„Jurassic World: Fallen Kingdom“

„Fallen Kingdom.“ Zurecht. Fazit: Grausam.

Achtung, Spoiler.

Nachdem mich der Trailer bereits davor gewarnt hatte, dass viele der Dinosaurier wohl sterben werden, erkundigte ich mich, ob zumindest Blue (die Raptordame) und die Rexdame aus dem Original-Film überleben werden. Ja, tun sie. Sie können gerettet werden. Zumindest glaubte ich das, weil ich den zugehörigen Beitrag, bei welchem ich in den Kommentaren die Frage stellte, wegen Spoiler-Gefahr nicht gelesen hatte. Dieser beschäftigte sich mit dem ersten Film und nicht mit dem zweiten, wie ich fälschlicherweise angenommen hatte. Erneut, Gomen Nasai fürs unabsichtliche Spoilern.

Zum Film. Die Dinosaurier werden gerettet. Ist diese Rettung aber am Ende tatsächlich eine Rettung? Sicherlich, sie leben – aber unter welchen Umständen?

Als zu Beginn der Plan vorgestellt wurde, sie vor dem ausbrechenden Vulkan zu retten, dachte ich mir: Oh, das ist sogar durchdacht – das könnte sogar klappen! Eine nette Insel inklusive Lagune, auch wenn sie mir in der Miniatur-Ansicht etwas klein erschien. Ein Dutzend kann gerettet werden, vielleicht sogar mehr! Und wie ich mich irrte, denn die Logik die der Plan aufwies, hätte mich bereits warnen sollen: In einem von Haus aus unlogischen Film mit sinnlosem Plot kann das einzige Stückchen Logik innerhalb eines Planes nur dessen Untergang prophezeien.

Ja, die Dinosaurier werden gerettet – müssen aber neben den Menschen koexistieren. Und was passiert, wenn exotische Tiere neben dem Menschen leben? Richtig, sie werden gejagt und gequält und schlussendlich getötet – und beziehungsweise oder für niedere Zwecke verwendet. Wie zum Beispiel als Kriegs-Saurier. Warum mit Drohnen in den Kampf ziehen, die sich von jedem beliebigen Orten aus steuern lassen, wenn man wieder Face to Face via Dinosaurier Power in den Krieg reiten kann? Logic, Bitch! Im Zuge einer Versteigerung sehen wir einen Ankylosaurus sowie ein jugendlichen Allosaurus, die sogleich irgendwo hin verschifft werden und niemals mehr gerettet werden können. Auch wenn ich bis zum Ende glaubte und der Hoffnung war, dass man sich sicherlich noch was einfallen lässt, denn Jurassic World: Fallen Kingdom ist doch ein Kinderfreundlicher-Film, nicht? Oh, sweet summer child..

Bis kurz vor Ende dachte ich mir: Jetzt werden sie doch bald die Szene schneiden und alle Saurier friedlich auf der Insel lebend zeigen. Der Hacker wird wohl heraus gefunden haben, wohin und an wen die anderen Saurier versteigert wurden und können diese mit Hilfe des Gesetzes und guten Menschenwillen wieder zurück holen. Nada. Niente. Nichts. Der letzte Glaube an die Menschheit wird mit einem Vorschlaghammer zerstört und Jeff Goldblum, der zu Beginn noch dafür ist, sie sterben zu lassen (denn es war ein Fehler sie überhaupt erst zu erschaffen) warnt vor einem genetischen Zeitalter. Welcome to Gattaca-World. Und was die Dinosaurier betrifft, sie werden wohl den Rest ihres Lebens in kleinen Zellen verbringen, wie Kühe, Schweine und Legehennen es seit langer Zeit bereits tun. Es wird vermutlich an ihnen herum experimentiert, wie Hasen, Ratten und Mäuse es seit langem ertragen müssen. Verdammte Doppelmoral. Der Triceratops wird seiner Hörner wegen gejagt und ausgerottet werden, wie das Nashorn. Auch das kleine Baby-Triceratops, welches sich in der Zelle noch herzzerreißend an seine Mutter gekuschelt hatte, wird vermutlich bald seine Mutter verlieren. Wie Littlefoot.

Apropos Littlefoot. Eine der wohl grausamsten Szenen war die Pier-Szene. Ein Brontosaurier steht am Pier, während hinter ihm der Wald der Lava zum Opfer fällt. In einer unnötig lang gezogenen und mit hoch emotionaler Musik unterlegten Szene schaut er dem Boot nach, wir sehen die Protagonisten und ihre wässrigen Augen. Schnitt zu Littlefoot, der nach seinen Freunden ruft, die irgendwo hingebracht werden und ihn alleine lassen. Rauch vernebelt ihn, er ruft noch ein letztes Mal und wir sehen nur mehr wie seine Silloute zu Boden kracht. W.T.F.

Die Marke „Jurassic Park/World“ soll Freude bereiten und nicht traumatisieren. Wäre ich ein 12-jähriges Mädchen (dass ich, wenn es um Dinosaurier geht, immer noch bin), wäre ich wohl zutiefst traumatisiert und erschüttert und hätte den wohl letzten Rest Glauben in die Menschheit verloren. Was ist eine Handvoll guter Menschen (die dann nicht den roten Knopf drücken, um die sterbenden Tiere in die Freiheit zu entlassen – das Mädchen tat es), gegen zig Tausend Schlechte? Andererseits, wäre der Erstickungstod nicht doch humaner gewesen als eine bedrohte Koexistenz neben Menschen?

Die Rexdam zog sich sobald in den Wald zurück. Und was wurde aus Blue? Blue befindet sich in der Wüste, frei und ungezwungen, die einzige und letzte ihrer Art und wird wohl alsbald von Menschen gejagt werden. Sie ist zwar klug, aber nicht unverwundbar. Außerdem musste sie erneut Menschen vor einem Special-Dino retten. Die Themen wiederholen sich, wie so oft bei Fortsetzungen.

Ark Survival & JW Alive

Fun Fact: Ich kannte alle(!) Dinosaurier, die im Film gezeigt wurden beim Namen – Ark: Survival Evolved sei Dank – ein PC-Spiel, bei welchem sich Dinosaurier zähmen/reiten lassen. Allerdings sind Raptoren in Ark bei weitem nicht so mächtig, als ihre pixligen Freunde im Film. Immerhin, so zeigen uns Ark und Filme wie Jurassic Park oder auch Jurassic World, dass offenbar etwas Recherche betrieben wurde, wenn zumindest markante Erkennungsmerkmale gesetzt werden, anhand welcher auch der Laie sie unterscheiden und benennen kann. Auch wenn man bewusst auf die Federn verzichtete. Zwei Gemeinsamkeiten gibt es jedoch: Rexe sind mächtig und Compys lästige kleine Gesellen, die alleine harmlos, aber im Pack unfassbar nervig sind – auch wenn sie sich auf der Schulter spazieren tragen lassen und binnen weniger Minuten gezähmt sind.

Ich sprach davon, dass Raptoren bei Ark nicht ganz so mächtig sind – dafür aber in „JW World“, einem Augmented Reality-Spiel, dessen Spielprinzip „Pokémon Go“ ähnelt. Anstatt jedoch die Dinosaurier mit Bällen zu fangen, schwebt man via Drohne über ihnen und sammelt deren DNA. Damit lassen sich diese kreieren und folgend auch leveln. Der Vorteil: Es finden sich deutlich mehr Dinosaurier als Pokémon und somit lässt sich das Spiel auch in Gegenden spielen, die weniger besiedelt sind (wie auf der Autobahn), außerdem bekommt man alle 5 Stunden einen „Brutkasten“ mit 20 Darts, Lvl-Gold und Geld für irgendwelche Events geschenkt; es gibt Supply Drops die Münzen und Darts spenden. Auch kämpfen lässt sich. Man besitzt ein Team aus 8 Dinosaurier und der Zufall wählt 4 aus, folgend wird man mit einem Opponenten von irgendwo her verbunden. Ist die Geschwindigkeit des eigenen Dinosauriers mit welchem man startet schneller als die des Gegenübers, darf man starten.

Und warum Dinosaurier nur für Kinder interessant sein sollen, verstehe ich bis heute nicht..

Fazit: Erneut, ein grausamer Film. Doch es gibt etwas gutes: Menschen, auch die Bösen, werden von Dinosauriern gefressen. Memo an Mich: Wenn mir mein Gefühl sagt, dass ich mir einen Film nicht anschauen soll, dann sollte ich darauf hören. Madame (8) meinte: „Du hättest doch wissen sollen, dass Dinosaurier gequält werden!“ Und als ich ihr von Littlefoot berichtete, wollte sie gar nicht mehr zuhören. Zu schmerzhaft ist die Erinnerung an Littlefoot.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

2 Antworten zu “„Jurassic World: Fallen Kingdom“

  1. Pingback: „Pacific Rim: Uprising“ | it's just curiosity!

  2. Ich kann dazu nur sagen: „Die armen Dinos.“

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