„The Danish Girl“

Nach einem Mahl zusammen gefasst. Der unmittelbare Eindruck war von Hunger begleitet, das Review verfasst vom Hunger befreit. Mit etwas Recherche unterfüttert. Inkl. Spoiler.

Der Film gilt als „Oscar Bait“ und ausnahmsweise kein Weasly. Dafür aber sehenswert: Stephen Hawking und der Android aus Ex Machina (ein übrigens weit unterschätzter Film). Böse Zungen lassen jedoch verlauten, das der Film „zufälligerweise“ zur ähnlichen Zeit produziert und veröffentlicht wurde, als wie das Thema, Transsexualität, davor durch die amerikanischen Medien streifte.. Hmm.

Der Inhalt: Er, eine Frau, gefangen im Körper eines Mannes, basierend auf ihren Tagebüchern. Sie, seine Frau, die „Lili“ zum Leben erweckt, als ihr Modell zufälligerweise ausfällt und sie ihren Mann in Strümpfe steckt. Später wird sie (vermutlich) Geliebte seines ersten Kusses; in der Realität (laut Wikipedia) zog sie als Exfrau nach Marokko und hatte auch lesbische Beziehungen.

Ich kann jedoch nachvollziehen, warum dieses Detail nicht in die Verfilmung Eingang fand. Es ging lediglich um seine Verwandlung, seine Transformation und sein, schlussendlich ihr Empfinden. Ihr Job war es, als treue Liebende zur Seite zu stehen, um vermutlich Unterstützung und Loyalität zu verdeutlichen. So wie: „Sei anders, aber der dich liebende geht dennoch nicht von dir.“ Oder so.

Beide sind Maler in Dänemark und besitzen einen Hund, Pixie mit richtigem Namen laut Abspann. Die Verwandlung und das heran tasten von „Lili“ zu ihrer Selbst wird immer wieder mit langen Portrait-Aufnahmen ins Szene gesetzt. Es folgt die erste Operation. Der zweite operative Eingriff, die Protagonistin in eine physische Frau zu transformieren, misslingt. Sie stirbt. Wobei man sich in Erinnerung rufen muss, dass dies einer der ersten Eingriffe überhaupt war – die Geschichte spielt sich in den 20er und 30er des 20. Jahrhunderts ab.

Er, in diesem Falle tatsächlich er, baldiger Herr Scamander im Potter-verse, wie immer gut und überzeugend. Er vollführt die femininen Handbewegung als wären sie seine eigenen, war er jedoch auch schon ein recht femininer Hawking. Ich sähe ihn gerne als maskulinen Action-Helden um seine tatsächliche Reichweite zu testen. Wenn die Latte jedoch von Beginn derart hoch gelegt wird (Er war ein guter Stephen Hawking), begeistert die gute Leistung nicht mehr, sie wird erwartet. Die Erwartungen wurden hier, erwartungsgemäß, erfüllt. Vielleicht besitzen manche Leute auch nur ein „Schauspiel“-Gesicht und deren Muskeln und Mimiken können alles ohne Mühe darstellen.

Die andere sie, ihm schauspielerisch beinahe überlegen. Gebt dem Mädel eine Chance! Vergesst JLaw und lasst eine Europäerin an die Front. Sie hauchte verdammt nochmal einem Androiden überzeugendes Leben/Nicht-Leben ein. Hier: Sie ist da, sie leidet, sie fühlt mit, sie unterstützt und sie leidet. Ich hätte gern mehr von ihr gesehen, die Geschichte der Frau an ihrer Seite sowie auch von Alicia Vikander selbst.

Fazit: Ruhig, emotional, aber auch inszeniert, etwas vorhersehbar. Gefühlvoll. Viele Tränen, viele Emotionen. Hübsche Kostüme, schöne Gemälde und doch etwas Bunt. Es fehlt eine gewisse Schwere und ein tragisches Leid. Und an jeder Ecke winkt die Hoffnung auf ein „Alles wird gut“, ein Wohlfühl-Film beinahe, Hoffnungsvoll trotz Schwierigkeiten. Es war eine Geschichte wie sie das Leben schrieb, und dieser Darstellung folgte der Film.

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