Monatsarchiv: Mai 2013

September 2011 bis Mai 2013 – Was geschah wirklich?

Nachdem ich eiligst aus Sizilien verschwinden musste, da der durchaus attraktive Sohn eines reichen Mafioses mich zu ehelichen gedachte, flüchtete ich, nachdem er mich in Österreich ausfindig gemacht hatte, nach Irland. Die Heirat wäre soweit in Ordnung gewesen, bis er die bereits ausgesuchten Namen der 9 Bambini erwähnte, welche ich ihm natürlich mit Freuden gebären hätte sollen: Carlos, Carla, Giuseppe, Mario, Giulia, Maria, Milan, Salvatore und Concetto.

In Irland machte ich die Bekanntschaft mit einem dort ansässigen philanthropischen Kobold. Er bat mich darum, ihm bei seinen Ausgrabungen zu helfen. Mein Lohn wäre eine Goldmünze. Natürlich sagte ich zu, Gold ist eine tolle Investition und der Kobold könnte diese sicher noch mit einem Zauber belegen. Eifrig steckte ich also meine Hände in das Moor und grub und grub. Aber wir fanden nichts, drei Wochen lang. Der Kobold verlor die Hoffnung – btw. er erwähnte übrigens nie, nach was wir suchten – und entließ mich meiner Arbeit, gab mir aber dennoch die Goldmünze. Allerdings ohne Zauber. Am Abend der Abreise verschlug es mich in ein kleines, abgelegenes Pub. Irische Fiddler spielten alte Lieder von vergessenen Geschichten, und einer versuchte mit einem schelmischen Lächeln meine Blicke zu erhaschen, doch war ich von all dem graben zu müde. Ich verließ das Pub alleine und wartete am Flughafen, mich umschauend und beobachtend. Was gibt es interessanteres als Reisende zu beobachten?

Um ca. 5 Uhr entdeckte ich den irischen Fiddler, den ich indirekt und nonverbal abgewiesen hatte. Er trug seine Fiddel in der einen, den braunen Koffer in der anderen Hand. Sein Hut saß schief auf seinem Kopf und seine dunklen Locken krochen unbändig hervor. Er entdeckte mich ebenfalls und lächelte mir erneut zu, der Schelm tanzte ihm noch, wenn auch ermüdet, auf den Lippen. Diesmal erwiderte ich seinen Blick und baldigst kamen wir ins Gespräch. Er erzählte mir dies und jenes und wohin des Weges er war. Seine Verlobte habe ihn vor kurzem eines Doktors wegen verlassen, nun mache er sich hinaus in die große weite Welt, die er vor vielen Jahren einst bereiste, doch sie wieder entdecken wollte. Wohin ich gehe, fragte er und meine Antwort fiel bedauernd aus. Da zückte er ein zweites Ticket und ich sah ihn fragend an. Mit seinem derben Dialekt sagte er: „Come with me“ und ich beäugte ihn skeptisch: „But, you don’t know me at all“ entgegnete ich. „Doesn’t matter“ lächelte er, der Schelm steppte. Ich nahm das Ticket, tätigte einen Anruf und marschierte zu seinem Gate: Dublin – Paris.

Nun, ich bereiste die Welt mit ihm und noch viel weiter, doch dies ist eine andere Geschichte und wird ein ander mal erzählt.

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