„Gotham“, S03E06

Noch bis gestern wunderte ich mich über die spärlichen Reaktionen auf Social Media, bis ich heute über den Disput, den Hass, aber auch etwas Anerkennung stolperte. Die Rede ist von der nun offensichtlichen Tatsache, dass Gotham’s Penguin einen männlichen Love-Interest bekommen hat.

Als romantisch-verklärtes Gotham-Penguin Fangirl fieberte ich dieser einen bestimmten Szene entgegen, in welcher Oswald Ed seine Liebe gestehen möchte – und seien wir uns ehrlich: Es ist keine triebhafte Liebe, sondern eine tiefe und emotionale. Er wünschte sich nach dem Tod der Mutter jemanden, mit dem er all diese Errungenschaften teilen könne (und seien wir uns ehrlich, die Beziehung zur Mutter war etwas.. seltsam) und da war Ed. Ed, der ihn einst aufnahm und Oswald, der ihn aus Arkham holte. Sie schätzen beide die „weirdness“ des anderen, verurteilen einander nicht und jeder besitzt eine Urkunde, die bezeugt, dass sie „sane“ sind. Tumblr sammelt bereits gierig unter Nygmobblepot. Auch gut sind die köstlichen Reaktionen auf Twitter.

Und man frägt sich alsbald: Wird diese Liebe Bestand haben? Wird der Riddler ihm nicht doch noch das Messer in den Rücken jagen? Immerhin ist es das finstere Gotham, mit Rauch und Nebelschwaden und ewig schlechtem Wetter. Doch hat er nicht schon in der voran gegangenen Episode Penguins Frage mit einem Rätsel beantwortet?

„I can’t be bought, but I can be stolen with a glance. I’m worthless to one, but priceless to two. What am I?“

Doch just vor diesem Momet wurde ich grausamst aus meinem mädchenhaften Gegrinse gerissen: Ms. Kringle! Oder so ähnlich und zufällig am Ort des Geschehens (als Ed den Wein für das Dinner besorgen möchte. Bittet achtet auf den Hintergrund). Und ein Rätsel! Nein! Doch! Wie fies! Aber laut Sneak Peak auf Episode 7 weiß man, wohin das führen wird, denn der Hutmacher scheint seine Finger (vermutlich) überall im Spiel zu haben.

Die Reaktionen, wie bemerkt, äußerten sich in Ablehnung und Hass: „Ein Penguin hat nicht schwul zu sein. War noch nie so. Darf nicht sein“. Sicherlich, ein kleiner, dicker Penguin mit Monokel braucht auch nicht sympathisch, mörderisch durchtrieben und außerordentlich attraktiv zu sein. Die berechtigte Gegenfrage kam sofort: Wo waren die Aufschreie als man Wonder Woman einen weiblichen Love-Interest gab? Ein anderer bemerkte richtig, dass die Leute wohl übernatürliche Wesen und fliegende Menschen akzeptieren können, aber keinen homosexuellen Penguin? Seriously? Immerhin gibt es noch etwas Hoffnung und eine ganze Fangemeinde von „Nygmobblepots“ fiebert dem glücklichen Ende entgegen – nein, zittert – denn wir kennen Gotham mittlerweile und Gotham ist düster und grausam.

Sicherlich, die zwiespältige Diskussion altbewährte Charaktere in irgendeiner Form zu ändern, zieht sich durch die gesamte Comic/Film-Welt und auch George Takei äußerte sich kritisch zu der homosexuellen Ausrichtung des neuen Zulu in Star Trek Beyond.

Und/Aber was diesen Fall betrifft? Ich könnte jetzt dahin gehend argumentieren, dass es aus dem Batman-Universum weit mehr Adaptionen gibt, als wie von Star Trek, was schon alleine die zahlreichen Serien und Filme beweisen, die uns derzeit erheitern oder auch nicht. Ganz zu schweigen aller möglichen alternativen Comic-Universen. Aber generell gibt es darauf keine richtige Antwort.

Ich persönlich finde es sehr gelungen: Der Riddler und der Penguin hatten schon von Beginn an eine derart großartige Chemie sowie das gewisse Etwas und man freute sich auf jede Szene, die sich die beiden teilen durften. Es fühlte sich weder gekünstelt noch Effekte haschend an, sondern authentisch, natürlich und stimmig. Davon abgesehen, verdient der gute und liebe Oswald Cobblepot jemanden, der mit ihm all diese Errungenschaften teilt und sich mit ihm gleichermaßen darüber freuen kann. Fazit: Absolut dafür.

Zum Rest der Folge: Der Hutmacher, der den Tod seiner Schwester kaum verkraftet, sowie die Tatsache, dass sie ihn seit jeher abgewiesen hatte, will nun Jim Gordon an den Kragen, da er glaubt, er habe sie gegen ihn aufgehetzt. Gleich zu Beginn der Folge stellt er Jim vor die Wahl: Ein Kind, welches von einem Lastwagen überrollt wird oder ein Ehepaar, dass von einem Hochhaus springt. Wer darf leben? Folgend muss Jim über zwei weitere Leben richten, bevor er zu der einen Entscheidung hingeführt wird: Valerie Vale oder das Rehlein (Lee).

Die Auflösung gibt es am Ende der Folge.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Gotham, TV-Shows!

2 Antworten zu “„Gotham“, S03E06

  1. Karl P.

    Nein eigentlich ist es zum Kotzen. Pinguin war nie schwul. Ihn aus PC Gründen jetzt schwul zu machen ist ein Tritt ins Gesicht von jedem Batman fan. Wann man einen Schwulen in der Serie haben will nimmt man einen neuen Charakter und vernichtet nicht die komplette Geschichte eines bestehenden.

    • Da die gesamte Serie vom Comic-Canon abweicht, finde ich die Änderung sehr gelungen. Bruce und Cat wachsen gemeinsam auf und Barbara und Jim werden nie heiraten und auch nie Batgirl zeugen. Zudem wird der Penguin hervorragend von RLT gespielt. Außerdem ist er nicht per-se schwul, sondern der Riddler, war neben seiner Mutter, der einzige, dem er vertraute und dem er sich öffnete. Es hätte auch Barb sein können, oder sonst wer. Hier von PC-Gründen zu sprechen, halte ich für übertrieben. Und selbst wenn: Ich finde es passt hervorragend.

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