Woche #20

Für (8). Sie mag meine Wochen-Einträge.

Just in dem Moment, als ich mich Zuhause bei etwas Minecraft von den anstrengenden Strapazen des universitären Alltags erholte (Block-LV, Samstags um 8:30…), las ich mit entsetzen, dass im bergigen Tal des ewigen Winters (bis auf drei Monate) Dieter Bohlen mit einem offenem Casting antanzen möchte, bei dem ein jeder Wicht zeigen soll, was er kann. Ein jedes Talent (laut FB) sei willkommen. Hurra! Hurra! „Offen“ bedeutet vermutlich: Ich mache mich nicht nur auf YouTube und der gesamten Welt zum Affen, was sich via Internet-Verweigerung zeitlich ausblenden lässt, sondern auch live vor eventuellen Bekannten und Arbeitgebern? Wtf?

Und wie es der Zufall will, referierte ich heute über Castingshows! Und was trug ich zu den Problematiken und Risiken vor? Der Sender hat u.a. das Recht zur Verfälschung und wiederholenden Demütigung und klärt die jungen Leut natürlich nicht über deren Rechte auf. Man muss sich darüber im klaren sein, dass Castingshows von Inszenierung und Belustigung leben und diverse Typen stilisiert werden: Freaks, Zicken, Supertalente, was auch immer, nur um danach gebrochen oder weiter vermarktet zu werden. Das Dschungelcamp recycelt gekonnt die „Meeedchen“ von GnTM. Pro7-Ception.

The Voice hat immerhin begleitend einen Therapeuten dabei, was wichtig ist, da die gesamte Teilnahme von Bühnenpräsenz bis zur Ablehnung aufs Gemüt schlagen kann.

Soviel dazu.

Dann hörte ich ein Referat über Game of Thrones und einer der Referenten meinte, Ned Stark und Daenerys seien die „moralischen Anker“ der Serie. Ned Stark, okay. Aber Daenerys? Sie ist genau so heiß auf den Thron wie alle anderen, außer Jon Snow. Haben die die Serie überhaupt gesehen? Ich wollte etwas sagen, wollte mich kundtun, aber ich hasse Aufmerksamkeit. Also überlegte ich und zerbrach gänzlich an meinem Zwiespalt. Aber dann erinnerte ich mich an meinen Blog hier und alles war gut :)

Aber wer zum Teufel hat sich das einfallen lassen? Aber je länger ich darüber nachdenke: Sie kämpft um Autonomie, Macht und ihr Geburtsrecht auf den Thron. Sie brennt nur die nieder, die ihr im Weg stehen. Wenn ich jemanden nieder brennen würde, der mir im Weg steht, würde man mich mit Zwangsjacke (Eurovision, wtf…) einweisen. Realität =/= Fiktion. Hm. Was? Da war eben ein Schmetterling. Nachtfalter sind auch Schmetterlinge. Es ist 00:40.

Das leidige Thema: PowerPoint. Links funktionierten nicht, Videos wurden nicht eingeblendet. Ich gebe dem Konstrukt selbst, der PowerPoint an sich, die Schuld. Nicht nur bei uns. Viele hatten das Problem. Und sicherlich, bei einem Thema wie „Medien“ oder dergleichen erlaube ich auch digitales Bildmaterial und als wundersame Bildschau funktioniert sie auch einwandfrei. Aber, Interaktivität! Bald fertigen wir Inhalte und Präsentationen für die VR an! Dennoch: Ich hasse PowerPoint. Ich, persönlich, bin unfähig eine ästhetische PowerPoint herzustellen. Außerdem sollen die Leute während meinem Referat auf ihr Telefon schauen oder am Thesenblatt kritzeln..

Achja, Sonne! Endlich. Wärme. Hitze!

Doch die Wolken der BP-Wahl mögen die euphorisch kindliche Freude etwas im Zaum halten.

Und so meinen böse Zungen zu zischen, die zur Schaustellung sei nicht minder inszeniert: Vom TV-Duell auf ATV ist die Rede, ein Nebenprodukt der derzeitigen politischen Situation Österreichs, die sogar in der NYT eine Wähnung findet. Ich gebe keine Wahlempfehlung ab, aber in diesem Falle bekenne ich mich zur Grünen Option. Wir können nicht alle nach Kanada auswandern. Ob deren Zäune flauschig weich sind? Zäune aus Zuckerwatte!

Zum TV-Duell:

Bis zur Minute 20 dachte ich mir: Joa. Gesittet. Ein Professor, den ich mir bei der Prüfung freundlich aber streng vorstelle: „Also Frau XY, a bissl was lernen hättens schon können. Ich gebe Ihnen eine drei.“

Ab Minute 22 dachte ich mir: Hofer-Wähler sollten entmündigt werden. Ernsthaft. Wtf? Mit solchen Mitteln? „Jop, Mädel. Das ist Politik.“ Wtf? Selbst wenn jemand seine Ansicht teilt, diese Art sich zu präsentieren war ein kräftiger Schlag ins Gesicht. Aber in Ordnung, die Medienmacher bekommen was sie wollen – Lügner nenne ich jene, die behaupten, es war nicht beabsichtigt. Und das Volk sieht was es sehen will, aber auf Kosten der Repräsentanz und der Zukunft Österreichs? Offensichtlich reicht der Keller-Fetisch nicht aus..

Wenn man negative Werbung machen möchte, dann ist dieses legendäre Medienereignis („seit 40 Jahren“) wohl der beste Lehrmeister: Für beide Kandidaten. Der Professor ließ sich wie ein Schuljunge einschüchtern, während der Populist zeigte, dass er im Rhetorik-Unterricht aufgepasst hatte. Never ever ever again. Ernsthaft. Was soll das? Der eine verlor, weil er sich nicht adäquat wehren konnte, der andere verlor, weil er es offenbar notwendig hatte, jemanden anzugreifen, um sich besser zu stellen. Es war eine Katastrophe.

Und bald geschickt es sich für den anständigen Bürger, der Jahrhunderte lang um Mitbestimmung kämpfte, zur Wahlurne zu schreiten und Österreich nicht komplett dämlich aussehen zu lassen.

Literaturtipp übrigens: Sabatina James: Sterben sollst du für dein Glück. Gefangen zwischen zwei Welten. München 2004.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Just about Life, Kulturelles

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s