„Suicide Squad“

Spät, aber doch.

Suicide Squad ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie der Trailer auf ein Event hyped und die Geschichte dahinter dann eine komplett andere ist, als wie der Sneak Peak vermuten lässt. Gefühlt fehlten über die Hälfte der Trailer-Szenen im eigentlichen Film, was daran liegt, dass via DVD/Blu-Ray und den „Extras“ nochmal kräftig der Verkauf durch „Special Editions“ angekurbelt werden soll. Preiset den Kapitalismus!

Wurde im Trailer vermittelt, dass all die Fieslinge und Übeltäter und Diebe gemeinsam gegen andere Fieslinge, Übeltäter und Diebe kämpfen, so war das nicht so wirklich der Fall.  Ja, was war denn eigentlich der Fall? Die Geschichte war konfus und meiner Meinung weder gut durchdacht noch geplant. Schade, denn die Einführung gelang und man war gespannt, doch dann folgte eine 20 bis 30 Minütige Schießerei und man ist im Hauptquartier, das zufällig dort gelegen war und plötzlich: der Endfight. Es war jedenfalls angenehmer anzusehen als wie Batfleck V Superman.

Studio-Issues und Joker Fail

Im Gegenzug dazu, was der Trailer versprochen hatte, hatte der Joker, auf dem die Hoffnungen aller ruhten, sehr wenig Screentime und diente lediglich als liebeskranker Wahnsinniger um die Geschichte um Harley Quinn zu bereichern. Wenn also manche Leute auf eine ikonenhafte Szene hofften, die einen neuen Kult Joker gebären möchte, so wurden diese enttäuscht und jede Szene die Will Smith in diesem Film zuviel hatte, fehlten in Independence Day Ressurgence.

Aber dies lag vor allem daran, dass es zwei Fassungen gab: Eine Fassung des Regisseurs persönlich und eine des Trailer Teams und Warner Bros., die die erste Fassung als zu wenig Humorvoll empfanden. Really? Are you f*cking kidding me?

Nerdist fasst die Situation besser zusammen: „There were a LOT of problems with Batman v Superman: Dawn of Justice, which WB has tried to course-correct, but it seems their correction for Suicide Squad has been much more about damage control than making a good movie.“

Suicide Squad musste also lustiger sein, eben wie es der Trailer versprochen hatte. Und wenn die Studios unbekannte Namen verheizen, so mag es einfach deren Schuld sein, wenn ein Film nicht gelingt.

Im Zuge des Nachdrehs und der Version, an welcher mehrere Editoren ihre Finger im Spiel hatten, wurde der Film lustiger und der Joker verschwand beinahe komplett. Es war jene Fassung, in denen die Charaktere früh eingeführt wurden und grelle Lichtspiele den Sieg davon trugen. Meiner Meinung nach erklärt das wohl am besten, warum sich der Film so verdammt unstimmig anfühlte. Er war okay, sicherlich. Er war unterhaltsam zu einem gewissen Punkt, aber gewaltig unstimmig. Es wundert also in diesem Falle kaum, wenn Fans beginnen Studios zu verklagen und ja, einer der Trailer machte einen deutlich anderen Eindruck.

Was ebenso einen fahlen Beigeschmack lieferte, war die Tatsache, dass Popmusik der 1990er verwendet wurde. Was bei Guardians of the Galaxy funktionierte funktioniert nicht überall. In jenem Fall nahm die Musik Einfluss auf die Entwicklung des Protagonisten und war im Film sehr wohl positioniert eingesetzt. Die Musikwahl in Suicide Squad hingegen fühlte sich, trotz wippen des Fußes, etwas verloren an.

Suicide Squad – vermutlich ein Opfer des Krieges um die Gunst der klingenden Kasse.

Übersexualisierung der Frauencharaktere /fem-mode on

Harley Quinn und die weibliche Belegschaft waren dramatisch übersexualisiert. Und damit beziehe ich mich weniger auf deren Kostüme, als wie auf deren Darstellung in der Geschichte. Zieht man in Betracht, dass Fieslinge und Bösewichte sicherlich wenig Wert auf eine korrekte und dem Feminismus gerechte Umgangsweise mit Frauen legen, könnte man dies zumindest von den Verantwortlichen erwarten. Im allgemeinen kann ich diesen Artikel von TheDailyBeast nur empfehlen, etwas extrem, aber sicherlich stimmig, aus dem auch einige Denkanstöße genommen wurden.

Geht man davon aus, dass Harley Quinn aus einer extrem gestörten und gewalttätigen Beziehung kommt, beziehungsweise daraus geboren wurde und folgend Gewalt frivolisiert, hinterlässt die Vision der treuen Ehefrau und Mutter als Ziel doch ein gewisses What the F*ck und degradiert sie dadurch zum Anhängsel des Jokers, anstatt sie selbstständig in der Geschichte stehen zu lassen, und zwar unabhängig vom Mann. Und so erging es auch den anderen, weiblichen Charakteren wie der Enchantress oder Katana. Und wenn eine Frau, wie Amanda Waller, alleine die Fäden in der Hand hält, wurde kaum eine Möglichkeit auszulassen, zu verdeutlichen, dass sie wohl wahnsinnig und „evil“ sein musste.

Die New York Times’  beschrieb es folgendermaßen: “a frat boy’s idea of what a feminist action heroine might look like.“

Fazit: Harley Quinn hätte eine großartige Heroine werden können und wurde als „Babydoll“ sozusagen verschossen. Der Film war an gewissen Stellen unterhaltsam und sicherlich besser als seine Vorgänger, trotzdem bleibt die zweifelnde Stirnfalte.

Quellen:

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