Monatsarchiv: Oktober 2016

„Westworld“, S01E04

Science Fiction gilt als Spiegel der Gesellschaft. Isaac Asimov bereitete uns mit seinen zahlreichen Robotergeschichten kontinuierlich auf emotionale Roboter vor. Philip K. Dick führte 1968 mit Do Androids Dream of Electric Sheep? (aka Blade Runner) in das Bewusstsein von Androiden, bis auch Westworld (1973) von Michael Crichton, daran anknüpfte und gleichsam dem Western-Hype der 1970er, auch die Bedürfnisse der Menschen nach Abenteuer zu befriedigen versuchte. Und hervorragend die aktuellen Diskussionen um intelligente Kühlschränke, dem manischen Hype um die „Künstliche Intelligenz“ sowie Sexrobotern und Virtual Reality betreffend, stellt Westworld, in diesem Zusammenhang und gewohntem Format, die alten Fragen nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Man stellt sich die Frage: wann Freiheit für den Menschen erreicht ist? In einer Welt wo es keine Konsequenzen gibt? Und wann ist diese für Androiden erreicht? Bei autonomer Selbstbestimmung? Wie selbst bestimmt ist der Mensch denn generell? Und gäbe es keine Konsequenzen für sein Handeln, wäre er dann tatsächlich frei?

Ford sagte, es sei kein Themenpark, keine Geschäftsinvestition, sondern eine eigenständige Welt und diese Welt weiß alles über die Hosts, dessen Personal sowie aber auch deren Gäste. So erklärt der schwarz Behütete Logan dem guten William: „Come on. You really think it’s a coincidence that the only thing you even smiled at in Sweetwater just happened to drop into your lap?“ Während im Hintergrund bereits die neue Storyline Gestalt annimmt und existierende Storylines massiv durcheinander bringt.

Der Man in Black muss eine gewisse Verbindung zu Arnold besessen haben, denn wie er zur Schlangen-Frau* sagte, brach Arnold seine eigene Regel: „He died, right here in the park. Except I believe he had one story left to tell — a story with real stakes, real violence.“ Und Arnold war laut Ford „mad“. Der Mann, der seit 30 Jahren in den Park kommt, sucht nach dem Ursprung, einem Geheimnis? HBO tanzt uns schadenfreudig auf der Nase. Ich glaube, ich bin auf der komplett falschen Spur. Westworld wird mittlerweile auch als „neues LOST gehandelt. Die Geister scheiden sich darüber, ob dies was tolles oder schlechtes ist.

Der Titel „Dissonancy Theory“ zielt auf die in der Psychologie bekannte Kognitive Dissonanz ab, in der ein „unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.“

„Why would I want that? Pain, their loss, is all I have left of them. You think your grief will make you smaller inside, like your heart will collapse in on itself but it doesn’t. I feel spaces opening up inside of me, like a building with rooms I’ve never explored.“

Dolores erinnert sich in dieser Folge nach wie vor an den Tod ihrer Eltern. Ob Bernard ihr diesen Schmerz nehmen soll? Nein. Bernard navigiert Dolores in Richtung „Maze“ und er sagt: „The goal is to find the center of it, if you can do that, then maybe, you can be free.“ Wie also der Man in Black taucht nun auch Dolores in den Irrgarten ein. Und auch Maeve, die Prostituierte, ist sich den unstimmigen Vorgängen immer mehr bewusst. Die Kugel einer früheren Schießerei, die aus Hast nicht richtig entfernt wurde, wird, nicht ganz unsexy, von Hector aus ihrem Bauch gezogen, bevor beide in einem leidenschaftlichen Kuss niedergeschossen werden.

Fazit: Geniale Folge!

Links:

* Nett finde ich die allmähliche Auflösung einiger Quests. Hier Beispielsweise: Finde die Schlangenfrau, befreie den feschen Hector nach drei Tagen aus dem Gefängnis um dann den Inhalt des Safes im Brothel via Schießerei in der Stadt zu stehlen. Nice. Auch die Erwähnung Logans bezüglich dem Upgrade der Waffe und dem Easter-Egg, dass man wohl den einen Quest annimmt, dann aber eine gewisse Handlung vollführt um zum anderen Quest zu kommen, erinnert großartig an RPGs. Like it!

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„Gotham“, S03E06

Noch bis gestern wunderte ich mich über die spärlichen Reaktionen auf Social Media, bis ich heute über den Disput, den Hass, aber auch etwas Anerkennung stolperte. Die Rede ist von der nun offensichtlichen Tatsache, dass Gotham’s Penguin einen männlichen Love-Interest bekommen hat.

Als romantisch-verklärtes Gotham-Penguin Fangirl fieberte ich dieser einen bestimmten Szene entgegen, in welcher Oswald Ed seine Liebe gestehen möchte – und seien wir uns ehrlich: Es ist keine triebhafte Liebe, sondern eine tiefe und emotionale. Er wünschte sich nach dem Tod der Mutter jemanden, mit dem er all diese Errungenschaften teilen könne (und seien wir uns ehrlich, die Beziehung zur Mutter war etwas.. seltsam) und da war Ed. Ed, der ihn einst aufnahm und Oswald, der ihn aus Arkham holte. Sie schätzen beide die „weirdness“ des anderen, verurteilen einander nicht und jeder besitzt eine Urkunde, die bezeugt, dass sie „sane“ sind. Tumblr sammelt bereits gierig unter Nygmobblepot. Auch gut sind die köstlichen Reaktionen auf Twitter.

Und man frägt sich alsbald: Wird diese Liebe Bestand haben? Wird der Riddler ihm nicht doch noch das Messer in den Rücken jagen? Immerhin ist es das finstere Gotham, mit Rauch und Nebelschwaden und ewig schlechtem Wetter. Doch hat er nicht schon in der voran gegangenen Episode Penguins Frage mit einem Rätsel beantwortet?

„I can’t be bought, but I can be stolen with a glance. I’m worthless to one, but priceless to two. What am I?“

Doch just vor diesem Momet wurde ich grausamst aus meinem mädchenhaften Gegrinse gerissen: Ms. Kringle! Oder so ähnlich und zufällig am Ort des Geschehens (als Ed den Wein für das Dinner besorgen möchte. Bittet achtet auf den Hintergrund). Und ein Rätsel! Nein! Doch! Wie fies! Aber laut Sneak Peak auf Episode 7 weiß man, wohin das führen wird, denn der Hutmacher scheint seine Finger (vermutlich) überall im Spiel zu haben.

Die Reaktionen, wie bemerkt, äußerten sich in Ablehnung und Hass: „Ein Penguin hat nicht schwul zu sein. War noch nie so. Darf nicht sein“. Sicherlich, ein kleiner, dicker Penguin mit Monokel braucht auch nicht sympathisch, mörderisch durchtrieben und außerordentlich attraktiv zu sein. Die berechtigte Gegenfrage kam sofort: Wo waren die Aufschreie als man Wonder Woman einen weiblichen Love-Interest gab? Ein anderer bemerkte richtig, dass die Leute wohl übernatürliche Wesen und fliegende Menschen akzeptieren können, aber keinen homosexuellen Penguin? Seriously? Immerhin gibt es noch etwas Hoffnung und eine ganze Fangemeinde von „Nygmobblepots“ fiebert dem glücklichen Ende entgegen – nein, zittert – denn wir kennen Gotham mittlerweile und Gotham ist düster und grausam.

Sicherlich, die zwiespältige Diskussion altbewährte Charaktere in irgendeiner Form zu ändern, zieht sich durch die gesamte Comic/Film-Welt und auch George Takei äußerte sich kritisch zu der homosexuellen Ausrichtung des neuen Zulu in Star Trek Beyond.

Und/Aber was diesen Fall betrifft? Ich könnte jetzt dahin gehend argumentieren, dass es aus dem Batman-Universum weit mehr Adaptionen gibt, als wie von Star Trek, was schon alleine die zahlreichen Serien und Filme beweisen, die uns derzeit erheitern oder auch nicht. Ganz zu schweigen aller möglichen alternativen Comic-Universen. Aber generell gibt es darauf keine richtige Antwort.

Ich persönlich finde es sehr gelungen: Der Riddler und der Penguin hatten schon von Beginn an eine derart großartige Chemie sowie das gewisse Etwas und man freute sich auf jede Szene, die sich die beiden teilen durften. Es fühlte sich weder gekünstelt noch Effekte haschend an, sondern authentisch, natürlich und stimmig. Davon abgesehen, verdient der gute und liebe Oswald Cobblepot jemanden, der mit ihm all diese Errungenschaften teilt und sich mit ihm gleichermaßen darüber freuen kann. Fazit: Absolut dafür.

Zum Rest der Folge: Der Hutmacher, der den Tod seiner Schwester kaum verkraftet, sowie die Tatsache, dass sie ihn seit jeher abgewiesen hatte, will nun Jim Gordon an den Kragen, da er glaubt, er habe sie gegen ihn aufgehetzt. Gleich zu Beginn der Folge stellt er Jim vor die Wahl: Ein Kind, welches von einem Lastwagen überrollt wird oder ein Ehepaar, dass von einem Hochhaus springt. Wer darf leben? Folgend muss Jim über zwei weitere Leben richten, bevor er zu der einen Entscheidung hingeführt wird: Valerie Vale oder das Rehlein (Lee).

Die Auflösung gibt es am Ende der Folge.

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„The Walking Dead“, S07E01

Well here we are again.. it’s always such a pleasure.

Spoilers Sweetie.

„War der gewaltvolle Auftakt zur siebten Season notwendig?“ Fragen sich die Medien. „Welch grausame Folge!“ Schreiben die anderen. „Wie kann man nur!“ und „TWD ging zu weit!“ oder „Omg!“ .. Seriously? Zuerst beschwert man sich, dass die Serie nicht nahe genug an der Vorlage ist und wenn dann eine Szene 1:1 gefilmt wird, beschwert man sich weil sie so gewalttätig war? Man kann es einfach niemanden recht machen.. Sicherlich meint die eingeschworene Fangemeinde die Story an sich, anstatt Gore und Blut und Hirn und Leichenteile. Zombieserie, anyone? Ah! Richtig! Zombies dürfen, aber Menschen dürfen nicht, weil .. zu grausam, weil Realität = grausam und deswegen ist es „zu viel“? [insert ewige Diskussion über Gewalt in TV/Film]

Ich hatte zuvor aus Neugierde gespoilert und wusste also über Tod und grobe Handlung Bescheid. Shame. Shame. Shame. Nach der Farce mit Glenn, der unter Zombies lebendig begraben und ewig nicht gesehen wurde, verlor schon so mancher die Hoffnung auf eine sinnvolle Wendung und gab die Serie auf. Dass er jetzt zum Zuge kam, war also längst überfällig. Arme Maggie.

Vermutlich kann man Negans Verhalten daraus erklären, dass seine Eltern ihn nie zum Ballettunterricht gehen ließen, auch wenn er sich das sehr wünschte. Aus Zorn wurde er zum tänzelnden Sadisten. Eine Warnung an alle Eltern: Lasst eure Kinder Ballett machen.

Viele sind mit der Wahl des Schauspielers glücklich und zufrieden, und ja, was kann dagegen sprechen einen sympathischen Darsteller mehr zu haben? Auch wenn er einen durchaus grausamen Charakter spielen sollte, muss doch noch einiges passieren, dass das sympathische Lächeln Übelkeit erregt. Man könnte sogar soweit gehen und sagen: Nach dem Rick seine Crew erledigt hatte und sich nahm was er wollte, war es wohl Negans einzige Möglichkeit um wieder Recht und Ordnung zu schaffen? Jetzt möchte vielleicht einer aufschreien und mich zurecht weisen, ich solle doch still sein, wenn ich schon keine Ahnung habe. Oder der Herr/die Dame lacht sich ins kleine Fäustchen was für ein Einfaltspinsel ich doch bin. Sei’s Drum. Aber nein, ich kenne die Comics nicht, sie befinden sich aber auf meiner Amazon-Wunschliste. Was ich damit sagen will ist: Er wirkt sympathisch. Warten wir also ab.

Fazit: Daryl lebt noch!

Zu guter Letzt, danke an Comicbook.com oder wem auch immer für die Gegenüberstellung der Szenen.

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PS: Season 8 ist bereits bestätigt und wird im Herbst 2017 anlaufen. Gut oder schlecht?

Klicktipp „Rest in Pieces“: Take A Closer Look At Glenn’s Horrific Injuries From ‚The Walking Dead‘ Episode 1 (moviepilot.com)

Ein Kommentar

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„Gotham“, S03E04 und S03E05

Es braucht nicht zwangsläufig eine intelligente oder begabte Geschichte. Es braucht keine verzwickte und doch nachvollziehbare Handlung. Die aktuellen Folgen von Gotham bewiesen wieder einmal folgendes:

Charaktere, wie sie gespielt werden und besonders auch die Chemie zwischen den Darstellern ist oft schon ausreichend um einer üblichen Folge mit üblicher Geschichte und üblicher Handlung das gewisse Etwas zu verleihen. Zugegeben, die Folge „Anything for you“ musste gnadenlos übertreiben, dennoch war sie großartig.

Noch immer wünsche ich mir ein Spin-Off, wobei Gotham meinen beiden Lieblings Protagonisten ausreichend Screentime lässt. Ich gebe mich also mit einem Team-Up zufrieden. Oder nicht? Erblickte ich etwas? Die Eifersuchts-Dreieck Beziehung findet vorläufig in der fünften Folge ihren Höhepunkt und Butch tat mir sogar etwas leid.

Übrigens, darf ich mit Freuden verkünden: Oswald Cobblepot aka The Penguin ist nun rechtmäßig gewählter Mayor/Bürgermeister von Gotham! Und das ganz ohne fremde Hilfe oder Bestechung! Denn der Riddler vereitelte Butchs Versuch seinem Freund und Meister die Wähler finanziell zu erwerben. Sie wählten ihn also auf ehrliche Weise. Und auch in der nächsten Folge versucht Butch wieder eng an die Seite des Penguins zu gelangen. Man erinnere sich, der Penguin schlug ihm einst die Hand ab. So organisiert Butch Chaos durch die Red-Hood-Gang und plant den heroischen Akt, diese selbst vor den Augen des Gönners zu erledigen. Dies jedoch wird von Nygmas scharfsinnigem Verstand vereitelt und er stiftet ihn an, den Penguin stattdessen zu töten. Aber der Riddler, um noch mehr in die Gunst Oswalds zu gelangen, lässt Butch auflaufen, in dem er ihm Platzpatronen gab. Folgend wird er vom Hintergangenen fast zu Tode erwürgt. Oswald wirft sich über seinen bewusstlosen Freund und schreit gen Himmel, umarmt ihn zärtlich, sei er doch das einzige was er habe. Großartige Szene, Melodramatisch bis ins Detail. Nein, sie gefiel mir wirklich :D

Etwas später schimmert das Kaminfeuer, und wenn Oswald zu Beginn noch meinte, er brauche jemanden mit dem er das alles teilen kann und Ed ihn dankbar ansieht, so lässt sich nur eines vermuten. Und für wenige Sekunden sitzt man mit einem kindlichen Geschenke-Grinsen, ein Polster fest umklammert im Sessel und fiebert dem Moment entgegen. Doch sie umarmen sich nur.

Das düstere Gotham lässt die Protagonisten mit ihrem Liebesleben kämpfen, warum auch nicht. Vor allem, wenn es eine gewisse Story erfüllt:

Über drei Seasons hinweg entwickelte sich die zunächst kindliche, dann jugendliche Beziehung zwischen Klein Batman und der Katze. Der Umstand mit Posion Ivy mag zwar nicht geplant gewesen sein, fällt hier jedoch wunderbar ins Konzept. Oder umgekehrt: Die keimende Liebesbeziehung passt perfekt zum Ivy-Plot, die schlussendlich den jungen Batman verführen soll – wobei wir in Season 2 schon mal so etwas ähnliches mit der Nichte von Galavan hatten.

„Is that why you’re angry? Because I was pretending to be you, or that I spent the day with Selina?“ frägt der Klon (Five) den verwirrten Bruce in der vierten Folge. Five, die wohl interessantere Version von Bruce, hatte zuvor Selina geküsst. Bruce konsultiert darauf daraufhin Alfred im Bezug auf seine Gefühle, doch dieser ergreift sogleich die Flucht. Dem ganzen verleiht Jim Gordon, der selbst eben in einer Zwickmühle mit Valerie Vale und dem Reh (Lee) steckt, noch etwas Antrieb: „I think it’s chivalrous you doing this for Selina. How long have you two been a thing?“ Warum? Bruce hatte sich auf die Suche nach Ivy gemacht, die spurlos verschwunden war. Gegen Ende der Episode erblickt man sie kurz im grünen Kleid. Selina erkennt ihre Freundin nicht und Ivy, sichtlich belustigt, belässt es vorerst dabei. Jim rät Bruce mit der Katze zu reden. Gesagt, getan: „You are the real Bruce, because nobody else would be this boring“ antwortet sie und küsst ihn, worauf hin er sagt: „So do you have feelings for me? I’m confused“ – „Good.“

Etwas muss angesprochen werden: Etwas, dass keine Frau im Falle eines Beziehungs-Chaos wie dem von Lee und Jim Gordon hören möchte, ist: „The past is the past. There’s nothing I can do to change that.“ Nein. Man sagt: „I’m sorry, I love you. I had to/I thought it was right. Take me back!“ Oder so. Das Reh ist nun übrigens mit dem Sohn von Falcone liiert und bereit in Gotham neu zu starten. Aha.

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„Westworld“, S01E03

Westworld wirft dem Zuschauer gerade soviel wohl proportionierte Häppchen hin als wie notwendig. Ausreichend um zwar kuriose Theorien und Ideen am Leben zu erhalten, zu wenig jedoch, um aus einer konkreten Theorie oder Idee einen gewissen Fortgang abzuleiten zu können. Tut das nicht fast jede Serie? Nicht in dieser Art und Weise wie mir scheint, oder die wahnwitzigen Theorien des Internets haben bereits meinen Verstand zerstört. Who knows.

Spoilers, Sweetie.

Wir sprechen mittlerweile von einem Subcode eines verstorbenen Mitarbeiters, der an mehr als nur die Materie glaubte. Er glaubte an Bewusstsein und daher resultiert wohl das vereinzelte Durchbrechen der Hosts/NPCs. Und sofort findet man sich in einer alten philosophischen Fragestellung wieder, nämlich dem Leib-Seele Problem, das bereits in der Antike diskutiert wurde.

“I think when I discover what I am, I’ll be free.”

Der NewYorker weist auf eine koordinierte Begegnung zwischen Dunkelheit und Licht, der Hure und der Jungfrau hin und vermerkt, dass HBO wohl wenig mit Feminismus am Hut hat. Abwarten. Wenn Dolores dahin soll, wohin ich annehme und glaube, dass sie geht, dann sollte man sie besser gut behandeln.

Eine größere Version findet sich hier.

Das Netz ist voll mit den wildesten Theorien und ich lasse mich erst gar nicht zuviel darauf ein. Wer suchet, der findet und wer schon gefunden hat, der wartet auf die Auflösung.

Fazit: Eine interessante Folge. Ich warte auf Montag.

Links:

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Captain Marvel? Und wenn ja, welche(r)?

Das Internet der Dinge, die Dinge des Internets. Kaum las ich die Schlagzeile „Captain Marvel to be the Strongest Character in the MCU„, gefolgt von zahlreichen misogynen Kommentaren auf Social Media, sowie einem Gezeter, ob nun nicht doch der Hulk oder Thor stärker seien, wandte ich mich an den wissenden Mr. Raymond und fragte ihn um Rat.

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Da kommt gleich die Frage welche(r) Captain Marvel.

Shazam aka Captain Marvel (der Charakter, den DC nicht Captain Marvel nennen darf obwohl er vor Marvel’s Captain Marvel existierte, mehrere Rechtsstreits führten dazu. Siehe: „Shazam!: The Golden Age of the World’s Mightiest Mortal„),
– Captain Marvel (Carol Danvers formerly known as Ms. Marvel, die die Hauptrolle im gleichnamigen Film sein wird und aktuell eben Captain Marvel ist. Carol hatte viele unterschiedliche Autoren/innen über die Jahre mit wechselhaftem Erfolg. Beispiel hierfür „Earth’s Mighties Hero„),
– Captain Marvel (Mar-Vell, der an Krebs starb, Marvel’s erster Captain Marvel. Hier: „The Life and Death of Captain Marvel“ ),
Genis-Vell (der Sohn von Mar-Vell, totaler Psycho, wurde genial von Peter David geschrieben),
Phyla-Vell (die Ex-Freundin von Moondragon, der Tochter von Drax; meist nur ein Nebencharakter, aber glänzte mit den Guardians of the Galaxy und während „Annihilation: Conquest„),
Noh-Varr (der auch für gefühlte 2 Sekunden Captain Marvel hieß; hatte eine geniale Serie von Grant Morrison und wurde später von Bendis total verhunzt),
Monica Rambeau (heute besser bekannt als Pulsar. Schrecklicher Name. Arme Monica. Sie hat was besseres verdient. Sie war die erste Captain Marvel, die ich kannte in den 80ern. Avengers Anführer, siehe auch Warren Ellis‘ „Nextwave und Band 2“ …google sie)
– und dann gab es noch einen Skrull, der sich als der original Captain Marvel (Mar-Vell) ausgab, einfach nur ein dummer Formwandler war. Er war ein Resultat von zwei Crossovers („Civil War“ und dann der große Reveal in „Secret Invasion„).“

Und weiter:

„Ich weiß nicht genug über Shazam um beurteilen zu können ob er gegen Thor oder den Hulk gut aussehen würde, aber alle anderen würden sowohl von Thor als auch von Hulk gehörig eins auf die Mütze kriegen außer es passiert in einer Captain Marvel Serie, dann könnte jeder Thor oder Hulk besiegen, irgendwie durch Trickserei oder weil der Autor es eben so will. Genis-Vell hätte beinahe die gesamte Realität vernichtet als er etwas crazy war, aber das war eher ein Unfall. Phyla war zeitweise der Avatar des Todes bis Thanos die Rolle übernahm und sie tötete. Wenn man Carol Danvers meint vielleicht könnte sie Thor unter den Tisch trinken (sie hatte ne gewisse Zeit ein Alkoholproblem) und Hulk, hm sie könnte zumindest Banner K.O. schlagen. Hulk ist Hulk. Ich mag Hulk nicht mal sonderlich, aber das gesamte Avengers Team würde gegen den Hulk Probleme haben, besonders die Filmversion. Ich würde am ehesten noch der Scarlet Witch zutrauen ihn zu töten.“

Danke! :)

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Der Sadismus der Strumpfhose

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Ein jeder kennt es: Es zwickt, es beißt, es kratzt, zwängt an den Schenkeln und schnürt den Bauch ein. Zu guter Letzt rutscht die Naht immer unter die Zehen und verursacht ein ständig piesackendes Gefühl. Trotzdem ist sie eine Notwendigkeit: Die Strumpfhose.

Es herrscht Herbst, bald Winter, und wenn man sich nicht acht Stunden mit enger Jeans Krampfadern züchten möchte, so bleibt nur mehr Rock oder Kleid mit passender Strumpfhose übrig, vielleicht mit Kniestrümpfen darüber. Zuerst noch dünner, später dicker. Letztere sind, meiner Meinung nach, sogar wärmer als eine Jeans.

Im Moment steckt das Ende meines Kleides aufgeknäult im Bund der Strumpfhose um den Druck zu lindern, die schwarze Strickjacke wohl bedeckend darüber gelegt. Man hadert fast jeden Tag damit und verflucht die Kälte, die es notwendig macht sich wie eine Raupe einhüllen zu müssen. Immer wieder beginnt die Strumpfhose zu jucken oder zu kratzen, und dass obwohl man sie nur einmal anzieht und anständig wäscht.

Zumindest bleibt mir das Reiben unter den Zehen diesmal erspart. Ich muss zu einer anderen Marke gegriffen haben, denn die Nähte sind oben, anstatt am Zehenrand und somit können sie sich nicht unter meine Zehen fressen und mich voller Häme quälen.

Ich glaube Strumpfhosen haben (auch) einen bestimmten Hang zum Suizid. Wenn sie nicht gerade hauchdünn sind, ist die Neigung zum Selbstmord eher geringer. Nur hin und wieder findet sich ein Loch und oftmals erst dann, wenn man sie öfters getragen hat. Eine normale Abnutzungserscheinung also. Manche wurden zu guten Freunden und blieben einem auch länger erhalten und man trennt sich nur ungern, wenn sich dann doch ein Loch am Zehen eingeschlichen hat. Leidend macht man die Zehennägel dafür verantwortlich und schneidet sie sofort so kurz, dass sie später im Schuhwerk schmerzen. Man schweift ab und erinnert sich an all die Abenteuer die man zusammen erlebte: Die gefährliche Stadt, die aufregende Busfahrten, das trockene Büro, das wohlige Zuhause, die unbändige Natur! Gerade, dass der letzte Strauch über den man hüpfte, sie nicht zerkratzte.

Bei dünnen Seidenstrumpfhosen jedoch scheint es, als wollen sie sich noch vor dem ersten Gebrauch in die Tiefen des Mülleimers stürzen und jungfräulich mit Laufmaschen und Löchern sterben. Warum frage ich mich. Was macht deren Leben so schrecklich? Sind es die dicken Beine? Die schlanken Beine? Die haarigen Beine? Die stoppeligen Beine? Die von der Creme noch klebrigen Beine? Hegen sie einfach eine gewisse Aggression gegen Haut? Gibt es einen Gott, dem sie sich opfern möchten? Schämen sie sich vielleicht, weil sie glauben ihrer ursprünglichen Aufgabe als warmer Strumpfhose nicht gerecht zu werden? Sind sie doch die Hübschesten und doch so fragil.

Ich komme fast zur Annahme: Sie hassen uns Menschen. Sie hassen es gedehnt und gezerrt zu werden und rächen sich mit schnüren, zwicken und beißen. Vielleicht mögen sie den Geruch von Käse nicht und Schweißfüße allgemein sind ihnen zuwider, und wer kann es ihnen verübeln? Die dicken Bäuche, die schlank gemacht werden wollen, der Hintern, der gestrafft werden soll.

Oder aber sie sind von Haus aus sadistisch und haben Freude daran, Unbehagen zu verursachen. Vielleicht sind sie sogar etwas neidisch? Während das Kleid sich galant und bequem an den Körper schmiegt und sagen will: Behalte mich für immer! Sitzt die Strumpfhose daneben und schneidet ohne Reue ins Bauchfett. Sie lacht dabei. Man zerrt am Bund und hofft auf Lockerung, aber sie schneidet nur noch tiefer ein. Man stülpt sie um und leidet erneut. Sie beißt den Schenkel oder lässt sich erst gar nicht anziehen und sträubt sich in allen erdenklichen Formen.

Vielleicht aber sind sie nur eitel geworden, weil der Mensch sie einst aus Eleganz trug und trägt, die schönen Engen, die selbst dem klumpigsten Pferdefuß ein wohl geformtes Bein verleihen. Sie sprechen sich Recht zu, unangenehm und zwickig sein zu dürfen, immerhin tragen sie die Belastung des ständigen Reizes wie der Bewegung, und müssen dennoch galant und edel aussehen. Muss das Material leiden, so auch dessen Träger.

Vielleicht ist es aber auch nur ihre Aufgabe uns Menschen daran zu erinnern, dass das Leben nicht angenehm ist und sein soll und der tägliche Gang bereits ein Mühsal seiner selbst ist. Vielleicht mache ich mir aber auch nur zuviele Gedanken und habe einfach die falsche Sorte erwischt. Wer weiß das schon.

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Elder Scrolls V: Skyrim

Die kalten Winternächte ziehen langsam aber doch spürbar in die bergige Landschaft ein. Es fröstelt mich. Ich starte Skyrim, dass ich seit geraumer Ewigkeit nicht mehr gespielt habe und fühle mich trotz Kälte und Schnee gleich wieder wie daheim: Welcome Home, Khajiit! Ein Bericht, der längst überfällig war.

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145 Stunden waren es, die ich, ein reudiges Khajiit Mädchen in den fast unendlichen Weiten und verworrenen Dungeons verbracht hatte. Ich bekämpfte Drachen und Trolle, Säbelzahntiger, Wölfe und allerhand was sich mir in den Weg stellte. Erzmagier und Barde bin ich, Haupt der Diebesgilde und eine Nachtigall; ein Werwolf und so Anführer der Gefährten in Weißlauf. Ich spielte es auf Deutsch, weil, ich weiß nicht einmal mehr wieso. Nur einer der Hauptquests, ob ich nun der kaiserlichen Armee beitreten solle oder nicht, reizte mich so gar nicht, denn beide Parteien waren mir unsympathisch.

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Ich verschaffte Barbas seinen rechtmäßigen Platz am Fuße seines Herren und kehrte der dunklen Bruderschaft den Rücken, als ein wehrloser Ork, sich verängstigt hinter Fässern versteckte und vor mir kniend mit den Händen über seinem Kopf um Gnade bettelte. Ich bin freundlich. Ich dachte nie daran Paarthurnax zu töten, er ist ein guter und weiser Drache. Eher war ich schockiert darüber. Doch Alduin besiegte ich mit dem Wabbajack! Ich war schon immer eine eher unkonventionelle Spielerin. Geskillt auf Zerstörung, schwere Rüstung und Einhand-Waffen. Man darf sich guten Gewissens an den Kopf greifen, ich bin nicht böse. Bereits in Diablo III weigerte ich mich gegen Sets, die mir nicht gefielen, ganz gleich ob es sie in dieser Version effektiv waren oder nicht.

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Ich besitze ein Haus in jeder Stadt und nach vielen Monaten weiß ich nicht mehr, wo die Häuser stehen. Macht aber nichts, ich baute mir bereits mein eigenes. Der Mod, der alle Pferde die ich in allen Städten besitze, an einer Stelle versammeln soll, streikt jedoch. Und wie so oft bevorzuge ich den Ritt, anstatt den schnellen Weg zu nehmen, denn die Landschaft und die netten Sidequests waren und sind die Reise allemal wert. Das Pferd Schattenmähne behielt ich trotz des offenen Quests, was wie ich annehme der Grund sein dürfte, warum es mit dem Pferde-Mod nicht ganz so funktioniert, da ich das Pferd noch nicht zu 100% besitze. Lediglich ein garstiger Wicht würde es wagen zu behaupten, ich hätte den Quest nur des Pferdes wegen überhaupt erst angenommen. Merke: Skyrim ist kein Pferde-Simulator. Aber, Arvak!

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Der einzige Kritikpunkt ist die begrenzte Auswahl an Optionen an Konversationen, sowie die eigentliche Flachheit und Eindimensionale Gestaltung der Charaktere. Und auch wenn mir der Tod von Lydia sehr nahe ging, die Begleiter sind doch austauschbar. Ich wünschte mir öfters mehr Dialoge mit mehr Interaktionsmöglichkeit und Handlungen mit Konsequenzen.

Dennoch: Ich mag Skyrim, nach wie vor.

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„Outlander“, Season 1 und 2

Die gute Nachricht: Season 3 ist gerade JETZT in Produktion.
Die schlechte Nachricht: Der Sendetermin ist bis dato noch unbekannt.
Aber: Es gibt 8 Bücher!

Ich glaube das Review ist sogut wie Spoiler-frei.

Während das Tech-Magazin Wired die Serie lobt und auch das Netz sich dem Lob anschließt, so frägt man nach Sicht der ersten Episode: „Ja, warum denn eigentlich?“ Und polemisierend möchte man hinzufügen: „Verklärte Groschen-Roman Romantik, deren Szenerie zwischen Highlander und Game of Thrones angesiedelt ist, mit etwas Torture-Porn unterfüttert.“ Mark me, diese Einstellung wird sich noch ändern.

Kaum nieder gesessen, gerät man in eine harte und patriarchale, von Männern dominierte Welt nachdem die Protagonistin, Claire, ihre Hände auf heidnische Steine gelegt hatte. Von 1945 nach 1743. 200 Jahre in die Vergangenheit. Zeitreisen!

Schon in der ersten Folge erfährt man, dass ihre Lebenslinie „getrennt“ sei und Sex eigentlich das einzige ist, was sie mit ihrem Mann Frank Randall, einem Historiker, noch verbindet. Zu Claires Unglück wird sie beim Eintreffen in die Vergangenheit von dessen Vorfahr, Jonathan ‚Black Jack‘ Randall (gleicher Schauspieler), fast vergewaltigt, bevor bärtige Schotten ihr zu Hilfe eilen. Zur Sicherheit, sie könne ein englischer Spion sein, wird sie mitgenommen und die Geschichte beginnt.

Die Serie entstammt der Buchvorlage der amerikanischen Autorin Diana Gabaldon, deren erster Band 1995 publiziert wurde. Laut Frock Flicks, der wohl besten Anlaufstelle für Akkurarität was historische Kostüme in Film und TV angeht, solle die Serie recht nah der Buchvorlage folgen und sich, gemäß den Geschichten im Buch, angemessen Zeit lassen. Einzig wird der eingebüßte Sarkasmus Claires bedauert, der in den Büchern viel deutlicher zu tragen käme, sowie das Fehlen des „dicken Hinterns“ – laut diversen Foren.

Neben dem schottischen Dialekt, erfolgen auch viele Gespräche ohne Untertitel auf Gälisch und man fühlt sich etwas verloren. Gälisch wird heute von ca. 1% der schottischen Bevölkerung noch gesprochen, besonders aktiv auf den äußeren Hebriden (die kleine längliche Inselgruppe im Norden). Man erfährt, neben britischer wie schottischer Geschichte auch alltägliche Dinge – von der Toilette – Claire rechtfertigt ihren BH damit, dass er aus Frankreich stamme – bis hin zur normalen (oft gewaltvollen) Handhabung gegenüber Frauen und Kindern sowie den schottischen Alltag, der aus saufen, raufen und Clan-Mentalität besteht.

Und dann gibt es Momente, bei denen man sich immer wieder aufs neue denkt: „Nein, das werden sie jetzt aber nicht machen…“ – Doch. Sie machen es. Und lassen nichts aus. Während Wechselbälger zum sterben in den Wald gebracht werden und andere aus Not verhungern, werden Frauen vergewaltigt oder von ihren Männern mit dem Gürtel gezüchtigt, wenn diese der Meinung sind, die Frau tat Unrecht. Hexenverbrennungen sind noch immer Gang und Gäbe. Es fließen Blut wie Gedärme, richtige Fleischfetzen hängen den ausgepeitschten Personen vom Rücken, sodass man sich wundert, ob die Narben am Rücken nicht schlimmer aussähen müssten? Und ja, es gibt viel Sex – zumindest in den ersten Folgen, es mäßigt sich dann. Dieser wirkt jedoch selten deplatziert, noch bleibt der Eindruck, dass er lediglich zur Effekthascherei dienen soll. Es sind emotionale Bilder auf die sich der Seher einlassen muss, die in mitten karger, schottischer Landschaft und mystischer Ästhetik eingebettet werden.

Und wenn Claire, die aus dem 20. Jahrhundert kommt, die barbarischen Zustände nicht wahrhaben möchte und sich dagegen weigert und fast einen Krieg auslöst, so zieht sich ihre sture Haltung ebenso durch die Geschichte wie ihr Idealismus. Teilweise greift man sich verzweifelt an den Kopf und frägt sich: „Warum? Das war doch offensichtlich, dass es schief gehen wird.“ Aber es sei der Story wegen gerechtfertigt. Und für diese nimmt man sich ausreichend Zeit sie zu erzählen ohne Langatmig zu werden.

Beim genaueren Hinblick mag man auch den einen oder anderen feministischen Aspekt erkennen – wenn man davon ausgeht, dass Feminismus die „Befreiung aus patriarchalen Strukturen“ bedeutet. Denn so ist es der Mann, der jungfräulich in die Ehe geht und bei ihrer Rückkehr Tränen vergießt und Weiche zeigt, Verständnis und Vertrauen, in einer Welt wo Stärke und Härte regieren. Und dann sind es die Frauen, die selbstständig handeln, reiten und schießen, sich gegen Männer wehren und deren Geschichten aus ihrer Sicht erzählt werden.

Interessant ist auch der Aspekt wie Zeitreisen thematisiert werden. Je nach dem, von welchem Standpunkt aus man die Geschichte betrachtet: So passiert alles, weil sie handeln (daher: weil es eben passieren muss), oder eben, es passiert wenig, obwohl sie ständig handeln. Outlander vermittelt den Eindruck des letzteren: Der einzelne allein kann wenig ausrichten, besonders wenn man eine Frau ist. Weiß man zu viel oder verhält sich anders als wie die Norm gelegt ist, besteht die Gefahr verdächtigt und mit Jubel der Meute in den Kerker geworfen zu werden. Man könnte sagen: „Töte Hitler“ – aber komm erst in seine Nähe ohne negativ aufzufallen. Und selbst wenn man an der Quelle sitzt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Zukunft einfach zu ändern ist.

Das Zeitreiseelement wird bisher sehr sanft durch die historische Realität relativiert und es entsteht der Eindruck als habe man oft in diversen Filmen der Auswirkung des Einzelnen zu viel Raum gegeben. Sicherlich, der Mensch stellt sich und seine Handlungen gern in den Mittelpunkt und ja, ich kenne das Prinzip des Butterfly-Effects. Outlander entkräftet diese Vorstellung jedoch.

Fazit: Die Slow-Motion-Kaminfeuer-Sex-Szenen zu Beginn mögen zwar abschreckend wirken, aber die Geschichte dahinter verdient doch einen genaueren Blick. Jedoch seid gewarnt und erinnert euch an meine Worte: Sie lassen wahrlich nichts aus.

Bemerkung: Man könnte natürlich über einiges diskutieren. Alles was ich ausließ und Erwähnung finden sollte, findet sich in einem Überblick auf TheGuardian und 172 Gedanken, die ein Mann hatte, während der die Serie sah. Des weiteren lesenswert:

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„Westworld“, S01E01 und S01E02

Grobe, gesamt inhaltliche Spoiler für Episode 1 und 2.

Man stelle sich einen Themenpark vor, der genau das hält was er verspricht: Reale Erlebnisse, ganz ohne rechtliche Konsequenzen. Vorbei sind die Zeiten mit Wochenend-Besuchen auf Mittelalter Lagern, die nur verschwommen das Gefühl der dunklen Zeit, wieder zu geben vermögen, wenn zum Beispiel das Gewand kratzt oder so. Weg mit den LARP-Events bei denen mit Schaumstoffwaffen aufeinander eingeprügelt wird. Man stelle sich einen Park vor, wo all die grenzenlose Freiheit real ist, nur mit der sicheren Ausnahme, dass dem einzelnen nichts passieren kann. Weder Tod noch Verletzung oder Haft. Man schlachtet den Schmied ab und vergewaltigt seine Frau, who cares? Man nimmt an besonderen Ereignissen und Erlebnissen Teil und wenn die Zeit vorüber ist, kehrt man zurück in seine gute Welt.

Und nun transferiere man den Themenpark in den wilden Westen Nordamerikas. Indianer, Cowboys, Salons, Pferde und Schießereien! Man kreiere Androiden die als programmierte Mitspieler aka Hosts funktionieren, deren Gedächtnis über Nacht gelöscht und die Körper wieder instand gebracht werden. Bis am nächsten Tag das Spiel von vorne los geht und die Besucher durch verschiedene Storylines unterhält.

Welch wundervolle Welt, nicht? Aber was wäre, wenn diese Mitspieler, diese Hosts, ein Gedächtnis und sozusagen ein Bewusstsein entwickeln würden, sprich sich an vergangene Leben erinnern könnten? Was, wenn sie gelernt hätten, aufzuwachen?

„Can you imagine how f*cked we’d be if these poor assholes remembered what the guests do to them?

Willkommen in Westworld!

Nur der Furchtlose wagt weiter zu denken, was passiere gäbe man einem Computerspiel Helden ein Bewusstsein und ließe ihn über seine vielen Tode referieren. Denn Westworld erinnert an vielen Stellen an ein herkömmliches RPG und es wirkt dezent natürlicher die Hosts als NPCs zu bezeichnen und gewisse Erlebnisse als Quests: Warte in der Bar bis der alte Mann dich anspricht, und du findest am Ende des Tages Gold! Und wie jeder weiß: Zu viele (schlechte und schnelle) Updates schaffen mehr Scherereien als wie sie nützlich sind. So auch hier. Den Kundigen wundert diese Entwicklung also gar nicht.

Die von HBO adaptierte Serie des 1973 erschienen Filmes Westworld von SF-Autor Michael Crichton geschrieben und ins Leben gerufen, verspricht das neue Game of Thrones zu werden, wenn man die Serie auf Gewalt gegenüber Frauen und Nacktheit reduzieren möchte. Doch sie hat (vermutlich) mehr zu bieten: Neben Science-Fiction und Mystery sowie zahlreichen Verweisen auf Popkultur wie Blade Runner (1982) und Literatur wie Herr der Fliegen, Shakespeare oder auch Faust; finden sich auch altbekannte Musikstücke, die, auf von einem Honkytonk Klavier gespielt, zunächst zum rätseln einladen. Über die schauspielerische Leistung eines Anthony Hopkins, eines Ed Harris oder gar einer Evan Rachel Wood braucht nicht viel gesagt werden.

Fazit: Sehenswert und gespannt auf mehr.

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