Archiv der Kategorie: Kritik und Rezension

Kritik und Rezension zu Buch, Film, Musik und Zeugs

„What happened to Monday“

Stellt euch The Handmaid’s Tale vor – nur umgekehrt.

Um 2030 explodiert die Bevölkerungszahl, modifizierte Nahrung soll das Überleben eines jeden sichern – was wiederum dazu führt, dass nicht mehr nur ein Kind, sondern zwei, drei oder gar sieben auf einen Schlag geboren werden. Um der Über-Überbevölkerung entgegen zu wirken, darf jede Familie nur mehr ein Kind haben, die jeweiligen Geschwister dürfen auf unbestimmte Zeit in Cryo-Kapseln schlafen – bis das Bevölkerungswachstum unter Kontrolle gebracht werden kann.

Hört sich doch gut an, oder?

What happened to Monday erzählt die Geschichte von Siebenlingen, deren Vater (William Dafoe) alle sieben am Leben lässt, sie versteckt und sie nach Wochentagen benennt. An jedem Tag darf die mit dem zugehörigen Namen hinaus. Sie alle leben ein gemeinsames Leben. Es vergehen 30 Jahre und die Geschichte nimmt 2073 ihren Lauf als Monday, die sonst immer rechtzeitig, pünktlich und ordentlich ist, nicht mehr nachhause kommt.

Kritik und Erwähnenswert

Glenn Close verkörpert eine Transfrau in mächtiger Position und die technischen Errungenschaften haben das Smartphone via Armband abgelöst. Dieses gibt den Standort her, lässt Daten synchronisieren und besitzt eine Aufzeichnungs-Funktion. Nichts neues und vielleicht etwas umständlich – aber es gibt noch keine Implantate. Vermutlich stellten sich diese als unzureichend heraus.

Natürlich ist die Handlung des Filmes vorhersehbar und das eine oder andere zum Schmunzeln anregende Klischee darf sich ebenfalls dazwischen schmuggeln.

Die schauspielerische Leistung von Noomi Rapace ist hervorragend, auch wenn mir die Interpretation mehrerer Charaktere bei Tatiana Maslany (Orphan Black) besser gefiel. Vielleicht liegt es daran, dass – so unterschiedlich manche Wochentage auch sind, sie sich immer noch sehr ähneln und gleichen (eben weil sie ein gemeinsames Leben leben), was bei Orphan Black nicht der Fall ist, und jeder Charakter sehr unterschiedlich inszeniert ist (Soccer Mom, Helena, Sarah, …). Andererseits ist es vermutlich wirklich das Element, dass sie alle in der Öffentlichkeit dieselbe Person spielen müssen, was die Leistung in What happened to Monday so herausragend macht. Trotzdem hat man nicht durchgehend das Gefühl – dass es sich um unterschiedliche Charaktere handelt, wofür aber (vermutlich) die Film-Spiellänge verantwortlich gemacht werden kann. Ich traue mir keine eindeutige Aussage zu. Vielleicht müsste man sich den Film nochmal ansehen. Die Zwischentitel, die die einzelnen Kapitel abgrenzen und wissen lassen, wessen Geschichte nun erzählt wird, helfen ungemein und sind in diesem Falle fast notwendig.

Fazit: Interessante Idee, etwas vorhersehbar inszeniert aber trotzdem sehenswert.

Wer mehr wissen beziehungsweise sich etwas zu Recht finden will, der klicke hier.

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„The Handmaid’s Tale“ und warum die Thematik wichtiger denn je ist

Wenn ich lese, habe ich immer einen Stift zur Hand. Manche Stellen muss man kommentieren. In „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood finden sich häufig drei kleine Buchstaben: wtf. Wenn im Buch die Langeweile und Eintönigkeit zur Geltung kommen, sind es in der Serie die Grausamkeiten, die oft angedeutet, aber nicht direkt zur Schau gestellt werden. Und das ist gut so. Aber all jene Grausamkeiten die nüchtern gezeigt oder mit Leichtigkeit erahnt werden können, sind nichts unbekanntes. Irgendwo, irgendwann, war alles schon einmal da.

Dass Religion ein nicht unwesentlicher Teil in der ganzen Misere spielt, wundert nicht. In jeder Gesellschaft, in der eine monotheistische Religion einen hohen Stellenwert einnimmt, leidet am Ende die Frau. Sei es, dass sie ein „unfertiger Mann“ sei (Thomas von Aquin) oder lediglich dazu dient, Kinder zu werfen wie Haus und Herd zu hüten (generelle Annahme).

Aktuell wird es in Nordamerika und manchen Ländern Europas, Frauen immer schwieriger gemacht an Verhütungsmittel zu gelangen oder Abtreibungen vornehmen zu lassen – oder sich gar darüber öffentlich zu informieren. Manche Länder verbieten Abtreibung komplett, außer das Leben der Mutter ist in Gefahr. Immer und immer wieder findet man „Glanzstücke“ solch konservativer Ausbrüche. Und manche Irren sind tatsächlich der Meinung, ein Kind, dass aus der Vergewaltigung durch den eigenen Vater entstand, ebenfalls Gottes Geschenk ist. Ich verstünde Abtreibungsgegner/Recht auf Leben-Verfechter, wenn es ihnen tatsächlich um das Leben des Kindes ginge, und sie sich um bessere Bedingungen in Waisenhäusern, ein sinnvolles Adoptionsrecht (schnelleres Verfahren, auch für Homosexuelle) und kostenlose Verhütungsmittel, Frauengesundheit und vor allem aber für Aufklärungsarbeit einsetzen würden. Was aber nicht der Fall ist, denn alsbald das Kind auf der Welt ist, interessiert sich niemand mehr dafür. Dies lässt zu Recht annehmen, dass es den meisten Institutionen nicht um das Leben an sich, sondern um die Fremdbestimmung des weiblichen Körpers geht.

June: „They should have never given us uniforms if they didn’t want us to be an army.“

So auch in The Handmaid’s Tale. Fruchtbare Frauen werden einmal im Monat im Beisein der sterilen Frauen, mit ihrem Kopf in deren Schoß liegend, von den (ebenfalls oftmals sterilen) Männern vergewaltigt. Zuvor aber wird aus der Bibel gelesen, die diesen Akt rechtfertigen soll. Alsbald das Kind da ist, werden sie zu einem anderen Ehepaar gebracht. Um ihnen jegliche Identität zu nehmen, bekommen sie immer einen neuen Namen. „Offred“, „Ofdaniels“, „Ofsteven“ und so weiter, was soviel bedeutet wie „of Fred“ – „die Fred zugehörige“. Es wird ihnen verboten zu lesen und der einzige Weg nach draußen ist der tägliche Einkauf zu zweit. Fast unmöglich ist es, private Gespräche zu führen oder das „davor“ zu thematisieren, denn jeder könnte ein „Auge“, ein Spion, sein.

Margaret Atwood meinte zwar, dass wenn jemand die Zukunft so detailliert vorhersehen könnte, sie sicherlich niemals so eintreffen werde, aber es reicht schon, wenn man nicht hinhört. Zuerst werden die Kreditkarten gesperrt, folgend verlieren Frauen ihre Jobs und auch jene Frauen, die an der Schaffung des neuen Systems beteiligt waren, werden ihren Pflichten entledigt. Wenn folgend der Umstand der Kinderlosigkeit beziehungsweise der Kindersterblichkeit mit einspielt könnte dieses Szenario durchaus Realität werden.

Die Thematik ist heute wichtiger denn je.

Gerade mit Einbruch konservativer Kräfte in Europa, Nordamerika und seit den 1970ern auch in arabischen Ländern, sollte man die Augen offen halten und für seine Rechte kämpfen. Wenn Rechte von Frauen beschnitten werden oder Ableger von Instituten wie Planned Parenthood aufgrund Förderungsentzug geschlossen werden müssen, sollte man aufmerksam werden. Wenn sich auch nur eine politische Partei damit rühmt, dass die Frau das Herzstück der Familie ist und der Zugang zu Betreuungsstellen für Kinder erschwert wird, gilt es wachsam zu sein. Ein jeder, ganz gleich ob es sie oder ihn direkt betrifft, sollte sich dafür einsetzen, dass all diese makaberen Gedankenspiele solche bleiben.

Wir sind noch lange nicht in einer Idealgesellschaft angekommen, in der Frauen den Männern gleichgestellt sind. Bis in die 1970er durfte in Deutschland der Ehemann seiner Frau den Job kündigen, wenn diese sich nicht angemessen um den Haushalt kümmerte. Wenn politische Parteien Themen wie Verbote für Vollverschleierung ansprechen, sich aber gleichzeitig einen Dreck um Alleinerzieherinnen scheren, sollte das ebenfalls zu denken geben.

Es gilt aufmerksam zu sein, denn in einem politisch konservativen Worst Case, würde man Frauen nicht nur das Selbstbestimmungsrecht (über ihren Körper, Bildungsweg, Tätigkeit) nehmen, sondern auch nur jenen Förderungen zu Teil werden lassen, die sich der neuen Gesellschaft anpassen. The Handmaid’s Tale zeigt neben einer dystopischen Perspektive in wenigen Szenen, was passieren kann, wenn wir nicht aufpassen.

Fazit: Ein muss!

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„Star Trek: Discovery“, S01E03, S01E04 und S01E05

Episode 3 bis 5 sind jene, die den Spore-Drive einführen, oder wie ich sie nenne: Die „Das-arme-Tierchen!!“-Storyline. Die gute Nachricht zuerst, das Tierchen überlebt und die Idee legt den Grundstein für die darauf folgende Story, auf der man sicherlich noch aufbauen kann. Ich behandle sie trotzdem separat.

Michael Burnham wird von Cpt. Lorca angeheuert, während sie sich auf einem Gefangenentransport befindet. Wir vermuten bereits, dass der nicht ganz so tugendhafte Lorca andere Pläne hat, als dem ehemaligen ersten Offizier ihren Job zurück zu verschaffen. Wie Star Trek schon in der Vergangenheit seine Ideen mit Wissenschaft zu erklären versuchte, so auch hier. Es geht um Physik und Biologie als gemeinsames, und nicht getrenntes.

„Imagine a microscopic web that spans the entire cosmos. An intergalactic ecosystem. An infinite number of roads leading everywhere.“ (Cpt. Lorca)

The Spore Drive

Laut Memory Alpha Wiki war dieser in den 2240er und 2250er ein Experiment. Dabei wird ein Pilz der Spezies Prototaxites stellaviatori verwendet, um Sprünge von bis zu 90 Lichtjahren durch zu führen – oder, binnen kürzester Zeit überall hin zu können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Um sich diese Technologie nutzbar machen zu können, wird ein Tierchen, genannt Tardigrade, verwendet, das mit dem gesamten Universum verbunden zu sein scheint, dem „mycelial network“ und mit diesem kommuniziert. In Folge 5 allerdings wird das Tierchen von seinen unsagbaren Qualen, die es bei jedem Sprung erleidet, erlöst, da es via DNA Injektion auch bei Lt. Stamets funktioniert, der darauf hin jedoch seltsame Bewusstseinszustände davon trägt, womit sich Episode 6 bis 9 befasst.

Getestet wurde der Spore Drive zuerst auf der USS Glenn, die dann jedoch, quasi durch den Spore Drive selbst verschuldet in eine „Hawking radiation firewall“ crashte und die Crew ihr Leben verlor. Das Tierchen konnte noch an Bord der Discovery gebeamt werden.

Kritik und Fazit

Da der Spore Drive sowie auch Spocks Stiefschwester nie in irgendeiner der vorausgegangenen Serien erwähnt wurden, muss also etwas gravierendes passieren, dass dazu führt, dass sämtliche Geschehnisse auf der Discovery aus dem Gedächtnis aller gelöscht wird. Die Produzenten versicherten, dass in Season 2 einige dieser Unstimmigkeiten erklärt und bereinigt werden sollen.

Prinzipiell finde ich die Serie immer noch anschaubar. Ich kann aber auch nach Sicht aller bisherigen Folgen nachvollziehen, warum manche Leute Schwierigkeiten damit haben, DSC als „Star Trek“ zu akzeptieren. Cpt. Lorca ist kein freundlicher, positiver und aalglatter Captain wie Picard oder Kirk es waren. Er verfolgt eigene Ziele und lässt die Crew wie Starfleet darüber im Dunklen, die Föderation ist von seinem Vorgehen nicht begeistert und zu alle dem schaukelt sich der Krieg mit den Klingonen hoch.

Star Trek: Discovery bewegt sich im medialen Kontext des 21. Jahrhunderts, Krieg und düstere Charaktere sind ausschlaggebend für Handlung und Storyline. Es ist keine nette Welt mehr, sondern eine dystopische. So ist es eben aktuell. Wie ich immer sage: Star Trek ist ein Spiegel seiner Zeit. Die heile Welt gibt es nicht mehr, findet euch damit ab.

Vielleicht noch erwähnenswert: Das mansplainende Alien Lt. Commander Saru ist auf Michael Burnham (die übrigens tiefes Mitgefühl für das Tierchen empfand) eifersüchtig, da er nie die Chancen hatte, die ihr zu Teil wurden. Das erklärt seine Feindseligkeit. Saru ist zudem einfach ein unsympathischer und aktuell auch langweiliger Charakter. Man könnte ihn aus der Story schreiben und nichts würde sich ändern, leider.

Fazit: Immer noch nett anzuschauen.

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„The Walking Dead“, S08E01 und S08E02

Kaum verabschiedet sich Fear the Walking Dead in die Winterpause (bis Sommer 2018) beginnt The Walking Dead wieder.

Man weiß nicht so ganz genau, wann die 8. Season angesetzt ist, denn einerseits scheint Judith mächtig gewachsen zu sein, während Klein-Glenn in Maggies Bauch noch immer vor sich hin dümpelt. Und dann wäre da noch die Sache mit den drei bis vier Zeitlinien. Jene, mit Ricks Ansprache und in der offensichtlichen Gegenwart; jene, in denen Rick weint – oder gebissen wurde und die Sequenz einer glücklichen Zukunft, die sich lediglich in dessen Traum abspielt? Who knows!

Fakt ist, der Kampf gegen Negan geht weiter – und das mit vereinten Kräften. Spoiler.

Rick, Maggie und der König sprechen zu ihren jeweiligen Völkern, Enid darf an der Front kämpfen, während Michonne und Coooral Alexandria bewachen und die nächsten vier Folgen auch nicht mehr gesehen werden. Bei den Vorbereitungen lässt Mad Max grüßen, die Karossen sind sicherer als zuvor. Das bringt dem Priester jedoch nicht viel, wenn der böse Ex-Hilltop-Chef ihm das Auto stiehlt und diesen alleine lässt, bis er sich mit Negan in einem Container befindet, der von Zombies umzingelt wird.

Fazit: Alles wie gehabt und der Kampf geht weiter.

Die zweite Folge beginnt so kryptisch wie sie aufhört. Der Kampf wird fortgesetzt und eines von vermutlich zahlreichen Negan-Camps rüstet sich, und wird alsbald angegriffen. Es wird geplant, während Carol, der König und seine Gefolgschaft sich in einem anderen Gefecht befinden. Um heraus zu finden, was jetzt genau in dieser Folge passierte und vor allem wo, zog ich das Internet zu rate, doch die erste Adresse, Forbes, weiß genau so wenig.

Kurz um: Es wird gekämpft. Der König ist vom Sieg überzeugt, aber Carol zweifelt. Sie versucht überzeugt zu sein, weiß es aber (vermutlich) besser. Währenddessen stürmen Rick und Daryl Negans altes HQ. Irgendwo sind Tara, Jesus und Morgan, Ricks Gewissen – der sich mittlerweile überwinden konnte und kräftig mit mordet.

Aber der eigentliche Konflikt (der sich, ich fürchte fast, über die gesamte Season ziehen wird) zeigt sich bei folgender Szene:

Tara und Jesus finden ein Kämmerchen. Der sich darin Versteckte mit Urin befleckter Hose bettelt um sein Leben. Ein armer Arbeiter sei er gewesen. Tara will ihn töten, Jesus ist Jesus Christ Superstar und weigert sich. Nach einem kurzen Handgemenge, knebelt Jesus diesen. Tara gefällt das nicht. Es ginge nicht um Rache, sagt sie, die ihr Jesus vorwirft, sondern um „getting it done“.

Kurz sah es so aus, als ob Morgan selbst zum Zombie werden würde, dem ist aber nicht so, denn wie er uns davor wissen lässt: He doesn’t die. Ein Faux-pas, dass mittlerweile (und nicht nur in TWD) viel zu oft passiert: Das Ankündigen von Momenten, die ohne Ankündigung tatsächlich etwas spannend (oder gar unerwartet) sein hätten können.

Auf dem Schlachtfeld draußen wachen die ersten Zombies auf und beißen zu. Daryl besucht sein ehemaliges Zuhause an der Easy Street und Rick findet einen Säugling. Right in the feels. Kurz darauf wird er angegriffen, von Morales, den wir aus Atlanta kennen sollten. Es sieht so aus, als werde er niedergeschlagen? The End. Cliffhanger. Yay! Ad Morales: Wtf? Sie graben tatsächlich Charaktere aus Season 1 wieder aus?

Der König und seine Brigade schaffen es mit Jesus‘ Hilfe den verbliebenen Negan-Jüngern eine Falle zu stellen. Sie nehmen Gefangene. Und erneut: Tara ist dagegen. Jesus und Morgan sind dafür. Sie werden nicht töten. Carol und der König finden derweil im Wald einen Verletzten, dem sie auf der Spur sind und der auch gleich vom Tiger gefressen wird. Katze!

Am Schießplatz wird immer noch geschossen und Eric, der Freund Aarons, wird angeschossen. Er ist kein Lead-Character, sondern nur ein Nebendarsteller. Er wird die Wunde nicht überleben, soviel ist sicher.

Fazit: Erinnert sich ernsthaft jemand an all die Namen und kann die Geschehnisse noch fehlerfrei zuordnen?

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Mission accomplished, Achievement unlocked

Dieses Foto stand tatsächlich auf meiner New York To-Do Liste:

[x] Mit Nygmobblepot-Fans am Gotham-Set auf die Schauspieler warten und wenn möglich ein Foto erhaschen.

Wie kam es dazu?

Zwei Anläufe waren notwendig. Der erste fand am Montag statt, einem Nachtdreh mit Sean Pertwee (Alfred) bei eisiger Kälte. Die Crew war weniger von meinem Dasein begeistert, auch wenn ich mich ruhig verhalten und genau so gut ein Baum hätte sein können. Nach 4 Stunden und ausreichend Film- und Fotomaterial dachte ich mir: Immerhin sah ich das Set und filmte eine Szene. Dazu aber mehr, sobald die Folge tatsächlich läuft.

Der zweite Anlauf war deutlich einfacher. Wir waren zu dritt und suchten erneut in der Kälte das Set (folgten den Hinweisen, die sagten „SET“ oder den Zetteln, in denen die Anrainer darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass am jeweiligen Datum die Straße zu räumen ist). Wir warteten vielleicht 2-3 Stunden, die Crew war freundlich – und alsbald die Schauspieler das Set verließen, mussten wir die Gelegenheit ergreifen und nach einem Foto fragen. Zum Glück rechtzeitig, bevor ich auf meinen Flug Richtung Europa musste, der um 22 Uhr startete – und ich dort mein Telefon (und 5000 Fotos) liegen ließ (aber das ist eine andere Geschichte, und wird ein ander mal erzählt).

Erwähnenswert:

  • Ich war froh meine beiden Komplizinnen (Alex und Amy) dabei zu haben. Zu dritt kommt man sich wirklich weniger dämlich vor und traut sich eher etwas zu sagen, als wie wenn man alleine ist.
  • Catwoman (Camren Bicondova) hatte sich Zeit genommen und war sehr freundlich. Sie wirkte weder gestresst noch in Eile und unterhielt sich kurz mit uns.
  • Lucius Fox (Chris Chalk), der von Alex gerufen wurde, kam nochmal zurück. Ich hatte nur Jim Gordon gesehen und war ihn quasi angesprungen, ohne den Rest zu sehen. Und wir wissen jetzt: Jim Gordon, Lucius Fox, Catwoman und Poison Ivy, die wir nicht mehr gesehen haben, sind offenbar gemeinsam in einer Szene. Spoiler!
  • Die Bodybuards der Schauspieler kannten meine beiden Begleiterinnen bereits.
  • Und sogar an mich erinnerte sich ein Crew-Mitglied, ob ich nicht schon letzte Woche beim anderen Set gewesen wäre.
  • Last but not least: Jim Gordon (Ben McKenzie) antwortete auf „I’m a huge fan!“ mit einem grinsenden „I know“.

Fazit: Eine sehr nette Begegnung. Ich muss wieder nach New York und werde auch beim nächsten Besuch wieder einen oder zwei Tage investieren. Und man weiß ja in etwa, wann gedreht wird: Gegen 1 bis 4, von 4 bis 7 und von 8 bis 11 Uhr Abends. Warum auch nicht? Manch einer wartet ewig beim Empire State Building und ich am Set. Wer wissen möchte, welche Serie wo (in den Staaten) gedreht wird, der besuche die Seite: On Location Vacations.

Ein Kommentar

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„Geostorm“

Man nannte es „Extrem Weather“ und nur mit vereinter Hilfe aller Erden Nationen konnten den Tornados, Hitzewellen und Überflutungen Einhalt geboten werden. Ein Netz aus Satelliten spannt sich um die Erde und reguliert das Wetter, bis plötzlich etwas unvorhergesehenes passiert: Ein Dorf in Afghanistan friert ein. Inklusive Mensch und Esel.

Willkommen zum Spoiler-Review von Geostorm, einem SyFy-Polit-Intrigen-Katastrophenfilm, der nichts für Cineasten oder Filmliebhaber ist. Er bedient Trash-Junkies und Menschen, die sich an fiktionalen Katastrophen ergötzen, aber auch jene, die Weltall und Raumstationen lieben, Elektroautos sehen möchten und auch Katzen- wie Hundefreunde kommen auf ihre Kosten.

Soviel zur Euphorie.

Was kann der Film tatsächlich? Eine kurze Inhaltsangabe

Ein Zwist zwischen zwei Brüdern, eine geheime Affäre, das Kidnappen des Präsidenten in einem selbstfahrenden Elektroauto (was tatsächlich sinnvoll sein kann) und dem Klischee, dass es für Selfdestruction immer eine manuelle Kraft braucht, sind die Zentralen Elemente, mit denen hier und da etwas gespielt wird. Erneut, was kann der Film tatsächlich? Kurzum: Die ISS wird zerstört. Aber das war klar. Wann immer sich die Handlung auf der ISS abspielt, wird sie zerstört – sie tut mir wirklich leid.

Max (Jim Sturgess) und Jake (Gerard Butler) oder auch Jude (Across the Universe) und König Leonidas (THIS. IS. SPARTA!!!!) sind Brüder, verantwortlich für die Planung und Entwicklung. Bruder Max entzieht Jake die Kontrolle, da dieser sich nicht aufführt wie er sollte und just als das Unheil ausbricht, nach ca. 3 Jahren, wird er wieder angeworben und fliegt sofort zur ISS. Cape Canaveral ist mittlerweile ein quasi Flughafen mit ganz vielen Space Shuttels (I want to go to there!) und auch die ISS sowie das Shuttle selbst tragen mindestens 20 Flaggen aller vereinter Nationen zur Schau. Dort angekommen ist alles in Ordnung, die Crew leidet zwar an Originalität, doch plötzlich, kaum wenige Sekunden danach, passiert das nächste Unglück: Chinas Gasleitungen explodieren, die Straße bricht auf – die Katze weiß das und klettert in den Kühlschrank – Häuser stürzen ein.

Irgendwann wird klar: Das ist kein Zufall. Und irgendwann erfährt man: Es ist ein Virus! Aber König Leonidas weiß was zu tun ist: Have you tried turn it off and on again? Ein Reboot soll den Virus rauswerfen und dann ist alles wieder in Ordnung. Wäre da nicht der Selbstzerstörungs-Modus, der – sollte die ISS zur Erde krachen – einprogrammiert wurde und nur manuell abgeschaltet werden kann. Und all das passiert gleichzeitig!

Währenddessen friert das Meer bei Rio zu, Dubai wird überschwemmt und in Indien gibt es Tornados. Ein kleiner Junge verliert seinen Hund – aber ja, ich gebe Entwarnung – sie überleben beide und eine kleine Träne verließ mein Auge.

Und wer war Schuld? The Man in Black, the Gunslinger, Ed Harris alias der Vizepräsident persönlich. Und warum? Macht. Wäre es nicht toll, wenn man alle Feinde auslöschen und die Welt zurück ins Jahr 1945 bringen könnte, als (Nord)Amerika noch groß und strahlend war? Und wie König Leonidas richtig erkennt: Kaum hat der Mensch etwas geschaffen, dass allen zu Gute kommt, kommt der nächste und macht eine Waffe daraus. Der Präsident ist übrigens Demokrat und the good guy.

Die Frauenrollen war gut besetzt, ich bin zufrieden: Chief-Scientist auf der ISS, schlagfertige Leibwache des Präsidenten und eine Hackerin, die leider irgendwann im Plot liegen gelassen wird. Ein leicht bekleidetes Damsel in Distress gab es noch. Und eine Mutter und Exfrau, sowie eine Tochter.

Fazit: 9 von 10 fetten Hagelkörnern, 2 von 4 Tornados, 5 von 6 Überschwemmungen und 10 von 10 Satellitennetzen. Nein, man muss den Film nicht gesehen haben, aber man kann.

Nebenbemerkung

Drei Leute hatten Einzeltickets reserviert, der alte britische Mann (den ich öfters sehe; ihm gefiel der Film), eine Frau und ein Pärchen ganz hinten. Es ist ein Film, bei dem andere sagen: „Naaaaa… I mag nit. Geh du alleine…“ Und zurecht. Nur so kann man einen Film – mit 5 Leuten, und keiner in der gleichen Reihe, geschweige denn dahinter oder davor – genießen und sich auf drei, vier Sitzen ausbreiten. Kein Lärm, kein reden, kein tuscheln, nichts. Kein Popcorn Geknirsche oder der Geruch ekliger Käsesoße zu lauten Nachos. So macht Kino Spaß.

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„Blade Runner 2049“

Der erste Gedanke war: Warum versagt(e) der Film an den Kino-Kassen? Der zweite: Was hatte man sich erwartet? Ein düsteres, surreales Science-Fiction Erlebnis?

Steht er in Tradition des Originals von 1982, welches so gut wie nichts mit dessen literarischen Vorlage zu tun hat? Natürlich. Längst aus der Mode gekommene Synthesizer Musik (oder etwas, dass sich so anhört wie), gewaltige Bilder von Wüsten und Städten, die in Regen und Rauch gefüllt sind und die nicht zu vergessende Einsamkeit des Protagonisten. Lange, ohne Schnitte auskommende Szenen und schlussendlich eine Länge von fast 3 Stunden – der Vorgänger diente eindeutig als Vorbild. Meine Erwartungen wurden dahingehend also erfüllt.

Und trotzdem wirft er ein Augenmerk auf die Moderne, die Jetzt-Zeit und adaptiert das Coca-Cola Logo von 2D zu 3D, das elektrisch betriebene Fluggerät darf gerne auch mal abstürzen und der Love-Interest ist ebenso künstlich wie der alte – nur eben, moderner. Auch gibt es ausreichend Action und zeitgenössische Dialoge.

Abgesehen vom bombastischen Setting stellt Blade Runner 2049 ein paar philosophische Fragen: Was macht den Menschen aus, seine Identität und was es bedeutet zu sterben oder zu leben. Er führt existentielle Einsamkeit vor, Herrschaft und Ausbeutung. Aber keine Sorge, Blade Runner 2049 wird die alten Fragen der Philosophie nicht beantworten und eine Inszenierung muss reichen.

K ist sympathischer als Deckard. Während Ryan Gosling seiner Gefährtin eine Fernbedienung schenkt, mit der er sie überall hin mitnehmen kann – auch wenn sie durch eingehende Anrufe auf Pause gestellt wird und ihn qualvoll daran erinnert, dass sie nicht real ist – verhält sich Harrison Fords Deckard manipulierend und boshaft. Die Verschmelzung von Joi (der AI) und Mariette ließ etwas an Her erinnern.

Aus feministischer Perspektive gesehen, versagt der Film auf ganzer Linie – wie das Original: Wenn auch keine Rape-Szene (ihr erinnert euch hoffentlich…), gibt es trotzdem viele sexualisierte Inhalte und unnötigerweise mehr nackte Brüste als in der letzten Season von Game of Thrones. Ihre Charaktere sind entweder Prostituierte, zur Befriedigung geschaffene Hausfrauen, knallharte Chefinnen oder eiskalte Killerinnen, wobei die zwei letzt genannten, die eindeutig interessanteren Charaktere waren und gleichzeitig einen grausamen Tod sterben dürfen. Und dann gibt es noch eine Frau, die im Glaskäfig lebt. Der Unterschied zwischen Replikanten-Frau und menschlicher? Im Gegensatz zu Replikanten (bis auf eine Ausnahme), können menschliche Frauen gebären. Autsch. Kurzum und überspitzt gesagt: Du bist keine Frau, kein in der Gesellschaft akzeptiertes Lebewesen, wenn du keine Gebärfähigkeit besitzt.

Ich freue mich auf Dave Bautista, eventuell im nächsten Star Wars, Star Trek und weiteren 100 Marvel-Filmen zu sehen, auf dass er seinem Popkultur-Image Ehre bereitet. Wenn Harrison Ford Blade Runner, Han Solo und Indiana Jones sein kann, schafft es Dave Bautista sicherlich noch in eine ähnliche, wenn nicht gleichwertige Liga.

Fazit: Darf man annehmen, dass aus den Google Nexus Modellen eines Tages Replikanten werden? Sei es aus Teilen davon oder in einer allumfassenden Neukonstruktion?

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