#Bpwahl16: die Anfechtung nach der Anfechtung

Wir nähern uns der Zielgeraden. Das Kopf an Kopf Rennen mit den United States of f*cking America geht um den Sieg in Sachen Peinlichkeiten in die letzte Runde. Während es Atombombentests in Nordkorea gibt, Terror und Klimawandel ernstzunehmende Themen sind, dominiert in Österreich das #Uhugate. Es tropft der Neid eines jeden Kabarettisten von seiner krausen Stirn.

Aber war es nicht ersichtlich, das etwas, dass mit einem Löwen in Bayern und Männern in braunen Uniformen begonnen hatte, nur so weiter gehen konnte?

Es betrifft also die Verschiebung der Wiederholungs-Wahl, der Stichtag des 11.11 um 11:00 wäre ideal, um mit gebührendem Ernst zur Urne zu schreiten und die Demokratie für Tod und Begraben zu erklären. Denn wozu via Briefwahl 900 000 Bürger wählen lassen, wenn es auch ohne ginge, so die Verlierer-Partei.

Die Wahl wird also am 4. Dezember wiederholt. Freuen wir uns auf eine Wahlkabine, die nach Lebkuchen und Zimt duftet, ein Punsch davor, den Glühwein danach; die Welt wird uns beneiden, oder belächeln. Und wenn Österreich brav gewählt hat, bekommen wir am 6. einen alten Mann mit Bart oder den jungen mit Stock. Nicht der kühnste Witzbold hätte sich je ausmalen können, dass Klebstoff einmal eine ernst zunehmende Demokratie Diskussion auslösen würde.

Es zieht sich die Frage durch die Medien, ob der Vorfall als „technisches Problem“ abgetan werden kann, wie der Vizekanzler dies nennen mag. Und sicherlich, es ist zwar möglich, dass Menschen in den Weltraum geschickt werden, aber Wahlkarten zu produzieren, die halten, bringt die Technik offensichtlich an ihre Grenzen. Dass das ganze Schlamperei war, daran denke nur der Ho(h)nig züchtende Imker, wenn er wieder einmal die Politik bitterlich versüßt. In diesem Falle gilt eben typisch Österreichisch: „Werd scho irgendwia halten.“ Um ein Kuvert gut zuzukleben müsste man halt doch Spiderman sein und somit liegt es an der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft die österreichische Demokratie zu retten, noch bevor GRRM den nächsten Game of Thrones Band veröffentlicht.

Aber man muss dem ganzen was zu Gute halten: Es entstanden die Zeiten überdauernde Running Gags, unfassbare Vollidioten haben sich dem Verfassungsgerichtshof als solche geoutet, Geschichten wurden geschrieben, die noch den Kindeskindern erzählt werden können und die FPÖ bot Politikkabarett vom Feinsten. Man soll nicht unbescheiden sein, diese Odyssee hat einiges zu bieten. Ob es sich lohnt die defekten Wahlkarten auf Ebay zu verkaufen, so als ein Stück „österreichischen Kulturguts?“

Das Unwort des Jahres muss lauten:
„Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung“

Danke Standard-Newsticker-Forum für die herrliche Unterhaltung, Muse und Anleihen für diesen Beitrag:
Bundespräsidentenwahl wird auf 4. Dezember verschoben, am 12.9.2016

Das Ausland sagt dazu:

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