Archiv der Kategorie: Kreatives

CMYK und wie all meine Designs

plötzlich sinnlos und unbrauchbar geworden sind.

Willkommen in der Welt von ADHS und „Oh mein Gott, ich bin so motiviert, ich schaffe zig Designs an einem Tag und schau wie gut ich mit Inkscape und Maus (bitte, ich hab das mit Maus gemalt) umgehen kann, bis drei in der Nacht, schau nochmal 20 Designs, aber welche lad ich hoch, und oh mein Gott, jetzt hab ich 5 Shops und tbh, das sollte ich wirklich ständig machen, ich hab Talent dafür, let’s do this, wait, schau, die Katzen schauen echt super aus, was, warum gefällt es dir nicht? Ach egal, mir gefällt es und es ist super, ich finde, ich sollte eine ganze Reihe davon machen!“

Bis zum bitteren Aufwachen als Tassen bestellt wurden, und die Farben ganz und gar nicht dem ideal entsprachen..

„Für den Druck eignet sich am besten das CMYK-Farbprofil, während sRGB am besten geeignet ist, um Designs im Internet anzusehen. Um von beidem das Beste zu erhalten, empfehlen wir dir, dein Design zunächst im CMYK-Farbprofil anzulegen. Bevor du das fertige Design hochlädst, solltest du es aber ins sRGB-Profil konvertieren.“

And guess what:

„But Inkscape cannot output CMYK color files, CMYK exists only as a color selection possibility. Even worse problem with Inkscape and CMYK is that Inkscape knows nothing of real CMYK printing. The shown text Euroscale Coated v2 is the name of one generic CMYK printing color profile.“

(insert mental breakdown)

Was mach ich jetzt?

Idk..

Mit Krita weiter arbeiten.

Oder gar nichts.

Ich bin auf die bestellten Taschen gespannt.. nein, ich hab Angst.

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Shop me!

Also gut, meine lieben Follower und Followerinnen.

Ich habe etwas für euch.

Und zwar:

Einen Online Shop!

UNFOLLOW!!!!

Nein, wartet!

Es ist lediglich ein Account auf einem Shop.

So wartet doch!

Ich verkaufe doch nicht getragene Socken oder sowas, die armen Socken, nein, es sind Designs! Von seltsamen Katzen mit altklugen Sprüchen. Aktuell auf RedBubble über ich mir aber zu expandieren, aber wohin? Gibt es denn noch so viele Seiten? Wie machen die Leute das?

Tja, was mache ich?

Das hier:

Und wie mache ich das?

Mit Maus und Inkscape.

So, jetzt liegt es an euch!

Kauft was!

Macht mich glücklich!

Und Gobbolino, der freut sich dann auch!

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Föhnsturm, Nebel und Sonne

Täglich, so grüßt der Regenbogen, heute bereits zum zweiten Male, von der anderen Seite des Horizontes, erstreckt er sich über Land und Tal, bis hin zum nächsten Berge, um ja sicher zu gehen, dass das lästige Volk den Topf mit Gold nicht erreichen kann. Denn was würden diese Leute mit soviel Gold machen? Für sinnlose Dinge ausgeben und ihr Leben weg werfen, den Kapitalismus stürzen und die Welt in eine sozialere und gerechtere gestalten wollen. Nein, das ginge auf gar keinen Fall, wer würde sich dann noch darüber freuen? Na eben!

Das Wetter hingegen weiß nicht so recht was es tun soll: Stürmt es früh morgens, 200km/h, verwüstet Gärten, Balkone und Pflanzen, tröpfeln kleine Regenschauer über den Tag verteilt über die Länder. Gegen Abend folgt etwas Nebel, der allerdings so schnell dahin zieht, dass man dessen kaltes Händchen nur kurz spürt, kurz eingehüllt wird von Nässe und Feuchtigkeit, bis diese gänzlich wieder sich aufgelöst hat; ähnlich der Sorgen der Menschen, wenn etwas anderes, nichtigeres ihre Aufmerksamkeit erhascht und sie von dem ablenkt, wovon sie sich sowieso ablenken wollten.

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Von Dingens und dem kleinen Covid #0710

Dort kommt was Dunkles. Regen. Sturm. Gewitter. Aliens. Die Zombies aus ihren Schiffen werfen. Welche Alienlarven in Menschenkörper spucken. Aliens, die ihre Wirte essen. Die Wirte, die wieder zu Zombies werden.

Der Herbst bringt für wahr schreckliche Geschöpfe mit sich. So versinkt das Tal in nebliger Düsternis, während die Wälder sich besten Sonnenscheins erfreuen. So versinken die Menschen in Trübsal und Trauer, ein Therapeut buchte so eben seinen dritten Urlaub auf den Malediven, soviel Geld! Hätte er sich nie zu träumen gewagt, lasst den Nebel hier! Behaltet die Trauer, Trauer ist gut für den Menschen und dient zur Verarbeitung! Seid Traurig! Wie kann man das vermarkten? Da gabs doch mal was. Ach nein, das war für Jugendliche. Wie nennen wir es bei Erwachsenen? Ja, hmm.. egal! Behaltet sie hier!

Ich brauche Urlaub, ruft der Therapeut aus seinem Fenster und wirft die Hände in die Höh; der kleine Covid aber sitzt traurig auf der Bank. Seine Auslandsreise war zwar nicht gescheitert, aber auch nicht als Erfolg verlaufen, und so hatte er sich für eine Sitzung gemeldet. Er fühlte sich leer und antriebslos. Was hatte er falsch gemacht?

Was ist denn los, fragte der glückliche Therapeut, der bereits mit sich haderte, welche Bücher er denn nun mit auf Urlaub nehmen sollte. Auf keinen Fall Thomas Bernhard, nein, diese Art von Realität brauche er nicht. Vielleicht Cohleo, Choulia, Choeloaro? Nein, ihm fiel der Name nicht mehr ein. Dieser lästige Hipsterautor aller 21jährigen Intellektuellen denen Hesse zu langweilig geworden war. Das ist dünnes Eis, auf das du dich begibst, ruft der kleine Covid und reibt sich die Hände. Ihm ist kalt.

Aber du hast doch schon alle Herren und Weiber Länder heimgesucht, was möchtest du noch? Du hast doch das weiße Haus besucht, möchtest du nicht in die Politik gehen? Nein, sagte der kleine Covid, er möchte lieber direkten Kontakt und nicht so hinter dem Rücken armer Leut alles auspinseln und aushänseln was nur ginge, nein, das kann er moralisch nicht vertreten. Das ist doch nicht in Ordnung! ruft er, gänzlich bedrückt der österreichischen, politischen Zustände wegen. Das ist doch nicht in Ordnung! Und sowieso, machen sie es mir zu leicht. Was glauben sie denn, dass ich so ein läppischer Grippevirus bin? Nein, abschließen sollen sie alles. So ist das doch langweilig wenn sich alle darbieten und gerade nach mir rufen. Mich ja auch einladen, auf ihre Hochzeiten, wen interessiert das? Heiraten! Pah! Als junger Virus möchte ich noch etwas erreichen und mich anstrengend! Was soll denn das!

Aber kleiner Covid! tröstete der Therapeut ihn, die Stunde war bald vorbei, alles wird gut! Der Leistungsdruck, du musst dich dem nicht aussetzen, nimms gemütlich, mach mal Pause, du musst es nur wollen! Aber schau, ich muss los, ich kann dich nicht weiter trösten, du wirst sicherlich Hilfe finden! Frag doch deine Schwester, Corona, sie ist immer so freudig und offen! So ein glückliches Mädchen. Sei mehr wie sie!

Der kleine Covid verließ traurig das Ordinationszimmer, wo bereits im Parterre die kleine Influenza wartete, sie war sehr schwach und blass, blass wie eine seltene Blume, fand Covid, blass wie die edle Gestalt hübscher Damen aus dem 19. Jahrhundert, blass wie.. oh nein, sie blickt her!

Influenza hatte seit je her einen gewissen Hass auf Covid, seit er das erste Mal nach Europa gekommen und ihr die Frühlingsgrippe weg genommen hatte. War sie es doch immer, die im Herbst und Winter die Leute nieder metzelte, sich in die Nasen und Bronchien und Lungen schlich. Und dann kommt da dieser chinesische Ausländer daher und nimmt ihr alles weg. Weg soll er! Was soll das! Und dann veranstalten die Leute auch noch so ein Trara darum, Lockdown! Shutdown!

HäNdeWaScHenN rEiChT aUs sagten sie, AuFpaSsEn! Aber nein, er bekommt volles Programm. Meine Fresse, aufpassen, die können mich mal, was soll denn das! Innerlich brodelte die kleine, blasse Influenza. Ja ja, sollen sie nur einen Impfstoff finden, ich kann mich zumindest weiter entwickeln aber dieser kleine Covid wird bald Geschichte sein! Vielleicht sollte ich den Wissenschaftlern helfen! Ja, das ist eine hervorragende Idee! dachte sie sich und kicherte in sich hinein.

Influenza blickte Covid mit hämischen Blicken und einem teuflischen Grinsen an. Aber der kleine Covid dachte gar nicht daran, dass sie ihn hassen könnte! wie denn auch? Sie waren beides Viren! Beide dazu geboren gleiches zu tun! Und so hübsch war sie! So blass. Und edel! Wie Marmor. Wie Porzellan! Oh, sie lächelt ihn an! Nicht hinschauen!

Ja, der kleine Covid hatte sich verliebt.

To be not continued…

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Von Dingens, #0210

Die Katze jaulte und möchte hinaus, so hatte ich sie doch vorsichtshalber eingesperrt. Aber nein, er möchte hinaus, Miau sagt er, kommt sogar in mein Zimmer, Miau sagt er, und sieht mich flehend an; der garstige Herbstwind aber sage ich, der Wind! Er weht dich weg, bis ganz nach, wer weiß wohin! Das ist egal, sagte der kleine Mauz, ich möchte hinaus und muss ganz Tirol von der Mäuseplage befreien die kommen wird. Aber zu Winters gehen doch die Mäuse in die Stadt! Entgegne ich ihm, aber nein, sie kommen aufs Land, widerspricht er, da gibt es mehr zu fressen als in der Stadt. Niemand, so habe er sich von einer Rabendame sagen lassen, verstreue mehr Brotkrumen für die Tauben, so bekämen auch die Mäuse nichts mehr und so zögen sie alle von der Stadt aufs Land. Quasi eine Stadt-Land-Flucht. Die Höfe, so habe sich Frau Rabe bevor sie Frau Maus verspeiste, sagen lassen, seien voll mit Korn und guten Dingen, die hunderte von Mäuse-Familien ganz locker durch den frostigen Winter bringen könnte, und so sagte der Mauz, muss er wohl die Mäuse aufhalten! Es könne doch nicht sein! Wenn er sich nicht mehr unter all dem Mais verstecken könne, so sollen auch nicht die Mäuse was davon bekommen.

Und so zog er von dannen. Die kleinen, weißen Pfoten wichen geschickt den fauligen Herbstblättern aus, die sich schon für den nächsten Spaziergänger bereit gelegt hatten. Wenn sie schon zum Tode verurteilt seien, und der Mensch dies als romantisch bezeichne, wessen Tod könne denn romantischer sein, als jener, der unschuldigen Blätter und ihrer dann fauligen Farbe? Zuerst habe er noch Schutz in ihrem Schatten gesucht, und dann erfreut er sich an ihrem Tod! Und so müsse der Mensch zumindest durch Schmerz, Armgebrech und vielleicht sogar mit einem Fall auf den Hinterkopf, daran erinnert werden, dass der Tod nichts schönes ist, selbst wenn er sich noch so sehr in tolle Farben kleidet, und vermutlich, so vermuten die Mäuse zumindest, vom eigentlichen ablenken möchte: dem bitteren, kalten, grauen und sicheren Tod im Winter.

Aber den Mauz kümmerte das nicht, er hatte vier Pfoten und ein hervorragendes Gespür für Gleichgewicht, ihn würde so leicht nichts aus den Pfoten werfen. Tapp tapp tapp. Nein, da war keine Maus. Tapp tapp tapp. Auch da keine Maus. Es sah wohl so aus, als gäbe es gänzlich keine Mäuse mehr. Aber wie kann das sein, Frau Rabe, mit welcher er immer Sumpfwasser zu lecken pflegte während seines morgendlichen Rundganges, hatte ihm doch davon erzählt – hatte sie ihn etwa belogen?

Plötzlich blitzten zwei dunkle Augen aus dem Gebüsch..

to be not continued..

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So aus dem Dings erzählt, #3009

Wintereinbruch im September. Wer konnte ahnen, dass der Streuner anfängt pünktlich zu Sonnenuntergang zurück zu kehren. Allerdings zieht er es mittlerweile vor, die erlegte Frühstücksmaus nicht mehr mir zu bringen, sondern sie selbst zu verspeisen. Dann sitzt er jeden Morgen im hohen Gras und wartet ab, bis seine Beute hinaus zur Arbeit schleicht, um die kleinen hungrigen Mäusemäuler zu stopfen. Und so werden sie verhungern müssen, wenn Mutter Maus, Mrs. Brisby, nicht mit ein paar Maiskörnern zurück kehrt. Aber immerhin gibt es ja noch die Ratten von Nimh, die sich um die kleinen Mäusekinder kümmern, und dem armen Kater hier und da Flöhe aufs Fell setzen, sodass er ganz grässlich geplagt wird und keine Zeit mehr hat, oder die Nerven, der armen Mäusefamilie hinter her zu jagen.

Auf 1000 Meter hat es bereits Schnee und dieser bleibt liegen. Die nächsten 9 Monate, gefühlt winterlich, bitterlich kalt und von Dunkelheit durchflutet, werden dem Menschen noch tief im Nacken sitzen, sollte der Lockdown, der Shutdown, das einsperren artiger Bürger, tatsächlich zu Stande kommen. Aber nein, erst wenn die Kapazitäten überlastet seien, dann! Und nur dann, zöge man es in Erwägung, die Schulen und Hallen und Häuser zu schließen, die Menschen einzusperren, zu pferchen, wie Mastschweine – um sie rechtzeitig, die bereits lechzen und gieren, wenn die Zahlen fallen, dem Wintertourismus aussetzen zu können, um Tourismus, die Wirtschaft und Wählerschaft, die heilige Dreifaltigkeit Österreichs, zu huldigen, zu heilen und daher zu kriechen, ganz gleich, die Kranken, die waren ja schon krank. Ganz gleich, wären sie halt daheim geblieben. Ganz gleich, wir haben an die Eigenverantwortung appelliert, sind ja alles erwachsene Leut! Ganz gleich! Wir haben alles richtig gemacht!

Es ist übrigens Ende September, worauf ein vielleicht angenehmer, herbstlich-warmer Oktober folgen mag, oder auch nicht, das Wetter unberechenbar, mag nie Folge leisten, was die Leut‘ vorher sagten. Mal schön, mal garstig, aber nie, was angesagt ist. Tja.

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RL & Internet: are we all mad here?

Im Real Life bekommt man viel weniger von schlechten Nachrichten, Trauerbekundungen und Wutmeldungen mit. Da wirkt es fast so, als existiere das alles nicht. Real Life, das neue Internet? Ein Zufluchtsort für jene, denen die (Internet) Realität (im Internet) zuviel wird!

So verbrachte (und verbringe ich hoffentlich auch desweiteren) überwiegend mehrere Stunden und Tage im realen Leben. Mit realen Menschen. Mit physischem Kontakt. Mit Gesprächen und durchaus interessanten Unterhaltungen und Tätigkeiten (wie Eislaufen!). Und dabei vergisst man all die Mühseligkeiten und Erschwernisse, wie sie im Internet zu finden sind; wie Social Media sie dir an den Kopf wirft: „Schau her! So schlecht geht es XY! Tu was! Spende!“ und wo politische Beschlüsse, Meldungen und Worte bis zum umfallen analysiert und den ewig drei gleichen Accounts wiedergekaut werden.

Und wenn die Türkei 300 Werbetweets pro Tag für tollen Badeurlaub (inklusive glücklichen Menschen) schaltet, frägt man sich unweigerlich, in welcher aller skurrilen Parallelwelten man sich eben befindet, oder ob dies wirklich die Realität ist, in welcher wir zu leben haben; und man sich dann die Frage stellt: But why? Und ob man nicht doch etwas komplett irrationales tun könnte, weils eigentlich komplett egal ist. Aber ja, I know. Für die Einzelperson wird immer alles und überall Konsequenzen haben, I know. I know.

Old but ain’t good anymore?

Es gibt nichts neues mehr im Internet: Du hast deine Persönlichkeit (und wechselst binnen Sekunden zur anderen, boring), du kennst all die Katzenbilder und Gifs und Memes (nicht zwangsläufig boring, aber wann hast du wirklich ein gutes Meme gesehen, also ein richtig, richtig gutes und originelles? Fein, Katzenvideos sind immer toll) und du liest die ewig gleichen schlechten News von korrupten Politikern, dem Klimawandel und wie wir uns alle anstrengen müssen („Geh mehr zu Fuß, steh halt früher auf!111!!!“), damit sich noch etwas ändert (tut es nicht), siehst Bilder von sterbenden Koalas und bedauerst, dass, solltest du irgendwann finanziell soweit gekommen sein, um dir einen 3 Wöchigen Australien Urlaub zu leisten, Australien vermutlich komplett verbrannt ist und es dort nichts mehr zu sehen geben wird. Daneben konsumierst du die ewig gleiche Werbung; Serien und Filme ähneln sich und bleiben einander gleich, die letzte Perle ist ewig her!

Ist das Real Life das neue Internet?

Gibt im Real Life doch mehr zu entdecken? Immerhin, kauft man keine Zeitungen und schaut man nicht fern, gibt es keine schlechten Neuigkeiten, außer die, die die Studenten am Tisch nebenan diskutieren. Aber sonst. Nada. Nichts. Klingt das nicht nach Himmel und Frieden?

Im Real Life gibt es Tiere! Man kann beispielsweise morgens Tauben auf Leitungen beobachten wie sie versuchen, auf die im Morgenstress hin und her huschenden Passanten zu scheißen. Aber okay, im Internet gibt es einen Tauben-Simulator, mit dem man das ganze Szenario vermutlich (oder mit ziemlicher Sicherheit) nachspielen kann.

Es gibt auch andere Menschen (denen man via Internet zwar entfliehen möchte), und beziehungsweise aber, wenn man sich nur ein wenig die Zeit nimmt oder auch die Muse, jemand anderen kennen lernen zu wollen, stellt sich heraus, dass diese auch interessant sind; und wann hast du letztes Mal wen online kennen gelernt und dich 6 Stunden straight unterhalten? Eben! Es ist eine Illusion zu glauben, man finde die richtige Person nur im Netz und im Real Life fast nie. Okay, sowas passiert auch nicht im Real Life besonders oft. Aber es passiert. Und auch wenn man glauben möchte, durch dieses Online-Nischenverhalten an exakt die eine Person zu kommen, so lasst es mich sagen: Auch das passiert nicht häufig. Also mir zumindest nicht.

Ich mag übertreiben, aber

Das, was im Internet einst rar war, gibt es in Überfülle. Die Einzigartigkeit gewisser 1’en und 0’en ist vorbei. Hello Capitalism!

Erinnere dich an die Anonymität früherer Chatrooms, eine ICQ-Nummer, nichts weiter. Und heute präsentierst du dein Leben auf Instagram, LinkedIn, Facebook, Twitter, Snapchat und profilierst dich mit richtigem Namen. Dein perfektes Leben (weil es ja echt so ist, ist es!) und Hey, hier bin ich! Seht mich an! Folgt mir! (Btw, ihr könnt mir auch via E-Mail folgen, ihr braucht keinen WordPress-Account…).

Wollte man früher nicht gefunden werden und hatte es vermieden, Spuren zu hinterlassen, legt man es heute darauf an, sich das perfekte Leben zusammen zu schustern (welch antiker Begriff, zu „schustern“) – oder, wenn schon nicht perfekt, dann wird zumindest das inszenierte Fehlen von Perfektion (die ebenfalls Follower abgreifen kann) beworben. Es gibt für alles eine Zielgruppe und Abnehmer. Go for it!

Diese gemütliche Nische, in der man Gleichgesinnte finden konnte, die gibt es fast („fast“, weil ich mir sicher bin, dass irgendwer mir hier widersprechen wird) nicht mehr. In der man anonym sagen konnte: „Ich mag X!“ Und jemand anderer antwortet: „Ich auch!“ In welcher, anders als heute, nur Anonymität gab! Außer man gestaltete sich eine mit Gifs überfüllte, glitzernde Homepage und wies die Leute extra darauf hin.

Dieses heimelige Gefühl eines IRC-Channels, der Tag und Nacht geöffnet war und nicht diese WhatsApp Gruppen, denen du wahllos, ja fast belanglos, hinzugefügt wirst, einfach so, weil grad lustig und sich binnen Stunden niemand mehr daran erinnert, dass da was war. Ja, ihr kennt es noch: Das persönliche und ehrliche Element in eben diesen anonymen Konversationen (oder mit anonymen Accounts), welches dem Vorgaukeln persönlicher (super mega geiler) Erlebnisse mit Klarname und einer öffentlichen Liste mit 567 „Gefällt mir“ Angaben (die abschätzen lassen (und sollen), wie jemand ist und ob sich der Kontakt überhaupt lohnt) konträr gegenüber steht. Das Internet ist durchaus das neue Real Life (ein Dorf! Wir sind bei Facebook befreundet!), sowie das Real Life zum neuen Internet verkommt (Niemand kennt mich mehr! Wer bist du?).

Exakt Schön, dass wir uns verstehen.

Are we mad?

Das Internet ist das neue Real Life und das Real Life das neue Internet.

Sicherlich lässt sich im Real Life nicht einfach eine neue Identität schaffen, aber verweigerst du dich Social Media, hinterlässt es den Eindruck (zumindest für andere), als wärst du jemand komplett anderer, oder zumindest jemand, den man nicht zu glauben kennt, was meist der Fall ist, dank gewisser Angaben (und Profilierung) und dergleichen. Und sicherlich ist das Real Life nicht mit der konstruierten, geschaffenen digitalen Welt zu vergleichen. Hier gibt es lästige Verpflichtungen, die tatsächlich schwerwiegende Konsequenzen haben können. Wobei auch Verstöße im Netz ebenfalls schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Der (zumindest in unserer Erinnerung) freie und rechtlose, anarchische Raum der frühen späten 90’er und 00’er Jahre ist schon lange passé. Und natürlich wird mich gleich jemand darauf hinweisen, dass es den nie gegeben hat und wenn, in den späten 80’ern sein Ende fand und diese Person dabei war. Im DOS. Am Commodore. Okay, X-Gen, I get it.

Alles was einst Besonders war, ist Mainstream und trägt oft mehr Bedeutung (da mehr Verbreitung und Sichtbarkeit!), als manche Handlungen im Real Life es je täten oder getan hätten. Schaut euch zum Beispiel Liebesbeziehungen an: Da gibt es auf Social Media einen Eintrag von vor 3 bis 4 oder 6 Jahren und hätte man dies im Real Life wohl nie in Erfahrung gebracht, zermalmt man sich jetzt den Kopf über die Bedeutung dessen. Und dabei war das vor X Jahren! Ich meine, wie wahnsinnig ist das? Und obwohl man sich den rationalen Fakten bewusst ist, wirkt der Umstand viel gewaltiger. Ist so. Ihr habt das alle schon erlebt. Social Media is a bitch. Und weiter, warum postet sie dieses Meme in ihre Story? Will sie mir damit was sagen? Will sie auf etwas hindeuten? Warum? Und wenn das andere sehen?! Und warum liked er gerade diesen Beitrag? Was hat das zu bedeuten? Und warum? Und warum dies? Und warum jenes? Yes, we’ve all been there. Auch du, lieber Leser. Auch du. Und da wir alle um diesen Umstand wissen, macht es das zumindest ein wenig leichter. Und wem es immer noch schwer fällt: Selbstironie hilft. Wirklich.

Oder wann habt ihr das letzte Mal eure Telefonnummer zwecks einem Telefonat und nicht für WhatsApp hergegeben? Ihr seht was ich meine: Diese frankenstein’sche Symbiose zwischen Real Life und Internet ist eigentlich das schlimmste von allem und widerspricht den zwischen den Zeilen zu lesenden Thesen dieses Beitrages!

Sucht der eine Zuflucht im Netz vor der weitreichenden Tragik des Real Lifes, den ewig lästigen Verpflichtungen oder zumindest ein wenig Friede und Ruhe, wird sie ihm erschwert; denn selbst im Internet wird er mit ausreichend Facetten des Real Lifes konfrontiert die dessen Anonymität zu Nichte machen; und seien es nur zielgerichtete Werbeeinschaltungen. Und versucht sich wer komplett aus dem digitalen Wahnsinn auszuklicken, nun, für den schauts noch schlechter aus.

Ich stelle erneut die Frage, leben wir in der skurrilsten aller Welten? Und wenn ja, warum verhalten wir uns dann so? Let’s get mad!

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[#WritingFriday] Week 25

Thx Gina für die Erinnerung zum Writing-Friday; die Erinnerung kam allerdings vorletzten Freitag – und ja. Wirds halt die Woche veröffentlicht, who cares. Ich würde mich gerne öfters aufraffen etwas zu posten, aber mei, was solls.

„Ein Brief an dich

Oh, du lebst noch? Sehr schön. Wie sind die Temperaturen im Altenheim? Sind die Leute nett? Du wohnst doch im Altenheim, oder? Kinder hast du keine und Männer sterben im Schnitt zehn Jahre früher als Frauen. Und nachdem du dich einer 60 Stunden Arbeit immer verweigert hast (wie Vater Staat es in den 20ern angeordnet hat), hat dich also die Altersarmut heimgesucht und du vegetierst halt so dahin. Hast kaum anständig zu essen, aber das haben die anderen auch nicht, gibt eh nix mehr, seit alle Containerschiffe und auch der Flugverkehr abgeschafft wurden; und seit der Boden zu trocken und ausgelaugt ist für die Saat, leben wir alle von Astronautennahrung, aber hey, immerhin steht da: Mit Fruchtzusatz! Und mei, der Klimawandel hat alles ein wenig entrückt, und die Möglichkeiten auswandern, sind aufgrund politischer Intrigen auch nicht besser geworden, also ja, was solls. Ich hoffe zumindest, du hast ein eigenes Zimmer. Immerhin sitzt deine beste Freundin, Madame (8) mit dir im gleichen Altenheim. Sie ist auch arm geworden. Wie du. Das Leben hat euch nach 50 Jahren Funkstille an diesem Ort wieder zusammen geführt. Das ist bitter. Aber immerhin habt ihr euch wieder, ist auch etwas oder?

Aber du hattest ein nettes Leben, oder? Ich hoffe, du hast das beste daraus gemacht, wenn nicht, wäre es sehr dumm von dir gewesen. Bestenfalls schreibst du einen Brief an dein junges Ich und schickst ihn in die Vergangenheit um genau das zu verhindern!

Siehe da, es hat geklappt! Du hast was aus deinem Leben gemacht und dir einen vitalen 70jährigen geschnappt und lebst gemeinsam auf einem Bauernhof mit einem Haufen Katzen, Hunde und Pferden und Schafen. Und natürlich deiner vierspännigen Ziegenbock-Kutsche! Du bist die crazy old lady, die Sonntags mit weißem Gewand und wallendem Haar ausfährt, mit geschnitztem Stab (Luis hat ihn dir zum 3jährigen geschenkt, er hat ihn selbst geschnitzt. Unglücklicherweise hat er sich dabei einen Finger abgeschnitten) auf der Seite, wie eine alte Zauberin durchs Dorf trabt. Auf der Schulter natürlich die Katze, wie es sich gehört.

Ja, diese Zukunft erhoffe ich mir eher für dich, aber seien wir realistisch, es wird erstes Szenario werden. Wenn überhaupt. Wenn die Welt nicht in X Jahren untergehen wird, verbrennen, zerbombt, überschwemmt, ausgetrocknet und die Leute sich gegenseitig für eine Packung Müsli umbringen werden. Aber vielleicht hört die Politik ja auf die Jungen, die jetzt demonstrieren und aufzeigen was Sache ist. Haha! Der war gut. Nein, bleiben wir pessimistisch. Bestenfalls schickst du nochmal einen Brief in die Vergangenheit und bittest dein Ich, auszuwandern, auf den Mars vielleicht? Der soll ja bald besiedelt werden.

Tja dann, genieße dein Leben solange es noch geht!

Grüße von einem jüngeren Ich!“


WEITERE THEMEN:
  • “Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.” Wie geht die Geschichte weiter?
  • Du kannst plötzlich fliegen. Würdest du jemandem davon erzählen? Was tust du mit dieser neuen Fähigkeit?
  • Deine Vorratsdosen starten einen Aufstand, berichte davon.
  • Was bedeutet Freundschaft für dich?
  • Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich.

DIE REGELN:

  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spaß und versucht voneinander zu lernen

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Der Planet, der bereits Parkplätze hatte

Wir landeten spät nachts mit unseren Raumschiffen auf einem fremden Planeten.

Vor uns lagen Parkplätze auf Pflastersteinen, aber das verwunderte nicht. Wir bauten unser Lager auf. Ein Crew-Mitglied versuchte in das innere der Gebäude zu gelangen, aber die Türen ließen sich nicht öffnen. Meine Freundin und ich verbrachten die Zeit derweil mit Dokumentation der Umgebung. Wir wollten alles festhalten, was wir auf diesem fremden Planeten erlebten, immerhin würden wir ab jetzt unser restliches Leben hier verbringen. Ein wenig später druckten wir die Fotos aus und bemerkten, dass es bewegte Bilder waren – auch von fremden Menschen, die wir nicht kannten. Es erinnerte mich etwas an die Zeitungen aus Harry Potter, nur dass die bewegten Bilder auf den Fotos viel länger in der Dauer und unterschiedlicher waren. Und ich fragte mich, warum wir jetzt Druckerpapier für die Menschen verschwendet hatten, die wir gar nicht kannten und überhaupt, warum waren die da oben?

Wir wollten unseren Fund den anderen zeigen – und da fielen mir die Pflastersteine auf. Wieso gab es hier Pflastersteine? Es lebte also schon wer hier? In einer Garage sahen wir kleine Häuser, und ich dachte mir, warum wir nicht in eines dieser aufstellbaren Gartenhäuser ziehen, anstatt in unseren Zelten zu wohnen. Man könnte sie draußen aufstellen, aber draußen ist es zu gefährlich und hier, in der Garage, wäre es geschützt vor Witterung und Meteoren. Unsere Zelten hielten dem sicherlich besser stand, als diese vorgefertigten Häuser.

Von irgendwo her hörten wir Stimmen. Als ich den Teppich beiseite schob, sah ich darunter Licht. Da wohnte wer! Plötzlich öffneten sich kleine Spalten und wir sahen Menschen. Menschen, die wie Tiere bei Massentierhaltungen in kleinen Käfigen gehalten wurden. Andere Menschen schnitten sich aus dem Fleisch Stücke heraus, aßen diese und schlugen auf deren Köpfe. Sie lachten dabei. Nicht jene, die die Menschen, die in den Käfigen waren aßen, sondern die anderen, die, die gefangen waren. Sie lachten. Offenbar gefiel es ihnen, eingepfercht zu sein und entstellt und aufgegessen zu werden. Bald stellte sich heraus, dass es die herrschende Klasse war, die in den Käfigen lebte und gerne gefoltert wurde. Ja, sie wollten es so!

Wir wollten fliehen, aber man versicherte uns, dass uns nichts passieren würde, solange wir keine Religion mitgebracht hätten oder sie ausübten. Alles war gut. Wir aber blieben skeptisch.


Interpretationen, anyone?

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Wähle weise!

Leute – das wars.

Ich gebe das bloggen auf und werde Hipster-Buch-Autorin beziehungsweise Hipster-Cover-Illustratorin. Und seien wir uns ehrlich: Die Cover sehen aus, als könnten die Bücher tatsächlich schon irgendwo erschienen sein, nicht? Und zwar nicht nur als Selfpublisher, sondern bei einem düsteren Hipster-Ende-der-Welt-Verlag. Nicht?

Das ganze wird eine Quadrologie werden. Unglücklicherweise verschwand der vierte Teil auf mysteriöse Art und Weise, während einer unbekannten und ebenso mysteriösen Krankheit (als Erklärung dafür, dass nichts zusammen passt, im vierten Teil übrigens wird alles aufgelöst): Regel Nummer 1, um in die ewigen Gedanken anderer einzugehen: Kreiere ein Mysterium!

Regel Nummer 2: Sei aktuell. Sei anders. Sei normal. Aber nicht so normal, dass der Normalsterbliche sich an deiner Normalität langweilen möchte, nein, sei anders normal. Sei aber auch nicht so anders, dass niemand was damit anfangen kann. Nein. Sei die Hure der Normalität! Der Name, ein Konglomerat aus Moderne, Hipster und Tradition, perfekt geeignet und eine hervorragende Mischung für ein interessantes Projekt.

Und Regel Nummer 3: Lasse die anderen im Ungewissen, ob du es ernst meinst oder dir lediglich einen Witz erlaubst.

Um das ganze etwas spannender gestalten: Ihr dürft entscheiden, welcher Band zuerst geschrieben werden soll – und welchen es dann für nur 2,22€ auf Amazon (Hipster mögen Kapitalismus) zu erwerben geben wird. Ich weiß gar nicht, ob ich die Cover überhaupt verwenden darf, welche ich mit dieser hervorragenden App Snapseed gemacht habe, vermutlich nicht. Wir werden eine Lösung finden. Anyway..

Wählt weise!

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