„Westworld“, S01E01 und S01E02

Grobe, gesamt inhaltliche Spoiler für Episode 1 und 2.

Man stelle sich einen Themenpark vor, der genau das hält was er verspricht: Reale Erlebnisse, ganz ohne rechtliche Konsequenzen. Vorbei sind die Zeiten mit Wochenend-Besuchen auf Mittelalter Lagern, die nur verschwommen das Gefühl der dunklen Zeit, wieder zu geben vermögen, wenn zum Beispiel das Gewand kratzt oder so. Weg mit den LARP-Events bei denen mit Schaumstoffwaffen aufeinander eingeprügelt wird. Man stelle sich einen Park vor, wo all die grenzenlose Freiheit real ist, nur mit der sicheren Ausnahme, dass dem einzelnen nichts passieren kann. Weder Tod noch Verletzung oder Haft. Man schlachtet den Schmied ab und vergewaltigt seine Frau, who cares? Man nimmt an besonderen Ereignissen und Erlebnissen Teil und wenn die Zeit vorüber ist, kehrt man zurück in seine gute Welt.

Und nun transferiere man den Themenpark in den wilden Westen Nordamerikas. Indianer, Cowboys, Salons, Pferde und Schießereien! Man kreiere Androiden die als programmierte Mitspieler aka Hosts funktionieren, deren Gedächtnis über Nacht gelöscht und die Körper wieder instand gebracht werden. Bis am nächsten Tag das Spiel von vorne los geht und die Besucher durch verschiedene Storylines unterhält.

Welch wundervolle Welt, nicht? Aber was wäre, wenn diese Mitspieler, diese Hosts, ein Gedächtnis und sozusagen ein Bewusstsein entwickeln würden, sprich sich an vergangene Leben erinnern könnten? Was, wenn sie gelernt hätten, aufzuwachen?

„Can you imagine how f*cked we’d be if these poor assholes remembered what the guests do to them?

Willkommen in Westworld!

Nur der Furchtlose wagt weiter zu denken, was passiere gäbe man einem Computerspiel Helden ein Bewusstsein und ließe ihn über seine vielen Tode referieren. Denn Westworld erinnert an vielen Stellen an ein herkömmliches RPG und es wirkt dezent natürlicher die Hosts als NPCs zu bezeichnen und gewisse Erlebnisse als Quests: Warte in der Bar bis der alte Mann dich anspricht, und du findest am Ende des Tages Gold! Und wie jeder weiß: Zu viele (schlechte und schnelle) Updates schaffen mehr Scherereien als wie sie nützlich sind. So auch hier. Den Kundigen wundert diese Entwicklung also gar nicht.

Die von HBO adaptierte Serie des 1973 erschienen Filmes Westworld von SF-Autor Michael Crichton geschrieben und ins Leben gerufen, verspricht das neue Game of Thrones zu werden, wenn man die Serie auf Gewalt gegenüber Frauen und Nacktheit reduzieren möchte. Doch sie hat (vermutlich) mehr zu bieten: Neben Science-Fiction und Mystery sowie zahlreichen Verweisen auf Popkultur wie Blade Runner (1982) und Literatur wie Herr der Fliegen, Shakespeare oder auch Faust; finden sich auch altbekannte Musikstücke, die, auf von einem Honkytonk Klavier gespielt, zunächst zum rätseln einladen. Über die schauspielerische Leistung eines Anthony Hopkins, eines Ed Harris oder gar einer Evan Rachel Wood braucht nicht viel gesagt werden.

Fazit: Sehenswert und gespannt auf mehr.

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Eingeordnet unter Kritik und Rezension, TV-Shows!, Westworld

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