„Easy A“

US-Amerikanische High-School-Filme sind sowas wie Märchen: Es wird eine Welt kreiert, die es so nicht gibt. Und nirgendwo je gegeben hat. Und nie geben wird. Und besonders abstrakt wird es, wenn sie in Kalifornien spielen.

Emma Stone streamt (2010 nannte man es noch „broadcasten“) über einen Vorfall, der eine Reihe von anderen Vorfällen (und Gerüchte) mit sich gezogen hatte. Und spricht dabei nur die Wahrheit.

Easy A ist eine Komödie mit vielen Darstellern der 90er, die längst in Vergessenheit geraten sind: Mutter Patricia Clarkson und Stanley Tucci leben zusammen gewürfelt in einer antiautoritären Patch-Work-Familie und zugegeben, zugegeben, die Witze die sich daraus abgeleitet haben, waren nett. Ja, okay, der Film hat durchaus seine Momente.

So, let’s bring it on

Emma Stone passiert also das, was jedem High School Mädchen passiert: die böse (in dem Fall hochreligiöse) Bitch (Amanda Bynes) verbreitet Gerüchte – in diesem Fall etwas, was Emma ihrer California-Klischee-Freundin als Notlüge auftischt, weil sie nicht mit deren Hippie-Eltern campen gehen wollte. Sex before Friends. Und jetzt ist sie die Schulschlampe, die ihre Jungfräulichkeit an einen Typen aus dem Community College (College für Arme) verloren hat. Der Lehrer (Thomas Hayden Church), wirkt etwas creepy, und über-bemüht, aber schlussendlich bemerkt er zumindest, dass die Gerüchte nicht wahr sind. Im Gegensatz zu seiner Frau, Lisa Kudrow, der Schulpsychologin, die Emma Stone gleich eine Handvoll Kondome aufzwingt.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell und verdreht Gerüchte reisen und wieder zurück geschleudert werden. Emma geht damit locker-lässig um, und da „Der Scharlachterote Buchstabe“ gelesen wird (aber hey, es gibt eine Verfilmung, nicht die mit Demi Moore!) klebt sie sich in weiterer Folge ein rotes A aufs Korsett.

Wegen übler Anrede sitzt sie Stunden mit dem Schulschwulen ab und es kommt zum „Gentlemens Agreement“: Er will quasi hetero sein, bis er aus dieser Hölle (aka Highschool) kommt. Es wäre eine Win Win Situation, die Leute nähmen sie wahr, wenn auch nur als Flittchen und er landet nicht mehr im Trash. Zuerst wenig begeistert, sagt sie gegen Bezahlung zu und es gibt klassischen Fake-Sex auf einer Party.

„If they already got you, give them more they can’t handle.“

Es kommt wies kommen muss. Das „Sex for Money-Rumor“ verbreitete sich sehr, sehr schnell. Und je mehr Kunden es gibt, desto mehr Gerüchte folgen. Und als ein Dude sie tatsächlich um ein Date frägt, sie aber für Geld flach legen will, bemerkt sie, dass das ganze, so lustig und lukrativ es ist, vielleicht nicht so das wahre zu sein scheint. Wo sind die Kavaliere, sie zitiert sie ironischerweise aus den John Hughes (Come on!) Filmen. Und sie spricht von den Helden der 80er, John Cusack mit der Beatbox (in Say Anything, übrigens kein John Hughes-Film), Jake aus 16 Candles (ein Film der so grandios überbewertet ist), Judd Nelson in Breakfast Club – I want my life like an 80s Movie! Mit einer Musical Nummer wie ein Ferris Buller! Aber nein, ihr Leben ist kein 80er Jahre Film…

Die Geschichte zieht sich weiter, sie sucht Rat in der Kirche: Pfarrer ist der Vater der Schulbitch, deren Freund Chlamydien hat, weil dieser mit der Schulpsychologien Lisa Kudrow, ohne Kondome, gevögelt hatte – Jemand hatte sichtlich Spaß beim schreiben, oder einen billigen Roman gelesen.

Emma Stone ist am Tiefpunkt angelangt als ihr einer, der vorgab ernstlich interessiert zu sein, 200$ vor die Nase hält. Und natürlich, wie in einem typischen Film der 80er ist der vermeintliche Good Guy in sie verliebt, und der hat sowieso nichts von dem geglaubt was die Leute sagten. Sie mag den Typen auch aber da ihre ehemalige beste Freundin in ihn verliebt ist, kann sie ihn nicht daten.

Und kurz bevor der Film auf sein endgültiges Ende zusteuert, wird es Zeit, alles klar zu stellen. Und so kommen wir zur Anfangsszene: Dem Podcast, Broadcast, Live Stream, whatever.

Fazit

Eine nette satirische Komödie, Emma Stone spielt sympathisch und überzeugend, der Soundtrack ist großartig und ja, es ist durchaus eine ironische Hommage an die Filme der 80er.

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