„Rogue One“

Es hätte nicht geschadet, sich den ersten Teil (Teil 1 bzw. „Teil 4“) nochmal anzusehen, um sich auf die Geschichte einzustimmen. Man wird vergesslich.

Rouge One war einer jener Filme, die mich gut unterhielten, ausreichend Stoff für Diskussion gaben und am Ende des Tages unter „gelungen“ eingeordnet werden konnte.

Nett war: Die Stormtrooper Holzpuppe. Fun Fact: Felicitiy Jones (Jyn Erso) ist gerade mal einen cm größer als ich: 159 cm. Ich mochte den „sassy robot K-2SO“, eine Haushaltshilfe mit seiner Attitüde würde zumindest für Abwechslung und Unterhaltung sorgen. Der attraktive Vater von Jyn Erso aka Gegenspieler von Doctor Strange (und Hannibal Lecter persönlich) segnete recht früh das zeitliche und auch wenn man spätestens jetzt annehmen konnte, dass der gesamte Maincast seinem Beispiel folgen wird, so war man zumindest etwas überrascht, dass sogar die Hauptcharaktere starben – aber sicherlich: Wo waren sie in Episode 4, die direkt daran anknüpft? Sie waren tot, Jim. Und die angedeutete Romanze? Ich erinnere zurück, als ich sagte, Liebesg’schichten in Filmen wo sie nichts zu suchen haben, seien schrecklich – in diesem Falle allerdings war selbst die Andeutung spärlich – und sie starben. Es solle also die Affektion zweier attraktiver Hauptdarsteller zueinander in einer Ausnahmesituation verziehen werden.

Diversität

Was nützt Diversität wenn doch wieder nur Klischee gecastet wird? Rogue One darf sich davon etwas distanzieren, da lediglich Donnie Yen („I am one with the Force, the Force is with me“) in das Klischee des kämpfenden Asiaten fällt. Und ja, das Problem ist nach wie vor gravierend. Am schlechtesten gehandhabt wurde es aktuell in der Mystery Netflix-Serie Sense 8. Das Review hier trifft es vielleicht am ehesten.

CGI

Peter Cushing starb 1994. Die Meinungen zur CGI-Wiederbelebung gehen weit auseinander: Die einen finden es toll, die anderen schrecklich. Für die Geschichte war Tarkin unverzichtbar und nach 10 Jahren hätte man ihn auch recasten können. Ich bin kein Freund von CGI-Menschen. Das CGI Gesicht wirkte befremdlich, die Bewegungen übertrieben menschlich. Und nein, es geht mir hier nicht darum, dass der original Geist von Star Wars, dessen Special Effects revolutionierend waren, nun gänzlich inflationär eingesetzt wurden oder man eben via CGI versuchte daran anzuknüpfen.

Es vollbrachte einfach nicht den gewollten Retro-Effekt, wie „Ohhh, der Böse aus der Kindheit!“ sondern hinterließ ein WTF? So auch bei Twitter. Warum? Man könnte es fast mit den Worten des Onlinemagazins Collider wiedergeben: „Digital resurrection doesn’t honor a late actor. It denigrates him.“

Was passiert also mit Carrie Fisher in Episode VIII und IX? Das Studio hat sich mittlerweile dazu entschlossen Carrie Fisher NICHT via CGI in naher wie ferner Zukunft zurück zu holen. Gut!

/fem-mode on

„[…] whereby Ms. Jones’s character is notable specifically because she is the lone woman in a story otherwise populated by men. The problem with this concept, even if the intentions are good, is that it teaches female audience members (and male audience members) that females being in said adventure situations is not „normal“ and should be treated as „unique.““ (Forbes)

Warum eine gute Formulierung stehlen, wenn man sie auch kopieren und kommentieren kann: Absolut richtig. Die Produktion hätte sich also ruhig trauen und mehr Frauen unter die Rebellen mischen dürfen. Und natürlich sollte man nehmen was man bekommt und zufrieden damit sein; denn die Tatsache, dass es lediglich einer weiblichen Hauptdarstellerin bedarf um die Alt-Right Bewegung in Rage zu versetzen, verdeutlicht nur all zu gut, dass man noch weit weg vom eigentlichen Ziel ist, weswegen sich Rogue One sich dennoch einen Pluspunkt verdient hat, auch wenn letztendlich signalisiert wird: Es ist nicht die Norm, dass Frauen kämpfen. Klicktipp: We Need More Than Female Protagonists: Women Only Spoke 27% of the Dialogue in 2016’s Top Grossing Films (themarysue.com)

RIP Carrie Fisher, drowned by Moonlight, strangled by her own bra.

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11 Kommentare

Eingeordnet unter /fem-mode on, Filme!, Kritik und Rezension

11 Antworten zu “„Rogue One“

  1. filmgeist9

    Bei „Rogue One“ hatte ich so oft Tränen in den Augen wegen der Rührung und die vielen Anspielungen auf Episode IV. CGI hin oder her, ich fand es gelungen. Rogue One ist der Film, der Episode I- III hätte sein müssen. Es sprühte vor Flair der Ur- Trilogie!

    • Ist aber dann auch anders, wesentlich düsterer und actionreicher. Was nicht unbedingt schlecht ist, denn ich hasse es, wenn man die alte Suppe immer wieder neu aufkocht.

      • filmgeist9

        Episode VII ist eine schöne Hommage. Jetzt bin ich auch Episode VIII gespannt. J.J. ist ein guter Geschichtenerzähler, wenn er Hommagen oder Franchises dreht, Star Trek, Cloverfield, Lost, Alias. Doch zum Ende hin, wenn er das „sinkende“ Schiff verlässt, dann geht das Schiff unter; leider.

      • So ist es! Episode 8 war in vielerlei Hinsicht eine Remake der alten Teile, zwar mit neuen Ideen (siehe Finn als Ex Stormtrooper), aber die Story war nicht wirklich neu. Ich habe Hoffnung in J.J. Bisher haben mir seine Filme gefallen. Er müsste nur eine Kehrtwendung hinlegen. Weg von der alten Logik und hin zu neuen Ideen. Das Star Wars Universum bietet ja mehr als nur Jedi gegen Sith.

      • *Episode 7 meine ich ;)

      • filmgeist9

        Ich bin gespannt. Und ja, jetzt wird sich zeigen, ob J.J. ein richtig Großer wird.

  2. Hier kann ich endlich meine Frage lassen: Bechdel-Test bestanden?

    • Ich kramte in Erinnerungen (Soviele Frauen gab es nämlich gar nicht) und kann die Frage mit Ja beantworten ^^

      • Echt? Spielst du auf die Szene am Tisch der Rebellen an, wo sie sich entscheiden, ob sie gehen oder nicht? Das ist nälich die einzige Szene, die mir einfällt. Und ging es da nicht auch um ihren Vater (Ausschlusskriterium?)

      • Stimmt. Aber ich meine mich erinnern zu können, dass der Vater nicht nur das Thema ist – aber im Zusammenhang mit der Rebellion halt. Laut Interweb (eben recherchiert) gab es offenbar eine Szene über ihr Benehmen und Verhalten mit der einen Frau (Name vergessen): Insofern dürfte es passen. Aber danke für die Erinnerung: Ich werde künftig besser darauf achten :D

      • Ahh. Dann ändere ich das gleich mal in meiner Liste. Danke dir :-)

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