„Moonlight“ & „Get Out“

Es wird Zeit liegen gebliebenes zu bearbeiten, wenn doch anderes zu tun wäre. Beides waren hervorragende, großartige Filme; Kritik ca. 2017 verfasst.

Moonlight

Ein Kolumnist des New Yorker meinte, er hätte sich damals nie vorstellen können, dass einst ein Film über einen schwulen, schwarzen Jungen ins Kino käme. Viel interessanter ist die Tatsache, dass dieser Film nicht nur in den Kinos gezeigt wird, was unser eins mit „Und jetzt?“ abtut, sondern dass er tatsächlich den Oscar als besten Film entgegen nehmen darf.

Der kleine Chiron bemerkt schon früh, dass er anders ist. Seine Mutter nimmt Drogen, es gibt keine Vaterfigur, bis Juan ihn findet, ihm schwimmen beibringt und so weiter. Was man erst später erfährt, er ist derjenige der der Mutter die Drogen vertickt und Chiron weiß das. Oder zumindest ahnt er es. Als Teenager macht er seine erste sexuelle Erfahrung mit einem sympathischen schwarzen Jungen, die bislang seine einzige bleiben soll, bis er selbst „hard“ wird und in seiner Gegend Drogen vertickt, inklusive Goldzahn-Dings und Krönchen im Auto. Er lebt das Leben seines Ersatzvaters, der mittlerweile gestorben ist. Zu Theresa, seiner Frau, hat er immer noch Kontakt, übernachtet bei ihr, wenn die Mutter ihn aus dem Haus haben will. Bis Kevin anruft, der Junge seiner ersten sexuellen Erfahrung. Er sei Koch. Er soll sich melden, falls er in der Gegend ist. Und Chiron fährt hin, setzt sich in das Lokal. Sie kommen ins Gespräch und wir erfahren, dass die Berührung damals, die erste und bisher einzige sexuelle Erfahrung war. Ende.

Get Out

Die Moral von der Geschicht: Weiße Frauen trifft man nicht. Oder zumindest nicht deren Familie. Eine satirische Gesellschaftskritik, verpackt in einem Film über Rassismus und Klischeevorstellungen. Fazit: Sehenswert. Erinnert etwas an Black Mirror.

Die Szene eröffnet mit der Ermordung eines Schwarzen und Entführung seines Leichnams auf offener Straße. Schnitt in eine hübsche Wohnung eines schwarzen New Yorker Fotografen, der bald im Begriff ist die Familie seiner weißen Freundin kennen zu lernen. Er frägt sie, ob sie ihrer Eltern darüber informiert hätte, dass er schwarz sei und sie verneinte, ihre Eltern seien doch keine Rassisten. Auf der Fahrt zum Haus, springt ein Reh ins Auto, was dem Film erneut eine Gelegenheit gibt, Rassismus zu thematisieren. Obwohl Rose am Steuer saß, soll auch Chris dem Polizisten seinen Führerschein zeigen. Aber er nimmt es gelassen und sie fahren weiter. Die Familie wirkt freundlich, die schwarzen Angestellten, weniger. Es folgt eine Gartenparty mit weißen, wohlhabenden Gästen bis Chris bemerkt, dass etwas nicht stimmt.

Und hier muss die Inhaltsangabe beendet werden um den Spaß am Film nicht zu nehmen; denn es wird wirklich großartig.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

2 Antworten zu “„Moonlight“ & „Get Out“

  1. Ich lese da nicht ganz raus, wie dir „Moonlight“ nun gefallen hat. Ich mochte beide Filme sehr, wobei ich „Get Out“ auch etwas stärker fand. Mag aber auch Genre-Filme mehr. Hast du „Us“ schon gesehen?

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