Monatsarchiv: Februar 2016

„The X-Files“, S10E06

Seasonfinale, oder so. Spoiler. Und Fragen. Die Serie soll fortgesetzt werden. Eventuell.

So.. Aliens, hm? Die Verschwörungstheorien werden wieder aufgegriffen, der Kreis schließt sich und offensichtlich möchte die übergreifende/unterliegende Handlung aller 10 Seasons erklärt werden? Ein Virus wurde entwickelt und Leute damit infiziert? Laut dem Verschwörungsmensch durch Chemtrails aktiviert und Mikrowellen haben was damit zu tun? Dammit! Ich wusste, dass Mikrowellen böse sind, sie töten Kinder und Katzen. Moment, nein: Impfungen sind Schuld. Sowas wie AIDS nur ohne HIV. Ein spartanischer Virus! Omfg! Es gibt keine Auflösung gegen Ende. Und wer ist Scullys und Mulders Kind, dass Mr. Moody retten soll? Und zur Rettung dient lediglich Alien-DNA, die von Aliens zum Schutze der Menschheit übermittelt wurde, weil sie selbigen Verfall bei sich beobachteten und warum soll die Menschheit nun gerettet werden? I want to believe! Und warum steht Scully im Mittelpunkt? Offensichtlich muss ich etwas verschlafen haben… Entging mir ein wichtiges, unerlässliches Detail? Vermutlich. Ich bin jedoch nicht die einzige: The X-Files are over, see you soon! rät, man solle nicht zu viel darüber nachdenken..

Und kommen die Toten wieder zurück? War die amerikanische Regierung, der Krebspatient für TWD verantwortlich?

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, The X-Files, TV-Shows!

„The Walking Dead“, S06E10

Ha! Da sind sie wieder, die unlogischen und fragwürdigen Handlungen. Handlungen, bei denen man sich vor Fassungslosigkeit an den Kopf greifen möchte. Natürlich würde ich Auto A stehen lassen und zu zweit den Wagon voller Essen gemeinsam fahren. Und wenn mir Computerspiele wie Skyrim und Minecraft eines beigebracht haben, dann das, dass wenn man ausreichend gute Loot hat, sofort zurück zur Homebase marschiert bevor man a) getötet wird oder b) man noch was besseres findet und die Qual der Wahl hat.

Aber natürlich hätte dann die Story nicht ihren Lauf nehmen können – aber wie schon so oft in TWD, werden Sinn befreite Handlungen ins Zentrum gestellt. Denn nachdem mein Camp vor Wochen (Zeitsprung) von Unbekannten angegriffen wurde, werde ich den nächsten Fremdling, der offensichtlich(!) regelmäßige Hygiene betreibt, ergo irgendwo dauerhaft „wohnen“ muss, mitnehmen. Und wenn ich beim ersten Aufeinandertreffen mit Karate-Jesus bemerke, dass dieser das Potential hat a) zu kämpfen und b) mich rein zu legen, dann erst recht nicht – und wenn: Dann unter strengster Beobachtung mit zig Knebel. Aber ja, ich weiß – die Szene soll 1:1 aus dem Comic übernommen worden sein. Man darf also nicht der Adaption die Schuld zu stecken, sondern dem Gesamt-Konzept, aber mein fehlendes Wissen über das Comic/Serien-Verhältnis bei TWD disqualifiziert mich in diesem Falle erneut darüber zu urteilen. Ich sags ja nur..

Und warum zum Teufel bauen sie eine Dreickes-Love-Story mit Rick, Coooral und der Amazone auf? Wenn schon Liebelei, dann zumindest auch eine Wiedersehen-Szene mit Glenn und Maggie. Meh. Und! Stalker-Book schleuderte mir übrigens auch sofort ins Gesicht, dass Fans aller Welt nur auf diesen Zeitpunkt gewartet hätten. Ernsthaft?

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, The Walking Dead, TV-Shows!

„Deadpool“

Hype? Worth it! „Spoiler“ btw. Mit Links gefüttertes Review, die ich kopierte und tunlichst vermied sie VOR dem Film durchzulesen.

Das „gute“ an Spoilern derzeit ist: Sie verschwinden nach einer Woche. Im Gegensatz zum TamTam, das bereits ein Jahr zuvor veranstaltet wurde, hält der Hype nach Release des Filmes nur wenige Tage an und klingt schnell wieder ab.

Es war also nicht ganz so schwer dem nachgeschossenen Hype zu umgehen.

Vor locker einem Jahr tauchten die ersten Memes und Bilder auf diversen Social Media Plattformen auf. Die Figur Deadpool wurde hoch gejubelt und mit allen erdenklichen Tabu-brechenden Themen besetzt. Dann kam der Film. Es folgten die ersten Reviews, allesamt positiv und überwältigend. Box Office Rekorde in beinahe allen Erdenländer. R-Rated. Empörte Mütter veranlassten eine PG13-Petition, damit auch der junge Sproß seinen Lieblings-Comichelden im Kino ansehen konnte. Mission Failed. Die Trolle krochen aus ihrem Unterschlupf, Mutter und Bub bekamen Deadpool am eigenen Leib zu spüren. Der Hypetrain war in vollem Gange, da taucht die Meldung auf Ryan Reynolds, Deadpool, Ex-Green Latern, hatte sich bereits vor einem Jahrzehnt für die Produktion in seinem Sinne eingesetzt. Man erinnert sich ungern an seinen Auftritt 2009 bei X-Men Origins. Weitere Meldungen folgten wie: Studios verwendeten Figur, die sie nicht verwenden hätten dürfen oder Mr. Reynolds/Deadpool behielt seinen Anzug während Batfleck seinen zurück geben musste, aber hey! Es ist Deadpool und kein Superheld. Marketing Lvl 9000.

Zu Schade, dass ich weder die Hintergrund Geschichte noch seine Comic-Auftritte kenne. Aber selbst für nicht eingefleischte Marvelzombies gab es ausreichend Anspielungen und erkennbare Easter-Eggs, die mit etwas „Popculture-Knowledge“ locker zu verstehen waren.

Stan, oh Stan. Mögest du uns noch lange erhalten bleiben.

Deadpool brach jedes Tabu. Selbstironie Deluxe. Nein, Deadpool nimmt sich und die Welt nicht ernst. Und Witze, derbst und jenseits der Gürtellinie, wie die Kinderhand (what the actual f*ck?) oder Happy Womans Day.. Ich würde den Film ja gern nochmal sehen, um noch weitere Dinge zu entdecken, die mir beim ersten mal entgangen sind.

Das Rehlein, Sgt. Brodys zurückgebliebene Frau, Detective Gordons Love-Intererst, Deadpools Big Love. Ein hübsches Rehlein, diese Morena Baccarin. Die Bezeichnung Rehlein gab ich ihr einst, denn der lange Hals, die dunklen Augen, die stupsige Nase und ihre Gestalt verleihen ihr eine Reh-hafte Anmut.

Ja, der Hype ist und war gerechtfertigt. Ich gebe es zu. Schon nach dem dritten Opening Credit, als man versuchte sich an den zweiten zu erinnern, weil gerade nicht klar war, was jetzt abgeht wusste man: Yes! Hype? Worth it!

Man hätte den Film natürlich aus einer ganz anderen Position sehen und bewerten können, in dem man die allzu hohen Erwartungen an R-Rated Elementen nicht erfüllt sah. Strong Language, Check; Graphic Nudity, Check; Sexual Content, Check;  Strong Violence? Das ginge doch besser…

Fazit: Zum dritten Male: Worth it!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Comic-Verfilmungen, Kritik und Rezension, Popkultur 'n Geek-ish, TV-Shows!

„The X-Files“ S10E03, S10E04 und S10E05

Spoiler? Jop.. Spoiler. Wie immer. Der dems wurscht sei, dem seis wurscht und wem nicht, der klicke auf X.

Hab ich das richtig verstanden: Eine Echsen-Kreatur wird aus ihrem Schlaf gerissen; sie muss sich verteidigen und wird von einem Menschen gebissen. Folgend verwandelt sie sich in einen Menschen, mit menschlichen Fähigkeiten, wie Selbstbewusstsein und das Bedürfnis sich anzukleiden sowie einem Job nach zu gehen. Den Job will er dann hinwerfen, ist jedoch zu ängstlich um es wirklich zu tun. Er verwandelt sich ab und zu in eine Echse, schwört den Menschen ab und schafft sich einen Hund an. Aber eigentlich möchte er sich aufgrund des ewigen Hin-und-Her-Verwandelns suizidieren, und wusste als Echse gar nicht, dass tot sein überhaupt möglich sei. Und ein Buch wollte er auch noch schreiben. So nötigt er Mulder ihn zu töten und gegen Ende zieht sich die Echse zurück in eine Art Winterschlaf die 2000 Jahre anhält.

Wtf did I just watch?

Satire auf die aktuelle Gesellschaft? Parodie? Werwolf-Reverse-Story? Warum nicht. Kommt jedenfalls der alten Serie wieder etwas näher, bis auf den Verlust der unbekannten, düsteren-mythischen Konstante. Das ist es glaube ich! Akte X war immer düster und gruslig und Kreaturen, die böse waren oder auch nicht, aber die in dunklen Kellern hausten und Hörner hatten. Und graue, kleine Außerirdische gabs ja eigentlich nicht, oder? Moment..

„Mulder, the Internet is not good for you.“

Immerhin ein Ausreißer nach oben. Auch wenn die meisten Kritiken das Gegenteil behaupten. Die beiden Hauptakteure wären ersetzbar. Ich wollte eben anmerken, man könnte doch etwas mehr auf deren Vergangenheit eingehen und siehe da, Episode 04.

 

Der „Trashman“, eine Manifestation des Willens; Rächer der Obdachlosen. Reißt böse Menschen brutal in Stücke und hinterlässt dabei Gewebe, dass weder lebendig ist noch tot. Omfg. Welcome back X-Files, Flashlight on and go!

Besser. Viel besser. Scullys und Mulders Liebelei und das Resultat daraus als Analogie zum Trashman? Hm. Meinetwegen. Hätte die Season 24 Folgen und könnte die Storyline ausgelotet und sich Zeit genommen werden. Das Ende naht.

 

Und da kommt der Abstieg. S10E05. Nein, so funktioniert das nicht. Da war etwas Hoffnung, etwas womit man arbeiten könnte und ein Lächeln auf das Gesicht zauberte; und wieder in Richtung prächtiges „wtf“ steuert und dann.. dann entschwindet mir ein Klischee-deutsches „Och nö…“ auf grantig-österreichisch „Geh bitte…“. Was sagte ich wenige Zeilen weiter oben, die Hauptcharaktere seien ersetzbar? Nein, nicht so. Nicht so!

Hank? Hank Moody? Is that you? Is this the real life? Is this just fantasy? Caught in a landslide, No escape from reality.

Schon der Djinn sagte: „Sei vorsichtig mit dem was du dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.“ Ich hoffte auf ein wenig Moody-Mentalität und bekam sie: Ein junger Redhead und Drogen. Fast. Dass die „Drogen“ dann gar keine waren und lediglich einen Placebo-Drogen-Trip Effekt hervorriefen, und dass der Redhead die Kleider an behielt war wohl abzusehen. Mulder ist wieder Mulder.

Waren die letzten beiden Episoden ein Ausreißer nach oben, sinkt diese wieder gewaltig. Ich kritisches Etwas, lassen wirs gut sein. Sehen wir die X-Files als das was sie jetzt sind, und nicht was sie einst waren, weil wir nicht mehr diejenigen von damals sein werden.

Also hört nicht auf mein pessimistisches Geschwätz und genießt lieber die vereinten Kräfte zweier Kult-Heroen der 90er. Man sehe die Serie als Hommage. Nicht als Versuch, das Alte in neuem Glanz dem Kapitalismus gefügig zu machen; sehe man eine Satire darin, eine Parodie, die sich und alles selbst aufs Korn nimmt – der Klingelton! Und sehe man darin ein Wiedersehen mit alten Freunden. So soll es sein.

Denn dann, und vielleicht nur dann, möchte ich es mir einreden lassen, das es funktioniert. Etwas zumindest. Wer jedoch auch nur halbherzig Californication folgte, der wird vom Gefühl beschleicht, dass Mulder schon längst in den Tiefen der Erinnerungen begraben liegt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, The X-Files, TV-Shows!

„The Walking Dead“, S06E09

Spoiler ahead, be aware.

Eigentlich ziehe ich es vor eine Serie am Stück zu genießen, anstatt Woche für Woche der Qual des Wartens ausgesetzt sein. Und Früher (ja, es war besser) war dies einfacher: Man bestellte sich entsprechende Serie auf VHS oder DVD und taadaa. Heute kriechen ein halbes Jahr vor Release gewisse Spoiler aus allen möglichen Löchern des sozialen Webs. Drecksgesindel! Und so sieht man sich genötigt, die Folge erstens wenige Stunden nach Ausstrahlung zu schauen, oder gegen Spoiler immun zu werden, und/oder auf die sozialen Medien seiner Wahl zu verzichten (Haha.. Genau). Aber man gewöhnt sich an Spoiler. Die Neugierde ist eine B*tch und öfters lässt es sich einfach nicht vermeiden. Deswegen wusste ich bereits Monate zuvor, was mit Cooorals Auge passieren und, dass er überleben würde. Nein, ich kenne die Graphic Novels nicht, aber sie stehen auf meiner Amazon Wunsch-Liste. Man fühle sich frei, mich zu beschenken.

Hier übrigens ein auf den Punkt bringendes Review „Lost the Story and Decided to Lie“ bei GeekNation zur Folge S06E08. Kurz: Jene endete etwas weniger glücklich und ließ Totgeglaubte lebendig auferstehen. Solle man doch froh sein, dass sympathische Charaktere der ersten Stunde erhalten bleiben! Sagen die einen. Ja, aber.. Nein – nicht so. Ausrufezeichen. Mit der Aktion verlor TWD an Glaubwürdigkeit und Sympathie. Wenn schon die Martin’sche Vorgangsweise kopiert werden mag, dann ohne Wenn und Aber. Und: Nur weil es offensichtlich „in“ ist, Fans mit Cliffhangern zu ködern/quälen, bedeutet das noch lange nicht, dass es ständig gemacht werden muss. Der Dank geht an dieser Stelle an Netflix deren letztes Seasonfinale von OITNB friedlich und ohne Cliffhanger verlief. Danke.

Und ich gestehe, TWD hatte viele Momente und Folgen, bei denen ich mir dachte: Mhm.. Ok. Aha? Achso.. Pizza? S06E09 „The Next World“ gehört nicht zu diesen: Der Start nach dem „Mid-Season-Break“ war überraschend gut. Er war gut und die Reduzierung des Casts notwendig. Action geladen, kreative Schnitte und Einstellungen. Ein Flammenmeer! Nice! Eine Schlussrede voller Hoffnung, nachdem das vorletzte Stückchen davon im Schlund eines Walkers verschwand.

Next. Es war abzusehen, dass Ricks Love-Interest und deren Bälger früher oder später an Zombies verfüttert werden. TWD ist und war nie eine romantische Serie; die einzig wirklich inszenierte Romantik entstand aus der Möglichkeit einer gegebenen Situation und entwickelte sich ohne großes TamTam. Ebenso wurde sie ohne besonderes Aufsehen weitergeführt. Nicht einmal dem Wiedersehen nach 8 Folgen (?) und 3 Tagen (?) Trennung wurde eine Szene gewidmet. In einem Romanzen-verklärten Hollywood, in welchem BlackWidow dem Hulk nachjagen muss (Nett, unnötig, und warum überhaupt?) muss dieser Fakt TWD hoch angerechnet werden.

Mr. Uniform-Redhead metzelt wieder mit breitem Grinsen, und der „sexiest redneck alive“ („Wir waten durch ein Meer von Blut, gib uns daher Kraft und Mut„) verteidigt seinen Titel mit einem Rocket Laucher. Ftw! Ich hätte so gerne wieder mehr Amazone in Action. Ich mag sie.

Wie Rick gegen Ende verlauten ließ, formierte der vernichtende Kampf gegen die Walkers wieder eine feste, willensstarke Gruppe. Gut so! Mit.. zwei, drei Unbekannten Gesichtern? Oder so? Austauschbare Gesichter jedenfalls. Der Kern bleibt bestehen. Man wird also sehen, was weiterhin passiert. Ich las ja etwas von gecasteten Soldaten.

Wenn man es noch zustande bringt, Coooral eine anständige Frisur zu verpassen, bin ich zufrieden – sofern Verantwortliche der Serie wieder einen ordentlichen Ton und keine Cliffhanger-Blah-Folgen einschlagen.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, The Walking Dead, TV-Shows!

Loki’s World-Domination-Tour: ROME

 

Weil mich Facebook auf ein Event aufmerksam machte: Hier der erste Teil der Serie: „Lokis World-Domination-Tour„. Im August 2015 ging es nach Rom. Rome! Roma! Next Destination: Geeky London!

„Kneel before me. I said, KNEEL!“
[Avengers, 2012]

20150828_150017a

„Is not this simpler? Is this not your natural state? It’s the unspoken truth of humanity, that you crave subjugation. The bright lure of freedom diminishes your life’s joy in a mad scramble for power, for identity. You were made to be ruled. In the end, you will always kneel“
[Avengers, 2012]

20150828_111125

„I only ask for one thing in return; a good seat from which to watch Asgard burn!“
[The Dark World, 2013]

20150828_125735

„Thor: Are you mad?
Loki: Possibly“
[The Dark World, 2013]

20150828_145121

20150828_144010

„Thor: Loki, turn off the Tesseract or I will destroy it!
Loki: You can’t! There’s no stopping it. There is only the war!
Thor: So be it!“
[Avengers, 2012]

20150828_171735

„Jane Foster: [slaps Loki] That was for New York!
Loki: I like her.“
[The Dark World, 2013]

20150829_130023

Born to be a king, I ask one thing in return: a front seat to watch Earth burn.“
[The Dark World, 2013, Trailer]

 

Und hier der Rest, ohne One-Liner:

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Popkultur 'n Geek-ish, So sei es

„The Hateful 8“

Erster Eindruck und Review – nach einem Glas Wasser mit müden Augen verfasst. Etwas Spoiler!

Der 8. Film von Quentin Tarantino. The Hateful 8. Der 8. Film. The Hateful 8. Der..

Lag es an der Uhrzeit – der Film startete um 22:00 und mir war die sagenhafte Länge von 2 Stunden und 40 Minuten bewusst – oder lag es am Film selbst? Dass einerseits meine Begleitung zu der Rechten öfters einnickte und ich beim mir unbekannten Mitte 40-Italiener zu meiner Linken, hin und wieder ein kleines Nickerchen wahrnahm. Ist es die Jugend der 90’er doch mittlerweile gewohnt, sich zu dieser noch seligen Stunde bereits an Morpheus‘ behaarte Brust zu kuscheln.

Die Antwort auf meine Frage, wie denn der Film so sei, meinte man: „Ein Tarantino eben“. Und ich dachte mir: In Ordnung, genial-witzig originelle, aber doch dem Alltag gestohlene Dialoge, eine gute Portion detaillierte Gewalt, mit etwas Splatter versüßt. Hm. Ja. Okay. Ja, doch. Schon etwas. Eigentlich ja.

Aber Herrschaften! Wir befinden uns im Wilden Westen, und wenn einer noch Erinnerungen an die in Kindheitstagen ausgestrahlten Indianer-Filme besitzt, die man gespannt unter dem Couch-Zelt verfolgte, dann wird man eine gewisse Ähnlichkeit feststellen können. Same same bei unseren geliebten Italo-Western Helden. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, trifft Tarantino natürlich genau ins Schwarze. Er beherrscht sein Handwerk wie die Dialektik und besitzt das notwendige Feingefühl, diese (die Dialektik) gekonnt abzubilden. Wobei der Stil des typischen Western-Genres in Django Unchaind besser eingefangen wurde. mMn.

Allerdings scheint mir, dass diese „würzige“ Tarantino Mischung über die Jahre hinweg dezent an Aroma verlor. Was in den 90ern „cool“ war und ein fast jeder diverse Dialoge auswendig zitieren konnte (Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Four Rooms und/oder Jackie Brown), kam zur Jahrtausendwende etwas an „Drive“ abhanden, oder zitiert heute jemand aus Inglourious Bastards oder Django Unchained (eher, aber doch eher weniger..)?

Vermutlich liegt es auch am aktuellen Überangebot, welches bis in die Poren kriecht und erfolgreich verhindert, einen aktuellen Film 2x oder 7x oder 13x anzusehen, geschweige davon Zeit, Motivation und Energie aufbringen könnte, belanglose Dialoge durch zuhören und immer wieder schauen, auswendig zu lernen.. Aber fragt mich nicht warum. Ich könnte spekulieren und vergleichen und erneut spekulieren und analysieren, aber hier spricht lediglich mein Gefühl.

Etwas zum Film selbst: Ich mag Mr. Orange. Ich fand ihn immer irgendwie nett und auch attraktiv, wobei mein Teenage-Crush dann doch Mr. Pink war. Atombomben Nein! Atombomben Nein! Mr. Blonde war ebenfalls mit von der Partie. Nett. Tarantino behält sich wie Tim Burton seine wiederkehrenden Darsteller. Nett. Ich mag es, alte Freunde im neuen Gewand wieder zu sehen. Nett. Kurz: Am Cast kann man nichts aussetzen. Ein paar Natur-Aufnahmen schafften es in den Film. Ich fror. Es war kalt. Die war Geschichte breit gezogen und in einer halben Stunde erzählt. Doch die amüsante, britische Darstellung eines sichtlich gealterten Mr. Orange lockerten auf. Vergnügt folgte ich seiner Darstellung. Gern hätte ich mehr davon gesehen. Warum schaffte er es nie auf die A-List?

Erneut: Die Szenen waren lang. Aber spricht man von Tarantino stehen ausgefeilte Dialoge; einzelne, perfekte Szenen und die Hommage an das jeweilige Genre im Vordergrund; und nicht zwangsläufig eine sich an Handlungen orientierende Story. Werte Leserschaft, wir haben es hier mit einem Herren zu tun, der sich der Schnelllebigkeit entgegen stellt und sich Zeit lässt. Vielleicht etwas zu viel. Aber das ist Tarantino.

Also hätte die Überlänge sein müssen? Hätte sie? Zugegeben, da ich davon wusste, nahm ich die „Überlänge“ nicht so deutlich wahr. Kurz vor Ende dachte ich mir: Gut.. nochmal eine Stunde. Aber ja, es war.. langwierig, die hasserfüllten Acht zogen ihre Geschichte in die Länge. Es war teilweise wirklich mühsam, war es der Länge oder der Uhrzeit wegen. Man sollte in diesem Sinne wohl immer unter den gleichen Bedingungen einen Film zu sich führen: Gleiches Essen davor, gleiche Uhrzeit, gleiches Getränk – eben ähnliche Bedingungen schaffen.. dann könnte man in der Tat vergleichen und wahrhaftig in bester Manier abschätzen.

Die Frauen wie immer in der Minderzahl und dem Tode geweiht. Was wäre ich vor Freude in die Luft gesprungen, hätte Frau Zahnlos und mit Channing Tatums Hirn am Kopf doch noch den lebendigen Sieg davon getragen. Zugegeben, ich kenne den Herrn dessen Hirn an Frau Zahnlos klebte, lediglich aus einem Pastellfarbenen Liebesfilm, sowie aus This is the End.. Und da sind sie wieder, die Bilder..

Fazit: Jo.. ein Tarantino nach der Jahrtausendwende eben, aber immerhin noch ein Tarantino. Der letzte vielleicht. Der letzte Tarantino. Vielleicht.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension