„Star Trek: The Next Generation“ S01E03 und S01E04

Inhalt der Kritik: Die Darstellung von Aliens

Episode 3

Gleich zu Beginn der dritten Folge, stellten wir (Madame (8) und ich) uns die Frage: Ist es rassistisch, wenn die in traditionell-afrikanisch anmutenden Gewänder tragenden (von Afroamerikanern/Afrikanern dargestellten) Aliens, Frauenfeindlich sind? Bezieht man das heutige Verständnis und den Blick für die Problematik mit ein: Vermutlich! Und das aufgreifen einer Tatsache, dass viele Frauen in afrikanischen Gegenden wenig Rechte haben beziehungsweise viel Gewalt erfahren und dies in einer Sendung zu thematisieren? Ha! Got ya! Und wäre es rassistisch, wenn man gerade aus aktueller Sensibilität zur Problematik, auf diese Darstellung verzichtet hätte? Es wäre sensibel und eine Reaktion auf bestehenden Rassismus gewesen, so Madame (8).

Und die nächste Frage: Warum wählte man ausgerechnet Schwarze und steckte sie in traditionell-afrikanisch anmutende Gewänder? Weil in den 80ern die Problematik (vermutlich) anders lag: Erinnert man sich noch an die AIDS-Kampagnen, die afrikanische Kinder mit großen Augen zeigten. In dieser Episode geht es darum, von den Aliens einen Impfstoff zu bekommen. Die Problematik für Rassismus war offenbar medial noch nicht so greifbar, oder wurde anders bewertet. Wir kommen noch dazu.

Interessant auch, dass Cpt. Picard zwar den Kulturimperialismus im Bezug auf Werte anspricht, aber nicht auf die Technik? Folgend tauchte die Frage auf: Wird Technik als wertfrei im Star Trek Universum betrachtet? Die Menschheits-Geschichte wird einerseits von Technik-Euphorie, andererseits von Technik-Kritik begleitet. Q kreidete in der ersten Folge ja bereits die Primitivität der Menschen an.

Holger Götz, der einen Beitrag in Faszinierend! Star Trek und die Wissenschaften, Band 1 (2009) publizierte, bemerkt zur Thematik folgendes (S. 249-261) und bestätigt damit unsere Annahmen:

  • Im Kontakt mit Fremden wird oft nicht das Anderssein angesprochen, sondern das Gleichsein. Was zur Annahme anregt, dass jede intelligente Spezies, irgendwann eine Kultur hervorbringt (bringen muss), die den Menschen ähnelt
  • Die Kultur einer direkten Spezies wird direkt an deren genetischen Ausstattung rückgebunden: Die genetische Ausstattung einer Spezies ist die Grundlage ihrer Kultur. Mit in dieses Klischee fallen die Ferengi. „Die Hinterhältigkeit zeigt sich bereits in ihrer gebeugten Haltung […], und deren Aggressivität durch ihr Raubtiergebiss konnotiert wird.“
  • Zwar wird innerhalb der Serie immer wieder darauf verwiesen, dass man eine Spezies nicht nach ihrem Erscheinungsbild beurteilen soll, trotzdem bleibt das Äußere als „Marker des Charakters“ erhalten.
  • Auch interessant ist, dass jene Spezies, die den Menschen überlegen sind, weiß sind: Die Aldeaner („When the bough breaks“ S01E17) oder auch Q.
  • Auch die charakterliche Prägung, dass beispielsweise „alle“ Klingonen aggressiv und „alle“ Ferengi habgierig sind, deutet wieder auf eine genetische, als wie durch eine Kultur geprägte Veranlagung. Man wird im Folgenden vermehrt darauf achten. Ersichtlich wird das Beispiel an Lt. Worf, der von menschlichen Eltern aufgezogen wurde, aber trotzdem Züge zur klingonischen Kultur aufweist: Er spricht perfekt klingonisch, praktiziert die klingonische Religion und ist ein guter Nahkampfkämpfer. Götz merkt an, dass sich das Wie und  Warum nicht erklären lassen. Es wird damit begründet, dass er eben einer anderen Spezies angehört und sich zu dieser Kultur hingezogen fühlt, aber sich in beide, weder die menschliche, noch klingonische integrieren kann.

Götz fasst zusammen, dass TNG einen „deutlichen Kommentar zur Integration von Angehörigen anderer Kulturkreise in die dominante (Mittelschichts-) Kultur der US-amerikanishcen Gesellschaft ab [gibt].“ Und: „Damit bewegt sich TNG in einem neokonservativen biologistischen Diskurs, der der genetischen Veranlagung deutlich das Übergewicht für die Entwicklung der entscheidenden Wesensmerkmale eines Individuums zuweist und der kulturellen Prägung bestenfalls modifizierende Funktion zugesteht.“

Weil es gerade spannend ist, fahre ich fort:

  • Der offizielle Diskurs, der jeder intelligenten Spezies und ihrer Kultur die gleiche Wertigkeit zugesteht, hinkt im Narrativ etwas hinter her: Die Förderation steht an der Spitze, während die Individuen nur aufwärts-kompatibel sind. In Season 4 Episode 4, wenn wir es bis dahin schaffen, wird uns das Thema erneut begegnen.
  • Falls wir es nicht bis dahin schaffen, da uns der Tod ereilte oder die Welt einer Apokalypse zum Opfer fiel, hier eine kurze Ausführung: Das Menschenkind Jono wird von Talarianer aufgezogen und weist, nachdem er in einer Rettungsaktion an Bord genommen wurde, keine Affinität zu den Menschen auf. Somit zeigt sich, dass, was für alle anderen Spezies gilt, nicht auf den Mensch zutrifft: Die menschliche Kultur wird somit auf eine Stufe gehievt, die außerhalb dieser „genetischen Prädetermination“ liegt. Was heißt: Die symbolischen Handlungen der Menschen sind eine Kultur-Leistung. Somit wird unsere Kultur-Frage oben ansatzweise angerissen. Es ist anderen Wesen im Star Trek Universum schlicht und einfach nicht vergönnt via Kultur anders als genetisch bedingt, zu agieren – und das aus einem Herkunftsland, dass all seine Kultur aus Europa mitgebracht hatte. Ha!
  • An Jono wird nicht nur die Überlegenheit der menschlichen Kultur demonstriert, der menschlichen Rasse, sondern auch jene der menschlichen Gene: Während Worf zeigte, dass er sich aufgrund seiner Gene nie ganz in die menschliche Gesellschaft integrieren kann, ging Jono in der talarianischen Kultur auf. Mensch darf. Alien darf nicht. Aliens haben Integrations-Probleme. Menschen nicht. Nicht, dass uns das irgendwie bekannt vorkommt.

Zusammengefasst sagt Götz, dass TNG eine Abwärtskompatilbilität der Menschen konstruiert: Das Fremde kann sich nie vollständig in die menschliche Kultur integrieren, aber Angehörige der menschlichen Kultur haben keine Probleme sich in die Fremde zu integrieren. Mischlinge sind nur in der Lage, sich in eine „minderwertigere“ Kultur zu integrieren (Am Beispiel von K’Ehleyr) und bei Menschen wird deutlich Überlegenheit zelebriert (Riker in „A matter of honor“ S02E08) – aber dazu kommen wir noch.

Götz bemerkt, abschließend, dass TNG eine „kuriose Doppelstrategie“ anwendet. Einerseits, wird bei ethnisch abweichenden Menschen jede rassistische Thematik vermieden: Die Gesellschaft an Bord der Enterprise zeigt sich als Musterbeispiel einer „egalitären Homogenität“ – trotzdem sind diese noch unterpriviligiert. Zwar werden Homosexualität, Abtreibung und Sterbehilfe angesprochen, Rassismus aber vermieden. TOS selbst setzt sich in den 60ern deutlicher mit der Thematik auseinander, als TNG in den 80ern. Ich bin gespannt, wie STD (oder auch DIS/DSC?) dies im Jahr 2018 handhaben wird.  Im Gegensatz also Rassismus im Inneren der Gesellschaft zu thematisieren, überträgt TNG die Problematik auf Aliens. Eine andere Spezies ist aufgrund ihrer „genetischen Disposition“ nicht kompatibel mit der dominanten Kultur und vermittelt, dass bei einem Integrationsversuch zu „mental instabilen“ Persönlichkeiten führt.

Was nahmen wir aus der Folge noch mit, außer der eben angesprochenen Thematik? Yar’s „basic male interest“ und wir gingen davon aus, dass Völker, die entwickeltere Technologien benutzen, auch ein entwickelteres Verständnis für Gleichberechtigung haben müssten. Der Blick in die ferne und fiktive Zukunft verblendet, denn ein Blick auf die Gegenwart zeigt uns, dass dem nicht so ist.

Was wäre die Lösung für diese Episode gewesen? Die Heranziehung von grünen Aliens mit Tentakeln am Kopf? Zusammengefasst kann gesagt werden: Vor dem Hintergrund eines Science-Fiction Universums war die Idee wenig überlegt (oder gerade, nach dem Text zu urteilen, sehr überlegt) – oder gerade mit Absicht gewählt den Blick darauf zu lenken und Diskussion zu schaffen (eher nicht – oder schon?). Wir diskutieren immerhin.

Next!

Episode 4

Gegen Ende der Sicht der vierten Folge, als fauchende Ferenigs hinter Riker hin und her hüpfen, während dieser aufrecht stehend philosophiert, kommt das zu tragen, was ich oben so lange ausführte: Nicht wie in der ersten Folge und heute Kanon, sind es übermächtige, uns all überlegende Wesen, sondern dumme, primitive Tiere. Der Mensch damals fühlte sich überlegen und mächtig, heute regiert Furcht und Angst. Überlegene Aliens können nur durch eine Reihe glücklicher Zufälle ins All katapultiert werden oder mit menschlichen Emotionen zur Gesinnung gebracht werden: Nicht alle Menschen sind so!

Ebenfalls ist es unlogisch, dass die Crew der Enterprise einen Planeten findet, aber gleichzeitig überrascht ist. Ist es nicht deren Ziel und Aufgabe nach fremden Welten zu suchen? Madame (8) fragte mich zwischendurch: „Warum haben wir das damals weiter geschaut? Weil es im TV lief und wir nicht mehr Sender hatten?“ Oder weil die Enterprise hübsch war? Weil wir Raumschiffe mochten? Und Abenteuer?

Man muss leider sagen, dass die Ferengis wirklich als seltendämliche, primitive und sexistische Rasse eingeführt werden – was einem als Kind null auffällt. Null. Nada. Sie fauchen und schleichen in Fellen herum.

Was blieb hängen bei Folge Vier: Die dezente sexuelle Anspannung zwischen dem Captain und Dr. Crusher. Die eindeutige TOS-Kulisse und Rikers rechtes Auge.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Science-Fiction, TV-Shows!

4 Antworten zu “„Star Trek: The Next Generation“ S01E03 und S01E04

  1. Je länger ich über diese Hautfarbennummer nachdenke, umso weniger Sinn ergibt sie für mich.
    Sicherlich geht es dem Verfasser dieser These mehr um Präsentation als um dramaturgischen Kontext, aber die Q zum Beispiel haben gar keine Haut. Sie nehmen nur die Gestalt von Humanoiden an, um auf deren Level von Intellekt und Wahrnehmung … oder eben dem, was die Q dafür halten … mit „Menschen“ kommunizieren zu können. Selbstredend hätte man für diese Rolle auch nen Schwarzen casten können, aber ganz ehrlich, welchen Unterschied hätte das gemacht? Auf der Ebene der Handlung gar keinen. Und für die Außenwirkung?? Naja. Viele der Kulturen, die den „Menschen“ in der Serie UNTERlegen sind, wurden ebenfalls mit Weißen besetzt. Außerdem, nicht oft genug zu betonen, sind die Q nu echt alles andere als moralisch hochstehend. Q ist ein ANTAGONIST. Er ist der SCHURKE in den meisten seiner Episoden. Wäre er von einem Schwarzen gespielt worden, hätte Götzimausi mir an dieser Stelle hochwissenschaftlich erklärt, daß TNG das alte Klischee vom bösen schwarzen Mann propagiert. Wie man’s macht, is falsch!

    Q hält sich indeß für eine Art Gottheit und hüllt sich gerne selbst in weißes Licht. Nicht aufgrund der „Überlegenheit der Herrenrasse“, denke ich, sondern weil in vielen, wenn nicht sogar allen uns bekannten Kulturen, die afrikanischen eingeschlossen, das LICHT positiv besetzt ist und die DUNKELHEIT negativ. LEUCHTEN umgibt göttliche Reinheit, SCHATTEN wirft das Böse, von dem man sich fernzuhalten hat. Die Pest beispielsweise wird alternativ „Schwarzer Tod“ genannt aufgrund ihrer Schrecklichkeit, nicht wegen Rassenlehre. Die Symbolik hinter diesen Aspekten ungefiltert auf Hautfarben zu übertragen, denkt mir zu kurz, läßt zu viele kulturelle Einflüsse und Querverweise unter den Tisch fallen.

    Die größten Schreckgespenster der Serie, die Borg, sind übrigens grauer Hautfarbe. Grau entsteht, wenn man schwarz und weiß mischt. Find ich prima. Weil der „Mensch“ IMMER scheiße is, ganz egal, welchen Täng er aufträgt.
    #MisantrophieKenntKeineHelden

  2. Nach derlei Überanalyse bin ich als „Durchschnittsidiot“ erst mal latent überfordert und neige stark dazu, mich vom Elfenbeinturm abzuwenden und lieber wieder bei den brennenden Mülltonnen nach Gesprächspartnern zu suchen. Als intelligentes, zu Integration in andere Hirnstrukturen fähiges Lebewesen überwinde ich diese Neigung ohne Probleme und setze mich mit den Thesen des Herrn Götz auseinander, die mich eher an eine Verschwörungstheorie erinnern als an seriöse Wissenschaft.

    „Im Kontakt mit Fremden wird oft nicht das Anderssein angesprochen, sondern das Gleichsein. Was zur Annahme anregt, dass jede intelligente Spezies, irgendwann eine Kultur hervorbringt (bringen muss), die den Menschen ähnelt.“
    Da möge Herr Götz für sich selbst sprechen. Mich regt das Betonen von Gemeinsamkeiten im Umgang mit Fremden keineswegs zur Annahme meiner wie auch immer gearteten Überlegenheit an.
    Im Umkehrschluß würde diese Annahme überdies bedeuten: wenn ich die Unterschiede herausarbeite und mir vor Augen führe, wie wenig mich mit dem Gegenüber verbindet, verhalte ich mich … ja, wie eigentlich … respektvoll? „Korrekt“?
    Doch wohl eher skeptisch und ablehnend. Inwiefern wäre ein solches Verhalten hilfreich beim Überwinden von Mißtrauen und Klischees?

    „Die genetische Ausstattung einer Spezies ist die Grundlage ihrer Kultur. Mit in dieses Klischee fallen die Ferengi. „Die Hinterhältigkeit zeigt sich bereits in ihrer gebeugten Haltung […], und deren Aggressivität durch ihr Raubtiergebiss konnotiert wird.“ “
    Die Aliens bei „Star Trek“ sind Sinnbilder für Ideologien, Gesellschaftsformen und Charaktereigenschaften. Die Ferengi sind eine ME-TA-PHER! Die Verkörperung des Raubtierkapitalismus. Niemand, der jemals eine Ferengi-Episode angesehen hat, insbesondere zu DS9-Zeiten, geht ernstlich von einer realistischen Speziesstudie aus. You’re missing the point, dude.

    „Zwar wird innerhalb der Serie immer wieder darauf verwiesen, dass man eine Spezies nicht nach ihrem Erscheinungsbild beurteilen soll, trotzdem bleibt das Äußere als „Marker des Charakters“ erhalten.“
    Logisch. Damit man die Viecher optisch auseinander halten kann. Man nennt es „Design“. Welches Design hätten Sie, lieber Leser, gewählt für eine Verkörperung des Raubtierkapitalismus? Die Venus von Milo???

    „Auch interessant ist, dass jene Spezies, die den Menschen überlegen sind, weiß sind: Die Aldeaner („When the bough breaks“ S01E17) oder auch Q.“
    Diese Interpretation ist dermaßen haarsträubend, auf sowas kommen nur ideologisch Verblendete, die ihr Weltbild über Bande in Stein zu meißeln drängen.
    Zunächst mal ist die Föderation UNGLEICH „Menschen“. Sie ist ein Zusammenschluß verschiedenster Kulturen aus insgesamt ca. 50 Spezies, je nach Zeitlinienposition. Jaja, schon klar, 50 Sterne auf der Flagge und so. Echt überraschend, daß sich in einer amerikanischen Serie amerikanische Sichtweisen aufdecken lassen … aber das nur am Rande.
    Die Q mögen der Föderation technologisch überlegen sein. Eine moralische und/oder kulturelle Überlegenheit kann ich nicht erkennen, weder an der Persönlichkeit des einzigen Q, der uns zu diesem Zeitpunkt begegnet ist, noch am Bild der Q-Gesellschaft, die spätere Staffeln und Folgeserien zeichnen werden.
    Die „schwarze Seele“, deren Überlegenheit Tasha Yar am Ende der Staffel zum Opfer fällt, ist derweil … nun ja … schwarz. SEHR schwarz. Nur eines von zahlreichen Gegenbeispielen.

    „Auch die charakterliche Prägung, dass beispielsweise „alle“ Klingonen aggressiv und „alle“ Ferengi habgierig sind, deutet wieder auf eine genetische, als wie durch eine Kultur geprägte Veranlagung.“
    Warum ist ALLE in Gänsefüßchen gesetzt? Möglicherweise weil die Serie eine Menge Charaktere präsentiert, auf die diese Verallgemeinerung eben gerade NICHT zutrifft?
    Nochmal: Aliens in „Star Trek“ repräsentieren Klischees – absichtlich – und zeigen dann durch die Entwicklung der Charaktere auf, wie diese Klischees überwunden werden, oder eben auch bestätigt. Möchte nich der advocado diablo sein, aber … Klischees treffen zu. Nicht immer, aber immer wieder. Zu behaupten, alle existenten Klischees seien zu 100% aus der Luft gegriffen, wäre intellektuell unredlich, wenn nicht gar dumm.

    „Ersichtlich wird das Beispiel an Lt. Worf, der von menschlichen Eltern aufgezogen wurde, aber trotzdem Züge zur klingonischen Kultur aufweist: Er spricht perfekt klingonisch, praktiziert die klingonische Religion und ist ein guter Nahkampfkämpfer. Götz merkt an, dass sich das Wie und Warum nicht erklären lassen.“
    Worf weist Züge der klingonischen Kultur auf und spricht deren Sprache, weil er unter Klingonen aufwächst. Erst im Alter von 6 Jahren wird die Kolonie, in der Worf lebt, zerstört und er in seine neue Heimat auf die Erde gebracht. Um das in Erfahrung zu bringen, braucht es Google, Internet und 2 Minuten Lebenszeit, Herr Götz. UNERKLÄRLICH INDEEEEEEED.
    Die klingonische Physiologie ist stämmiger als die menschliche. In der Tat. Klingonen sind Menschen körperlich überlegen, wie auch Vulkanier und andere Spezies. Wo ist der Punkt? Diese Griffe sind dramaturgische Stilmittel, keine Rassenlehre.
    Daß Worf ein guter Kämpfer ist, wird ihm ganz bestimmt nicht in die Wiege gelegt worden sein. Er ist wiederholt zu seinem Geburtsplaneten gereist, schon vor seinem Dienst in der Sternenflotte, und hat sich alles, was die klingonische Kultur ausmacht, Kampfstile inklusive, aus Liebe und Faszination zu seinen Wurzeln eigenhändig draufgeschafft. Ist das wirklich unglaubwürdig? Oder dermaßen weit hergeholt, daß die Genetik hier als einzige Erklärung fungieren kann? Viele Waisen in der realen Welt sind an ihrer Herkunft interessiert, unabhängig von ihrer genetischen Ausrichtung. So what?

    „Das Fremde kann sich nie vollständig in die menschliche Kultur integrieren, aber Angehörige der menschlichen Kultur haben keine Probleme sich in die Fremde zu integrieren. Mischlinge sind nur in der Lage, sich in eine „minderwertigere“ Kultur zu integrieren“

    Bullshit.
    Von der „menschlichen Kultur“ handelt die Serie nicht. Die Erde bekommen wir kaum zu sehen.
    Menschen haben keine Probleme, sich in die Fremde zu integrieren? Wo? Wann? Ich kann mich an kein „Haus des Müller-Giesebrecht“ auf Qo’noS erinnern. Die klingonische Kultur wird von Götz immer als „minderwertiger“ betrachtet; dieses ganze Schubladendenken zieht sich wie ein roter Faden durch seine Analysen. Schließt da eventuell sein eigener verkappter Rassismus von sich auf andere???
    Die ach so minderwertige klingonische Kultur bringt Technologie zustande, die sich dem Föderationsstandard als mindestens ebenbürtig erweist und klingonische Opern sind ist ja wohl der absolute Brüller! Überhaupt: was ist das für eine angeblich „minderwertige“ Kultur, deren Krieger reihenweise auf Opern stehen? Nur weil Klingonen gerne saufen und keine Furzklemmer sind, gelten sie in Götzes Welt als die primitivere Variante des „Menschen“?
    Is dann nich vielleicht Götzes Welt diejenige, mit der was nich stimmt? Oder hatte er einfach generell wenig Kontakt zu Menschen, ECHTEN Menschen, unten in seinem zugepafften Weinkeller?

    Jajaja, fair bleiben.

    Ich habe alle Varianten von „Star Trek“ verschlungen. Über Jahre meines Lebens hinweg bin ich darin aufgegangen. Ich habe mehr über „Star Trek“ vergessen, als die Meisten jemals darüber erfahren werden. Nicht ein einziges Mal ist mir während all der Zeit der Gedanke gekommen, Klingonen seien die „minderwertigere“ Kultur. Im Gegenteil zeichnet insbesondere TNG klingonische Sitten und Gebräuche manchmal dermaßen komplex, daß einem schwindelig wird beim Versuch, all deren Facetten unter einen Hut zu bringen. Über die Kultur der Erde in „Star Trek“ erfahren wir vergleichsweise wenig, weswegen es an gezielte Irreführung grenzt, diesen Integrations-Schwanzvergleich zu ziehen. Die Integration in fremde Kulturen gelingt deswegen häufiger, weil diese Kulturen im Fokus der Serie stehen. Weil sich das Raumschiff Enterprise nunmal nicht im Erdorbit aufhält. Weil Dramaturgie AUF der Bühne spielt und nicht hinter den Kulissen.

    Rassismus wird übrigens deswegen „intern“ vermieden, weil dies die Grundidee von „Star Trek“ ist. Die Crew der Enterprise SOLL untereinander keine Querelen dieser Art ausfechten, da Rassismus innerhalb der Strukturen der Föderation als überwunden gilt. TOS thematisiert dies häufiger, weil Roddenberry seinerzeit eine MÄÄÄÄÄÄNGE kreativer Kompromisse machen mußte, damit seine Utopie überhaupt produziert wird. Bei TNG hatte er größere kreative Kontrolle und konnte somit sein Universum mehr nach seinen Vorstellungen formen. Das is das ganze Geheimnis.

    • Götz Aussagen sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kann ich ihnen zustimmen, andererseits auch nicht. Die Aussage darüber das jede überlegen Spezies von weißer Hautfarbe ist bereitet mir am meisten Kopfschmerzen. Da ich dies leider nicht bestreiten kann, da es meines Wissens nach tatsächlich nie ein überlegendes Wesen mit anderer Hautfarbe gab.
      Mein Problem an Götz Aussagen ist aber das man zu viel in gewisse dinge hinein interpretieren kann.
      Man sollte sich immer vor Augen halten, dass wir über eine TV-Serie sprechen, produziert Ende der 80er bis Anfang der 90er. Ein Großteil, wenn nicht sogar alle, Autoren waren weiß und der Druck des Studios war massiv. Ich lege euch beide die Netflix Dokumentation „Chaos on the Bridge“ von William Shatner ans Herz welche die Produktion der ersten beiden TNG Staffeln beleuchtet.

      Das Ferengi habgierig sind und Klingonen von Natur aus Krieger sind oder Romulaner hinterlistig, sind Eigenschaften, die meiner Meinung nach wichtig für die Handlung sind.
      Stellen wir uns doch vor das jeder im Star Trek Universum gleich wäre, jedes Wesen vertritt die gleichen Werte und die Kulturen sind unserer gleich. Wo bleibt da dann das unbekannte und faszinierende an einer Alienkultur?

      Irgendetwas musste man sich schließlich einfallen lassen, um seine Geschichten zu erzählen da die Crew der Enterprise an sich so Konfliktfrei war, das es schon schmerzhaft war ihnen zuzusehen.

      Sicherlich hätte man die Eigenarten der einzelnen Spezies besser ausarbeiten können aber es ist nun mal so, wie es ist. TNG’s erste Staffeln sind halt Kinder ihrer Zeit. Voller Klischees und gespickt mit einem verzerrten Frauenbild an dem Roddenberry himself wohl nicht ganz unschuldig ist.

      Wichtig anzumerken ist das der komplette TNG Cast die Episode 1×03 bis heute heftigst wegen des offensichtlichen Rassistischen und frauenfeindlichen Story kritisiert.

  3. Pingback: „Valerian and the City of a Thousand Planets“ | it's just curiosity!

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