„Game of Thrones“, S08E05 & S08E06

Season Finale! I know. Es war grässlich. Aber trotzdem habe ich noch das eine oder andere dazu zu sagen. Nachdem wir den Schock verarbeitet haben, bitte sehr:

Episode 5

Missandeis letzte Worte haben verraten, was passieren wird: Dracarys.

Daenerys, Queen of Ashes

Als Daenerys auf die Stadt blickt, die ihre Vorfahren vor 300 Jahren aufgebaut, und die man ihr weg genommen hatte, wirds persönlich. Sie ist allein, niemand mag sie, alle fürchten sie. Warum also nicht aufs ganze gehen? So zumindest sehen das die Schreiberlinge und wollen damit ausreichend Erklärung für ihren Outburst geliefert haben. Ähm. Ja. Nein.

Das interessante dabei ist nicht, dass sie quasi den Verstand verliert. Nimmt man an, dass dieser gewisse Wahnsinn schon immer da war (wie er oft überliefert wird, dh. Targaryen Madness) und durch die letzten Ereignisse Salonfähig wurde und lediglich durch ihre Berater und Freunde (die alle tot sind) im Zaum gehalten wurde, ist es spannend zu sehen; dass, alsbald sie ihren Rachefeldzug gegen King’s Landing beginnt, nur mehr der Drache in seiner Verwüstung gezeigt wird – und das Elend, welches das Volk durchlebt – aus Aryas Sicht. Nicht mehr aus ihrer. Sie verschwindet inklusive Drache in Wut und Zerstörung.

Daenerys ist dadurch nicht mehr eine Person, die gebrochen und enttäuscht ist, sondern das personifizierte Böse. Ihr Gesicht ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zu sehen, was den Eindruck hinterlässt, als hätte man jegliche Persönlichkeit entfernt und diesen „Villain“ übrig gelassen. Davon abgesehen, dass die Message die falsche ist: Gebt Frauen keine Macht, denn sie drehen eh durch – andererseits, sieht man sich an, was ihr in den letzten Folgen passiert ist, reagierte wohl jeder so.

Und erinnert euch: Das Volk von King’s Landing jubelte als Ned geköpft wurde und bespuckte Cersei beim Walk of Shame. Ich meine, sie habens nicht besser verdient. Dass natürlich die Mutter (die Cerseis Haarschnitt trägt) mit Kind und Holzpferdchen von der Kamera verfolgt werden und uns vollends gegen Daenerys wettern lassen („Wie kann sie nur! Unschuldige Kinder!“): Daenerys, das Böse.

Nein, dieses Ende hat sie nicht verdient. Lass sie wahnsinnig werden – aber wie dieser Wahnsinn und ihre Charakter-Arc in den Abgrund gestoßen wird, ist ihrer nicht würdig. Es ist nicht das dass, sondern das wie.

Still a better love story than Twilight

Wenn Cersei und Jaime gemeinsam in inniger Umarmung unter den Trümmern von King’s Landing begraben werden, ist das zwar ein immer noch eine bessere Story als Twilight, aber ein etwas würdigeres Ende, für beide, hätte man sich schon erhofft: Cersei, die zumindest ermordet wird und nicht einfach so in den Armen ihres Geliebten stirbt. Auch Lena Headey war von diesem Ende nicht ganz so überzeugt; ruft man sich aber in Erinnerung, dass beide zusammen in diese Welt kamen, und sie gemeinsam verlassen, mag das zwar auch pathetisch sein, aber gut. Okay. Ich hätte mir ein würdevolleres Ende für Cersei erhofft.

Zwar darf Jaime davor noch Euron Greyjoy töten, der ihn ebenfalls tödlich verwundet, also ists eh schon einerlei, trotzdem wirkt der Tod wie eine soft GoT’ish Variante von Romeo und Julia ohne Drama. Leider. Lena Headys Tränen galten wohl nicht dem Verlust des Thrones, wohl aber ihrer Rolle, die in ein derart schlechtes Ende katapultiert wurde.

The Queen has died. Long live the Queen!

There will be no The murderous Tales of Arya and the Hound

Immerhin gab es eines, worauf sich viele freuten: Cleganbowl. Manche sagen, sie leben. Manche sagen, sie starben. So oder so: The adventures of Arya and The Hound wird sich wohl nicht mehr spielen.

Und trotzdem gab Cleganbowl den Fans was sie wollten: Den endgültigen Kampf, the Hound, der Tod und Feuer überwindet, VS. the Mountain, der ihm beinahe die Augen ausdrückt, we’ve been there. What is dead may never died – fiel mir in dieser Szene ein und für wahr, er ist nur schwer tötbar, und schmeißt Qyburn nebenbei wie eine kleine Puppe in die Ecke, was wohl der schnellste Tod in ganz Westeros war.

Auch spannend: Ein Artikel beschwerte sich darüber, dass the Hound Arya ihre Rache nahm. In dem er sie fragte ob sie so werden wolle wie er, entschließt sie sich Cersei nicht zu töten, sondern zurück zu kehren. Das ist jedoch eine weitere Entwicklung ihres Charakters. Sie muss nicht mehr Rache üben, sondern kann gehen.

Der Rest

Spannend finde ich jedoch noch immer, dass Daenerys‘ Armee immer noch bei weitem größer ist, als angenommen. Spannend auch, dass Jon Moral und Anstand verkörpert und seine Tante nicht küsst; spannend auch, dass die Waffen nieder gelegt werden und Grey Worm den ersten Speer wirft. Er hat ja Recht. Auch spannend, dass Jon einen seiner eigenen Männer umbringen muss, der eben eine Frau vergewaltigen will. Auch spannend, dass Daenerys die Stadt nieder brennt, weiß sie doch das Jon unten ist. Soviele spannende Ideen!

Erneut die Message ist eine durchaus schlechte: Jon sagt, er liebe sie, verweigert nach ihrer Exekution von Varys den Kuss (I know.. I know), was Daenerys als Grund nimmt, das ganze als Gebrochen zu sehen. Die Memes überschlagen sich mit der Thematik, er hätte sie doch küssen sollen, um das Volk zu retten. Erneut BAD BAD WRITING! Wo sind wir hier? Bei einer Soap Opera? God dammit! War die Folge schlecht.

Zusammenfassung

Sicherlich durchzieht die Season ein schlechtes Drehbuch mit Logik- und inhaltlichen Fehlern. Natürlich will man beenden, was man einst so motiviert angefangen hatte, bis die Fans nur mehr entzürnt und missmutig entgegen jaulten. Tja, never mess with true fans. Hier, geben wir ihnen das, und das vielleicht auch. Und vielleicht auch das, dann sind sie zufrieden und dann wählen wir das wohl dümmste Outcome, dass nur möglich ist. Ja, machen wirs so dumm wie nur möglich, dann hassen uns alle!

Arya überlebt und reitet ohne Sattel weg. Die Vorschau der letzten Folge zeigt uns Daenerys, als Queen und viele Dothraki, die ihr entgegen jubeln. Es wäre doch ein tolles Ende, wenn sie einfach auf dem Thron sitzen bliebe. Und Karma is a bitch, als ich mich darüber echauffierte, dass Leute sich nicht bezüglich Spoiler beschweren sollte, stolperte ich selbst über einen, der sich nur zum Teil als Wahr heraus stellte.

Episode 6

This is it

Drogon fliegt mit seiner toten Mutter davon und verschwindet im Rauch. Arya erkundet die Welt westlich von Westeros (Spin-Off! Spin-Off!) und Sansa ist Königin im Norden („Queen of the North! Queen of the North!“). Zurecht.

Jon, der zur Night’s Watch und Enthaltsamkeit verdammt wurde (immerhin ist er jetzt der Queen Slayer), macht das, was er immer macht: Sich nicht daran halten und verlässt Castle Black gemeinsam mit Tormund und dem Free Folk, ohne Absicht, jemals wieder zurück zu kehren.

Bran regiert als King of the Six(!) Kingdoms, demokratisch gewählt und lässt gleich wissen, dass das doch der Grund sei, warum er noch hier ist. What? He knew? Of course he did! Oh my…

Für eine richtige Demokratie ist es allerdings noch zu früh, Samwell Tarly wird ausgelacht und möchte auch gleich Brothels verbannen. Der Wiederaufbau wird besprochen von Tyrion, Hand of the King; Ser Davos of Seawater, Master of Grammar; Bronn of High Castle (ja, er hat jetzt endlich sein verdammtes Schloss), Ser Brienne of Tarth und Maester Samwell Tarly.

Aber! Immerhin wurde Ghost gestreichelt, also war die Folge ok. Städte können untergehen, Kinder brennen, alles ganz gleich, wenn der Hund nicht gestreichelt wird, dann brennt das Internet auf Vergeltung.

#humansoflatecapitalism

Wie es sein hätte können und sollen

Rauch und Asche. Daenerys, die die gesamte Welt erobern will (ihr ehemaliger Lover hatte recht, sie ist keine Queen, die einfach nur rumsitzt, sie ist eine Eroberin), fliegt mit Drogon hinfort um ihre Vorhaben umzusetzen. Horden an Dothraki und Unsullied folgen ihr. Rauch und Wolken. Plötzlich erklingt aus der Ferne Drachengeschrei. Und kurz darauf tauchen fünf kleine Drachenbabies auf, Drogons Kinder! The End.

#DrachenZähmenLeichtGemacht4

R.I.P Queen of Ashes, Mother of Dragons and bringer of Fire and Blood

Dass Jon Daenerys, nachdem sie ihm ihre Allmachtsphantasien offenlegt, während eines Kusses umbringt, selbst wenn sie ihn einlädt, mit ihr gemeinsam(!) zu regieren; war klar.

Die wohl traurigste Szene war, als Drogon seine tote Mutter stupfte. Mehrmals. Dann verbrennt er den Thron. Warum und Wieso, darüber gibt es Theorien. Eine Theorie: „If she can’t have it, you can’t either. Burn you stupid toy!“ Andere sagen, er habe bemerkt, dass der Thron ein dummes Stück Metall ist und nicht verstehen konnte, dass man deswegen den ganzen Zirkus veranstaltete (und seine Geschwister in den Tod schickte). Mit der Zerstörung wollte er zeigen, wie dumm der Krieg gewesen war. Oder so.

Er nimmt seine Mutter behutsam mit einer Kralle auf und fliegt hinfort, nach Old Valyria. Vielleicht aber auch zur roten Witch, die Daenerys wieder erwecken wird. Spin-off! Spin-Off!

#Mommy?

The West of Westeros

Wenn schon nicht The murderous Tales of Arya Stark and the Hound dann zumindest The West of Westeros. Wen interessieren die Prequels, niemanden! Arya Stark hätte dieses Spin-Off verdient!

Zusammenfassung

Es war das einzige Ende, dass okay war. Es war das einzige Ende, dass Dany-Haterbois akzeptierten und welches jeden, irgendwo, zumindest etwas, mit einer „ok“-Stimmung zurück lässt. Tyrion lebt, Jon lebt, die böse Frau (aka Daenerys), die öfters mit weißen Erobern des britischen Empires vergleichen wird, ist tot und die Guten leben. Feministinnen bekommen Queen Sansa und Ser Brienne als Teil der Gruppe, die das Land aufbaut und regiert und Arya ist das was sie ist: Cool. Tja.

Auch wenn diese Zusammenfassung etwas nach „meh“ klingt, liefen mir tatsächlich mehrere Tränen bei der letzten Szene hinunter („Mommy? What iz witz u. R u dead? Mommy?“). Es war eine bessere Folge. Sie räumte mit vielem auf, machte das beste aus der mittlerweile verschissenen Handlung und kann sich verabschieden.

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