„Gotham“, S03E01

Vor wenigen Wochen erhaschte man durch die Promofotos der dritten Season von Gotham einen ersten Blick auf die gealterte Poison Ivy. Schon zuvor waren Plot und Co bekannt gemacht worden, was ein Shitstorm sondergleichen nach sich zog. Nicht ganz unberechtigt.

Als ich die Nachricht hörte und folgend auch das Promofoto sah, war mein erster, zynischer Kommentar: „Sex Sells“ – Sicherlich, Poison Ivy ist ein sexualisierter Charakter, die sich gerade durch Verführung Männer gefügig macht und das ist soweit in Ordnung. Die Tatsache jedoch, dass eine bereits eine talentierte Schauspielerin gefunden war, die diese Rolle eben schon repräsentierte und der Charakter (vermutlich) zugunsten von „Sex Sells“ eben ein Jahr über das „Age of Consent“ gealtert und somit ausgetauscht wurde – hinterlässt doch einen faden Beigeschmack.

ivy

Links: alte Ivy. Rechts: neue Ivy.

Von offizieller Seite lautete das Statement dazu:

„We made the change for two reasons: The character Ivy in the comics, one of her greatest powers is the power of seduction. Everyone was much more comfortable with that with an older actress as opposed to a teenager. We want to explore that classic, canonical power of Ivy. And we didn’t just make her older with that attack. When she’s changed and transformed, there’s a real character change as well. She’ll still have some of the same traits, but she’ll be much darker, more manipulative than the Ivy we’ve seen so far. There’s a more evil quality to her as well. It’s more than just physical.“

Aber:

Warum wird der Charakter, der von einer 28jährigen Schauspielerin dargestellt wird, eben mal 19 Jahre gemacht um den (in Serie wie Realität) 15 jährigen Bruce zu verführen? Warum nicht 22? Vielleicht etwas aus der Luft gegriffen, trotzdem. Der geistige Zustand von Ivy beträgt dabei immer noch 14, nehme ich an. Man wird es vermutlich in Folge zwei erfahren.

Des weiteren stellt sich die Frage, warum die Produzenten, selbst wenn sie zu Beginn noch nicht wussten, wohin mit der Serie – und davon gehe ich aus* – nicht gleich von Anfang an, eine ältere Ivy gecastet, und/aber eben als Neben-neben-neben-Charakter behalten hätten, wenn man doch ganz genau weiß, dass sie eines Tages als guter Villain einsetzbar ist. Sicherlich, sie haben den Joker auf drängen von Fans mehr oder weniger frühzeitig zum Einsatz gebracht, und mit dessen Tod das Thema, meiner Meinung nach, ganz gut gelöst, da nun „ein jeder“ der Joker sein könnte, was durch den Auftritt von Lori Petty (derzeit bei Orange is the new black, ehemals Tank Girl) verdeutlicht wurde.

Nun, hätte man vor Sicht der Episode nicht gewisse News zu sich genommen und wäre unvorbereitet in die Szene gestolpert – die Episode war wirklich etwas holperig – seufzte man vielleicht immer noch ein schwaches „Naja…“ aus, aber die Folge kratzte gerade noch Kurve: Die kleine, creepige Ivy, auch schon etwas größer, läuft der Katze entgegen ihrer Warnung nach, wird vom „Altenbrunnen“ kurz berührt und stürzt in die Kanalisation. Ende. Okay. Fein. Whatever.

Zur Episode selbst:

Die Handlung knüpft sechs Monate nach dem Season Finale an. Fish, die zwischenzeitlich alle entlaufenen Kreaturen von Hugo Strange zusammen gesammelt hatte, spürt nach jedem Einsatz ihrer Kräfte immer mehr die Nebenwirkungen: Ihr Körper stößt die Modifizierungen ab. Ms Peabody kann nicht helfen und stirbt den Altentod. Schade. Der Penguin, mein guter, mein lieber Cobblepot, kümmert sich um den Rest von Gotham und gesellt sich zum Riddler. Mein Herz hüpft vor Freude und ruft schon nach einem Spin-Off! Ich fand auch Barbara erneut großartig, sie erinnerte mich (wieder mal) etwas an Harley Quinn. Der Butler (übrigens der Sohn des dritten Doctors), fähig andere Leute durch die markante Stimme zum Schweigen zu bringen unterstützt klein Batman, der gefühlte 5 Jahre gealtert ist und ohne sich von der Katze zu verabschieden, jene Zeit in der Schweiz verbracht hatte. Doch er kehrte nicht ohne Grund zurück.

*Die Ungewissheit bezüglich der Zukunft von Gotham lässt sich auch leicht an der Wandlung von einer „realistischen, düsteren Polizei-Serie“ hin zu einer „vs. Supervillains à la Buffy“ gut erkennen.

Mich erinnerten die ersten Szenen dieser Folge wirklich an eine reguläre Buffy-Folge: Ein Monster rennt durch die Straßen, es tötet Leute, raubt Geschäfte aus. Plötzlich steht Buffy vor ihm – hier James Gordon – und erledigt das Monster – oder auch nicht – hier der Truck – und gegen Ende wird aufgeklärt, was es mit dem Raub an Medikamenten auf sich hatte. Die Geschichte spinnt sich weiter. Sicherlich, der amüsante Touch fehlt, weil Gotham ernst und düster ist, wie die ständigen Wolken, der Nebel und das schlechte Wetter beweisen und man fühlt sich schon ganz schlecht, wenn man nur die Rauchfetzen und die dreckige Stadt sieht – aber sogar die Puns sprechen für eine Auflockerung und einen Richtungswechsel: „Penguins eat fish.“

Soviel derweil dazu.

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