die mich als Bitch bezeichnen, wenn ich nicht mit ihnen reden will? Natürlich kann es sein, dass ich beim Karaoke nette Abende mit wenigen Leuten aber umsomehr Bekannten „verpasse“, aber auch diese Bekannten sind mittlerweile alt geworden und nicht mehr jeden Freitag Abend unter den fitten und Fidelen. Und wie hoch ist die Chance, dass alle zur gleichen Zeit und alle anderen, also die Fremden, nicht da sind? Eben.

Wird man einfach müde?

Als ich zwölf war dachte ich mir, dass ich klüger sei als alle anderen, denn die Erwachsenen waren grau und müde und einfallslos und wenn jemand in seinen 30ern noch cool und jung war, dann war der cool und jung und nicht so starr und müde und konservativ und Ideenlos und grau und müde wie es eben die Erwachsenen waren, die keinen Spass verstanden und Jugendliche wie Kinder behandelt haben. Don’t do that.

Wird man einfach müde, nach Jahrzehnten des Lebens, der Arbeit und der Gesellschaft? Wird man da einfach anderer überdrüssig und zwar soweit, dass man sich guten Gewissens sagen kann: Ja, für immer. Woran liegt es, dass man sich der Gesellschaft anderer scheut und gerne für mich alleine, mit einer guten Serie oder einem guten Buch oder einfach nur auf Twitter, oder, mittlerweile wieder im IRC ist?

Sind es die Menschen?

Werden die Menschen an sich einfach mühsamer und anstrengender? Oder ist lediglich der letzte Brocken jugendlicher Illusion und Neugier bezüglich anderer Menschen abgefallen und man weiß einfach, aus Erfahrung – die anderen Menschen sind nicht so spannend, wie wir gerne hätten, dass sie spannend sind. Wenns dumm läuft, darf man Therapeut spielen. Und im schlimmsten Falle platzieren wir unsere eigenen Wünsche, dass was uns selbst an uns fehlt und gewisse Erwartungshaltungen in diese, anstatt exakt jene von uns selbst zu fordern.

Ist es das? Ist es das, dass uns klar geworden ist, dass andere Menschen einfach andere Menschen sind und wir selbst eigentlich nur für uns selbst am spannendsten sein können, weil, wir könnens uns richten wie wir wollen. Möchte ich die tolle abenteuerliche Frau sein die Nachts wandern geht – dann mache ich das einfach, dazu brauche ich keine anderen Menschen.

Ist es das? Dass andere Menschen einfach langweilig geworden sind, weil wir unsere Illusionen derer bezüglich abgelegt haben? Ging es denn je um andere Menschen und nicht darum, dass wir uns durch diese besser fühlten und erst jetzt bemerken, dass es eigentlich recht einfach ist: denn, wenn wir für uns selbst verantwortlich sind und niemand anderer, dann sind wir einfach viel unabhängiger von anderen Menschen; und das führt dann dazu, dass…

eben.

Aber sind dann die Freundschaften, die wir im Alter pflegen nicht toller als die, die wir bisher hatten, da wir eigentlich nichts mehr von dieser Person brauchen, und lediglich um derenwillen, um deren Charakter Willen, mit dieser befreundet sind?

Ist es die Welt? War früher wirklich alles besser?

Als ich jung war, hätte man sich eine Wohnung oder gar ein Haus mit fleißiger Arbeit noch leisten können. Na gut, vielleicht kein Grundstück mit Haus, aber eine Wohnung wäre vielleicht drinnen gewesen. Mittlerweile braucht man 20% Eigenkapital und der Erwerb einer Immobilie funktioniert auch nur dann, wenn man bereits irgendwo Eigentum besitzt und/oder eben reiche Eltern im Rücken hat, die hier und da mitfinanzieren.

Also war früher alles besser und wird man müde, weil die Welt zunehmend anstrengender wird?

Jede Generation wird dir sagen, früher war es „einfacher“, je nach dem wie sie „einfacher“ definieren, und jede Generation wird sagen „Na, in meiner Kindheit war alles besser, wir mussten noch (…), wir haben noch (…)“, okay, ausser die Boomer (ca. 1946-1964) vielleicht, die drei Kilometer barfuß im Winter über den Berg zur Schule gehen mussten und dort verprügelt wurden, wenn sie das Alphabet falsch aufgesagt hatten. Aber die hatten es immerhin noch besser als deren Großeltern, die bereits mit 8 Jahren 12 Stunden arbeiten mussten…

Wir Millennials (ca. 1980-1994) sind wie Gen X (ca. 1965-1979) analog aufgewachsen, mit dem Fernseher als Nanny und den umliegenden Dörfern als Schauplatz kindlicher Abenteuer, machten uns aber in unserer Teenager Zeit bereits mit den digitalen Medien vertraut aka Internet aka IRC & ICQ und Geocities und Napster und…

Und ich würde behaupten, wir hatten die beste Kindheit. Wobei, Gen X hatte vermutlich auch noch eine tolle Kindheit hatte, frei von Sorgen, in der Jugend haben sie den Punk gegründet, die 80s gelebt – wobei es mich wundert, dass diese überhaupt noch gesund sind und leben, weil… deren Eltern während der Schwangerschaft gesoffen, geraucht und in Asbest Wohnungen gehaust haben.

Während Gen X die wahren Revoluzzer waren, fragen wir uns ständig nur: „Warum?“

Wie dieser Beitrag hier: Er frägt nach dem Warum?

Zusammenfassung

Ist es das Alter, dass man leichter ermüdet? Die Mär von „mit zwanzig konnte ich jeden Tag saufen und hatte keinen Kater, mit 45 muss ich mir nach einem Abend eine Woche Urlaub nehmen“ kommt ja nicht von ungefähr. Der Körper lässt ja tatsächlich nach. Der Geist lässt tatsächlich nach. Und die Welt wird immer… interessanter. Stichwort: Klimawandel. Stichwort: Cancel Culture (ich bin da sowieso schon lange nicht mehr auf dem neuesten Stand). Stichwort: Krieg und Atomwaffen. Stichwort: Automation und AI. Stichwort: Wir werden keine Pension mehr bekommen, weil es sich finanziell nicht mehr spielen wird und wenn, wird die Pension nicht mehr ausreichen als für ein paar Brote im Monat, weil alles teurer wird, aber die Löhne und Pensionen nicht ordentlich angeglichen werden und wir gezwungen werden bis 78 zu arbeiten, aber wer bitte stellt denn 78jährige ein, wenn man ab Ende 30 bereits als Unvermittelbar gilt?

idk about you, aber…

Aber versteht mich nicht falsch: ich finde diese Entwicklung nicht schlecht. Es wundert mich nur.

Und ich sehe die Zukunft: Ein Haus im Wald, betrieben mit Solarstrom, zig Viecher drum herum, einen kleinen Garten und mindestens 20 Katzen. Keine Menschen weit und breit, ausser die junge Postbotin, die mir ab und an Schokolade bringt. Oder das diktatorisch geführte Altenheim mit lediglich Sechsbett-Zimmern, einem massiven Pflegemangel, sodass man dir einmal in der Woche die Zähne putzt und dir alle zwei Tage die Windelt wechselt, weil… sonst keiner da ist. Was wird es werden? Utopie oder Dystopie?

Vielleicht lässt sich die Frage sonst irgendwann einmal beantworten, aber heute… eher nicht mehr.

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Jahresrückblick

Im Jahre 2022 haben sich durchaus einige Dinge getan, und dieser Beitrag wird im Dezember 2022 rückveröffentlicht, sodass zumindest ein Beitrag im Jahre 2022 erschienen ist. (Okay, mit dem Gobbolino Beitrag sind es mittlerweile zwei….)

Eine neue Tätigkeit

Ich trat in ein neues Dienstverhältnis und besitze dieses nun schon ein Jahr. Die ersten Arbeitswochen waren so intensiv, dass ich gar nichts mehr davon weiß. Mittlerweile läuft alles selbstständig, nur das „am Anfang des Jahres Urlaub planen“ ist mir immer noch ein Dorn im Auge, denn, wann weiß ich, wann ich Urlaub brauche, und wann sind günstige Flüge und wohin überhaupt und wann ist das Wetter gut, und was, wenn ich jetzt buche auf den 17. Juni aber der Ort von einem Waldbrand heimgesucht werden könnte und man Reisende bereits davor warnt, dann hätte ich wohl umgeplant, aber vielleicht wäre dann alles ausgebucht gewesen, und eventuell wäre ich einfach früher gefahren, und vielleicht wo anders hin, oder gar nirgends hin.

Geplanter Urlaub, das ist etwas womit ich mir durchaus sehr schwer tue. Ich plane selten weiter als zwei Wochen, weil… vielleicht geht die Welt bald unter?

Covid oder nicht Covid?

Im Februar waren zwei Antigen-Teste positiv, aber der PCR negativ. Ich hatte Schnupfen, kaum Husten, und alles begleitet von einem Schwächlichkeitsgefühl, kränklich, wie bei einer Erkältung eben, keine Halzschmerzen oder dergleichen. Kein Geschmacksverlust. War es Covid? Oder sprang der Antigen Test jetzt doch auf etwas anderes an? Wir werden es nie erfahren… allerdings wäre ich drei Mal geimpft… aber gut.

Wenn es nicht der kleine Covid war, dann bin ich entweder immun oder habe andere Infektionen nie bemerkt, oder, laut Memes aus dem Internet besitze ich einfach keine Freunde und kein gesellschaftliches Leben. Letzteres, zum Glück!

Der Klimawandel?

Am 25. März war ich wandern, bei Eis und Schnee, krabbelte auf allen Vieren dem Gipfel (ca. 1600cm) entgegen; am 27. März bereits schwimmen und natürlich, das Schneegestöber folgte im April.

Tunesien im Juni

Strandurlaub, zwei Wochen, Vollpension. Man gönnt sich ja sonst nichts. Täglich wurde der Sonnenaufgang inspiziert und täglich wurde gut gespeist und die Hotelkatzen gefüttert. Einen Ausflug in die Wüste gab es auch. Inklusive zu Star Wars Drehorten, wie nach Los Epsa (TikTok Link) und Lars Homestead aka Lukes Kindheitszuhause.

Interessant war auch, dass nach einem Sturm, immer mehr und mehr Plastik rumschwamm und ich mir das eine oder andere Teil aus dem Bikini zupfen musste; eine Erfahrung die ich so auch noch nie gemacht habe, aber sicherlich noch öfters machen werde.

Vermutlich. Aller Wahrscheinlichkeit nach.

Gelesen habe ich die Legend-Trilogie von Marie Lu und die Cassia & Ky-Trilogie von Ally Condie. Beide kann ich durchaus empfehlen.
Genre: Young Adult Dystopia & Romance.

Buffy im Juli

Ein Buffy-Rewatch im Juli. Und so sehr ich Season Six mag (#spuffy), ihr wisst noch, die Season als Buffy im Himmel war und die Scooby Gang sie wieder in die Welt der Lebenden holten und sie aus Selbsthass was mit Spike anfing; so sehr ich die Season mochte, muss ich Sarah Michelle Gellar beipflichten, wenn sie sagte: Das ist nicht Buffy. Und nein. War es nicht. Buffy aus Season 1-5 hätte nicht so agiert, gehandelt, und wenn trotzdem was mit Spike gelaufen wäre, hätte sie es nicht verheimlicht. Und Buffy hätte sich nicht selbst gehasst deswegen, aber gut.

Neuer PC!

Yes! Ich habe mir dann auch endlich einen neuen PC va. zum Streamen gekauft, und auch schon Geoguessr gestreamt.

What?

yes.

Das ist ein Browsergame…

I know.

Jedenfalls… ich wollte eigentlich Stray spielen, aber dann… funktionierte das nicht, dann hatte ich den PC, die Lichter, die Kamera und all das und dann… fehlte die Motivation ein ordentliches Let’sPlay draus zu machen. Aber die Zeit wird kommen. Vielleicht schaff ichs im Februar 2023 zu Hogwarts Legacy.

Und natürlich spiele ich immer noch Elder Scrolls Online

PVP ist übrigens recht spassig, wenn man mal damit angefangen hat..

Im September..

wurde es dann sehr kalt. Der Oktober sehr warm. Der November kalt, der Dezember… auch kalt.

Ende des Jahres erkrankte ich häufiger, und auch mich erwischte die Grippe mit Fieberträumen und Schmerzen. Vielleicht lag es an der Ernährung, Cola und Schokolade verträgt man als Hauptnahrungsmittel jetzt auch nur bis zu einem gewissen Alter und ab einem gewissen Alter wirds einfach… da funktioniert das einfach nicht mehr, aber zu den Folgen des Alters folgt ein separater Beitrag.

Somit wäre dies auch erledigt. Vielleicht schaff ichs ja wieder öfters zu bloggen – wobei ich jetzt auch Tumblr für mich entdeckt habe. Und TikTok sowieso schon das ganze letzte Jahr, wobei ich mit den letzten Monaten hinterher hinke und Gobbolinos Instagram Account sollte auch geupdatet werden… Selbstauferlegte Social Media Pflichten.

Soviel derweil dazu.

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Gobbolino Galerie, 2022

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Weihnachtsedition, Cap.#01

Wir schreiben den 10. Dezember im Jahre 2021.

Winterlich ist es. Aber die Weihnachtsstimmung bleibt aus. Heute früh, als ich auf die verschneiten, pastell-farbenen Berge und Lichter der Dörfer blickte (alles tüchtige Beinchen, kleine und große Rädlein im eifrigen Getriebe des Kapitalismus), keimte vielleicht ein kleines Stücklein davon – aber auch nur, weil wir im Narrativ eben Schnee, Lichter, und Kälte mit Weihnachten verbinden.

Aber was ist Weihnachten eigentlich? Geschenke! Das Konsumfest des Kapitalismus! Und wir, die fleißigen Rädlein, die selbst, wenn wir ganz verdreckt und langsam und zu Metallklumpen verkommen sind, es nicht vermögen, das große Konstrukt in die Knie zu zwingen und in all eine Einzelteile zu erlegen. Wo kämen wir denn hin, hätten die Menschen Macht über ihr… Leben?

*

Geschenke!

Natürlich möchte ich auch Geschenke, materielle Geschenke. Dinge zum aufstellen, zum anziehen; Dinge, die hübsch aussehen und mir Freude bereiten; nützliche Dinge, die ich auch verwenden kann, sinnlose Dinge, die mir einfach Freude machen weil ich sie besitze!

Und ja, die menschliche Neigung, Dinge „besitzen“ zu wollen, spielt dem Kapitalismus in seine gierigen, dünnen Hände. Warum denn sonst, werden teure Dinge in Reichweite gestellt, sodass der Mensch sie angreifen kann, und unterbewusst, eine Bindung zu diesem Ding entwickelt und die Chance, dass er dieses dann tatsächlich kauft, nimmt mit der Dauer, in welcher das Ding in den Händen liegt, zu. Und ja, wir wollen Dinge besitzen, um sie benutzen zu können.

*

Ein geliehenes Buch wird mit Vorsicht behandelt, weil man ja sonst dafür zahlen müsste. Das Buch, welches uns gehört, da wird hinein gekritzelt, und die Seiten werden umgeknickt und es wird einfach mal im Rucksack spazieren getragen, bis die Ecken und Enden ganz ausgefranst sind; Oh, es hat geregnet, und schau an, die Seiten und der Einband und alles ist wellig – ja, aber, so hat es gelebt! Ein geliehenes Buch hingegen sieht hunderte von Schlafzimmern, belauscht tausende von Menschen, während das ausgelesene Buch, nachdem es eine kurze oder längere Weile an der Seite des Menschen sein durfte, im Regal sein restliches Dasein fristet. Was besser ist? Keine Ahnung, ich weiß nicht, was Bücher wollen. Vielleicht wollte der Baum, aus welchem das Buch hergestellt wurde, auch einfach nur weiter leben, im Wald, und so. Oder vielleicht wollte er Brennholz werden, weil eh scho alles wurscht ist und wenn die Welt nicht brennen kann, dann zumindest er. Und vielleicht springt ein Funke über und zettelt einen ganzen Brand an und der Brand springt auf weitere Häuser über bis die ganze Welt brennt? Was wissen wir schon?! Der Mensch neigt dazu, Dinge aus seinem Blick zu betrachten und von seinen Erfahrungen abzuleiten. Don’t do that!

*

Da ist es also bald, das Weihnachtsfest. Der Lockdown wird gelöst, sodass das gemeine Volk noch schnell in all die Shops eilen und Dinge kaufen kann. Geschenke! Um Freunde zu machen. Verdammtes Papier, es knittert und jetzt ist da ein Blutfleck drauf, und überhaupt, der Klebstreifen, da sind ölige Fingertupfer drauf, so kann man das doch niemanden schenken.

Bereitet Weihnachten wirklich Freude?

Was ist mit all denen, die alleine sind? In der geselligen Werbung trägt übrigens niemand mehr Maske oder hält Abstand. Was sagt uns das? Und wird der kleine Covid jemals verschwinden? Gerade zur Weihnachtszeit sitzt er gern bei uns. Auch er möchte nicht allein sein.

*

Übrigens, wer denkt bei Omicron nicht an ein putziges Pokémon? Aus Covid-ti-cron wird Omi-cron und aus Omi-cron wird MEGAKRON!

*

Und damit entlasse ich euch ins Wochenende!

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Gesundet? Fast!

Und so verbrachte ich die letzte Woche mit einem auf- und ab- und auf- und ableben kränklicher Gesinnung. Nein, es war kein Covid, der PCR-Test war negativ (mein erstes Mal übrigens), Schleimbatzen krochen aus Hals und Rachen empor, um kurz mal Hallo zu sagen, nur um dann wieder in die Dunkelheit zurück zu kehren, aus der sie ursprünglich kamen. Denn sie sind noch nicht groß genug, hinaus in die Welt zu gehen. Ihre Konsistenz noch zu schleimig, nicht fest und kräftig, wie sie eigentlich sein sollten.

Kopfweh folgte und auch die kränkliche Schwäche blieb mein stetiger Begleiter. Das aufhängen der Wäsche setze mir bereits zu und ich kam zum Entschluss, dass es nichts nützte: Ruhe geben.

Kein Stall. Gut, mit den Ponys war ich eine kurze Runde spazieren – und mit Gobbolino. Viel Tee. Viel Knoblauch. Und irgendwann, irgendwann nach 7, 8 Tagen setzte eine Art Gesundung ein. Die Schleimbatzen waren nun ausgewachsen und bereit, das Licht der Welt zu erblicken, und hüpften fröhlich aus meinem Rachen hinaus.

Aber.

Es ist wieder an der Zeit, den Stress hinter sich zu lassen. Das bedeutet – jeder Schritt wird bewusst und langsam getätigt, denn ich neige dazu, zu eilen, zu hasten, und alles binnen Rekordzeit zu erledigen. Kein Wunder, dass eine gemeine Erkältung mich so nieder strecken konnte. Der Körper sagte wohl: Hervorragend! Herein spaziert gnädige Frau, darf ich Ihnen was anbieten? Kekse? Tee? Ja ja, der Winter, grauslig ist es, aber es freut mich dass sie mich besuchen kommen! Jetzt muss die (und ich meine damit die kleine Kreatur da oben, die, nein, ich sags Ihnen, ich versteh nicht warum, aber wer kam auf die Idee dieser Kreatur alle Entscheidungsgewalt zu geben? Nein, wirklich, ungeheuerlich sowas. Wäre ich da am Hebel, gesund speisen würden wir, und sowieso, dieses Gift, Cola nennen sie es, pfui Spinne!) Frieden geben! Ja ja Zeit wirds. Aber sagen Sie, wie lebt es sich so? Ich hörte die blasse Influenza ist ganz traurig, dass sie immer weniger Leute findet, die sie bewirten kann. Ich weiß, ich weiß, und alles nur wegen dem kleinen Rotzbengel Covid, aber mei, gnädige Frau, seiens ihm nicht bös, er ist ja noch so ein junger Virus und weiß nicht wohin mit sich. Wir sind ja schon alte Bekannte.

Und so ist es nun: Alles mit Ruhe. Und Frieden. Ruhe. Und Frieden. Keine Hast. Keine Eile. Und viel Wasser trinken. Und gut speisen.

Und ihr wisst ja gar nicht wie anstrengend das ist, ohne Hast und Eile die Dinge mit Weile und Zeit zu erledigen.

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Mieten und andere Qualen

Da findet man die Wohnung die gefällt und eigentlich ganz gut im Preis-Leistungsverhältnis liegt. Die Katze ist zufrieden, die Größe ist optimal, die Nachbarn freundlich. Der Mietvertrag auf 3 Jahre ausgelegt, danach unbefristet – klingt eigentlich als hätte man den Jackpot geknackt. Bis 1,5 Jahre später eine Email der Vermieterin ins Haus flattert: „Ich muss die Wohnung verkaufen, das Miet-Verhältnis bleibt jedoch bis Juni 2023 aufrecht.“ Kudos an die Vermieterin, dass sie so früh Bescheid sagte. Und ich bin es ja gewohnt, umzuziehen.

Aber. Mieten ist teuer

Für den letzten Umzug inklusive Kaution und Makler-Gebühr verschwanden 5000€ von meinem Konto. Na eh, die Kaution bekommt man ja wieder – aber wie stellt man sich das in Zukunft (als Mieter – und seien wir uns ehrlich, selbst mit einem guten Job bekommt man heute nur schwer einen Kredit für eine kleine Wohnung, und wer will schon ins Burgenland ziehen?) vor? Wenn Geld gespart werden muss, weil alle 3-5 Jahre ein Umzug ins Haus steht? Was bedeutet, dass man sich eigentlich nicht wirklich etwas leisten kann (Auto, großer Urlaub, Gaming-PC, usw.). Auch die Tatsache der ständigen Ungewissheit, wie lange noch? Wird der Vertrag verlängert? Mieten ist beschissen. Ja.

Kaufen keine Option

Für 72m² ohne Balkon und Garten, am Rande des Dörfleins kostet die Wohnung ca. 360 000€ und 385 000€ mit allen Kosten wie Grundbucheintragung und dergleichen – am Tiroler Land. Falls ihr also liquide seid und mir mein Wohnerlebnis weiterhin gönnen wollt: Kauft die Wohnung und vermietet sie an mich! Das andere ist, dass die Wohnung, welche zu einer kleinen Siedlung gehört, einst (vor 20 Jahren) als Sozialwohnungen ausgeschrieben und verkauft wurde. Damals hätte man sich die Wohnung noch leisten können. Natürlich, für die Lage der Wohnung ist der Preis „okay“, und ja, das sind so die gängigen Preise, mit denen man rechnen muss.

Und ja

Es schmerzt zu wissen, dass Gobbolino bald wieder ein neues Zuhause bekommen wird, seinen Wald und seine Felder verlassen muss – natürlich wird eine Wohnung in Wald-/Feldnähe angestrebt, sodass unsere Spaziergänge weiterhin möglich sind; aber trotzdem ist es bitter. Und teuer. Mit dem Gaming-PC wirds also nix.

Und natürlich, ich wusste ja, bzw. ahnte, dass dies nicht für immer ist. So in 6 bis 7 Jahren, dachte ich mir, wird sie vermutlich Eigenbedarf anmelden und dann ist sowieso vorbei, oder die Felder werden verbaut, die Hauptstraße quer durch die Siedlung gelegt und dergleichen. Aber dass bereits nach 1,5 Jahren, gesamt nach 3 Jahren die Ära hier zu Ende gehen soll – das ist dann wirklich bitter.

Tja..

So spielt das Leben. Aber abgesehen von der Enttäuschung, spielt nun stärker die Angst mit ein – was, wenn ich bis ich sterbe alle 5 Jahre umziehen muss? Ich arbeite dann also um mir die Miete leisten zu können und stecke die doppelten Gehälter auf ein Sparkonto für den Fall, dass ein weiterer Umzug ansteht. Und dabei, bitte, sind wir immer noch privilegiert – und hatten Glück, dass der Umstand so früh bekannt gegeben wurde.

Immerhin, ein Jahr ist noch Frieden, bevor mit der Suche begonnen wird. Der vorletzte Winter, vielleicht der letzte, der vorletzte Frühling, aber vermutlich der letzte und der letzte Sommer. So spielt das Leben.

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Lockdown Girl.. we’re living in Lockdown World..

Aha!

Es tut sich was! Finally. Wurde auch langsam Zeit. Lockdown ab Montag. Toll, ich muss heute noch Alltägliches kaufen, ach herrje. Andererseits – ich war damals, damals! 2020, als der erste Lockdown verhängt wurde, nicht live dabei, als die Leute die Läden gestürmt und sich ums Klopapier gestritten haben, weil ja niemand wusste, ahnen hätte können, dass der alltägliche Bedarf offen bleibt und man trotz Lockdown auch einkaufen gehen kann. Hat ja auch nie jemand vermittelt, dass Lebensmittel-Geschäfte offen bleiben und zur Arbeit musste man ja trotzdem noch, auch wenn alles andere untersagt war. Die Welt war eine Stille damals. Toll wars.

„Das zentrale Meldesystem von Covid-Fällen in Österreich steht kurz vor dem Zusammenbruch. Der Grund: Eine „noch nie dagewesenen Anzahl an Testergebnissen“.

Kleine Zeitung

True! Denn ich forderte bei der Twitter Community einen High-End Gaming Rechner, wenn wir heute die 20k knacken. Aber immerhin, wenn das System zusammen bricht, dann sind zumindest die Zahlen wieder auf 0. Leute, ihr müsst das alle etwas positiver sehen! Wie schauen übrigens die Zahlen aus? Sind wir schon bei 20k?

Und, auch wenn ich mich darüber freue, dass die Busse wieder leer sind, ich den Anschluss erwische, weil weniger los sein wird und das Leben wieder gänzlich entschleunigt wird – Ghostbusters, Resident Evil und Spiderman werden sich vermutlich nicht im Kino ausgehen.

Entwurmung

Fast schon beinahe großartig finde ich ja, dass manch einer tatsächlich die für Pferde vorgeschriebene Dosis einnahm – und, es gibt bereits erste Tote. Wenn es nicht so tragisch wäre und jene Trotteln die Krankenplätze belegen würden, könnte ich frohlockt darüber lachen und sich im Kollektiv freuen, dass die FPÖ sich und ihre Wähler quasi selbst eliminiert.

Und jetzt, wohin wird das führen? Wird es nächstes Jahr besser?

:D

Nein.

Und wohin das ganze führen wird? kA. Ins Verderben vermutlich. Aber was weiß ich schon. Aber was ich euch sagen kann ist, Kurz kommt wieder – und eigentlich, wenn wir ehrlich sind, war er nie weg – und wenn er wieder kommt, dann werden sie dem Bastl zujubeln, weil, als er weg war, brach die Krise aus (das Konzept von „Folgewirkung“ ist den meisten Leuten fremd), und dann, wenn wir am Tiefpunkt sind, kommt der strahlende Bastl und segnet uns alle, er kehrt zurück, der Heiland, um uns alle zu retten. Und das gemeine Volk wird ihn freudig und mit offenen Armen empfangen!

Ihr glaubt doch alle nicht im ernst, dass die Leute „sich daran erinnern, was er verbockt hat“ und die Ermittlungen? Welche Ermittlungen denn? Achso! Achja, die… ah geh, jeder macht mal Fehler. Bastl, kum, geh ma essen!

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Wirds jetzt was?

Und Sie lesen – das Wort zum Montag.

Die Uhr schreibt 9:17, es ist ein kalter, winterlich Montag am 15.11. im Jahre 2021. Ab 0:00 Uhr gelten Lockdowns für Ungeimpfte in ganz Österreich. Experten meinen, das bringe nichts. Eh.

Ob die Regierung denn nicht wüsse, dass die Maßnahmen nicht ausreichend sein werden, frägt einer auf Twitter. Ach, darum geht es doch gar nicht. Es geht darum so tun als ob man was täte, um sich hinter her nicht sagen lassen zu müssen: „Aber ihr habt nichts getan!“ – „Woll! Aber die Leut machen nit mit, nit unsere Schuld!“ Weil kontrollieren will eigentlich keiner, ausser Military-Boi Nehammer, da werde die Polizei durchgreifen. Is okay, mach ma glei Polizei-Staat draus, passt scho. Kickl schreit aus der Menge, aber keiner nimmt ihn ernst. Tja, und Schallenberg ist halt doch nur Kurz, der ein, oh mein Gott, man wird es nicht glauben, ein Comeback plant, aber immerhin will Tirol ihn schon mal nicht empfangen, weil, keine Zeit und dann zieht er noch die Uni Wien ran, weil ihm alle Unrecht tun, armer Bub, aber die Uni Wien distanziert sich – und ich frage euch: What? The? Hell…

Also, zusammenfassend und to be honest – ich wünsche mir einen Lockdown, hardcore – denn ich will Twitter und Social Media brennen sehen.

Burn baby burn.

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Aber das wars jetzt oder? Spoiler: Nein!

I know, ich kanns nicht lassen.

Nun gut

Ein jeder scheint mittlerweile erkannt zu haben, dass Krisenmanagement nicht zu den Stärken einer menschlichen Spezies zählt, oder kritisches Denken oder gar den Willen zum Utilitarismus – und somit sieht es auch denkbar schlecht für den Klimawandel aus. Deswegen, kauft euch schon mal reichlich Sonnencreme, es wird heiß! Aber die Meere, und die Korallen? Die mögen keine Sonnencreme. Ja, und? Liegt Österreich am Meer?

Jap. Meine Damen, meine Herren. So ist es.

Und dann fand ich noch dieser nette Karte auf Reddit:

Also, frei von Reddit geklaut: Kauft SUVs, fliegt ordentlich durch die Gegend und bald haben wir einen direkten Meerzugang in Österreich! Go go go! Die 100 schaffen wir auch noch. Aber, dann besteht das nächste Problem darin, dass die Deutschen unsere Liegen mit Handtüchern besetzen, also… lästiger Skitourismus oder lästiger Badetourismus. Selbst mit dem Klimawandel wird Österreich vom Tourismus abhängig bleiben.

ABER!

Aber ich habe noch eine viel bessere Karte, bitte sehr.

Also, wenn wir einen direkten Meereszugang haben möchten, und okay, in diesem Szenario liegt Innsbruck bereits unter Wasser, aber wer will schon in der Stadt leben, bräuchten wir eine Steigerung von 1000 Meter.

Wie sieht das für euch aus? Spannend oder?

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Taylor Swift – All too well

Heute, am Tag an welchem Taylor’s Version von Red veröffentlich wird, werde ich die Karten fürs ausgefallene (danke kleiner Covid) Lover-Konzert vom Juni 2020 in Berlin zurück senden, um Gutscheine und folgend die Kosten erstattet zu bekommen. Ein toller und gleichzeitig bitterer Tag. Natürlich habe ich auch den Adapter der Kopfhörer vergessen und somit muss ich warten um den Songs in Schleife zu lauschen.

All too well

Dieser Song könnte auch 20 Minuten sein.. ein Meisterwerk.

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