„Westworld“, S01E04

Science Fiction gilt als Spiegel der Gesellschaft. Isaac Asimov bereitete uns mit seinen zahlreichen Robotergeschichten kontinuierlich auf emotionale Roboter vor. Philip K. Dick führte 1968 mit Do Androids Dream of Electric Sheep? (aka Blade Runner) in das Bewusstsein von Androiden, bis auch Westworld (1973) von Michael Crichton, daran anknüpfte und gleichsam dem Western-Hype der 1970er, auch die Bedürfnisse der Menschen nach Abenteuer zu befriedigen versuchte. Und hervorragend die aktuellen Diskussionen um intelligente Kühlschränke, dem manischen Hype um die „Künstliche Intelligenz“ sowie Sexrobotern und Virtual Reality betreffend, stellt Westworld, in diesem Zusammenhang und gewohntem Format, die alten Fragen nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Man stellt sich die Frage: wann Freiheit für den Menschen erreicht ist? In einer Welt wo es keine Konsequenzen gibt? Und wann ist diese für Androiden erreicht? Bei autonomer Selbstbestimmung? Wie selbst bestimmt ist der Mensch denn generell? Und gäbe es keine Konsequenzen für sein Handeln, wäre er dann tatsächlich frei?

Ford sagte, es sei kein Themenpark, keine Geschäftsinvestition, sondern eine eigenständige Welt und diese Welt weiß alles über die Hosts, dessen Personal sowie aber auch deren Gäste. So erklärt der schwarz Behütete Logan dem guten William: „Come on. You really think it’s a coincidence that the only thing you even smiled at in Sweetwater just happened to drop into your lap?“ Während im Hintergrund bereits die neue Storyline Gestalt annimmt und existierende Storylines massiv durcheinander bringt.

Der Man in Black muss eine gewisse Verbindung zu Arnold besessen haben, denn wie er zur Schlangen-Frau* sagte, brach Arnold seine eigene Regel: „He died, right here in the park. Except I believe he had one story left to tell — a story with real stakes, real violence.“ Und Arnold war laut Ford „mad“. Der Mann, der seit 30 Jahren in den Park kommt, sucht nach dem Ursprung, einem Geheimnis? HBO tanzt uns schadenfreudig auf der Nase. Ich glaube, ich bin auf der komplett falschen Spur. Westworld wird mittlerweile auch als „neues LOST gehandelt. Die Geister scheiden sich darüber, ob dies was tolles oder schlechtes ist.

Der Titel „Dissonancy Theory“ zielt auf die in der Psychologie bekannte Kognitive Dissonanz ab, in der ein „unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.“

„Why would I want that? Pain, their loss, is all I have left of them. You think your grief will make you smaller inside, like your heart will collapse in on itself but it doesn’t. I feel spaces opening up inside of me, like a building with rooms I’ve never explored.“

Dolores erinnert sich in dieser Folge nach wie vor an den Tod ihrer Eltern. Ob Bernard ihr diesen Schmerz nehmen soll? Nein. Bernard navigiert Dolores in Richtung „Maze“ und er sagt: „The goal is to find the center of it, if you can do that, then maybe, you can be free.“ Wie also der Man in Black taucht nun auch Dolores in den Irrgarten ein. Und auch Maeve, die Prostituierte, ist sich den unstimmigen Vorgängen immer mehr bewusst. Die Kugel einer früheren Schießerei, die aus Hast nicht richtig entfernt wurde, wird, nicht ganz unsexy, von Hector aus ihrem Bauch gezogen, bevor beide in einem leidenschaftlichen Kuss niedergeschossen werden.

Fazit: Geniale Folge!

Links:

* Nett finde ich die allmähliche Auflösung einiger Quests. Hier Beispielsweise: Finde die Schlangenfrau, befreie den feschen Hector nach drei Tagen aus dem Gefängnis um dann den Inhalt des Safes im Brothel via Schießerei in der Stadt zu stehlen. Nice. Auch die Erwähnung Logans bezüglich dem Upgrade der Waffe und dem Easter-Egg, dass man wohl den einen Quest annimmt, dann aber eine gewisse Handlung vollführt um zum anderen Quest zu kommen, erinnert großartig an RPGs. Like it!

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Eingeordnet unter Kritik und Rezension, TV-Shows!, Westworld

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