Monatsarchiv: September 2016

„Gotham“, S03E01

Vor wenigen Wochen erhaschte man durch die Promofotos der dritten Season von Gotham einen ersten Blick auf die gealterte Poison Ivy. Schon zuvor waren Plot und Co bekannt gemacht worden, was ein Shitstorm sondergleichen nach sich zog. Nicht ganz unberechtigt.

Als ich die Nachricht hörte und folgend auch das Promofoto sah, war mein erster, zynischer Kommentar: „Sex Sells“ – Sicherlich, Poison Ivy ist ein sexualisierter Charakter, die sich gerade durch Verführung Männer gefügig macht und das ist soweit in Ordnung. Die Tatsache jedoch, dass eine bereits eine talentierte Schauspielerin gefunden war, die diese Rolle eben schon repräsentierte und der Charakter (vermutlich) zugunsten von „Sex Sells“ eben ein Jahr über das „Age of Consent“ gealtert und somit ausgetauscht wurde – hinterlässt doch einen faden Beigeschmack.

ivy

Links: alte Ivy. Rechts: neue Ivy.

Von offizieller Seite lautete das Statement dazu:

„We made the change for two reasons: The character Ivy in the comics, one of her greatest powers is the power of seduction. Everyone was much more comfortable with that with an older actress as opposed to a teenager. We want to explore that classic, canonical power of Ivy. And we didn’t just make her older with that attack. When she’s changed and transformed, there’s a real character change as well. She’ll still have some of the same traits, but she’ll be much darker, more manipulative than the Ivy we’ve seen so far. There’s a more evil quality to her as well. It’s more than just physical.“

Aber:

Warum wird der Charakter, der von einer 28jährigen Schauspielerin dargestellt wird, eben mal 19 Jahre gemacht um den (in Serie wie Realität) 15 jährigen Bruce zu verführen? Warum nicht 22? Vielleicht etwas aus der Luft gegriffen, trotzdem. Der geistige Zustand von Ivy beträgt dabei immer noch 14, nehme ich an. Man wird es vermutlich in Folge zwei erfahren.

Des weiteren stellt sich die Frage, warum die Produzenten, selbst wenn sie zu Beginn noch nicht wussten, wohin mit der Serie – und davon gehe ich aus* – nicht gleich von Anfang an, eine ältere Ivy gecastet, und/aber eben als Neben-neben-neben-Charakter behalten hätten, wenn man doch ganz genau weiß, dass sie eines Tages als guter Villain einsetzbar ist. Sicherlich, sie haben den Joker auf drängen von Fans mehr oder weniger frühzeitig zum Einsatz gebracht, und mit dessen Tod das Thema, meiner Meinung nach, ganz gut gelöst, da nun „ein jeder“ der Joker sein könnte, was durch den Auftritt von Lori Petty (derzeit bei Orange is the new black, ehemals Tank Girl) verdeutlicht wurde.

Nun, hätte man vor Sicht der Episode nicht gewisse News zu sich genommen und wäre unvorbereitet in die Szene gestolpert – die Episode war wirklich etwas holperig – seufzte man vielleicht immer noch ein schwaches „Naja…“ aus, aber die Folge kratzte gerade noch Kurve: Die kleine, creepige Ivy, auch schon etwas größer, läuft der Katze entgegen ihrer Warnung nach, wird vom „Altenbrunnen“ kurz berührt und stürzt in die Kanalisation. Ende. Okay. Fein. Whatever.

Zur Episode selbst:

Die Handlung knüpft sechs Monate nach dem Season Finale an. Fish, die zwischenzeitlich alle entlaufenen Kreaturen von Hugo Strange zusammen gesammelt hatte, spürt nach jedem Einsatz ihrer Kräfte immer mehr die Nebenwirkungen: Ihr Körper stößt die Modifizierungen ab. Ms Peabody kann nicht helfen und stirbt den Altentod. Schade. Der Penguin, mein guter, mein lieber Cobblepot, kümmert sich um den Rest von Gotham und gesellt sich zum Riddler. Mein Herz hüpft vor Freude und ruft schon nach einem Spin-Off! Ich fand auch Barbara erneut großartig, sie erinnerte mich (wieder mal) etwas an Harley Quinn. Der Butler (übrigens der Sohn des dritten Doctors), fähig andere Leute durch die markante Stimme zum Schweigen zu bringen unterstützt klein Batman, der gefühlte 5 Jahre gealtert ist und ohne sich von der Katze zu verabschieden, jene Zeit in der Schweiz verbracht hatte. Doch er kehrte nicht ohne Grund zurück.

*Die Ungewissheit bezüglich der Zukunft von Gotham lässt sich auch leicht an der Wandlung von einer „realistischen, düsteren Polizei-Serie“ hin zu einer „vs. Supervillains à la Buffy“ gut erkennen.

Mich erinnerten die ersten Szenen dieser Folge wirklich an eine reguläre Buffy-Folge: Ein Monster rennt durch die Straßen, es tötet Leute, raubt Geschäfte aus. Plötzlich steht Buffy vor ihm – hier James Gordon – und erledigt das Monster – oder auch nicht – hier der Truck – und gegen Ende wird aufgeklärt, was es mit dem Raub an Medikamenten auf sich hatte. Die Geschichte spinnt sich weiter. Sicherlich, der amüsante Touch fehlt, weil Gotham ernst und düster ist, wie die ständigen Wolken, der Nebel und das schlechte Wetter beweisen und man fühlt sich schon ganz schlecht, wenn man nur die Rauchfetzen und die dreckige Stadt sieht – aber sogar die Puns sprechen für eine Auflockerung und einen Richtungswechsel: „Penguins eat fish.“

Soviel derweil dazu.

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#Bpwahl16: die Anfechtung nach der Anfechtung

Wir nähern uns der Zielgeraden. Das Kopf an Kopf Rennen mit den United States of f*cking America geht um den Sieg in Sachen Peinlichkeiten in die letzte Runde. Während es Atombombentests in Nordkorea gibt, Terror und Klimawandel ernstzunehmende Themen sind, dominiert in Österreich das #Uhugate. Es tropft der Neid eines jeden Kabarettisten von seiner krausen Stirn.

Aber war es nicht ersichtlich, das etwas, dass mit einem Löwen in Bayern und Männern in braunen Uniformen begonnen hatte, nur so weiter gehen konnte?

Es betrifft also die Verschiebung der Wiederholungs-Wahl, der Stichtag des 11.11 um 11:00 wäre ideal, um mit gebührendem Ernst zur Urne zu schreiten und die Demokratie für Tod und Begraben zu erklären. Denn wozu via Briefwahl 900 000 Bürger wählen lassen, wenn es auch ohne ginge, so die Verlierer-Partei.

Die Wahl wird also am 4. Dezember wiederholt. Freuen wir uns auf eine Wahlkabine, die nach Lebkuchen und Zimt duftet, ein Punsch davor, den Glühwein danach; die Welt wird uns beneiden, oder belächeln. Und wenn Österreich brav gewählt hat, bekommen wir am 6. einen alten Mann mit Bart oder den jungen mit Stock. Nicht der kühnste Witzbold hätte sich je ausmalen können, dass Klebstoff einmal eine ernst zunehmende Demokratie Diskussion auslösen würde.

Es zieht sich die Frage durch die Medien, ob der Vorfall als „technisches Problem“ abgetan werden kann, wie der Vizekanzler dies nennen mag. Und sicherlich, es ist zwar möglich, dass Menschen in den Weltraum geschickt werden, aber Wahlkarten zu produzieren, die halten, bringt die Technik offensichtlich an ihre Grenzen. Dass das ganze Schlamperei war, daran denke nur der Ho(h)nig züchtende Imker, wenn er wieder einmal die Politik bitterlich versüßt. In diesem Falle gilt eben typisch Österreichisch: „Werd scho irgendwia halten.“ Um ein Kuvert gut zuzukleben müsste man halt doch Spiderman sein und somit liegt es an der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft die österreichische Demokratie zu retten, noch bevor GRRM den nächsten Game of Thrones Band veröffentlicht.

Aber man muss dem ganzen was zu Gute halten: Es entstanden die Zeiten überdauernde Running Gags, unfassbare Vollidioten haben sich dem Verfassungsgerichtshof als solche geoutet, Geschichten wurden geschrieben, die noch den Kindeskindern erzählt werden können und die FPÖ bot Politikkabarett vom Feinsten. Man soll nicht unbescheiden sein, diese Odyssee hat einiges zu bieten. Ob es sich lohnt die defekten Wahlkarten auf Ebay zu verkaufen, so als ein Stück „österreichischen Kulturguts?“

Das Unwort des Jahres muss lauten:
„Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung“

Danke Standard-Newsticker-Forum für die herrliche Unterhaltung, Muse und Anleihen für diesen Beitrag:
Bundespräsidentenwahl wird auf 4. Dezember verschoben, am 12.9.2016

Das Ausland sagt dazu:

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Verzweiflungslevel: Team Instinct

Gerade eine Arena eingenommen, laufen eifrige Kinder vorbei.
Ich: „Gebt mir 5 Minuten!“ Und sie schauen mich irritiert an.
Ich: „Ihr spielt Pokémon, oder?“
Sie: „Ja.“
Ich erneut: „Ich bin Team Gelb, 5 Minuten! Gebt mir 5 Minuten, um die Coins zu holen.“
Und die Kinder: „Wir sind auch Team Gelb!“
Erleichterung setzte ein.
Im Hintergrund hört man meine Arbeitskollegen lachen. Ein boshaftes Lachen.
Resultat: 2 Arenen. Immerhin etwas – die nach 20 Minuten wieder weg sind. Thug Life.

Ein Kommentar

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„Mike and Dave Need Wedding Dates“

Ohja! I did it! Es folgt ein höchst subjektives und kaum informierendes Review.

Ich musste zuerst lange überlegen, ob ich dafür Geld ausgeben soll oder nicht und hatte mich noch gewundert, wer sich in solch einen dämlichen Film setzt, als ich eine weitere einzelne Reservierung sah. Und schlussendlich waren es inklusive mir drei verzweifelte Gestalten, die sich, allesamt ohne Begleitung und aus welchen Gründen auch immer entschlossen hatten, sich den Film anzusehen. Das Mädchen war vermutlich wegen Zac Efron dort („Vorurteil!“), ich besuchte die Vorstellung wegen Aubrey Plaza (Parks and Recreation) und der Herr, der hinter mir saß, war vermutlich wegen Anna Kendrick dort („Vorurteil!“), derzeitige Favoritin um Marvel’s Squirrel Girl. Das Wunsch-Casting ist berechtigt. Allerdings äußerte auch Stranger Things Darstellerin Shannon Purser (Barb) Interesse. Eine wissende Meinung räumt ihr jedoch wenig Chancen ein, sie habe zu wenig gemacht und je nachdem wer schlussendlich den Film produziert, wären die Chancen gegeben oder auch nicht. Man zweifelt.

Zum Film:

Basierend, auf einer mehr oder weniger tatsächlich realen Geschichte (die Links informieren dezent), gewinnt der Film besonders durch die vier sympathischen und absolut derben Hauptdarsteller. Wir lieben Aubrey als zynische April Ludgate in Parks and Recreation; Adam DeVine darf derzeit etwas in Modern Family mitmischen; Zac Efron ist, meines Wissens, ein Teenieschwarm(?) und Anna Kendrick war bisher nur in Nebenrollen, u.a. in Twilight zu sehen – mir war sie, bis eben auf die Gerüchte um Squirrel Girl, unbekannt. Ein gute Gelegenheit also mir ein genaueres Bild von ihr zu machen.

Die Witze sind tief, manchmal sogar tiefer als man sie sich erwartete hätte, hätten jedoch durchaus noch tiefer sein dürfen, wie im Abspann gekonnt gezeigt bzw. improvisiert wurde. Die Story ist 0815: Allzeit Versager slash Party Jungs, die zur Hochzeit der kleinen Schwester, anständige Dates mitbringen sollen um nicht erneut Chaos zu stiften, treffen auf ihre (weiblichen) Meister und ruinieren (fast) die Zeremonie. Mit vereinten Kräften und bis dass der Tod sie scheidet, endet schlussendlich alles in einem Happy End, no na nit, wir sind immer noch in einer von Hollywood produzierten Komödie. Nett fand ich, dass die Selbsterkenntnis über das (fast) ruinierte Leben, Geschlechter unabhängig geschah. Das eine Geschlecht wollte sich nicht um des anderen wegen bessern, sondern um seiner/ihrer Selbstwillen. Immerhin etwas.

Fazit: Entgegen der Annahme, dass der Film richtig schrecklich sein musste, war er im Endeffekt, zu dritt allein im Kino und von Scham gepackt, für so etwas Geld ausgegeben zu haben, doch ganz unterhaltsam. Sicherlich, die spärlichen Besucher sprechen nicht unbedingt eine Empfehlung aus, aber er ist auch nicht so schlecht wie man zunächst annehmen mag. Die aktuelle Wertung von IMDB von 6,2 ist berechtigt.

Und wäre Madame (8) meinem Vorschlag gefolgt, und hätte sie sich den Film parallel in der ca. 400km entfernten Hauptstadt, geistig gemeinsam aber bedauernswerterweise physisch getrennt mit mir angesehen, hätten wir uns fabelhaft darüber amüsiert! Denn so blieb das Vergnügen nur auf meiner Seite und etwas unvollständig, als wie, wenn sie den Film mit mir gemeinsam angesehen hätte. Right in your feels! (8)

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Happy Birthday Star Trek!

Ich hatte gestern sogar noch daran gedacht, etwas bezüglich Star Treks 50 jährigem Jubiläum zu posten, beließ es dann aber doch bei einem Instagram-Post und ein paar guten alten TOS Folgen. Danke Netflix.

 

Es ist tatsächlich erstaunlich, dass die Serie seine ersten paar Folgen überlebte. Denn betrachtet man TOS heute, fern von Kindheitserinnerungen und jugendlichem Gezeter, dass Mr. Spock eindeutig der coolere Charakter als Kirk war – ich kenne übrigens keine(!) Frau, die Kirk attraktiver als Spock gefunden hätte, denn vergleicht man die Reaktionen mit Stargate hatten sowohl MacGyver als auch Daniel Jackson eine große weibliche Fanbasis – ist die Serie, und vor allem die deutsche Synchronisation sehr… sehr… trashig. Aber genau das, und die Kindheitserinnerungen, machen vermutlich den Charme aus. Ganz abgesehen von der Musik, den Farben, den Geschichten, den Absurditäten und natürlich: Der Enterprise. Ich sehe, es wird wieder Zeit TOS durch zu schauen. Der Dank geht an meine Mutter, die mich damals vor den Fernseher setzte und sagte: „Schau! Der hat spitze Ohren!“ Oder so. Und ja, zu jener Zeit war es offensichtlich noch in Ordnung Kinder vor den Fernseher zu setzen, ohne dass aus allen Seiten ein „Bad Parenting!“ gekrochen kam.

Dank den Fans dauerte TOS drei Seasons und stärkt seit je her einem großen Fandom den Rücken. Während man in den 1980ern und 1990ern noch schief angesehen wurde, darf sich Star Trek heute großer Beliebtheit und einem festem Kultstatus erfreuen. Dies liegt nicht nur am cinematischen Reboot, sondern auch dem aktuellen „80er Jahre Revival“ in der Popkultur, die alles heraus fischt, was in den 80ern und 90ern in Film und TV so anzutreffen war wie Jurassic Park, Mad Max, Independence Day, Star Wars, die Clinton Ära, und so weiter.

Oftmals und gerne verweise ich auch oft auf die fehlgeleitete Meinung, Star Wars sei Science-Fiction und erkläre beharrlich, dass die Welt um die Ewoks und Co „der Macht“ wegen gänzlich der Science-Fantasy zuzuordnen sind, während Star Trek sich an Wissenschaft und Technik, fremden Planeten und außerirdischen Lebensformen sowie der Idee einer besseren Welt orientiert. Star Wars ist eine Filmreihe über Abenteuer, Liebe und Gut gegen Böse, die eben im Weltraum spielt. Die Crew von Star Trek katalogisiert und untersucht und wird oftmals durch unvermeidliche Zwischenfälle unterbrochen, die dem Captain unvergleichbare und Gazellenartige Bewegungen entlocken. Und weil sich beide auf gänzlich andere Dinge fokussieren und eine gänzlich andere Geschichte erzählen, ist es möglich und vollkommen legitim, beides zu mögen – entgegen der verbreiteten Meinung, man könne nur dem einen oder dem anderen Fandom angehören.

(Platzhalter, falls mir Nachts während dem Einschlafen noch wertvolle Informationen und Anekdoten einfallen.)

In diesem Sinne: Live Long and Prosper!

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Well, well, well

Die Bundespräsidentenwahl, No. 2, in Österreich steht bereits in den Startlöchern, die Gesichter grinsen von den Plakaten und eigentlich mag man nicht. Man mag nicht erneut wählen gehen, man wählte bereits und eine Neuauszählung der betroffenen Bezirke wäre ausreichend gewesen.

Zur Erinnerung: Die Verliererpartei (FPÖ) forderte eine Wahlwiederholung, da unter den gegebenen (und wie seit jeher bekannten österreichischen schlampigen) Umständen, die Möglichkeit eines Betruges gegeben war. Man konnte zwar keinen Betrug feststellen, aber der Klage wurde stattgegeben, die Wahl wird wiederholt. Und kurz darauf ein Sprecher, sinngemäß: Wir wiederholen so lange, bis das Ergebnis passt.

Man mag sich an den Kopf gegriffen haben, als man erfuhr, dass der Brexit das Resultat eines schief gelaufenen internen Machtspieles gewesen war. Und man mag nur den Kopf schütteln, wenn man sich den amerikanischen Kandidaten Trump ansieht und hoffen, dass er irgendwann die Bühne betritt und sagt: „Ihr Idioten, ihr wählt jemanden wie mich? Wie bescheuert seid ihr eigentlich?“ Wunschdenken. Jedenfalls finde ich immer noch die Idee unterhaltsam, dass Trump die Mauer zu Mexiko baut, mit Nordkorea einen Atomkrieg startet, der Norden Amerikas dem nuklearen Winter heimfällt, die Einwohner zu Zombies verkommen und Südamerika zu Westeros und Europa zu Essos wird, während Vögel zu Drachen mutieren. Aber das ist eine andere Geschichte und mag ein andermal erzählt werden.

Und dann blickt man verwirrt nach Österreich und frägt sich, warum die Schlachtlämmer die Metzger wählen, solange diese „Ausländer raus!“ schreien, warum Rassismus über Feminismus triumphiert und die Beschneidung eigener Privilegien zwecks Nationalismus in Kauf genommen wird. Wtf? Warum wiegt der gekränkte Stolz der Verlierer-Partei mehr als wie gültige Wahlen und Demokratie?

Interessant: Der Kandidat der Verliererpartei rief folgend auf, die Briefwahl aufzuheben. Just in diesem Moment tauchten zahlreiche Meldungen von Defekten Wahlkarten auf. Kann das Zufall sein? Kann es?

Empfehlung: Öffnet euch eine richtig schlechte Flasche Wein, folgt den verlinkten Artikel und kotzt. Kotzt soviel ihr könnt und dann erfreut euch über den glücklichen Umstand, dass wir zumindest wählen dürfen. /Ironie off

Eventuell Interessant:

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„Absolutely Fabulous“, Sneak Preview

Die erste Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.
Die zweite Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.

Liebe Sneak-Preview Gestalter und Gestalterinnen,

Ich liebe Sneak-Preview, und auch wenn ich mir die meisten Filme nie freiwillig ansehen oder gar dafür bezahlen würde, nutze ich häufig die Möglichkeit sich am kulturellen Angebot zu bereichern; und ganz gleich, wie viele Leute reserviert haben, sind meine Spekulationen, was wohl gezeigt werden könnte, immer falsch. Aber das ist okay.

Als ich gestern Abend einige Plakate sah, dachte ich mir: „Bei meinem Glück wird es die Beatles-Doku“ und als ich die Vorschau zur Beatles-Doku sah, bedauerte ich es zugleich, denn alles was in der Vorschau gezeigt wird, schließt sich als aktuelle Vorführung aus.

Nein. Stattdessen wurde ein Film gezeigt, der vermutlich für zwei-drei weitere Stirnfalten verantwortlich ist.

Mag sein, dass, wie ich recherchierte, die britische Kultserie dazumal Erfolge verbuchen konnte, eben der Exzentrizität und des schlechten Geschmackes wegen, sowie den Übertreibungen und Parodien; und mag sein, dass, wenn ich die britische Kultserie gesehen (oder zumindest gekannt) hätte, etwas mehr mit dem Film hätte anfangen können, oder wenn ich zumindest etwas darauf vorbereitet gewesen wäre. Mein guter Freund, der Konjunktiv.

Liebe Sneak-Preview Betreiber: Unter keinen Umständen, niemals wieder, zeigt einen Film, bei dem zumindest die Kenntnis davon, dass (!) es einen Vorgänger, sei es via TV oder Kino, gibt, von Vorteil gewesen wäre.

Denn so war man, bis auf ein paar Lacher, aufgeschmissen was man denn nun damit anfangen soll. Und diese resultierten aus grotesken Szenen, die sich allesamt zu übertrumpfen versuchten, was aber wohl auch der Kern der Serie gewesen sei. Aber auch die schamlose Karikatur auf das Modebusiness, sowie die Cameos der zahlreichen aus der Szene bekannten Namen wie Lily Cole, Stella McCartney, Brienne von Tarth Gwendoline Christie, Kate Moss, Jerry Hall und viele weitere, während Jean-Paul Gaultier den Strand mit einem Metalldetektor absucht, lockerte etwas auf. Aber man wusste dennoch nicht so recht, wie die Stirnfalten jetzt liegen sollten.

Unter dem Gesichtspunkt, dass die britische Kultserie sicherlich absolut amüsant, bissig, britisch und exzentrisch sein mag, können Freunde dieser, sicherlich mehr mit dem Film anfangen, als wie ich es konnte und ich mag britische Filme wie britischen Humor, nur dieses mal erinnerte es mehr an einen Melissa McCarthy Film, als wie an eine britische Komödie. Sicherlich können auch Kenner des Modebusiness mehr damit anfangen, als wie ich es jetzt beim besten Willen vermocht hätte.

Fazit: Ich empfehle Recherche und ob der Humor gelegen kommt, wenn, dann wird man seine Freude damit haben, wenn nicht, dann rate ich davon ab. Es war jedenfalls, für eine Sneak-Preview Vorstellung, eine eher mäßige Wahl, der typische Polit-Thriller oder der unterrepräsentierte Indie-Film wären adäquater gewesen.

Zum Inhalt: 60 ist das neue 40, let’s party! PR-Agentin will Kate Moss anwerben, schmeißt sie aber aus Versehen in die Themse. Man flieht an die Cote d’Azur um sich reiche Männer zu angeln. Alles weitere folgt, inklusive der Einsicht, dass man nicht fett sein will. Moment. Wirklich?

Clicki di Click Click:

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Pokémon Go, ca. zwei Monate danach

Es gibt sie noch, die die noch immer spielen und um Arenen kämpfen, die noch lange nicht alle Kreaturen gefangen oder gar gesehen haben. Jene, die das Leid zwischen zu vielen Pokébällen und zu wenig Revive-Crystals kennen, oder umgekehrt. Es gehört nicht nur fangen, sondern auch kämpfen dazu, und umgekehrt! Ich wage mich mittlerweile ohne peinliche Berührtheit die App auf belebter Straße offen zu halten und eile geraden Weges zu meinem Ziel; doch die Kommunikation zu anderen Spielern blieb nach wie vor aus. Ich beobachte, lausche, amüsiere und freue mich für meine lustig gestimmten Mitspieler. Mittlerweile habe ich Lvl 24 erreicht, 90 gefangen und 91 gesehen.

Ab und an verbringt man Abende in der Stadt. Mitunter tummeln sich Kinder, (auch ältere) Erwachsene und Mütter wie Väter mit ihren Kindern. Alle spielen, die Lockmodule gehen nie aus, doch das Wetter wird, wie diverse Meldungen, etwas kühler.

Vor einigen Abenden meinte eine Mutter neben mir: „Schau Daniel, es Dratini! Des suchst doch scho die ganze Zeit. Des war grad da!“ Der Sohn war ganz enttäuscht, war er derweil an einem anderen Ort gewesen. Es folgt Geschrei und zig Menschen laufen (nach wie vor) in eine Richtung: Ein Aerodactyl! Ich gehe mit, etwas mulmig angespannt, nach wie vor. Ich fange es (CP 1300), es bricht aus und verschwindet. Ein Kind bemerkt meinen Ärger und meint: „Isch es ausbrochen? Isch da Rauch kemmen?“ Und ich sage ja. Es schaute mich, die vergleichsweise alte Frau, mitfühlend an: „Des kimmt sicha wieder!“ Und ich sage „Nein, heute nicht mehr“ – Und es nickt betrübt. Plötzlich zählt neben mir ein Jugendlicher das 7ner einmal-eins auf und ruft ganz freudig: „I kann die 7ner Reihe!“ – Habe ich was verpasst?

Nun, um Team Gelb Ehre zu machen, und nicht nur, wie uns immer vorgeworfen wird, in der Ecke Klebstoff zu fressen, beschloss ich eine Kursänderung. Es dauert oftmals nur wenige Minuten, selten ein paar Stunden, bis die eroberte Arena wieder vom anderen Teams besetzt wird. Und so dachte ich mir, wenn im Alleingang (der mich bei einer von Blau besetzten Arena Lvl 7 in anhaltende Revive-Crystal Not brachte) nur mehr schwache und einfache Pokémon zu verwenden. Laut Legende sollen es Magikarps mit CP10 sein, um die Gegner zu verhöhnen, allerdings mag ich den Fisch. Weedle und Co. tun es genau so. Wenn jedoch die Arena bereits von zwei gleichen Pokémon besetzt ist, so folgt man dem aktuellen Trend, und stellt ein gleiches dazu.

Doch der Hype klingt langsam ab, immer weniger Menschen blicken auf ihre Telefone und versuchen in letzter Sekunde einem Pfosten oder anderen Menschen auszuweichen. Man hofft auf Features, die (vermutlich) nie kommen werden und meint den Hohn der Entwickler in den letzten Updates zu erkennen. Ich gebe dem Spiel vielleicht noch bis Wintereinbruch, dann werden sich auch die letzten Spielenden (vermutlich) davon verabschieden. Aber wer weiß..

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Ein Kommentar zur gegenwärtigen Debatte um die Verschleierung

Oftmals irritieren mich die Dinge im weiten Web mehr, als wie sie mich schockieren. Das Internet ist ein seltsamer Ort mit noch viel seltsameren Gestalten und man sollte sich nicht, insbesondere auf Social Media Portalen, über gewisse Meldungen wundern.

Denn nehmen wir die (erneut oder immer noch) aktuelle Diskussion um das Verbot der Burka in Deutschland her, oder nennen wir sie, um eine Definitionsschlacht zu vermeiden, Diskussion um die Voll-Verschleierung.

Neben den Dingen über die ich mich wundere, irritierte mich schlicht und einfach die Blindheit und die Art und Weise der Argumentation vieler Leute. Manche Kommentatoren zogen beispielsweise den fehlenden Integrationswillen heran, wenn sich eine Frau komplett bedecke, worüber man durchaus streiten kann; manche andere argumentierten damit, man solle den Frauen doch ihren Willen lassen und eine Kleiderordnung führe zurück ins Mittelalter. Oder seien es Religion oder Politik, die heran gezogen werden, denn die Burka bedeute Abgrenzung zu westlichen Werten. Sicherlich, wenn in Aleppo die vom IS befreiten Frauen ihre Gesichtsschleier wegwerfen oder sie gar verbrennen und die Männer sich ihre Bärte stutzen, kann/mag man eine gewisse Nähe darin sehen. Und wenn konservative Gruppierungen sich plötzlich Gedanken zum Burka-Verbot machen, also zur „Selbstbestimmung der Frau“ kann man es den Gegenstreitern nicht verübeln, wenn diese von einer „Scheindebatte“ sprechen, denn Politik ist nun mal Politik und hat selten was mit den Rechten der Frauen an sich zu tun.

Worum geht es denn bei einer Voll-Verschleierung im Sinne einer Burka oder einem Niqab? Um ein Mittel, die Frau als Frau verschwinden zu lassen, kurz: Um die Unterdrückung der Frauen an sich. Oder treffender, wie von der Seite Terre des Femmes formuliert: „Alle Formen des Körperschleiers und des Gesichtsschleiers, sind Ausdruck religiösen Fundamentalismus, der Missachtung und Erniedrigung der Frau und ihrer Degradierung zu einem Objekt.“

Das Kopftuch selbst lasse ich mir vielleicht noch einreden, sei es als dass sie es als religiöse Pflicht wahrnehmen; dann allerdings müsste auf Verhübschung zwecks Make-up oder Mode gänzlich verzichtet werden, wie mir eine muslimische Arbeitskollegin erzählte. Aber genau so wenig, wie ein ordentlich gläubiger Christ jeden Sonntag zur Messe eilt, verzichtet die gläubige Muslima auf Make-up. Oder sei es tatsächlich, dass ihnen die Blicke der Männer unangenehm sind. Dann wiederum leuchtete mir die Kombination mit engen Leggings nicht ein.

Aber eine Voll-Verschleierung? Wieviele Männer oder Familienclans stehen dahinter und zwingen mehr oder weniger die Frauen diese zu tragen? „Ja, fragt doch mal die Frauen selbst, was sie wollen?“Und wieviele Frauen werden sich trauen die Wahrheit sagen? „Dann sollen sich die Frauen doch weigern!“ Um dann ausgestoßen und verfolgt zu werden? Im schlimmsten Falle ermordet? Und wenn die Leute dann von „Selbstbestimmung“ sprechen, wie weit hat eine Frau in dieser Kultur wirklich selbstbestimmt Möglichkeiten bzw. Möglichkeiten zur Selbstbestimmung? Diesen Punkt scheinen alle, die behaupten, man solle nicht über die Selbstbestimmung von Frauen richten, irgendwie zu übersehen und nehmen offensichtlich unreflektiert an, in deren Kultur hätten Frauen tatsächlich ein Mitspracherecht.

Wäre ein Verbot richtig? Ja! Denn man würde ein Zeichen setzen, dass dies in Europa nicht erwünscht ist. Verbiete man es nicht, wird eine Propaganda ermöglicht, wie Frauen zu sein hätten. Verbiete man es nicht, beginnt man Intoleranz zu tolerieren. Würde das Verbot etwas nützen? Vielleicht! Sieht man sich die Situation in Tessin (CH) an, wo die Frauen dann ihre Schleier abnehmen und sich den Gesetzen fügen, scheint dies funktioniert zu haben. Es kommt mir allerdings so vor, als leide der Deutschsprachige Raum immer noch unter den Nachwehen des zweiten Weltkrieges: jede Kritik an fremdländischen Gedanken wird sogleich als Rechtsextrem und Islamophob gewertet, als hetzender Nazi vom Dienst schlecht hin. Selbst liberale Islamgelehrte weisen auf einen ordentlichen Diskurs hin, und sprechen davon, dass der Niqab dem Islam schaden würde.

Erneut, würde das Verbot etwas nützen? Ich fürchte kaum. Es beschränkte sich dann vermutlich auf die Zahlung einer Bußsumme. Aber immerhin setzte es ein Zeichen. Der Zwang sich zu entkleiden jedoch, lädt die Diskussion emotional auf und wenn Bilder, wie aus Frankreich in der Burkini-Debatte (wenn auch nicht ganz vergleichbar), die Rundreise machen, so tut einem vor allem die Frau leid, die sich vor drei Männern ausziehen musste. Fiel jemanden schon mal auf, dass es immer Männer sind, die bestimmen was Sache ist?

Und alsbald man sich in die Debatte einklinkt, folgt die nächste Absurdität, deswegen ein kleiner Exkurs dahin:

„Aber Highheels sind doch genau so unterdrückend. Die Frau fügt sich den wollenden Blick der Männer!“ Richtig. Aber rate, mein lieber Leser, wer gab denn dem Minirock, der Seidenstrumpfhose und den Highheels den erotischen „Code“? Männer! Nicht Frauen müssen sich anders kleiden, der Mann muss aufhören Frauen zu objektifizieren, ganz gleich ob ihr Ausschnitt tief und der Rock kurz ist.

Und ziehen wir zum Vergleich die Parallele zum Thema „Vergewaltigung“ heran, denn oft heißt es: „Frauen, geht nicht nach 10 Uhr Nachts auf die Straße, sonst könntet ihr vergewaltigt werden. Zieht euch nicht sexy an!“ Wtf? Seriously? Die Frau ist also Schuld, wenn sie vergewaltigt wird? Genau das, wird mit dieser Aussage behauptet. Warum heißt es nicht: „Männer, sauft nicht und geht nach 10 Uhr nicht auf die Straße, die Chance, dass eine Frau vergewaltigt wird, sinkt dadurch.“

Es gibt derzeit eine Aktion von Männern, die das Kopftuch für ein Foto tragen, während die Frauen daneben sitzen, mit sichtbarem Haar. Das ist an sich eine lobenswerte Aktion, aber die Unterdrückung durch den gesellschaftlichen Zwang werden die Männer kaum spüren. Und natürlich dankt der Kapitalismus und hievt das Kopftuch zum Fashion Accessoire empor und alles mündet in der Diskussion: Will man Frauen vorschreiben was sie zu tragen haben? Es schließt sich der Teufelskreis.

Interessant ist auch Verbindung zum Alltagssexismus. Ich sah auf Facebook erst kürzlich eine Grafik die sinngemäß sowas sagte wie: „Wann wird über die mangelnden Rechte von Frauen diskutiert: Bei geschlechtsspezifischen Lohnunterschied, bei Alltagssexismus, bei Chancenungleichheit und: Wenn eine Frau ein Kopftuch trägt“ – letzter Teil der Grafik nahm 3/4 ein. No na nit. Während das Kopftuch als sichtbares Zeichen der Unterdrückung gewertet wird – oder eben nicht – so trifft das auf den Alltagssexismus nicht zu, aus dem einfachen Grund, weil man ihn nicht physisch sieht.

Alltagssexismus nehmen viele nicht wahr und/oder registrieren diesen nicht mal, denn ein misogyner Witz „war ja eh nur Spaß“. Chancenungleichheit nehmen ebenso wenig Leute wahr und geschlechtsspezifischer Lohnunterschied resultiert genau daraus und die Leute argumentieren auch noch absurderweise damit. Ja natürlich bekommt die Frau weniger Lohn, wenn sie von vornherein weniger Chancen hatte. Wtf world, are you mad?

Das Kopftuch aber, um in dieser Diskussion den Kreis zu schließen, die Burka sowie der Niqab, sind sichtbar und fremd und fügen sich durch den bedeckenden Aspekt nicht der westlichen patriarchalen Struktur, dass die Frau für den Mann verfügbar sein soll, jedoch aber jenem Aspekt des Patriarchalismus, dass der Mann der Frau vorschreibt was sie zu tragen habe, sei es der Blicke anderer wegen, und/oder weil er sie für sich besitzen möchte; und/oder sie es tragen „will“, eben der männlichen Blicke wegen.

Warum reißt nicht einfach mal der Mann sich am Riemen und achtet auf „seine“ Verhaltensweisen, anstatt dass (oftmals) Männer über das Wohl von Frauen diskutieren?

Und wenn die Süddeutsche Zeitung im Forum frägt ob Westliche Werte und Burka vereinbar sind, so haben es auch diese wirklich nicht verstanden, erneut:

Es geht hier insbesondere nicht einmal nur um die westlichen Werte, sondern um die Werte der Frauen die via Voll-Verschleierung begraben werden. Selbst der Westen hat diesbezüglich noch was zu lernen, was es bedeutet Frauen die exakt selben Rechte zuzugestehen wie den Männern. Es ist immer noch die Frau die Karriere zwecks Kind zurück stellt. Niemand verlangt dies beispielsweise vom Mann, zugegeben in sicher Hinsicht sind auch seine Möglichkeiten begrenzter. Es ist immer noch die Frau, die daheim beim Kind bleibt, wenn es krank ist und die Frau, die nun alles tun soll. Von Haushalt, bis Kind, bis Job und im folgenden diskriminiert wird, wenn sie nur eines der Dinge tun möchte. Möglichkeiten, Herrschaften, es geht hier besonders auch um Möglichkeiten!

Kann ein reformierter Islam helfen? Wenn der Islam – der um ca. 650 Jahre jünger ist als das Christentum und nie eine Aufklärung durchlaufen hat, und somit in vielen Dingen als rückständig gesehen wird – diese althergebrachte Haltung ablegt, so kann er das tatsächlich, sofern er sich der gleichen Aufgabe annimmt, derer man auch in Europa langsam Gewicht einräumt.

Muss man eine Kultur akzeptieren, die anderen Menschen Autonomie nimmt? Nein! Man muss und darf und soll dies nicht. Weiße privilegierte Europäer glauben, man müsse nach jahrelangem Missionieren und der damit oft einhergehenden Auslöschung des einen oder anderen Volkes, alles tolerieren nur weil es von einer anderen Kultur kommt, sei es aus Schuldgefühl oder, dass Multikulti im Neoliberalismus kapitalistisch vermarktbar wird, weil Diversität und so. Warum nimmt man nicht Leute aus dieser betroffenen Kultur und gibt ihnen mehr Sprachraum? Warum glaubt der Europäer er wisse alles besser? Der Aufklärung wegen? Man klagt den Islam der Frauenfeindlichkeit wegen an, aber reißt selbst sexistische Witze. What the hell, world?

Und ja, ich biete eine Lösung: Einzig allein Bildung, Aufklärung und vor allem die Möglichkeit(!) für betroffene Frauen ernsthafte Hilfe und Schutz in Anspruch nehmen zu können, würde vielleicht ein Umdenken bringen. Wenn diese Frauen informiert und sich dessen bewusst wären, dass es eine Möglichkeit gäbe sich aus dem System aus zu klinken ohne sich in Gefahr zu bringen, dann, so denke ich mir, könnte man vielleicht etwas erreichen. Dann könnte ein Bewusstsein geschaffen werden, ein Selbstbewusstsein, dass sie doch mehr sind als wie nur Mutter oder Ehefrau. Mehr als nur ein hübsches Gesicht unter Make-up. Dass sie aus diesem System ausbrechen dürfen, können und sogar sollen.

Und wenn mir einer sagt „Sie können ja!“ Dann wundere ich ernsthaft mich über dessen Geisteszustand: Warum gibt es nicht mehr Berichte von muslimischen Frauen aus islamischen Staaten? Warum lesen wir nicht ständig Reportagen oder Kommentare oder Interviews? Weil diese Frauen in Angst leben. Man braucht nur die simple Biographie von Sabatina James lesen um das Ausmaß zu erahnen. Vielleicht haben wir uns aber nur daran gewöhnt, wie an die verhungernden afrikanischen Kinder. Ja, es gibt sie immer noch! Kümmert es irgendwen? Nein, es betrifft uns ja nicht. Verdammte Wohlfühlgesellschaft.

Es muss sich also etwas in der Grundhaltung gegenüber Frauen ändern. Generell. Solange sie entweder als Objekt zur Unterdrückung, als Eigentum oder als Objekt zur Sexualisierung gesehen werden, wird sich nichts ändern. Da ändert kein Gesetz der Welt etwas dagegen. Und dieser Appell richtet sich an Frauen, wie an Männer gleichzeitig.

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