Monatsarchiv: Oktober 2018

„Pacific Rim: Uprising“

Natürlich bekommt der Film 10 von 10 Punkten. Es gibt Roboter, Alienmonster, großflächige Stadtzerstörung, ein cooles Mädel und Charlie Day! Ich meine, mit dieser Kombination kann ein Film nur gewinnen – und wenn man möchte, wirft Pacific Rim: Uprising auch technisch-philosophische Fragestellungen auf.

Es folgt mehr ein persönlicher Eindruck, als ein Review, vermutlich mit Spoiler.

Was mir als erstes auffiel war, dass ich John Boyega nicht als nervig und lästig empfunden habe (zugegeben, ich habe ihn zuerst gar nicht erkannt ), sondern als angenehm und zeitweise sogar cool. Ja, ich kann weder mit Finn noch mit Poe etwas anfangen. Beide sind für mich austauschbare bis nervige Charaktere, von denen der eine dumme Entscheidungen trifft weil Coolness-Faktor überwiegt und der andere einfach da ist.

Nicht-lästiger Finn lässt uns bereits in den ersten Minuten wissen: Sein Vater habe gekämpft und sich geopfert – aber er sei nicht sein Vater. Mic Drop.

Ein Kind, geboren in eine Zeit der Alienmonster, richtet er mit deren Erbe seine Stärken auf den Ist-Zustand. Es herrscht Chaos und somit entwickelt er Fähigkeiten, die zum Überleben notwendig sind; stiehlt seltene Bauteile, um sie teuer zu verkaufen und lebt, wie es ihm gefällt. Er geht seinen eigenen Weg und Weltverbesserung interessiert ihn nicht. Kurz darauf lernt ein junges Mädel kennen, die sich einen eigenen Jaeger gebaut hatte, eine putzige kleine Kugel aus unterschiedlichsten Teilen – die ebenfalls in dieser Welt aufwuchs: Jaeger Natives.

Sie ist talentiert und schlagfertig. Um die Geschichte ins Rollen zu bringen, kommt es wie kommen muss, sie fliehen vor der Obrigkeit und anstatt bestraft zu werden, dürfen beide in die Akademie um einen Jaeger zu steuern. Sie als Nachwuchs und er darf/soll das Erbe seines Vaters annehmen – denn die ersten Anomalien zeigen sich bereits.

Mensch und Technik

“Technology is a state of culture, state of mind, the deification of technology, which means that the culture seeks its authorization in technology, its satisfactions, its orders…”
– Neil Postman

Wie im Vorgänger geht es nicht nur um Mensch vs. Aliens, sondern um die Verschmelzung Mensch und Technik. Sei es in der Medizin, der Arbeitswelt oder menschlichem Enchancement, Stichwort: Cyborgs. Nicht der Mensch selbst siegt über die außerirdische Bedrohung, sondern die vom Menschen geschaffene Technik und seine im Zuge dessen eigene Verbesserung.

„First we created God, and then we gave that credit to him, now we have created technology and now we want that very thing to over-take us.  Human beings seem to be obsessed with creating things that can control them.  But yet we are fooled into thinking the opposite is true.“ (MoviesandPhilosophyNow.com)

Auch treffend: „The biggest kaiju of them all, Godzilla, began not as a monster saving the planet from the bad monsters in silly man-in-suit fight scenes, but as a direct response to Japan€™s growing fear of nuclear weaponry. The original film, Gojira, is a dark and somber movie that depicts Godzilla laying waste to Tokyo, burning people alive and setting the entire city ablaze with chilling apathy.“ (whatculture.com)

Auch zeitliche Umbrüche werden thematisiert: Anstatt der Kombination zweier Menschen, die geistig im Jaeger verbunden sind, sollen diese durch Drohnen ersetzt werden. Aber diese könnten gehackt und zweckentfremdet werden – trotzdem sind sie einfacher und sicherer zu steuern. Die vom Menschen geschaffene Technik soll dem Menschen entfremdet werden, wie die Werkbank dem Fließband in der Fabrik weichen musste und den Menschen gänzlich ersetzbar machte.

Pacific Rim feierte die Verschmelzung zwischen Mensch und Technik, während Uprising, die Entfremdung zwischen Mensch und Technik kritisiert.

Fazit

Pacific Rim: Uprising zeigt uns, dass wir die Welt selbst im Umbruch erleben und demonstriert auch besonders eines: Zusammenhalt. Wie auch in vielen anderen Filmen, in denen eine überlegene Rasse unsere Existenz bedroht, schließen die Kriegsführenden Nationen der Erde sich zusammen und besiegen gemeinsam das Unheil, dass ihre eigenen Kriege (und Existenz) zu beenden droht.

Trotzdem ist Pacific Rim:Uprising ein Hollywood-CGI-Schlachten-Spektakel mit Happy End, dass uns (nach Jurassic World: Fallen Kingdom) vielleicht wieder an das Gute im Menschen glauben lassen könnte.

Dayman, Fighter of the Nightman! (Spoiler)

Es waren also die Menschen selbst. Nein, es war Charlie Day. Charlie, den wir aus IASIP kennen und lieben gelernt haben. Charlie, der sich von der Alienkreatur infizieren und sich einer Gehirnwäsche unterziehen lassen hatte. Herrlich.

Fazit: 10 von 10 Robotern und 10 von 10 Charlies.

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Ein Kommentar

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„Timeless“, S01E05

Thema diesmal: Die Schlacht von Alamo, am 5. März 1836.

Wir hören zu Beginn der Folge den original Wortlaut des berühmten Briefes von Colonel William B. Travis, der überhaupt erst von der Schlacht erzählt und in Zeitungen publiziert wurde und für die Entstehung Texas (Wyatts Heimatstadt) wichtig ist.

Rufus muss mit Rittenhouse kooperieren, ob er will oder nicht – und Wyatt droht Ersetzung. Seine Aufgabe war es, Flynn zu töten, was er bisher nicht geschafft hatte, also kommt der nächste (ein guter Soldat, wie Wyatt meint): Aber immerhin hat er noch eine Chance. Mit Granaten bepackt ist dies seine letzte Gelegenheit.

Flynn bietet dem Gegenspieler spanisches Gold der Königin Isabella II und meldet sich zum Dienst, die Rebellion ein für alle mal zu zerschlagen. Farmer und Einwohner kämpfen in dieser, auch Schwarze, denn die Sklaverei wurde in lateinamerikanischen Staaten um ca 1810 abgeschafft (in den USA erst um 1880). Kurz begegnet uns David „Davy“ Crocket, ein Abenteurer und Held, der seine Geschichten erzählt. Auch Lucy ist begeistert und fangirlt. Aber sie sind keine Touristen und die Suche nach Flynn geht weiter.

Wyatt erleidet Soldaten-Flashbacks bis ihn Lucy unterbricht. Colonel Travis wird von Flynn besucht, der ihn als gleich tötet und so liegt es an Lucy, den berühmten Brief zu schreiben. Draußen versammeln sich Gegner mit roter Flagge: Slaughter everyone! In der Original-Fassung, wie sie in den Geschichtsbüchern geschrieben steht, hätten zumindest Frauen und Kinder Gnade erhalten. Wyatt versucht die Situation zu retten, findet aber keine Unterstützung, und auch Flynn bekommt dieser Umstand wenig, verfolgt ihn doch der Tod seiner Frau und seines Kindes immer, und immer wieder. Und selbst wenn der Gegenspieler selbst Vater ist, es ist Krieg und dieser verlangt gewisse Opfer.

Auch nicht schlecht: Der Druck, der auf Lucy lastet, hat sie doch einen Brief zu verfassen, der Geschichte schreibt. Rufus kann derweil einen Teil der Bevölkerung retten, während Wyatt an sich zweifelt. Als der erste Angriff überstanden ist, erzählt er seine Kriegsgeschichte, wie er Kameraden zurück lassen musste, und sie eine Münze warfen, wer sich nun opfern müsse und wer nicht.

Der nächste Angriff folgt, Frauen und Kinder befinden sich bereits in Sicherheit. Wyatt möchte in der Vergangenheit bleiben und kämpfen, denn jeden, den er kannte, ist weg. Lucy aber überredet ihn. Sie brauchen ihn, vertrauen ihm. Aber Wyatt weiß nicht was tun, die Schuld und die eigenen Kriegserfahrungen nagen an ihm. Die Flucht gelingt und die Geschichte ändert sich nur marginal. Aber Lucy gelingt es, ihn wieder in die Realität zu holen. Lucys Brief ist übrigens sehr gut und es ändert sich nicht wirklich etwas.

Man muss natürlich auch sagen, dass die Serie doch sehr amerikanisch ist und das amerikanische Wohl, den Stolz, Sieg und Freiheit mächtig zelebriert.

Ein interessanter Gedanke:

  • „Could you imagine if Flynn tried to prevent the Alamo and the team had to convince Santa Anna to massacre everyone to ensure Texas existed?“ – Wow. Das wäre ein guter Twist gewesen.

Auch wenn Sklaverei erwähnt wurde, wurde sie nicht ganz korrekt dargestellt:

„Those were slaves, and the Alamo was fought to keep them in chains. The Texans were largely cotton growers who relied heavily on slavery. When Mexico abolished slavery in 1829, the Texans negotiated a temporary exemption for Texas that allowed them to keep their slaves, but the Texans eventually decided to rebel.

This rebellion led to the Alamo standoff, and once the Alamo had become a slogan, Texans and volunteering Southerners declared the Republic of Texas, promptly writing slavery into their constitution: “All persons of color who were slaves for life previous to their emigration to Texas, and who are now held in bondage, shall remain in the like state of servitude … Congress shall pass no laws to prohibit emigrants from bringing their slaves into the republic with them, and holding them by the same tenure by which such slaves were held in the United States; nor shall congress have power to emancipate slaves.“ (Source)

Und erneut sticht das Zeitreise-Paradoxon übelst ins Auge, wenn man zwischendurch daran erinnert wird, dass es nur eine andere Handlung braucht, die alles bisherige verändern könnte. Und trotzdem arbeiten alle noch bei Connor Mason und jeder weiß über die aktuelle Mission Bescheid, aber sowas muss man wohl akzeptieren..

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Leute, wir haben verloren: Neonazis

Sorry to say, but.. we lost.

Wenn Neonazis von den Medien „besorgte Bürger“ genannt werden und selbige Medien, sich dann ganz ungeniert fragen: „Wos? Wia hotn des passiern kennen?!“ – dann, mag das an nicht all zu ferne Zeiten erinnern.

Man mag den Kopf schütteln und stellt sich vor, wie es dem einfachen Bürger gehen mag, der Abends nach 10h 12h mühseliger Arbeit in der Krone/Bild schmökert und sich eh schon scheiße fühlt und warum? „Wegen den Drecks Auslända!!“ Aber gut, wir wissen ja, die wollen das so! Und ich habe erst kürzlich, dank eines anderen Twitter Users einen hervorragenden Artikel dazu gefunden:

Die (B)Österreicher – Warum Österreich rechts tickt

Und ja, ich unterschreibe jeden einzelnen Punkt. Jeder einzelne Punkt trifft auf den Österreicher zu. Ist so. Wir sind kein tapferes Kriegervolk, sondern ein Volk von Suderanten und Mimimis.

Und auch die Medien tragen einen großen, großen Batzen Verantwortung mit sich. Vor allem in Zeiten des Internets, wo ein jedes Medium sich als Zeitung und ein jeder sich als Journalist ausgeben kann. Allerdings ist es heute leichter FakeNews zu erkennen, als wie damals, als Zeitungen seriöse Institutionen galten: „I hobs in da Zeitung glesen, es muss stimmen!“ Heute gibt es die Möglichkeit, gezielt zu hinterfragen, „Einzelfälle“ zu sammeln und Faux-Pas mit einem Shitstorm zu bändigen. Die Kehrseite: Bots und Haters.

Trotzdem, wenn derartige Headliners in die wirre Menge geworfen werden (siehe Bild unten), welche jedes Wort aufsaugt und wieder auskotzt, dann darf man sich nicht wundern, wie es zu einer hasserfüllten und ängstlichen Gesellschaft kommen konnte. Wirklich nicht.

Ein Twitteruser meinte: „Ich frage mich ja, ob eine Gesellschaft, die von diffusen Ängsten und Alarmismus getrieben wird, den Zauber des Schreckens und des Ungewissen überhaupt noch nachvollziehen kann.“ Und bezog sich damit auf die Ästhetik eines bedrohlichen Gewitters. Ich mag Gewitter übrigens.

Deswegen lasst mich pessimistisch sein und verkünden: Wir haben verloren.

Vorerst.

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„Timeless“, S01E04

Mag es auch etwas her sein, zu Ende wird geführt was begonnen wurde.

Timeless animiert gewisse Ereignisse und Personen der Weltgeschichte zu googeln. Sei es, da sie beim Studium nicht, beziehungsweise kaum behandelt wurden oder man diese wieder vergessen hat – selbst Professoren googlen gewisse Infos. Wichtig ist es (und das zeigt uns Lucy in kommenden Folgen) die Zusammenhänge zu erkennen, nicht nur das Datum und Ereignisse, sondern auch wie diese miteinander verknüpft waren und was daraus folgte.

Es brauchte tatsächlich vier Folgen um zu erkennen, dass Timeless eigentlich recht gut ist – und auch die Kostüme sind wohl und gut recherchiert. Dieser Meinung sind die Damen von Frock Flicks, die übrigens auch meine Verwunderung teilen, warum Lucy alles wissen kann: „There are a few problems, of course, with the logic — for example, historians tend to focus on particular eras/topics, so I’m confused how Lucy is an expert in every subsection of American history.“

Und mittlerweile gibt es auch eine Art Garderobe mit allerhand Kleidung aus den unterschiedlichen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, also doch – auch lässt uns Frock Flicks wissen, dass die Designerin und Kostüm-Verantwortliche nicht immer exakt die Kleidung der Periode wählte, denn „During certain periods in history, women held onto their clothes for 15 years – you have to make sure that you know what they were truly wearing during that time or you aren’t staying true to the clothing worn during that period.”

Nazi-Deutschland und James Bond

Wir schreiben den 9. Dezember 1944 und die vierte Folge setzt sich mit Nazi-Deutschland auseinander. Für Albert Speer wurde zwar ein Schauspieler gefunden, der des deutschen Dialekts mächtig ist, aber noch immer kein Deutscher, während Wernher von Braun mit einem tatsächlichen (und attraktiven) Deutschen (Christian Oliver) besetzt wurde. Warum ließ sich niemand für Speer finden?

Gebrochen leitet dieser ein: „Und nun, in der finalen Stunde, werden wir, die National Sozialisten, über unsere Feinde, triumphieren.“ Ich notierte: „Aber der Schauspieler macht das eh nicht sooo schlecht.“

Kurz darauf wird eine Rakete (A4/V2 = Vergeltungswaffe 2) gezündet – und ich frage mich, ob der deutsche (aber gescheiterte) Versuch eine Atombombe zu konstruieren auch mit eingesponnen wird?

Jiya kann das Mutterschiff in der Gegenwart ausfindig machen und als Anthony die atomare Kugel in den Händen hält, eilt das SWAT-Termin herbei. Gerade noch kann der Plutonium-Kern als Batterie installiert werden (die übrigens 300 Jahre hält) und Flynn sich in die Vergangenheit stehlen. Vieles wurde zurück gelassen, aber nichts, dass den Suchenden tatsächlich weiter hilft. Und Rufus spioniert noch immer für Rittenhouse, wohl nicht freiwillig und wie mag wohl die Nazi-Welt auf einen Schwarzen reagieren? In den Staaten war er unsichtbar, aber hier?

Erneut frägt sich die Scooby-Gang: was möchte Flynn? Die Amerikaner konnten 1945 ihre erste Atombombe fertig stellen und wenn Flynn die Atombombe (der gestohlene Plutonium-Kern) den Nazis zukommen ließe, bevor sie die Staaten haben, dann.. Wyatt spricht vier Sprachen, darunter auch Deutsch (welches aber nicht wirklich verständlich und ein Gemisch aus Französisch/Deutsch ist).

Ein Soldat beobachtet die Ankunft des Lifeboats, aber Wyatt schießt ihn nieder – und ändert damit bereits die Geschichte. Weitere, patrouillierende Soldaten müssen ihr Leben lassen und Lucy meint, ob er nicht zumindest versuchen könnte, die Geschichte nicht zu ändern. Und erneut bemerke ich, dass mir besonders die Kleider der 40er Jahre besonders gut gefallen. Lucy, die unfassbar nervös ist und Wyatt, der sich als deutscher Soldat ausgibt, werden von einem britischen Spion enttarnt, der niemand geringerer als Ian Flemming himself ist, der tatsächlich einst britischer Spion war – und sofort Gefallen an Lucy findet. Stand Lucy quasi unfreiwillig Muse für die Bond-Girls? Denn er ist zuerst dagegen, dass Lucy die Soldaten begleitet, muss er einsehen, dass eine Frau dieselben Fähigkeiten besitzen kann wie Männer.

„James Bond hittn‘ on Lucy and she’s into this.“ – Rufus

Sie erzählen von einer Bombe, die auf der Rakete angebracht und bei der Demonstration gezündet werden soll. Ian Flemming reagiert zuerst skeptisch, denn er vertraut weder Freunden noch Frauen, sondern lediglich der Mission. Warum die Deutschen den Fake-Akzent nicht bemerkten, aber Lucy und Wyatt schon ist mir ein Rätsel, aber gut.

Der atomare Sprengkörper ist noch nicht an der Rakete angebracht, taucht aber just in diesem Moment auf, gemeinsam mit Wernher von Braun. Flynn spricht wie Wyatt kein deutsches Deutsch. Lucy hält Wyatt ab auf Wernher von Braun zu schießen, denn: Von Braun floh in die USA und startete das Raketenprogramm, welches die Amerikaner schlussendlich auf den Mond brachte und das Rennen um den Weltraum für sich entschied. Logisch nur, dass Flynn Von Braun an die Russen ausliefern möchte.

Wir blicken in Lucys Vergangenheit, denn sie weiß noch nicht so wirklich, wie sie mit der Situation umgehen soll: Sie hatte sich für Fakten entschieden, die sich kontrollieren lassen – wohin gegen die aktuelle Situation sich jeglicher Kontrolle entzieht. Wyatts Großvater kämpft gerade im Feld gegen die Nazis und er ist der Grund, warum Wyatt heute kämpft – um ihn stolz zu machen. Sie muss nur heraus finden, wofür sie kämpft und alles wird ok sein.

Ich notierte mir: „Ich finde es gut, dass Wyatt noch an seiner verstorbenen Frau hängt, was eine Romanze mit Lucy recht unmoralisch und unbeständig wirken lassen würde.“ Dieses festhalten lässt den Charakter konstant bleiben und in sich durchdacht. Er hat ein Motiv (Flynn zu töten), ein Leiden (den Tod seiner Frau) und agiert danach. Einfach und simpel – und dadurch wird es auch möglich ihn etwas ernst zu nehmen. Timeless schafft es, vier Charaktere gleichwertig aufzubauen, und fehlte nur einer, wäre die Serie dem Ende geweiht.

Während Wyatt und Rufus versuchen die Demonstration der Rakete zu unterbinden, soll Lucy Wernher von Braun in Sicherheit bringen. Lucy flirtet souverän bis Flynn sie aufgreift – und seinen Plan offenbart. Lucy nennt ihn Paranoid. Aber er agiere nur im Sinne von „the Greater Good“. Hilft er den Nazis? What? No. Natürlich nicht. Eines Tages wird sie verstehen, dass er ein Patriot ist und entlarvt Ian Flemming als britischen Spion.

Rufus hat eine Idee. Sie zünden die Rakete einfach früher als geplant. Chaos bricht aus, eine Verfolgungsjagd steht an und Lucy, der zuerst ein gewisses Symbol bekannt vorkam, erinnert sich: Das Fisch-Symbol weist zu einem Geheimhang, den katholische Priester um 1500 benutzten um ein und aus zu können. „Priestholes“ lässt Wyatt wissen – weil es in Skyfall vorkommt. Ian derweil hört gespannt zu. Erneut ein Punkt warum ich Timeless mag: Die Interaktionen mit historischen Figuren sind alltäglich und ungezwungen. Und es sind nicht immer nur die großen Namen, sondern auch die kleinen. Es sind tatsächliche Menschen/Charaktere und nicht nur historische Figuren.

Das Ende nähert sich. Rufus hat eine Frage an Wernher von Braun, während er eine Formel notiert: Denkt er daran, wieviele Leute durch seine Forschung zu Schaden kommen werden? Von Braun antwortet kühl: Interessierte es ihn, würde er wohl kaum sein Ziel erreichen. Und ist Rufus viel besser mit dem was er konstruierte? Hätte er an die Konsequenzen gedacht, hätte er wohl die Zeitmaschine nicht vollendet.

Zurück in der Zukunft erfahren wir von einem neuen Bond-Film: Weapon of Choice, der 1964 mit Sean Connery gedreht wurde: ein Schloss, Raketen und die Rettung eines bösen Wissenschaftlers mit der Hilfe von CIA Agenten Lucy, Wyatt und Rufus sind der Plot.

Es gab keinen Anschlag mit der Bombe, sie erfahren von der Verwendung als Batterie und Rufus mag nicht mehr spionieren. Aber, Connor Mason ist tief mit Rittenhouse verstrickt und braucht ihn – sehr. Denn am Heimweg wird Rufus verfolgt und wenn er seinen Part nicht spiele, dann…

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Twitter’esk und ohne #, No.02

Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass ich für Twitter einfach zu wenig konkretes zu sagen habe.

Oder mir fehlt der Wiener Schmäh und die Leichtigkeit immer die passenden Antworten zu finden, an welche Likes, Retweets und Aufmerksamkeit geknüpft ist. Ich hingegen doktere an einem Satz Minutenlang herum, bis er sich nicht mehr flüssig lesen lässt und irgendeine seltsame Konstruktion ist, deren Inhalt dabei auch verloren ging.

Gut.

Ich schreibe gern. Das wissen wir. Vermutlich auch zuviel. Auch das wissen wir. Ich hasse Füllworte, und trotzdem sind meine Texte voll damit. Ich nehme mir immer vor, mich zu bessern, aber dann wirds doch nichts. Der Inhalt variiert zwischen „Oh! Schreib mehr darüber!“ und „Okay… was, nochmal drei Mal scrollen?“ Aber das ist okay.

Vor einiger Zeit debattierte ich mit einer ZDF-Mitarbeiterin darüber (nein, ich finde den Thread nicht mehr), dass es die langweiligen Blogger, die sie „die Straßenmusikanten des Internets“ nannte, auch geben muss. Die, die sich nicht zwangsläufig nach Aufmerksamkeit sehnen, nicht sonderlich gut sind in dem was sie tun, aber trotzdem etwas mitteilen möchten. Sie fand das sinnlos – ich war/bin gegenteiliger Ansicht.

Twitter =/= Bloggen

Twitter besitzt eine Form der Kommunikation, die sich vom Blogpost deutlich unterscheidet – denn erstens wird oft instant veröffentlicht (wir wissen ja, zig mal Überarbeiten und so, mindestens 100x), zweitens sind die Hemmungen geringer, weil weniger Zeichen – was aber nicht heißt, dass es in die Öffentlichkeit sollte, und drittens sind längere Beiträge nur in Form eines Threads möglich, der dann etwas mühsam zu lesen ist – und dessen Inhalt mit Leichtigkeit aus dem Kontext gerissen, retweetet und verbreitet werden kann, ohne dass sich jemand die Mühe macht, den gesamten Thread zu verfolgen, oder die einzelnen Tweets im Zusammenhang zu bedenken. Und das kann gefährlich werden. Ich meine, wir sind hier im Internet. Everything is dangerous! Everything wants to kill you! Nicht mal Australien ist so gefährlich wie das Internet. Und besonders Social Media ist ein Haifisch Becken.

#Follower

Die Follower Situation liegt aktuell bei 109 Menschen, Bots und irgendwelchen Accounts, die vielleicht annehmen, ich würde irgendwann zurück folgen, wie Hotel XY oder so. Tue ich aber nicht, aus Prinzip nicht. Außer sie haben guten Content, dann ja.

Ich selbst folge ca. 400 Menschen, Accounts und Bots, von denen ich nicht erwarte, dass sie mir zurück folgen, weil ich eigentlich nur das retweete, was sie tweeten oder was diese ebenfalls geliked/retweetet haben. Daher passte meine ehemalige Profilbeschreibung bei Twitter ganz gut: „Eigene Meinung oder Konglomerat aus Social Media und [bitte einfügen]?“ Mittlerweile habe ich sie zu einem Zitat von GLaDOS abgeändert: „We do what we must because we can.“

An dieser Stelle möchte ich kurz festhalten, dass sich mir der Unterschied zwischen Favs und Retweets noch nicht ganz erschlossen hat – da beides in der Timeline erscheint und dafür sorgt, dass häufig die gleichen Tweets dazwischen rutschen, was durchaus lästig sein kann. Aber egal. Wird sicher irgendeinen nachvollziehbaren Grund haben.

Meinung? Ja? Nein?

Da wären wir wieder beim Thema: Bringe ich zu wenig eigene Meinung mit, und wenn doch, klingt mein Tonfall zu wenig aggressiv um gehört zu werden? Habe ich vielleicht einfach zu wenig Ahnung, von dem was, die User bewegt: Wie beispielsweise Politik. Oder Twitterneusprech: wie Zahlen, die als Nummern geschrieben werden „1 Hund war da und trank meinen Kaffee“ und ohne Beistriche auskommen, der Inhalt über Hundert Fragen aufwirft und vermutlich Teil eines einzigen, großen Insiderjokes sind.

Wobei, so kommt mir beinahe vor, mich Twitter adäquater über das politische Weltgeschehen informiert/belehrt, als wie zum Beispiel das Standard-Forum. Zumindest serviert mir Twitter aktuelle politische Klogriffe in angenehmen kleinen Dosen.

Meinung und Fakten

Wenn ich blogge, recherchiere ich, überprüfe ein paar Fakten und poste nur das, hinter dem ich auch tatsächlich stehe – und/oder Bescheid weiß. Oder erkundige mich im ärgsten Fall bei klugen Menschen. Aber vermutlich und meistens gehe ich sowieso mit irgendeiner Meinung konform, deren Anhänger, sollte ich wo anecken, auch ohne mich zu kennen aus Solidarität verteidigen. Und die Gegensprecher, Kritiker und Hater werden wohl Anhänger eines politischen Lagers sein, die sich bereits durch ihre zitierten Quellen disqualifiziert haben und mich somit nicht interessieren.

Bei Twitter hingegen ist das schwerer. Man hat, erneut, nur begrenzt Platz zur Verfügung – und eine ausgiebige Recherche und Erklärung bleibt oft aus. Der User ist selbst dazu angehalten, die einzelnen Tweets zu hinterfragen. Aber tun das andere auch? Und wenn ich meine Meinung, dann so verpacke, wie ich es meine, wer sagt mir, dass sie so ankommt, wie intendiert wurde? Sender, Empfänger und so. Gut, das lässt sich auch auf Blogbeiträge übertragen, dennoch: Mehr Platz für Erklärungen.

Habe ich mir zu Beginn des Eintrages noch überlegt, ob meine Meinung zu wenig ausgeprägt ist – und für twitterliche Verhältnisse und dem gefüllten Pool an Experten auf ihrem Gebiet, ist sie das wohl auch – bemerke ich jetzt, dass mein Verstand mich davon abhält social media Suizid zu begehen – und dafür eben in Kauf nehme, weder gelesen noch gehört zu werden, weil sie einfach so weich verpackt wird, dass anecken quasi unmöglich wird.

Also doch, für Twitter mag meine Meinung zu wenig präsent sein, als dass sie irgendwie auffällt, sei es, jemanden sauer ins Gesicht spuckt oder herzlich bejubelt wird. Auch gehöre ich, außer meinem Geschlecht, keiner anderen Minderheit an – und ich schaue auch kein Free-TV – was gefühlte 90% der Twittergemeinde tut.

Man muss also entweder Journalist (es heißt, wenn man mehr als 5000 Tweets hat, darf man sich Journalist nennen, ich habe.. ca. 1500), Aktivist, Politiker oder Troll sein, um auf Twitter etwas zu erreichen beziehungsweise um aufzufallen oder etwas zu bewirken zu können. Kein Ruhm für mich auf Twitter. Keine ewigen Freundschaften, die sich über einen Hashtag gefunden und geschworen haben, sich nie im Leben zu treffen. Niemals. Und wenn sie sich im Zug begegnen, dann ignorieren sie sich.

Und wenn wir grad dabei sind, genau so:

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„The Predator: Upgrade“

First things first: Ja, der putzige Hund überlebt.

Spoiler.

Die Menschheit wird aussterben. Und die Aliens wissen das. Dank Global Warming wird es in ein, zwei Generationen keine Menschen mehr geben und so sieht sich der Predator als Bewahrer und sammelt fleißig die DNA intelligenter Vertreter der vom Aussterben bedrohten Spezies. Aber seien wir uns ehrlich, nicht die DNA einer verlorenen Kultur ist ihm wichtig, sondern der damit verbundene Zweck: Sich zu verbessern*. Die Spitze der menschlichen Intelligenz sind autistische Kinder. Besonders das Kind des Hauptakteurs. Und während ein Predator mit Hunden anreist, um einerseits einen Verräter zu jagen und DNA zu sammeln, hatte der Abtrünnige, ein bereits vermenschlichter Predator der nackte, wehrlose Weibchen in Frieden lässt, etwas für die Menschen zurück gelassen. Ein Upgrade.

Wait, what?

Jap. Darum gehts, das ist die Geschichte.

* Es kann echt nur Menschen einfallen, zu glauben, dass eine außerirdische Zivilisation, die in der Lage ist, quer durch den gesamten Weltraum zu fliegen, sich mittels menschlicher DNA zu verbessern versucht. Leute, Filmemacher, checkt es bitte endlich: Menschen sind nichts weiter als Affen und Amöben. Keine intelligente Rasse, die es einfach so mal schafft, ein Loch zu einem anderen Punkt im Universum aufzureißen, wird zur eigenen Verbesserung menschliche DNA benötigen! Wirklich nicht. Keine. Das ist in höchstem Maße unrealistisch! Lasst das. Aliens brauchen keine Menschen. Wir brauchen Aliens und zwar ganz, ganz deutlich. Und wenn irgendwer meint zwecks Global Warming müsse die Menschheit zusammen halten, sorry mate, it’s not gonna happen. Unless, Aliens!

Wie wars?

Davon abgesehen, dass sich insgesamt nut 6 Leute im Saal befanden, bangte ich um das Leben des putzigen Alienhundes, aber Entwarnung, er überlebt. Auch wenn man ihn nicht mehr, wie erhofft, spielend auf einer Wiese sieht. Er ist halt irgendwo. Dass wieder einmal ein Kind im Zentrum des Wissens, der Macht steht, ja, seis drum. Zumindest ist es ein intelligentes Kind und weniger lästig als gewöhnliche Kinder. Es war okay.

Die einzigen beiden Frauen, mit, wenn man so nennen mag, tragenden Rollen, sind die BadAss-Mutter und die BadAss Wissenschaftlerin – die man jedoch nicht miteinander reden lässt. Man hätte sogar in einem Streifen wie diesen den Bechdel-Test ganz einfach bestehen können, aber hey, who cares.

Fazit: Unterhaltsamer No-Brainer mit ein paar derben Witzen, Dickless Theon Greyjoy in einer nichtssagenden Nebenrolle und anderen Soldiers, denen viel zu viel Story eingeräumt wird. Generell gibt es viel zu viel Story und Erklärungen. Lasst das. Ein SF-Slasher wie Predator braucht keine erklärende Hintergrundstory zu jedem X-beliebigen Charakter oder generell und man will auch die Gründe für XY auch nicht wissen. Das einzige was man sehen möchte ist, wie sich der Predator durch Lebendfleisch metzelt und schlussendlich doch sterben muss. RiP Predators. You served well.

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