Monatsarchiv: Juli 2020

Mauz! Waldkatze!

Nun sind es zwei Wochen und Gobbolino, so glaube ich, erfreut sich bester Gesundheit und Wohlbefinden. Es wurde bereits Bekanntschaft mit Diego, dem roten, dicken Kater gemacht und Jamie, dem scheuen, kleinen getigerten Kater – und wir waren bereits im Wald spazieren. Wie ich heute feststellen musste (anhand der Blaubeer-Flecken auf seinem weißen Fell), streunt er dort auch schon allein herum.

Es heißt ja, man solle Katzen mindestens 2 Wochen drinnen lassen. Eine Woche, wurde beschlossen, ist genug. Die ersten Tage traute er sich ohnehin kaum weiter als ins Stiegenhaus – wurde dann jedoch immer mutiger.

Nach und nach wurden die Spaziergänge weiter ausgedehnt. Danach ging es zum nahe gelegenen Feld. Besonders gern schleicht er zwischen Mais hindurch. Ab und an verirrt er sich noch ins falsche Haus, bemerkt dann aber, dass der Kratzbaum fehlt und kehrt zurück ins richtige. Ich denke Tagsüber schläft er in fremden Gärten, in welche er auch ohne zu zögern, hinein scheißt, ganz gleich ob wer zuschaut oder nicht.

Und schlussendlich wars nach einer weiteren Woche soweit, und wir gingen in den Wald. Ein Nadelwald (er kennt bisher nur Laubwälder mit schiefen Bäumen) und er sieht sich mit einer neuen, moosigen Situation konfrontiert und steilen, hohen Bäumen, auf die man nicht klettern kann (vielleicht kann ich ihm ja eine Art Kletterpark bauen). Beim gehen hebt er also eine Pfötchen noch sehr seltsam und weiß oft nicht, kann er da drauf treten? Da ist alles so anders! Es gibt sogar einen Mini-Teich.

Allerdings und das ist sehr begrüßenswert, gibt es hier viel, viel weniger Zecken. Und bisher erkundschafteten wir auch nur ein kleines Gebiet, wobei ich glaube, dass er bereits weiter gegangen ist als von mir erlaubt. Denn hoch erhobenen Schwanzes führte er mich auch schon abseits des Bekannten auf kleine, verworrene Pfade.

Nein Gobbolino, noch nicht! Dieses Gebiet reicht vorerst.
Ich will aber! Warum nicht? Ich will aber!
Nein!
Gut, dann mach ichs eben alleine..

Kinder..

Ja, ich glaube er hat sich gut eingelebt. Unregelmäßige aber künftig eventuell mehr regelmäßige Livestreams von unseren Spaziergängen gegen Abend (zw. 1730 und 1900) gibt es übrigens auf seinem Instagram-Account, den ich versuche wieder etwas aktueller zu halten. Es fehlen noch Fotos vom Juni und Juli.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge mit Katzen!, Gobbolino

Ein Generation XYZ-Beitrag, again

Ich finde „Generation“-basierte Artikel immer lustig und spannend. In gewisser Weise triggern sie mich.

Hier nochmal die grobe Einteilung:

Lost Generation: geb. 1883 – 1900, Greatest Generation: geb. 1901 – 1927, Silent Generation: geb. 1928 to 1945 (die ganz alten), Baby Boomers: geb. 1946-1964 (55-73), Generation X: geb. 1965-1980 (39-54), Millennials/Gen Y: Born 1981-1996 (23-38), Generation Z: geb. 1997-2012 (7-22). Und es gibt dann noch die Generation Alpha, jene, die wirklich und vollends im 21. Jahrhundert geboren sind.

Die Zahlen variieren natürlich je nach Quelle ein wenig. Manche sagen, Gen Z dauert bis 2015 und die Millenials beginnen erst ab 1985 und zwischen späten 70ern und Mitte 80er gibts in gewisser Weise ein Loch, die die Xennials füllen. Aber ja, Haarspalterei.

Anyway

Dachte ich mit 18 auch, dass ich und meine Generation was besonderes sind, uns gänzlich von den Alten unterscheiden, bemerkt man doch mit zunehmenden Alter: Tja. Dumm gelaufen. Wir waren jung, aber nicht anders. Denn exakt selbiges Verhalten bemerke ich bei Menschen, die gut 15 Jahre jünger sind als ich. Und ja, es ist exakt. das. gleiche. Verhalten. Sorry to say.

Und dabei habe ich selbst einen Beitrag einst geschrieben, warum wir, die Gen Y anders sind – oder so ähnlich. Was uns aber differenziert ist nicht die Unlust sich nicht binden zu wollen, sondern äußere Umstände, die uns in eine Art Zwischenwelt werfen. Aber dazu gegen Ende mehr.

Ihr wollt keine „typische“ Beziehung? Niemand will das mit 18

Letzthin stolperte ich auf Facebook über einen Artikel der hieß: „Wir sind die Generation die keine Beziehung will“ und ich dachte mir, in bester (Erwachsenen) Manier:

Nein, ihr seid einfach nur jung und wollt frei sein, eben 18; verblendet von Film- und TV, und ihr wartet auf den einzig perfekten Menschen, euren Seelenverwandten – für den oder die ihr dann eure Freiheit aufgeben, nein, gemeinsam mit ihr/ihm verbringen möchtet, und wollt derweil Spaß haben, aber nur Spaß und nicht die harte Arbeit, die eine Beziehung mit sich bringt; mit Kollegen platonisch kuscheln, auf Tinder Fickdates suchen, welches euch danach nicht auf die Pelle rückt; ungebunden sein, von heute auf morgen abhauen können, weil ihr habt noch euer gesamtes Leben vor euch. Und soviele Möglichkeiten! Und eine Beziehung bindet euch, macht euch mürbe weil wozu das alles, und all der Stress! Und was wenn der richtige, die richtige, dann direkt im Zug neben euch sitzt, während ihr in dieser Beziehung mit XY seid (der bzw. die eigentlich ein super toller Mensch ist) und sich deswegen nie für euch interessieren wird? Ja was dann? Das wars dann. Pech gehabt. Ihr werdet nie wieder unter all den 8 Milliarden Menschen diese eine perfekte Person, euren Seelenverwandten finden. Jap, da saß er/sie/es. Im Zug (es passiert immer im Zug).

That’s the deal, my dear

Erstens und guess what: Wir alle waren so mit 18. Die Baby Boomers, vermutlich sogar auch die Silent’s (die ganz alten), X und Y sowieso und jetzt ihr, die Z, die „Fomo – the fear of missing out„. Ihr habt Angst was zu verpassen? Ja, hatten wir auch. Parties, Konzerte, hier und da hin fahren, diese Reise weil wer weiß wie lange noch (Politik und Kriege – und, aber daran dachte damals niemand, Seuchen), und das muss man erlebt haben aber was ist wenn! Bevor man Kinder hat, bevor das richtige, schwere und düstere von Arbeit und Versicherungen und Rechnungen bezahlen durchzogene Leben beginnt, bevor allem! Alles bereits dagewesen. Fragt die Alten und hört ihnen zu. Auch eine 70 jährige wird euch von ihren Träumen als unabhängige junge Frau berichten. Die Umstände habens halt nicht erlaubt. Sie hätte gerne als Mädchen, aber das war nicht vorgesehen.

Zweitens: „der“ oder „die“ richtige wird es nicht geben. Es gibt unterschiedliche Menschen, die zu unterschiedlichen Lebenslagen passen, oder auch nicht. Ist so. Manche Partner passen 20, 40 oder auch 60 Jahre zusammen und manche eben nur ein paar Monate. Es gibt kein richtig und kein falsch, sondern nur ein: Passt es? Und ja, eine Beziehung ist unter anderem auch Arbeit. Nicht nur an sich, sondern auch gemeinsam.

Wenn ihr jetzt keine „typische“ Beziehung (monogam, evtl mit Kind) haben oder auch nie haben wollt, dann ist das auch vollkommen legitim und in Ordnung. Niemand sagt euch (außer die Eltern eventuell und die Schulkollegen, die eben mit Mitte zwanzig das erste Kind haben), dass eine Beziehung, wie sie tradiert, vermittelt und überall repräsentiert wird (Film, TV, Medien, Freunde, Dorfsitte) die Topform einer zu erreichenden Lebensgemeinschaft ist. Vielleicht lebt ihr in 5 Jahren auch in einer 3er Gemeinschaft, wer weiß? Vielleicht fühlt ihr euch in einem Harem wohl. Oder in einer Commune. Vielleicht aber sogar als Ehemann zuhause mit Kind am Bein.

Im Endeffekt ist es egal ob ihr jetzt etwas ernstes oder eben nicht wollt.

Aber die gute Nachricht ist!

Nicht das nicht-wollen einer Beziehung macht euch zu etwas besonderem, sondern der Umstand, dass ihr die erste Generation seid, die nur ein Leben mit Internet und vermutlich keines ohne kennt – außer eure Waldorf-Schulen Eltern sagten: „Nein, das ist böse, nein, das darfst du nicht“.

Das ist etwas, was euch niemand mehr nehmen kann, bis auf eure Kinder, aber die werden wieder andere technologische Veränderungen miterleben, die ihr erst vielleicht in euren zwanzigern entdeckt. Und das ist, vielleicht sogar vergleichbar mit der Generation, die mit gedruckten Büchern aufgewachsen ist (nach dem Buchdruck um 1440), ein großer, wirklich, wirklich großer Schritt.

Denkt darüber nach, schreibt darüber Beiträge! Schreibt darüber, wie es sich anfühlt, wenn jemand von „der Zeit davor“ redet, stellt euch das Leben ohne Smartphone und Internet vor. Schreibt darüber, wie es für euch ist. Diese Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit. Macht es euch Angst (mir macht es nach wie vor Angst), erkennt ihr, dass alles Fake ist und versucht man trotzdem Intagram-Starlet zu sein oder TikTok-Promi? I don’t know. Tell me! Und berichtet jetzt davon, jetzt wo es passiert und Erinnerungen daran noch nicht alles verklärt haben.

Ich verbrachte meine Kindheit noch Offline, ihr habt vermutlich bereits „Tablet-Zeit“ von euren Eltern bekommen (der Gen X) und wart vermutlich mit elf das erste mal auf PornHub als wir verstohlen die Nackten in der Bravo unter der Bettdecke angeschaut oder ein Erotik-Magazin vom Kiosk geklaut haben. Vermutlich aber verbrachten wir ähnlich viel Zeit vor dem Fernseher, Bildschirm, nur dass meine Cartoons viel besser waren als eure (das muss ich sagen, weil früher war alles besser). Und vermutlich sind unsere Leben gar nicht so unterschiedlich, wenn viele von euch ein Fabel für die 90er entwickeln und immer mehr Independent-Film-Produktionen auf Smartphone und dergleichen verzichten.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Kulturelles

Gobbolino ist da! #1

Gestern um 18:00 Uhr wurden die letzten Habseligkeiten, die Gobbolino besitzt, verstaut und inklusive ihm und ins neue Zuhause gebracht. Er war sichtlich verwirrt warum denn jetzt all seine Sachen weg sind. Er muss allerdings bemerkt haben, dass der Weg ein anderer (und nicht zum Tierarzt) ist, denn das Jaulen war weniger als sonst.

Ab jetzt, in unterschiedlichen Zeiten, ihr Deutschlehrer und Grammar-Nazis, seht es mir nach:

Es ist 19:13

Gobbolino frisst! Das Klo wurde abgetastet, aber noch nicht benutzt. Sein Zelt hatte er begutachtet. Ich habe das Gefühl, dass es ihn viel weniger kümmert als mich. Zuerst verkroch er sich noch unter bzw. hinter der Couch, tastete sich dann aber langsam vor. Vielleicht lag es auch etwas daran, dass ich die gesamte Wohnung mit getragenem Gewand von mir quasi ausgelegt habe und er sich weniger fremd fühlt und überall bekanntes roch?

Es ist 19:27

Er kam auf die Wohnzimmer Couch! Wir kuschelten kurz. Dann hüpfte er wieder weg. Eine Stunde später fast, geht er selbstsicher durch sein neues Revier.

Es ist 19:40

Er liegt unterm Bett und peitscht mit dem Schwanz.

Es ist 19:42

Jetzt wirkt er entspannter. Aber noch nicht zufrieden. Er möchte wohl Ruhe.

Es ist 20:07

Er rastet unterm Bett.

Es ist 20:12

Wir liegen/lagen auf dem Bett und kuschelten. Er schnurrte. Rückblickend betrachtet, tat er das wohl eher, um mich zu beruhigen, und nicht umgekehrt. Mittlerweile wurde auch das Klo benutzt.

Es ist 20:31

Jetzt liegt er auf seinem Thron im Wohnzimmer und beobachtet durch große Fenster was sich draußen tut. Regen. Autos. Menschen. Er wohnt jetzt im ersten/zweiten Stock und muss übers Stiegenhaus ins Freie. Aber das Freie ist bald da. Und so viele Häuser gibt es da nicht. Dafür aber einen Bauern mit Kühen und Hunden, die bellen.

Ab 21:00

lag er auf seinem Thron und döste vor sich hin, bis die Menschen sich um 22:30 schlafen legten.

Nachts

Nachts war Gobbolino etwas unruhig. Einmal kam er von selbst und lag auf meinen Füßen. Einmal jaulte er von draußen (er kannte sich wohl nicht aus) und kam dann schnurrend in meine Arme gekrochen. Ein anderes Mal holte ich ihn, und irgendwann ist er wohl draußen am Thron eingeschlafen. Früh morgens fand er sich hinter der Couch wieder (die oben und auf der Seite mit einer Decke abgedeckt ist, sowie der Boden, damit er einen wirklich geschlossenen Rückzugsort hat – neben den zig Katzenhöhlen in diversen Kästen).

Es ist 7:20 am nächsten Tag

Vorhin spielten wir ein wenig. Bisher macht er noch keine Anstalten, raus zu wollen. Ein wenig Sorge habe ich, dass er sich im Stiegenhaus fürchtet, da sich noch 5 weitere Parteien im Haus befinden. Aber daran wird er sich vermutlich gewöhnen. Hoffe ich.

Es ist 9:21

Er liegt hinter der Couch und schläft. Manchmal streckt er sich, dann rollt er sich wieder ein.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge mit Katzen!, Gobbolino

Zwischen 5 und 9 Uhr

Manche von euch kennen es sicherlich:

Zwischen 5 Uhr früh und so ca. 9 Uhr kriecht diese hässliche Anxiety hervor. Immer zu dieser Uhrzeit. Davor schlafe ich und danach flaut es ab und rückt etwas in die Ferne und wird unwichtig. Gibt es da ein seltsames Raum-Zeit-Gefüge?

5 Uhr

Zu dieser Zeit bereitet mir alles Sorgen und ich neige ja generell dazu, die Dinge über zu bewerten, mir unnötige Sorgen zu Allerlei und Allerhand machen (Was wäre wenn!? Aber jetzt ganz ehrlich, was wäre, wenn tatsächlich wenn, und hast du dir schon Mal überlegt, dass unter diesen Voraussetzungen und sie könnten wahr sein, ich meine, da fehlt nicht viel, es könnte durchaus sein – also hast du dir überlegt, dass vielleicht tatsächlich doch? Und sieh es mal so, dass wenn du es von der Seite betrachtest, also… so gesehen), ihnen mehr Raum als notwendig zu geben und scheitere nach wie vor an der „Ah, just f*ck it“-Einstellung bzw. an dieser „Kommt Zeit, kommt Tat und Rat“-Einstellung, an dieser, sich erst dann mit einem Problem zu beschäftigen, wenn es da ist. Ich denke mir: Wenn ich jetzt alle 12 Trillionen Möglichkeiten gedanklich durchgespielt habe, habe ich, wenn eine der 12 Trillionen Möglichkeiten zur Realität wird, bereits die Lösung! Macht Sinn, oder?

Anyway.

Das Allerschlimmste wird in Dinge, Aussagen und Handlungen interpretiert, alles, was schief gehen könnte, geht gedanklich schief und alles steht am Abgrund und es gibt keine Lösung, außer den Worst Case. Es gibt nur Verbrennung, Zerstörung, Void. Es gibt kein Entrinnen, nur die Konfrontation, in der Hoffnung, es wird besser und verschwindet. Aber das tut es nicht. Auch, weil es wiederkehrend ist. Selbst wenn die Antwort gegeben wird, es wird nur temporär besser, ein, zwei Tage. Dann kommt es erneut. Don’t worry. Ich habe es aktuell durchaus im Griff.

9 Uhr

So ca. ab 9 allerdings, lässt das Gefühl nach und eine gewisse „Logik“ setzt ein:

„Es ist nicht -jetzt- ein Problem, also kümmere dich darum, wenn es soweit ist.“

„Du kannst -jetzt- sowieso nichts dagegen machen, du stresst nur andere Leute damit.“

„Selbst wenn es so wäre, was kannst du -jetzt-, um 7 Uhr in der Früh dagegen tun? Du kannst niemanden anrufen deswegen, mit niemanden reden und auch keine Entscheidungen forcieren, damit du dich besser fühlst. Denk nach! Wenn es um 12, um 1 oder 3 immer noch da ist, dann kannst du mit jemanden drüber sprechen.“

Aber warum?

Ich frage mich was es ist: Ist es eine seltsame Hormon-Kombination, die frühmorgens einsetzt und alles durcheinander bringt? Ein Riss im Raum-Zeit-Kontinuum? Bin ich zu früh für meine innere Uhr wach und mein Serotin kickt erst ab 9? Oder weil alles ruhig ist, haben diese Gedanken „Platz“ und können herum geistern wie sie wollen? Weil nichts da ist, kein Geräusch und man mit seinen Gedanken sich selbst überlassen ist? Und das kann durchaus gefährlich werden.

Dieser Zustand hat übrigens nichts mit dem Umzug zu tun, er trat davor schon immer wieder auf.

Zurück in die Vergangenheit

Vielleicht sind diese 10-12h Arbeitstage ja deswegen eingeführt worden*, dass die Menschen sich nicht alle suizidieren oder im Wahnsinn enden, verbringen sie zuviel Zeit mit ihren eigenen Gedanken. Sie werden gestillt und beschäftigt. Vielleicht wurde eine tägliche Beschäftigung generell deswegen eingeführt.

Vielleicht ist es sogar eine Innovation aus der Zukunft, nachdem die 20h-Woche zu, nicht wie angenommen, psychischer und gesundheitlicher Verbesserung führte (zu Beginn schon, aber dann muss es wohl umgeschlagen haben) sondern zu mehr Depression weil Weltschmerz, sterbende Delfine, hungernde Kinder, Krieg und Elend plötzlich viel präsenter werden, da man plötzlich Zeit hat zu denken und man ja eigentlich, außer den eigenen Konsum in Frage zu stellen, tätig, nicht nur theoretisch, nichts tun kann und dem Hilflos ausgeliefert ist. Und wer garantiert, dass es damit getan ist? Die Menschen wurden/werden also müde, depressiv und kraftlos. Auch 20 Stunden waren angesichts der anhaltenden Sinn- und Denkkrisen nicht mehr möglich, sie wälzten sich im Bettchen hin und her und alles war schlecht, trübe und träge. Also beschlossen Wissenschaftler aus der Zukunft, die dem Elend nicht mehr tatenlos zuschauen konnten, zurück ins 21. Jahrhundert zu reisen und den 12h-Tag einzuführen, gerade noch rechtzeitig, als die Grünen und Linken dieser Welt den 30h-Tag einbringen möchten. Knapp vor den Abstimmungen, fälschte wer die Ergebnisse, ein paar Monate später fällt die Abstimmung, dass auch 12 Stunden am Tag gearbeitet werden darf. Einige Jahre darauf, wird es verpflichtend, die Menschen 12 Stunden, 6 Tage die Woche arbeiten zu lassen. Sonntags gibt es verpflichtende Fit-Kurse zwecks Versicherung und Work-Life Balance, denn nur wer Gesund ist, kann dem Unternehmen dienlich sein.

* Ich schreibe hier aus der Perspektive einer künftigen Gegenwart beziehungsweise einer bereits geschehenen Zukunft sowie einer, wie sie sich zugetragen hat, bestehenden Vergangenheit.

Währenddessen

Anyway, ich würde es wirklich gerne verstehen. Es könnte natürlich auch mit meinem immer wiederkehrenden Eisenmangel zu tun haben (I know, Arzt anrufen.. mach du doch!).

In diesen Momenten denke ich mir: Halte durch bis ca. 9, dann wird alles besser. Es wird eh schon besser, es rückt schon etwas in die Ferne. Und wenn nicht, dann sprich später darüber. Und wenn es aktuell keine Lösung dafür gibt, dann versuch dieser hässlichen Fratze, die sich von Unsicherheit und Zweifel nährt, nicht nachzugeben. Ignoriere sie! Es gibt noch andere Menschen, auf die du aufpassen musst.

Und wenn Unsicherheiten und Zweifel gerechtfertigt waren beziehungsweise sind, tja dann… wirds Zeit was an der Gesamtsituation zu ändern (oh, es ist 9 Uhr! Hallo Logik! My dear friend! Hallo Verstand! There you are! I missed you! Hallo Klugscheisserei! Nope, I didn’t missed you..).

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Just about Life, So sei es

And here we are..

.. schreibend aus der neuen Wohnung.

Sie misst, ich darf so offen sein, 72m², befindet sich in einem kleinen Dorf etwas außerhalb des Bergstädchens und kostet warm (also mit Heizung) ca. 890€, inklusive zwei Abstellplätzen (einen Outdoor, einen in der Tiefgarage) und einem sehr großen Kellerabteil (welches man durchaus untervermieten könnte, schließlich gibt es dort Strom). Der Preis ist okay. Man kann nicht klagen. Ein Garten wäre schön gewesen. Oder zumindest einen Balkon; aber dafür ist sie direkt am Wald gelegen (4 Gehminuten) und weniger als eine Minute zu einer großen Wiese, fern von jeglichen Straßen. Die Wohnung beherbergt zwei Zimmer, einen Wohn-Küchenbereich, und eine Abstellkammer.

Und heute Abend (also gestern) kommt Gobbolino. Von mir getragene T-Shirts und Decken sind bereits in allen Ecken verstreut, sodass er sich auch wie zuhause fühlen kann.

Aber.

Er hasst es eingesperrt zu sein.

Die nächste Woche, oder Wochen, werden wohl eine Qual für sich. Gestern (mittlerweile vorgestern) tätigten wir den letzten, langen Spaziergang durch Feld, Wald und Wiese, entdeckten einen neuen Weg (ich musste ihn dann die Hälfte der Zeit tragen, aufwärts, abwärts, durch Geholz und Gebüsch), und ließ mir Nachts eine Zecke aus dem Kopf zupfen. Wir verabschiedeten uns von der Gegend und ich hoffe, dass wir in der neuen genau so lange Spaziergänge machen können.

Es ist ungewohnt.

Es ist tatsächlich ungewohnt am Land zu leben und zehn Minuten zu gehen, bevor man die Bushaltestelle erreicht. Um zu Lancino (wir können mittlerweile mit Halsring Slalom (in allen Gangarten) und kleine Volten galoppieren) zu kommen, brauche ich jetzt allerdings eine Stunde für einen Weg. Aber dafür gibt es einen Mini-Supermarkt, wie in einem italienischen Feriendorf (nur ohne Hitze und ohne Meer) und einen Bienenzuchtverein.

Aber es ist ungewohnt.

So neu. So fremd.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Beiträge mit Katzen!, Gobbolino, Just about Life, So sei es, Weekly Stuff'ish