Monatsarchiv: März 2016

Introvertiert, nicht Menschenfeindlich

Ein Unterschied. Ein Artikel.

Ich mag keine Menschenmassen. Sie rauben mir Energie. 5 Stunden bei einem „gemütlichen Abendessen unter 10 guten Freunden“ bedeuten für mich Stress. Eine Stunde beobachte ich die Szenerie. In der zweiten Stunde belächel ich die mittlerweile durch Trunkenheit beeinflussten Aussagen. Ab Stunde drei beginne ich mit den Füßen zu wippen, meine gespaltenen Haarspitzen abzuzupfen und will nur mehr weg. Nein. Es gilt noch 2 Stunden auszuhalten. Das ist der Deal. War der Deal. Ich flüchte mich in mein Telefon und bin die empathielose B*tch.

Ich hasse Small-Talk. Wenn ich jemanden den ich flüchtig kenne auf der Straße sehe, so zücke ich mein Telefon und wirke beschäftigt. Ich spreche was in meine Kopfhörer und wirke beschäftigt. Wenn man mich darauf anspricht, dann lüge ich und sage, dass ich mir Gesichter schlecht merken kann. Eine wahre Lüge. Ich merke mir beinahe jedes Gesicht. Ich beobachte und analysiere meine Umwelt bis ins Detail. Aber ich hasse Small-Talk und empfinde ihn als Zeitraubend und ermüdend. Das heißt aber nicht, dass ich die Person nicht mag. Ich mag mich nur jetzt im Moment nicht kurzfristig unterhalten. Bei einem gemütlichen Dialog mit Zeit sähe es wohl etwas anders aus.

Ich liebe lange Gespräche und kann mich stundenlang bei einem netten Nachtspaziergang mit einer Person unterhalten. Diese Person kann ich seit Jahren kennen oder eben erst kennen gelernt haben. Das Gefühl, die Sympathie und der Moment entscheiden. Ich hasse Cafes und Bars. Man wird gezwungen an einem Ort zu bleiben und sich gegenseitig anzustarren. Meist ist es laut und ungemütlich. Draußen ist die Schweige-Minute nicht peinlich, sie dient als Möglichkeit zur Reflexion. In einem Lokal schon. Man starrt sich an. Starrt aufs Glas. Lacht kurz und sagt: „Ja, ja. So ist das.“ Ich hasse sowas. Man stellt sich unmittelbar die Frage: Warum? Das ist wohl die a-soziale Seite.

Wenn mich wer auf der Straße anspricht oder ich einen Termin habe, so lächel ich, antworte und flüchte danach. Mittlerweile haben sich unter meinen Armen Schweißflecken gebildet und ich wurde sicher ein-zwei mal Rot. Oh, süß, is se wohl schüchtern? Nein. Ich fühle mich in Gegenwart fremder Menschen unwohl; sie überfordern mich. Und mein absoluter Albtraum sind Vorträge. Das Gute: Der physische Abstand. Die 20 Augenpaare die mich anstarren, vielleicht noch mit einem „WTF“ in ihrem Blick produzieren erneut Schweißflecken, stammeln, verreden, verhaspeln und eine schlechte Darbietung des Vortrages sind das Resultat. Je weniger Menschen, desto ruhiger bin ich. Das ist wohl die ängstliche Seite. Zuviele Menschen deren Fokus auf mir liegt, verunsichern mich. Der Dialog ist kein Problem.

„Das kommt mit der Übung“ sagt man zu mir. Nein. Tut es nicht. Ich werde mich immer unwohl unter Massen fühlen. Ich werde bei einem Konzert immer am Rand oder ganz vorne stehen. Ich werde in einem Hörsaal oder Seminarraum immer der Tür am nächsten sitzen oder bestenfalls in der hintersten Reihe. Ich werde immer Menschengruppen meiden und froh sein, wenn sich niemand für mich interessiert.

Eine Freundin beklagte ähnliche Situation. Sie flüchtete aus einem Kurs um die Mittagspause nicht mit ihren Kolleginnen verbringen zu müssen. „Was ist falsch mit mir?“ fragte sie mich und ich sagte: „Nichts. Mir ginge es genau gleich.“ Ist ein Kurs zu Ende, habe ich meist meine Sachen gepackt und eile hinaus. Erneut: Small-Talk.

„Du bist ein Menschenfeind!“ Bekomme ich oftmals zu hören, weil ich es vorziehe am Abend vorm PC zu sitzen anstatt mich in einer überteuerten Bar zu besaufen. Sicherlich witzle ich darüber, dass es der Überbevölkerung wegen wohl Zeit für eine neue Seuche wäre, aber das nennt man dann wohl Zynik, Sarkasmus oder schwarzen Humor. Ich bin kein Menschenfeind, ich ziehe nur den Kontakt zu einigen, wenigen speziellen Menschen vor. Ich ziehe den Kontakt zu Menschen vor, bei denen meine Aussagen keine Rechtfertigung verlangen. Aber das ist wohl die seltsame/individuelle Seite.

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„Batman V Superman“

 

Robo-Batfleck versus The Man of Steel und etwas Wonder Woman. Wonder Woman war gut. Die E-Gitarren Untermalung ihrer Szenen war gut. Aber das wars schon. Man freut sich auf den 23. Juni 2017. Lense Flares? Wirklich? Haben wir nichts aus Star Trek gelernt? Etwas Aquaman (Khal Drogo, Ronon Dex) und etwas Flash und etwas Cyborg zeigten die Aussichten auf die künftigen Pläne im Hause DC. Alles andere müssen wohl diverse Referenzen auf verschiedene Graphic Novels gewesen sein. Und was genau war Lex Luthors Motivation?

Und ich überlege seit einer bald 90 Minuten was ich dem Film noch hinzuzufügen hätte, aber da kommt nichts. Einfach gar nichts. Nichts, das die Muse kitzelt oder sie zwingt, zumindest etwas von sich zu geben. Ich war gelangweilt, wippte mit den Füßen und gähnte öfters. Da war nichts was mich mit riss, bis auf Wonder Woman, die erstaunlich gut in Szene gesetzt wurde, sofern(!) sie alleine im Bild war.

Fazit: Meh.

Wen eine gute Kritik interessiert: Die Kritik vom Filmstarts.de trifft es so ziemlich und die englische Variante davon auf Ars Technica. Und der Sad Affleck darf natürlich nicht fehlen.

 

Dafür könnte man etwas anderes kurz anreißen:

Wonder Woman

Kurz nachdem bekannt war, dass Gal Gadot die Rolle der Wonder Woman übernehmen sollte, wurde Kritik über ihren schlanken Körperbau geäußert. Sie sei zu dünn, zu süß, zu jung. Man kannte Wonder Woman als eher ‚kurvige‘ Frau, als Amazone – Sicherlich, der Sexismus der Comic-Branche, lässt es kaum anders zu, dass Frauen mit überdimensionalem Busen, Wespentaille und spanischem Hinterteil ausgestattet werden. In diesem Falle könnte man den Einsatz einer schlanken und jungen (Gal Gadot, *1985;  für Hollywood-Verhältnisse wiederum alt (30+)) Schauspielerin einerseits als Bruch mit den althergebrachten Traditionen sehen oder aber lediglich als Widerspiegelung des derzeitigen Schönheitsideals. Aber vermutlich interpretiere ich zuviel.

Ich selbst war ebenfalls etwas kritisch. Ich kannte Gal Gadot nicht und recherchierte. Eine sehr hübsche und sehr schlanke Frau. Aus Trainings-Videos ließ sich kämpferisches Potential erschließen und auch die Tatsache, dass die gebürtige Israelin zwei Jahre der israelischen Armee diente, schenkte der Wahl mehr Glaubwürdigkeit.

Bevor ich heute Abend im Kino war, hätte ich der Version von George Miller mit Megan Gale (beide Mad Max: Fury Road) den Vortritt gegeben. Sie wirkte auf mich schon eher wie eine erfahrene und reife Wonder Woman, die bereits weit aus länger wie 30 Jahre unter den Menschen weilt. Und vielleicht hätte es (fast) jede werden können, wie ein jede eine Daisy Ridley sein hätte können. Wobei man der hübschen Israelin das gewisse Etwas zu Gute halten muss. Sie hat es. Sie hat es wirklich. Ja, sie war eine gute Wahl.

Fazit: Schlussendlich bin ich sehr zufrieden, dass die Wahl auf eine natürlich-schlanke Frau gefallen ist, was sehr gut verdeutlicht – blendet wenn man den Aspekt des zeitgenössischen Schönheitsideals aus und fokussiert sich lediglich ihre Qualitäten und Wirken – dass auch eine schlanke, zerbrechlich-wirkende Frau kämpferisches Potential haben kann, darf und soll. Eine Frau die kämpft, muss nicht zwangsläufig eine Xena oder Ellen Ripley sein.

Erneut, ich bin zufrieden und freue mich sehr auf Juni 2017.

Kritisch betrachtet werden könnte dies jedoch im Hinblick auf eine weitere Objektifizierung, eine Kriegerin in so wenig Kleidung und Rüstung wie möglich zu stecken, sowie die Tatsache, dass der Film auch dazu dient, die  Justice League  im November 2017 zu unterstützen.

Allerdings, so empfinde ich als Semi-Feministin, sollte man froh über darüber sein, dass sie überhaupt einen eigenen Film bekommt und(!) die Hauptdarstellerinnen alle über 30 sind und zumindest nicht der Hollywood geliebten Jugend frönen.

Entweder ist die Muse heute nicht willig oder der Zombie Jesus fraß sie auf.

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Happy Zombie Jesus Day!

Jesus starb am Kreuz. Also ist Jesus tot.
Jesus erhob sich aus seinem Grab.
Tote, die wieder auferstehen nennt man „Untote“
„Untote“ werden laut Popkultur auch „Zombies“ gerufen.
Konklusion: Jesus = Zombie.

 

Siehe auch:

Wikipedia Ostern
Wikipedia Zombie

Eventuell nützlich: Der Zombie Survival Guide von Max Brooks. Wer sich lieber an das englische Original hält, der klicke bitte hier.

Folgend reichlich via Google gefunden und im besten Sinne gestohlene Impressionen diverser und mir gänzlich unbekannten Menschen.

Hf.

 

 

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„The Walking Dead“, S06E14

Diesmal mit etwas Verspätung, nicht ganz so emotional und nach etwas Pause bei einbrechender Abenddämmerung verfasst, die aufgrund der Wolken nicht sichtbar ist. Grau wird zu Dunkelgrau.

Also. Let’s fetz.

Vor wenigen Tagen las ich von einem ungewöhnlichen Todesfall. Spoiler, ganz klar. Ich überlas ihn. Aber ich dachte daran: Wer? Ungewöhnlich: Also nicht Carol, Daryl oder Rick. Maggie? Unwahrscheinlich. Glenn? Nope. Jemand vom Nebencast? Eher unwahrscheinlich, weil eigentlich egal. Und ja, es gibt sie, die netten Nebencharaktere – auch wenn es eindeutig im gesamten zu viele sind.

Ruhige Einleitung, ruhiges Ende. Alltägliche Routine, warum sollte es in einer Zombie-Dystopie auch anders sein. Warum fiel mir der Teich nie auf?

Oh, Carol geht? Sie muss kämpfen, um die Gruppe am Leben zu erhalten, aber sie kann nicht mehr: „I can’t love anyone because I can’t kill for anyone.“ Eine grausame Welt. Wir erinnern uns, Carol, die Kindern das Überleben lehrte; Carol, die Leute verbrannte als sie noch im Gefängnis hausten und von einem Virus heimgesucht wurden und Carol, die dann weggeschickt wurde, um zu einem günstigen Zeitpunkt wieder aufzutreten. Carol, die vortäuschte Hausfrau zu sein, nur um dann zuzuschlagen. Carol, das Schlitzohr; Carol, die Überlebenskünstlerin. Manchmal wünschte ich mir ein perfektes Gedächtnis, dann könnte ich Episode und Season nennen. Nein, nicht einmal die Season fällt mir mehr ein, es ist eine Schande.

Eingeleitet mit Eugene und seiner durchdachten Waffen-Farbik und Denise, die die arme, fallen gelassene Rosita und Daryl mit nimmt um diverse Pharmaka zu besorgen. Man ahnte es: Einer von beiden könnte das zeitliche segnen. Und da hatte Daryl das Brecheisen in der Hand. Es gibt eine Szene, ein Bild – das sogar ich kenne weil zig Spoiler-Artikel darauf referieren. Treffen sie endlich auf Super-BadAss-Motherf*cker-Negan? Wird Daryl jetzt getötet? Nein. Rosita? Nein. Sie könnte intensiver in die Geschichte eingeführt werden. Denise? Ihre Ansprache ist leidenschaftlich: Wissen denn die anderen worum es ‚eigentlich‘ geht? Daryl und Rosita sind gute Menschen und Rosita womöglich für das erste mal in ihrem Leben alleine. Nein, sowas sei dumm. Nicht ihr (Denise’s) Verhalten sich in Gefahr zu bringen. Und man ahnt es. Man wartet darauf. Entweder beißt ihr ein Zombie in den Nacken oder sonst etwas passiert. Ein Pfeil durchbohrt ihr Auge. Negan? Denise sagt noch einige Silben, und sackt zusammen. Und vorhin glitzerte schon etwas. Einbildung? Nein, Daryl wollte nicht über die Schienen gehen. Und plötzlich taucht Eugene auf, geknebelt von dem Typen der Daryls Motorrad stahl, im Wald, mit der anderen Frau und eine, die dann starb. Eine Erinnerung kriecht aus dem Dunkel hervor. Ahja, er hätte ihn töten sollen. Ja, hätte er. Ich erinnere mich. Es folgt ein Schusswechsel, Blicke und Eugene beißt dem bösen Mann in die Eier. Yeah Baby! Ich las einst, dass Eugene und Mr. Redhead 1:1 aus dem Comic übernommen worden sind.

Aber erneut eine Situation in derer ein Charakter seine Aufgabe vollendete. Sie sagte, was gesagt werden sollte. Eine Ansprache, die vermutlich schon längst überfällig aber nicht zwangsweise notwendig gewesen wäre, damit eine passende Überleitung in den Ausstieg gegeben ist.

Aber warum gerade sie? Das ergibt keinen Sinn. Sicherlich, sonderlich wichtig war sie nicht, aber auch sie hätte Potential gehabt. Sie war nett. Ich vermisse es, mir eine komplette Season an einem Wochenende anzuschauen („Binge-Watching“, früher hieß es „Serien-Marathon“). Ich habe das Gefühl, dass ich soviel vergesse und verpasse wenn immer 7 oder mehr Tage dazwischen liegen..

Und klar, das Internet wirft AMC Und The Walking Dead nun sicherlich homophobe Absichten vor. Man tötet die Lesbe. Wtf? Seriously? Und in solchen Situationen denke ich nicht einmal daran ob jemand homosexuell oder farbig ist; ein Charakter stirbt und nicht seine Orientierung und/oder seine Herkunft. Es ist jedoch schade, dass das Thema immer noch separiert behandelt werden muss um Aufmerksamkeit, auf die leider immer noch prekäre Situation zu lenken. Was die Gleichstellung von Mann und Frau angeht, da schaltet sich dann aber doch der Fem-Mode ein. /Offtopic off

Die Folge endet so ruhig wie sie begonnen hatte. Carol verlässt die Gemeinde und die Schaukel wippt. Ich hasse dieses Geräusch und es wurde lauter und lauter. Und lauter. Und das gute Gewissen schaut. Er weiß was kommen wird. Er weiß es. Alle wissen es. Es wird immer wieder so sein. Carol hatte recht: Schlage der Hydra einen Kopf ab und es wachsen 2 nach.

Ende.

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„Eddie the Eagle“, Sneak Preview

Die erste Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.
Die zweite Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.

Ich bin kein Winter-Fan. Ich hasse die Kälte. Auch an Sport-Events bin deutlich desinteressiert. Am ehesten noch Tanz und Kampfsport. Kein Fußball, kein Tennis, kein Basketball, kein American Football. Als ich 6 war glaubte meine Mutter, dass es sicherer sei auf einem Pferd zu turnen als es selbst zu reiten, weil es ist ja angeleint, da kann ja nichts passieren. Ich voltigierte bis ich 10 war, dann bekam ich normale Reitstunden. Als ich 12 war spielte ich Volleyball in der Schülerliga („Mila, kann lachen…“) und übte Karate aus. Einer meiner tollsten Triumphe war, als ich meine garstige Cousine, die bereits Gelb trug als ich immer noch ein jämmerlicher Weißgurt war, bei einem Turnier 5:0 besiegte. Nimm das, B*tch! Als ich 17 war wechselte ich zu Taekwondo. Der Meister riet mir: „Moatle, gang Ballett tanza, des hoat koan Sinn“ und er hatte recht. Kurz darauf begann ich mit Ballett, Jazz-Dance, Modern-Dance, Hiphop, Bauchtanz und dergleichen…

Anyway. Ich kann und konnte mir nichts langweiligeres vorstellen, als wie einen Film über Wintersport anzusehen. Wobei ich einst einen Bergsteiger-Film über die Eiger Nordwand sah und die Dramaturgie höchst spannend fand, besonders als einer der Protagonisten gegen Ende am Seil den Kältetod erlitt.. 5 Meter vor seiner Rettung in Gestalt eines hübschen Mädchens entfernt, dass es so in der richtigen Geschichte nie gegeben hatte. Ja, ich recherchierte sogar.

Anyway.

Es war britischer Film. Der Junge wollte unbedingt bei den olympischen Spielen mitmachen und versuchte sich an jeder noch so erdenklichen Sportart. Du meine Güte, ein Sportfilm. Der Vater war dagegen, die Mutter gütig und unterstützend. Seine Beine waren nicht ganz so toll und er wirkte etwas schusselig. Dann begann er mit Wintersport. Ach herrje. Er gewann Medaillen und Pokale mit Skifahren und schlussendlich: Ski-Springen – nachdem man ihm die Reise zu den olympischen Spielen via Skifahren verwehrte. Oder so. Meine Stimmung befand sich auf dem Kälteniveau von Schnee. Aber gut dachte ich mir, gib dem Film eine Chance. Es geht um einen jungen Mann, der seinen Traum verwirklichen will! Und es ist ein britischer Film. Der Darsteller ist sympathisch. Und Wolverine als Klischee-Ami ist dabei.

Also schaffte der schusselige Brite es nach Garmisch zum Ski-Springen um sich für Olympia zu qualifizieren. 15 Meter, kein Problem. Auf zu den 40, und der Fall kommt stets nach dem  Mut. Eine gut gealterte Iris Berben warf sich dem jungen Mann binnen Sekunden an den Hals. Sie muss ein verruchtes Mädel zu ihrer Zeit gewesen sein. Wolverine als ehemaliger Weltklasse Ski-Springer mit Erz-Engel Gabriel bzw. dem kopflosen Hessen als Trainer weigerte sich zunächst Eddie zu trainieren, tut es dann aber doch. Klassiker. Dirty Dancing! Ja, ich habe von Ski-Sprung-Training keine Ahnung. Laut meiner Begleitung, trainiert man jedoch so. Wie in Dirty Dancing also? Wolverines beste Szene war wohl eindeutig jene, in welcher er in super-cooler Ami-Manier mit Zigarette und Flachmann, nur in Jeans und Hemd gekleidet die 90 bei Nacht springt, begleitet von 80er Jahre Musik. Pathetisch, großartig. Ja, man musste lächeln. Man könnte es belächeln. Aber es ist Wolverine, er darf das. Und der Film spielt in den 80ern, da ist es ebenfalls okay.

Die Songs des Soundtracks wurden von Musikern, die u.a. ihren Höhepunkt in den 80ern hatten, und Gary Barlow (Take That) im Stil der 80er neu produziert. Man merkt die Differenz.

Ich ertappte mich dabei, wie ich mir wünschte mehr Filme aus diesem Jahrzehnt zu sehen, die Musik war und ist der Inbegriff von Guilty Pleasure! Zu Schade, dass nur wenige Filme 80er-Jahre Themen aufgreifen. Ich fand auch den Soundtrack von Guardians of the Galaxy großartig.

Meine Begleitung kannte Eddie und erklärte mir, dass das V-Springen erst in modernen Zeiten, nach den 80ern entstanden sei. Aber offensichtlich haben sie keinen mehr gefunden der parallel springen kann. Michael Edwards sei als einer der schlechtesten Ski-Springer der Welt als „heroic failure“ bekannt geworden – auch wenn er einen britischen Rekord von 61 Metern aufstellte. Und wie er sich freute. Wie er tanzte und die Menge jubelte und freute sich mit ihm. Mein Herz sprang mit. Nein, es war sehr nett. Es war wirklich sympathisch. Es gibt demzufolge auch die „Eagle-Rule„, dass bei den olympischen Spielen härter geprüft wird und eine gewisse Leistung erbracht werden muss.

Fein, gut. Ich gab dem Film eine Chance und fieberte in der Geschichte um einen jungen Mann mit, der etwas erreichen wollte, koste es was es wolle. Ganz gleich ob jeder ihm sagte: „Das wird nichts“ oder die Presse ihn auslachte. Scheiss drauf. Er wollte bei den olympischen Spielen antreten und schaffte es auch – trotz Sabotage der eigenen Landsleute. Zwar sprang er nur 70m als er zum ersten mal die 90 sprang, aber hey: Britischer Rekord ist britischer Rekord – da Großbritannien bis 1987 noch kein britisches Ski-Springer Team hatte. Es kommt auf die Sichtweise an.

Der Film endet damit, dass er schlussendlich antritt, die 90 landet und Erzengel Gabriel ihm persönlich gratuliert und sich wieder mit Wolverine gut stellt, weil natürlich und wie denn sonst, der hochtalentierte Springer eben null Disziplin mit sich brachte und sich lieber der Flasche hingab. Du meine Güte.. selbst wenn er lächelt, wirkt Herr Walken schauerlich und creepy. Alt ist er geworden.. und laut  IMDB basieren 10% des Filmes auf wahren Begebenheiten. Dennoch wars nett.

Fazit: Ein netter Film über Wünsche die in Erfüllung gehen und in ihrem brachialen Scheitern zelebriert werden. Illusion of hope: restored.

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work’ish ’n cat’ish things..

Es gibt Tage, da kriecht die Müdigkeit nach dem Mittagessen übers gesamte Gemüt und schläfert so langsam aber sicher ein. War das Mittagessen schuld? Die örtliche Küche würzte diesmal außerordentlich gut. Die Frühjahresmüdigkeit? Wäre ich ein Tierchen, würde ich wohl aus meinem Winterschlaf-Bau kriechen. Der Wetterumschwung? Ich hasse Kälte.. Aber wer weiß das schon, was schlussendlich wirklich dafür verantwortlich ist.. Alles, oder auch nichts. Ein wenig und doch zuviel?

Und die Arbeit mag nicht ruhen – schließlich ist man ein artig integriertes Mitglied der Gesellschaft, und schon dürstet das Verlangen nach Schokolade und dem grausigen Zuckergetränk, Cola. Seht, was als nächstes passierte:

Paint Lvl OVER(!) 9000

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Die Unikatze!

Kurz darauf besuchte mich die Unikatze und der Hunger, das Leid und die Müdigkeit waren vergessen

Die Unikatze ist eine Katze, die laut Gerücht obdachlos auf dem Areal der technischen Universität Innsbruck wohnt. Man geht jedoch aufgrund ihrer wohlgenährten Figur davon aus, dass sie gut versorgt ist. Ab und an kommt sie mich (und andere) besuchen.

Heute sah ich sie durchs Fenster und rief erfreut: „Unikatze!“ Und sofort kam sie angelaufen. Ich öffnete das Fenster und die Katze verschaffte sich Zutritt. Zuerst saß sie auf meinem Tisch, folgend auf mir bis sie sich in einer Kiste niederließ. Ich spielte etwas mit ihr und gab ihr Wasser.

Schlussendlich stattete sie den anderen Räumlichkeiten noch einen Besuch ab, bis Madame zurück in die Freiheit wollte. Natürlich musste ich mich von ihr verabschieden, vergaß dabei meinen Schlüssel und stieg wie die Unikatze oder ein gemeiner Dieb durchs Fenster wieder ins Büro ein.

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Ragecraft 3, I

Omfg. Ein Friedhof. Loot! Bonemeal! Und plötzlich erfasst mich Slowness und Blindness. Well played. Eine sehr sympathische Map bis jetzt. Eifrig sammelte ich Köpfe. Ja, verdammt nochmal: Darum geht es bei Minecraft: Das Haus mit den Köpfen der Feinde zu dekorieren, und Pflanzen und Bilder.. Wenige Stunden später gabs einen Torch-Run, flüchtete der Creeper wegen in die Höhe und wartete auf Hilfe. Übrigens: Creeper und Silberfische.. lästige Kombination.

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Es folgte der todesmutige Sturz in Tiefe in die nächste(?) Area, denn was kann schon mit Feather Falling IV passieren? Ein halbes Herz? Spinnen? Deaths: 4. Ich bin keine gute Spielerin :(

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„The Walking Dead“, S06E13

Gut, gut.. Verspätete Folge zum Frauen-Welt-Tag? Spoiler..

Wir sehen Maggie „I just can’t anymore“ und Carol „I was afraid of this..“ – Beide werden in diverse Raufereien verwickelt, es endet mit dem Tod der „Bösen“. So oder so etwa könnte man die Folge zusammen fassen. Ich hatte ja Hoffnungen für den verbissenen Redhead und sah sie schon Ricks Armen liegen. TWD war für mich weitgehend unromantisch, diesen Hohn haben sie sich selbst zu zuschreiben.

„We are all Negan“ ..man lockt also wieder mit Zuckerstücken am Weg ins Verderben? Dammit, ich brauche die Comics. Ohne Hintergrundwissen ist es fast unmöglich adäquates Review zu verfassen. Ich kann lediglich beurteilen, was gezeigt wird und nicht, ob es im Zusammenhang mit der Geschichte dann vielleicht doch Sinn ergeben mag. Lästig sowas.

Erneut passierte auch in dieser Folge nicht sonderlich viel. Es wurde zu Ende gebracht, was zu Ende gebracht werden musste. Die offensichtlich in dieser Folge präsentierten letzten Überlebenden von Negans Gruppe, wurden eins nach dem anderen auf kreative und lieblose Weise ihrem Dasein entledigt. Die Zigarette im „Kill Room“ war gut und auch die Falle mit dem Walker am Strick, wobei die Blutspuckerin so oder so mit dem Tod liebäugelte, und sie wusste es. Und der Redhead, alleine durch die Ansprache im letzten Drittel war ihr Tod absehbar. Schade eigentlich.

Maggie ist großartig. Carol kann immer noch – will aber nicht mehr. In S06E12 aktivierte sie ihren Todeszähler. Nein, ihre Schwäche war nicht nur gespielt; man ist sich nicht sicher. Sie faked. Wie immer. Oder könnte es sein.. Denke man an die Kekse; kehrt sie ins häusliche Leben zurück? Man zweifelt. Die Geister scheiden sich. Melissa McBride ist gut. Und erneut wird eben getan, was getan werden muss. Meine Güte. Keiner von ihnen will mehr. Geht mir im Endeffekt auch so. Warum ich der Serie dennoch folge: Gewohnheit und noch etwas Neugier, zwei hässliche Laster.

Rick verpasst „Negan“ ohne Zögern einen Headshot. Sind nun doch sie selbst die Schlechten? Ist Rick der Böse, der andere Leute unter dem Schein der Notwendigkeit mordet? Nein, auch Rick mag nicht mehr. Gäbe man ihm die Wahl, würde er sich lieber um das Wohl seiner Kinder kümmern. Erinnere man sich an einige Seasons zuvor, als man den Eindruck gewann, es mache ihnen Spaß. Die Jagd auf die Walkers und deren Beseitigung. Zumindest hatte ich diesen Eindruck. Und öfters fragte ich mich: Drehen sie jetzt alle durch? No na nit, bei all dem was passierte. Jetzt neigt es sich dem Ende zu. Eine Season noch, um die Geschichte zu Ende zu erzählen..

Tjo…jo.. Abwarten…

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„The Walking Dead“, S06E12

Überschlägt sich die Kreativität oder ist es der Anlass, der meine Fingerchen über die Tastatur wetzen lässt? Zu viele Serien die sich dem Ende neigen und/oder zu viele Seminar-Arbeiten die aufgeschoben werden? Da haben wirs. Achja, Spoilers Sweetie.

So möge also der Kampf gegen Super-Evil-BadAss-Villain Negan beginnen. Naivitätsmodus: Check und die Folge war spannend. Sie war wirklich spannend. Vielleicht wurde etwas voreilig gehandelt und man hätte alles überdenken können, wie beobachten, auskundschaften und planen? Und es mag den Anschein erwecken, als wolle man vergeudete Zeit eilig aufholen. Und nicht jeder war damit einverstanden. Es folgte der Ruf zum Massenmord im Gotteshaus: „We kill them all“. Das gute Gewissen blieb zurück. Und schon sind die „walkies“ – gut, das war das letzte mal, dass ich sie so nannte – auf dem Weg zum Söldertum und Carol. Carol möchte eigentlich Kekse backen. „You should supposed to be someone else!“ sagte Carol zu Maggie. Ja, Carol. Ja. Solltest du. Du warst Mutter und misshandelte Ehefrau. Du hast dich von letzterem befreit. Die Not machte dich zur Kriegerin, zur Mörderin, zum Bad-Ass. Dammit. Ich nehme alles zurück, was ich im vorigen Beitrage geschrieben habe. Lasst Daryl leben! Wenn Carol den Titel abgibt, wer soll ihn dann gerecht verteidigen? Michonne, die Zweifel hegt? Glenn? Aaarrl? Zugegeben, ich vermisse das „C“ und die drei „O“s.

Und so trägt es sich zu, dass die erste Instanz zu Morgengrauen gemeuchelt wurde, schnell, geschickt, beinahe leise. Fast ohne Zwischenfälle. Fast. Ninja-Jesus? Ein Bunker, schlafende Soldaten. Und die Qual, „unschuldigen“ Menschen Nachts das Messer in die Schläfe zu rammen fräst sich in die gepeinigten Gesichter. Unschuldig, denn sie können ja nichts dafür.. Moment.. Sind das Bilder von geschlachteten Opfern an der Wand? Aber sowohl Glenn, wie auch Rick müssen sich wahrlich überwinden ihren Auftrag für Ressourcen zu erfüllen. Zombies töten, kein Problem. Böse Menschen töten, die zuerst angegriffen oder jemanden verletzt haben, meh aber auch nicht so tragisch. Menschen vorsätzlich in ihrem Schlaf zu töten? Achievement unlocked.

So wurde der Sieg ohne Opfer errungen und es gäbe Waffen sowie allerhand Dinge mitzunehmen. Fahrzeuge in Reih und Glied dem Sonntagsausflug gleichend. Man umarmt sich, reicht sich die Hände. Schön wars nicht, aber notwendig. Der Friede fordert Opfer. Einst war es nur der Kampf gegen die Zombies; die Zombies – pardon Walkers – sind nun mehr das geringste Übel. Der wahre Teufel steckt im Menschen selbst und trägt viele Namen.

Daryls Motorad! Welch Freude. Die Szenerie trügt und eine weibliche Stimme fordert Rick und seine Gefolgschaft auf, die Waffen fallen zu lassen. Zugegen, das „W..“ lag schon am Finger. Ha! Carol und Maggie in den Händen Negans? Well, well.. Lets fetz.

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Lasst sie doch mit Würde sterben

Ich nehme das Murmeln über Norman Reedus eventueller Abschied aus TWD zum Anlass um auf eine wichtige Angelegenheit hinzuweisen, die mir in diesen Tagen wieder mal deutlich aufgefallen ist: Lasst ehemals gute Serien mit Würde sterben – bevor sie künstlich am Leben gehalten durch die Medienwelt trotten. Pro Sterbehilfe für komatöse Serien!

So hätte man Buffy nach der 5. Season absetzen können und Firefly katapultierte sich mit nur einer Season in den Legenden-Himmel. Ich gehe jede Wette ein, hätte es von Firefly mehr als 5 Seasons gegeben, wäre die Serie dem selben Schicksal erlegen wie es derzeit TWD, Doctor Who und TBBT erfasst. Letztere ist von mir, deren geekiger- und naturwissenschaftlicher Humor den besonderen Reiz ausmachten, schon vor Jahren begraben worden. Ich bekomme lediglich nur mehr via Social Media mit, dass Sheldon defloriert wurde und irgendwer schwanger ist. Wtf?

Und so auch TWD. Während ein jeder auf frisches Blut in FTWD hofft, scheitern beinahe alle Versuche mit Menschen über TWD ins Gespräch zu kommen. „Früher wars besser“ und „Interessiert mich nicht mehr“ sind die häufigsten Aussagen. Und ja, auch die Glenn-Aktion trug dazu bei, neben den sich endlos wiederholenden Geschichten und dem Gefühl, dass „die Luft draußen ist“ und „der Drive fehlt“, dass die Serie zum Produkt ihres Inhalts wurde. Sicherlich, TWD lebt von Gore und Zombies; ein friedliches Zusammenleben und Wiederaufbau wäre utopisch und schlecht für das nach Gewalt hechelnde Publikum, also die Quoten und Streams. Ja, es wäre langweilig und niemand interessierte sich dafür. Lösung: CGI-Zombies! Nein.

Erst vor wenigen Tagen kroch mir oben verlinkter Artikel über den Bildschirm und ich dachte an Darlys Ableben. Und zu allem Erstaunen berührte es mich weniger als erwartet; im Vergleich dazu, wie es mich noch vor zwei Seasons getroffen hätte. Also ja, natürlich wäre ich enttäuscht, aber .. Eben: Das „aber“ entkräftet mehr oder weniger die Aussage des Satzes. Damals hätte ich verbale Morddrohungen von mir gegeben und meine Trauer und Wut via Social Media geteilt. Davon abgesehen, dass heute niemand mehr Status-Beiträge verfasst.. Doch jetzt. Jetzt ist es okay. Es ist immer noch meh, aber soweit in Ordnung. Gebt ihm seinen Frieden. Daryls Geschichte ist zu Ende erzählt. Die Figur vollzog seine Verwandlung vom rassistischen Idioten hin zum integrierten Mitglied einer Gruppe, auf die er Acht gibt und an deren Seite er kämpft. Der Bad-Ass-Faktor ging an Carol und Daryl wurde zur Nebenfigur degradiert, dessen dürftige One-Liner kaum über die Tatsache hinweg trösten, dass es das eigentlich war. Ein kleiner Widerstand mag jaulen, aber es wäre besser so. Unter anderem ergäbe sein Ausstieg aus der Serie dahin gehend Sinn, als dass manche Darsteller bei diversen Conventions gewisse Aussagen tätigten und Reedus bereits für anderweitige Projekte unterzeichnete, wie beispielsweise – und das kann niemanden wundern: Eine Serie über Motorräder.

So gebt TWD und den noch verbleibenden Charakteren ihren würdevollen Tod. Eine Season noch, und dann ist Ende. Keine Spin-Offs mehr. Keine Fortsetzungen oder Specials. Der Doctor hätte es nötig, sowie die Zombies.

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Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Popkultur 'n Geek-ish, TV-Shows!