Archiv der Kategorie: Kritik und Rezension

Kritik und Rezension zu Buch, Film, Musik und Zeugs

„Reign“, Season 2

Es wird zur Vorsicht geboten, denn so trashig und schrecklich und schlimm und peinlich die Serie teilweise ist, genau so schnell findet man sich Abends vor dem Monitor wieder, um die Serie zu bingen. Und wenn man nicht aufpasst, beginnt man sich in die Serie zu verlieben! Oh, too late.

Heavy Spoiler Alert!

Weiter gehts

Der Blonde, Francis, hat also seinen Vater, den Mad King getötet, und ist jetzt König. Die Pest ist nah und er reitet zur Frau, die seinen Bastard gebärt (Marys Freundin Lola btw.); und Nostradamus verliert in der zweiten Season massivst an Attraktivität ohne seinen Bart – aber das macht nichts, er verschwindet bald aus der Serie, wäre er auch fast gevierteilt worden. Oh, und Mary tendiert Richtung Cersei. Und Catherine di Medici wird immer besser – richtig gut sogar: Don’t beg! Queens don’t beg! It makes you look weak! So sehr sie um das Leben ihres Sohnes fürchtet, steht sie Mary, wenns hart auf hart kommt, mütterlich wie freundschaftlich zur Seite. Im Gegensatz zu ihrer eigenen Mutter, die nur an den Thronfolger denkt. Aber Mary lässt sich das nicht länger gefallen:

„I am more than a marker to hold an alliance, or a breeder for the next generation or the next. I am my own person. A woman grown, and tonight I realize that I am utterly and completely alone. But when I look at you, I feel I am better for it.“ – Mary, Queen of Scots

Catherine di Medici ist teils villain, teils anti hero; und hat ihre richtig guten Momente, die die Serie richtig gut machen, und nicht nur ihres Trash- oder Eyecandy-Faktors wegen. Nein, sie ist neben Mary der Hauptgrund, die Serie zu schauen. Außerdem spielt Megan Follows sie hervorragend.

Intrigen, Krieg und Religion

Die Pest hält Einzug am Hof und es ist alles abgeriegelt. Ganz viele Cast Members werden gehen müssen. Der Demon-Mensch mit den spitzen Zähnen hat die Pest übrigens auch voraus gesehen, und, in dem er kleine Kinder isst und Menschen opfert, versucht zu vermeiden. Alsbald er tot ist, fallen die Sterne vom Himmel und verkünden das Unheil.

Noch über 22 Folgen! Und sobald die Pest überstanden war, prügeln sich Protestanten mit Katholiken und Francis unterschreibt auf Druck von Lord Narcisse (der laut einem geheimen Journal richtig gut im Bett sein soll) ein Edikt, welches besagt, dass Katholiken jetzt Protestanten abschlachten dürfen. Mary ist davon gar nicht begeistert. Die Queen-Mum rät ihr, ihre romantischen Vorstellungen endgültig zu begraben, dass sei nicht das, was Ehe ist. Es gehe auch schließlich um das Wohl der Länder!

Seit der hübsche Bastard nicht mehr love interest ist, hat er kaum mehr ordentliche Screentime. Und es gibt Geister! Die suchen übrigens auch Catherine heim, zeigen ihr ihre toten Kinder, die ermordet wurden. Von ihrer eigenen Tochter. Nein, die Nanny hat das Fenster offen gelassen, als der König sie in sein Bett lockte. Moment, die lassen sich aber nur von Händchen öffnen. Wait a Second, wars doch die eifersüchtige Mätresse? Und wait, ist das Catherine mit einem Hau-drauf-Gegenstand? Egal. Drama, Baby!

Soap Opera continues

In gefühlt fast jeder Folge verspricht sich das Hauptliebespaar, sich nie mehr zu belügen und immer ehrlich zu sein und keine Geheimnisse mehr voreinander zu haben. Und was ist? In der nächsten Folge wird wieder belogen und betrogen was das Zeug hält.

Die Beziehung zwischen Mary und Francis ist knapp an der Grenze zum Schmerzhaften. Immerhin haben sie auf die verkitschte Romantisierung von arrangierten Ehen diesen Brocken fallen lassen. Immerhin etwas. Denn sie alle wissen, in Vernunft, und das wird oft und kühl betont, dass Ehen unter Edelleut nur dazu da sind arrangiert zu werden und man eben das beste daraus machen soll und natürlich lieben sich dann all die Paare und alles ist super und clean.

Greer, die eigentlich in den Küchenjungen verliebt ist, heiratet den etwas älteren, reichen (aber gütigen und guten) Lord Peppercorn, ein Händler der mit Gewürzen handelt, weil er ihr Sicherheit bieten kann und ihre Schwestern großzügig ausstattet und ihr Mitsprache in seine Geschäfte gibt. Da er aber Protestant ist, muss er das Land verlassen und nachdem seine Gelder, die er zum Bau einer protestantischen Schule gespendet hatte, hinter seinem Rücken dazu verwendet wurden, ein Attentat auf den König zu verüben, verliert auch Greer alles. Meine Güte, Leute, redet halt miteinander! Greer muss gehen. Und sie wird zur Madame, die ihre Mädels aufmotzt und auf teure Parties bringt. Lord Peppercorn sitzt im Gefängnis und sie fängt wieder was mit Leith, dem Küchenjungen, an, der jetzt Standes-technisch über ihr ist.

Und auch Keena, die ehemalige Mätresse des Königs, die in dessen Wahnsinn mit Bash, dem feschen Bastard, verheiratet wurde; beginnt eine intime Beziehung, auch wenn Bash nur mehr die dreckige Arbeit seines Halbbruders verrichtet, Leute mordet und hier und da mal auftaucht. Allerdings hält die Ehe nicht. Er geht in den Norden (Bastarde werden immer in den Norden geschickt), aber sie soll seinen Namen behalten, bis ein reicher (und guter!) Mann sie ehelichen will, der Bourbonen-König jedenfalls wollte das nicht.

Interessanter ist jedoch Lady Lola, die durch ihre direkte Art jeden Mann um den Verstand bringt: wie Lord Narcisse, der den König blackmailen wollte – und sie erst dann will, wenn sie nicht Betrunken oder auf Drogen ist. Der böse Gegenspieler und aktuell demütiger Untertan, der im Hintergrund lauert, ist ein Frauenversteher, da schau an.

Und dann ist da dieser attraktive dunkle Protestantenprinz Condé, dessen Bruder ein kleines Königreich zur spanischen Grenze besitzt und die es einst, als Francis jung und krank war, auf den Thron abgesehen habe. Nein, ihr glaubt doch nicht was ich glaube oder?

Ich dachte ja, der ist nach ein zwei Folgen wieder weg, aber nein: er verliebt sich in Mary (no na nit) und da auch er Protestant ist und fliehen muss, haut Mary mit ihm durchs Fenster ab und fährt zu seinem Bruder. Kann Mary nicht mit dem durchbrennen? Er steht eh auf verheiratete Frauen. Und natürlich läuft was! Und Mary findet es höchst unfair, dass Francis Mätressen halten kann und sie nicht; ist ihre Ehe gerade nur ein einziges Chaos. Francis gibt ihr, nach a bissl Mimimi (Sie darf kein Kind von ihm haben, denn der Thron wäre in Gefahr! Aber er darf 100 Bastarde zeugen wie es ihm beliebt. Beschissene Regelung btw.), die Freiheiten, die auch er besitzt und wird er ihre Affäre sogar beschützen! Wenn es ihr gut tut – dazu gibt es übrigens eine Vorgeschichte, denn Mary findet zu dieser Zeit, nur beim Prinzen Schutz und Francis gewährt es ihr. Nett von ihm.

Dumm nur, dass dieser ein Angebot von Queen Elizabeth I. bekommt, dieses aber ausschlägt. Dumm nur, dass er es über Wochen in Erwägung gezogen hatte (immerhin ist Mary verheiratet und er wäre immer nur Lover im Geheimen und nie König) und Mary sauer auf ihn ist und ihn nie wieder sehen will. Dumm nur, dass er Elizabeth quasi doch heiratet und dumm nur, dass alles bei einem Feuer vernichtet wurde und dumm auch, dass alles inszeniert wurde und ja, ihr seht das Drama.

Aber immerhin gesteht Francis ihr nach der ersten Hälfte der Season alles – warum er sich so arschig verhält und wirklich ein Pain in the Ass ist beziehungsweise war. Aber jetzt muss er ein König sein, der Angst und Schrecken verbreitet! Irgendwie sind die Blonden in Serien immer etwas mad. King Aerys, Daenerys und Cersei; the Man in Black (Westworld), jetzt dieser Kollege hier. Mir fallen sicher noch weitere ein, während die dunklen gut sind.

Thema: Vergewaltigung

In einer Folge verbrennt Mary ihren Vergewaltiger. Davor hat sie ihm die Kniekehle durch geschnitten. Die anderen zwei Attentäter sind auch tot, gemeinsam mit dem protestantischen Prinz rächt sie sich.

Alles, was um diese Szene und das Ereignis aufgebaut ist, ist kontrovers. Es ist immer die Frage, wie eine Vergewaltigung eingesetzt wird: Ist es der Push, der die Frau „stärker“ macht und ihre Geschichte voran treibt – dann ist es ungerechtfertigt. Dann ist sie lediglich Mittel zum Zweck und soll zurecht kritisiert werden. Nicht durch männliches Zutun soll die Geschichte einer Frau entwickelt werden, sondern durch sie selbst heraus.

Passiert sie, weil sie zig Frauen passiert? Dann ist es okay – denn es passiert. Leider, und darf nicht durch „ignorieren, weils schlimm ist“, tabuisiert werden. Nein, Vergewaltigungen und wie Frauen damit umgehen, dürfen gezeigt werden.

Adelaide Kane spielt die Szenen, die sich über Folgen hinweg ziehen, in der sie kein Mann, nicht mal Francis berühren darf, sehr sensibel. Sie spielt sie stark, und gleichzeitig verletzlich. Sie tut, was von ihr als Königin gefordert wird. Catherine, die sie unmittelbar nach dem Vorfall aufklaubt, sagt zu ihr: Sie muss stark sein. Die anderen entscheiden ob sie als Opfer oder Unberührt aus dem Unglück heraus und in die Geschichte eingeht. Sie muss zeigen, dass sie unberührt ist. Mary schluckt die Tränen runter und stellt sich dem Volk: Gar nichts ist passiert. Dass es ihr nach ihrer Rache nicht besser geht, ist auch klar.

“We’re going to change your clothes, fix your hair. We’re going to erase any mark of their hands on you. We are. We are going to do this for you, and for Francis, and for Scotland and for France. They tried to diminish a king tonight by degrading a queen and they will not succeed. Cause the world will never know what they did to you … These next moments of your life will either define you as a victim or a powerful queen untouched by a failed assassination attempt. They will define who you are perceived to be, your place in history. Do not let them win. Trust me. Trust me and let me help you. Trust that I can get you through this because I swear to you that I can.” – Catherine di Medici

In diesem Falle war Mary davor bereits stark und ihre Geschichte von Umständen und Intrigen der Politik getrieben – aber auch von ihren eigenen Handlungen, und nicht nur, weil Männer sie dahin drängen.

Das Leben ist generell von Männer bestimmt, und Frauen akzeptieren das. Dieser Umstand wird, wie bereits erwähnt sehr nüchtern reflektiert – und trotzdem trifft Mary viele eigene Entscheidungen und neben dem ganzen Trash-Faktor, punktet die Serie dahin gehend. Sie zeigen, den Umständen entsprechend, eine starke Frau. Die Serie nimmt sich Zeit, sehr viel Zeit, dass Mary ihr Erlebnis verarbeiten kann. Sie zeigt, dass es okay ist, nicht okay-zu-sein und sich Zeit zu nehmen – und dabei trotzdem stark sein kann.

Die Kritik, dass Catherines Akt in Richtung Stillschweigen von Sexual Assault Survivors geht, ist berechtigt – und man darf sich auch nicht auf historische Authentizität hinaus reden, darauf hat diese Show keinen Anspruch. Aber die Art wie Mary damit umgeht und die Zeit die man ihr gibt, und dadurch auch auf die Nachwirkungen aufmerksam macht, dass es okay ist, nicht okay zu sein und sich Zeit zu nehmen, behandelt die Serie sehr gut. Es wird nicht nur geredet, dass es okay, sondern auch gezeigt, über die Dauer der Folgen hinweg.

Zusammenfassung

Natürlich sind die erzkatholischen Kirchenmänner des Papstes schwul. Es wird aber auch nichts ausgelassen. Sobald bekannt wird, dass der König nach einer Mätresse sucht, bringen die Edelleut ihre Töchter zur Vorstellung. So sehr mich Francis nervt, muss man ihm diese Entscheidung, ihr ihre Affäre zu belassen und diese zu beschützen anrechnen. Immerhin liebt er Mary, und will nur ihr bestes, aber sicherlich auch, weil er sich schuldig fühlt. Wir erinnern uns auch an die Prophezeiung, ihm geht es mittlerweile doch etwas schlecht gegen Ende der zweiten Season, immerhin verlässt er die Serie in der dritten. Aber nachdem Bash die Erstgeborene, das Schlossgepenst, das Mary öfters ihr Leben gerettet hatte, tötet, geht es ihm wieder besser.

„Today I am King. I will punish those who defy me. Remember your son. Do not test my power, and do not tempt my fury.“ – Mary, Queen of Scots

Mary muss sich kontinuierlich entscheiden: Will sie noch mehr Geliebte verlieren oder ihren Thron beschützen oder ihren Gefühlen zu folgen. Es endet meist damit, dass sie geht. Dann gibt es noch Unruhen in Schottland und sie muss in Frankreich bleiben, weil sonst der König geschwächt wäre und geh bitte, was ist das für eine fragile Herrschaftsform?

Mary muss erkennen, dass ihr Status immer Gift für Liebschaften sein wird, die ihr emotional wichtig sind. Nur ein König kann an ihrer Seite sein, alle anderen reißt sie ungewollt mit in die Tiefe von Hofintrigen und dem Gerangel um Macht. Arme Mary. Was das betrifft ist die Serie gut. Durch die Liebschaften zeigt sich ganz genau, was Mary haben darf, was nicht, wie sie damit umzugehen hat und was ihr bleibt. Adelaide Kane spielt die gebrochene und wieder zusammen geflickte Königin perfekt.

Greer, eine Edeldame, eröffnet ein Brothel und sieht damit alles erfüllt, was sie je wollte: Sicherheit. Und diese findet sie in ihrer finanziellen Unabhängigkeit. Ist das nicht eine nette, feministische Botschaft? Und natürlich einen Mann, den sie liebt (der ehemalige Küchenjunge, der ihre Ehe mit Lord Peppercorn annullieren lassen will) und von dem sie nicht abhängig ist.

Catherine ist eine eifersüchtige Frau. Ich verzeihe ihr viele Morde und Intrigen, aber dass sie das Lieblingspferd ihres Geliebten alias Lord Narcisse schlachten und ihm zum Mahl servieren lassen hatte, ging um einiges zu weit. Aber: Wir haben hier eine Frau Ende 40 und man gesteht ihr ein Sexleben zu. Das ist selten! HBO, geh scheißen! Reign schafft, was viele sich so ernannten Serien mit starken Frauenrollen nur mäßig auf den Schirm bringen mit Leichtigkeit. Catherine hat Sex. Oft. Ja. Ältere Frauen haben Sex. Aber vielleicht, weil sie Macht hat? Nein: In einer Szene, weiß ihr Lover nicht mal wer sie ist. Sie hat Sex mit jüngeren und gleichalterigen Männern und das gehört viel öfter auf den Schirm.

Sonstiges

Leider denke ich mir bei historischen (Sex-)Szenen oft, dass die Leute einfach ewig lang weder geduscht noch gebadet haben (und die meisten keine Zähne mehr hatten).

Ich frage mich auch, ob die Pferdefarben-Wahl in Filmen und Serien was aussagt? Meistens haben die Frauen das weiße Pferd, der Mann die Schwarzen. Der Gute den Schimmel und der Böse prescht mit Black Beauty davon. Diesmal reiten sie beide braune Pferde.

Etwas was ich wirklich nicht packe ist, wenn Leute an den Zügeln rumreißen. Sieht das keiner vom Filmset, dass das Tier sich unwohl fühlt? Gibt es keinen Reitlehrer, der sagt: Dude, halt deine Hände ruhig, gib ihm Zügel! Und vielleicht ein angenehmeres Gebiss? Und wie sich manche Leute in den Sattel schmeißen! Man steigt sachte auf und ruhig und lässt sich nicht, besonders kein 90kg Typ, in dessen Rücken fallen. Denken die Leut nit mit? Ich glaube, wie sich jemand in den Sattel setzt, ob er plumst oder sich galant setzt, sagt viel über dessen Charakter aus. Zumindest aber, über dessen Körperbeherrschung.

Zu guter Letzt: Hat Mary eben einen „Jon Snow“ abgezogen und ihren Geliebten, den Prinzen, der nach dem französischen Thron greifen wollte, für the greater good geopfert! She did it first! Mary did it first!

Season 3, here we come.

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„Sydney White – Campus Queen“

Es war einmal 2007.

Die College Queen, sie heißt Witchburn und ist still the fairest of them all, auf der College hot or not-MySpace Seite (dafuck MySpace!?) führt ein gemächliches Leben. Bis Sidney White auftaucht, Tochter eines Klempners und einer Verbindungs-College Legende. Sie, die als einzige Dunkelhaarig ist, wurde von Bauarbeitern aufgeklärt und aufgezogen, kann Dinge reparieren und schleppt ihre Comic-Sammlung im Koffer auf die Uni.

Was sich a bissl trashig und dumm anhört, ist bis zur Hälfte durchaus ganz amüsant und gelungen. Danach verfällt es leider dem Reiz des Klischees.

Once upon a time

Im abgefuckten Haus, genannt The Vortex, leben die sieben Freaks und Außenseiter, die Geeks und Nerds, Austausch- wie Langzeitstudenten. Die halt, die niemand haben will. Die Tür knarrt, hier und da bricht ein Feuer aus und Queen Bitchy will es abreißen; sie ist generell nicht ganz so happy mit ihrem Leben, denn Tyler Prince, der Prinz, hat sie verlassen und jetzt flirtet er auch noch mit dieser neuen! Das Leben ist wirklich kein Zuckerschlecken. Damn.

Sidney, die dank ihrer Mutter ein Quasi-Anrecht auf einen Platz im Verbindungshaus hat, besteht die Prüfungen nicht, die übrigens recht creepy sind und einen Klischee-Nerd ins Lächerliche ziehen. Tja. Wie es denn so kommt, hat sie nirgendwo hin zu gehen, es regnet und sie klopft an deren Tür. Natürlich wird sie aufgenommen, in eine WG voller Jungs, die noch nie engeren Kontakt zu einer Frau hatten. Lustigerweise, ja natürlich kommt es zum Date mit dem Prinzen, beraten die Geeks sie dann im Bezug auf die Kleiderwahl.

Ich weiß, man sollte die Nerd-Szenen nicht nett finden, weil auch TBBT eigentlich an der Ablehnung und sich über Nerds lustig machen, trotz Repräsentation, nichts geändert hat, vor allem die Misogynie dahinter, oh boy, trotzdem – die Szenen sind nett. Wenn ich die Charaktereigenschaften der Zwerge und das Märchen besser kennen würde, könnte ich jetzt sicherlich die Charaktere zuordnen. So sind sie halt alle irgendwie eigen.

Sidney will die Nerds mobilisieren, dass sie sich Queen Bitchy stellen – im Studentenrat (der aktuell von eben dieser kommandiert wird). Oh, und es gibt eine Avengers-Anspielung, noch bevor die Avengers überhaupt den Massen bekannt waren!

Und natürlich, was wäre ein Teenie-College-Drama ohne toxische Maskulinität? Der Prinz versucht sie mit inszeniertem Gesang und Rosen in der Bibliothek zu einem Date zu überreden. Sie sagt nein. Und siehe da, er hört erst auf, wenn sie ja sagt und mit ihm ausgeht. It’s always the same.

Nebenbei hat Bitchy das Haus der Geeks gekapert nachdem auch der Prinz meinte, der einen Abend dort abhängt und zockt (nein die Alphaboys vögeln nicht nur die ganze Zeit, sie zocken auch), dass das Haus sehr herunter gekommen sei. Sidney entschließt sich, die Jungs in den Rat zu katapultieren und nach dem der Langzeitstudent nicht antreten darf, weil er nicht mehr studiert und vor 6 Jahren fertig geworden ist, tritt sie an.

Bald ist Sidney auch Number 1 bei Hot or Not auf MySpace im Jahre 2007 (sind wir damals wirklich so rumgelaufen?) und muss jetzt einen „social death“ sterben. Und das bedeutet, dass Bitchy Queeny zu einem Hacker geht. Und der Hacker wohnt im Keller, im Dunklen, wie Hacker das tun und überall sind Screens mit… was exakt? Soll das Code sein? Egal, Hauptsache er schickt ihr einen Virus und es ist, ja, tatsächlich, man glaubt es nicht, ein vergifteter Apfel! Der löscht dann ihre Rede. Oh mein Gott.

Achja, der Prinz hatte die Geeks dann auch noch auf eine Party eingeladen, ihr wisst ja wie das endet. Sie belegen übrigens fast alle Politikwissenschaft. Und in der Politikwissenschafts-LV diskutiert man über Modern Campaigning und warum wählen gehen so wichtig ist! Eine Message! Der Film hat eine Message!

Gegen Ende debattieren sie und nachdem die Junges sich angestrengt haben, stehen jetzt auch die Campus Army, die Amish People, Grufits Musiker und sonstige Leut hinter Sidney. Wait, what? Und am Ende steht jeder auf und sagt, warum er ein „Dork“ (=Trottel, Idiot, usw.) ist. Und niemand mag mehr Queen Bitchy.

Muss man den Film gesehen haben? Hm. Man kann.

Btw. Hab ich das jetzt richtig verstanden, einer der Nerds hat was entwickelt, dass ALLES vorher sagen kann, wirklich alles, das Verhalten von Atomen und Spielergebnissen und er verkauft es für nur 10 Mio. an eine Wettseite? 10 Mio.? Ernsthaft jetzt? War das viel Geld um 2007? Nicht oder?

PS:

„The friends you meet in college, will be the friends for life“ sagt die verstorbene Mutter. So true. Miss you, Madame (8)

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„The Discovery of Witches“, Season 1

The Discovery of Witches ist eine Sky-Produktion und liefe sie bei Netflix und werbe mit der Kategorie „Starke Frauenrolle“, müsste ich wohl den Monitor aus dem Fenster schmeißen.

Leider ist die Serie zu gut gemacht, sprich das Budget war da, als dass sie liebevoller Trash sein könnte. Und leider verfehlt die Serie es, den Charakteren etwas sympathisches mit zugeben, und so ist es einerlei, würden sie plötzlich alle sterben. Die Serie nimmt sich zudem, trotz der übertriebenen Handlungen ihrer Protagonisten, selbst zu ernst. Nein, sie wird nicht in die Liga des „Lovely Trash TV“ aufgenommen, sondern steht, im Moment noch für sich – Hand in Hand mit Klischee und etwas Drama.

Worum gehts?

Es gibt Vampire, Hexen und Dämonen. Sie ist eine Witch, er ein Vampir (can I make it any more obvious), 1500 Jahre alt und hatte sich seit seiner Frau (die von Krankheit dahin gerafft wurde) nie mehr „gemated“. And guess what.. Natürlich finden sie zusammen!

Aber nicht ohne etwas Stalking und romantischem Auflauern im Dunkeln, denn er ist zuerst nicht an ihr, sondern an einem Buch interessiert (welches die Herkunft von Vampiren, Dämonen und Hexen klären könnte), und welches nur sie herbei rufen kann. Als er sie schnuppert, warnt er sie, sie solle gehen, sonst muß er sie verzehren. Ein edler Ritter ist er, dieser alte, weiße Vampir (Gibt es einen speziellen Grund, warum alle mächtigen Vampire meist alte, weiße Männer sind?). Aber als er bemerkt, dass er sie liebt, ist das alles kein Problem mehr. Auch die Schwiegermama findet den Tabu-Bruch okay, weil eigentlich ist Interspecies-Sex verboten, und das seit Jahrtausenden! Und niemand hat es je gebrochen. Außer sie. Und das bedeutet Krieg! Spoiler: Es gibt auch Zeitreisen!

Das Hexen-Dasein hat die Hauptdarstellerin nie interessiert, typisch auch, dass ihre Eltern von Hexen umgebracht wurden, und sie die mächtigste von allen und der Vampir eigentlich ein guter ist und durch Forschung bemerkt, dass alle Rassen schwächer werden und langsam aussterben, bis es nur mehr Menschen gibt. Ja, es gibt einige Themen, die nicht wirklich erklärt werden.

Eine tragische Geschichte: Die einst unabhängige Frau wird zum liebeshungrigen Weibchen und der Stalker zum edlen Ritter. Die Serie basiert auf einer dreiteiligen Buchreihe und ich frage mich, ob das nicht wieder so ein dubioser Twilight-Fanfic ist.

Kritik und Zusammenfassung

Man könnte meinen „The trash is real!“ aber nein, die Serie nimmt sich zu ernst dafür, die Charaktere sind dahingeworfen und berühren kaum bis gar nicht. Die Schreiberlinge sind tatsächlich von ihrer Sache überzeugt und kein Komiker wirft Witze in die Runde und niemand versucht sich mit irrwitzigen Ideen zu übertrumpfen. Nein, sie versuchen sich an das Script zu halten und lassen jegliche Originalität vermissen.

Aber sie bleiben modern konsistent: Vampire können im Tageslicht gehen, auch ganz schnell rennen, sind meist weiße Männer, während Dämonen People of Color und gesellige Kreaturen sind. Sie sind es auch die ein Forum für Kreaturen einrichten, damit man sich austauschen kann. Und die meisten Hexen sind Frauen. Oh, hallo Riversong!

Muss man die Serie gesehen haben?

Nein, muss man nicht. Steht man auf dieses romantisch verklärte Klischee von ewig währender Liebe und so, dann kann man sichs ansehen. So gesehen ist die Serie ja nicht so schlecht (und vermutlich werde ich mir die zweite Season auch ansehen), aber eben bis zur Grenze des erträglichen mit Klischees befüllt, beziehungs ausgefüllt, denn die Handlung ist so eine 0815-Vampire-Love Story mit etwas Gentechnik und Zeitreisen. Ahja, und Cliffhanger am Ende.

9 Kommentare

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„Reign“, Season 1

Reign ist eine Serie, die man der unendlich hübschen Hauptdarstellerin wegen schaut, und hofft, je länger man dabei bleibt (die Serie ist eigentlich richtig schrecklich), man etwas von dieser Schönheit abbekommt. Nur etwas. Ein kleines Stück.

Es ist ein Mittelalter-Popsong mit einem Soundtrack, der etwas an die Buffy-Indie-Ära erinnert – jene Musik, die Tweens (das Zielpublikum) auf chilligen Unikonzerten hört. Der historische Anspruch liegt bei 0,1; selbiges gilt für die Kostüme, die von einer Taylor Swift pre-1989-Tour stammen könnten. Aber das ist egal: Denn darum geht es nicht.

Die Serie ist Drama und Trash und erfüllt alles, wonach Guilty Pleasure verlangt. Und es gibt Eyecandy, viel Eyecandy, abgesehen von Mary Stuart und ihren vier Ladies.

Source: CW.

Worum geht es?

Die Serie erzählt das Leben von Mary Stuart, Queen of Scots und ihr Leben am französischen Court, ihre Liebschaften und Intrigen. Sie nimmt sich dabei viele historische Freiheiten und das ist vollkommen in Ordnung. Sie erhebt auch gar keinen Anspruch auf historische Korrektheit. Wikipedia sagt: „In interviews preceding the premiere, showrunner McCarthy described the show as deliberately taking liberties with history, and that it’s more „entertainment“ than history while actress Anna Popplewell referred to the show as „fantasy history“, exploring the characters in hypothetical situations.“

In Season 4 stirbt sie. Ihre Cousine und Königin von England, Elizabeth I. lässt sie enthaupten. Aber bis dahin, Drama, Baby, Drama!

Es heißt durchhalten: Season 1 hat 22 Folgen; und hatte mich das zu Beginn noch abgeschreckt, freue ich mich jetzt, dass Season 2 ebenfalls mit 22 Folgen ausgestattet ist, auch wenn Francis, Frankreichs Thronfolger und Iron-Fist-Like Charakter, gänzlich unsympathisch ist und erst in Sesason 3 sterben soll. Soll sie doch mit Nostradamus die Ehe eingehen (der den Tod Francis‘ nach ihrer Ehe voraus sieht und Catherine di Medici, die Frau des französischen Königs Henry alles tut, um diese Ehe zu vereiteln. /Bitch-mode on, get ready), oder mit dem feschen Bastard (der frei dazu erfunden wurde und auf keiner historisch bekannten Persönlichkeit beruht). Aber nein, der lernt dann irgendwann, für eine Folge, eine Art Ygritte mit Bogen kennen, im Winter, im Schnee. Come on, seriously? Season 3 hat nur mehr 18 und Season 4 16 Folgen.

Francis, so wissen wir aus der Geschichte, soviel bleibt akkurat, stirbt kurz nach Vollzug der Ehe (was übrigens korrekt dargestellt wird, mit all den Leuten, die den ersten Akt bezeugen – was aber nicht überall in Europa gängig war) mit jungen Jahren; er war ein Schwächling und sie waren nur zwei Jahre verheiratet. Dazwischen hegt sie eine Liebschaft mit Bash, dem Bastard des Königs, dessen Mutter einst Heidin und Mätresse des Königs war und ihn auf den Thron setzen will. Natürlich ist es ein Spoiler, aber come on; wenn der Charakter schon extra in die Serie geschrieben wurde, ja wozu wohl?

S01E14

Anhand von Episode 14 der ersten Season möchte ich darstellen, wie eine übliche Folge in etwa abläuft:

Der Mann der Prophezeiungen hat, glaubt nicht an das Böse, das im Wald lebt. Nur Menschen sind böse, aber nicht die Natur. Na eh, er hat ja eh recht. Er sagt übrigens auch, dass es nur Wissenschaft und keine Magie gibt. Er ist also der Haus- und Hof-Wissenschaftler, Seher und Arzt. Allerdings trägt Olivia (die Ex von Francis), die nach ihrem unerklärten Verschwinden wieder auftaucht, Bisswunden! Bisswunden! Auch wird ein Zahn in ihrem Rücken gefunden. Der König, der mit einer, von einem Land mit dem sie im Krieg stehen, vögeln wollte, hat sie aus Versehen ausm Fenster geschubst und somit getötet. Da war zufällig das Fenster und sie ist gefallen. Sowas passiert halt.

Aber es wird noch besser: Eine der Hofdamen und Freundinnen von Mary ist schwanger. Und jetzt ratet von wem. Von Francis natürlich! Denn als der zuvor ihre Ehre (aka Jungfräulichkeit) in einem Pariser Bordell beschützte (don’t ask), nimmt er sie quasi selbst. Aber mit ihrem Einverständnis. Sie mögen sich halt. Es passiert halt. Meine Güte. Francis aber ist mittlerweile mit Mary verheiratet. Die aber davor eine Liebschaft mit Bash hatte, dem Bastard, als die Möglichkeit, tatsächlich Anspruch auf den Thron zu haben, in Aussicht stand. Sie waren soviel besser zusammen.

In derselben Folge wird das Thema Abtreibung behandelt: Hätte sie doch bloß keinen Sex gehabt! Natürlich, die Frau ist wieder Schuld. Eh klar. Aber die eine kennt da wen, die jemand kennt, die wieder wen kennt. Die Abtreibungs-Szene zeigt, warum es wichtig ist pro choice zu sein und für sichere Abtreibungsmöglichkeiten zu sorgen. Ohne Stigmata und Druck und sonstige Hindernisse. Grausige Gerätschaften liegen auf dem Tisch, Fischerhaken und Messer, und alles ist dreckig.

Olivia liegt derweil im Krankenbett und es schüttelt sie gar schrecklich. I dismiss the Demons! Sagt der Pfarrer und sie ersticht ihn mit seinem eigenen Kreuz! Und es ist gefährlich. Es ist immer gefährlich. So gefährlich, das alle immer ohne Begleitung rum laufen können, ausser das Budget reichte für demotivierte Statisten; die stehen dann im Hintergrund wo rum und versuchen wichtig auszuschauen.

Catherine di Medici schreibt einen Suizid-Brief (sie will ihrem Gatten (der sie eine Folge davor noch umbringen wollte) helfen). Das fliegt aber auf, weil die Tote gar nicht schreiben konnte. Aber es gibt ja einen Zeugen: ihren Lover. Dummerweise ist der aber schon tot. Und hier kommt der ermorderte Pfarrer ins Spiel. What? Sie haben den Pfarrer während der Folter zum Geständnis umgebracht?! Dafuck you weird French people! Und sie hat sich umgebracht, weil sie die Scham nicht ertragen konnte!? Na, don’t believe it.. Sie einigen sich darauf, dass sie ertrunken ist.

Ich denke mir dann: Wenn es Serien wie diese gibt, gibt es auch einen Buchmarkt für eben jene Konsumenten, und ich weiß leider, dass Trash-History-Romance-Novels wirklich gut ankommen. Soll ich meine Seele verkaufen und sowas schreiben? Aber, ganz ehrlich. Ich bezweifle wirklich, dass ich sowas großartiges zustande bringen kann. Aber wenn… dann könnte ich Milliardärin sein!

Historische Authenzität – 404 not Found

Je unwichtiger der Charakter, desto historischer’isher ist die Kleidung, die er tragen muss und je wichtiger (und hübscher) desto moderner und schöner die Gala- und Ballrobe. Mary und ihre Ladys kleiden sich ausschließlich in glitzernde haute couture und tragen ihre Haare mit wilden Zöpfen und hübschen Diademen.

Frock Flicks, die beste Seite, wenns um historische Akkuraität von Mode in Filmen geht, liefert einige gute Memes. Bitte besuchen. Ebenfalls lesenswert ist dieser Artikel, der sich leidend mit den Kostümen beschäftigt. Aber wie bereits erwähnt, historische Autzentzität ist letztranging, schließlich geht es um Entertaintment!

Zusammenfassung und Kritik

Lustig ist auch, dass über Folgen hinweg niemand frägt, wo eigentlich Character X ist? Und plötzlich taucht dieser auf. Einfach so. Wie ich mich auch schon bei Game of Thrones fragte: Gibt es keinen Korrekturleser, der sagt: „Ähm, sorry, aber des macht kan Sinn.“ Nicht? Nein? Ok..

„I don’t want it!“ ist wohl der meist genutzte Satz in britischen Kostümdramen. Niemand will den Thron aber alle bekommen ihn. Welch schweres, schweres Schicksal. Nein wirklich! All diese Intrigen und stetige Unsicherheit und Gefahr. Ich stelle mir das höchst schrecklich vor. Dazu noch arrangierte Ehen, und wie vernünftig alle sind.

Dennoch gibt es ausreichend Gründe die Serie zu schauen:

  1. Die Kostüme – sie sind wirklich großartig, und die Frisuren.
  2. Es ist eine großartige Soap Opera
  3. Catherine di Medici ist eine „mad psycho bitch“ – aber unfassbar großartig.
  4. und Mary Stuart eine Art Goth

Frock Flicks führt weiter aus:

„OK, I’m outing myself here. This is the real reason I keep watching. Mary Queen of Scots, as depicted in Reign, is a goth girl in looks and deed. She has long almost-black hair (not red as in history), and she wears a lot of black or other dark colors, especially when she needs to look strong. Black and red seem to be her “power” colors. Or she wears white (or even silver-grey) when she’s feeling melancholy. That hints at her romantic-fatalistic worldview, which makes me think she secretly listens to the Cure and the Smiths in a little room in the castle somewhere. She probably has pointy boots under those long black skirts too. She’s just like me! I’d wear a good 75% of what she wears, if, y’know, my days were filled with strolling around a candlelit castle and fretting about the state of my affairs. See? Just her job description is that of a goth. Naturally, I love this show, no matter how much it goes against the history I’ve been studying for the past 20-some-odd years. This is me, livin’ the dream.“

Source: Fock Flicks

Plus, Nostradamus is hot.

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„Salvation“, Season 2

Mittlerweile wissen wir: Es wird keine dritte Season geben, und somit werden nie wissen.. SPOILER [Text markieren, um zu erfahren] was.. Samson wirklich war.

Man muss leider sagen, dass die zweite Season nicht ganz so toll ist wie die erste. Der Komiker wurde gefeuert und stattdessen durfte ein Dan-Brown-Verschwörungs-Fan seinen Platz einnehmen. Dieser wird zwar zu Scrabble Abende eingeladen, aber man mag ihn auch nicht so besonders; wirft er ein Konzept nach dem anderen in den Raum, welche nicht ganz soooo stimmig sind. Seine Schreibweise versucht, das trashige Element etwas zu entschärfen und bringt Langeweile mit sich. Es dauerte tatsächlich länger, bis ich die zweite Season durch hatte.

Fließender Übergang von Season 1 zu Season 2

Die Handlungen der ersten Season sind weitreichend: Es kommt fast zu einem Angriff russischer, nuklearer Sprengkörper und Tech-Milliardär Darius Tanz schickt 160 Menschen, darunter Grace (seine OnOff-Liebelei), sowie Harris (FBI Chief und Graces‘ Ex) und Bardame Fiona (Harris‘ Affäre) in den Bunker. Dort verbleiben sie 5 Tage. Darius dachte offenbar an alles: es gibt Bäumchen, Pflanzen und frisches Essen. Alles, was man auf dem Mars hätte brauchen können. Nach dem 4. Tag passiert ein Selbstmord, oder war es ein Mord?

Ganz gleich, es wird recht früh aufgeklärt, dass es nicht Russland, sondern Re/Syst (die Hackergruppe!) war, die den nuklearen Sprengkörper in den Orbit verfrachtet hatte und Forderungen stellen: 30 Wissenschaftler wollen sie, um eigens an einer Lösung zu arbeiten, und vor allem wollen sie Liam (den MIT-Studenten) sowie Prof. Croft und Tanz Ind. als Hauptquartier. Vize Präsident der USA Darius zieht derweil ins weiße Haus. Re/Syst bringt Alicya mit, die einst für Darius gearbeitet hatte; und Liams OnOff Beziehung (diesmal mit Re/Syst) ist ebenfalls Thema, sowie Darius Versuche Grace zu erobern.

Soweit so gut. Sie versuchen die losen Enden zu nehmen und in die neue Szenerie weiter zu verspinnen. Es gelingt bedingt.

Season 2

Liam arbeitet an einem Solar Segel, während Darius mit einer überdimensionalen Railgun versuchen will, den Asteroiden Samson vom Kurs abzubringen. Natürlich funktioniert beides nicht: die Railgun ist zu schwach und das Solar Segel zu klein – und bald arbeiten sie wieder zusammen. Darius ist mittlerweile Mr. President – Dank seinem Onkel Nic (der seit dem 19. Jahrhundert einer geheimen Sekte angehört, die sich Q17 nennt, hier hatte wohl dieser dubiose und unkreative Dan Brown-Fan seine Finger im Spiel) und der Meinung war, Darius sei einer von ihnen. Der Mord an der Präsidentin geht also auf sein Konto.

Yes, the Trash is real!

Wie bereits erwähnt, gibt es ein Spiel um den Thron und Bennett (der neue Gegenspieler), der sich via Social Media verbindet um den Mob zu steuern (jede Ähnlichkeit zu etwaigen aktuellen Personen ist vermutlich nur Zufall), wird schlussendlich vom Thron gestoßen, den er nie tatsächlich besessen hatte. Anhand dieser Auseinandersetzung möchte Darius den Flow des Internets unterbinden, Alicya aber findet, dass nur Diktatoren den Zugang zu Informationen verbieten und auch Liam ist davon nicht überzeugt. Sie schalten also das Internet ab, aber auch die Kontrolle über die Raketen, die Re/Syst noch im Orbit hat, sind weg und könnten binnen 15 Minuten auf ihren vorprogrammierten Zielen landen.

Darius (der sich mittlerweile wie ein verknallter Schuljunge aufführt wenns um Grace geht) hat nur wenig Zeit, das Internet wieder in Gang zu bekommen (auch weil das Video gesendet werden muss, in welchem der oberste Richter vom Kranken/Sterbebett aus (auf welchem er liegt, weil er Opfer eines Anschlags wurde…), seine Entscheidung für den wahren Präsidenten fällt. Sie finden sich im Darkweb zusammen (warum kommt Re/Syst nicht früher drauf?) und schaffen es mit vereinten Kräften, (den Bösewicht) Bennett zu erledigen, die rechtmäßige (aber bereits tote) Präsidentin zu erhalten (oder so – dammit!), die Stadt vor den Raketen zu bewahren und der Tag ist gerettet.

Und es wäre keine richtige Trash-Serie ohne eine Sekte, die den Untergang der Welt feiert und das Ankommen des Asteroiden willkommen heißt. Denn so wie die Dinosaurier einst ihr Leben für eine höhere Spezies lassen mussten, so werden auch viele Menschen ihr Leben lassen, denn sie akzeptieren.

We accept! Jillian (die Ex von Liam und mittlerweile persönliche Assistenten von Darius) wird erfolgreich eingespannt und von einem irren Sektenführer benutzt, um Pläne des Maxwell Colliders zu beschaffen (warum frägt sie nicht nach?) sodass dieser zerstört werden kann – und auch wird. Ja, es wird keine Railgun geben und Grace verliert die Hoffnung – sie habens irgendwann tatsächlich geschafft, zueinander zu finden. Für kurze Zeit. Denn als sie ihre Hoffnung verliert, sieht Harris seine Chance gekommen, da Abgeordnete nun einen fixen Platz im Bunker bekommen und(! viel wichtiger) deren Angehörige; und so macht er Grace einen Antrag. Er möchte sie und Zoe (die Tochter von Grace, die von Dylan, seinem Sohn und Re/Syst-Mitglied) schwanger ist, schützen.

Wait, What?

Genau so.

Gegen Ende versagt jedoch auch die bereits abgefeuerte Ladung der Railgun und verpasst den Asteroiden – wo lag der Fehler? Ja, ihr erratet es bereits. Nicht bei Tech-Genius Darius Tanz, welcher sich übrigens auch selbst aufopfern möchte und Salvation, sein Schiff, als letzte Instanz, selbst gegen den Asteroiden zusteuern will (aber seine letzte Nacht bei Grace verbringt, bis ihn Onkel Nic anruft), sondern… Tja, das Ende werde ich euch definitiv nicht verraten. Schaut die Serie selbst.

Abschließende Gedanken

Auch wenn der Trash-Klischee-Faktor und die Absurditäten sich mit jeder Folge nochmal übertreffen (man glaubt zwar nicht, dass es möglich ist), war es dennoch sehr unterhaltsam, der Serie beizuwohnen. Eyecandy Santiago Cabrera (welchen wir aus der ersten Season Heroes kennen, wir erinnern uns, Isaac Mendes, der Künstler, der die Zukunft malen konnte. Save the Cheerleader, save the world!) macht es einem natürlich einfach, nicht das Interesse zu verlieren, sein Charme überzeugt durchaus – aber auch der restliche Cast verrichtet gute Arbeit.

Was die erste Season mit dem Seasonfinale verschissen hat, macht das zweite wieder gut. Das Ende ist gut. Es ist offen, aber kein Cliffhanger. Es könnte genau so gut auch der Anfang von H.G. Wells‘ „The Childhood Ends“ sein.

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„Game of Thrones“, S08E04

Spoiler.

Ich stolperte letzthin über einen Artikel bezüglich Fan-Service und ob Game of Thrones in seiner letzten Season dem Willen der Fans nachgibt. Ja. Taten sie, was eine Horde von jammernden Fans nach sich zog.

Bis jetzt.

Jetzt kehrt die Serie dort hin zurück, wo sie begonnen hat: Die Schlacht um den Thron, den Krieg um die sieben Königreiche, Intrigen und familiäre Verstrickungen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Auch Fans der „alten“ Serie, bevor Hollywood seine Klauen im Spiel hatte, kommen wieder auf ihre Kosten. Naja fast, sie jammern immer noch.

Death Count: 2 (und ein paar Soldaten).

Die Episode begann mit einem gebührenden Abschied aller Gefallenen, die von ihren Heeresführern verbrannt werden. Es rührte zu Tränen. Ja, ich hatte feuchte Augen. Es folgt ein Fest, denn der Sieg muss gefeiert werden, die Meute motiviert bleiben – denn eine weitere Schlacht ist zu gewinnen – und markiert jeden Punkt, den Feste nun mal so an sich haben: Die biestigen Blicke der (quasi rivalisierenden (in diesem Falle politisch)) Frauen, da Frau die alleine dasitzt, trunkene Männer, die nur „ein wenig“ betrunken sind, Trinkspiele, Herzensangelegenheiten, jammernde Männer und Sex.

Verstrickungen und Verwirrungen

Hatte Daenerys Gendry Baratheon zum Lord of Storm’s End ernannt (taktisch klug), möchte dieser Arya zu seiner Frau nehmen: er sie liebe und möchte sein gesamtes Leben mit ihr verbringen! Aber Arya muss ihn enttäuschen: „I am no lady“; sie reitet mit dem Hound Richtung Abrechnung (Hello Cleganbowl! Hello Cersei!).

War die Affäre zwar nicht aus dem Nichts gegriffen und hatte ein Fundament (also nicht nur Fan-Service, aber auch), wie im letzten Beitrag geschrieben, spielen gewisse Differenzen und Lebensansichten doch eine große Rolle. Aber das muss ja nicht bedeuten, dass Arya Gendry nicht eines Nächtens besuchen kann.

“You’ll be a wonderful lord. And any lady would be lucky to have you. But I’m not a lady. I never have been. That’s not me.” – Arya Stark

Wenn wir gerade von Nacht sprechen: Dem Willen der Fans Tormund mit Brienne zu paaren, wurde nicht nachgegeben und so zog man es vor, dessen Herz für eine Nacht zu brechen, nur um ihn danach in den Norden zurück kehren zu lassen. Der Süden (also der Norden) sei kein Ort für ihn und Ghost geht mit. Jon verzichtet darauf, ihn (Ghost) ein letztes Mal zu streicheln, dafuck Jon? Du hast den Thron nicht verdient! Tormund ist sowieso das bessere Herrchen.

Brienne sollte es nicht besser ergehen: nach einigen Nächten mit Jaime (ja woll), reitet er im Morgengrauen Richtung Cersei: Er bekennt sich zu seiner Schlechtigkeit und alles was er je an Schlechtes getan habe, habe er für Cersei getan und nun, da Cersei im Begriff ist getötet zu werden (wie Bronn (oh, hey Bronn!) anmerkte, der Riverrun durch High Garden tauscht (bye Bronn!)), will er sie retten – oder selbst töten.

Cersei, die schwanger ist. Tatsächlich. Vermutlich von Jaime, was noch zum Disput mit Euron führen wird; Euron welcher Rhaegal tötet, und zwar zu Beginn und so vollkommen aus dem Nichts. Ja, ein Drache starb. Aber, es war leider abzusehen und überraschte mich nicht sonderlich, auch wenn mein Herz in Tausend Stücke zerbrochen ist. Eurons Stärke musste noch einmal demonstriert werden. Ja, er ist mächtig. Nur der Night King und Euron waren bisher in der Lage einen Drachen zu töten.

Was mich zu folgender Überlegung führte: Viserion war gegen Ende ein Untoter und hatte Daenerys, wie ihr Bruder Viserys quasi verraten. Rhaegal starb im Wasser, so wie Rhaegar von Robert Baratheon im Fluss ermordert wurde. Und Khal Drogo wurde von Daenerys erlöst. Bedeutet das, dass Daenerys ihr letztes Kind töten beziehungsweise erlösen muss?

Kurze Frage: Warum wird Drogon so nah geparkt? Euron hätte ein leichtes, ihn einfach abzuschießen. Und warum hat er das nicht getan? Er ist kein edler Ritter. Und warum hatte niemand Daenerys von den fetten Waffen erzählt? Und überhaupt, warum spricht sie den Mord ihres Vaters bei Jaimes Verhör an, aber nicht die Tatsache, dass er sie fast getötet hätte? Warum sagt Arya nicht, sie könne Cersei locker töten? Warum wurden keine ordentlichen Späher geschickt? Und warum hatte Dany Eurons Flotte vergessen? Dafuck?!? What the hell is thiz?

Queen Daenerys

Daenerys, die nicht aufgibt und das Leben Missandei’s opfert (Cersei hatte deren Flotte zerstört, Missandei gefangen genommen und im Tausch für Daenerys‘ Rückzug ihr Leben geboten) und sich für den Angriff vorbereitet. Missandeis letzte Worte waren: „Dracarys“ – was uns an den Anfang von Daenerys Weg als „Breaker of Chains“ erinnert, als sie die Sklavenhändler von Astapor verbrannte. Das Wort bedeutete „Freiheit“ für Missandei und die Unsullied. „Hölle“ für die Tyrannen.

Daenerys hat also alles Recht wütend zu sein und wahnsinnig zu werden – bedenkt man, dass sie aus dem Feuer mit drei Drachen geboren und im Denken befestigt und gestärkt wurde, für den Thron bestimmt zu sein. Dann sterben zwei ihrer Kinder, sie verliert ihre beste Freundin, ihren quasi Vater-Ersatz, die Politik treibt einen Keil in ihre Liebschaft und alles erscheint recht aussichtslos. Ich wäre verdammt wütend und hätte wohl auf der Stelle alles nieder gebrannt. Dracarys!

Ihre Berater sind dazu da, sich um den „State of Mind“ ihrer Herrscher Gedanken zu machen. Varys Priorität war und ist the Realm. Dessen Wohl liegt für ihn an erster Stelle und wenn Daenerys die Menschen von Queens Landing opfert, so weiß er – und teilt ihr mit – dass sie einen gewaltigen Fehler macht (das btw, sagt ihr Sansa davor schon), denn Daenerys, ist durchaus bereit, Menschen zu opfern, um die Tyrannei zu beenden. Varys hatte bereits unter 6 oder 7 Königen gedient, sein Ziel war immer das gleiche: Das Volk.

Aber, Daenerys liebt Jon. Und er liebt sie. Und er verzichtet auf den Thron; dass sie verwandt sind, scheint beide nicht zu stören. Sie zumindest nicht, bei den Targaryens ist es ja keine Seltenheit, er hingegen zweifelt vielleicht doch etwas? Daenerys rät ihm, das Geheimnis nicht seinen Schwestern zu sagen, denn wenn die Leute den Umstand kennen, dann interessiere es das Volk am wenigsten was er möchte, sondern dann müsse er sich dessen Willen beugen – und der Wille und die Loyalität des Nordens gehört Jon, soviel war während des Festes ersichtlich. Auch Varys erwähnt dieses Detail gegenüber Tyrion noch einmal und zeigt, was kommen wird. An dieser Stelle verweise ich nochmal auf Jenny’s Song.

Ist es im Norden üblich seine Tante zu heiraten, im Süden ist es ja einerlei, aber im Norden? Tyrion schlägt vor, sie sollten gemeinsam regieren, das würde den Norden und den Süden endgültig aneinander binden und Frieden sichern. Sansa aber misstraut Daenerys und die Stark-Kids wissen jetzt auch von Aegon Targaryen (Sansa, als Gelehrte von Littlefinger, weiß natürlich, was sie mit dieser Information zu tun hat). Jon aber will den Thron nicht, das betont er oft und häufig, und Daenerys hätte gut getan im Zuge von Gendrys Ernennung zum Lord, auch Sansa als Lady von Winterfell zu küren.

Tyrions Vorschlag klingt plausibel und vernünftig, und warum sollte nicht auch eine Frau regieren können? Varys aber macht ihn drauf aufmerksam, dass wenn es um Thronfolge geht, ein Schwanz durchaus notwendig ist, vielleicht nicht für die Herrschenden, aber für das Volk. Fuck Tradition!? Tormund, du hättest nach Süden gehen sollen.

Auch hat Tyrion ein wenig Angst vor Daenerys, sie scheint doch etwas ihren Verstand zu verlieren (zu recht!). Wird Jon sie retten können? Und werden sie gemeinsam regieren? Oder wird er zum Unwillen des Volkes auf den Thron verzichten, eine kurze Zeit an der Seite seiner Königin verweilen, um dann in den Norden zurück kehren, da ihre Regentschaft von Düsternis und Hass des Volkes durchzogen ist (und Einsamkeit) – und sie beide nicht mehr glücklich sind: Bis das Kind geboren wird.

Ich vermute Jaime wird die Prophezeiung erfüllen und Cersei ermorden, ich vermute auch, dass Daenerys davor erneut ihre Armee verheizen wird, bis Jaime sich in die Räumlichkeiten schleichen und Cersei töten kann. Oder Arya. Die Drachen werden tot sein. Warum greift sie nicht Nachts mit ihren Drachen an? Die Treffsicherheit der Menschen wäre deutlich geringer. Warum macht man solche Fehler?

Links, die mir über den Weg gelaufen sind

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#Not Today

„Fight like a girl“ ist keine Beleidigung mehr.

Selbst, wenn über die Jahrzehnte hinweg Frauen immer wieder mal in coolen Rollen präsentiert wurden (Sarah Conner, Ellen Ripley, Xena, Buffy und viele weitere), blieb der Eindruck, dass immer noch eine Lücke offen ist. Sicherlich gab es Merchandising und Talk und Tratsch und Co, aber irgendwie fehlte etwas. Es waren immer noch Frauen, „Für eine Frau voll cool!“ – Dann kamen Wonder Woman und Captain Marvel, die eine gewaltige Medienpräsenz mit sich brachten, manche Feministinnen zwar immer noch nicht zufrieden stellten aber immerhin little Fanbois verärgerten. Aber, es fehlte noch was.

Und dies trat am 29.4.2019 endgültig in Erscheinung. Und zwar so richtig:

A Girl as a name and her name is Arya Stark.

Gut, vielleicht pushen Medien das Ereignis unnötig in die Höhe (sagen die einen), und Fans hypen es, egal welchem Haus sie zugetan sind (Drecks Fanservice! rufen die anderen); und wenn wer auf Twitter meinte, die einen hatten den Mauerfall, die anderen #NotToday, so muss man sich doch eingestehen: Sie haben recht. Die, die das Ereignis pushen und die, die es hypen. Verdammt nochmal, sie haben recht! Und niemand hatte es kommen sehen – und dabei wäre es eigentlich offensichtlich gewesen. Auch, dass es bereits vor 3 Seasons geplant war, spricht für sich. Alles was bisher passierte, spricht dafür.

Zur Feier der Woche (auch wenn wir wissen, dass es sich um Game of Thrones handelt und der Aufbau Aryas zum raschen Fall führen kann), Aryas Kills über 8 Seasons hinweg:

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„Game of Thrones“, S08E03

The Battle of Winterfell – when winter fell in Winterfell.

Spoiler!

Die Katze weckte mich gegen 6. Zeit für Game of Thrones. Und ich muss sagen: ICH HATTE RECHT! Noch gute 10 Stunden davor, hatte ich ins Blaue hinein geraten, wer den Night King töten wird und tja Leute, ich sags ja nur ungern: Aber ich hatte Recht! Den kreischenden Aufschrei, den verstörten Blick der Katze, die noch neben mir gelegen hatte und meine Freude, kann man sich wohl bildlich vorstellen. Wir brauchen viel, viel mehr Arya Starks in unserer Welt.

What do we say to God of Death? Not today.

The Battle of Winterfell

Und es hagelt Kritiken: „So schlimm war der Night King ja jetzt eigentlich nicht, wenn ein kleines Mädel schafft den zu töten, oder?“ Und für einen Moment sah es aus, als ob Fanliebling Arya Stark ihre letzte Schlacht kämpft, aber hey, what do we say to the God of Death? Not today.

55 Nächte wurden für die Nacht der Nächte geopfert, ohne dass tatsächlich einer der wichtigen Charaktere, sein Leben hatte lassen müssen. Theon starb im heroischen Angriff gegen den Night King – der, wir wissen es, von vornherein aussichtslos war, aber immerhin dürfte Brans: „Everything you did brought you where you are now, where you belong, HOME. You’re a god man“ für einige Lacher gesorgt haben.

Beric Dondarrion hatte seine Aufgabe erfüllt und Arya gerettet (der Grund, warum the Lord of Light ihn so häufig zurück gebracht hatte), derer sich The Hound so liebevoll und väterlich annahm. Allerdings macht ihm Feuer nach wie vor zu schaffen, und als einsieht, dass die Toten nicht zu besiegen sind, weißt Beric ihn daraufhin, dass Arya dass anders sieht (die währenddessen um ihr Leben kämpft) – und das genügt, um das eigene Leben in Gefahr zu bringen und die Angst vor Feuer zu bezwingen. Er stürmt davon und rettet sie – nachdem sie ihm das Leben gerettet hatte. The murderous Tales of Arya and The Hound – HBO, I demand a Spin-Off!

Lynna Stark verabschiedet sich heroisch: die kleinste kämpft gegen den großen Riesen Wun Wun, und sticht ihm ins Auge, bevor er sie endgültig zerquetschen kann. Das Geräusch wie ihre kleinen Rippen brachen war… gruslig. Auch für die Verbliebenen der Night’s Watch war es der letzte Kampf. Dass die Dothraki gerade zu Beginn (sinnlos) verheizt wurden, mochte zwar die Größe des Spektakels aufzeigen (als all die Lichter ausgingen und nur mehr vereinzelt Pferde zurück eilten) – war jedoch taktisch wohl einer der dümmsten Strategien in der gesamten Kriegsgeschichte.

Die rote Hexe wählt den Freitod noch vor Morgengrauen, Ser Davos braucht Shireen nicht zu rächen; Ser Jorah „Friendzoned“ Mormont stirbt, aber nicht bevor er sein Leben für seine Khaleesi geben kann. Jon, der sich durch die Meute kämpft, mit dem Vorhaben den Night King zu töten (er ist viel zu weit weg), kniet hinter der Mauer und schafft es nicht zu Bran. Er ist überfordert und angesichts der Lage wären wir wohl alle überfordert, zu sehen wie das Ende naht und die letzte Chance dahin schwindet. Der zu Boden gebrachte Viserion japst Eisfeuer in alle Richtungen, Jon stellt sich ihm entgegen und schreit ihn an.

Sogar Daenerys, die absteigen muss, damit Drogon sich von all dem Ungeziefer befreien kann, tötet den einen oder anderen mit dem Schwert und just als die Lage aussichtslos und beendet erscheint – und seien wir ehrlich, die Lage war von vornherein aussichtslos – zersplittern sie. Alle. Welch epische Szene. Und die Musik! Wenn etwas noch besser ist, dann ist es die Musik!

Die bescheuerte Idee, Frauen und Kinder in die Krypta zu schließen, spielte sich tatsächlich so, wie man es sich erwartet hatte: Die toten Starks kriechen aus ihren Gräbern und metzeln das eigene Volk. Aber die wichtigen überleben: Tyrion und Sansa, Varys und Gilly. So auch Jaime und Brienne, und sie kämpften Seite an Seite gegen die Untoten. Fan-Service delivered.

Erneut, die Strategie war schwach: Die Drachen hätten gut daran getan, kontinuierlich Untote zu verbrennen, während der Rest auf den Night King hätte warten sollen. Der kam ja sowieso, und aus dem Hinterhalt diesen anzugreifen anstatt sich frontal entgegen zu stellen, wäre wohl sinnvoller gewesen.

Night King: „No one can kill me.“
Arya: „A girl is no one“

Zusammenfassung

Die nächsten drei Folgen werden sich dem Big Bad of Westeros widmen: Cersei Lannister. Und zugegeben, bis jetzt gab es eine Menge Fanservice und Szenen, die man sehen wollte. Ob sich das Blatt wendet, oder ob die Season bittersüß endet, werden wir noch sehen; und ja, es werden nicht alle zufrieden gestellt sein, aber bis jetzt bin ich zufrieden, wie die Season verlaufen ist.

Btw: „The prince/princess who was promised will bring dawn“ – Ich glaube, dass die Theorie, dass Arya Stark auf dem Thron sitzen könnte, langsam Gestalt annimmt. Es könnte sein, oder auch nicht. Wer weiß. Es wäre nett. Ich bin dafür.

Ja, es war eine gute Folge. Eine sehr gute Folge.

A Girl has a Name

Davon abgesehen und rückblickend betrachtet ergibt es auch tatsächlich Sinn – denn Arya verfügt über die idealen Voraussetzungen: Syrio Forel brachte ihr bei, lautlos zu schleichen und eins mit ihrer Waffe zu werden (was sich in der Bibliothek von Nutzen zeigte); the Hound lehrte sie dreckig zu kämpfen (was wir bereits wissen); und in Braavos lernte sie, den Tod zu respektieren: „I know Death. It got many faces.“

Es ist das eine, den Night King zu hassen (und dies brachte weder Jon noch Daenerys weiter); aber das andere, den Tod zu kennen und als einen Teil des Lebens zu behandeln und zu wissen, dass heute nicht der Tag ist – die Fähigkeiten zu besitzen, diesen tatsächlich töten zu können, ohne davor bemerkt zu werden.

Arya Stark,
First of her Name,
Revenger of the Red Wedding,
Slayer of White Walkers,
Killer of the Night King,
Saviour of the seven Kingdoms
and Queen of Westeros.

 

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„Game of Thrones“, S08E01 & S08E02

Spoiler

Enjoy it, while it lasts, cause it will be over soon. 4 Episoden sind übrig, die White Walker marschieren bereits gen Süden, „good“ sagt Cersei. Welcome to Game of Thrones‘ Final Season. Damit möge das wöchentliche Warten und Spekulieren beginnen.

Zwei Folgen, die an Fanservice nichts vermissen lassen – die zusammenbringen, wer zusammen gehört, mit Ausblick auf eventuelle Abschiede und künftige Komplikationen: Daenerys weiß jetzt, dass Jon ein Anrecht auf den Thron hat (und sie verwandt sind, aber das scheint beide weniger zu kümmern); die Frage ist: wird er der Liebe Willen darauf verzichten, wie Jenny’s Song andeutet?

Zwar wurden beide Folgen via „Es passiert ja nix!“ kritisiert, aber oh boy, es passiert soviel! Alles was über Seasons hinweg gesagt werden muss, wird gesagt. Alles was über Seasons hinweg erwartet wird, wird bestätigt! Alle, die sich über die Seasons hinweg getroffen, aus den Augen verloren, sich bekämpft haben und wieder sahen, wird aufgearbeitet. Wie können die Leute bitte sagen, „es passiert ja nix“, nur weil niemand stirbt?

Und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass sies tatsächlich durchziehen, but oh boy, they did it. Wie sagte Sophie Turner in einer Insta-Story: „In honor of Easter, I guess Game of Thrones wanted the storyline to have a little Easter bunny hop hop hoppin’ into that pussy. And that’s the tea.“ Und ganz ehrlich, das macht die Sache noch besser!

Spoiler!

Let the feast begin

Der Anfang der ersten Folge der 8. Season erinnert stark an die erste Folge der 1. Season (so wie es ganz, ganz viele andere Parallelen zur ersten Season gibt):

Ein kleiner Bub läuft durch die Menge und sucht einen Platz, von wo er das Geschehen am besten beobachten kann: Die Ankunft von Jon Snow und seiner Targaryen-Queen. Arya lächelt den Buben an. In Season 1 war sie das neugierige Kind, welches die Ankunft von Robert Baratheon und Cersei Lannister beobachtete. Ein übrigens interessanter Zug, Arya die Einreise von Daenerys, Jon, The Hound und Gendry beobachten zu lassen: Es markiert ihren Vorteil und ihre Überlegenheit. Es deutet an, dass sie mehr als nur eine Nebenrolle spielen wird.

Die Parallelen erstrecken sich weiter: über ihren Flirt mit Gendry, sowie die innige Zusammenkunft mit Jon. Aber sie ist erwachsen geworden, und mittlerweile auf Sansa’s Seite, was bedeutet, auf der Seite ihrer Familie: The lone wolf dies, the pack survives.

Arya Stark

Arya könnte allerdings noch Sympathie für Daenerys entwickeln : Als sie in der 2. Season bei Tywin Lannister diente und dieser immer wieder vom War of the Five Kings sprach und wie Aegon Targaryen sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hatte. Aber Arya korrigiert ihn und lässt wissen, dass es nicht nur Aegon war, der die sieben Königreiche eroberte, seine zwei Schwestern Visenya und Rhaenys ritten (auf eigenen Drachen) mit ihm: „Visenya rode Vhagar,“ sagte sie, „Visenya Targaryen was a great warrior. She had a Valyrian steel sword she called Dark Sister.“ Visenya war Aryas Heldin und nun tritt die nächste Targaryen-Queen in ihr Leben. Vielleicht gewinnt dieser Aspekt noch an Relevanz, vielleicht aber auch nicht. Auch der Blick, als sie die Drachen sieht, schaut vielversprechend aus. Aber, the lone wolf dies, the pack survives..

Apropos Arya: Jap, They did it. Und, auch wenn es bereits durch Anmerkungen geteased wurde, glaubte ich nicht, dass sies wirklich durchziehen. Für viele ist (beziehungsweise war) Arya Stark eben noch das kleine Mädchen, und die häufige Google-Suche nach Maisie Williams Alter bestätigt das. Mir hats gefallen – und ich hoffte schon seit Season 3 auf ein Wiedersehen. Davon abgesehen basiert ihr Zusammenfinden auf einem guten Fundament (bis einer halt stirbt), denn Spannungen gab es bereits seit Beginn. Ja, ihr wisst welche Szene ich meine. Die Szene, genau. Exakt die Szene.

„I have a Son, you have a daughter.“ – Robert Baratheon (1. Season).

Dass The Hound für Arya gekämpft hatte und sichtlich enttäuscht war, als sie ihn halb sterbend zurück gelassen hatte, rührt. Wir wussten ja, dass Brienne und The Hound sich als eine Art Ersatzeltern sahen, aber sie wissen auch, dass Arya erwachsen geworden ist – und auf sich alleine aufpassen kann. Trotzdem führen die beiden eine nette, aber verkorkste-Vater-Tochter-Beziehung; und sie sprechen sich quasi aus, alles ist okay.

Ser Brienne of Tarth

Eine der wohl rührensten Momente in der 2. Folge: Lady Brienne of Tarth, die von Jaime zum Knight of the Seven Kingdoms ernannt wird und Tormund, der sie feiert („fuck tradition!“). Das Zusammenkommnis derjenigen, die sämtliche Schlachten überlebt und sich bei Feuer und Gesellschaft die letzte Ruhe gönnen; die alle, zu irgendeinem Punkt gegen die Starks gewettert hatten, um jetzt als Verbündete gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen. Es hätte nicht besser sein können. Und ja, es fühlte sich wie ein Abschied an. Man fürchtet, dass die Hälfte den Morgen nicht wieder sehen wird.

Sansa Stark

Und da wäre noch Sansa, die Tyrions Intelligenz in Frage stellt, weil er Cersei Glauben schenkte. Erneut wird Sansas Realismus und Klugheit vor Augen geführt und niemand kann mehr sagen, sie sei ein lästiges Gör das von nichts wisse.

Und eigentlich stellt sie Tyrions Expertise nicht in Frage, sondern weist ihn darauf hin, dass er wohl doch nicht so clever ist, wie sie immer angenommen hatte. Es ist keine Frage, es ist eine Beobachtung und sie äußert diese als Tatsache. Sie behauptet sich auch gegen Daenerys und tritt für einen unabhängigen Norden ein. Was wird nach der Schlacht sein? Die Freundschaft endet, so schnell sie sich hätte weiter entfalten können: Über die gemeinsame Liebe zu Jon und dem Überleben, treten Territorialansprüche und Unabhängigkeit. Und dabei ist Daenerys, eigentlich, keine schlechte Herrscherin, wenn wir uns erinnern, wie viele Menschen sie aus der Sklaverei befreite.

Zusammenfassung

In der ersten Folge wird jeder mit jedem vereint, auf dessen Zusammenkunft wir so lange hofften – und man nimmt sich ausreichend Zeit dafür, und auch die Abfolge der Treffen ergibt Sinn. Das eine führt zum anderen und dort steht der nächste bereit. Gespräche und Andeutungen vertiefen sich in der zweiten Folge, fast alle verlassen einander im Guten. Fast alle.

Denn gegen Ende der ersten Folge wird offenbart (Sam erzählt es Jon), was wir wussten, aber alle anderen nicht:

Jon alias Aegon Targaryen, rechtmäßiger Herrscher, der das ganze gar nicht wahrhaben will und sicherlich einen Keil in die Beziehung zu Dany treibt, was Varys bereits zynisch kommen sah: Die Unbeschwertheit der Jugend, die nicht weiß, das alles irgendwann enden wird. Als Jon Daenerys dies mitteilt, ist sie nicht sonderlich erfreut – aber es ist zu spät, denn der Tod steht vor den Toren.

Btw.. I’ll just leave that here..

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