Monatsarchiv: Dezember 2016

„Doctor Who“, S10E00, Christmas Special

Es heißt: Man lernt die Dinge erst dann zu schätzen, wenn man sie verloren hat. Wir hatten den Doctor zwar nicht verloren, aber er war weg. 24 Jahren um genau zu sein. Vielleicht nicht ganz 24 Jahre, sondern nur ein Jahr, aber zumindest fühlte es sich wie eine lange, lange Zeit an. Und ich bemerkte nach den ersten fünf Sekunden, wie sehr ich den Doctor vermisst hatte. Zur Hölle mit Game of Thrones und Westworld und The Walking Dead. Zur Hölle damit! Gebt mir den Doctor zurück, gebt der Menschheit den Doctor zurück! Man sieht was passiert, wenn der Doctor nicht in der Umgebung ist. Doctor? Explain! Aber dabei muss er sich nicht erklären, denn wir wissen, wo er die letzten 24 Jahre, die letzte Nacht verbracht hatte..

Ein war ein gutes Special, eine humorvolle Persiflage und gelungene Hommage an das Superhelden-Genre das uns inflationär auf den Tisch gestellt wird. Clark ist Grant und Lois Lane ist Lucy, Grants große Liebe seit 24 Jahren, die von seinem besten Freund geschwängert und verlassen wurde. Klischee. Seitdem ist er Nanny für Tochter Jennifer und männliche Nannys kann es nie genug geben. Ernsthaft, was ist falsch daran? Der junge Grant schluckt einen Edelstein und bekommt seinen Wunsch erfüllt: Ein Superheld zu sein, inklusive Fliegen, übermenschliche Kraft und Röntgenblick. Der Rest ist Geschichte und eine gute Episode. Ich rufe „mehr“! Aber niemand hört mich. Sogar Krang aus der Animationsserie Super Mutant Ninja Turtels bekommt einen kleinen, aber feinen Auftritt – zumindest erinnert das Gehirn doch stark daran. Wir haben Aliens, wir haben einen Screwdriver (keine Sonnenbrille, sondern einen richtigen Sonic Screwdriver!) und viel wichtiger, wir haben einen Doctor!

Und wenn gewollt wird, dass der Doctor wieder jung, Tennant-esk (es kann nur einen geben!), mit ebenso junger Begleiterin ausgestattet werden soll, um auch das jüngere Publikum anzusprechen – und wenn schon nach einem jungen Doctor gesucht wird, so empfehle ich Domhnall Gleeson (ein Weasly, man sah ihn auch u.a. in Ex Machina) –  lasst mich euch sagen: Das ist nicht notwendig. Die harmonische und perfekt aufeinander abgestimmte Beziehung zwischen dem Doctor und Nardole (River Songs Angestellter aus dem Christmas Special 2015) würde locker ausreichen um ganze Seasons zu füllen! Und zugegeben, als Tennant-Fangirl tat ich mir – nach Wibbly Wobbly-Matt Smith – mit einem plötzlich alten, E-Gitarren spielenden und Sonnenbrillen tragenden Doctor schwer – doch mittlerweile möchte ich den alten Kauz nicht mehr her geben. Niemals mehr. Ich will keinen neuen Doctor. Soviel also dazu und zuviel Emotionen gegen Ende des Jahres, ich wünsche erholsame Feiertage.

Wer Reviews bevorzugt, die tatsächlich Inhalt wie Hintergrund wiedergeben, der klicke bitte hier:

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Doctor Who, Kritik und Rezension, TV-Shows!

Jólaköttur!

Die isländische Weihnachtskatze! Laut Legende frisst sie all jene, die im Sommer nicht die Wolle zu Garn gesponnen haben und beschenkt all jene mit Kleidern die fleißig waren. Ich habe kein Garn gesponnen, werde ich jetzt gefressen? Aber ich war anderweitig fleißig, anzunehmen also, dass die Katze gütig sein wird. Außerdem habe ich immer eine Packung Katzenleckerlis in Reichweite, sowie ausreichend Dinge rumstehen, die Jólaköttur runter werfen kann. Damit wäre sie eine Zeit beschäftigt, folgend hoffentlich auch besänftigt. Ich wünsche allen ein frohes Fest der Geschenke. Möge Jólaköttur euch gnädig sein. :D

Links:

4 Kommentare

Eingeordnet unter Beiträge mit Katzen!, Just about Life, So sei es

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #25

Die 5 besten Road Trip Filme

Die Frage mit den „besten“ ist immer so eine Sache. Ich freue mich schon, wenn mir überhaupt 5 Filme zum jeweiligen Thema einfallen, denn so bewusst macht man sich nie Gedanken darüber. In diesem Falle fielen mir doch ein paar ein, nicht zwangsläufig die besten, aber jene, die sofort im Gedächtnis blieben oder an ein gewisses Gefühl beziehungsweise an die (illusionäre) Idee eines Roadtrips gekoppelt sind; selbst wenn dieser dann durch den Realitätsfaktor zwangsweise an Abenteuer einbüßt und der Stau (oder seltsame Gestalten am Rastplatz) oftmals das einzige ist, was sich von der sechsstündigen Autofahrt abhebt. Somit also 5 Roadtrip-Movies die zeigen, wies richtig geht. Keine Wertung bezüglich der Reihenfolge.

4. Natural Born Killers (1994) – Ohne Worte.

2. Zombieland (2009) teilt sich mit Fanboys (ebenfalls 2009) einen Platz.

3. Eurotrip (2004) – „Scotty doesn’t know. Scotty doesn’t know… don’t tell Scotty.“ Film wie Soundtrack sind ein Konglomerat was zu Beginn der Jahrtausendwende unter Mainstream Punkrock à la Simple Plan und College Humor à la American Pie en vouge war. Nett: Matt Damon. Der Film: Schlecht. Aber: Fällt definitiv unter Roadtrip, erinnert aufgrund des Damon’schen Cameos.

1. Mad Max – Neu wie alt. Der Inbegriff eines Sprichwörtlichen Road Trips.

5. Jeepers Creepers (2001) – Horrortrash vom schlechtesten, aber amüsant. Irgendwie verfehle ich das Thema..

Weitere die mir einfielen und eher unter die Kategorie „die besten“ fallen: Fear Loathing Las Vegas, Roadtrip, Thelma und Louise, Little Miss Sunshine, Blues Brothers, …

roadtrip-madmax

Ps: Das Urban Dictionary hat einige interessante Definitionen bezüglich des Begriffes „Roadtrip„:

„When a bunch of kids get in a car (most likely a VW Bus, most likely with tons of drugs, and drive to an exotic destination (like Vegas or New Jersey). It happened more in the 70s.“

„The long and boring trip that eventually becomes memorable and fun through time.“

„Long car rides with friends, family, pets, etc. Generally entails excessive heat, or air conditioning, rest stops, pee breaks, speeding, sleeping, and lots of cities. Red bull is acceptable.“

„A Road trip is a car trip that is defined by the word „trip“. The trip is a not the journy but a feeling that you get after smoking to much.“

„using „herbs“ while in a car.“

8 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!, Just about Life

„Fantastic Beasts and where to find them“

Viel zu spät aber doch noch folgen Bilder von Kreaturen, ein paar Gedanken und dezente Recherche.

beasts

Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass sich 3D demnächst wieder aus den Kinosälen verabschieden darf, gestehe ich erfreut, dass der 3D-Effekt bei den Kamerafahrten und den Tierchen stimmig geplant und eingesetzt wurde. Es wirkte nicht störend. Wenn ein Film jedoch nicht darauf ausgelegt ist und dieser Effekt im Nachhinein mehr schlecht als recht irgendwie rein gemurkst wird, dann nervt es und verdirbt einem durch unscharfe Bilder das Sehvergnügen. In Fantastic Beasts hatte man ein gewisses Achterbahn-Feeling und ich bedauerte die Kürze der Fahrten. Und wenn die Kreaturen und Tierchen plötzlich auf einen zuhuschten und sie zum Greifen nahe waren, fühlte man sich „mitten“ drinnen. Das war nett.

Eddie Redmayne hatte mit seiner Stephen Hawking Performance und seiner, wenn auch dezent übertriebenen Darbietung in The Danish Girl bewiesen, dass er ein guter Schauspieler ist, der es durchaus schafft, auch weniger konventionelle Rollen zu meistern. Insofern ist es vollkommen in Ordnung, wenn er in den nächsten Jahren Newt Scamander miemen und sich ein Fandom aufbauen darf. Dass die Filme auch alle zwei Jahre angesetzt sind, finde ich etwas zu weit gegriffen, lässt aber den Darstellern ausreichend Möglichkeit, nebenbei noch andere Projekte zu verfolgen. Ich frage mich, ob wir ihn auch mal in einer Rolle sehen werden, die sich nicht nur aus schiefer Kopfhaltung, null Blickkontakt und schüchternem Lächeln zusammensetzt. Ich sähe ihn gerne als einen James Bond oder als einen Bully, in einer Rolle, in der ‚mehr‘ zeigen darf was er kann.

gallery-1475068902-creatures

Ich suchte nach dem Tweet: „Find a man who look at you like Newt looks at creatures“ fand ihn aber noch nicht. Zugegeben, auch mir entsprang ein Funke der Verehrung wenn der schüchterne Blick, plötzlich aufleuchtet. Dank gilt der visuellen Gestaltung und Nachbearbeitung. Es stellt sich die Frage: Können wir Filme, trotz des Wissens um ihre Entstehung dennoch genießen? Egal, es geht ja um die Tierchen, deswegen:

Ich fand aber auch Katherine Waterston aka Porpetina Goldstein sehr interessant und denke mir, hätte man sie gelassen, wäre noch viel mehr heraus zu holen gewesen. Der dicke Bäcker (Dan Vogler) hielt für kalkulierte Lacher her, wirkte sympathisch und sorgte für das „Ohh… der Arme“ und folgend für „Ohja.. immerhin bäckt er tolle Kreaturen“. Und auch die hellsehende Schwester (A Fine Frenzy, u.a. Sängerin und Pianistin) wirkte trotz Klischee sehr sympathisch. Leider konnte ich mit Colin Farell gar nichts anfangen und auch Johnny Depp erscheint mir hier vielleicht etwas fehl besetzt? Seit Johnny Depp in den letzten seiner Filme immer wieder die gleiche Figur darzustellen scheint, verlor er etwas an Reiz und wirkt nur mehr wie ein Schatten seiner besten Charaktere.

Der Film war unterhaltsam, wenn auch etwas langatmig. Es war kein Harry Potter und das kann man nun positiv oder negativ sehen. Mir schien, es fehlten ausgedehnte epische Szenen, aber das war auch schon beim letzten Harry Potter so. Der Regisseur war der gleiche.

beasts_0

Und auch wenn der Merchandising Markt mit den bisher gezeigten Tieren ausgelastet sein mag, so vermisste ich doch „mehr“ davon und zwar nicht im Sinne von Quantität, sondern Qualität. Es braucht keine 100 Tiere, wenn 5 Tiere aktiv in die Geschichte mit eingebaut werden. Groots kleiner Bruder und der große Vogel, sowie das unsichtbare Vieh und auch der süße Niffler sollten zwar zeigen, dass der Film von putzigen Kreaturen und wo sie zu finden sind, handelt, dienten aber schlussendlich (doch nur) als Legitimation, eine weitere Wizard-World Geschichte pompös erzählen zu können inklusive aller damit verbundenen Folgen. Daher: Weniger Story, mehr Tiere!

Ebenso hätte man in dieser Hinsicht ruhig noch mehr Unterschiede zwischen der amerikanischen und englischen Welt zeigen können. Ich vermisste etwas das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere und hatte das Gefühl, dass eine Geschichte erzählt werden muss, um an die voran gegangenen Erfolge anknüpfen zu können.

Fazit: 7,2 von 11 putzigen Kreaturen.

Fazit II: War ich zufrieden? Ja. Ich wurde unterhalten, ich lächelte, ich fühlte mit. Nur fehlte etwas. Nur was? Ich mag das Universum – ein weiteres in dem ich gerne leben würde – Ich mochte die Darsteller und ich mag putzige Kreaturen. Aber irgendwas fehlte.. War es die Erwartung an einen epischen Film, die mich dann ohne Strumpf zurück ließ, im Sinne von „Master has given c4t an expectation, c4t is free“? Wer weiß.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension, Popkultur 'n Geek-ish

„Arrival“

Die englische Originalversion dreimal aus Faulheit (und dem kalten Wetter wegen) aufgeschoben, musste ich mich nun mit der deutschen Version zufrieden geben. Die Syncro tat in diesem Falle weder dem Film noch dem Inhalt schlechtes, denn wie das Thema selbst, gründet auch der Film auf Kommunikation. Der Film baut nicht auf die englische Sprache auf und vermittelt auch keine Witze, deren Sinn bei der Übersetzung verloren ginge, sondern erzählt eine Geschichte deren Botschaft in allen Sprachen funktioniert.

Es folgt ein Review mit Spoiler, dass vermutlich kaum sinnvollen Informationsgehalt aufweist, und lediglich jene ansprechen mag, die den Film bereits gesehen haben.

Man könnte den Film auch so umschreiben: Das Ende ist der Anfang und der Anfang das Ende. Alles, an was sich Louise im Zusammenhang mit ihrer Tochter erinnert, geschieht in der Zukunft. Zeit ist nicht linear, zumindest nicht für die Aliens (u.a. Abbott und Costello) die sie besuchen. Dort erfährt sie die Nummer des chinesischen Militärchefs und verhindert somit einen Krieg der Welten. Ihr Buch über die Sprache der Heptapoten wird publiziert, sie erinnert sich daran und kann im Zuge dessen die Nachricht der Aliens, die sie kurz vor der Explosion erhalten hatte, übersetzen. RIP Abbott.

Zurecht sagte man mir, dass der Film „grausam“ sei, denn wer würde, im Wissen, dass einem einst alles genommen wird, dennoch genau diesen Pfad einschlagen? Fraglich, wenn die Zeit nicht linear ist, ob sich dann Abstraktionen ergeben (können) oder ob sie tatsächlich so verläuft, wie sie die Zukunft sah? Der Film lässt das offen. Und wie der Doctor schon sagte: „People assume that time is a strict progression of cause to effect, but actually, from a nonlinear, non-subjective viewpoint, it’s more like a big ball of wibbly-wobbly, timey-wimey… stuff.“

Sprache ist ein interessantes Phänomen und Arrival thematisiert zurecht deren Komplexität, deren wir bereits im Alltag erliegen. Ein Zyniker mag sagen, „Ich bin nicht dafür verantwortlich was du verstehst“ und ein Empfänger mag sich wehren in dem er sagt: „Du musst deine Worte klarer wählen“ – Wir kennen das Problem aus alltäglichen Disputen und Diskussionen und nicht zuletzt hängt sich mancher Streit an einem einfachen fehlinterpretierten Wort, folgend einem Missverständnis auf. Es hat also sicherlich seinen berechtigten Sinn, dass man in Philosophie Lehrveranstaltungen selten über Seite zwei einer philosophischen Primärlektüre hinaus kommt und Stunden damit verbringt, die ersten Sätze zu ergründen bis sich die Diskussion nur mehr um bestimmte Worte und deren Auslegung dreht. Aber das ist wichtig.

Ein vielleicht handgreiflicheres Beispiel: Im gälischen gibt es kein „nein“ und kein „ja“, sondern nur ein „ist nicht“ oder „war nicht“ oder „ist“ – wie im lateinischen. Allseits bekannt: In kälteren Regionen gibt es verschiedene Worte für Schnee, mit denen ein Südländer, selbst mit Übersetzung nichts anfangen könnte. Es ist eine andere Art der Kommunikation. Ein Volk, deren Sprache nicht über bestimmte Verben verfügt, die zukünftiges und vergangenes ausdrücken, kommuniziert und lebt anders als wie jene, deren Sprache komplexer strukturiert ist. Und auch da hakt die Linguistin ein: Unsere Sprache ist schwammig und lässt viel Spielraum bei Interpretationen. Im Unterschied dazu ist die Sprache der Physik, mathematische Zeichen und Formeln, eindeutig und somit trifft faktische Aussagen über die Welt. Und auch das ist ein interessanter Aspekt des Filmes, gerade diese beiden Disziplinen nebeneinander (nicht gegenüber) zu stellen – zumal es auch Story-technisch Sinn ergibt einen theoretischen Physiker heran zu ziehen.

Interessant und besonders stimmig fand ich das Beispiel mit Schach: Jemand, der Sprache anhand eines Spieles erklärt (im Film mit Mahjong – kann übrigens süchtig machen) kennt folgend nur ‚Sieg‘ oder ‚Niederlage‘, aber weder ‚Werkzeug‘ oder ‚Helfen‘. Je nach dem mit welchen Mitteln man also eine Sprache beleuchtet, bekommt man ein anderes Ergebnis.

Und nun sind wir hier: Die Kreise sind Worte und Sätze zugleich. Vergleichbar mit chinesischen Zeichen deren Satz auf einmal geschrieben werden kann. Abbott und Castello haben zudem eine andere Art der Zeitaufassung, und zwar, dass Zeit nicht linear ist. Doch dies ist fast nur ein nebensächlicher Aspekt. Der Film, die Geschichte, die Szenerie beleuchten zwischenmenschliche Abgründe die sich in Katastrophensituationen ergeben. Krieg, Raub und Mord sieht man lediglich entfernt über die News, während Louise im Bett liegt. Die Geschichte behandelt die menschliche Seite.

Und besonders hier verdeutlicht der Film (wieder mal), dass Menschen einfach primitiv sind. Als sie in ihren Anzügen (und dem Vögelchen) hinauf schreiten und ihre Gerätschaften auspacken, wirken sie trotz Hightech erbarmungslos unterentwickelt. Besonders deutlich wird dies durch die Leere und Einfachheit des Raumschiffes und der Aliens, denen sie gegenüber stehen.

Dieser Eindruck bestätigt sich, als der Urinstinkt, die Familie schützen zu wollen, zu Handlungen verleitet, die ebenfalls fast einen Krieg ausgelöst hätten. Man kann ihnen jedoch keinen Vorwurf machen. Und sobald das Wort „Waffe“ gefallen war, schalteten alle Stationen auf Offline. Selbst wenn zu Beginn noch eifrig zusammen gearbeitet wurde, wird doch bald klar, dass viele nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Ich verstehe jede außerirdische Macht, die sich davon abwendet und die nächsten 3000 Jahre die Menschen observiert und einen gewissen Sicherheitsabstand hält – wäre da nicht Fermis Paradoxon. Lest es euch durch.

Ich finde es auch immer nett, wenn alltägliche Dinge in Filmen realistisch dargestellt werden: Es wurden verschiedene Geräte verwendet (nicht nur Apple), Louise lief Barfuß (und nicht im Schuhen im Haus) und auch wie die Schwerkraft in dem Schacht des Raumschiffes dargestellt wurde, fand ich recht interessant und originell.

Eine Frage die mir dennoch im Kopf blieb war: Wofür brauchen die Aliens in 3000 Jahren die Hilfe der Menschheit?

Fazit: Der Hype eilt dem Film nicht voraus, sondern ist gerechtfertigt. Einer der wohl besten SF Filme 2016.

Hier noch ein paar gestohlene Aliens.

Kurze Recherche danach:

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

„Killer Cookies from Outer Space“ – eine Weihnachtsgeschichte

Vorsicht: Kann Spuren von Splatter enthalten.

killercookies3

Sibirien. Sibirischer Winter. Um Mitternacht. Tante Olga hatte wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit Kekse gebacken. Wenn auch mit wenig Zucker versehen, waren sie köstlich geworden. Nach und nach, ganz behutsam, gab sie die unterschiedlichen Sorten in die geerbten Dosen. Der garstige Geist der Urgroßmutter Natascha klebte daran und ließ sie jedes Jahr aufs neue wissen, wie unzureichend die Kekse, und ganz besonders die ihren, doch waren. „Nastrovje!“ sagte Tante Olga und toastete der gerahmten Fotografie der Urgroßmutter, die grimmig über die Küche wachte, zu.

Der Wind zischte um das alte Haus und mit ihm schlüpfte ein Killer Cookie nach dem anderen in den angenehm warmen Wohnraum. Tante Olga hatte eben die letzten Kekse eingepackt, da entdeckte sie noch weitere. Sie waren weiß, wie die Unschuld selbst und ihr flockiger Körper erinnerte an einen Südseetraum, weit weg von der unfreundlichen und kalten Eiswüste. Fern von Väterchen Frost.

„Na sowas, wo kommt ihr denn her?“ fragte sie belustigt und klaubte eines nach dem anderen auf. Sie hatte sie bereits alle in ihrer großen Hand, da öffnete sich ein Loch in der Mitte eines jeden Keks und entblößte sich als roter Schlund. Die Kekse kreischten. Tante Olga war entsetzt. Was ist das? Sie hüpften auf ihren Arm, hoch zum Gesicht und fraßen sich in die Wangen, durch den Mund hinab in den Körper bis die arme Frau tot um fiel.

Wohl genährt, aber nicht satt zogen sie ihren Weg fort. Strategisch gut positioniert platzierten sie sich auf einem Teller im Wohnraum. Sohn Dimitri kam sogleich und griff nach den Keksen. Er war ein hungriger Bub. Die Kekse sprangen auf ihn und fraßen ihm die Augen aus den Höhlen bis sie sich am Gehirn labten. Er fiel tot um.

Onkel Pavlov trat ins Haus. Als gleich er seine Frau und den Sohn, tot und angenagt daliegen sah, nahm er Axt und Beil. Wo war der Mörder? Er suchte und durchforstete jeden Raum. Das Schloss an der Tür war nicht gebrochen, die Fenster fest verschlossen. Hinter der Couch lauerten sie. Sie lachten und kicherten. Der Angriff formierte sich. Der Onkel horchte auf. Langsam ging er in die Nähe aus der das Lachen kam. Da läutete das Telefon. Die Vibration deutete eine Nachricht an. Doch er ignorierte die Information.

Ein kleiner Keks lag auf dem Tisch. Verlassen und einsam, unschuldig und köstlich. Der Onkel richtete sich auf und steckte ihn ohne zu zögern in den bärtigen Mund. Sogleich verzerrte er das Gesicht vor Schmerzen. Blut quoll aus dem Mund heraus. Der Killer Cookie hatte ihm die Zunge aufgefressen und biss sich durch die Wange in die Freiheit. Weitere Kekse stürmten heraus. Sie schrien und jubelten. Er schwang das Beil. Er schwang die Axt, doch verfehlte er die lieblich, weißen Kekse jedes mal. Sie hüpften. Eines biss ihm sein Ohr ab. Andere machten sich an den Beinen zu schaffen. Bis auch er tot um fiel. Sie hatten gesiegt.

Stille herrschte. Nach und nach kamen mehr Kekse in den Wohnraum, verängstigt und unsicher. Kleine Kekskinder setzten sich zitternd vor den Baum, der bereits herrlich dekoriert war. Sie blickten mit ihren großen, schneeflockigen Augen auf und fragten was denn nun passieren würde? Bekäme man das Raumschiff wieder in Gang? Ein großer Killer Cookie bejahte und tätschelte das Kind. Er wusste nicht, wie lange sie wohl auf diesem Planeten sein würden. Aus der Küche kamen Geräusche.

Einige der anderen kamen mit verpackten Geschenken wieder. Es waren Finger, Ohren, Nasen und Zehen, eingewickelt in hübschem weihnachtlichen Geschenkspapier. Die Kinder hatten eine Freude mit dem menschlichen Fleisch und nagten genüsslich daran. Hier und da schlürften sie etwas Blut. Ein kleiner Keks rülpste, kicherte und schlief zufrieden ein. Weihnachten war für Familie Kokosbusserl noch einmal gerettet.

Doch wie sieht wohl die Zukunft aus? Werden sie auf der Erde überleben können? Und was sind das für leblose Körper in den Dosen? Welch schrecklicher Ort. All dies und noch viel mehr in Kürze.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Kreatives, Kurzgeschichten, So sei es

Ein Spiel für Zwischendurch: The Room

therooma

Das Puzzlespiel wurde 2012 von einem britischen Studio namens Fireproof Studios für Apple entwickelt. Spieldauer ca. 3 Stunden. Die Fortsetzung „The Room 2“ weist zwar deutlich mehr Puzzles auf, jedoch fehlt mir die Liebe zum Detail, die beim ersten Teil sehr zur Geltung kommt. Nicht nur im Design, sondern auch in der Geschichte und den Puzzles selbst. Ich ertappte mich des öfteren staunend über die tollen Einfälle und Ideen. Diese 5€ sind also gut investiert. Im Vergleich dazu, kostet Kino mehr und dauert oft kürzer. Man bemerkt auch, dass das Spiel für einen Touchscreen entwickelt wurde, da via Maus die Steuerung manchmal etwas umständlich ist.

Nachdem der erste Teil wirklich gelungen war, schien mir, litt die Fortsetzung an einem gewissen Erfolgsdruck. Er fängt nicht ganz so ein, wie der erste Teil und auch das Design ist nicht ganz so ausgearbeitet. Wem dennoch der erste Teil gefiel, der darf sich guten Gewissens auch ruhig den zweiten kaufen.

Die Puzzles sind einfach bis mittelmäßig schwer, und wenn man heraus gefunden hat wie und wonach man schauen muss, unterhält das Spiel einen Abend lang. Wie ein guter Film, nur eben mit etwas Eigeninitiative.

Fazit: Nett :)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gaming

„The Walking Dead“, S07E05, E06 und E07

Wir befinden uns einen Beitrag vor dem Mid-Season-Finale, dass 90 (also vermutlich 60) Minuten dauern soll. Verzeiht die lange Wartezeit, hier nun eine kurze Zusammenfassung der letzten drei Episoden.

Wir freuten uns, Maggie wohlauf in Hilltop zu sehen. Gleich zu Beginn wird der Seher der Frage entlassen, ob das ungeborene Kind überlebt hat. Ja, hat es. Doch sie braucht Ruhe. Gregory aber will sie so schnell wie möglich aus Hilltop weg haben: Durch Rick wurde alles nur noch viel schlimmer. Negan, der vermutlich Ricks Geschichte mit Maggies Tod nicht ganz geglaubt hatte, schickt Handlanger vorbei die sich via Feuer und akustischer Zwangsbeglückung ankündigen. Badass-farmgirl Maggie aber weiß ganz genau was zu tun ist und führt die hilflose Meute an. Nach dem Zwischenfall und dem tatsächlichen Auftritt des Untertanen, werden Maggie und Sasha von Jesus versteckt. Dieser wählte jedoch einen anderen Schrank aus, als wie Gregory vorgeschlagen hatte und so bleiben sie unbeschadet. Negans Handlanger nehmen nochmal die Hälfte von allem mit sowie die gesamte Kiste Wein. Armer Gregory.

Währenddessen sammelt Rick Abgaben, die Negan wöchentlich (oder öfters) verlangt. Es gibt keine Flucht vor Steuern, nicht einmal am Ende der Welt. Cooral kommt der kleinen Enid näher, sie fahren Rollerblades, küssen sich und tun das, was halt Teenies während einer Zombie Apokalypse tun. Enid möchte eigentlich Maggie besuchen und Coooral hat andere Pläne.

In der nächsten Folge lernen wir eine neue Gruppe Überlebender kennen, denen die Saviors massiv zugesetzt haben. Als Tara sich nach fehlgeschlagener Erkundungstour (mit Heath) und Zombieangriff an einem seltsamen Strand wiederfindet und von einer hübschen Frau aufgepäppelt wird, vermutet man ein kriegerisches Amazonenvolk, dass dicht versteckt im Wald haust. Später klärt sich jedoch der eingeschlechtliche Umstand auf: Alle Männer ab 12 wurden von den Savoirs getötet. Neue Verbündete? Tara muss versprechen, dass sie nie wieder zurück kommt, entgeht einer Exkution nur fast und schweigt in Alexandria (noch).

Und irgendwie machen sich alle separat auf die Suche nach Negan: Cooral und Sasha. Rosita besitzt nun eine Kugel (dank an Eugene) und auch Michonne ist auf dem Weg zu Negan. Der Sohn der ehemaligen Alexandria Tante hat ein Gespräch mit dem Priester, denn er mag Rick nicht. Rick sieht man die letzten Tage recht wenig.

In der letzten Episode wohnten wir dem Aufeinandertreffen von little-badass Cooral mit happy-face Negan bei – der, neben Kniefall von seinen Jüngern auch noch einen ganzen Harem besitzt. Jesus und Cooral sprangen gerade noch in den Wagen und während Jesus rechtzeitig absteigt, fährt Coral ins Innere der Negan Fabrik. Dort enttarnt, schießt zwei Männer nieder. Negan zwingt ihn die Augenbinde abzunehmen und meint, so sähe er doch viel böser aus. Oh, ist das nicht toll? Sagt er irgendwann, als ob er mit einem großen Geburtstagsgeschenk spricht. Gegen Ende provoziert ihn Cooral, denn wenn er was täte, hätte er schon was getan, aber er spräche nur leere Worte. Sie fahren nach Alexandria und am Ende der Folge gibt Negan seinem Brutpflegetrieb nach, vergisst all die Grausamkeiten und nimmt Judith auf den Arm. Er wartet auf Rick.

Negan macht in dieser Folge deutlich, wie wichtig Regeln seien. In dieser Geschichte erfahren wir von einem Paar, dass getrennt in Negans Lager wohnt. Sie, die als Haremsdame dient, könne gehen wann sie wolle und bei ihrer Familie wohnen – aber offensichtlich will sie das nicht. Und er hätte er jemals eine von ihnen geschlagen? Nein. Und was sollen sie nicht tun? Cheaten! Er brennt ihrem Freund/Liebhaber/Mann mit einem alten Bügeleisen das Gesicht an. So wie bei good-old Dwight. Oh hey, Daryl! Daryl lebt noch. Warum? Weil er einen guten Soldaten abgeben wird.

Fazit: Negan hat eindeutig viel zu viel Screentime. Er lacht, meiner Meinung nach, immer noch zu viel. Man zeigt seine grausame Seite, doch kurz darüber nachgedacht, kann man seine Handlungen dennoch irgendwo verstehen. Wer würde nicht größenwahnsinnig werden? Und Regeln sind wichtig. Trotzdem wirken die Szenen immer noch zu gestellt und zu übertrieben, selbst wenn der Kniefall des Volkes und der Vorfall mit dem Bügeleisen, am ehesten jedoch der Harem mit den heraus geputzten Frauen, mehr Spuren beim Seher hinterlassen als mit sympathischem Lachen vollzogene Gewalt.

Fazit 2: Wir werden sehen was passiert, vermutlich wird das Mid-Season Finale die ganze Folge nichts passieren und gegen Ende mit einem Cliffhanger beendet werden. Wie immer.

Links

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, The Walking Dead, TV-Shows!

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #23

Die 5 besten Schneefilme

Ha! Das ist einfach, Danke! Ich hasse Schnee und Kälte wie die Pest und hasse es jedes Jahr aufs neue, sich derart einzwiebeln zu müssen, dass man sich kaum mehr bewegen kann. Villeicht fiel es mir sogar deswegen einfach, weil sich Schrecken, Abneigung und Horror über Jahre hinweg tief eingenistet haben. Ob es die besten sind, darüber kann man streiten: Die ersten drei gefielen mir tatsächlich gut. Beim vierten erinnere ich mich, dass ich als Kind die Kälte im Nacken spürte und der letzte bewegte mich tatsächlich sehr.

Hier also die/meine 5 besten am Donnerstag:

1. Frozen (2013) – trotz Schnee und digitaler Umsetzung (als Zeichentrick hätte ich ihn vielleicht noch netter gefunden) mag ich Film wie Soundtrack. Und auch der (von Andersen) stibitzten Geschichte wegen, die sich aus feministischer Perspektive betrachtet, vom traditionellen Disney-Film deutlich abhebt. Nicht mehr der Prinz ist das Ziel (was auch parodiert wird), sondern die Liebe zweier Geschwister zueinander (Warum dachte ich jetzt instinktiv an Cersei und Jaime?). Ich finde es schade, dass es Life’s too short nicht in den Film geschafft hat – aber vermutlich hatte Disney Erbarmen mit dem Gehör der Eltern, wenn die Kinder tagein-tagaus „Let it goooo“ kreischen. Oder dem der Gäste beim Karaoke, oder dem der Nachbarn wenn entsprechende Personen im Bad ausgiebig trällern…

2. Edward Scissorhands (1990) – und am Ende schneite es..

3. Snowpiercer (2013) – Postapokalyptisch. Praktisch. Gut.
Auszug aus Wikipedia:
„2014 wurde auf den Beschluss von 79 Ländern damit begonnen, mithilfe des Versprühens von chemischen Kältemitteln namens CW-7 in der oberen Erdatmosphäre die globale Erwärmung zu stoppen. Das Experiment schlug jedoch fehl und zog stattdessen eine globale Eiszeit nach sich, in der alles Leben auf der Erde erfroren ist. 17 Jahre später, im Jahr 2031, ist der Planet immer noch eine leblose Eiswüste. Lediglich etwa tausend Menschen haben überlebt und sind auf engstem Raum im Snowpiercer zusammengepfercht, einem überlangen Zug, der seit Beginn der Apokalypse als ratternde Arche rund um den Planeten reist und durch ein Perpetuum mobile angetrieben wird.“

4. Das Ding aus einer anderen Welt (1982) – es wird nicht wärmer…

5. Nordwand (2008) – Ich muss gestehen, ich mag auch Berge nicht sonderlich (Hügel, ja – aber hohe Berge?), obwohl ich am Fuße eines Berges hause. Den Film sah ich eher zufällig, muss jedoch ehrlich zugeben, dass er mich mitgerissen hatte. Vor allem das Ende. Die Geschichte wird sehr emotional und menschlich erzählt.

Spontan fiel mir noch The Day after Tomorrow ein, fand diesen jedoch unglaublich schlecht – und ich mag Katastrophenfilme in denen die Menschheit und deren Bauwerke (in dramatischen Bildern mit epischer musikalischer Begleitung) zerstört werden. Schade, aber ein weiterer Schnee- beziehungsweise Eis-film. Einst erwischte ich im Sneak ebenfalls einen Schneefilm über den britischen Skispringer Eddie the Eagle, welcher auch recht sympathisch war, trotz meiner – man wird es kaum glauben – Abneigung gegen Winter-Sport. Nein, ich bin kein Wintermensch.

Zum ultimativen Schneefeeling rate ich allerdings zu The Elderscrolls V: Skyrim. Wann immer meine Khajiit Dame in den Norden wandert, fröstelt es mich auch tatsächlich in der realen Welt, Zuhause auf dem Stuhl kauernd mit Decke über den Schultern.

Soviel zum Schnee, jetzt ist mir kalt.

6 Kommentare

Eingeordnet unter Just about Life, So sei es

„Westworld“ – Was wir bis jetzt wissen und Theorien

Westworld tut auf einer Meta-Ebene das, was Westworld als Park macht: Den Zuschauer quasi dazu auffordern ein Narrativ zu entwickeln, zu erkennen und den Hinweisen zur Mitte des „Maze“ folgen. Hat das Internet Westworld vorhergesagt? Es trug sicherlich dazu bei, dass auf manche Details besonders acht gegeben oder gar dahin verführt wurde. Ich weigerte mich lange zu glauben, dass William der Gunslinger sein könnte, und selbst jetzt empfände ich es als ein „meh“-Ende, wenn dem tatsächlich so sein sollte. Aber vermutlich, weil es zu einfach gewesen wäre, zu offensichtlich? Und vielleicht bemerkte, der eine oder andere, dass man doch vom philosophischen Ursprungsthema abwichen war – Oder zumindest von dem, was wir glaubten, was es sein sollte aber vielleicht sogar niemals gewesen ist? TheVerge.com übt eben genau diese Kritik und liegt dabei nicht so falsch: Westworld’s biggest twist came with a nasty side effect.

Es folgt eine Zusammenfassung (in erster Linie für mich selbst) vor dem Seasonfinale. Folgen 1-5 wurden bisher nochmal durchgesehen.

Wie oft machte Dolores die Reise?

Das erste mal befindet sie sich vor 35 Jahren im blauen Kleid, während des Beta-Tests, in der Kirche. Irgendwo hier spricht bzw. sprach sie mit dem Menschen Arnold, tötet ihn und richtet vielleicht sogar auch das Massaker an, vermutlich den „Incident“, von dem Logan sprach. Die erste physische längere Reise ist nach Öffnung des Parks zusammen mit William, vor ca. 30 Jahren. Sie erinnert sich an die Beta-Phase, und nach und nach was damals passierte. Nach der zweiten Reise in der Gegenwart, trifft sie den MiB. In dieser Timeline begegnet sie davor auch Maeve, der sie Shakespeare zitiert: „Violent delights have violent ends“ und anfängt (vermutlich durch das Reverie-Update) (erneut) zu „glitchen“. Auch Clementine und Teddy befinden sich dort. In dieser Zeitlinie findet auch ihr Vater das Foto. Sie unternimmt die Reise also alleine.

Die Kirche

ist in der Gegenwart verschüttet, wird aber von Ford für die Storyline mit Wyatt wieder ausgegraben. Sie war einst vor 35 Jahren der Zufluchtsort für Hosts, die vor ihren Stimmen im Kopf flüchteten. Diese Stimmen seien der Blacklash des Bewusstseins. Darunter liegt der Raum, in dem der menschliche Arnold mit Dolores spricht (Ep.3) und sie auf den Weg ins Maze setzt. Dieser Raum ist nicht jener, in der Ford seine Hosts macht, dieser liegt unter dem Haus seiner Eltern. Während der Beta-Phase trug sich der Vorfall zu, sodass die Kirche mitsamt dem Raum überschüttet wurde.
→ Wenn also Ford diese Kirche für eine Storyline wieder ausgraben und aufbauen möchte, könnte das ebenfalls einen ziemlichen Backlash nach sich ziehen, was vermutlich aber sogar von ihm initiiert wird um den Park vollständig unter seine Kontrolle zu bringen, und um weiterhin Geschichten erzählen zu können.

Bernard – die Host-Version von Arnold

Bernard ist ein Host auf Vorlage von Arnold, der dritte Mitspieler auf dem Photo, den Bernard nicht sehen konnte, so wie die Tür oder die Pläne: „Doesn’t look like anything to me.“ Bernard war auch schon das Anagramm von Arnold: Bernard Lowe – Arnold Weber. Ford und Bernard wollten die Hosts mehr „Life-Like“ machen – daher die ständigen Updates. Aber ein Update sorgt für Schwierigkeiten: Reveries. Absicht?

Abernathy und das Foto

Charlotte will den Professor aka Dolores Vater mit 34 Jahre alter Daten aus dem Park schaffen. In der ersten Folge sagte Abernathy jedoch, er möchte seinem Schöpfer begegnen und sich an beiden rächen. Vermutlich an Arnold und Ford. Er zitiert Shakespeare. Sein Core wird gelöscht, Bernard flüstert ihm etwas zu und eine Träne läuft ihm runter. Wir sahen sicherlich nicht das letzte von ihm.

In Folge 9 hält Logan William das Foto der Schwester hin, die er wohl bald heiraten solle. Es ist die gleiche Frau. Eine Antwort für dieses Rätsel blieb mir bisher noch verwehrt.

Technische Fragen:

Wenn wir heute jedes Jahr unser Telefon wechseln, den Prozessor alle fünf Jahre, wäre es dann, auch in näherer Zukunft, da elektronische Geräte sicherlich nicht haltbarer fabriziert werden, nicht fahrlässig 30 Jahre alte Hosts im Park wandern zu lassen? Selbst wenn sie modifiziert werden?
→ Die einfachste Antwort hierzu wäre es: Weil es Fords (und Arnolds) Kreationen sind, die er nicht als „Junk“ bezeichnet. Er hat sie unter Kontrolle und es ist sein Park. Ende der Diskussion.

Wenn man in so einem Park wäre, wären die Sicherheitsvorkehrungen um einiges höher, als wie sie es offenbar sind. Oder aber, Ford weiß natürlich über alles Bescheid. Stichwort: Maeve und Dolores. Die Tätigkeiten der einsamen „Butcher“ tief Nachts müssten eigentlich ziemlich schnell auffliegen – wie auch Elsie bemerkte. Warum also werden diese Vorfälle nicht gemeldet?

Wenn Arnold getötet wurde – Warum bemerkt es niemand der anderen? Sind alle Hosts? Sicherlich gibt es Internet und Informationen verbreiten sich und Informationen zu löschen gestaltet sich als schwierig. Außer vielleicht man bekleidet eine entsprechende Position oder wir befinden uns in einer gänzlich anderen Zeit. In was für einer Welt befindet man sich also? Menschen können mit einem Wischen aus Fotos entfernt werden. Logan erzählte, dass man bei der Recherche nichts fand.

Theorien, Fragen und weitere Überlegungen

Zugegeben, wenn ich ohne Zusammenhang über folgende Theorien und Überlegungen schweife (selbiges gilt für die entsprechenden Social Media Gruppen, denen Ideen (wie auch Bilder) auch teilweise gestohlen wurden), macht vieles hier keinen Sinn. Wenn es also für den Leser unschlüssig klingt, ist das vollkommen okay. Nerdist unterhält derweil mit drei Theorien über das Maze.

Let’s fez.

→ Elsie wurde von Bernard getötet, also von Ford, weil sie zu nah an den Informationen war, richtig? Die Übertragung erreichte nur alte Hosts (Maeve, Dolores, Angela – all jene, die wir in der Beta-Phase gesehen haben), da diese noch mechanisch gebaut sind, mit Empfänger – um sie aus ihrem Loop zu holen, richtig? Um sie dann vielleicht für seine neue Geschichte zu verwenden? Denn die neue Geschichte, dass sagte er auch, wird anders sein, mehr hin zu den Ursprüngen.
→ Bedeutet dies, dass Ford die Übertragungen installierte? Und wenn ja, warum? Und wenn nicht, möchte er lediglich wissen, wer was aus dem Park stiehlt? Nach dem Prinzip, kenne deine Freunde, aber deine Feinde noch viel mehr? Nein, Ford weiß alles. Vielleicht wurde Elsie auch nur deswegen getötet, weil Ford nicht will, dass zu viele seiner Geheimnisse bekannt werden?

→ Was für Logan=MiB spräche, wäre, dass MiB Lawrence gegenüber sagte, er habe einst einen aufgeschnitten und er war mechanisch – Logan schnitt Dolores vor William auf. Möglicherweise spielt dann hier Rache mit ein, wenn MiB sich Dolores gegenüber gewalttätig verhält?
→ Was allerdings für W=MiB spräche, wäre die Tatsache, dass er kurz vor ihrer Flucht aus dem Lager sagte, er würde sie finden und dann bei der Kirche wieder auftaucht. Aber wir wissen noch nichts genaueres. MiB könnte auch wer ganz anderer sein.

→ Was oder wer ist Lawrence Tochter? Sie ist diejenige die zu Dolores spricht. Vermutlich übersehe ich etwas.

→ Es muss nicht sein, dass alles in Dolores Zeitlinien real ist. Denkt darüber nach.

→ Ford sagte: „The piano doesn’t kill the player because it doesn’t like the music“ – in einer Episode davor klappt Maeve das Piano nach ihrer morgendlichen Routine zu. Wird sie dasselbe mit Ford machen?
→ Erneut, Ford kontrolliert alles: Könnte man aber davon ausgehen, dass sie auch ihre „Hintertür“ entfernte, sodass Ford keinen Zugriff mehr hat? Oder agiert sie bewusst nach Fords Wunsch?
→ Wir wissen jedoch, dass Ford über Bernard Bescheid wusste und machen ließ, so auch Maeve um höhere Ziele zu erreichen?
→ Ford hat immer wieder bewiesen, dass er immer einen Schritt voraus ist. Was Delos betrifft, was die Hosts betrifft und es ist nicht das erste mal dass die Hosts in Richtung Freiheit drängen. Es ist ein Kreislauf. Das spräche wieder dafür, dass Ford alles weiß. Er wusste von der Affäre und wo Theresa als kleines Mädchen saß. Er sagte ihr gegenüber, er weiß auch alles über die Gäste und die Mitarbeiter. Und wie MiB sagte, nichts passiert „einfach so“ in Westworld.

→ Vermutlich wird Logan sterben, William heiratet seine Schwester und übernimmt große Teile der Company. Nun versucht Ford die Vorgänge von vor 35 Jahren zu wiederholen, um somit das aktuelle Board zu entfernen?

→ Ford erzählte, dass Arnold versuchte ihn aufzuhalten. Hat Ford also Arnold und alle Mitarbeiter (von Hosts) töten lassen? Womit wir da wären wo Dolores Arnold getötet hat und das Massaker anrichtete. Dolores könnte Wyatt sein.

→ Neue (alte) Theorie: Ford ist ein Host – von Arnold gemacht, der ihn glauben machte, Ford sei ein Mensch. Erweitert: Arnold ist eine allwissende KI und spielt mit den Menschen, wie sie glauben, dass sie mit den Hosts spielen. KI Arnold aber dreht das Spiel um.
→ „There is no Westworld“: Ford ist Gott und Westworld ist die Hölle; um in den Himmel zu kommen, muss man leiden und sich dessen bewusst werden. Nur dann ist man frei. Und da Gott das Ebenbild der Menschen ist, ist er grausam und nicht vertrauenswürdig. Wie eine Katze liebt er es, mit seinen Opfern zu spielen und befreit sie vermutlich nie. Ende.

→ Ford hat das Maze nie zerstört, weil Arnold es unmöglich machte, es zu finden. Darum verhindert er die Reise von MiB oder Dolores nicht, da er einen Weg dorthin braucht. Er lässt sie aus ihrem Loop und erlaubt ihr zu schießen.
→ Erneut könnte man sagen, dass MiB das Maze finden möchte um reale Gefühle in den Hosts zu erzeugen -> Seine große Liebe ist Dolores. Bei Maeve sah er was passierte, und auch dass er sie verletzt und traumatisiert könnte man dort hin leiten, dass er sie zu Bewusstsein rütteln will.
→ Mehrfach wurde wiederholt, dass das Maze nichts für MiB ist. So muss das Maze also für die Hosts sein um Bewusstsein zu erlangen. Und damit können sie die Besucher töten?

→ Wenn Dolores dann das Rätsel löst und MiB tötet – würde Ford dann 90% des Parks bekommen, wenn er danach Dolores zerstört? Da wäre aber noch Maeve. Ist das sein Plan? Es scheint mir, es dreht sich nur darum, was Ford möchte, könnte oder wollte.

→ Denn da gibt es eine Theorie, die besagt, dass Felix „the Butcher“, der Schlüssel zu gewissen Ereignissen ist. Man halte sich auch diese, wenn auch eher unwahrscheinliche, Option offen.

→ Wird Fords letzte Geschichte sein eigenes Schicksal besiegeln? Wird es unter der Kontrolle von Maeve einen Aufstand der Robots geben? Army of Maeve’ness! Wird MiB Ford töten, wenn er heraus findet, dass Ford was mit Arnolds tot zu tun hatte?

→ Ist Dolores gefährlich?

→ Das Bewusstsein der Hosts: Traumata gelten als Ursprung von Erinnerungen – Seltsame Stimmen bestimmen die Richtung, mehr als wie das Selbst sie bestimmt. Dolores Bewusstsein resultiert aus traumatischen Erinnerungen, wie bei allen anderen Hosts. In der Gegenwart wurde dies durch die Reviers getriggert und angestoßen. Das bedeutet nun was?

→ Wer aufmerksam war, wird auch bemerkt haben, dass bereits die Frau mit dem Schlangentattoo auf die Männer mit den teuflischen Hörnern hingewiesen hatte, als sie MiB ihre Geschichte erzählte. Damals jedoch konnte man noch nichts damit anfangen (Ep. 4). MiB sagte auch, er sei ihr noch nie begegnet und dabei ist sie auch eine der älteren. Warum?

→ Interessant ist auch, dass Clementine Maeve auf die Fährte mit Hector setzt, der draußen mit den „Savages“ lebt, nachdem sie die Holzfigur des Kindes sah und bemerkte, dass dies die Männer in der „Hölle“ sind. Das bedeutet, dass nicht zwangsläufig Menschen für die Geschichten verantwortlich sind, die entstehen, sondern auch die Hosts selbst, die die Geschichten selbst weiter spinnen. Hector erzählt ihr, dass die Natives diese als Götter betrachten, als Schatten, die zwischen den Welten wandeln, aus der Hölle und hier her. Und als er sie aufstechen soll, warnt er, dass die „Dreamwalker“ sie sehen könnten. So ist es nur logisch, dass die Hosts die Stimmen in ihren Köpfen als Stimmen von Gott wahrnehmen.

Zeitlinien

Für zwei Zeitlinien sprechen, dass die Hosts einst mechanisch, und nun organisch sind. Wie MiB erklärte, allerdings nur deswegen, weil es billiger ist. Dies wird von Felix bestätigt. Aber natürlich: Was ist real und was nicht? Was sind gepflanzte Erinnerungen und was nicht?

Um es dem verwirrten Zuschauer einfacher zu machen, zeichnete Reddit User draupp die Begebenheiten im Park chronologisch nach. Eine kommentierte Fassung (engl.) findet sich auf Moviepilot. Und vor dem Seasonfinale vielleicht nochmal zur Erinnerung:

yp6hapuo8v0y

Einige abschließende Bemerkungen..

Philosophy 101

Ich köderte Madame (8) – die sich Serien gerne verweigert – damit, dass Westworld philosophisch sei und die ersten Folgen enttäuschten auch nicht: Es stellte sich die Frage nach dem Bewusstsein, was Bewusstsein ausmacht und wo zwischen Roboter und Mensch unterschieden werden kann. Roboter folgen Storylines, aber auch Menschen sind durch den sie umgebenden Diskurs ebenso eingeschränkt, was ihr Handeln und Denken betrifft. Folgend stellt auch die Frage nach der Willensfreiheit: Macht es einen Unterschied, ob der Charakter über Gene oder einem Programmierer bestimmt wurden? Während Gene fixe Vorgaben liefern, kann der Programmierer hinter her jedoch noch Dinge ändern (siehe Maeve).

Die ersten Folgen (und leider kam man dann davon ab) warfen Fragen über die Identität auf und ethisch betrachtet könnte man sich fragen, was es bedeutet, künstliches Bewusstsein zu generieren. Ab wann kann man sagen, es wäre erreicht? Ich erinnere an Asimovs Robotergesetze, denen dann natürlich Roboter unterliegen sollten, sollte man eine Art Bewusstsein erschaffen (können).

Eine weitere Frage wäre: Wenn Roboter nicht vergänglich sind und 1000 Tode sterben können, was macht sie dann frei? Sind es wirklich, wie in Westworld Leid und Schmerz? Bedeutet Tod gleich Freiheit? Wenn man 1000 Tode stirbt aber keine Konsequenzen entstehen, wird der Tod bedeutungslos. Und so wäre es auch nahe liegend, dass nach nicht all zu langer Zeit, wir selbst zum MiB werden. Interessant ist auch das Unbewusste: Man lässt die Hosts vergessen – Menschen filtern die Realität. Täten sie das nicht, wären sie schizophren. Das also, was im Grunde mit den Hosts passiert, die sich erinnern und wahnsinnig werden.

PS: Aus einer Social Media Gruppe gestohlen, dass wiederum aus einer anderen Gruppe gestohlen wurde:

hannibal

3 Kommentare

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, TV-Shows!, Westworld