„Fantastic Beasts and where to find them“

Viel zu spät aber doch noch folgen Bilder von Kreaturen, ein paar Gedanken und dezente Recherche.

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Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass sich 3D demnächst wieder aus den Kinosälen verabschieden darf, gestehe ich erfreut, dass der 3D-Effekt bei den Kamerafahrten und den Tierchen stimmig geplant und eingesetzt wurde. Es wirkte nicht störend. Wenn ein Film jedoch nicht darauf ausgelegt ist und dieser Effekt im Nachhinein mehr schlecht als recht irgendwie rein gemurkst wird, dann nervt es und verdirbt einem durch unscharfe Bilder das Sehvergnügen. In Fantastic Beasts hatte man ein gewisses Achterbahn-Feeling und ich bedauerte die Kürze der Fahrten. Und wenn die Kreaturen und Tierchen plötzlich auf einen zuhuschten und sie zum Greifen nahe waren, fühlte man sich „mitten“ drinnen. Das war nett.

Eddie Redmayne hatte mit seiner Stephen Hawking Performance und seiner, wenn auch dezent übertriebenen Darbietung in The Danish Girl bewiesen, dass er ein guter Schauspieler ist, der es durchaus schafft, auch weniger konventionelle Rollen zu meistern. Insofern ist es vollkommen in Ordnung, wenn er in den nächsten Jahren Newt Scamander miemen und sich ein Fandom aufbauen darf. Dass die Filme auch alle zwei Jahre angesetzt sind, finde ich etwas zu weit gegriffen, lässt aber den Darstellern ausreichend Möglichkeit, nebenbei noch andere Projekte zu verfolgen. Ich frage mich, ob wir ihn auch mal in einer Rolle sehen werden, die sich nicht nur aus schiefer Kopfhaltung, null Blickkontakt und schüchternem Lächeln zusammensetzt. Ich sähe ihn gerne als einen James Bond oder als einen Bully, in einer Rolle, in der ‚mehr‘ zeigen darf was er kann.

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Ich suchte nach dem Tweet: „Find a man who look at you like Newt looks at creatures“ fand ihn aber noch nicht. Zugegeben, auch mir entsprang ein Funke der Verehrung wenn der schüchterne Blick, plötzlich aufleuchtet. Dank gilt der visuellen Gestaltung und Nachbearbeitung. Es stellt sich die Frage: Können wir Filme, trotz des Wissens um ihre Entstehung dennoch genießen? Egal, es geht ja um die Tierchen, deswegen:

Ich fand aber auch Katherine Waterston aka Porpetina Goldstein sehr interessant und denke mir, hätte man sie gelassen, wäre noch viel mehr heraus zu holen gewesen. Der dicke Bäcker (Dan Vogler) hielt für kalkulierte Lacher her, wirkte sympathisch und sorgte für das „Ohh… der Arme“ und folgend für „Ohja.. immerhin bäckt er tolle Kreaturen“. Und auch die hellsehende Schwester (A Fine Frenzy, u.a. Sängerin und Pianistin) wirkte trotz Klischee sehr sympathisch. Leider konnte ich mit Colin Farell gar nichts anfangen und auch Johnny Depp erscheint mir hier vielleicht etwas fehl besetzt? Seit Johnny Depp in den letzten seiner Filme immer wieder die gleiche Figur darzustellen scheint, verlor er etwas an Reiz und wirkt nur mehr wie ein Schatten seiner besten Charaktere.

Der Film war unterhaltsam, wenn auch etwas langatmig. Es war kein Harry Potter und das kann man nun positiv oder negativ sehen. Mir schien, es fehlten ausgedehnte epische Szenen, aber das war auch schon beim letzten Harry Potter so. Der Regisseur war der gleiche.

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Und auch wenn der Merchandising Markt mit den bisher gezeigten Tieren ausgelastet sein mag, so vermisste ich doch „mehr“ davon und zwar nicht im Sinne von Quantität, sondern Qualität. Es braucht keine 100 Tiere, wenn 5 Tiere aktiv in die Geschichte mit eingebaut werden. Groots kleiner Bruder und der große Vogel, sowie das unsichtbare Vieh und auch der süße Niffler sollten zwar zeigen, dass der Film von putzigen Kreaturen und wo sie zu finden sind, handelt, dienten aber schlussendlich (doch nur) als Legitimation, eine weitere Wizard-World Geschichte pompös erzählen zu können inklusive aller damit verbundenen Folgen. Daher: Weniger Story, mehr Tiere!

Ebenso hätte man in dieser Hinsicht ruhig noch mehr Unterschiede zwischen der amerikanischen und englischen Welt zeigen können. Ich vermisste etwas das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere und hatte das Gefühl, dass eine Geschichte erzählt werden muss, um an die voran gegangenen Erfolge anknüpfen zu können.

Fazit: 7,2 von 11 putzigen Kreaturen.

Fazit II: War ich zufrieden? Ja. Ich wurde unterhalten, ich lächelte, ich fühlte mit. Nur fehlte etwas. Nur was? Ich mag das Universum – ein weiteres in dem ich gerne leben würde – Ich mochte die Darsteller und ich mag putzige Kreaturen. Aber irgendwas fehlte.. War es die Erwartung an einen epischen Film, die mich dann ohne Strumpf zurück ließ, im Sinne von „Master has given c4t an expectation, c4t is free“? Wer weiß.

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Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension, Popkultur 'n Geek-ish

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