„Jessica Jones“, Season 1

Verspätet. Spoiler. Buffy?

„Buffy? Is that you?“ war mein unmittelbarer Eindruck nach der ersten Folge. Nach der letzten Folge war ich mir sicher: Buffy, nun dunkelhaarig, arbeitet Undercover als P.I. Es folgt ein Review mit Spoiler. Nein, ich habe die Comics nicht gelesen.

Inhaltliches

Jessica Jones, die „Bitch“ aus Appartment 23, ist düster. Die Serie, sowie die Protagonistin. Sie ist Alkoholikerin. Ihre Erscheinung ist dunkel. Ihr Verhalten ist a-sozial und herablassend, bis auf den Menschen, den sie liebt. Krysten Ritter ist die perfekte Besetzung. Kroch in Breaking Bad und Don’t trust the Bitch.. aufgrund ihres Schneewittchen-Looks etwas Neid aus der Höhle der Eitelkeit, darf sie sich hier natürlicher und vom Lebensstil gezeichneter geben.

Ihr Gegenspieler: Der Doctor. Nein, Kilgrave. Nein, der Doctor. Dammit! Kilgrave, der durch das Experiment seiner Eltern dazu befähigt wurde, die Handlungen anderer Menschen zu kontrollieren und folglich allerhand grausame Dinge anstellt. Wie.. Menschen von Häusern springen, sich selbst erstechen und sie sich gegenseitig töten zu lassen und so weiter..

Aber der Doctor! Er kann doch gar nicht böse sein, ist er doch so charmant! So romantisch! Ihr altes Kinderhaus kauft er ihr und richtet es nach damaliger Garnitur ein! Nein, so romantisch ist er. Tut er es doch nur aus Liebe und Faszination, und wie sie ihm widerstanden hatte! Will er doch nur bei ihr sein. Verurteilen? Niemals! Der Doctor ist nicht böse.

Zugegeben. Ich sympathisiere viel zu sehr mit dem 10. Doctor als dass ich ihm den sadistischen Psychopathen übel nehme.

Dann gibt es den „unverwundbaren schwarzen Mann“-Luke Cage aka Semi-Love-Interest von Jessica, der hier und da mal auftaucht, dank seiner Kräfte auch als Semi-End-Boss fungiert und mittlerweile seine eigene Serie erhalten hat. Zwei Sidekicks, die beide einst unter dem Einfluss des Gegenspielers standen. Und eine kaum gealterte Trinity natürlich, die „legal option“. Eine perfekte Quintessenz.

Zur Serie selbst

Was mir auffiel und sogleich als sympathisch empfand: Apple-Produkte fehlen gänzlich – was zwar in Nordamerika unrealistisch wäre, aber immerhin. Gibt es eine Koalition zwischen Netflix und LG, Samsung und Acer? Natürlich gibt es etwas „GayPorn“ wie für Netflix üblich und! Alle Hauptdarsteller sind über 30. Weil immer wieder zur Diskussion steht, Frauen über 30 seien in Hollywood fast chancenlos was ein gutes Rollenangebot betrifft. Mag sicherlich sein, dass für Blockbuster das 23jährige Mädel als Mutter heran gezogen wird, was aber offensichtlich bei Serien oftmals nicht der Fall zu sein scheint.

Die Serie selbst besteht aus zusammenhängenden Folgen; es wird also eine kontinuierliche Geschichte erzählt, was zu 4 von 5 funktioniert. 7 von 10. Die anfänglichen Nebeninvestigationen und Seiten-Geschichten lenken etwas davon ab. Und sicherlich fügen sich all die Details gegen Ende in ein stimmiges Ganzes zusammen, aber ich hatte während manchen Folgen das Gefühl, dass der Bogen der Seitengeschichten etwas überspannt wird. Trinitys Scheidung und Midlife-Romanze mit der Sekretärin, die Drogen-Geschichten des zweiten Sidekicks, die Geschichte von Trish Walker. Klar, die Ex von Trinity wurde für den Showdown benötigt, der Junkie stand unter Kilgraves Einfluss und die Mutter-Tochter-Beziehung wirft ebenfalls ein Licht auf Jessicas Vergangenheit. Ich spreche den Geschichten den Sinn nicht ab, sie waren nur etwas.. unstimmig inszeniert?

Mit der Erwähnung der „IGH“ wurde auch schon der Stein für die zweite Season gelegt.

Fazit: Buffy, zeitgenössisch für Erwachsene adaptiert.

Wissenswerte Informationen, dank meines informierenden Informanten:

Jessica Jones orientiert sich zeitlich nach Daredevil und post Avengers, vermutlich auch nach Age of Ultron. IGH ist ein Mysterium, welches in der kommenden Season vermutlich behandelt wird. Zwar gibt es viele Firmen und Versuchsprogramme in den Comics, IGH ist jedoch keine davon. In den Comics war Simpson ein Experiment des Weapon Plus Projects, was hier aber nicht verwendet werden kann, da dies aus den X-Men Comics stammt. Wir erinnern uns: Rechte und so. Vorgänger des Weapen X Projects war beispielsweise jenes, dass Logan/James Howlett zu Wolverine machte. „Schuld“ an Jessicas Kräften war in den Comics eine Substanz, die vom Militär transportiert wurde. Man schätzt, dass die IGH letztlich auch hinter den Kräften von Daredevil und Luge Cage steckt.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Popkultur 'n Geek-ish, TV-Shows!

Eine Antwort zu “„Jessica Jones“, Season 1

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