[#WritingFriday] Week 13

Der letzte Freitag im März. Das letzte Thema. Und natürlich, es beginnt bereits, die Nachlässigkeit. Für die dem Thema zugehörige Woche habe ich aktuell keine adäquate Ausrede parat, aber sei’s drum, who cares. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und dergleichen sollen im realen Leben seine Krallen ausfahren, hier dürfen es Samtpfoten sein, kleine Katzentatzen, die stupsend um etwas Aufmerksamkeit bitten.

Und da ich vom Obdachlosen Abstand halte, wird es wohl etwas persönlicheres, wobei ich dieses Thema doch etwas abändern muss – immerhin sollte ich mir dabei nicht die Haare raufen, wer nun der oder die Auserwählte sein soll, deren Antlitz ich in Worte fasse, bestenfalls mit ganz vielen Adjektiven und Schachtelsätzen.

Ich habe bei solchen Themen, bei welchen etwas Geliebtes zu beschreiben ist oder man generell versuchen soll, gewisse Gefühle zu erzeugen, immer die Befürchtung, dass es leicht in Kitsch und Klischee abdriften kann und man genau so gut, eine beliebige Seite eines Fünf-Groschen Romans abtippen könnte. Sicherlich wäre es eine gute Übung, es nicht in eine Art „50 Shades of Wtf“ verkommen zu lassen, trotzdem ein schwieriges Unterfangen.

Beschreibe Gesicht und Gestik eines Menschen, den du liebst.

Beschreibe Gesicht und Gestik einer beliebigen Kreatur.

Flauschige Nase. Große Augen. Scharfe Krallen.

„5, setzen. Failed.“

Man könnte also gerade darin den Zweck der Übung sehen, Gesicht und Gestik zu beschreiben aber dabei auf Adjektive zu verzichten, denn Adjektive, so wissen wir, sind böse.

Aus den „scharfen Krallen“ werden „Krallen, die Mäuseleiber mit Leichtigkeit zerfetzen“. Aus der „flauschigen Nase“ wird „eine Nase, deren Samtheit an Cashmere erinnert“ – auch wenn ich keine Ahnung habe, wie sich Cashmere anfühlt. Und aus „große Augen“ werden „Augen, aus denen Hohn und Belustigung kriecht“. Oder so. Davon abgesehen, dass „Samtheit“ kein Wort ist, dass es so im sprachlichen Gebrauch gibt, aber hey – es ist das Internet und mein Blog, ich kann und darf soviele Worte zusammen stückeln wie ich will.

Und das bringt mich wieder einmal zur Frage, warum keine Adjektive? Zieht man Google zu Rate, gibt es meistens folgende drei Aussagen und Anmerkungen:

„Adjektive verraten den Narziss im Autor. »Schaut her«, ruft er dem Leser mit jedem dieser Wörtchen zu, »wie wunderschön ich schreiben und beschreiben kann!« Und drängt sich vor seinen Text. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass wir ihn von der hinteren Umschlagklappe seines Buchs selbstgefällig grinsen sehen.“ (Quelle)

Aber:

„Andererseits sind Adjektive genauso ein Bestandteil der Sprache wie Verben und Substantive. Also müssen Adjektive eine bestimmte Funktion haben.“ […] Adjektive sind Wörter, die etwas beschreiben und Eigenschaften zuordnen, also die Frage nach dem Wie beantworten. Allerdings bleiben Adjektive dabei oft recht allgemein, beschreiben etwas also nicht unbedingt konkret. […] Dies liegt daran, dass Adjektive oft nicht so bewusst wahrgenommen werden, weil sie eben nur beschreibende Beiwörter sind, die in einem Atemzug mit dem Hauptwort genannt werden.“ (Quelle)

Oder:

„Zunächst sollten sie gar nicht auf Adjektive achten. […] Erst im zweiten Schritt lohnt es sich, den Gebrauch von Adjektiven kritisch zu hinterfragen. Gibt es ein treffenderes Wort, das im Kopf des Lesers eine genauere Vorstellung hervorruft? Auch ein schlechtes Adjektiv kann sinnvoll sein, wenn beispielsweise der Klang des Satzes davon profitiert. Ein Adjektiv kann an einer Stelle richtig sein und an einer anderen falsch.“ (Quelle)

Gut. Im Prinzip wissen wir das ja alles. Und nein, ich versuche nicht mich durch Abschweifungen vor der eigentlichen (und freiwilligen) Aufgabe zu drücken. Sowas würde ich nie im Leben tun – denn in diesem Falle, gebe ich einfach auf.

Und es ist in Ordnung aufzugeben. Man muss Dinge (sei es Freizeit oder ernstes Leben) nicht mit aller Gewalt durchdrücken.

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