„Black Mirror“, S03E03

Episode 2 wird separat nachgetragen – aber in dem Falle ist die Reihenfolge irrelevant.

„Shut up and Dance“ wird die Folge betitelt und zeigt uns, was passiert wenn wir von dubiosen Seiten irgendwelche Software herunterladen und via noch dubioseren Seiten versuchen, Malware zu entfernen. Wir brauchen nicht weit in die Zukunft zu sehen, um zu wissen, dass Hacks, deren Konsequenzen und Enthüllungen, alltägliche Realität sind. Sei es, dass sich Kunden bei Ashley Madision nach Leak suizidierten oder Paedophile Hunters das dunkle Web durchforsten.

Worum geht es? Der junge Kenny versucht mit dem ersten Link der Websuche sich seiner Malware zu entledigen und tappt in die Falle. Er masturbiert und wäscht sich danach artig die Hände. You’ve got mail. „WE SAW WHAT YOU DID“ sagt der Text der Email in Großbuchstaben. Er solle die Telefonnummer eintippen und auf weitere Instruktionen warten. Der junge Kenny ist verzweifelt, tut aber was sie sagen, sonst schicken sie das Video an all seine Kontakte. Und man denkt sich: Meine Güte.. Was ist schon so schlimm daran? Unfein, klar, aber mei..

Spoilerwarnung: Hoch.

Die erste Aufgabe besteht darin, zu einem gewissen Ort zu fahren. Dazu hat er 90 Minuten Zeit und schafft es knapp. Ein ebenfalls verwickelter Kollege übergibt ihm ein Paket, macht ein Foto und sagt noch sowas wie: „Tu einfach was sie sagen, am Ende lassen sie dich frei.“ Der kleine Kenny muss das Paket an eine bestimmte Adresse liefern.

Nach hin und her öffnet ein bekanntes Gesicht die Tür, es ist Bronn aus Game of Thrones. Auch er ist in die Sache verwickelt, weil er trotz Ehe, eine Hure aufsuchen wollte (Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm), die ebenso Fake und Falle war. Nun wissen wir auch, was es mit der Dame und den Schlüsseln beim Auto auf sich hat, mit der wir am Anfang noch nichts anzufangen wussten.

Gemeinsam werden sie, nicht ohne Schwierigkeiten, zu einem gewissen Ort gelotst, wo es dann heißt, man solle bitte in den Kuchen greifen. „In den Kuchen“ auf dem ‚I Love You‘ steht. Darinnen befinden sich Waffe, Mütze und eine gelbe Brille. Die beiden haben fünf Minuten Zeit zu entscheiden, wer der Fahrer und wer der Räuber ist. Kenny zieht den kürzeren, pinkelt sich während des Überfalles an, nimmt das bisschen Geld (für das es sich wirklich nicht rentiert hat) und die beiden fahren zum nächst diktierten Ort.

Bronn soll das Auto zerstören und Kenny das Geld abliefern. Im Wald trifft er einen Mann, der eine Drohne mit Kamera dabei hat. Auch er ist darin verwickelt, wegen ähnlichem Thema. Er frägt: „Wie jung waren sie?“ Und Kenny ist sichtlich betroffen. Zu diesem Zeitpunkt glauben wir noch nicht, dass der junge Kenny sich an Kindern aufgegeilt hat. Wir nehmen eher an, dass es ihm enorm peinlich ist. Das Geld ist als Siegerpreis gedacht: „FIGHT TO DEATH“. Wer lebt, gewinnt.

Und während Bronn daheim ankommt, seinen Kindern beim Schlafen zusieht und glücklich und erleichtert ist, dass der Spuk sein Ende hat, schickt ihm, wer auch immer dahinter steckt, ein Trollgesicht „You mad bro?“ – Und seine Frau weiß bereits Bescheid. Auch der Paketzusteller wird entlarvt, so wie die Frau mit dem Auto. Und Kenny, der sich zuerst suizidieren wollte, mit einer Waffe die dann doch nicht geladen war und trotzdem den Sieg davon getragen hatte, der.. bekommt einen Anruf von seiner Mutter, die sowas sagt wie: „Sie sagen, es seien Kinder gewesen!“ Die Polizei leuchtet im Hintergrund.

Sogleich stellt sich die Frage, die natürlich ein fasziniertes Lächeln hinterlassen hatte: Sie hatten ja recht, oder? Aber es war Selbstjustiz, also Unrecht. Aber wie viele derartige Fälle werden aufgedeckt? Trotzdem war es Unrecht, trotzdem sagt man, Aber! Ich bleibe zwiegespalten zurück, und rate nur erneut: Ladet nicht von dubiosen Quellen, klebt die Kamera und den Mikrophone Eingang zu. So wie Zuckerberg selbst, dem Gründer von Facebook und der Nummer 1 Stalkingquelle zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Und weil der Song gegen Ende einfach nett war, hier nochmal zum Nachhören:

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, TV-Shows!

Eine Antwort zu “„Black Mirror“, S03E03

  1. Durchaus erschreckende Folge, die zeigt zu was man in der heutigen Zeit problemlos in der Lage ist und das keiner im Internet unverwundbar ist. Allerdings fand ich die Darstellung der Hacker schwach, die weder ein konkretes Ziel verfolgten, außer Selbstjustiz, noch davor zurückschreckten Unschuldige in das Ganze zu ziehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s