Monatsarchiv: Juli 2017

„Dunkirk“

Es ist ein Nolan-Film. Ein guter und sich von der Masse abhebender Film. Spontan fallen mir nur zwei Filme ein, die sich ebenfalls von der breiten Masse der Kriegsfilme loslösen: Der schmale Grat und Apocalypse Now. Alle drei sprechen überwiegend mit Bildern und weniger mit Worten. Dialoge werden nur dann eingebracht, wenn sie einen gewissen Nutzen beziehungsweise einen gewissen Informationsgehalt haben und nicht der Trivialität oder simplen Erklärungsnot wegen. Die Handlung wird durch eine aneinander Reihung von Bildern voran getrieben und oftmals wirkt es, als hätten diese Filme keine Handlung an sich, sondern zeichnen einen Moment nach dem anderen auf, veranschaulichen durch Bilder, ohne aber selbst eine Wertung vorzunehmen.

Nolan, der auf altbewährtes legt, tritt wieder mit Tom Hard aka „hardest working eyes in Hollywood“ und Cillian Murphy auf. Die Musik liefert Hans Zimmer, dezent und ohne sich in den Vordergrund zu drängen oder die Szenen gar zu emotionalisieren. Die Musik ist zwar da, aber unbemerkt. Nolan ist wieder einmal ein Meisterwerk gelungen.

Was passierte bei Dunkirk?

Zu deutsch auf Wikipedia unter die „Schlacht von Dünkirchen“ und „Operation Dynamo“ zu finden. Auch wenn man Wikipedia nicht zitieren sollte, nehme ich die allgemeinen Informationen dennoch heraus und fasse kurz zusammen: Die Schlacht von Dünkirchen fand gegen Ende Mai, Anfang Juni während des Westfeldzuges 1940 an der nordfranzösischen Küste statt. Die Einnahme durch die deutsche Wehrmacht erfolgte am 4. Juni. Der Name der Evakuierung lautete Operation Dynamo. Es ist verständlich warum sich Nolan für „Dunkirk“ anstatt den eigentlichen Codenamen entschieden hatte. Die Rettungsaktion, unter anderem auch mit zivilen Booten, war die bis dahin größte der Weltgeschichte. Insgesamt konnten ca. 340 000 britische wie französische Soldaten nach England gebracht werden, wobei das gesamte Material gegen Ende den Deutschen in die Hände fiel. Wenige Wochen später startete die „Schlacht um Frankreich“ („Fall Rot“ und viele der französischen Soldaten, die aus Dünkirchen gerettet wurden, mussten wieder zum Kampf nach Frankreich zurückkehren und gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Wie und warum zeichnet sich Dunkirk aus?

Es sind namenlose Soldaten, die man beobachtet. Trotz jegliches Fehlen einer Einführung sowie Aufbau einer Handlung hoffen wir, dass der Soldat, der uns in der ersten Szene begegnet, es auch (lebendig) bis zur letzten schaffen wird. Es sind Kriegspiloten und Zurückgelassene am Strand, die hoffnungsvoll auf einen Platz am rettenden Tanker warten; Ertrinkende, die sich eben noch in Sicherheit wogen und durch Torpedos alsbald um ihr Leben ringen müssen. Es ist offensichtlich, dass der Verbündete des Soldaten dem wir folgen Franzose ist, und beide kämpfen ums Überleben: Sei es, dass sie sich als Krankenträger ausgeben oder mit Absicht ins Wasser tauchen um als Gestrandete auf das nächste Boot zu kommen. Währenddessen begleitet man einen englischen Vater und dessen Sohn und einen ihnen bekannten Jungen, wie sie zur Schlacht segeln und versuchen zu helfen. Es ist tatsächlich sinnvoller, kleinere Zivilistenboote und Freizeitschiffe ins Gefecht zu schicken als fette Tanker, die ein einfacheres Ziel sind und durch ihr Volumen eher zum Massengrab umfunktioniert werden können, als kleine und wendige Schiffe.

Interessant ist auch das Fehlen expliziter Gewalt. Zwar ist die Bedrohung nahe, aber nicht direkt. Man spürt sie, sieht sie aber nicht – und anstatt (vielleicht auch der zusätzlichen Einnahmen wegen) Wert auf Blut triefende und zerfetzte Leiber zu legen, lässt die Kälte des Krieges alleine schon durch die Farbgebung den Zuschauer erschauern. Es benötigt keinen sichtbaren Feind mit Gesicht, Name und Stimme, der einem wüste Beschimpfungen entgegen schreit. Die Ungewissheit wann und aus welcher Richtung, aber die Gewissheit, dass etwas passieren wird, ist vollkommen ausreichend. Ein weiteres und Nolan-typisches Merkmal sind die unterschiedlichen Zeitlinien, die erst gegen Ende harmonisch und Stück für Stück zusammen geführt werden, bis sie mit der Rettung der Soldaten in einen Strang überlaufen. Der Film endet mit Jubel und einer Todesanzeige in einer lokalen Zeitschrift.

Fazit: Sehenswert.

Recherche und Links:

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„Game of Thrones“, Spotted S07E02

Kurz nach Veröffentlichung der Folge schwärmten die ersten Beiträge im Feed ein. Der Algorithmus, der durch gezieltes „liken“ sinnloser Beiträge hervorragend manipuliert werden konnte (um jeden noch so erdenklich stumpfsinnigen Beitrag gefiltert-ungefiltert zu bekommen), lässt sich also auch zum eigenen „Vorteil“ nutzen. Fraglich nur, wie lange. Achtung, Spoiler.

  • „No, that’s not you“ sagte Arya zu Nymeria, die mit einem Wolfsrudel den Norden durchstreift und auf ihre alte Freundin traf. „No, that’s not me“ sagte Arya in der ersten Season zu Ned Stark, als er ihr sagte, auch sie werde eines Tages heiraten und Kinder bekommen. Arya hatte Nymeria gebeten mit nach Winterfell zu kommen, aber sie hat ihr eigenes Leben bereits gefunden und wird dieses, so scheint es, nicht mehr aufgeben.
  • Eine meiner Meinung nach eher aus den Fingern gesogene Fan-Theorie theoretisiert, dass Aryas Schicksal darin liegt, Sansa zu beschützen, die einst zu Jon sagte: „No one can protect me“, aber: „A girl is Arya Stark from Winterfell“. Auch Reddit ist davon nicht ganz so überzeugt und leitet daraus die Bestätigung für Half Life 3 ab.
  • Eine andere Fan-Theory bekam durch die 2. Folge neuen Aufschwung: Buzzfeed, treuer Dienstleister von Fan- und Verschwörungstheorien, der gerne Reddit-Beiträge aufhübscht und leicht bekömmlich serviert (denn wer hat Zeit sich das alles selbst zusammen zu suchen? No one), lieferte mir folgendes: Samwell Tarly soll der Autor von Game of Thrones sein. Passend dazu stolperte ich bei nächtlichen Scroll-Eskapaden über diesen Link hier:

    Der erste Teil, sowie „If Harry Potter had+++ Facebook“ sind recht amüsant. Nach dem 4. Video hat sich der Witz allerdings ausgelaufen und humpelt nur mehr in Richtung Ausgang.
  • Um die Rolle des Auserwählten tragen zu können, muss eine geliebte Person geopfert werden. Stannis war es nicht und Shireen brannte umsonst.

    Die Legende sagt: „There will come a day after a long summer when the stars bleed and the cold breath of darkness falls heavy on the world. In this dread hour a warrior shall draw from the fire a burning sword. And that sword shall be Lightbringer, the Red Sword of Heroes, and he who clasps it shall be Azor Ahai come again, and the darkness shall flee before him.“

    Sollte Daenerys die Auserwählte sein, wen wird sie opfern? Die Fan-favorisierte inzestuöse Fire and Ice-Romanze? Muss Jon Snow erneut sterben? Sollte Jon der Auserwählte sein, opfert er im Zuge dessen Daenerys? Oder Sansa? Oder Lyanna? Oder Arya? Da Daenerys offenbar für niemanden tiefere Gefühle hegt, als wie für das Königreich oder ihre Drachen wird die Opfergabe eher schwer werden. Wird niemand geopfert? Wäre es Jon, ergäbe es laut einer vier Jahre alten Reddit-Überlegung zufolge tatsächlich Sinn. Lest es. Es ist interessant.

    Clickbait Moviepilot geht weiter und bringt auch Jorah (weil auch ihm mal etwas gutes passieren könnte), The Hound (der seinen Bruder und Cerseis Wachhund im Zuge dessen tötet) und – was in diesem Falle Sinn macht – Jaime – mit in die Überlegungen. Jaime liebt Cersei, aber um dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten und zwar in doppelter Hinsicht, muss er Cersei verbrennen. Was aber der anderen Theorie, die wir letzte Woche hatten, etwas widerspricht. Verbrennen wäre in diesem Falle ein spektakuläreres Ende als erdrosselt zu werden.

Nicht nur inhaltlich finden sich viele Hinweise, sondern auch im Intro versteckt sich das eine oder andere:

  • Die Opening-Credits der letzten zwei Folgen gaben uns Aufschluss darüber, wie die White Walker – und nun haben wir den vermutlich endgültigen Beweis – in den Norden gelangen können. Thx Reddit.

  • Hier war jemand sehr aufmerksam: Nachdem Cersei Queen ist, sollte auch in den Opening Credits der Löwe der Lannisters am Siegel in King’s Landing zu sehen sein und nicht der Hirsch der Baratheons, oder?

    Und wo versteckt sich Gendry? Ich dachte übrigens, wie offenbar auch manch anderer, dass Podrick und Gendry ein und dieselbe Person seien, sie sehen sich aber auch sehr ähnlich und das Gendry irgendwie auf Brienne gestoßen sein muss. Falsch gedacht. Der Bastard von Robert Baratheon wurde von Ser Davos damals auf Dragonstone (wir erinnern uns an den Aderlass) gerettet, auf ein Schiff gesetzt und seit dem nimmer wieder gesehen. Bis jetzt. Moviepilot also frägt sich, ob den Machern von GoT einfach nur ein Fehler unterlaufen ist oder ob man mit dem Siegel darauf hinweisen will, dass Cersei nicht rechtmäßig Königin wurde. Manche Fans, so der Bericht, spekulieren darüber, dass Gendry auch Cerseis erster Sohn mit Baratheon gewesen sein könnte. Ja, Nein, Vielleicht? So erzählte sie in Season 1 Catelyn Stark, sie habe ihr erstgeborenes verloren, besuche aber die Gruft nie. Wenn Gendry der Erstgeborene von Cersei und der Sohn ihres toten Mannes ist, dann… haben wir einen weiteren Mitspieler, der die eh schon knappe Zeit mit weiteren LOST-esken Verstrickungen bereichern wird.

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#SDCC: Science-Fiction geht in Serie

Erst vor wenigen Jahren fiel mir auf, dass Science-Fiction wieder Saloon-fähig gemacht wurde. Zukunftsangst und Technik-Euphorie tragen ihrerseits sicherlich dazu bei, dass Science-Fiction wieder an Popularität gewinnt und dienen gleichzeitig als Spiegel ihrer Zeit. Star Trek und Prometheus und erwiesen dem Genre ihren Dienst, es folgten weitere Filme wie Ex Machina und Arrival, wie The Martian und Passengers oder Edge of Tomorrow und Interstellar und viele, viele mehr.

Star Trek: Discovery (CBS)

Mit Star Trek: Discovery (STD – nein, die offizielle Kürzung soll DSC oder DIS sein) wird uns eine weitere Star Trek Serie vorgelegt, die sich wie TNG von TOS und wie DS9 von TNG abhebt. Und jedesmal wird erneut gejammert es sei kein Star Trek mehr und man gehe von der Linie ab. Sicherlich verständlich: Die Uniformen schauen stark nach Kelvin-Zeitlinie aus, was sie aber nicht ist, die Klingonen sehen gänzlich anders aus (taten sie mit jedem seriellen Neustart ebenfalls) und auch die Lense Flares sind so gänzlich neu und modern. Den Kritikern leuchtet hoffentlich ein, dass eine Serie wie TOS nicht mehr produziert werden könnte, da sie keine Abnehmer mehr fände – und damals schon Schwierigkeiten hatte, weiter auf Sendung zu bleiben – die dritte Season wurde lediglich auf Drängen leidenschaftlicher Fans produziert. Star Trek war und ist ein Produkt seiner Zeit: Themen, Ausstattung und Szenerie. Punkt.

Mit der Veröffentlichung des Trailers waren auch erstmals die Darsteller in der Serie zu sehen. Michelle Yeoh (Crouching Tiger, Hidden Dragon) spielt Captain Philippa Georgiou und Sonequa Martin-Green (The Walking Dead) ist die erste Offizierin Michael Burnham, die beide auch im Trailer sehr präsent sind. Mit diesen beiden Frauen, haben wir erstens zwei Minderheiten in Führungspositionen (eine asiatische, wie eine afroamerikanische Frau) und die zweitens, so wie ich das bisher sehe, nicht in Stereotype verfallen. Damit ist dem popkulturellen Feminismus (wenn man es so bezeichnen mag) schon mal gedient.

The Oville (FOX)

Daneben haben wir The Orville von und mit Seth Mc Farlanne. Von vielen gehasst, war er mir nur als Schöpfer von Family Guy bekannt, dass ich vielleicht einmal gesehen und für schrecklich befunden hatte. Einerseits wirkt die Serie wie ein billiger Abklatsch von Space Balls und (T)Raumschiff Suprise – Periode 1, andererseits, so fern sie tatsächlich amüsant werden könnte, fürchte ich eine ähnlich dämliche Wendung wie in The Last Man on Earth, welche gut und interessant anfing aber ziemlich schnell in stupider Banalität und noch dümmeren Dialogen endete, die nicht mal mehr Kristen Schaal retten konnte. Was The Orville interessant machen könnte ist Scott Grimes, der neben Mr. Spock, Winona Ryder und vielen mehr, einer meiner Childhood-Crushes (Critters (1986)) war. Ich fand sie so putzig, die Critters. Ich liebte sie, die Critters.

The Expanse (SyFy)

The Expanse wurde erst kürzlich um eine dritte Season verlängert, was vermutlich Buch 3 und 4 behandeln dürfte. Es bleibt interessant. Der Trailer gibt eine Zusammenfassung von dem, was bisher passierte. Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf. Neben Humans eine der besten Science-Fiction Serien aktuell, auf die ich mich fast am meisten freue.

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Diablo III, Season 10, II und Season 11, I

Gäbe es die Seasonal Events mit den zu erreichenden Belohnungen nicht (Stichwort: Stash/Beutetruhe), täte sich niemand mehr Diablo III an. Wenn von großen Patches die Rede ist, dann sind es Kleinigkeiten wie ein paar grafische Änderungen oder ärgerliches, in dem die jeweiligen Skills nicht mehr mit den gewohnten (und mühsam erspielten) Sets harmonieren. So be it. In diesem Falle beschert uns Blizzard sogar einen neuen Charakter, nachdem wir zum 10. Mal zwischen Demon Hunter und Wizard gewechselt haben.

Und ja, ich konnte mir den letzten Stash mit Müh und Not gerade noch ergattern. Und natürlich reicht der freigeschaltete Stash nicht und so belädt man das Inventar des alten Charakters mit Items, die man nie nie nie nie wieder brauchen wird (außer zum einschmelzen für Crafting Materials), geschweige, dass man den alten Charakter nochmal spielen wird.. Schade eigentlich. Man verbringt zwei bis drei Monate mit dem Charakter, levelt ihn, versucht ihn zu verstehen, kleidet ihn hübsch ein, baut ihn auf und dann – endet die Season und er gerät in Vergessenheit.

Wir befinden uns also in Season 11. Hail Necromancer! Die große Erneuerung um 20€ und ist sie es wert? Es gibt zwei Beutetruhen dazu, also von dem her. Am Ende der Season werden wir vermutlich wieder darin bestätigt, dass zwei zusätzliche Beutetruhen nicht ausreichend sind, aber zumindest lassen sich die neuen Sets aufbewahren. Der Mensch, Jäger und Sammler, nichts hat sich verändert. Was sagt uns das?

Generell kann die Frage nach wenigen Spielstunden nicht beantwortet werden. Ich finde ihn beziehungsweise sie recht gewöhnungsbedürftig und gänzlich neu. Die Skills sind schnell durchprobiert und man fügt sich den Vorlieben. In meinem Falle: Nah- und Fernkampf bestenfalls in einem. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich heraus gefunden habe, wie man den Neuling „sinnvoll“ spielt, ohne sämtliche You Tuber und Pro-Gamer Sets kopieren zu müssen.

Und sicherlich ergibt es Sinn, wenn man das Starter-Set, den Pet-Build verwendet – schon alleine, dass man einen Set-Dungeon für Chapter IV erfüllen muss. Aber ich hoffe auf weitere, andere Set-Items und sterbe mich derweil via Co-Op durch Torment VIII, denn alles andere dauert zu lange.

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„Game of Thrones“, S07E02

„Stormborn“ lautet der Titel der zweiten Episode und die Fäden werden nach und nach zusammen geflochten, um gleich darauf wieder zerfetzt zu werden. Es wird taktiert und das Spiel geht in die nächste Runde. Achtung Spoiler.

Wer Daenerys hintergeht, soll bei lebendigem Leibe verbrennen. Varys, Diplomat und Taktiker, erhält eine Warnung als sie dessen flüchtige und anpassungsfähige Loyalität anspricht. Sie wirkt distanziert und herrisch, ganz anders als in Essos. Selbst Emilia Clarke scheint es keinen Spass zu machen. Aber der Eunuch weiß, wo er punkten kann: Beim Volk. Aufgewachsen in der Gosse gehört seine Loyalität dem Volk, und sie, die Völker von Sklaverei befreite, sei die richtige. Übrigens fühlt sie sich in Dragonstone nicht sonderlich Zuhause. Nachvollziehbar, es ist kalt – und trotzdem trägt man unter dem ledernen Kittel nichts. Missandei verabschiedet sich vom grauen Wurm.

Tyrion fungiert als wichtiges Bindeglied zwischen Daenerys, die ihn als Berater schätzt und Jon, der ihn achtet. Er sei ein weiser und guter Mann, auch Sansa kenne ihn nur als solchen. Er spricht in den höchsten Tönen von Jon Snow und ratet zu einem Treffen. Tyrion ist es auch, der einen konkreten Plan vorschlägt und Daenerys davon abrät, „Queen of the Ashes“ zu sein, in dem sie sofort zuschlägt und alles nieder brennt. Olenna Tyrell ist anderer Meinung. Sie habe viele Männer wie ihn gesehen, kluge Männer, dumme Männer und sie alle ignoriert. Daenerys sei kein Schäflein, sondern ein Drachen, „be one!“ Die alte Dame beherrscht das Spiel. Lässt sich Daenerys von ihr einwickeln?

Ein weiterer wichtiger Spieler in dieser Geschichte ist Jon Snow. Er erhält Nachricht von Tyrion über Daenerys Ankunft, ihren drei Drachen und weiß, dass er die Chance zwecks Allianzen nutzen muss, denn Drachen speien Feuer und vernichten Eis. Außerdem sitzt Daenerys auf einem Berg von Dragonglas. Seine Gefolgsleute, die ihn eigentlich „gegen seinen Willen“ gekrönt hatten, sind damit gar nicht einverstanden, auch unsere Heldin Lady Mormont findet, der King in the North gehöre in den Norden. Aber Jon setzt sich durch und übergibt die Krone in der Zwischenzeit Sansa. Mittlerweile haben wir auch die 100% Gewissheit, dass Littlefinger sie so liebt, wie er ihre Mutter geliebt hatte. Creepy.

Währendessen kümmert sich Samwell um (friendzoned) Jorah, dessen Vater er sehr schätzte und versucht ihn von seiner Krankheit zu heilen, in dem er ihm die kranke Haut vom Körper zieht – was er bei der Fläche eigentlich nicht überleben dürfte. Schnitt zu einer eitrig wirkenden Speise mit Kruste, die dem bärtigen im Bart kleben bleibt. Well done. Well done. Die gesamte Folge zeichnet sich immer wieder, durch interessant und stimmig übergeleitete Schnitte aus.

Arya erfährt von einem Kinderfreund, dass die Boltons besiegt wurden (wie konnte sie das nicht mitbekommen?) und dass Jon den Norden regiert.  Sie gibt ihr Vorhaben Cersei zu töten erstmals auf und reitet heim. Flauschige Freude bahnt sich an, als ihr Direwolf Nymeria mit einem Wolfsrudel auftaucht – sie nach etwas geknurre erkennt – und anstatt sie zu fressen, sie wieder alleine lässt (Wir erinnern uns, Nymeria hatte Joffrey um Arya zu schützen, angegriffen, aber anstelle von ihr musste Lady, Sansas Wolf, sterben – da Nymeria nicht auffindbar war). Ich mochte die Szene, weiß allerdings noch nicht, ob ich ihre Heimkehr nach Winterfell klug finde. Aber andererseits hätte Arya ein ziemlich leichtes Spiel Cersei zu erledigen und wir haben noch 5 und weitere 6 Folgen vor uns. Wo ist eigentlich Ghost?

Cersei versucht Allianzen mit allerhand Leuten zu schmieden und Jaime gäbe Lord Tarly den Süden, wenn er sich mit ihnen verbündet. Und wenn wir eben beim Süden sind: Daenerys folgte Tyrions Vorschlag und schickte Yara mit ihrer Flotte nach Dorn, um dort deren Armee nach King’s Landing zu führen. Was aber durch Euron Greyjoy mit einem nächtlichen Angriff vereitelt wird. Eine Seeschlacht mit brennenden Schiffen, aber keines der eigenen. Man darf nur hoffen, dass es nicht die gesamte Flotte der Greyjoys war und dass Yara, sowie Ellaria Sand noch am Leben sind. Die armen Sandschlagen Mädels.. Theon, der sich zuvor noch ins Wasser retten konnte, wird Daenerys Bericht abstatten, die alsbald ihre Drachen auf Euron ansetzen und dieser somit aus der Geschichte geschrieben wird. Manche mögen ihn, ich finde, es braucht keinen weiteren Super-Bösewicht. Eiszombies und Mad Queen Cersei sind ausreichend.

Abschließend:

Forbes trifft allerdings einen Punkt, wenn der Autor kritisiert, dass sämtliche Logik einfach mal aus den Fenster gekippt werden soll (und bezieht sich dabei auf die literarische Adaption bis zur 6. im Vergleich zur 7. Season): Warum sollte sich Daenerys als tyrannische Herrin aufspielen, wenn sie gerade durch Güte und Fairness zur Legende wurde? Warum sollte Sansa sich die Heimat gleich wieder zum Feind machen, jetzt wo sie in Sicherheit ist? Warum sollte man zuerst nach Dragonstone fahren, anstatt nach Dorn und dort die Pläne schmieden, um sich dann auf zu splitten – was ich übrigens für eine schlechte Idee halte. Dieser Handlungsstrang diente nur dazu, einen noch wahnsinnigeren Big Bad in die Geschichte einzuführen und weitere Fäden mit ein zu spannen, in dem – ihr wisst schon – das Ende der Sandschlangen. Das war grausam.

Trotzdem eine gute und weitere Fortführung der Dinge.

Credits – unknown (Social Media)

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„Gotham“, S03E20

Was für eine großartige Folge! Doktor Hugo Strange gelang es, den Virus in eine Waffe zu verwandeln, Jim sieht sich mit einer schweren Entscheidung konfrontiert und jemand gänzlich Unerwartetes tritt auf den Plan.

Ein Spiel in drei Akten.

Akt I: Gotham must fall

Der Court of Owls eröffnet die düstere Szenerie. Der Tag der Abrechnung ist gekommen. Bruces‘ Zenmeister Shaman führt die Rede. Vor 3 Jahren wurden die Eltern von Bruce Wayne getötet, da der Vater für den Court schädliche Beweise in der Hand hatte. Bruce tritt auf: Und was ist mit seiner Mutter? Warum musste sie sterben? Anstatt den schwarzen, trägt er einen beige-farbenen Rollkragenpullover. Der Blick ist starr. Es stellt sich heraus, dass Shaman der Anführer der Court of Owls ist, aber da er für Jahre abstinent war, sah sich das Komitee gezwungen zu handeln und gewisse Entscheidungen ohne ihn zu treffen. Bruce soll den Befehl geben, er zögert. Der Shaman klatscht und sogleich spritzt das Blut aus den Kehlen der Mitglieder. „Next time, I won’t. I promise“ sagt Bruce.

Die Polizei rückt am Ort des Massakers an, inklusive Alfred Bond. Ein röchelnder und Blut verlierender Statist bezichtigt Gordon als „Traitor“ und erzählt was vorgefallen ist. Harvey ist nachdenklich: Der Leader räumt mit seinen Untertanen auf und Bruce ist dabei? Alfred ist in hoher Sorge. Der Mann leidet. Warum bringen sie sich die Mitglieder gegenseitig um?

Wenig später findet der Shaman Bruce nachdenklich und in die Leere starrend. Was er denkt, frägt der Shaman ihn. Er dachte über seine Eltern nach, und die Gerechtigkeit und fühlte nur „failure“ weil er zögerte: „I did not give the order“. Aber aber.. Es gibt ja noch eine weitere Chance.

Plötzlich taucht Hugo Strange auf, inklusive der bestialischen Waffe, die wie eine Kugel aussieht, fast wie ein Griller. Der Shaman gibt erneut zum besten, dass er den Court nur benutzt hatte. Und spricht von „Destiny“ (gefühlte 20x in der Episode) und dass es sein Ziel war, Bruce darauf vorzubereiten.

In der Bombe befindet sich das Virus, dass gute 1000 Leute infizieren solle. „Gotham must fall“ sodass der „dark hero“ aus deren Mitte auferstehen kann. Eine Anspielung auf The Dark Knight rises? Bruce müsse zur rechten Zeit die Bombe zünden. „Embrace your own destiny! Gotham must fall“ (gefühlte 30x)

Plötzlich taucht Alfred auf. Strange ergibt sich und wir sehen die erste Gegenüberstellung zwischen Bruce und Alfred. Der Zenmeister rät Alfred dazu, die Waffe nieder zu legen. Bruce wiederholt den indoktrinierten Satz. Gotham must fall. Er lässt nicht zu, dass Alfred dem Zenmeister etwas zuleide tut und Alfreds Herz bricht in hundert kleine Stücke. Er gibt nicht auf. Wird aber kurz darauf nieder geschlagen.

Akt 2: Love Affairs

Wir erinnern uns: Das Rehlein nahm den Virus und präsentiert sich als Smokey-Eyes-Vamp und man muss sagen, es steht ihr, bis man erkennt, dass ihre Obsession nur auf Jim Gordon hinaus läuft. Meh. Als unabhängiger Bösewicht hätte es mich sehr gefreut sie in Aktion zu sehen. Jim tritt ein, sie hatte ihn bereits erwartet. Die Fenster sind offen, der Wind weht und die Vorhänge tanzen Tango mit der Dunkelheit. Tango, kein Salsa und auch keinen Walzer. Tango.

Jim versucht ihr gut zuzureden, es ist nicht ihre Schuld, und sie braucht Hilfe, „We can fight this!“ Aber nein. Der Virus hat ihr gezeigt, was so offensichtlich war: Lee Tompkins, die sich immer und immer wieder zu Jim Gordon, der von Dunkelheit umgeben ist, hingezogen gefühlt hatte. Und sie mochte es, sie brauchte es, die Dunkelheit. Wir sehen, schon Barbara und mehrfach Lee erkannten, dass sich eine Dunkelheit um Jim webt, die er immer und immer wieder verneint. Und das ist das Problem: „You’re always denying who you really are“, sie schmeißt ihn durch den Raum und packt den bewusstlos Gewordenen in den Kofferraum.

Strange befindet sich derweil im Käfig, sicher hinter Gitter. Lee betritt die Szenerie, selbstbewusst und diabolisch lachend. Wo ist Jim? 6 Feet under. „I’m going to free Jim and show everyone who he really is“, sagt sie. Denn sie hat ihm einen Ausweg gelassen und sie lächelt: „I told you I would help you to find your darkness.“ Harvey fleht Lee an, sie solle ihm doch bitte sagen, wo sie Jim vergraben hat bevor sie geht. Warum sollte sie gehen? Um nichts in der Welt wolle sie die Gesichter verpassen, wenn Jim auf Plan B zurückgreift. Strange selbst ist etwas irritiert oder sogar ängstlich oder auch erfreut sie so zu sehen?

Man beginnt die Suche nach Jim und Harvey gibt Alfred die Erlaubnis, sich seine Hände bei Strange dreckig zu machen, was darin endet, dass Alfred Strange fast vom Hochhaus stößt. Er lässt ihn jedoch frei, wenn er ihm sagt wo Bruce ist: Wayne Enterprise. Harvey findet eines leeres Grab. Sie eilen zur Union Station. 5 P.M. Wenn die Uhr aufhört zu schlagen, meinte Kathryn einst. Aber es sei bereits zu spät, so Strange.

Akt 3: Gotham must fall, II

Jim erwacht in einem Sarg. Er trägt eine Taschenlampe bei sich, und das Virus. Über Funk hört er das Gespräch zwischen Lee und Harvey mit. „I told you I would help you to find your darkness.“ Tod oder Wahnsinn – und damit sein wahres Selbst zum Vorschein kommen lassen. Noch steht er im Funkverkehr mit Harvey, der ihm dazu rät den Virus zu nehmen, sie werden einen Weg finden ihn wieder zu heilen. Aber Gordon ist dagegen. Er möchte kein Monster werden. Doch gegen Ende bleibt ihm nichts anderes übrig und er injiziert sich das Virus tatsächlich. Er befreit sich und eilt zur Union Station. Offenbar noch bei Sinnen und den Wahnsinn unter Kontrolle. Gotham must fall!

Bruce befindet sich bei Wayne Enterprise und blickt hinab auf die Stadt. In der Hand hält er den Auslöser für die Bombe. Es wird Zeit. Bruce muss sein Schicksal erfüllen: „Let Gotham fall, so you may rise.“ Plötzlich taucht Alfred auf. Er glaubt an seinen Jungen. Es ist sehr rührend. Bruce zögert. Der Zenmeister reißt ihm den Auslöser aus der Hand und betätigt ihn dabei. Alfred erschießt den Zenmeister. „It’s too late“ sagt Bruce, die Polizei ist im Anmarsch.

Die Bombe tickt bereits und Lee erscheint. Und gerade als Jim die Bombe noch deaktivieren möchte explodiert sie und aus der Station strömt roter Nebel.

Next! Next! Next!

Extra: Nygmbobblepot: „Call me the Riddler!“

Der Riddler bäumt sich vor Barbara auf: „Oswald is alive!“ Und er wird kommen. Aber in der Zwischenzeit sollte geklärt werden: „Who controlls Gotham?“ Er erzählt vom Court of Owls, und Barbara will wissen wer sie sind und was sie wollen. Zwischen Barbara und Tabitha spitzelt sich seit ein, zwei Folgen eine Krise zu. Tabitha und Butch werden sich wohl bald abspalten, denn Barbara behandelt sie tatsächlich mehr schlecht als recht. Aber keine Sorge, sagt der Riddler, Kathryn hatte kein Interesse an der Unterwelt. Um wen es sich wirklich Sorgen zu machen gilt ist der Penguin! Oh.. „In Penguins eyes we’re all guilty!“ Aber der Penguin hat ein Save-House, und eine Army.

Währenddessen besucht Catwoman (die Jacke! Ich will diese Jacke haben!) Ivy und den Penguin, der nervös und aufgekratzt hin und her humpelt: „A war is coming! Between me and Nygma and Barbara! I need my army!“ Die Katze soll helfen, aber was ist für sie drin? „My Graditude!“ Die Katze ignoriert die Anweisung und macht sich wortlos auf den Weg. Ivy ruft ihr hinter her: „I can’t leave Penguin!“ Oh.. Plötzlich klopft es an der Tür. Nygma! Die Katzt flieht, wird aber von Tabitha aufgehalten. Ed betritt den Raum, aber er bemerkt: „Something is wrong“ – HA! Penguin schottet den Raum ab. „Oh Ed, so smart.“ Aber sie entkommen.

Die Katze sitzt bei Barbara und dem Riddler. Der kluge Riddler erkennt, dass die Katze der Schlüssel ist, da sie dem Penguin behilflich gewesen sein musste, mit den Freaks Kontakt aufzunehmen. Sie geben ihr Geld und „helfen“ ihr bei der Suche nach Bridget (Firefly), die ihr sehr ans Herz gewachsen ist – damit sie den Penguin verrät. Ivy allerdings soll nichts passieren, sie sei zwar dumm, aber dennoch. Zwischen Barbara und Tabitha wirds brenzlig.

Der Penguin sitzt mit Ivy im Pflanzenhaus und trauert den alten Zeiten nach. Loyalität! Don Falcone, Maroni und sogar Fish. Loyalität zählte etwas und bedeutet etwas. Man arbeitete nach einem gewissen Code und hielt sich daran, aber Ed? Und Ivy sagt: „People are dumb, Plants are better.“ Sie wird langsam sympathisch. Aber der Penguin bemerkt: „I have no more savehouses. I will not run from Ed.“ Er ist verzweifelt. Armer Penguin. Ivy erzählt ihm, Catwoman habe angerufen und habe Firefly gefunden, sie wollte wissen wo sie seien. Moment. Warum möchte die Katze helfen? „YOU IDIOT! It’s a setup!“ schreit der Penguin sie an.

Und siehe da, die Tür öffnet sich und Edward, Barbara, Tabitha und Butch treten ein. Der Riddler sagt, ein letztes will er noch, bevor er den Penguin töten wird: „Call me the Riddler.“ Der Rest verdreht die Augen und Oswald sagt: „No, „I’ll take option B“ und er lässt sich so gar nichts anmerken, die manische Miene wie immer, erfreut und zerrissen, verbissen und ja, natürlich liegt eine sexuelle Spannung in der Luft als Ed sagt, er werde sich Stunden, Tage Zeit nehmen um den Penguin zu töten, und fleht fast förmlich darum, dass Oswald ihm widerspricht. „Saying that would be torture itself“ sagt der Penguin und die via Social Media vereinten Nygmobblepots aller Welt rufen: Tut es endlich!


Und plötzlich hört man ein Auto. „It’s a setup!“ ruft Barbara und plötzlich tritt Fish auf. Fish! Butch und Penguin sind hoch erfreut sie zu sehen. Ist es nun „Respect or Fear?“ Wir erinnern uns, Butch und Fish hatten mal was miteinander und Butch schaut sie immer noch bewundernd, beinahe wie ein kleiner verliebter Schuljunge an. Mama Fish kam also um den Penguin zu retten und nimmt ihn mit. Nett.

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„Game of Thrones“, Spotted S07E01

Es gibt Tage, da durchstreift man nichtsahnend all die abonnierten Kanäle in den sozialen Medien und findet einen interessanten Beitrag nach dem anderen. Vermutlich werden sich all diese Dinge, die aufmerksame Fans bemerkt haben, nach und nach aufklären, aber für den Interessierten und Clickbait Immunen, dachte ich mir, fasse ich ein paar zusammen – und poste sie beinahe rechtzeitig vor Beginn der zweiten Folge. Besonders auch, weil ich sie selbst interessant und nennenswert fand.

  • Bad Hair Day? Nicht so bei Sansa. Sophie Turner bestätigte, was viele Fans auf Twitter nach der Sicht von Folge 1 bereits ahnten: Sie imitiert die Haarpracht jener, die sie inspirieren. Sansa bewundert Cersei also tatsächlich. Die Frage ist, was für Konsequenzen das mit sich ziehen wird. Wird Sansa ihr ganz eigenes Spiel spielen? Und im Nachhinein gesehen ist es beinahe offensichtlich. Originalton: “There’s always a pattern, It’s never random. Sansa’s hair is constantly reflecting the people she’s learning from, or mimicking, or inspired by at the time…When she’s Cersei’s prisoner, and she’s kind of absorbing all her manipulative techniques, it’s reflected in her hairstyle, and when she’s finding the spirit of Margaery in herself, she wears her hair like Margaery.”
  • Auch wenn der Name Moviepilot für Clickbait steht, finden sich doch ab und an ein paar interessante Beobachtungen. So behandelt Daenerys Tyrion nicht als den „kleinen Zwerg“, wie Cersei ihn einst – (vermutlich) ungerechtfertigt – behandelte; sondern als Ebenbürtigen. Wann immer sie wichtige Gespräche mit ihm führt, befinden sie sich (auch physisch) auf Augenhöhe.
  • Stichwort Cersei. Cersei, die laut Prophezeiung durch die Hand eines Bruders ihr Leben lassen wird: „And when your tears have drowned you, the Valonqar shall wrap his hands about your pale white throat and choke the life from you.“ Cersei, so wissen wir, hat nicht nur einen, sondern zwei jüngere Brüder (wie das Wort „Valonqar“ vermittelt). Seit Anbeginn glaubte sie Tyrion würde derjenige sein, aber wäre es möglich, dass tatsächlich Jaime vom Kingsslayer zum Queenslayer wird? Wenn man die zerrütteten Zapfen, bei denen Jaime steht als Hände und die schmale Enge bei der Cersei sich befindet, als Hals bezeichnen möchte, könnte dies durchaus andeuten, dass Jaime Cersei mit bloßen Händen erwürgen wird. Ein eher belangloses Ende für eine Königin..
  • Brans Vision der Zukunft zeigte uns Wun Wun, den lieb gewonnenen Riesen, der in Winterfell durch die Hand Ramsays sein Leben lassen musste. Jon Snow, der wie immer nichts weißt und gegen alles agiert was ihm nicht passt, hatte – anstatt ihn zu verbrennen – nur begraben. In Folge 1 sahen wir ihn im Heer der White Walker, südlich der Wall. Südlich! Wer mehr erfahren möchte (eine Szene des Hounds die entfernt werden musste, weil sie zu viel verriet), der klicke bitte hier.
  • Was uns zu der von Fans gewünschten Romanze zwischen Tormund und Brienne bringt, denn wird der zur Wall geschickt – Das Schiff wird sinken. Es gibt kein Happy End in Game of Thrones, es gibt nur Leid und Mord und Totschlag und Winter und düster und kalt (wie in Gotham..).

Soviel dazu. Sollte mir noch etwas zur ersten Folge unter kommen, wird der Beitrag editiert.

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #54

Gut, bei den Filmen, Nummer #52, musste ich aussetzen, die Bücher waren ein leichtes. Jetzt kommt wohl die schwierigste Aufgabe: Musik. Und etwas verspätet.

5 Musikalben, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde

Während es bei der Lektüre ein einfaches ist, und fast jede Lektüre an jeden Ort passt – ganz gleich ob sandige Südsee-Insel oder ein schottischer Felsbrocken, oder eben auch die einsame und verlassene Insel – sieht es bei der Musik anders aus. Manche Sachen eignen sich eher, manche weniger, je nach dem. Auch zu bedenken ist: Welche Musik hindert mich daran, auf einer verlassenen Insel komplett wahnsinnig zu werden.

Nun gut. Ich gehe von einer einsamen Insel aus. Gemächliches Wetter (zwischen 15 und 40 Grad ist alles dabei), Palmen, aber auch stürmisches Wetter und hohe Wellen am Strand.

0. Shakira – „Donde estan los ladrones“ (1998) – Ich kannte das Album bereits vor Shakiras großem Durchbruch (2001) in Europa und der restlichen Welt, da ich mich zu jener Zeit etwas mit spanischer Sprache und Musik beschäftigte. Da es noch keine Google-Translator-Funktion gab, versuchte ich mir die Songs via Wörterbuch zu übersetzen. Das Album ist eines ihrer bislang besten. Gesellschaftskritik und spanischer Rock.

0. Hammerfall – „Crimson Thunder“ (2002) – Perfekt für den oben bereits angedeuteten (heldenhaften) Spaziergang bei stürmischer See.

0. Joe Hisaishi – „Castle in the Sky“ (1986) oder „Mononoke Hime“ (1997) – Ich müsste überlegen, vielleicht auch eine gänzlich andere Kollektion. Es gibt soviel gutes von Joe Hisaishi und etwas Instrumental-Musik braucht es. Schon alleine für den (gemächlichen) Spaziergang bei ruhiger See.

0. No Use for a Name – „The Feel Good Record of the Year“ (2008) – Punk-Rock vom feinsten und auch auf einer einsamen Insel nicht zu vernachlässigen.

0. En Vouge – „EV3“ (1997) – Ein vielfach unterschätztes aber meiner Meinung nach großartiges Soul-Album. Besonders auf einer einsamen Insel muss gesungen werden und diese Songs eignen sich hervorragend dazu.

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„Game of Thrones“, S07E01

Never mess with Arya Stark.

The North remembers!

Achtung, Spoiler.

Episode 1 beginnt mit Arya Stark, wie sie die Sippe der Freys ermordet und sich anschließend auf den Weg nach Kings Landing macht, um Queen Cersei zu töten – was von einem Trupp Soldaten (u.a. mit Schmuse-Singer-Songwriter und BFF von Taylor Swift Ed Sheeran (der auch zu Beginn singt)) mit Gelächter aufgenommen wird. Wie auch sonst, es sind die Soldaten der Lannisters, die in den Norden geschickt wurden und sich auf dem Heimweg befinden. Sie erzählen rührende Geschichten und auch wenn Arya sie eigentlich töten sollte, werden sie wohl am Leben gelassen, immerhin teilen sie einen erlegten Hasen mit ihr. Sei zu einem Fremden nett, dann ist ers auch zu dir.

Und sie endet mit Daenerys Targaryn, die zum ersten Mal seit langer Zeit ihre Heimat Dragonstone betritt und sich sogleich in den verlassenen Hallen ans Werk macht. Die Drachen sind derweil gewachsen – und unter der Festung, soviel findet Sam heraus, gibt es jede Menge Dragonglas. Nachdem Jon also die Nachricht von Sam erhält, wird er sich umgehend auf den Weg dorthin machen und Daenerys bitten, ihm beiseite zu stehen.

Am anderen Ende, beziehungsweise in der Mitte befindet sich Mad Queen Cersei, die damit konfrontiert wird, dass sie von Feinden umzingelt ist. Somit hatte sie nach Euron Greyjoy geschickt, der ihr eine Flotte im Gegenzug für ihre Hand bietet – denn seit er ein kleiner Junge war, wollte er nur eines: die schönste Frau heiraten. Aber Cersei lehnt ab. Jaime atmet auf. Und Euron kommt wieder, wenn er ein passendes Geschenk für sie hat. Alles in allem liegt es eigentlich in Jaimes Hand seine Schwester zu töten – denn sie sind, neben Tyrion, die letzten verbliebenen Lannisters und nachdem Cersei drauf und dran ist, auch noch den letzten Rest des alten Reiches in den Abgrund zu treiben..

Anders bei den Starks. Bran kehrte eben hinter die Mauern zurück, und wird sich vermutlich auf den Weg nach Winterfell machen. In Winterfell rät Sansa Jon sich nicht so dumm wie sein Bruder und ihr Vater zu verhalten, denn beiden hatte es den Kopf gekostet. Lord Baelish wittert seine Chance aber Sansa durchschaut ihn, sie hat doch einige Dinge von Cersei gelernt – und im Dialog mit Jon, warnt sie ihn, Cersei sei zu allem fähig (nachdem diese möchte, dass Jon sie als Queen akzeptiert). Der geschwisterliche Zank wird alsbald beiseite geschoben, Jon hat nichts für Spielereien übrig, denn: Winter has come.

Und auch die Eis Zombies bekommen einen kurzen Auftritt mit all den Gefallenen, die nun im Heer der Toten kämpfen. Wun Wun! Wir ahnen schlimmes – wenn Riesen wieder auferweckt werden können, dann auch sicherlich.. Drachen? In ebenso garstig winterlicher Stimmung kehrt The Hound zurück und reitet mit den Lord of Light-Anhängern und Wiederauferstanden an einer Hütte vorbei. Die Pferde sind erschöpft, die Männer müde, aber The Hound möchte dort eigentlich nicht Halt machen. Sei nett zu Fremden, dann sind sie auch nett zu dir. Welch Ironie. Er erinnert sich an den Mann und dessen Tochter, die einst in der Hütte gelebt und nun als Skelette auf dem Bett liegen. Die einst ihn und Arya aufgenommen und er sie danach ausgeraubt hatte. Und sie waren beinahe am Hungertod gestorben. Beinahe, denn der Vater hatte die Tochter ermordet und sich folgend darauf das Leben genommen. Right in the feels.

Das beste an der Folge: Neben Aryas Rache Feldzug – Lyanna Mormont! Spin-off! Spin-off!

Jon hatte angeordnet, dass auch Frauen kämpfen sollen, warum sollte er auf die Hälfte der Population verzichten. Und Lord Glover frägt, ob er tatsächlich vorschlägt, einen Speer in die Hand seiner Enkelin zu geben. Und Lyanna: „I don’t plan on knitting by the fire while men fight for me,“ und weiter: „I might be small, Lord Glover, and I might be a girl, but I am every bit as much a Northerner as you.” Außerdem, niemand hat ihr zu sagen was sie zu tun habe, auch Lord Glover nicht. So sieht eine Kriegerin aus!

Next! Und es sind nur 7(!) Folgen.

Voraussagen

Ich sage voraus, dass sich Jon und Daenerys bald treffen und er sie um Hilfe bitten wird. Jaime wird Cersei gegen Ende der Season töten, nachdem die Flotte der Greyjoys an die drei Drachen verfüttert wurde (Man frägt sich, wie viel die Viecher eigentlich fressen..). In Season 8 wird man hoffentlich endgültig auf die White Walkers treffen, und Jon und Daenerys heiraten (weil – „A Song of Ice and Fire“ – oder es ging immer nur um Jon und er ist der Sohn von Eis und Feuer..). Arya kehrt nach Winterfell zurück und Lyanna und sie werden beste Freundinnen. Und gegen Ende wird niemand auf dem eisernen Thron sitzen, da all seine Einzelteile für den großen Zombiekampf am Ende der 8. Season gebraucht werden. It is what it is.

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„13 Reasons Why“ und warum ich die Serie jedem ans Herz lege

Erinnert ihr euch an die Grundschule, an die unfairen Lehrer (damals war Pädagogik noch „der Lehrer hat immer Recht“) und die grausamen Mitschüler? Als (verwöhntes) Einzelkind war ich natürlich Zielscheibe Nummer 1 jeglichen Mobbings, was schon im Kindergarten startete: durch die Kinder, deren Eltern und Aufsichtskräfte. Und natürlich war ich selbst daran schuld, dass sagten zumindest die Aufsichtskräfte, die Eltern der Kinder und auch die Kinder selbst.

Es folgt ein persönlicher Bericht über Mobbing und warum ich die Beschäftigung mit der Serie 13 Reasons Why und den angesprochenen Themen für wichtig halte.

Aus dem Nähkästchen erzählt

So war ich beispielsweise daran schuld, wenn die Buben aus der 2. blaue Flecken von meinem (damals herrlich schweren) Schlüsselbund trugen, den ich aus einfacher Notwehr nach ihnen geworfen, oder sie damit geschlagen hatte. Begrapschen war damals (1990er) noch „Ach, der mag dich doch nur“ – und dieser Meinung war ich nicht. Ich fühlte mich bedrängt und wehrte mich. Und auch die Lehrer waren damals nicht besser: Wenn ein Kind gemobbt wurde, war es selbst oder die Eltern daran schuld und musste büßen. So zwang mich die Turnlehrerin in der 2. Klasse Hauptschule nach der Turnstunde, welche immer die letzte Stunde war, Duschen zu gehen, auch wenn ich nur knapp 100 Meter von der Schule entfernt wohnte. Dass ich damals bereits meine Tage hatte und die anderen Mädchen mich (u.a. deswegen) auslachten, war ihr vollkommen bewusst. Heute wäre diese Lehrkraft (hoffentlich) ohne Frist entlassen worden. Die Geschichte erinnert etwas an Carrie, ich weiß – und auch wenn mir öfters Stifte geklaut wurden und ich nicht selten in Schlägereien geriet, mein Name mit Hänseleien an der Tafel stand, die Lehrer mir die Schuld gaben wenn irgendwas nicht passte, und ich oftmals heulend heim eilte, wurde ich jedoch nie mit Blut überschüttet. It’s something!

Was ich damit sagen will: Mobbing ist und war schon immer real. Entweder trifft es das dicke Kind, das hässliche Kind, das Einzelkind, das türkische Kind, und so weiter – und alle, wirklich alle leiden darunter. Und nicht nur als Kinder, sondern auch als Erwachsener. Aber schauen wir in die Gegenwart.

Damals und Heute

Wenn ich in der Schule gemobbt wurde, hatte ich immer noch mein Zimmer, in dem ich alles beiseiteschieben oder auf mein Fahrrad steigen und durch die Gegend fahren konnte. Ich las meine Bücher, malte, schaute Fernsehen und hörte Musik und alles war (bis zum nächsten Schultag) in bester Ordnung. Vermutlich hielt mich auch das von extremeren Maßnahmen wie Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum oder wer weiß was alles, ab.

Heute sieht die Sache anders aus: Cyber-Mobbing. Der Ausschluss aus (Social-Media) Gruppen, das Versenden von peinlichen Fotos in entsprechenden Gruppen, Hass-Kommentare und so weiter sind der Alltag vieler Jugendlicher und ich fragte mich schon immer, wie diejenigen, die gemobbed werden, heute damit umgehen? Kann man damit umgehen? Reicht es, alle Systeme zu deaktivieren? Wie fühlen sich die Betroffenen, wenn jedes Geräusch an die Qualen erinnert? Ich konnte mir damals sagen: „Nur mehr wenige Jahre, dann ist es vorbei und ich muss diese Trottel nie wieder sehen“ – in einer vernetzten Welt wie heute, scheint mir das fast unmöglich zu sein. Außer man schafft den Ausstieg, irgendwie. Vermutlich wird es irgendwann Social-Media-Selbsthilfe-Gruppen geben, die einem helfen sich von sämtlichen sozialen Netzwerken zu distanzieren und ein analoges Leben zu leben. Vermutlich gibt es das schon.

13 Reasons Why

13 Reasons Why greift dieses und noch viele andere, wichtige Themen wie Slut-Shaming und Rape-Culture auf und thematisiert auch die Hilflosigkeit von Erwachsenen und Lehrern. Es braucht, wenn wir uns an eine spezielle Szene erinnern, in dem wir bemerkten, dass auch der Schulpädagoge an seine Grenzen gelangt war, spezielle Skills. Und selbst ich griff mir an den Kopf und dachte mir: „Sowas kann man doch nicht sagen?!“

Worum geht es?

Hannah Baker nimmt sich das Leben. Und das wird in aller unromantischen und desillusionierenden Art und Weise gezeigt. Sie sitzt im Bad und schneidet sich die Pulsadern auf. Ohne Musik. Dass manche Eltern und Medien das Unbehagen verspürten, ihre Kinder könnten dem Werther-Effekte erliegen (benannt nach Goethes „Die jungen Leiden des Werthers“, nach dessen Lektüre zahlreiche junge Menschen Werther folgten und sich das Leben nahmen) kann ich irgendwo am Rande, aber im Endeffekt nicht wirklich nachvollziehen. Es zeigt viel mehr, dass sich die Situation nicht einschätzen lässt. Ein glückliches Kind kann innerlich todtraurig sein und niemand bemerkt es, bis zu dessen Beerdigung. Auch hier gilt: Reden! Aber welcher Jugendliche redet schon gerne mit seinen „Alten“ über Probleme?

Und somit halte ich eine Beschäftigung, eine öffentliche Diskussion mit all den angesprochenen Themen für sehr wichtig und denke/hoffe, dass 13 Reasons Why, wenn auch nur zu einem kleinen Teil, zu deren Enttabuisierung beitragen kann, indem Rape-Culture und Suizid, Slut-Shaming und Mobbing offen besprochen werden. Interessant ist jedoch, dass immer erst das visuelle Medium attackiert wird: Die Romanverlage wird, soweit meine Recherchen, bereits seit Jahren in der Schule gelesen.

/Spoiler on

Hannah nimmt vor ihrem Suizid 13 Kassetten-Seiten auf, um jene, die sie in irgendeiner Weise dazu gebracht hatten, davon auch wissen zu lassen. Einer nach dem anderen erhält die Box mit Kassetten und hört sie durch. Manche auch zweimal. Und jeder, der die Kassetten bereits gehört hat, weiß wer die nächsten und die vorhergegangenen sind. Es sind 13 Leute, darunter auch der schüchterne Clay – der aber gar nicht auf den Kassetten sein sollte. Und hier könnte man Kritik an der Serie selbst aussetzen: Dass es um ein Mädchen geht, dass sich das Leben genommen, aber der nette Bub im Zentrum steht, bei dem man sich ständig frägt: „Aber was machte er nur, dass schlimmer ist wie Vergewaltigung und Mord?“ Die Antwort: Gar nichts.

Wobei diese Kritik entkräftet werden kann, wenn man in der dritten Folge bemerkt, dass es nicht mehr nur um Hannah geht, sondern auch um Alex, Courtney, Jessica und all die anderen. Es geht um die Gruppe Jugendlicher selbst, die sich durch dieses Ereignis miteinander auseinandersetzen müssen. Bis auf Tyler – der wird nach wie vor ausgeschlossen, denn niemand mag einen Stalker.

Nähere Betrachtungen

Ich picke mir nur wenige heraus, die mir besonders ins Auge stachen.

Alex

Die Geschichte beginnt damit, dass Justin (der Basketballer mit drogensüchtiger Mutter und Meth-Freund) Hannah ausführt und ein Foto von ihr auf der Rutsche macht, dass Bryce (Sportler, Liebling aller und Sohn reicher Eltern) an alle in der Schule versendet. Slut-Shaming Deluxe – was allerdings auch nicht aufhört, als Alex (Sein Vater ist Polizist und Waffenfanatiker, den Alex immer mit Sir anspricht) eine Liste veröffentlicht, in dem er Hannah und Jessica (Die Chearleaderin, Ex von Alex und Freundin von Justin) gegenüber stellt.

Alex ist schlussendlich auch derjenige, der dafür ist, dass die Tapes veröffentlicht werden – weil, warum nicht? Er ist dafür, dass Bryce seinen Taten entsprechend bestraft werden sollte: „Wanna know what’s worse than being a rapist? Hiding behind one. Fucking justifying a fucking rapist, that’s worse.“

Und er fasst die Gruppe hervorragend zusammen: Tyler, der Stalker, den niemand mag. Ryan (der schwule Poet) sei ein arrogantes Arschloch und Zach (einer der Sportler) ein warmherziger Idiot. Sherry (die Chearleaderin) ist dafür verantwortlich, dass der nette Sportler, dem Clay Nachhilfe gab (Klischees ohne Ende), bei einem Unfall ums Leben kam, in Alex Worten: „Got a kid killed“ – Und da wäre Courtney, die halt lesbisch ist und Marcus (der Hannah mit samt seiner Clique ausführte, nachdem er sie eine Stunde warten ließ und sie dann begrapschte), der nur auf seinen Ruf achte – und Alex. Er war einfach nur ein Loser, der Leuten wie Justin und Bryce (den coolen Sportlern) gefallen wollte. Alex reflektiert offen und will Gerechtigkeit.

Und ja, wir alle haben Alex vergessen – der ebenfalls zu suizidalen Gedanken neigte und es gegen Ende ebenfalls durchzieht.

Courtney

So ist es fast ein wenig ironisch, dass Courtney, die zwei homosexuelle Väter hat, selbst lesbisch ist. Aber nach all dem, was sie an Hass und Mobbing an ihren Vätern miterlebte, möchte sie ihnen das nicht (nochmal) antun. Clay frägt natürlich in jener Szene, sie befinden sich bei Hannahs Grab: Ob ihr das, was die Menschen denken, wichtiger sei, als Hannahs Leben? Wir erinnern uns an das Foto, dass Tyler von beiden geschossen hatte, als sie sich (nach einer Menge Alkohol) küssten. Schlussendlich entschuldigt sich Courtney am Grab von Hannah, bleibt ihr aber trotzdem immer noch feindselig gegenüber, worauf sie Ryan (der schwule Poet) immer wieder bissig hinweist. Sie ist mit der Version, wie Hannah die Geschichte geschildert hatte, nicht einverstanden.

Trotzdem darf man ihren Fall nicht klein reden – auch sie leidet unter gesellschaftlichen Standards.

Clay

Man muss sagen, dass Clay die besten Lines hat. Als er eine Gruppe Austauschstudenten durch die heiligen Hallen der Bildung führen sollte, erwähnt er in sarkastischem Tonfall, dass diese Poster – die auf Suizid und Hilfe hinweisen – nur da hängen, weil sich ein Mädchen umgebracht hat. Und warum? Weil man sie scheiße behandelt hat. Er spricht die Feindseligkeiten an, die jeder ignoriert, und alle seien doch so nett – bis man sich umbringt.

So auch zum Schulpädagogen Mr Porter:

„She walked out of school went home and put some things in order. She returned her uniform to the Crestmont where I worked with her. She didn’t say anything. She dropped it on the counter and walked away. She dropped a package off with a friend, then took another to the post office. Then she went back home, put on some old clothes, she went into the bathroom, filled the tub, opened the box of razor blades she took from her parents‘ store that morning. She got into the tub still with her clothes on, slit her wrists and bled to death. And she died alone. And you could have stopped it and I could have. Justin Foley could have and a dozen other people, at least, but we didn’t.“

Die Anderen

Die Haltung der Schule ist ebenso interessant: Sie sagt, es gäbe kein Mobbing und doch sind die Wände der Toiletten voll beschmiert mit Hassmeldungen und Grässlichkeiten. In jeder Schule passiert Mobbing. Das sich die Eltern von Hannah mit 200 000$ abfinden sollen, ist mehr Hohn als Gerechtigkeit.

Interessant finde ich auch die Tatsache, wie hilflos alle beteiligten Eltern und auch der Schulpädagoge dargestellt werden und das ist gut so: Erwachsene haben nicht immer alle Antworten und Lösungen parat. Erwachsene scheitern genau so, nur wird diese Tatsache auch in unserer Gesellschaft eher totgeschwiegen, als zur Kenntnis genommen und akzeptiert, dass es halt passiert. Der Schulpsychologe beispielsweise frägt Hannah, ob sie Nein gesagt habe – Hannah verneint und er fragt sie, ob sie sich gewehrt habe – Hannah verneint und er meint, ob sie es dann nicht vielleicht doch auch wollte?

Diese Szene vermittelt so vieles: Erstens braucht es gewisse Skills um mit solchen Fällen um zu gehen; zweitens ist diese Art der Argumentation so unfassbar falsch, Stichwort Victim Blaming. Und drittens zeigt sie wie hilflos er selbst ist, und dass die Ausbildung bei Pädagogen sich vielleicht weniger um zahlreiche Buntstifte und Karteikärtchen, sondern mehr um essentielle Dinge wie all jene kümmern sollten, die in der Serie angesprochen werden.

Und da wäre noch Hannah

Vieles hätte verhindert werden können, wenn Hannah sich bewusst gewesen wäre, was wirklich passiert. Mehrfach war sie sexuellen Handlungen ausgeliefert, für die sie nicht ihre Zustimmung gegeben hatte. Sie hatte sich verlassen gefühlt und einsam. Alex und Jessica waren in ihren Augen zunächst Verräter, da aus drei nun doch wieder zwei geworden waren, und so sehr sie sich mit anderen anfreunden wollte, der „Schlampen-Ruf“ hing ihr nach.

Und selbst Clay, so dachte sie, müsse abgestoßen von ihr sein. Sie macht sich selbst für all das verantwortlich, empfand sich als Last für alle anderen und man wünschte sich immer wieder während der Serie: Es war ein Witz und sie taucht lachend auf. Bis Tony (der schwule, katholische Lateinamerikaner mit Mustang, und Ex von Ryan) Clay erzählte, wie er das ganze beobachtet hatte. Hannah ist tot.

Fazit

Man hätte Hannah sagen müssen, es sei nicht ihre Schuld, das gesamte System ist daran schuld: Das, was die Gesellschaft akzeptiert und vor allem verschweigt. Man hätte sie dabei unterstützen sollen zu verarbeiten, was sie beobachtete und was ihr selbst passiert ist.

Sexuelle Belästigung, passiert – aber da sie unangenehm ist und viele vermutlich auch nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, werden Klagen beiseite geschoben („Gibt‘s bei uns nicht“) und verharmlost („Mei, is ja nur a Kompliment“) beziehungsweise die Diskussion in eine komplett andere Richtung gelenkt („Vielleicht war der Rock zu kurz?“). Vergewaltigungen, passieren – und werden stigmatisiert in dem aller Welt das Gesicht des Opfers gezeigt wird und dahingehend verhöhnt, dass „es ja manche Frauen mit Absicht machen, um an Geld zu kommen“. Und auch Mobbing passiert. Nicht nur in der Schule, auch in der Arbeitswelt und im Umfeld. Um sich dessen bewusst zu werden, müssen die Dinge thematisiert werden, diskutiert und reflektiert. Es muss ein Bewusstsein darüber entstehen, „wie sich wohl der andere fühlen mag“ und was einfache Sprüche auslösen können.

Ein Kommentar

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