Monatsarchiv: November 2016

Wonder Woman, Warner Bros. und die Verzweiflung

Bemerkung: Beitrag wurde vor Ewigkeiten erstellt und irgendwie.. übersehen. There you go.

Überlegungen, Befürchtungen, Spekulationen.

Warum bin ich von diesem Trailer nicht ganz so überzeugt?

Den ersten Trailer, den wir zu Gesicht bekamen, war jener der SanDiego Comic Con. Er war gut. Er machte Stimmung und ich dachte mir: Yes! Kann was! Er vermittelte trotz angedeuteter Love-Story doch etwas mehr und erzählte weniger. Und das ist gut: Trailer, die den gesamten Inhalt des Filmes inklusive Pointe verraten, sind schlecht. Bestes Beispiel: Passengers (Pratt/Lawrence, 2017). Andererseits kann das aber auch bedeuten, dass der Film schlecht ist und sich hinter einem guten Trailer versteckt. Aber die Musik ist gut.

Trotzdem hege ich gewisse Befürchtungen..

Als ich spät Nachts aus dem Kino schlenderte (Doctor Strange), fragte ich mich sogleich: Warum schaffen es Disney/Marvel die Konsumenten in ihren Bann zu ziehen und gute Unterhaltung zu liefern, während jeder einzelne Versuch von Warner/DC nur ein müdes Lächeln der Enttäuschung hervor ruft?

DC ist nicht per se schlechter als Marvel, DC ist anders. Und wie man an Nolan’s Trilogie sah, können mit dem Stoff gute und vernünftige Filme entstehen. Und wenn man sich ansieht was FOX aus Gotham machte, dann gibt der Stoff, besonders für die Gegenspieler, ausreichend Material zur Verwertung. Also woran liegt es, dass soviel Potential in so wenig Ergebnis mündet? Man of Steel, Batfleck Vs Superman und sogar Suicide Squad – alle drei waren im Endeffekt eine Katastrophe bis hin zu „zumindest besser, als“.

Dennoch frage ich mich Warum? Warum produzieren Disney und Marvel die, meiner Meinung nach, unterhaltsameren Filme? Warum? Manche sagen, Marvel ist was für Kinder und Jugendliche, während DC was für Erwachsene ist und das Zielpublikum hauptsächlich Teenager sind, während Erwachsene kaum ins Kino gehen? Nein. Zumindest nicht mehr. Woran liegt es also? Liegt es daran, dass Disney Marvel freie Hand lässt? Liegt es tatsächlich daran, dass Warner sich einmischt und verschiedene Schreiberlinge und Editoren einfach so mal zusammenpfercht um am Erfolg des Superhelden-Genre teilhaben zu können? Es kann nicht am Fangirling liegen, denn selbst eingeschworene DC Fans gestehen, dass die Filme nicht so ganz das versprechen, was man sich erhoffte. Und dabei kann es auch nicht daran liegen, dass Szenen 1:1 aus dem Comic übernommen wurden (Anspielung auf Batfleck Vs. Superman), denn bei TWD und Marvel funktioniert es auch. Woran also?

Liegt es also tatsächlich am verkrampften Versuch an Marvels/Disneys Erfolg anzuknüpfen? Ist die Gier nach Geld ausschlaggebend für deren Versagen? Superhelden-Filme sind immer noch „in“, wenn auch langsam Abnutzungserscheinungen auftreten, aber das Konzept funktioniert, noch. Und The Dark Knight war sehr gut. Also was spricht dagegen? Und rational betrachtet spräche auch nichts dagegen. Nur, das wie und vielleicht auch das warum hinterlassen einen üblen Geschmack. Aber sicherlich, jeder von uns wird ins Kino laufen und sich immer und immer wieder davon selbst überzeugen wollen, insofern werden wir, die Konsumenten, ausreichend Geld einspielen um deren Eifer zu rechtfertigen. It’s a never ending story..

Es häuften sich also Berichte bezugnehmend auf zahlreiche Probleme bei der Wonder Woman Produktion bis hin zu multiplen Schreiberlingen, wo jeder für sich eine Story basteln soll. Ich fürchte um das Wohlergehen eines Filmes, der die Geschichte einer starken Frau thematisiert. Und es wäre nicht Hollywood, wenn nicht eine Liebesgeschichte darin verstrickt wäre. Und Liebesgeschichten sind ja nichts schlechtes, ich mag gute Liebesgeschichten – aber eben in entsprechenden Liebesfilmen. Ich hoffe also auf das, was die Trailer bisher versprechen, und Diana andere Sorgen als Männer hat. Aber ja, ich sollte dankbar sein, dass es überhaupt (wenn auch lediglich für den Justice League Auftakt) einen Film über eine Comic-Heroine geben wird und Gal Gadot war leider auch der einzige Lichtlick bei Batfleck Vs. Superman. Und immerhin gibt es bald Captain Marvel und She-Ra! 2020 oder so..

Es amüsiert mich auch immer wieder die Tatsache, dass ein Bustier wie Gal Gadot es trägt, sie vermutlich im Ernstfall töten würde, plus sieht das gesamte Kostüm verdammt unbequem zum kämpfen aus – und als ehemalige Mittelalter-Schwertkämpferin weiß ich wovon ich spreche.

Soviel also zu meinen Befürchtungen, ich hoffe diesbezüglich enttäuscht zu werden. Ich lade gerne zur Diskussion warum Marvel mit seinen Filmen (gefühlstechnisch) mehr Erfolg hat als DC.

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Vier Monate Pokémon Go → Ingress!

Es sind inzwischen ca. vier oder fünf Monate vergangen, seit ich die App geladen und mich in die Welt der kleinen Tierchen begeben habe. Dabei habe ich mittlerweile Lvl 26 erreicht und konnte nun auch ein Magikarp Weibchen in eine hübsche Garados Dame entwickeln. Ich nannte sie Cute Nessie. 400 Candys! Der Dank geht an den Pokéstop in Barcelona, der mir via Lure-Modul, binnen weniger Minuten mehrere Fische spendierte. Der Kilometerzähler für die Eevee-Candies, dass ich folgend auf meiner Schulter spazieren trug, kam erst danach. Es folgte das Halloween Event mit doppelten Candies und Staub und XP und nur mehr wenige und der Kälte trotzende Menschen, starrten gebannt mit Ladekabel zum Akku-Pack in der Hose, auf ihr Display. Nostalgisch erinnerte ich mich an den Sommer, als wäre es erst gestern gewesen.

Ich weiß gar nicht mehr, welche Updates derzeit im Gange sind, doch meine Arenen sind corrupted. Error-Meldungen, Netzwerk-Fehler. Nein, so macht das keinen Spaß mehr. Und auch die frostige Kälte, die die Finger abfriert.. Was war grad nochmal Ingress? Ich erinnerte mich an einen höhnenden Menschen, der sagte: „Es solle noch Menschen geben, die Ingress spielen“ – Ingress. Hm?

Moment. Was ist das? XM? Materie? Was sind diese Punkte? Warum ist da alles blau? Und die leuchtenden Dinger? Da sind Schnüre! Warum? Und Felder! Zugegeben, ich wollte jener Fraktion zum Sieg verhelfen, die die Menschheit versklavt und aus Versehen trat ich dann dem Widerstand bei. Der Resistance. Aber das ist okay. Jetzt bin ich eben eine blaue Kreatur.

Und ja, ich war die erste Zeit extremst überfordert, bis man mir den Tipp gab 60 Seiten über Wie, Wann und Wo und Was durchzulesen. Ich überflog sie, und entschloss nach alt bewährtem Prinzip vor zu gehen: Learning by doing.

So lernte man also, nicht zu lange Linien zu legen, da sie den Weg zu anderen Portalen versperren und freut sich doch kurz mal, wenn ein Link in die Unendlichkeit ausschlägt. Und ja, es gibt Links, die gehen bis über den Atlantik.

ingress-map

Folgend eine kleine Galerie meiner Erfolge. Mittlerweile habe ich auch schon die nächsten Schritte geplant um während des Busfahrens die nächsten Felder zu legen. Noch gibt es wenig Konkurrenz, aber es gibt sie. Täglich.

Fazit bis jetzt: Es gefällt mir. Was mir nicht gefällt ist die Kälte, die es bald unmöglich machen wird, draußen herum zu laufen. Mal sehen, wie lange ich durchhalte und dem Winter ins Gesicht lache. Der Wind, der von den Bergen hinab bläst ist kalt. Sehr kalt.

Wtf? Jemand hat meine Arbeit über Nacht zunichte gemacht!

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„Doctor Strange“

Folgende Gedanken zu Master Strange, wenn auch massiv verspätet. Man gebe universitären Pflichten die Schuld.

Zu Beginn noch etwas skeptisch, dann jedoch zunehmend erfreuter und zu guter Letzt glücklich und zufrieden. Fazit: Ein angenehmes Filmerlebnis. Die andächtigen Mitbestauner waren ruhig und flüsterten. So wie Kino sein sollte. Wenn Civil War schon etwas ermüdete und eben gerade die neuen Charaktere für frischen Wind sorgen, so bestätigt sich dieses Gefühl bei Doctor Strange noch einmal. Doctor Strange wirkt!

Man braucht zu Sherlock aka Khan nicht all zu viel sagen: Der Mann ist hoch begabt, auch mit amerikanischen Akzent. Ich mochte die asexuelle und androgyne Tilda Swinton und wenn im Vorfeld Buh-Rufe bezüglich des Whitewashings laut wurden, so hätte eigentlich seit der Bekanntgabe Ruhe herrschen müssen. Spätestens jedoch nach der Sicht des Ergebnisses: Tilda ist keine weiße Frau, sie ist Tilda Swinton. Sie wirkt zeitlos, gelassen und auch zerbrechlich.

Könnte ich bitte auch ein Kleidungsstück haben, dass mir die Tränen wegwischt? Lesetipp: Aldous Huxleys „The Doors of Perception.“ sowie eine kleine Auffrischung über die Infinity Gems.

Insiderinfos von Mr. Raymond, die sicherlich interessanter sind als meine Euphorie über Cumberbatch und den Film selbst, sowie zufriedenstellender Ruhe im Kino:

„Der Time-Gem lässt grüßen. Der letzte Infinity Gem wird sich also vermutlich in Thor: Ragnarok sehen lassen (wer könnte den wohl brauchen.. to Hel with you). Überraschend, da der bekannteste Besitzer des Soul Gems in den Comics einer der Guardians of the Galaxy ist aber AFAIK hat sich Gunn schon zu Wort gemeldet, dass kein weiterer Infinity Gem in Guardians 2 zu sehen sein wird und das obwohl die Freundin von Adam Warlock schon bestätigt ist für den Film. Him and Her. Oder eben Adam Warlock und Ayesha. Ayesha aka Kismet aka irgendwelche Namen, den sie von Aliens bekam – es wird komplett anders sein im Film, aber Adam Warlock’s Kokon, oder zumindest einer der jenem ähnlich sah, war in der Sammlung des Collectors im ersten Guardians Film zu sehen. Gunn hat aber auch da dementiert, dass es Adam Warlock’s Kokon war.

Easter Eggs für die Fans: Der alte, einarmige Zauberer Hamir ist in den Comics der Vater von Wong, dem Bibliothekar im Film. Der Typ der über das Sanctum Sanctorum in New York wachte war Daniel Drumm, der Bruder und geistige Begleiter von Brother Voodoo. Überhaupt hat das Sanctum Sanctorum in NY die selbe Adresse wie in den Comics. Yay Bleeker Street 177A.

Mordo war klar, dass er am Ende keiner mehr der Good Guys sein wird, weil er in den Comics die Rolle von Kaecillius aus dem Film hat. Mordo war der Verräter, der mit Dormammu kollaborierte. Schlug einen anderen Weg im Film ein, aber als Hexenjäger macht er sich sicher auch gut. Kaecillius ist einer von Mordo’s Untergebenen in den Comics und auch wenn sein Gefolge nicht benannt wurde im Film (nicht einmal auf IMDB) könnte zumindest eine davon Adria sein und einer Demonicus heißen. Durch das Prequel Comic weiß ich, dass Tina Minoru letztlich auch eine kleine Rolle im Film hatte. Dank Youtube weiß ich jetzt, dass sie mit dem Staff of One unter den Trainees in Kamar Taj war. Sie ist die Mutter von Nico Minoru (Runaways Serie ist in Arbeit…. vielleicht sieht man Tina dort wieder und wegen der kleinen Rolle im Film nicht mal recastet?! Hoping!).

Christine Palmer, die Ärztin, die Strange so unterstützte war die Hauptfigur einer kurzlebigen Serie aus den 70er Jahren mit dem Namen Night Nurse. Ungefähr 20 Jahre zu spät die Idee. In den 50ern waren Romance Comics sehr beliebt und es war die Hochzeit von Patsy Walker und Co. bei Marvel. Mädchen hatten ihre Mädchen Comics, die sie zu braven Hausfrauen erzogen. Aber in den 70er Jahren noch sowas rausbringen…. wow. Kein Wunder, dass sie nur 4 Ausgaben überlebte. Wie man beim Marvel Appendix sieht, hat sie später (in einer wirklich guten Serie) mit Nightcrawler abgehangen. In den Comics hat Strange eine gewisse Zeit eine Beziehung mit Night Nurse, aber nicht mit Palmer, sondern Linda Carter deren Job vergleichbar ist mit dem was Rosario Dawson’s Claire Temple in den Netflix Serien. Superhelden ärztlich helfen.

Damn you, Stephen! West, der Arzt, dessen Uhr zu laut war und gerne mal aus dem Snack Automaten was klaute war Strange’s Gegner in der Miniserie „Doctor Strange: The Oath“ (lesenwert). Er ist ein neidischer Bastard in den Comics.

Ich hoffe, dass jeglicher Backlash wegen dem Swinton casting jetzt verstummt. Die Alternative wäre gewesen einen Typen wie Hamir zu casten. Asiate mit Fu Manchu Bart und mystischen Kräften. Der witzige Twist, dass nicht er der Ancient One ist, sondern sie war gut.“

Thx!

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„Westword“, S01E07

Holy Shit. Spoilers ahead. Aber zuerst eine neue Theorie: „There is no Westworld!“ Und zugegeben, diesen Twist sähe ich gerne.

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Die Hosts

Da haben wirs: Bernard ist ein Host. I knew it! Ha! Hosts sind mehr, als wie man zu Beginn vermutet hatte, denn sie vollziehen auch administrative Tätigkeiten. Diese letzten Szenen also, verliehen der Theorie, dass die Mitarbeiter Hosts sein könnten, gewaltig an Gewicht. Bisher war es nur Spekulation. Ein jeder von ihnen könnte von Ford für die jeweiligen Zwecke programmiert worden sein. Wie sagte Maeve noch gleich? Woher wüsste Felix denn, dass er sein Mensch sei? All die Erinnerung, auch die Frau von Bernard, das todkranke Kind, eine zweckdienliche Storyline. Ist Ford also ein grausamer Gott?

Man rufe sich die Storyline von Dolores in Erinnerung: Ihr Loop bedeutet Schmerz, so wie ihr Name im Lateinischen. Sie wacht auf, optimistisch, und findet gen Abend die Eltern ermordet und wird daraufhin vergewaltigt. Jeden Tag aufs neue. Wer auch immer sie in diesen Loop gesteckt hat, muss ein ziemlicher Sadist sein. Und wenn die Story um William ebenfalls nur ein Loop ist, und sie danach wieder in den gleichen Loop zurück fällt, dann würde es mich nicht wundern, wenn Dolores komplett „mad“ wird und alle im Alleingang abschlachtet. Vielleicht war sie Arnolds große Liebe und Ford war eifersüchtig und steckt sie deswegen in diesen grausamen Loop?

Ford arbeitet während dessen an seiner neuen Geschichte, die vielleicht sogar größer als der Park selbst sein kann und also nicht zwingend etwas mit diesem zu tun haben muss. Strebt Ford die Weltherrschaft an? Er konfrontiert Bernard mit seinem eigentlichen Ich, und opfert Theresa. Hannibal Lecter lässt grüßen. Und so stellt sich heraus, dass Ford die gesamte Zeit über, eigene Hosts in seinem eigenen kleinen Kämmerchen in den Wäldern entwickelte.

Delos

Delos, die Firma hinter Westworld, interessiert sich nicht den Park oder die Geschichten, sondern ist nur auf den Code bedacht – vermutlich für militärische Zwecke. Das war dann also der New Player, den ich in Folge 3 oder 4 annahm – Satelliten für Theresa und Delos. Und Elsie war dem auf der Spur. Keine Spur von Elsie übrigens. Elsie?

Ford hat jedes Backup von Westworld verhindert, weswegen man vorsichtig sein sollte, wie man sich seiner entledigt, damit er nicht alles mit sich reißt: 30 Jahre „raw material“, viel zu wertvoll um es dem Nichts zu überlassen. Durch einen „Incident“ soll Ford ausgehebelt werden. Es brauche ein „Blood Sacrifice“, um die Gefährlichkeit des Parks zu demonstrieren und ihn somit von seinem Posten zu entheben. Die arme Clementine muss dafür herhalten. Sie spielt ihre Rolle und wird arg zugerichtet, ebenfalls von einem Host, der darauf programmiert ist, ein Mensch zu sein. Wtf? Doch als sie „Rache“ nimmt und den Kopf des Hosts gegen die Wand klascht, einmal, zweimal, viermal, bis der Schädel zertrümmert ist, lächelt man. Sie wird danach „retired“.

Göttergleich wie Hannibal Lecter

Ford sieht sich nicht als Gott, er will nur seine eigenen Geschichten erzählen. Delos hingegen seien jene, die sich für Götter halten, in dem sie des Codes Willen den ganzen Park einstampfen möchten. Und auch Maeve spricht davon, dass sie einst glaubte, die Leute seien Götter, aber sie sind nur Menschen/Männer.

„But he is not under your control“ sagt Theresa als sie sich in Fords kleinem Kämmerchen befinden und die Identität von Bernard bekannt wurde, „He brought me here, to show me this.“ Und Sir Anthony Hopkins lächelt verächtlich und überlegen. Großartig! „He brought you, because I asked him to. He has been very loyal for many years.“ Wer bitte liest diese Sätze nicht in seiner unverkennbaren Stimme? Sein krankes Königreich werde ein Ende haben, sagt Theresa. Nein. Er lächelt. Deren Arrangement ist viel zu wertvoll für Delos. Hin und wieder senden sie wen, es ist fast schon eine Art Sport, dieses mal war es Theresa. Und wie sie sagte, es braucht ein „Blood Sacrifce“ – Bernard entledigt sich einer Krawatte und schlägt Theresa nieder, während ein weiterer Host im Vordergrund gewoben wird.

Frage: Tötete Ford alle einstigen Mitarbeiter und stellte sie anschließend als Hosts nach? Ford weiß also, was Dolores‘ Bernard sagte und trug somit Bernard auf, sie ins Maze zu schicken? Oder war es Arnold? War Bernard ein Mensch und war dieser Mensch Arnold? Warum? Zeitlinien? Wie lange ist Bernard schon ein Host? Elsie meinte, er arbeite schon seit Ewigkeiten bei Westworld. Dies funktioniert dann, wenn alle oder fast alle Robots sind.

William / Dolores

Es ist interessant, wie schnell sich die Meinung ändern kann, wenn sich die entsprechende Variable ändert: William, der zuerst nicht mitspielen wollte, will den Park nun nicht mehr verlassen. Das Leben davor, es fühlt sich wie eine Lüge an, aber hier, hier fühle er sich real. Er sagt, er hatte früher nur Bücher: „I used to live in them.“ Manche sehen hier wieder Parallelen zum MiB.

Dolores aber erwidert: „I don’t want to be in a story. All I want is not to look forward or back. I just wanna be in the moment I am in.“ – Und ja, das täte vielen von uns gut. Gute Dolores. Sie beugt sich zu ihm und sieht ihn erwartungsvoll an. Doch William erzählt ihr von seiner Verlobten, Logans Schwester, die er heiraten wird, sobald er zurück kehrt. Wir erinnern uns, er wies Clementine ab. „I have a life waiting for me, Sorry.“ Dolores stürmt hinaus und William eilt ihr, nach kurzem Zögern, nach.

„I’ve been pretending my whole life. Pretending I don’t mind, pretending where I belong. My life’s built on it. And it’s a good life; it’s the life I’ve always wanted. But then I came here, and I get a glimpse for a second of a life in which I don’t have to pretend, of a life in which I can be truly alive. How can I go back to pretending when I know what this feels like?“

Sie küssen sich und haben Sex. Die Realität fühlt sich nun unreal an, so weit entfernt und William sagt: „I used to think this place was all about pandering to your baser instincts. Now I understand it doesn’t cater to your lower self, it reveals your deepest self; it shows you who you really are.“ Und er sagt weiter: „You remember the look on Logan’s face when we left him behind? Do you know how long I’ve wanted to do that? To let him know what I think of him? And you. Last night. I never felt that way before. Not with any woman. You’ve unlocked something in me.“ Aber sie ist nicht ein Schlüssel, sie ist nur sich selbst?*

Die Story fährt fort. Der Zug wird von den Confederados angehalten und Lawrence lässt Leiche und Pferd explodieren. Sie fliehen. Der wilde Westen ist zum Greifen nahe. Es tauchen sogar Indianer auf. Dolores, William und Lawrence kommen am Canyon an, den Dolores noch kurz zuvor malte. Ihre Wege trennen sich, William geht mit Dolores.

Maeve

Arme Clementine. Maeve, trotz geringen Loyalitäts-Level, fühlt mit und verliert eine Träne als Sylvester Clementine deaktiviert. „I did it for you“ sagt er später und sie höhnt: „Always doing things for other people.“ Sie sah sich immer als Survivor: „All my life I’ve prided myself on being a survivor. Being a survivor is just another loop. I’m getting out of here, and you two are going to help me.“ Sylvester erklärt ihr, dass der gesamte Park so gestaltet sei, um die Hosts hier zu behalten. Es sei eine Suicide-Mission. Sie frägt verächtlich, ob er etwa Angst vor dem Tod hat?

“At first I thought you and the others were gods. Then I realized you’re just men. And I know men. You think I’m scared of death. I’ve done it a million times. I’m fucking great at it. How many times have you died? If you don’t help me, I’ll kill you.”

Yes! Team Maeve!

Prognose möglicher Enden

Man erfährt, was in der Vergangenheit passiert und wieso MiB wurde, wie er ist – wenn man von W=MiB ausgeht – und warum er zum Zentrum des Maze will, seit 30 Jahren. Will er die Hosts von ihrem Loop befreien, damit er Dolores in der Realität haben kann wie er sie früher hatte? Endet es als Love-Story? MiB auf der Suche nach Liebe? Will er Fiktion zur Realität machen? Zugegeben, es wäre ein billiges Ende. Oder: Arnold lebt noch, brachte Ford um und ersetzte ihn durch einen Androiden. Wenn man länger darauf nachdenkt, klingt es auch plausibel.

Fun Fact: Interessanterweise werden immer nur jene Artikel populär, die Frauen als Sexroboter-Industrie zeigen. Hier sehen wir Hector ans Bett gefesselt, als Sexroboter dienend. Nice job.

*Madame (8), mit der ich die Folge sah, meinte, wie unrealistisch es doch sei, dass sich jemand in einen Robot verlieben könnte. Ich fragte sie darauf hin, ob sie sich nie in einen Heathcliff oder Mr. Darcy, einen Mr. Spock oder als kleines Mädchen in einen Atreyu verliebt hatte? Nein, hatte sie nicht. Es sei für sie unvorstellbar. Ich? Ich wäre Joaquin Phoenix in Her. Ja, ich verfiele einem Host vermutlich genau so schnell, wie ich bereits unzähligen fiktiven Charakteren verfallen war. Und genau so verhält es sich in Westworld. Wenn also die Robots, die Androiden äußerlich und innerlich nicht von Menschen zu unterscheiden und sie eben „besonders“ und „anders“ sind, wer verliere sich nicht gerne darin und gäbe die Realität auf? Die Realität mit Versicherungen, Schmerz und Tod, Verpflichtungen und Krankheiten und Arbeit und lästigen Menschen und all das. Keine Panik mehr vor einer ungewollten Schwangerschaft! Klingt lächerlich, aber mit diesen Problemen schlagen sich Frauen seit Jahrtausenden herum. Ja, ich kann Williams Gedankengänge vollkommen nachvollziehen. Bis jetzt. Schauen wir was Folge 8 für uns bereit hält.

Links:

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„Gotham“, S03E09

Die Geschichte um Gordon vs. Barnes endet mit einer Aufnahme in Arkham Asylum. Die drei Kinder sind einem Geheimnis auf der Spur und Nygmobblepot verzwickt sich immer mehr und mehr. Ob es noch einen Ausweg geben kann? Dienstag oder in Season 4 wissen wir mehr.

Gordon vs. Barnes

„Guilty!“

Gordon, das skeptische Schlitzohr, erahnt die düsteren Machenschaften in denen sich der Captain der GCPD befindet: „Something doesn’t feel right“ sagt er mit rauer Stimme, während Barnes in seinem persönlichen Henkersraum drei Menschen exekutiert: Sex Traffic, Murder, Drugs. Gesichtslose Statisten. „Tonight, I am the law! Justice is served.“ Ayayay. Gordon stöbert in Barnes Akten und wird erwischt. Barnes nimmt ihn unter einem Vorwand mit und Jim darf ihn aushorchen. Alles ist so offensichtlich unstimmig. Es folgt ein Disput über Recht und Gesetz, „even if we are bending the law“ ruft Barnes und Jim spricht sich dagegen aus: „It’s for the law to decide.“ Good old Jim.

Doch Barnes gesteht, dass schon immer etwas in ihm gewesen sein mag und erst kürzlich „unlocked“ wurde: „I have never been so clear and strong in my life.“ Nun begreift auch Jim, dass Barnes „infected“ ist. Er möchte ihm helfen. Doch dieser weigert sich. Der Konflikt verlagert sich mittlerweile in eine Lagerhalle, sodass Schießereien, Verfolgungsjagden und Prügeleien leicht möglich sind. Jim kommt gerade noch dazu, Bullock Bescheid zu geben, bis ihm das Telefon aus der Hand geschossen wird. Barnes ist in Rage! Und er macht Jim für alles verantwortlich. Doch das Rehlein und Bullock schaffen es, die Polizisten (mit gefaktem Bluttest) davon zu überzeugen, dass der Captain infiziert ist und sie alle rücken artig aus.

Guilty! Alle sind schuldig! Bossfight! Barnes ist stärker. Schusswechsel. Im trautem Heim der GCPD folgen die ewigen Blicke, die Blicke die alles sagen, wenn sie doch nur könnten und wäre die Vergangenheit anders gewesen, aber alles ist so schwierig und nein, es darf und kann nicht sein. Das Rehlein blickt zu Boden. Ayayay.

Ivy, Tiny Batman und die Katze

Da ist sie nun also: Klein Ivy nun groß Ivy und ausgewachsen. Wie leicht es doch ist, an Diebesgut zu kommen, nutzt man Charme und Körper. Was sie den Männern gäbe? Nichts. Aber sie mag Pflanzen und diese seien sehr nützlich. Sie betäubt ihre ahnungslosen Opfer mit deren Gift, schlägt den reichen Mann nieder und entschwindet mit dem Diebesgut, einer kitschigen Kette.

Sie taucht bei der Katze auf, ob sie immer noch Streuner aufnähme? „It’s me, Ivy?“ Aber Selina ist nicht ganz davon überzeugt. Die Katze und Bruce wundern sich, warum sie zurück ist? Irgendwas stimmt nicht. Was will sie wirklich? frägt die Katze und Ivy blickt auf den kleinen Rollkragen-Bruce hinab. Ivy aber hat keinen Sinn dafür und erzählt der Katze ganz erfreut von ihren neuen Fähigkeiten: „When you look like this, guys just come up and give you stuff.“ Die Katze kann ihren Enthusiasmus nicht teilen. Bruce verweilt währenddessen am Rande der Szene und sagt plötzlich: „You look nice“ – Wtf Bruce? Nein! Ein scharfer Blick von der Katze.

Also, warum kam sie zurück? Sie sei zwar nun größer aber immer noch eine schlechte Lügnerin. Ja, sie wurde erwischt. Der Mann, den sie niedergeschlagen hatte, war erwacht und ist nun vermutlich hinter ihr her. Lol? Die Katze stiehlt ständig, wird aber dabei nie erwischt. Plötzlich tauchen maskierte Männer auf und die Kinder fliehen: „I’m sooooo glad you came back.“ Arme Katze.

Als sie sich halbwegs sicher fühlen, zückt Ivy die Kette. Bruce sagt: „You have to return it“ – und frägt wie viel, denn wenn er die Kette kauft, dann haben diese Männer keinen Grund mehr sie zu verfolgen. 1000 Dollar sagt sie. Passt. Die Katze verdreht die Augen: „Idiot“. 2000. Ivy wird nervös. Nun sehen wir auch, warum sie ins Spiel gebracht wurde um die Beziehung zwischen der Katze und Klein Batman zu stören. Batman ist reich, Ivy will an das Geld. „5000 in Cash or you can try to avoid the man on your own“ sagt Bruce und die Katze ist, wenn nicht sogar zum ersten mal, etwas beeindruckt. Ivy gibt ihm die Kette. Sie begeben sich zur Villa und sehen den Inhaber mit einem Pfeil im Auge am Boden liegen.

Warum ist die Kette so wichtig? „Who cares!“ ruft Selina und wirft sie auf den Boden. It’s a key! Die Katze schlägt Bruce vor, dass sie sich besser aus dem Staub machen sollten. Ivy: „Oh my god, are you a couple now?“ Bruce sagt ja, die Katze nein. Ayayay. Und nein, trotz Andeutungen verkommt Gotham (noch) nicht zu einer Romantik-Soap, auch wenn wir die Blicke zwischen Jim und dem Rehlein, Nygmobblepot und das neue Dreiergespann haben. Doch sie halten die Balance. Die Katze wiederholt gegen Ende noch einmal: „He is not my boyfriend“ – Arme Katze, aber man kann sie verstehen. Das ganze Leben unabhängig und nur auf sich angewiesen, soll sie nun plötzlich die Freundin von jemanden sein. Aber sie mag Bruce. Sie mochte ihn schon immer. Arme Katze.

Die maskierten Männer, die die zertrümmerte Wohnung der Katze durchsuchen, finden hinter einer Mauer eine metallene Dose und plötzlich hält einer einen Zeitungsartikel über Bruces‘ Eltern in der Hand. Katze?

Nygmobblepot

Ed wartet ungeduldig auf einen Anruf von Isabella. Und siehe da! Das Telefon klingelt. Doch es ist nur die GCPD, die ihn sehen will. Es sei dringend. Ich liebe die Mimik des Penguins. Nein, was es wohl sein könnte?

Das Ergebnis: Isabella ist tot. Armer Ed. Der Penguin steht hinter ihm. Sie muss wohl eingeschlafen sein, „I’m so sorry Ed. Did she suffer?“ – „No“ sagt er. „Anything you need at all, I’m here for you“ sagt Oswald und sie umarmen sich. Moi. Aber Ed ist nicht glücklich. Der Penguin schon. Ed’s Wunden werden heilen, dessen ist er sich gewiss. Immerhin ist er ja für ihn da.

Szenenwechsel auf das düstere Anwesen des Penguins. Ed liegt im Bett und hört Opern, während der Penguin ein Portrait von sich anfertigen lässt. Die Musik stört ihn. Er watschelt hinüber. Ed leidet. „You are going to sit there?“ – „Yes“ – „All by yourself?“ – „Correct“ – „Okay then.“ Er zieht sich wieder zurück. Doch kurz darauf tritt er erneut ins Zimmer. „I as much as anyone know how hard it is to lose someone. This is not healty behavoir. It’s depressing and if I’m beeing honest, a bit scary“ sagt er zu Ed. Moi! „You need to heal and healing is about moving on“ – „No doubt, you’re right“ stimmt Ed mit ein, „I go where she was taking from me and say goodbye.“ Ja, das solle er tun. Isabella hätte bestimmt gewollt, dass er glücklich ist. Doch des Penguin Plan hatte versagt. Das Ergebnis ist nicht wie erwünscht. Aber warum nur? Tröste dich guter, lieber Oswald Cobblepot, ich verstehe es auch nicht.

Wenige Szenen später steht er mit Blumen in der Hand an den Gleisen. Er legt sie nieder und schaut traurig. Ein Blinder taucht auf; war er da? Sah er was? Nein. Aber er hörte sie schreien. „How odd…“ Und nur wenige Momente später bemerkt er den Mord, nicht den Unfall. Aber wer bezahlte dafür? Wer hat ausreichend finanzielle Mittel dafür um die GCPD zu schmieren? Omg?

Er konsultiert den Penguin. Oswald zeigt ihm das Bild, dass nun auch Ed im Hintergrund zeigt. Nein? Wirklich? Er hat ihn mit ins Bild genommen? Er freut sich sehr und da! Da ist der Hoffnungsschimmer den wir Fangirls gebraucht haben, es gibt also noch Hoffnung? Sobald Ed über den Kringle-Klon hinweg gekommen ist, dürfte Nygmobblepot nichts mehr im Weg stehen! Aber es ist Gotham, und Gotham ist düster..

„Isabella was murdered“ sagt er streng. Und der Penguin wird nervös. Oh no! „The breaklines were cut“. Omg! Das Mienenspiel zuckt und weiß nicht wohin ausschlagen und Ed weiß, wer es gewesen ist. „Who?“ „BUTCH! For exposing him as leader of the red hood gang.“ LOL! Und ja, das ergibt absolut, absolut Sinn. Ja. Sie finden ihn!

Das bedeutet, einerseits, dass Ed die Wahrheit erfährt und Oswald verlässt, der aber endlich seine Liebe gestehen kann, oder andererseits, dass Butch stirbt oder, dass sie sich wieder irgendwas einfallen lassen. Hm.

Vielleicht noch interessant bezüglich der ganzen Diskussion um Nygmobblepot:

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„The Walking Dead“, S07E04

Wo soll das denn noch hinführen? Negan ist nach wie vor ein freundlicher Charakter: Er lächelt (wenn auch übertrieben häufig), er ist oft gut gelaunt und achtet auf seine Gruppe. Sicherlich, in einer postapokalyptischen Welt muss man gewisse Statements setzen. Und ja, er mag ein Sadist und grausam sein, und es mag ihm Spass bereiten, Leute zu quälen und sie zu schikanieren. Fakt ist: Er wirkt sehr sympathisch, freundlich und auch etwas Klischee gay. Seine schlacksige Figur, die tänzelnden Schritte, der Oberkörper der sanft mit den Bewegungen hin und her schwingt, machen einen fetten Strich durch das Klischee vom massiven Bully. Negan ist ein intelligenter Psychopath, der dem Klischee des Psychopathen in Anzug und Krawatte so gar nicht entspricht. Er ist sich seiner Taten bewusst und kontrolliert die Welt um sich herum. Negan könnte ein ganzes Dorf nieder brennen und wenn er tänzelnd um das Feuer hüpfte und lachte und Witze machte, würde man ihm vermutlich verzeihen. Er muss ja auf seine Leute achten, Rick täte sicherlich das gleiche! Nein, Jeffrey Dean Morgan ist ein zu sympathischer Schauspieler.Vielleicht liegt es auch daran, dass er Negan doch überzeichnet darstellt? Ich brauche die Comics..

Und Rick? Rick ist gebrochen. Rick möchte Frieden und als Negan ihm befiehlt alle Waffen abzugeben, während Matratzen und Einrichtungsgegenstände mitgenommen werden, gibt er zu verstehen, dass die Welt nun so läuft. Und Michonne, wie es sich für eine Amazone ziemt, möchte kämpfen. Sie akzeptiert den Zustand nicht. Und es gibt schon die ersten deutlichen Anzeichen dahingehend, dass sich die Gruppe spaltet. Zumindest ist eine Art Handlung für kommende Folgen gelegt.

Es fehlt eindeutig eine Carol. Carol hätte Negan vermutlich vergiftet oder ihm Lucille über den Kopf gezogen während sie ihn mit ihrem Hausfrauen Lächeln angeschmachtet hätte. Ich mag Carol. Es fehlt der Bad-Ass, denn Negan ist es nicht. Negan, der freundliche Balletttänzer von Nebenan.

Fazit: Kann bitte irgendwas passieren? Ich verstehe, dass Negan böse sein soll, und grausam und all dass – aber, kann bitte etwas passieren? Immerhin gab es ein paar Quotenzombies bei Rosita.

Edit: Morsecode? Wtf?

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„Black Mirror“, S03E01

Achtung, es folgt ein (etwas polemisches) Kommentar zum Medienwahnsinn, Social Media und ein paar Sätze zur eigentlichen Folge.

Sollte sich Black Mirror nicht mit (nahen) dystopischen Zukunftsvisionen beschäftigen? Sicherlich, wir bewerten heute (noch) nicht alle Menschen mit fünf Sternen aufgrund ihrer (kalklulierten) Freundlichkeit, aus Freundlichkeit um wiederum dank deren Freundlichkeit mit fünf Sternen bewertet zu werden, allerdings sind wir dieser Version doch schon gefährlich nahe – auch wenn die Berichte über Arbeitgeber, die ihre Bewerber im Interwebs und auf Social Media auspionieren an Brisanz verloren haben, nachdem klar wurde, dass Sauforgien nun mal ganz normal und deren digitale Abzüge davon, Alltag geworden sind. Nichts besonderes also mehr. Noch werden Hasspostings und rassistische Äußerungen etwas kritisch beäugt, dies dürfte sich aber vermutlich in den nächsten Jahren auch noch legen. Trotzdem spioniert der Arbeitgeber und zieht gegebenenfalls seine Schlüsse daraus. Und Facebook entwickelte sich ja aus der Idee heraus, potentielle Beziehungspartner auszuspionieren. Insofern..

Und nehmen wir Instagram: Man präsentiert (s)ein tolles Leben, man propagiert vielleicht einen gesunden Lebensstil, postet regelmäßig und siehe da, die Mühe beschert gute 200o oder gar 4000 Follower. Und das gefällt. Dass all diese Follower selbst wieder 3000 anderen Menschen folgen, um verfolgt zu werden, das kümmert nicht. Ein Follower ist ein Follower, ein Like ein Like. Likes sprechen für Popularität und damit lässt sich Geld machen. Also warum nicht?

Auf FB spielt es sich ähnlich ab: Man bekommt Likes für tolle Sachen und Kommentare für diverse Beiträge. Wir wissen auch, dass Kommentare und das Teilen von Beiträgen, je nach dem, mehr wiegen als wie Likes. Das mag zwar ausschlaggebend sein für den intelligenten Algorithmus dahinter, der uns immer mehr auf eine kleine Nische an Beiträgen beschränkt, aber das kümmert uns ja nicht.

Wir sehen die Likes. Man heiratet. Alle liken. Man schließt sein Studium ab. Sie liken. Wir fahren in den Urlaub. Manche liken. Wir wurden verlassen. Irgendwer reagiert mit dem traurigen Smiley, ein anderer kommentiert: „Wtf? Warum postest du sowas?“ Das Fratzenbuch weiß also nicht nur, wann uns etwas gefällt, sondern was wir wann traurig oder toll finden. Facebook und Google wissen alles über uns! Aber egal. Wir posten Fotos, Statusupdates und kommentieren, nicht ausschließlich, aber oftmals nur um geliked zu werden. Je mehr likes, desto toller findet wer unseren Gedankengang oder das was wir tun, desto toller fühlen wir uns selbst. Andere entscheiden somit über unser Wohlbefinden. Und das tolle ist? Ein jeder kommt zum Zug: Der, der nach Aufmerksamkeit giert, der Troll und vor allem der Hassposter – dieser fühlt sich in seiner kleinen Welt bestätigt, und hetzt weiter. Ein jeder profitiert: Die Nutzer, die Anbieter, die Wirtschaft, die Politik, der Kapitalismus. Eigentlich ein tolles System, nicht?

Und es betrifft nicht nur uns, sondern zeigt bereits Auswirkungen auf die gesamte Medienlandschaft: Nicht, dass was „wahr“ ist, wird verbreitet – auch Falschmeldungen, wenn auch nur zur Aufklärung geteilt werden, werden gewichtet und somit weiter geleitet und nach vorne verlagert. Und wer beschließt dann, was wahr und was falsch ist? Wo beginnt Objektivität und wo Zensur? Der Kampf gegen Falschmeldungen läuft jedoch bereits.

Und nicht dass, was wahr ist, wird verbreitet, sondern oftmals dass, was am meisten Likes hat. 10 000 Menschen können nicht irren, oder? Eigentlich ist es erschreckend. Und dies erinnert mich an jene Folge „The Entire History of You“ (S01E03): Denn diese Folge zeigt so deutlich und so erschreckend authentisch und zugleich ironisch auf, was passiert, werfe man solch eine spezielle Technologie in die Bevölkerung. Zur Erinnerung: Alles was getan wird, wird aufgezeichnet. Bei Argumenten sicherlich von Vorteil, aber wir sahen wie es enden kann und(!) würde.

Sicherlich, in „Nosedive“ wird das Bild komplett überzeichnet und die Farben sind ausschließlich in Pastell gehalten. Nettigkeit wird propagiert und man ist freundlich, schließlich hängen der soziale Status, die Wohnsituation und dergleichen davon ab. Der, der über 4,5 von 5 Sternen ist, darf in der hypertollen Residenz wohnen, während Leute mit 1,4 gar nicht erst angeschaut werden. Unsere Protagonistin sinkt von einer 4,2 auf eine 0. Das Ende ist ein freundliches. Eingeblendet werden diese Daten übrigens via Linse. Google Glas lässt grüßen. Sonst ist alles beim alten, Newsfeed, Postings und so weiter und so fort.

Aber um nochmal an vorher anzuknüpfen. Gesteht liebe Blogger und liebe Leser: Es fühlt sich nett an, wenn jemand eure Beiträge liked oder euch sogar abonniert. Ich freue mich über jeden einzelnen Like. Wirklich. Sicherlich, was ist der Unterschied zu einem Lächeln im Bus? Oder einem Kompliment von nahen Bekannten? Wir befinden uns in einer Art Gemeinschaft, und immerhin hängt nicht ein gewisser sozialer Status von den anderen ab oder gar eine Wohnsituation oder was auch immer. Zumindest nicht in der Form, wie „Nosedive“ es uns durchspielt, und dass andere einen ganz schnell mal nach unten bringen können. Oder aber, wir befinden uns in den „falschen“ Kreisen und dümpeln alle bei 2-3 herum, denn die 4er und 5er gäben sich erst gar nicht mit uns ab. Wer weiß?

Was ich damit sagen will: Diese Realität ist nicht so weit weg, wie manche der bisher vorgestellten Alternativen in Black Mirror. Wir sind gesellschaftlich nicht abhängig von Likes und können uns diesem System noch freiwillig entziehen. Wir entscheiden uns jeden Tag dafür, ob wir beim Surren des Telefons sofort nachschauen ob und wer uns geherzelt hat, sei es der eigenen Aufmerksamkeit wegen oder aus ehrlichem Gefallen. Mein Telefon ist auf lautlos, keine Vibration. Ich stelle es mir mühsam vor, wenn plötzlich aus dem Nichts irgendwas aufblinkt.

Fazit: Die Folge mag zwar nicht eine der Besten gewesen sein, aber zumindest wird der Dialog, die Diskussion um Social Media, um den Einfluss und Konsequenzen wieder einmal mehr ins Licht gerückt. Und wir sollten diesen Diskurs noch viel viel öfter führen.

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