Monatsarchiv: Oktober 2016

„Suicide Squad“

Spät, aber doch.

Suicide Squad ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie der Trailer auf ein Event hyped und die Geschichte dahinter dann eine komplett andere ist, als wie der Sneak Peak vermuten lässt. Gefühlt fehlten über die Hälfte der Trailer-Szenen im eigentlichen Film, was daran liegt, dass via DVD/Blu-Ray und den „Extras“ nochmal kräftig der Verkauf durch „Special Editions“ angekurbelt werden soll. Preiset den Kapitalismus!

Wurde im Trailer vermittelt, dass all die Fieslinge und Übeltäter und Diebe gemeinsam gegen andere Fieslinge, Übeltäter und Diebe kämpfen, so war das nicht so wirklich der Fall.  Ja, was war denn eigentlich der Fall? Die Geschichte war konfus und meiner Meinung weder gut durchdacht noch geplant. Schade, denn die Einführung gelang und man war gespannt, doch dann folgte eine 20 bis 30 Minütige Schießerei und man ist im Hauptquartier, das zufällig dort gelegen war und plötzlich: der Endfight. Es war jedenfalls angenehmer anzusehen als wie Batfleck V Superman.

Studio-Issues und Joker Fail

Im Gegenzug dazu, was der Trailer versprochen hatte, hatte der Joker, auf dem die Hoffnungen aller ruhten, sehr wenig Screentime und diente lediglich als liebeskranker Wahnsinniger um die Geschichte um Harley Quinn zu bereichern. Wenn also manche Leute auf eine ikonenhafte Szene hofften, die einen neuen Kult Joker gebären möchte, so wurden diese enttäuscht und jede Szene die Will Smith in diesem Film zuviel hatte, fehlten in Independence Day Ressurgence.

Aber dies lag vor allem daran, dass es zwei Fassungen gab: Eine Fassung des Regisseurs persönlich und eine des Trailer Teams und Warner Bros., die die erste Fassung als zu wenig Humorvoll empfanden. Really? Are you f*cking kidding me?

Nerdist fasst die Situation besser zusammen: „There were a LOT of problems with Batman v Superman: Dawn of Justice, which WB has tried to course-correct, but it seems their correction for Suicide Squad has been much more about damage control than making a good movie.“

Suicide Squad musste also lustiger sein, eben wie es der Trailer versprochen hatte. Und wenn die Studios unbekannte Namen verheizen, so mag es einfach deren Schuld sein, wenn ein Film nicht gelingt.

Im Zuge des Nachdrehs und der Version, an welcher mehrere Editoren ihre Finger im Spiel hatten, wurde der Film lustiger und der Joker verschwand beinahe komplett. Es war jene Fassung, in denen die Charaktere früh eingeführt wurden und grelle Lichtspiele den Sieg davon trugen. Meiner Meinung nach erklärt das wohl am besten, warum sich der Film so verdammt unstimmig anfühlte. Er war okay, sicherlich. Er war unterhaltsam zu einem gewissen Punkt, aber gewaltig unstimmig. Es wundert also in diesem Falle kaum, wenn Fans beginnen Studios zu verklagen und ja, einer der Trailer machte einen deutlich anderen Eindruck.

Was ebenso einen fahlen Beigeschmack lieferte, war die Tatsache, dass Popmusik der 1990er verwendet wurde. Was bei Guardians of the Galaxy funktionierte funktioniert nicht überall. In jenem Fall nahm die Musik Einfluss auf die Entwicklung des Protagonisten und war im Film sehr wohl positioniert eingesetzt. Die Musikwahl in Suicide Squad hingegen fühlte sich, trotz wippen des Fußes, etwas verloren an.

Suicide Squad – vermutlich ein Opfer des Krieges um die Gunst der klingenden Kasse.

Übersexualisierung der Frauencharaktere /fem-mode on

Harley Quinn und die weibliche Belegschaft waren dramatisch übersexualisiert. Und damit beziehe ich mich weniger auf deren Kostüme, als wie auf deren Darstellung in der Geschichte. Zieht man in Betracht, dass Fieslinge und Bösewichte sicherlich wenig Wert auf eine korrekte und dem Feminismus gerechte Umgangsweise mit Frauen legen, könnte man dies zumindest von den Verantwortlichen erwarten. Im allgemeinen kann ich diesen Artikel von TheDailyBeast nur empfehlen, etwas extrem, aber sicherlich stimmig, aus dem auch einige Denkanstöße genommen wurden.

Geht man davon aus, dass Harley Quinn aus einer extrem gestörten und gewalttätigen Beziehung kommt, beziehungsweise daraus geboren wurde und folgend Gewalt frivolisiert, hinterlässt die Vision der treuen Ehefrau und Mutter als Ziel doch ein gewisses What the F*ck und degradiert sie dadurch zum Anhängsel des Jokers, anstatt sie selbstständig in der Geschichte stehen zu lassen, und zwar unabhängig vom Mann. Und so erging es auch den anderen, weiblichen Charakteren wie der Enchantress oder Katana. Und wenn eine Frau, wie Amanda Waller, alleine die Fäden in der Hand hält, wurde kaum eine Möglichkeit auszulassen, zu verdeutlichen, dass sie wohl wahnsinnig und „evil“ sein musste.

Die New York Times’  beschrieb es folgendermaßen: “a frat boy’s idea of what a feminist action heroine might look like.“

Fazit: Harley Quinn hätte eine großartige Heroine werden können und wurde als „Babydoll“ sozusagen verschossen. Der Film war an gewissen Stellen unterhaltsam und sicherlich besser als seine Vorgänger, trotzdem bleibt die zweifelnde Stirnfalte.

Quellen:

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter /fem-mode on, Comic-Verfilmungen, Filme!, Kritik und Rezension

„Gotham“, S03E02 und S03E03

gotham-oswald-cobblepot-mayor-poster

:D

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gotham, So sei es, TV-Shows!

Ein Stück aus dem Leben, dem alltäglichen Leben, dem Alltag, No. 310

Als Teil der arbeitenden Bevölkerung versucht man sorgfältig und gewissenhaft mit dem erwirtschafteten Geld umzugehen. Schon alleine die Bezeichnung „Geld“ lässt mich erschaudern. Es sind Zahlen, etwas Metall und zerknittertes, bedrucktes Papier, dessen Wert wir definiert und ihm zugeschrieben haben. Also nennen wir es konformerweise Geld. Geld, dass Freiheit generiert und sie erwerbbar macht. Geld, dass uns knechtet und den täglichen Sinn im Leben verschafft. Alles gut und recht. Siehe da, der Game Stop verkauft neuerdings Minecraft Plüsch-Viecher. Auch wenn der Creeper wie ein grünes Phallus Symbol aussehen mag, gekauft ist gekauft. Tsss. Tsss. Tsss.

Der Arbeitgeber zahlt gegen Mitte Monat aus und so krebst man in den ersten Tagen des Monatsanfang mit nur mehr wenigen Cents durch die Shopping-Industrie, während der Großteil bereits erleichtert und mit prallem Portemonnaie vom Bankomaten schreitet. Man hasst sich für den Kaufrausch Tage zuvor, der das letzte Geld verschlungen hatte. Man bildete sich sein, im Urlaub sei es erlaubt. Man redete sich gut, man brauche T-Shirts auf denen Katzen bedruckt sind, oder vergleichsweise teure Shirts, weil man nun doch als Erwachsen gilt. Man kauft also bei Esprit und Only ein (wohl wissend, dass eh alles in der gleichen Fabrik produziert wird), anstatt bei H&M, der lediglich für Unterwäsche zu gebrauchen ist. Ich trage nun Wonder-Woman am Hintern. Yay. Viel DC aber kein Marvel, es ist enttäuschend. Marvel-Unterwäsche gibt es nämlich nur für kleine Buben.

Die Odyssee führte mich in einen Schuh-Laden. Fast 70€(!) solle das Paar kosten, dass ich auserwählt hatte. Sie hatten etwas. Aber, sie hatten auch etwas.. Egal, ich musste sie haben. Sie waren bequem und bequeme Schuhe sind eine Meisterleistung eines jeden Schusters. Alle anderen die ich davor probiert hatte, schmerzten und drückten. Dennoch, Schuhe für 70€ leistet man sich nicht jeden Tag. Aber es gab Prozente und ich stieg mit 55€ aus. Immerhin etwas. Davor hatte ich 55€ für zwei dünne Pullover ausgegeben.

Übersehen hatte ich allerdings, dass bei den zwei verhältnismäßig teuren Überzieher 45% Polyester enthalten ist und so saß ich, schwitzend und unruhig in der Lebensmitte: der Arbeit. Ahja, man rate woraus das Innenfell der Schuhe fabriziert ist: Polyester! Auch zwickte die Strumpfhose, aber Herbst und Winter bieten sich für Rock und Kleid gut an. Da es jedoch noch zu warm für die dicken, flauschigen Stumpfhosen ist, begnügt man sich mit den dünnen, engen, zwickenden Biester. Und da waren noch die Bücher. Zuviel Lesestoff. Feminismus, Science Fiction, kontroverse Religionen – alles was das kulturelle Herz begehrt.

Es ist erstaunlich wie willentlich man Geld liegen lässt, wenn man sich erst mal im Kaufrausch befindet. Das rationale Denken muss dabei komplett ausgeschaltet sein, anders kann ich mir diesen Willensverlust nicht erklären. Man ist ein Schaf, und folgt anderen Schafen. Man kauft, weil es da liegt und hübsch aussieht, weil es sich anbietet, weil man es eh schon mal haben wollte. Man folgt den Stimmen, die sagen: „Nimm es!“ oder „Morgen ist es weg und du wirst es bereuen!“ und tappt von einer wohl konstruierten Werbefalle in die Nächste. God Dammit! Kassa-Fallen sollten verboten werden. Ähnlich bei Steam Sale Aktionen: Man kauft was günstig ist, ganz gleich ob man es spielt oder nicht. Wer weiß, wann es das nächste mal nur ein viertel vom üblichen Preis kostet. No Man’s Sky ist immer noch nicht erworben, Kritiken wie AAA-Preis halten davon ab.

Und nun sitze ich da, tippe diese Zeilen, lasse den Leser an meiner Tragödie, dem #firstworldproblemdeluxe teilhaben (inklusive Hashtag) und setze mich Gelächter und Hohn aus. Lacht ruhig, Genossen, lacht ruhig, vergönnt sei’s euch.

Der Tee ist kalt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Just about Life, So sei es