„BFG – Big Friendly Giant“

Sowie der Trailer Großes versprechen mochte, so warnte er auch vor einer gewissen Erwartungshaltung. Und das lag nicht zwangsläufig nur an dem Namen Steven Spielberg, den man mittlerweile mit Skepsis beäugt, sondern an den eigenen Erwartungen. Man sehnte und wünschte sich eben gerade auf Roald Dahl’s Vorlage, auf den Trailer mit seinen sanften Farben und der Märchenhaften Atmosphäre einen glaubhaften und verzaubernden Fantasyfilm.

Nun, wie ich andeutete: Steven Spielberg war beziehungsweise ist neben Schindlers Liste (1993) als Schöpfer zahlreicher Ikonen der Popkultur bekannt: E.T. (1982), Indiana Jones (1981, 1984, 1989), Jurassic Park (1993), Der weiße Hai (1975) und sogar Hook (1991). Mit gemischten Gefühlen erinnerte man sich an das Saal füllende Popcorn Kino wie Saving Private Ryan (1998) oder die Katastrophe Twister (1996). Und Wikipedia nannte mir ein paar SF-Klassiker, deren teils Neu-Verfilmungen auf seine Kappe ging: AI – Künstliche Intelligenz (2001), frei nach Isaac Asimov oder Minority Report (2002), frei nach Philip K. Dick, oder Krieg der Welten (2005), sehr sehr frei nach H.G. Wells, die sich von teils solide und teils grottig die Spannweite teilen. Sicherlich, folgt man dem „klassischen SF“ Prinzip, dass sich SF durch seine Ideen glorifziert und sich weniger auf die schöne Sprache reduziert, so könnte man schließen, dass die Filme lediglich die Idee transportieren, aber auf schöne Bilder verzichten sollen. Und genau das taten sie, nicht. Schöne Bilder, Emotionen, aber zu wenig Idee. Für gute SF empfehle ich u.a. die Serie Black Mirror, aber ich weiche ab.

Gut. Der Saal fast leer, die Vorführung auf englisch, die Werbung auf deutsch, zweisprachig erzogene Kinder in den letzten Reihen, und entgegen der Hoffnung, fanden sich hier wirklich die besten Szenen im Trailer wieder.

Was mich teilweise schockierte und ich aus rationaler, „erwachsener“ Sicht absolut schrecklich fand waren die Darstellungen der bösen Riesen. So grässlich und böse und Furcht einflößend. Mein erster Gedanke war: Sowas zeigt man Kindern? Wachsen Kinder von heute auch noch mit Grimms Märchen und abgeschnittenen Zehen und Fersen sowie von Dornen erblindeten Menschen auf? Und nicht zu vergessen: Artax Tod in Die Unendliche Geschichte und der rote Stier in Das letzte Einhorn. Aber ich schweife erneute ab.

Dritter Versuch: Der Film war atmosphärisch, kindisch, kindlich und auch witzig. Die Szene bei der Queen artete etwas aus, aber das war okay. Wenn man die Gelegenheit hat einen Riesen bei der Queen vor zu laden, dann auch mit ausreichend Zeit. Wenn ich sage, dass ich den Film nett fand, so meine ich das nicht böse. Ich fand ihn sehr nett, aber wenn man sich beispielsweise an Stardust (2007) auf der Vorlage von Neil Gaiman erinnert, dann vermisst man bei BFG das gewisse Etwas. Natürlich, die Ideen eines Roald Dahls sind großartig, die Verfilmung erreichte dann aber dennoch nicht den 100% Wow-Effekt. Einerseits schade, aber es war in Ordnung.

Fazit: 3 von 5 Riesen für die Angst einflößende Darstellung der garstigen Riesen, 5 von 5 Waisenkinder für das kecke Waisenmädchen und 12 von 10 Träume für die Idee dahinter.

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Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

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