„The Shape of Water“

Als ich das Poster zu The Shape of Water sah, dachte ich mir Guillermo Del Torro muss meine Idee zu „Der Seekönig“ gestohlen haben, ein Märchen, dass ich vor ca. einem Jahr oder so geschrieben habe. Nirgends veröffentlicht, lediglich Madame (8) durfte/musste es lesen – aber wer weiß welche Viren sich auf unseren Rechnern befinden und unsere besten Ideen in einem großen Ideen-Netzwerk sammeln. Oder, was vermutlich wahrscheinlicher ist: Implantate, die uns bereits als Säuglingen eingepflanzt wurden, scannen unser Hirn und geben unsere besten Ideen an jene weiter (Bzw. werden ebenfalls in einem Netzwerk gesammelt), die in der Lage sind, damit Geld zu machen. Denn wie, wenn nicht so, lassen sich diese Zufälle sonst erklären? Aber vermutlich ist es der klassische Fall von: Viele Köpfe – ähnliche Ideen und die Idee einer Liebesgeschichte zwischen Mensch und Monster ist alt, sehr alt.

Nach Sicht muss ich allerdings gestehen und ehrlich zugeben, dass The Shape of Water mehr Potential besitzt als „Der Seekönig“ und auch die Ähnlichkeit nur marginal gegeben ist, und zwar lediglich in der Figur der Wasserkreatur, die Göttergleich das Wasser beherrscht und (Spoiler) gegen Ende die gesamte Menschheit ausrottet. In meiner Geschichte, nicht im Film, allerdings sollte die Kreatur alle töten, wenn wir wissen, Menschen sind meist böse.

Spoiler

Ich komme gleich zum Fazit: Ich mag Guillermo del Toro und Pan’s Labyrinth ist bis heute einer der schönsten Filme, die je gedreht wurden und einer meiner Lieblingsfilme. The Shape of Water mag Pan’s Labyrinth vielleicht nicht überragen, reiht sich aber ganz knapp danach ein. Ein Märchen, welches, trotz der frühen 60er moderne Elemente vereint und die surreale wie verträumte Handschrift del Toros zum besten gibt. Und gerade die Zeit, in die das Märchen gesetzt wurde, besiegelt den Charme. Denn Märchen funktionieren nicht mit Smartphones oder High-Tech. Sie leben analog.

Eine Frage die natürlich bleibt ist: Starben sie oder lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende? Vermutlich, so gehe ich davon aus, leben sie. RIP Pandora (das war eine der Katzen).

Interessant finde ich auch, dass in manchen Reviews so getan wird, als sei die Tatsache, dass die gleichmäßigen Narben an ihrem Hals, die in Wahrheit Kiemen sind, etwas ganz Unerwartetes sein soll. Mir war von Anfang an klar, dass sie auch eine Art Wasserkreatur sein musste (sie ist stumm, kann aber hören, besitzt Narben die wie Kiemen aussehen, träumt vom Wasser, masturbiert täglich im der gefüllten Badewanne, der lateinamerikanische Nachname..). Insofern war es ein leichtes zu entschlüsseln, dass die Wasserkreatur sie wieder mit Nachhause nehmen würde.

Ebenfalls amüsant anzusehen war, dass der weiße Mann das schlechthin Böse verkörpert, während die guten Charaktere farbig, quasi-Ausländer, Homosexuell oder weiblich sind. Manchen mag das vielleicht etwas zu dick aufgetragen sein, aber blicken wir uns in der Welt um, ist es eben Tatsache, dass in erster Linie der „weiße Mann“ regiert (und zerstört), während alle anderen darauf zu reagieren haben.

Der leider schwächste Charakter, war der alte Mann. Seine Nebengeschichte war zu wenig, als dass sie berührt hätte und doch zu viel, als dass sie bremsend und unnötig verzögernd wirkte. Sie war zwar da, denn in diesen Geschichten gibt es immer den „alten Sidekick“, aber man hätte auch auf sie verzichten können. Generell hatte der Film ein paar lange Stellen, die ich gerne geskippt hätte und zu wenig Creature-Szenen, die mir doch gut gefielen. Fun Fact übrigens: Saru, unser Alien Mainsplainer aus Star Trek: Discovery spielt die Wasserkreatur, auch war er einer der Gentleman in Buffy, Season 4 – eine der wohl immer noch grusligsten Folgen.

Sonstige Informationen

  • The Shape of Water gewann vier Oscars, darunter jenen, für den besten Film.
  • 1969 gab es bereits einen Film von Paul Zindel’s Namens Let Me Hear You Whisper der gewisse Ähnlichkeiten mit The Shape of Water haben soll.
  • Vermutlich war auch Ron Howards Splash von 1984 beeinflussend. Hier der Vergleich:

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

3 Antworten zu “„The Shape of Water“

  1. „Eine Frage die natürlich bleibt ist: Starben sie oder lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende?“
    Man munkelt ja, der Wassermann wäre Abe aus Hellboy…

    „Denn Märchen funktionieren nicht mit Smartphones oder High-Tech.“
    Das hast du sehr schön gesagt!

    • Ah, siehst du. Das hab ich gar nicht mitbekommen, muss ich gleich nochmal recherchieren :) Und Danke für den Kommentar :)

      • Offiziell ist es auch nicht, aber es gibt halt so ein paar Anzeichen…manche sagen aber auch „nee, die sind sich nur ähnlich“ – aber ich finde die Idee irgendwie schön.

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