„Game of Thrones“, S07E03

Bei 64 Minuten Laufzeit darf man sich Zeit nehmen. Zeit, für das erste Treffen zwischen Jon und Daenerys, Cersei’s Rache und Jaimes Besuch bei Olenna Tyrell.

A Song of Ice and Fire

Missandei: „You stand in the presence of Daenerys Stormborn of House Targaryen, rightful heir to the Iron Throne, rightful Queen of the Andals and the First Men, Protector of the Seven Kingdoms, the Mother of Dragons, the Khaleesi of the Great Grass Sea, the Unburnt, the Breaker of Chains.“
Davos Seaworth: „This is Jon Snow… He’s King in the North.“

Jon und Daenerys, beide werden von ihrem Volk geliebt und geachtet. Daenerys, die schon viel früher nach Westeros segeln hätte können, aber stattdessen Sklaven befreite; und Jon, der Wildlings und die Völker hinter der Wall in seinem Reich willkommen hieß. Sie sind nicht wie ihre Väter. Daenerys entschuldigt sich für das Vergehen ihres Vaters und mahnt ihn dennoch 15 Minuten lang, das Knie zu beugen. Jon, the King in the North kann lediglich Warden of the North sein, wenn Daenerys Queen ist. Was demnach auch richtig ist, Definitionstechnisch. Titel schaffen Identität. Und wenn Daenerys „Queen“ ist, kann er nur unter einer Bedingung „King“ sein – und als Fan dieses Schiffs, hoffe ich, dass es nicht von Euron zerstört wird.

Die Szenerie nimmt sich Zeit. Viel Zeit. Und beide meistern den Anflug von Romantik ohne kitschig zu werden. Weder wird zu wenig, noch zu viel Zeit darauf verwendet. Und trotzdem ist er da und genau richtig dosiert. Alles andere wäre aber auch unrealistisch gewesen.

Daenerys Targaryen: „Do you know what kept me standing through all those years in exile? Faith. Not in any gods, not in myths and legends. In myself. In Daenerys Targaryen. The world hadn’t seen a dragon in centuries until my children were born. The Dothraki hadn’t crossed the sea, any sea. They did for me. I was born to rule the Seven Kingdoms, and I will.“
Jon Snow:You’ll be ruling over a graveyard if we don’t defeat the Night King.

Daenerys glaubt seinen Erzählungen nicht und Tyrion spielt erneut die vermittelnde Rolle. Er glaubt Jon, der Dragonglas/Obsidian, braucht um damit Waffen zu schmieden und Daenerys, die unwissend auf einem Berg davon sitzt, soll es ihm doch geben. „Giving him something by giving him nothing.“ Wir werden Tyrions „Ancient Wisdom“ vermissen.

Gegen Ende stellt sie Männer und Material zur Verfügung um das Dragonglas abbauen zu können. Und selbst Jon weiß, dass seine Geschichten wie ein düsteres Märchen klingen, aber immerhin glaubt Tyrion ihm.

Davos Seaworth (to Daenerys): „You don’t believe him. I understand that. It sounds like nonsense. But if destiny has brought Daenerys Targaryen back to our shores, it has also made Jon Snow King in the North. You were the first to bring Dothraki to Westeros? He is the first to make allies of wildlings and Northmen. He was named Lord Commander of the Night’s Watch. He was named King in the North. Not because of his birthright. He has no birthright. He’s a damn bastard. All those hard sons of bitches chose him as their leader because they believe in him. All those things you don’t believe in, he faced those things. He fought those things for the good of his people. He risked his life for his people. He took a knife in the heart for his people. He gave his own l- (Jon gives him a look to make him shut up) If we don’t put aside our enmities and band together, we will die. And then it doesn’t matter whose skeleton sits on the Iron Throne.

Jon Snow erweckt immer und immer wieder den Eindruck eines getretenen Hundes. Er weiß was kommen wird, er hat keine Zeit sich mit politischem Kleinkram und Wortklauberei aufzuhalten und trotzdem wirkt er hin und her gerissen, stark verzweifelt und auch in gewisser Weise stolz. Von den Drachen war er beeindruckt.

Ich hätte übrigens den Vorschlag, die Drachen zu besteigen und Eurons Flotte zu vernichten tatsächlich für die bessere Lösung gehalten. Erstens Luftlinie, zweitens Drachen. Sicherlich, ein Pfeil wäre gefährlich, aber drei große Drachen? Übrigens, während Euron zwischen King’s Landing, Dragon Stone und Casterly Rock hin und her segelt, befindet sich Arya immer noch irgendwo im Nirgendwo. Wer sich für das Zeitproblem in GoT näher interessiert, der möge hier klicken.

Und was Melisandre im Schilde führt, weiß niemand: Sie hatte Jon’s Ankunft von oben herab betrachtet. Ihr Dienst, Feuer und Eis zusammen zu bringen ist getan und ihre, wie Varys letztes Aufgabe wird sein, in diesem Land zu sterben. Auch Jorah the Explorer of Friendzonian ist geheilt und macht sich auch gleich auf dem Weg zu seiner geliebten Königin.

Samwell: „I read the book and followed the instructions.“

Sansa’s Realm

Sansa schneidet im Vergleich zu ihren Geschwistern (aktuell) etwas schlechter ab: Jon, der einst tote und wieder auferstandene Bastard, vom Volk erwählte King in the North und Halb-Targaryn; Bran, zwar gehbehindert aber allwissender Three Eyed Raven und rechtmäßiger Herrscher über Winterfell und Arya, die Faceless Assassin, die die gesamte Frey-Sippe ausgelöscht hat, und zwar mit Stil.

Bran kehrt nach Winterfell zurück und wird von Sansa alsbald in die Arme geschlossen, die versucht einen Überblick über die Reserven zu bekommen. Sein Blick bleibt starr. Er weiß und sieht alles, die Vergangenheit und das Jetzt, überall und jederzeit und alles. Fragmentarisch. Er spricht ihre Hochzeit an, was für eine schöne Nacht, und der Schnee. Wie jetzt. Ihr Kleid, es war so schön. Welch wohl dosierte Warnung. Sollte Sansa der Macht wegen Jon hintergehen, was vermutet werden kann, so gilt es nun, Bran aus dem Weg zu schaffen.

Vs. The Lannisters

Wie erwartet brachte Euron, nach einem siegreichen Ritt durch den jubelnden Mob, die Sandschlangen Cersei als Geschenk. Sie willigt ein ihn zu heiraten, allerdings nach der Schlacht, um gleich darauf mit Jaime anzubandeln. Ellaria Sand wird eingesperrt und muss mit ansehen, wie die Tochter auf die gleiche Weise stirbt, wie sie Myrcella getötet hatte. Sie bleibt im Kerker zurück, bei Licht, sodass sie keinen Augenblick verpasst, um das hübsche Gesicht ihrer Tochter verrotten zu sehen.

Grey Worm hatte indes Casterly Rock durch die Hintertür eingenommen. Tyrions Gang, mit dem er sämtliche Huren in sein Zimmer befördert hatte, erweist sich als sinnvoll und die Festung kann gestürmt werden. Grey Worm wundert sich allerdings, wo der Rest ist. Wir wundern uns, ob nicht gleich eine zweite Armee auftritt und die Unsullied abschlachtet. Plötzlich raucht es vom Meer und die die starke Flotte von Hunderten von Schiffen wird von Euron Greyjoy angegriffen. Zweifelt er an dem Wert der Sache? Ich glaube, er zweifelt daran.

Wie auch beim Gespräch zwischen Jon und Daenerys, hatte Tyrion festgestellt, dass Daenerys nicht über einen Haufen toter Leute herrschen könne, aber war die Aufsplittung besser? Sicherlich, das Wildfire, dass sich überall unter King’s Landing befindet, hätte die Stadt in Schutt und Asche gelegt, aber sich aufteilen und Häppchenweise Einbußen einstecken zu müssen bis am Ende nichts mehr übrig ist? Schwierig.

Zuguter Letzt und nicht nur, weil die Lannisters in finanzieller Not stecken (Mycroft ftw!), sondern auch weil sich Oma Tyrell gegen Cersei gestellt hatte, reitet die Streitkraft der Lannisters, geführt von Jaime in das Reich der Dornen ein. Die Männer werden gemeuchelt und Olenna gestellt. Sie warnt ihn, Cersei richte ihn noch Zugrunde, aber er ist bereits Jenseits jeglicher Rückkehr. Er weiß, dass seine Schwester „mad“ ist, aber er liebt sie.

Cersei habe sich viele Tode für Oma Tyrell ausgemalt: öffentliches Köpfen in King’s Landing oder lebendiges Häuten und danach an der Stadtmauer auf hängen. Aber Jaime ist ein stolzer Ritter und hatte es ihr ausgeredet. Er bietet ihr an, in Würde zu sterben und leert aus einem schwarzen Fläschchen Gift in den Wein. Schmerzt es? Nein. Sie greift zum Glas und trinkt. Sie kannte die Wirkung nicht, damals, als sie Joffrey getötet hatte. Und sie will, dass Cersei es weiß. Mic Drop, Olenna Tyrell over and out.

Quelle Oma-Tyrell Bild und Zitate: scatteredquotes.com
Quelle der anderen Bilder: Google.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Game of Thrones, Kritik und Rezension, TV-Shows!

4 Antworten zu “„Game of Thrones“, S07E03

  1. Cersei hat in dieser Folge echt mal aufgeräumt, da sei Olenna diese kleine Spitze auch gegönnt. Schließlich hat sie im Gegenzug all ihre Verwandten, ihren Reichtum und ihr gesamtes Haus verloren. Ich werde sie vermissen, was vor allem an Lady Diana Rigg liegt. Im Gegensatz zur Vorlage hatte die „Queen of Thorns“ ja wesentlich mehr Text, was ich als Schreiber bei so einer tollen Schauspielerin aber auch so gehandhabt hätte.

    Beim endgültigen Untergang der Sandsnakes fand ich es nur schade, dass sie und ganz Dorne in der Serie so schlecht gehandhabt wurden. Im Endeffekt haben sie mich nämlich nur genervt mit ihren pseudocoolen Sprüchen und Ellarias ziemlich schwacher Begründung für ihre Rachegelüste. Wie hart diese Szene gewesen wäre, wenn es sich um wirklich beliebte Charaktere gehandelt hätte?!

  2. Oleanna war einfach geil am Ende :)

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