Das Bezos-Paradoxon

In Ordnung, Jeff Bezos, Chef von Amazon, flog vor wenigen Tagen ins All. Gut, wäre jetzt nicht der großen Rede Wert, reiche Leute tun sowas immer wieder mal. Wer braucht eine 5. Yacht wenn man auch ins All fliegen kann. Eben.

In diesem Falle aber bestieg der Mann einen gigantischen Penis und danke Jeff, danke, dass du den Penis-Humor aus dem Kindergarten wieder zurück gebracht hast. Zusätzlich wird die Popkultur die nächsten zehn Jahre dieses Thema in jeder einzelnen Produktion persiflieren. Und jede weitere Produktion wird versuchen die voran gegangene zu überbieten, und ja, ein paar gute Witze werden sicherlich dabei sein. Welcome to Paradise.

Jetzt gibt es Leute, die sagen, mit seinem Einkommen, welches sich sekündlich verzehnfacht, könnte er Covid besiegen, die Armut und Ungerechtigkeiten der Welt beenden. Er wäre der Heilsretter. Jede Stadt hätte eine Straße, ein Kirche und einen Tempel mit seinem Namen; in jedem Dorf stünden statt Spar und Aldi, Amazon Vertriebsstellen. Er wäre der meist geliebte Mann der Welt, Friedensnobelpreisträger, gefeiert und hochgelobt – und dumm.

What?

Was hat sie gerade geschrieben?

No way.

Unfollow!

But, wait!

Wieso sollte ein Mann, dessen System auf Armut und Ausbeutung beruht, dieses beenden wollen? Ja darum! Aber er wäre dann ja immer noch reich und ihm würde nichts abgehen, also, warum nicht? Weil, darum!

Never touch a running System, deswegen!

Ich nenne dieses Phänomen statt Kapitalismus, was ja eigentlich selbiges ist, ab jetzt das Bezos-Paradoxon, weil, in diesem speziellen Falle, ein einziger Mann, für den gesamten Weltfrieden verantwortlich sein und dem Kapitalismus das Genick brechen könnte, aber es nicht tut. Statt dessen dankt er seinen unterbezahlten Angestellten, dass der Flug in einem gigantischen Penis gelingen konnte.

Paradox? Zynisch? Logisch? Who cares!

Aber warum bekommt Bezos die Ehre und nicht Gates?

In unserer Post-Kapitalistischen Welt ergibt es mehr Sinn, dieses Phänomen einem Mann zu zuschreiben, in dessen Warenhäuser die gesamte Welt „schnell mal X“ bestellt, die Angestellten in Flaschen pinkeln und mit Sensoren auf ihren Fleiß überwacht werden und dabei auch noch richtig schlecht verdienen, als jemanden, der mit Windows jetzt nicht sooo viel falsch gemacht hat. Warum nicht Musk? Weil Musk ein Kind ist, zu unwichtig. Und warum nicht Jobs? Weil Apple reichlich überbewertet wird.

Zumindest das macht Sinn, oder?

Und natürlich wäre es im Sinne der Welt, des Klimawandels, unserer Kinder und Enkel und aller, mir, dir und sowieso allen, gut und sinnvoll, wenn er Armut und Co beenden würde – aber tbh – unser Leben sähe dann auch anders aus und wer weiß, ob uns das so gut gefallen würde.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Just about Life, Kulturelles

Eine Antwort zu “Das Bezos-Paradoxon

  1. Ich warte nicht darauf, dass einer der großen Milliardäre wie Bezos oder Musk die Welt retten sondern dass einer von ihnen zu einem Superschurken wird. Das Geld und den Wahnsinn dafür haben sie. Folglich bräuchten wir einen Superhelden, entsprungen aus dem kleinen Volk, der dann die Welt von besagten Problemen befreit.

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