Von Dingens und dem kleinen Covid #0710

Dort kommt was Dunkles. Regen. Sturm. Gewitter. Aliens. Die Zombies aus ihren Schiffen werfen. Welche Alienlarven in Menschenkörper spucken. Aliens, die ihre Wirte essen. Die Wirte, die wieder zu Zombies werden.

Der Herbst bringt für wahr schreckliche Geschöpfe mit sich. So versinkt das Tal in nebliger Düsternis, während die Wälder sich besten Sonnenscheins erfreuen. So versinken die Menschen in Trübsal und Trauer, ein Therapeut buchte so eben seinen dritten Urlaub auf den Malediven, soviel Geld! Hätte er sich nie zu träumen gewagt, lasst den Nebel hier! Behaltet die Trauer, Trauer ist gut für den Menschen und dient zur Verarbeitung! Seid Traurig! Wie kann man das vermarkten? Da gabs doch mal was. Ach nein, das war für Jugendliche. Wie nennen wir es bei Erwachsenen? Ja, hmm.. egal! Behaltet sie hier!

Ich brauche Urlaub, ruft der Therapeut aus seinem Fenster und wirft die Hände in die Höh; der kleine Covid aber sitzt traurig auf der Bank. Seine Auslandsreise war zwar nicht gescheitert, aber auch nicht als Erfolg verlaufen, und so hatte er sich für eine Sitzung gemeldet. Er fühlte sich leer und antriebslos. Was hatte er falsch gemacht?

Was ist denn los, fragte der glückliche Therapeut, der bereits mit sich haderte, welche Bücher er denn nun mit auf Urlaub nehmen sollte. Auf keinen Fall Thomas Bernhard, nein, diese Art von Realität brauche er nicht. Vielleicht Cohleo, Choulia, Choeloaro? Nein, ihm fiel der Name nicht mehr ein. Dieser lästige Hipsterautor aller 21jährigen Intellektuellen denen Hesse zu langweilig geworden war. Das ist dünnes Eis, auf das du dich begibst, ruft der kleine Covid und reibt sich die Hände. Ihm ist kalt.

Aber du hast doch schon alle Herren und Weiber Länder heimgesucht, was möchtest du noch? Du hast doch das weiße Haus besucht, möchtest du nicht in die Politik gehen? Nein, sagte der kleine Covid, er möchte lieber direkten Kontakt und nicht so hinter dem Rücken armer Leut alles auspinseln und aushänseln was nur ginge, nein, das kann er moralisch nicht vertreten. Das ist doch nicht in Ordnung! ruft er, gänzlich bedrückt der österreichischen, politischen Zustände wegen. Das ist doch nicht in Ordnung! Und sowieso, machen sie es mir zu leicht. Was glauben sie denn, dass ich so ein läppischer Grippevirus bin? Nein, abschließen sollen sie alles. So ist das doch langweilig wenn sich alle darbieten und gerade nach mir rufen. Mich ja auch einladen, auf ihre Hochzeiten, wen interessiert das? Heiraten! Pah! Als junger Virus möchte ich noch etwas erreichen und mich anstrengend! Was soll denn das!

Aber kleiner Covid! tröstete der Therapeut ihn, die Stunde war bald vorbei, alles wird gut! Der Leistungsdruck, du musst dich dem nicht aussetzen, nimms gemütlich, mach mal Pause, du musst es nur wollen! Aber schau, ich muss los, ich kann dich nicht weiter trösten, du wirst sicherlich Hilfe finden! Frag doch deine Schwester, Corona, sie ist immer so freudig und offen! So ein glückliches Mädchen. Sei mehr wie sie!

Der kleine Covid verließ traurig das Ordinationszimmer, wo bereits im Parterre die kleine Influenza wartete, sie war sehr schwach und blass, blass wie eine seltene Blume, fand Covid, blass wie die edle Gestalt hübscher Damen aus dem 19. Jahrhundert, blass wie.. oh nein, sie blickt her!

Influenza hatte seit je her einen gewissen Hass auf Covid, seit er das erste Mal nach Europa gekommen und ihr die Frühlingsgrippe weg genommen hatte. War sie es doch immer, die im Herbst und Winter die Leute nieder metzelte, sich in die Nasen und Bronchien und Lungen schlich. Und dann kommt da dieser chinesische Ausländer daher und nimmt ihr alles weg. Weg soll er! Was soll das! Und dann veranstalten die Leute auch noch so ein Trara darum, Lockdown! Shutdown!

HäNdeWaScHenN rEiChT aUs sagten sie, AuFpaSsEn! Aber nein, er bekommt volles Programm. Meine Fresse, aufpassen, die können mich mal, was soll denn das! Innerlich brodelte die kleine, blasse Influenza. Ja ja, sollen sie nur einen Impfstoff finden, ich kann mich zumindest weiter entwickeln aber dieser kleine Covid wird bald Geschichte sein! Vielleicht sollte ich den Wissenschaftlern helfen! Ja, das ist eine hervorragende Idee! dachte sie sich und kicherte in sich hinein.

Influenza blickte Covid mit hämischen Blicken und einem teuflischen Grinsen an. Aber der kleine Covid dachte gar nicht daran, dass sie ihn hassen könnte! wie denn auch? Sie waren beides Viren! Beide dazu geboren gleiches zu tun! Und so hübsch war sie! So blass. Und edel! Wie Marmor. Wie Porzellan! Oh, sie lächelt ihn an! Nicht hinschauen!

Ja, der kleine Covid hatte sich verliebt.

To be not continued…

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Eingeordnet unter Just about Life, Kreatives, Kurzgeschichten

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