„Fences“

Ein gemeinsam getrennter Abend mit Madame (8).

„Magst du heute Kino gehen?“ fragte ich Madame (8) und sie sagte ja. Das Herz freut sich. Die Distanz von mehreren hundert Kilometer ist egal.

Während im Burgtheater in Wien drei Einzelplätze reserviert wurden, sind im Bergdorf ca. 10 Plätze belegt, davon sind zwei Einzelsitze reserviert. Während das Burgtheater in Wien sehr altmodisch ist, wird das Metropol im Bergdorf eben renoviert.

„Ich habe nur reserviert, weil es romantischer ist. Und ich gehe extra in das Kino mit der selben Uhrzeit, obwohl ich da mehr zahlen muss.“ – Madame (8).

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Nun zur eigentlichen Kritik:

1987 erhielt August Wilson, Autor der Stückes, den Pulitzer Preis. Denzel Washington miemte die gleiche Rolle bereits 2009 am Broadway und hatte damals nach über 20 Jahren James Earl Jones abgelöst. An manchen Stellen mochte man die Bühnenkulisse erahnen, da der Wohnraum und viel mehr der Hinterhof, besonders oft Raumgebend für die Handlung war.

Viola Davis, die zurecht den Oscar als beste Nebendarstellerin bekam, war richtig gut. Bei zwei speziellen Szenen – und zwar bei jener, bei der ich die Träne während des Trailers schnell wegwischen musste – wer auch immer diesen Trailer, den ich damals gesehen hatte, geschnitten hat, sollte dafür belohnt werden, es könnte fast als Kurzfilm funktionieren – lief es mir doch kalt den Rücken hinab. Ja, sie war richtig gut.

Worum geht es? Kurz zusammen gefasst: Um das aufbauen von Zäunen, aber letztendlich darum, sie einzureißen.

Denzel Washingon spielt den vom Leben enttäuschten Troy. Um Baseball in der großen Liga zu spielen hatte er die falsche Hautfarbe – oder war bereits zu alt, schleppt er sich als Arbeiter, als Ehemann und Vater durchs Leben. Später erfährt man, dass seine Mutter früh verstarb, sein Vater ihn mit 14 rauswarf, er aufgrund Mord/Notwehr 15 Jahre im Gefängnis landete und danach seine Frau, Rose, kennenlernte, mit der er zum Zeitpunkt der Filmhandlung 18 Jahre verheiratet ist und zwei Söhne hat: Einen nichtsnutzigen Musiker, der nie ordentlich arbeitet und einen, der unbedingt Football spielen möchte und dafür seinen Job mehr oder weniger kündigte. Troy ist davon überzeugt – dass das nie was wird, für Spitzenleistungssport hat er die falsche Hautfarbe. Viola Davis ist anderer Meinung. Die Zeiten haben sich geändert, aber er hänge immer noch in der Vergangenheit fest.

Er trinkt, setzt sich nach der Arbeit mit den Jungs zusammen, und hat eine Affäre – die dann im Kindbett stirbt. Rose zieht seine Tochter auf, denn sie kann am wenigsten dafür und beendet die Beziehung zu ihm, ohne aber das gemeinsame Haus zu verlassen. Troy seinerseits hatte nicht vor, die Beziehung zu der anderen Frau zu beenden, die ihn etwas sein ließ, dass er unter all der Arbeit, dem Druck etwas leisten zu müssen, das Haus in Stand zu halten, die Familie zu ernähren und so weiter – nicht sein konnte. Und was ist mit Rose? Die ebenfalls all ihre Träume aufgab? An dieser Stelle folgte die oben zitierte emotionale Szene, die auf einer Nebenstraße gerne daran erinnert, dass es oft die Frauen sind, die ihre Träume und Ziele der Familie wegen zurück stecken, ohne, dass es jemals

Fazit: Ein guter Film mit Längen und Schwächen. Manche Gespräche waren sehr lange und der Akzent erleichterte die Sache nicht unbedingt. 3 von 5 Zäunen, die niedergerissen und wieder aufgebaut werden wollen und 3 von 5 Zäunen, die stehen und niedergerissen werden sollten. Wollen, sollen? Wurscht, Hauptsache weg damit.

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Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

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