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Kritik und Rezension zu Buch, Film, Musik und Zeugs

„Game of Thrones“, predictions vor S08E01

For all we know – das Ende muss so gestaltet sein, dass ein jeder „halbwegs“ damit zufrieden ist und man kann es nicht jedem recht machen. Vor allem nicht der engstirnigen, fanatischen Fangemeinde, deren einzige Wahrheit ihre Wahrheit ist.

Und somit gebe ich meine Prognosen ab, die, wie mir erscheinen – am wahrscheinlichsten sind:

In Anlehnung an die Azor Ahai-Theorie wird Daenerys vermutlich durch die Hand Jons den Heldentod for the greater good sterben müssen. Auch die Drachen werden ihr Leben lassen, vernichten aber davor noch einen Großteil von White Walkern – wenn sie nicht den Night King selbst sehr, sehr arg in Mitleidenschaft ziehen. Aber! Das Kind von Daenerys und Jon wird leben. Bleibt die Frage, ob Daenerys für „Lightbringer“, siehe Theorie, geopfert wird oder, dass das Kind leben kann (Kindbett, Prophezeiung, usw.). Da bereits zwei Kinder in der Serie geopfert wurden (Daenerys Sohn für Khal Drogo und die kleine Shireen), gehe ich nicht davon aus, dass noch ein weiteres Kind sterben muss, oder? Aber who knows. Das sind alles nur Mutmaßungen ohne Hand und Fuß.

Der Kampf gegen die Lannisters ist zu verachten, er ist nonsense und selbst wenn Cersei nach Winterfell marschiert, wird der Winter sie bereits ausgehungert haben. Fakt ist auch, dass Kings Landing vernichtet werden wird. Und zwar ziemlich schnell. Simple as that.

Fix überleben werden: Arya (weil sie einfach cool ist) und The Hound (er hat schon zu viele Tode hinter sich, warum sollte er jetzt sterben beziehungsweise Frieden finden?), was aber nicht im Zusammenhang stehen muss. Ich gehe auch nicht davon aus, dass Arya und Gendry noch gepaart werden, auch wenn die Fans (und ich), das natürlich gerne sähen. Ebenfalls überleben wird die kleine Lyanna Mormont.

In Anlehnung an die Prophezeiung („valonqar“ alias der „kleine Bruder“), vor welcher Cersei so viel Angst hat: Ja, sie wird sich bewahrheiten, aber nicht Tyrion wird sie töten, sondern Jaime. Auch Sansa wird sterben, aber vermutlich auch nur, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort war. Es ist durchaus möglich, dass Jaime den Heldentod sterben wird – so aber auch bei Brienne, deren Tod sehr ritterlich und ehrenvoll sein wird, im Kampf gegen den Night King oder so. Ihre letzten Worte gelten Jaime, eh klar.

Wer, wen nicht Tyrion würde die kollektive Fangemeinde auf dem Thron (zumindest) akzeptieren? Eben. Säße Daenerys am Ende auf dem Thron, sähe sich HBO gezwungen erhebliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, da angry white boys das Gebäude stürmen und lauthals protestieren würden. Säße Jon auf dem Thron, wäre das einfach lächerlich und zu Klischeehaft – auch wenn die Reihe „A Song of Ice and Fire“ heißt und eigentlich Jon damit gemeint ist, auch wenn sich die Serie um Daenerys und Jon gleichermaßen drehte. Also, nein. Ich gehe davon aus, dass es entweder Tyrion sein wird (der in Wahrheit übrigens ein Targaryen ist) oder niemand, und das große Reich splittert sich in kleinere, unabhängige Königreiche auf.

Ich glaube damit Recht zu haben, weil es das harmloseste Ende wäre. Es wäre nicht aufregend und ein ok-Abschluss. Es wäre nichts tragisches und all diese Tode und Geschehnisse ließen sich auf Prophezeiungen und Legenden zurück führen, wodurch die Mystik erhalten bliebe. Erneut, alles nur halbgare Überlegungen und zwei-drei Stunden auf Reddit würden meine Meinung sicherlich schnell enden, aber – ich glaube dennoch Recht zu besitzen.

Wir werden sehen…

Fun fact übrigens:

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„Salvation“, Season 1

Ich stelle mir bei Serien wie dieser, eine gut durchmischte Gruppe an Schreiberlingen und kreativen Köpfen vor, die an ihrem Tisch sitzen, mit Kaffee, Tee und Chai-Latte und einen grandiosen Einfall nach dem nächsten haben; dabei aber nach Lehrbuch vorgehen und nach wenigen Minuten bemerken, wie ihre Einfälle sämtliche Klischees miteinander verpaaren – und aus dieser Ernüchterung die Konsequenz ziehen und noch mehr absurdere Ideen (die sich alle gegenseitig an „Wtf? Lol!“ und „What the …?“ und „Whaaat! Wie genial!“ übertreffen wollen) hinein schreiben.

Das in etwa ist die Kurzfassung des Eindrucks, den Salvation hinterlässt.

Die Schreiberlinge kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen und bringen alle unterschiedliche Ideen mit: Hard Science-Fiction und Physik, Drama, Trash, Humor (ein Komiker ist für die humoristischen Elemente und Parodie zuständig, er wird aber nie zu Scrabble Abende eingeladen, weil seine Witze entweder zu flach, oder zu intelligent sind), Verschwörungen und (vorhersehbare) Plotwists und natürlich: Die Gefahr aus dem All – Asteroiden!

Kurz: Die Serie ist großartig! Auch wenn ein Klischee das andere jagt, jeder Plottwist den Weg für den nächsten ebnet, und die Serie eigentlich ganz schrecklich sein müsste (die Ratings der zweiten Season sind sehr schlecht, vermutlich wird es keine dritte Season mehr geben und der Asteroid die Erde zerstören), liebt man sie spätestens ab der dritten Folge.

Die Schauspieler sind sympathisch, so auch die Charaktere – und man bemerkt: Warum sind nur Männer kluge Techs, Military und Wissenschaftler, während Frauen Pressesprecherinnen, Journalistinnen, Self-Publish-Authors und reiche Damen sind? Andererseits, wer sind wir, dass wir Medienarbeit geringer bewerten als Wissenschaft? (Ich weiß, die Wissenschaft ist ein männlich dominierter Bereich und dies soll mit weibliche Präsenz aufgebrochen werden, was aber hier kaum der Fall ist). Dennoch, for all we know: Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert das Weltgeschehen. Der erste Gedanke war: „What, warum is da keine Frau dabei!“ Immerhin gibt es eine Madame President.

Worum gehts?

MIT-Student Liam entdeckt via Simulation etwas seltsames: Einen Asteroiden. Seine App warnt ihn, als er gerade Sex hat. Als er seinen Professor auf diese unglaubliche Nachricht aufmerksam machen will, findet er dessen Wohnung komplett zerstört vor. Nicht nur das: er wird beobachtet und verfolgt. Kurz um sucht er Hilfe beim Tech-Genie/Milliardär Darius Tanz, welcher eigentlich den Mars kolonisieren will.

In 168 Tagen soll der Asteroid einschlagen und ein 6. Massensterben zur Folge haben. Das Pentagon weiß bereits Bescheid und will Raketen zünden. Jedes Kind weiß mittlerweile, dass ein Asteroid dieser Größenordnung in zig Hundert Teile zerbersten und ebenfalls großen Schaden anrichten würde – natürlich würden die Teile des Asteroiden nur die östliche Hemisphäre treffen und der Grundstein zu Weltpolitischen Spannungen wird säuberlich in Reihe und Glied gelegt.

Darius hat eine andere Idee und wird sogleich von Liam unterstützt: Via Gravitation soll der Asteroid von seiner Bahn gelenkt werden. Wie sie dort hinkommen? Liams Professor beziehungsweise auch Darius hatten an etwas gearbeitet, dass sich EM-Drive nennt und eigentlich die klassischen Naturgesetze in Frage stellen würde, allen voran Newtons 3. Gesetz (allerdings gibt es Diskussionen darüber..). Darius aber lässt uns wissen, dass mit jeder Zeitwende, die vorigen Gesetze entkräftet und verbessert werden.

Yes, the trash is real! Und es ist großartig!

Während Darius also 100kg von angereichertem Uran und 2 Milliarden zur Verwirklichung braucht, schleicht sich Grace (die Pentagon Pressesprecherin) Nachts hinab und stiehlt die Codes von ihrem Freund Harris, der ebenfalls bei der CIA ist (und ihr Boss) um Darius das Uranium beschaffen zu können, denn sie ist sich sicher: Darius kann die Welt retten. Sie will nicht den Osten opfern, damit der Westen unbeschadet bleibt. Dabei verliert sie einen Ohrring im Koffer, und Chaos ist vorprogrammiert – aber! Darius braucht das Uran gar nicht für den EM-Drive…

Yes, the trash is real! Und es ist großartig! Ich liebe diese Serie schon jetzt.

Und damit beende ich die Inhaltsangabe, denn die Freude die Plottwists, seltsame und fragwürdige Entscheidungen, Verwicklungen, Verwirrungen und die kindlichen Einfälle der Schreiberlinge mit sich bringen, mag ich niemanden nehmen. Es ist wirklich großartig. Es ist trashig. Aber gut.

Die Serie, die 2017 das erste Mal auf CBS ausgestrahlt wurde, beendete eben seine zweite Season und läuft aktuell auf Netflix. Wie zu Beginn erwähnt sind die Ratings sehr schlecht, und vermutlich, wenn die Serie nicht von einem Streaming Sender gekauft, wird es keine dritte Season geben. Was ich sehr schade finde. Aber noch habe ich Season 2 nicht gesehen.

Kritik / SPOILER!

Natürlich freute ich mich auf das Season Finale, wurde aber leider enttäuscht.

Sicherlich, es kündigte sich schon über ein paar Folgen an, dass der Zwist zwischen Russland, die einst mit Absicht angegriffen wurden (aber die Sache als Asteroiden Einschlag vertuscht werden wollte) und den Staaten, zu eskalieren droht. Gegen Ende, als die Hacker Gruppe Re/Syst (die exakt so ist, wie man sich eine Hackergruppe vorstellt, im Untergrund, junge Leute mit Piercings und gefärbten Haaren, die für die Sache auch bereit sind zu sterben) ein US-Militärschiff, sowie eine russische Base in die Luft jagen, schlägt Russland zum Gegenangriff und sendet ein paar nukleare Bomben Richtung Washington (habe ich erwähnt, dass sehr viel SF-Trash dabei ist?). Die Leute befinden sich derweil im Bunker – der sie die nächsten 100 Tage sicher halten soll, oder auch, wenn der Asteroid auf die Erde einschlägt – genauer, in und bei „Salvation“, dem Raumschiff das mit 160 auserwählten Personen zum Mars fliegen hätte sollen, um dort die Menschheit weiter leben zu lassen.

Der Twist selbst, (der dem Komiker (den ich oben erwähnte) öfters Chancen gab, wenn auch humpelnde, Running Gags einzubauen) war gar nicht so das Problem, denn Verschwörungen gibt es immer wieder (und sie wurden auch sehr satirisch eingefädelt), und auch die fast schon Soap-Opera-artigen Liebesdramen hätte man akzeptieren können (Grace, eigentlich mit ihrem Boss Harris liert, verknallt sich in Darius, der trifft seine ehemalige große Liebe wieder, und auch wenn er an zweite Chancen glaubt, stimmt halt das Timing nicht, und klar, er ist auch in Grace verknallt; die On-Off Beziehung zwischen Liam und Jillian und die Affäre der Tochter von Grace mit dem Sohn von Harris und so weiter) – was aber leider einen tiefen Schatten über die Serie wirft war jenes:

Wenn die mitwirkenden Damen viel Spielraum einnahmen (auch wenn keine von ihnen Wissenschaftlerin war und zur Lösung des Problems direkt beitrug) und es Folgen gab, die sich lediglich um Grace drehten, verkamen alle drei, Grace, Jillian und Claire (die Ex von Harris) zu liebeshungrigen, weinerlichen „I want you“-Babes, die, auch wenn das Ende der Welt nahe steht, nur eines im Sinn haben: bei ihrer großen Liebe sein zu wollen. Dagegen spricht auch nichts, im Gegenteil – die Art jedoch, wie das ganze wieder in Szene gesetzt wurde, diente lediglich dazu, die eh schon heroischen Männer aus dem Drama heraus zu nehmen, und um sie noch heroischer zu inszenieren.

So meint Darius in letzter Sekunde zu Grace, sie solle gehen, denn Harris brauche sie. Ernsthaft? Warum nimmt er sie nicht mit? Gegen Ende finden sich Darius und Liam, der Jillian in letzter Sekunde verlässt, ohne ihr zu sagen warum (ich würd‘ den Typ so abschießen), wieder gemeinsam ein, weil sie beide eine Lösung haben, wie sie die Erde dennoch retten können. Ja, I get it. Er will sie sicher und verschlossen halten. Eh klar. Trotzdem. Das wie!

Leider wurde Amanda, die Reporterin, der das Wohl der Menschheit am Herzen lag, zu früh ermordet und auch die Präsidentin der Vereinigten Staaten entging nur knapp einem Mordkomplott.

Fazit

Wer SF-Trash mit Verschwörungen und Drama und Eyecandy mag, you’re welcome, thank me later.

Thx Reddit:

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„Ascension“, Mini-Serie

Nach Salvation (Einträge folgen), die nächste SF-Trash Serie, die auf Netflix mit ihren Reizen lockte. Ascension ist eine US-kanadische Miniserie mit nur 6 Folgen und wurde 2014 das erste mal ausgestrahlt.

Achtung, diese Besprechung beinhaltet massive Spoiler. Wer die Serie noch sehen mag, ohne dass Überraschungsmomente genommen werde, sollte nach der kurzen Inhaltsangabe, aufhören zu lesen.

Kurzes Fazit: Sehenswert. Es sind nur 6 Folgen.

Worum gehts?

1963 startete ein Generationenschiff zu einer 100jährigen Reise nach Proxima Centauri, einem Stern, der unserer Sonne am nächsten ist, um dort einen habitablen Planeten zu bevölkern und das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern. Nach exakt 50 Jahren geschieht ein Mord.

Spoiler

Eindrücke während der Serie, Inhaltsbezogen

Das Generationenschiff ist riesig. Es gibt auch eine Art Strand. Sie besitzen zwar alte Gerätschaften aus den 60ern, konnten sich aber mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln so weit entwickeln, dass kleine Laptops entworfen werden konnten.

Etwas seltsam ist, dass die Upper Deck Leute nie die Lower Decks besuchen, und sich somit dort nicht auskennen. Das Schiff ist zwar riesig, aber nicht soooo groß, dass man über 50 Jahre nicht von A nach B geht, beziehungsweise, dass die Lower Decks nicht einmal aufbegehren und hier und da mal die Kontrolle übernehmen – dürften die Arbeiter doch an Masse und Zahl überlegen sein.

Trotz dessen, dass das Schiff riesig ist, und neben Massentierhaltung auch anderen Fabriken beherbergt, zieht sich eine Spur des Zweifels am Rande entlang, wenn 600 Menschen dort Platz haben sollen und die Räumlichkeiten der Upper Decks teils sehr großzügig ausgestattet sind. Außerdem: Woher kommen die Waren? Sie haben immer wieder neue Waren – nach 50 Jahren und bei 600 Menschen, müssen diese doch irgendwann aufgebraucht sein – außer sie fabrizieren sie selbst, was aber mehr als 600 Menschen für eine Produktion erfordern müsste – und noch mehr Platz für Anbau und dergleichen. Aber ganz gleich, es ist ein interessantes Gedankenspiel.

Seltsam wird es, als man bemerkt, dass die Kameras, die überall installiert sind, und die Bilder nach außen transportieren, von niemanden entdeckt werden. Nach 50 Jahren wird man doch das eine oder andere auseinander genommen oder umgeräumt haben oder alte Dinge zerlegen.

Dann gibt es eine Birth-List: Was bedeutet, dass nur bestimmte Paare sich fortpflanzen dürfen, und ihr Implantat entfernen lassen können. Auch gibt es gematchte Paare: Wenn der PC, alias der mathematische Algorithmus, empfindet, dass diese und jene Gen-Kombination sinnvoll für das Überleben (die Weiterentwicklung) der menschlichen Rasse ist, werden diese zwei Menschen gepaart. Und es ist okay. Die Leute akzeptieren das. Fast.

Daneben gibt es die Stewardessen „Guardians of the Birth List, Body and Soul calling – wife, mother, caregiver to all.“ (Wait, WTF? Handmaidstale auf Glamours 60s?) und die Frau des Captains ist Bordelldame höchsten Grades. Sie wählt die hübschesten und perfektesten Mädels selbst aus, welche dann auf exklusiven Partys die ranghohen Militärs bedienen und für die eine oder andere Seite spionieren.

Eindrücke über die Serie (massive Spoiler!)

Mir ist bewusst, dass eine Serie über ein Generationenschiff einiges an Kreativität und Suspension of Disbelief abverlangt und vieles an Spielraum offen lässt beziehungsweise ließe, um vorhandene Gesellschaftssysteme zu kritisieren oder einen gänzlich neuen Gesellschaftsentwurf zu entwickeln – in diesem Falle aber konzentrierte sich die Handlung auf die äußeren Umstände und die Tatsache, dass das Schiff als quasi Petrischale für genetische Evolutionsexperimente dient. Die Genetik wurde erst 10 Jahre vor „Start“ des Schiffes entdeckt, also warum nicht gleich testen?

Natürlich überlegt man sich, wie man seit den 60ern das ganze geheim halten konnte, vor inneren und äußeren Blicken, von der Logistik ganz abgesehen – aber, darum geht es nicht.

Aber! Gegen Ende reist ein Crewmitglied tatsächlich auf den Planeten, der von drei Sonnen umgeben ist. Wie? Indem, dass nur die besten Eigenschaften weiter vererbt werden, entwickeln/erreichen manche Crewmitglieder die nächste Evolutionsstufe, können elektromagnetische Impulse senden und schlussendlich auch teleportieren. Richtig gelesen, das ist die Auflösung. Jap. Sorry to say, aber das ist das Ende.

Aber schaut euch die 6 Folgen trotzdem an. Die Frage natürlich, wie dieser eine Mensch auf dem fremden Planeten überlebt, oder ob er damit in den sicheren Tod geschickt wurde – lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.

Dass auch die Verschwörungswebsite, auf welche die Menschen gelangen, wenn sie sich über die näheren Umstände informieren möchten, ein Teil des ganzen ist – und Kritiker, die zu nah an der Wahrheit graben, um das Experiment zu gefährden, einfach getötet werden, muss natürlich ebenfalls angesprochen werden und vermittelt: Trust no one.

Kritik (Spoiler)

Schade finde ich, dass das Gefühlsleben der Passagiere nicht näher betrachtet wird. Zwar gibt es Kritik an der „Hineingeworfenheit“, denn man sei schon allen Personen, die man je kennenlernen würde, begegnet – aber eine wirkliche Tiefe bleibt aus. Was vielleicht in dem Fall ganz gut ist.

Auch gibt es nach wie vor Klassenunterschiede. Wenn die 1960er Star Trek und eine fiktive klassenlose, utopische Gesellschaft hervorgebracht haben, dann hätte dies ebenfalls ins Experiment mit einbezogen werden können, wie sich soziale Strukturen entwickeln. Stattdessen aber scheint es von vornherein die Upper und Lower Decks zu geben, die (natürlich) miteinander im Konflikt stehen. Nach oben zu kommen ist schwer, nach unten zu fallen einfach. Warum nicht jeder ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft sein kann… ist fraglich.

Anyway: Für einen verregneten Samstag-Nachmittag eine passable Unterhaltung mit Potential zu mehr.

Lesenswert auf Reddit

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„Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald“

Die Einleitung als Nachtrag: Sicherlich mag diese Kritik dem Film nicht gerecht werden (manche fanden ihn toll, ist in Ordnung, es gab Tierchen.. ein paar – und so viele verpasste Möglichkeiten einen tatsächlich guten Creature-Feature-Film daraus zu machen) und ich bin mir sicher, dass es im 5-Filme-Plan (die alle 2 Jahre erscheinen sollen – also über 10(!) Jahre hinweg) einen roten Faden gibt, der sich, sieht man sich alle 5 hintereinander an, auch Sinn ergibt – allerdings zweifle ich im Moment daran. Aber hey, who knows..

Fantastische Biester

Es gab ein paar Tierchen zu sehen. Bekannte Tierchen, neue Tierchen.. und Katzen. Aber seien wir uns ehrlich, die Handlungen in Fantastic Beasts drehte sich nie wirklich um fantastische Tierchen, sondern um gänzlich andere Geschichten aus der Wizard World. Zwar wird mit Tierchen gelockt und somit Merch in die Szenen geworfen, aber das wars auch schon. Und auch wenn ich beim ersten eine anständige Anzahl an Tierchen vermisst habe, hatte er doch einen besseren Eindruck hinterlassen.

Lovestories

5 (wtf?).

Waren es beim Vorgänger 1,5 Liebesverwirrungen und Irrungen, und ich erinnere mich daran, dass Newt nicht sonderlich interessiert an Liebesdingen war, spielt er nun den Liebestrunkenen, der nicht wegen Grindelwald nach Paris reist (und die Wizard World zu retten), sondern wegen Tina – um ihr seine Liebe zu gestehen – die wiederum glaubte, Newt heirate Lestrange, aber dabei heiratet sie seinen Bruder und nicht ihn! OH MEIN GOTT! Daraufhin meldet sich Tina nicht mehr und verhält sich gänzlich sinnlos. Aber immerhin, die Lovestory muss ja über den Film hinweg gezogen werden, und somit kann nicht zu Beginn über das Missverständnis aufgeklärt werden (auch wenn Newt dies die ganze Zeit versucht), sondern muss warten – bis sie sich alle in einer Gruft einfinden – und selbst dann, werden sie von der Story unterbrochen.

But, why?

Bösewicht, wicht, wicht

Johnny Depp ist zu alt für den Job.. Ich wünschte, er würde sich ein anderes Hobby suchen. War er in den 90ern einer der gefragtesten Schauspieler, ganz gleich in welchem Genre (und hatte er damals die Performance geliefert, die man sich erwartete), entwickelt er sich mit zunehmenden Alter immer weiter weg von anständigen Charakter-Angeboten, hin zu lächerlichen Clown-Rollen, die kein schauspielerisches Talent mehr verlangen, sondern im Gegenteil, nur mehr auf ihn und sein Trademark zugeschnitten sind. Und es langweilt. Sehr. Es nervt beizeiten auch.

Fazit

Die Fortsetzung wirkte wie ein typisches Prequel, ließ das typische Harry Potter-Feeling, dass im ersten Teil noch zu spüren war, fast komplett vermissen und auch das Ende lehnt sich sehr, sehr weit aus dem Fenster. Dazu kommt noch das zeitlich Faux-Pas mit McGonagall.

Da mir auch sonst nicht spannendes (und nur Vernichtendes) einfällt, was ich über diesen Film sagen könnte, folgen Eindrücke des großen weiten Webs:

Ebenfalls gerechtfertigt ist diese Frage – was mich auch zu der Kritik bringt: Warum kein anständiger Kuss zwischen Grindelwald und Dumbledore? Nein, verschränkte Fingerchen müssen ausreichen, denn zu viel „Gayness“ würde sich wohl negativ auf Kritiken und Einspielergebnisse auswirken.

 

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„400 Days – The Last Mission“

Achievement unlocked: SF-Trash. Offenbar schaffe ich es mit jeder Auswahl, nur mehr SF-Trash zu erwischen (weitere Beiträge folgen). Als ich am Wochenende das Mutterschiff besuchte, schauten wir uns zusammen einen sehr, sehr trashigen Film an, mit einem nicht zufriedenstellenden Ende.

Worum gehts?

Eine 400 Tage lange Simulation soll Aufschluss darüber geben, wie sich die Situation auf Psyche und Sozialverhalten der Teilnehmer auswirkt. Eigentlich eine kluge Idee, denn im All sind wenige Menschen auf engstem Raume beisammen. Nach einiger Zeit bricht der Kontakt zur Kommandozentrale ab, und es wird seltsam. Brechen sie die Simulation ab, dürfen sie auch nicht bei der tatsächlichen Mission dabei sein. Es gilt also durchzuhalten. Ganz gleich, was passiert.

Wtf? (Spoiler)

Spätestens, als die Mitglieder anfangen zu halluzinieren, beginnt man sich zu fragen, was für eine Art Experiment es tatsächlich ist. Einer erhält Nachrichten, dass die anderen ihn hassen, ein anderer sieht fremde Menschen. Man nimmt zwischendurch an, dass die Welt einem Krieg zum Opfer gefallen ist und sie die letzten Überlebenden sind; und die Annahme wird dahin gehend bestärkt, als sie eines Nachts, nach ca. 399 Tagen aus dem „Raumschiff“, dass sich unter der Erde befindet, heraus steigen (nachdem eine seltsame Kreatur hinein geklettert war) und alles verstaubt ist, und sie Metalle finden, die es nicht auf der Erde geben sollte. Als sie in finsterer Dunkelheit umherirren und ein Dorf mit seltsamen Bewohnern finden, wirds noch skurriler.

Diese wollen sie nämlich essen. Die letzten zwei Überlebenden eilen zurück zum Raumschiff, werden verfolgt, töten ein-zwei Eindringlinge und werden kurz darauf, am 400. Tag, mit eingespieltem Jubel gebeten, das Schiff zu verlassen, denn die ganze Welt wolle sie kennenlernen.

Und hier endet der Film.

Jawoll. Genau hier.

Aber warum sollten die Kannibalen über ein Jahr warten, bis sie die Menschen verspeisen können? Warum nicht nach 2-3 Tagen? Oder gilt es, sie 400 Tage zu beobachten und sich auf das Mahl zu freuen? Wird während dieser Zeit ihr Fleisch dementsprechend präpariert und/oder ist das ganze einfach nur ein krankes Spiel?

Interessant vielleicht:

Der Film wurde binnen 19 Tagen gedreht. So sieht er leider auch aus.

„Where Is Everybody?“ und „And When the Sky Was Opened“ – so lauten die Titel der ersten und elften Folge der ersten Staffel der amerikanischen Mystery-TV-Serie „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten“ (1959). Von diesen Episoden ließ sich Drehbuchautor und Regisseur Matt Osterman für seinen zweiten Langfilm nach „Phasma Ex Machina“ (2010) ganz offenkundig inspirieren – was nicht heißt, dass er deren Auflösung komplett übernahm.“ (dienachtderlebendentexte.wordpress.com)

Der Regisseur meinte im Interview mit flixchatter.net:

„I also love movies that has those *refrigerator moments.* It’s when you watch a movie and you enjoyed it but something sticks with you. Then you find yourself a couple of nights later at 2 am, you can’t sleep, then you’re staring at your refrigerator looking for a snack and go ‘oh that’s what that meant’ or ‘ oh I get that now’ I love movies that live beyond the time you watch it and I find that it’s frustrating for people. Now that the film’s out internationally, and of course some are illegally downloading it, I’m getting angry tweets from people. Some said ‘how could you forget to write an ending?’ and I said, ‘well that wasn’t quite THAT, but there’s been a history of movies that didn’t get wrapped up in a pretty neat bow.“

Fazit: Zugegeben, unter all diesen persönlichen Informationen, müsste man den Film, den SyFy produzierte, fast liebevoll als Indie-SF oder so bezeichnen – andererseits bezieht sich SF-Trash nicht auf „Abfall“, sondern eben auf liebevoll inszenierte BMovies, die dank Produktionskosten nicht an die Standards der üblichen Blockbuster heran reichen können und daher auch nicht glänzend rein geschossen werden konnten und somit ihre „flaws“ haben. In diesem Falle ist aber leider auch die Umsetzung der durchaus interessanten Idee etwas misslungen.

Ein letztes Wort vom Schöpfer:

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„The Nutcracker and the Four Realms“

Ich gestehe: Ich habe den Nussknacker von E.T.A Hoffmann weder gelesen, noch in irgendeiner Weise beigewohnt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Original-Geschichte nicht so ist, wie in dieser Disney-Adaption . allerdings, so verlauten Medien, orientiere sich dieser am düsteren Hoffman-Original. I’m intrigued. Go on.

Eine kurze Recherche:

Der Plot nach E.T.A Hoffman

Wikipedia verrät: „Nussknacker und Mausekönig ist eine Erzählung von E. T. A. Hoffmann, erschienen 1816 in Berlin.

„Marie, Tochter des Medizinalrats Stahlbaum, entdeckt am Weihnachtsabend auf dem Gabentisch einen Nussknacker. Der Bruder Fritz knackt mit der neuen Nürnberger Holzpuppe so harte Nüsse, dass die Puppe ihre Zähne verliert. Marie nimmt den lädierten Nussknacker in ihre Obhut und platziert ihn neben Fritzens Husarenarmee. Die rekrutiert sich aus lauter Spielzeugsoldaten und steht in der Vitrine.“

Soweit kann ich mich sogar noch erinnern! Ich muss also doch mal eine Fassung davon gesehen haben.

„Die Geschwister wurden nicht nur von den Eltern beschenkt, sondern auch von dem Paten Droßelmeier, einem Obergerichtsrat, der neben der Jurisprudenz auch die Uhrmacherei betreibt und allerlei mechanisches Spielzeug verfertigt. In der Christnacht, als alle längst zu Bett sind, hat sich Marie von der Mutter noch ein paar Minuten Aufbleibens bei den Geschenken erbettelt. Da ist es dem phantasiebegabten Kind auf einmal so, als ob Bewegung in Fritzens Husarenarmee unter dem Kommando des Nussknackers käme. Die Gegenseite, ein Heer Mäuse unter dem Kommando des Mausekönigs, eines siebenköpfigen Ungetüms, dringt aus ihren Schlupflöchern des Wohnzimmerfußbodens. Den Kommandeuren der Husarenarmee mangelt es nicht an Schneid und taktischem Geschick. Zu Maries Schrecken zeigen die Husaren Feigheit vor dem Feind. Das Mädchen verhindert die drohende Niederlage des Nussknackers, indem es seinen „Pantoffel zur rechten Zeit“ gezielt nach dem vordringenden Mäusepack wirft.“

An diesen Teil habe ich null Erinnerungen.

„Die Feindschaft des Nussknackers gegen den Mausekönig geht bis auf die Mutter des königlichen Nagetiers zurück. Wie Droßelmeier Marie auf deren Drängen erzählt, fraß Frau Mauserinks, zu Lebzeiten Königin im Reich Mausolien, einmal dem König aus dem Menschenreich den Speck weg. Zur Strafe beschloss der König die Vertreibung der Frau Mauserinks aus seinem Palast. Mit der Aktion beauftragte er den Neffen Droßelmeiers, einen „artigen, sanften Jüngling“.“

Und weiter:

„Frau Mauserinks aber, diese alte Hexe, blieb und „verhäßlichte“ die „engelschöne“ Prinzessin Pirlipat in der Wiege in ein „unförmliches, starrblickendes“ Kind. Als der Neffe nach fünfzehnjähriger Suche das Mittel gefunden hatte, mit dem er Pirlipat erfolgreich entzaubern konnte, tötete er – mehr aus Versehen – Frau Mauserinks. Vor ihrem Ableben hatte Frau Mauserinks ihren siebenköpfigen Sohn zur Welt gebracht, den Mausekönig. Die sterbende Maus hatte den Neffen Droßelmeiers, diesen artigen wohlgestalteten Jüngling, noch rasch in einen hässlichen kleinen Nussknacker verwandelt, eben jenes zahnkranke Weihnachtsgeschenk, das Marie wieder aufpäppeln möchte. Marie bringt keinerlei Verständnis für die Undankbarkeit Pirlipats gegenüber dem Nussknacker auf, sollte doch der Jüngling, der Pirlipat entzaubert hatte, als Lohn die Prinzessin zur Frau bekommen. Stattdessen hatte Pirlipat den Nussknacker zum Palast hinauswerfen lassen.“

Es geht weiter mit:

„Die Zurückverwandlung der „Missgestalt“ des Nussknackers in seine ursprüngliche Wohlgestalt ist an zwei Bedingungen geknüpft: Der Mausekönig muss durch die Hand des Nussknackers fallen und eine Dame muss den Nussknacker ob seiner hässlichen Gestalt liebgewinnen. Marie, begabt mit der Kraft der Liebe, tut das Ihrige: Sie bewaffnet den Nussknacker neu und folgt hernach dem Besieger des Mausekönigs ins Puppenreich. Dort, am Limonadenstrom, der in den Mandelmilchsee mündet, lernen sie einander lieben. Somit sind beide Bedingungen erfüllt: Der Neffe erhält seine „nicht unangenehme Gestalt wieder“, kehrt nach einiger Zeit zurück und macht der glücklichen Marie einen Antrag, den sie annimmt, wodurch sie zur Königin des Puppenreichs wird.“

Der Plot nach Tschaikowski

Wikipedia: „Im Mittelpunkt des Balletts steht Clara, im russischen Original Mascha. Sie bekommt am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Droßelmeier einen Nussknacker geschenkt. In der Nacht träumt sie von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt und mit ihr in das Reich der Süßigkeiten reist. Dabei geht es über den Tannenwald zum Schloss Zuckerburg, wo die dort residierende Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein Fest veranstaltet. Zuletzt erwacht Clara aus ihrem Traum.“

Und: „Das Werk wurde am 18. Dezember 1892 zum ersten Mal im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg in der Choreographie von Iwanow und der Ausstattung durch den Operndirektor Iwan Wsewoloschski aufgeführt, weniger als ein Jahr vor Tschaikowskis Tod.“

Danke Wikipedia.

Der Disney-Film

Vermischt all diese Elemente.

Die junge Clara, ein Genie in Physik und Mechanik, und landet am Weihnachtsabend in einem gänzlich fremden Land, macht sogleich Bekanntschaft mit dem Nussknacker und lernt drei gänzlich seltsame Monarchen kennen. Kurz darauf erfährt sie, dass die drei Reiche mit dem 4. Reich im Krieg stehen. Um diesen zu gewinnen muss Clara den Schlüssel finden, der zu dem Geschenk passt, das ihr ihre verstorbene Mutter hinterlassen hatte und zeitgleich eine Maschine in Betrieb nimmt, die aus Spielzeug echte Lebewesen macht. Die Zuckerfee (genial: Keira Knightley) drängt sie darauf den Schlüssel zu finden.

Die Mäuse tauchen auch hier auf, aber nicht in Form eines Königs, sondern als treue Diener von Mutter Ingwer, der, laut der Zuckerfee, garstigen Gestalt, die für den Krieg verantwortlich ist. Aber kann Helen Mirren, die alleine im Wald lebt, tatsächlich für einen Krieg verantwortlich sein?

Unstimmig?

Wer findet, dass der Film etwas.. unstimmig ist, hier die Erklärung dazu:

„What makes Nutcracker weird is that Lasse Hallstrom was the director originally hired. He’s best known for films like ChocolatThe Cider House Rules, and What’s Eating Gilbert Grape. He had directed the film with the materials they gave him. It didn’t turn out so hot. Disney decided that the film would go under significant reshoots. According to THR, someone would do them throughout 32 days and have new material written by Oscar winner Tom McCarthy. That is a lot of time to ask a director to come back and shoot a movie and Hallstrom wasn’t available. Here, Disney hired Joe Johnson (Captain America: The First Avenger) to come in and complete the film.“ (Quelle: filmschoolrejects.com)

Fazit: Die Mäuse waren nett. Ob das Märchen Kindergerecht ist, da bin ich mir nicht so sicher..

Übrigens, PG-Rated? Fehlt’s euch komplett? Hätte ich den Film mit 6 Jahren gesehen, wäre ich von schrecklichen Albträumen heimgesucht worden! Creepy Clowns!

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„Doctor Who“, S10E9 und S10E10

Die erste Folge der 11. Season wurde bereits ausgestrahlt, Zeit also, die letzten vier Folgen der 10. Season zu besprechen.

„Empress of Mars“

Hat sich schon mal wer gefragt wie der Schriftzug „God save the queen“ auf den Mars kam? Die 9. Folge der 10. Season des Doctors beantwortet sie! Wir erfahren unter anderem, dass der Doctor zwar The Terminator nicht gesehen hatte, aber dafür Frozen. Der 10. Doctor, wenn wir uns erinnern, wollte uns das Ende von Harry Potter nicht spoilern.

Menschen Briten hatten bereits im Jahre 1881 den Mars kolonisiert. Allerdings nicht ohne fremde Hilfe.

Während Bill und der Doctor über Popkultur debattieren (die erste Referenz war amüsant, ab der dritten verheddert sich der Gag in seinen Schnürsenkeln und stolpert) stürzt Bill in ein Loch und die TARDIS macht sich mit Nardole an Bord selbstständig.

Kurz darauf taucht ein Alien auf, gefolgt von einem Mann im viktorianischen Spacesuit. Der Doctor kennt die Rasse und wirft allerhand Nettigkeiten zur Begrüßung hin. Der aufmerksame Zuschauer wird sich noch an die 7. Season Episode 9 erinnern. Der Mann im Suit schießt auf den Doctor, denn er wollte Friday (das Alien, der Witz wurde leider sofort erklärt) beschützen. Nardole sucht derweil bei Missy Rat.

“The indigenous species — an ancient reptilian race that built themselves a sort of biomechanical armor for protection. The creature within is at one with its carapace. The Ice Warriors — they could build a city under the sand, yet drench the snows of Mars with innocent blood. They could slaughter whole civilizations, yet weep at the crushing of a flower.”- The Doctor

Die Engländer hatten mit Hilfe Fridays den Mars besiedelt und laden den Doctor und Bill zum Tee. Wir erfahren, dass Friday der letzte seiner Art ist, ein Ice Warrior, und länger auf seinem Schiff geschlafen hatte als eigentlich vorgesehen. Jetzt dient der den Engländern quasi als Untertan. Die Episode schreitet voran und das Grab der Eiskönigin wird gefunden. Der Doctor hat ein schlechtes Gefühl und liegt richtig. Es ist nicht nur ein Grab, sondern auch ein Hive. Friday hatte die Menschen dazu benutzt um seine Königin zu finden – und da diese nun gefunden ist, sollen die Engländer den Mars verlassen.

„Mars is part of the Empire now!“ rufen die Engländer, die Kritik an Kolonialpolitik und Sklaverei ist all zu deutlich – und der Doctor ist ratlos. In diesem Fall waren die Menschen die Eindringlinge. Einer der Engländer versucht Steine zu stehlen, die sich als wichtig herausstellen, die Ice Warrior Queen erwacht und tötet ihn. 5000 Jahre habe sie geschlafen. 5000! Der Mars ist tot, ihr Volk ausgestorben.

Was sich im Moment noch als typisch-klassische SF bemerkbar macht, wird um ein quasi modernes Element erweitert: Die Eiskönigin ist nicht an der Meinung der Männer („noise males“) interessiert, sondern befrägt stattdessen Bill. Trotzdem, wenn sie überleben möchte, braucht es Kooperation, denn auf dem Mars ist kein Leben mehr möglich.

Friday entschließt sich mit dem Doctor zu arbeiten, auch wenn die Ice Warrior Queen auf Unabhängigkeit pocht und alleine kämpfen möchte. Ein Gerangel bricht aus und Friday beschützt Bill während der Captain der britischen Garde die Queen gefangen nimmt. Ein Deserteur erschießt den Captain und die Königin sieht, dass nicht alle Menschen schlecht sind. Gegen Ende nimmt sie den Soldaten in ihrer Armee auf.

Die Folge endet mit Hilfe des Doctors, auch wenn das marsianische Golden Age bereits Geschichte ist. Sie reisen nach Alpha Centauri und die Queen freut sich. Auch Nardole und die TARDIS sind wieder da, inklusive Missy.

Auch die 10. Episode steht für allein: „The Eaters of Light“

Schottland. Zwei Kinder finden eine im Stein eingravierte TARDIS aus dem 2. Jahrhundert AD.

In exakt diesem Jahrhundert landen Bill, Nardole und der Doctor um das Verschwinden der 9. römischen Legion aufzuklären, denn Bill hat eine Theorie. Nardole ist etwas verunsichert, ob der Vault wirklich so lange unbeaufsichtigt sein sollte.

Bill, die von der Gruppe getrennt wird, freundet sich mit einem römischen Soldaten an, der unter der Erde verweilt, während der Doctor auf Ygrittes Schwester trifft, eine schottische Kriegerin. Der Römer versteht Bill, offenbar spricht sie Latein oder/und er Englisch, aber in diesem Falle liegt es an der universellen Übersetzungsfunktion der TARDIS.

Bald bemerken wir, dass es kaum mehr Erwachsene gibt und nur Kinder in der Gegend leben. Warum? Die schottische Kriegerin erklärt die Rolle des Gatekeepers. Welches Gate? Ein Portal, durch welches die „Lighteater“ kommen und Jagd auf Menschen machen. Der Doctor sieht sich das Tor genauer an, und was für ihn Sekunden sind, sind für die anderen zwei Tage. Die Gefahr ist schlimmer als angenommen, kam erst eines, werden bald viele folgen. Das Monster aber, dessen Nahrung Sonnenlicht ist, hat sich mit Schottland ein relativ ungünstiges Land ausgesucht, death by Scotland.

Bill und der Römer Lucius tauschen sich derweil über ihre Sexualität aus und Lucius findet, dass niemand so modern sein und beide Geschlechter mögen muss. Das fand ich nett.

Der Doctor hat einen Plan: Kämpfen. Das Monster wird zurück zum Gate gebracht, und es sollen 60 Jahre vergehen, während ein Gatekeeper gegen das Monster kämpft. Dann tritt der nächste die Aufgabe an. Und der nächste. Und der nächste.

Der Doctor bietet sich an das Gate zu halten, um diesem Kreislauf ein Ende zu bereiten, denn seit Ewigkeiten passe er auf die Menschen auf. Römer und Schotten werden zusammen geführt, entscheiden sich aber gegen den Vorschlag des Doctors. Es ist ihr Kampf. Der Doctor akzeptiert ihre Entscheidung: „I can’t bare brave people stop beeing brave.“

Sie ritzen ihre Namen in Steine, sodass sich alle an sie erinnern. Es ist deren Schicksal, nicht jenes des Doctors. Die jugendlichen Krieger betreten gemeinsam das Tor, welches aufgrund der Menge instabil wird und zusammen bricht. Die Krieger sterben dort. Und damit ist das verschwinden der 9. Legion geklärt – die nie tatsächlich verschwunden war. Zugegeben, eine durchaus interessante und logische Erklärung.

Die Krähe, der zu Beginn zugestanden wurde, eigenmächtig zu sprechen, mache „Car“ weil ihr Name „Car“ ist. Sie erinnern sich.

Zurück bei der TARDIS erwartet sie Missy. Sie arbeitet für den Doctor, hätte aber im Vault sein sollen. Nun, ganz gleich, sie ist auch in der TARDIS eine Gefangene.

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„Godless“, Season 1

„You said people come here to change their lives. I imagined a story where I didn’t have to be the damsel.“ (Dolores, Westworld)

Godless macht, auch dem Genre Unerfahrene, den Anschein eines klassischen Westerns: the good Guy (der tatsächlich Goode heißt, blond und „decent“) ist auf der Suche nach dem bad Guy (älter, mit Bart, stoisch auf dem Pferd sitzend), zähmt Pferde ohne Gewalt und wird zwischendurch in wilde Schießereien verwickelt. Mysteriöse Indianer kreuzen die Wege der Protagonisten und sprechen in Rätsel. Dem Klischee widersetzt sich das in diesem Genre üblichen Frauenbild:

Die Frauen in Godless sind keine Damsels, die gerettet werden müssen oder einen Mann brauchen um sich zu erhalten. Sie sind selbstständig, selbstbewusst, sicher im Umgang mit der Waffe und zögern nicht, diese auch einzusetzen.

Mary Agnes McNue und Alice Fletcher

Als ein Minenunglück den Frauen von La Belle die Männer entreißt, werden sie unabhängig.

Allen voran Mary Agnes McNue (bekannt aus The Walking Dead und Nurse Jackie). Sie trägt Hosen, spricht was sie denkt und kümmert sich um die weniger weiblichen Tätigkeiten; aber auch um den Hilfssheriff (GoT-Darsteller Thomas Brodie-Sangster mit köstlichem Akzent) Whitney Winn. Sie ist zufrieden wie es ist und in einer lesbischen Beziehung mit der Bordell-Besitzerin.

Ein Geschäftsmann, der in Kenntnis darüber gesetzt wird, dass die Mine nach wie vor Silber abwirft, kann die notwendigen Männer zum Schutz der Stadt organisieren, wenn sie ihm die Mine für 20 000 verkaufen. Mary Agnes ist dagegen. Sie beharrt auf Unabhängigkeit und macht deutlich klar, dass es keine Männer braucht. Doch die Frauen, von denen sich manche nach einem Mann sehnen, nehmen das Angebot via Abstimmung an.

Bill: „You’re not maternal no more.“
Maggie: „Maternal?“
Bill: „Well, yeah.“
Maggie: „I love my husband, may he rest in peace, and I love [Bill’s kids] Willie and Trudy, too. But I’m done with the notion that the bliss of me and my sisters is to be found in childbearing and caregiving.“

Alice Fletcher ist die zweite weibliche Hauptrolle, die mit der Mutter (die jagende Indianermama! Spin-Off! Spin-Off!) und dem Sohn (der Angst vor Pferden hat) ihres verstorbenen Mannes gezwungenermaßen auf einer Farm mit vielen Pferden lebt, aber lieber zurück nach Boston gehen möchte. Wie es die Dynamik will, schießt sie Roy Goode an und holt ihn später aus dem Gefängnis, damit er ihre Pferde „bricht“, welche sie dann den Damen in La Belle verkaufen kann, um mit dem Erlös wieder nach Boston zu können. Sie kehrt gegen Ende tatsächlich wieder zurück, entscheidet sich gegen den Mann und verfolgt ihren ursprünglichen Plan. Die Love-Story wird lediglich angedeutet.

Kritik

Für Frauen gibt es in traditionellen Western vier Rollen zu füllen: das Damsel in Distress, die gerettet werden muss; die Hure; das Opfer, das gerächt werden soll und die Mutter. In Godless werden zwar sowohl Huren als auch Mütter präsentiert, aber keine der Frauen braucht gerächt oder gerettet zu werden.

Trotzdem gibt es Kritik und besonders von feministischer Seite – die ich teilweise nachvollziehen kann, sie aber auch für etwas übertrieben halte:

1. Kritik: Trailer vs. Serie

Kritisiert wird, dass Godless mit einem „female-driven“ Plot warb, aber die meisten Dialoge den gehandicapten Männern (einer blind, der andere einarmig) gab und die Story eigentlich nicht viel, mit dem was der Trailer versprach, zu tun hat – davon abgesehen, dass der Trailer ein einziger Spoiler ist.

Aber darüber war sich Showrunner Scott Frank (Logan) im klaren: „People are saying, ‚Won’t that [Trailer] be good for the marketing of it?'“ (…) „And it makes me a little uncomfortable, because I feel like it cheapens what’s happening now …and it also makes you look at this story in slightly different terms.“

In diesem Falle ist das Marketing zu verurteilen aber nicht die Serie selbst.

2. Kritik: Background Stories

Wie auch manche andere, fragte auch ich mich: Warum sich die Rückblenden der Frauen nur auf das Mienenunglück bezieht und nicht über ihre generelle Geschichte, denn vom ersten Moment an bin ich mehr an Alice und Mary Agnes und vor allem der Indianermama und deren Geschichten interessiert, die nur am Rande aufgegriffen werden, um das eine oder andere im Bezug auf die Geschichte selbst klar zu stellen. In diesem Sinne gibt es zwar starke, unabhängige Frauen – die sich in einer Serie über den good guy und den bad guy befinden und nicht darüber hinaus erzählt werden. Und das ist schade.

Man kommt auch in den Verdacht, Schöpfer der Serie, Scott Frank, möchte sich via Fem-Train etwas Ruhm sicherstellen indem starke Frauen (zumindest) präsentiert werden. Aber wie ich sage: Besser eine Repräsentation als keine. Stellt sich die Frage, ob es sich eine Serie oder ein Film heute noch leisten darf, Frauen wie vor 20 oder 30 Jahren zu inszenieren ohne Angst vor einem Shitstorm oder finanziellem Verlust haben zu müssen, und ob eine gezwungene Repräsentation nicht mehr Schaden anrichtet, als dass sie hilft. Meine Antwort wäre dazu: Auch eine kleine Repräsentation ändert Dinge. Manchmal, so scheint mir, wollen wir zuviel auf einmal.

3. Kritik: La Belle & Showdown

Auch beim Showdown sind es Frauen gegen Männer und sie sind gut. Sie treffen, sie schießen, sie beweisen Stärke und Solidarität untereinander als sich Alice dem Trupp anschließt. Und das ist wichtig! Ich ziehe eine kleine Szene mit Frauen-Solidarität jeder starken aber zickenden Frauen-Szene vor.

Kritik dahin gehend: Es sind Roy Goode und Lawman McNue (Bruder von Agnes) die den Tag retten und den bad Guy, Frank, in die Flucht schlagen (beziehungsweise dort die Story wieder aufgegriffen wird).

Fazit

Ich verstehe die Kritik, dass, dank des unglücklichen Trailers und Werbestrategie von einer feministischen Serie ausgegangen wird und man enttäuscht wurde, allerdings frage ich mich, was man erwartet? Ich finde nach wie vor, dass, in Anbetracht dessen in welcher Zeit und welchem Genre die Serie spielt, den Frauen eine gehörige Portion Macht verliehen wird. Moderne Feministinnen scheinen mir manchmal etwas überkritisch zu sein und tendieren dahin, die kleinen Erfolge zu übersehen.

Davon abgesehen, dass die Serie nicht als feministisch inszeniert wurde: Scott Frank dazu: “I wasn’t interested in making a giant feminist statement,” […] “I don’t know that I have the right to. What I really wanted to do was focus on characters who never get their stories told, women chief among them. My favorite theme is identity and people being stuck in lives they never planned on living. Most of the characters in this story fit that.”

Etwas schwach war vielleicht auch der Abgang von Frank Griffin. Roy Goode bleibt, trotz zahlreicher Rückblenden nicht sonderlich greifbar und somit unfassbar langweilig. Erneut, man gerät in Verdacht zu glauben, dass Produzenten und Showrunner sich am Fem-Train beteiligen und mitverdienen möchten und die Story um La Belle nur als mittelmäßiger Träger für die klassische Westerntragödie herhält.

Trotzdem mochte ich die Serie wie die Charaktere. Aber zugegeben: Eine vielleicht verpasste Chance.

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Netflix‘ „Annhilation“

Gewisse Meinungen zu gewissen Themen könnten nicht unterschiedlicher sein. Mein Fazit? „Ein wunderschöner und vor allem ästhetischer Film!“ Madame (8) fand ihn schrecklich, grausig und widerlich: „Ich fand ihn ekelhaft. Gut aber auch.“ Und Mr Raymond war ebenfalls vom Film begeistert: „Die Natur des außerirdischen Organismus ist so Lovecraft, dass ich schon als ich die Idee las es natürlich anschauen musste.“

Kein Review, sondern ein Konglomerat an Meinungen, die ich unmittelbar nach dem Film erhielt. Immerhin fasziniert er.

Worum geht es?

Natalie Portman ist Biologin und macht sich mit anderen Wissenschaftlerinnen auf die Suche nach dem Geheimnis, dass hinter dem Schleier lauert, der an ausgelaufenes Öl erinnert, und Menschen verschwinden lässt. Nur einer des Soldatentrupps schaffte es zurück, ihr Mann – und dieser ist wie ausgewechselt. Schöpfer ist der Autor Jeff VanderMeer, Regie führte Alex Garland, der unter anderem bei Ex Machina (mit Alicia Vikander) dahin gehend tätig war.

Die Kreatur

Es stellte sich mir die Frage, ob Natalie Portman die arme Kreatur, die sie spiegelte und lernen wollte, tatsächlich getötete hatte. Nein, denn ein Teil des Organismus hat sich in beiden eingenistet. Eine interessante Frage von Mr Raymond war, ob der Typ draußen, einer der anderen Soldaten war, der mit ihrem Mann diente und immer mehr zu diesem wurde – da Natalie Portman selbst immer mehr von ihrem Team übernahm (das Tattoo am Arm): „Ein Teil von ihnen ist also extraterrestrisch und wenn man davon ausgeht wie der Organismus sich ausbreitete, sollten Portman und ihr Nicht-Ehemann massiv ansteckend sein. Die Quarantäne ist gerechtfertigt.“

Und sehe ich das richtig, dass wenn man sich ihnen friedlich hingab und die Veränderung akzeptierte, dass es auch nicht schmerzvoll war? Wollten die Aliens die Erde einfach verändern, weil sie hier gestrandet sind? Und es war alles die gleiche Spezies mit dem Bär und den Pflanzen und dann in ihnen selbst drinnen? „Ich glaube nicht, dass der Organismus die Intention hatte irgendwas zu tun. Der Organismus reflektierte und absorbierte alles was sich rundherum befand. Es lernte, veränderte und passte an ohne Grund. Du versuchst etwas humanoides zu sehen in etwas, dass nicht humanoid war im Ursprung. Das ist das geniale an dem Film. Es war das Echo von allem was berührte und gleichzeitig war alles was es berührte ein Echo von allem was wiederum danach berührt wurde. Alles war nur noch ein Echo und ein Spiegeldbild.“ Gut, mit dieser Antwort gebe ich mich zufrieden.

Kritik

Madame (8): „Wobei ich mich frage ob etwas zu machen das niemand versteht und so vage bleibt wirklich Kunst ist oder nur ideenlos inkonsequent. Dass er wohl wirklich gut ist schließe ich daraus wie verstörend ich ihn finde.“ Während sie den Film weder ästhetisch noch als schön empfand, waren es genau diese Dinge: Gib dich der Kreatur in Frieden hin und sie wird dich aufnehmen, kämpfe dagegen an und du wirst zerstört. Gegen Ende hatte ich bereits die Befürchtung, dass Natalie Portman das neugierige Wesen aus dem All wohl getötet hätte, aber nein, es lebte in ihren Augen weiter.

„Eine Auslöschung finde ich nicht so friedlich“ meinte Madame (8) und ich meinte, dass sie immerhin etwas Neues kreierte und das Alte in sich aufnahm.

Die Medien

„Beginning as science-driven sci-fi, the film shifts gears into horror-thriller territory, before abandoning those narrative beats in favour of an ambitious, “conceptual” final half-hour that scrambles a little to wrap itself up.“The Guardian.

„A film this meticulous and poignant will have a life of its own, because it is about life itself. It offers something few other releases do these days, which is confusion plus contentment. Annihilation will destroy you, but only so it can build you up again.“GQ Magazine.

„You don’t need Dr Lena’s PhD from Johns Hopkins to know it is all complete nonsense or that successful sci-fi retains a grain of science fact. […] Ironically, studio executives deemed Annihilation “too intellectual” for mainstream audiences.“Inews.co.uk.

„It is hard sci-fi storytelling, dealing with the practical application of abstract scientific concepts in the service of a simple and engrossing campfire-ish narrative. Annihilation requires your attention and your patience, but it’s also able to reward all those things. This one makes you earn it, but the destination more than justifies the journey.“Forbes.

Annihilation is a terrific piece of big-studio sci-fi. It’s superbly acted by its refreshingly female-ensemble cast, it’s well-written and its staged as both a deeply introspective journey and an unapologetic horror show. If Paramount/Viacom Inc. can’t make money off a movie like Annihilation, it’s more evidence that the problem isn’t them but rather the sheer challenge of getting audiences to take a chance in a movie theater.“Forbes.

„The irony in Annihilation’s case is how coldly indifferent the film is to humanity itself. It doesn’t care about giving audiences answers to questions, or necessarily rewarding them with conventional thrills, but prioritises smarts and bold ideas around a familiar framework. It’s a stealth revelation in Predator’s skin.“Metro.co.uk.

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„Pacific Rim: Uprising“

Natürlich bekommt der Film 10 von 10 Punkten. Es gibt Roboter, Alienmonster, großflächige Stadtzerstörung, ein cooles Mädel und Charlie Day! Ich meine, mit dieser Kombination kann ein Film nur gewinnen – und wenn man möchte, wirft Pacific Rim: Uprising auch technisch-philosophische Fragestellungen auf.

Es folgt mehr ein persönlicher Eindruck, als ein Review, vermutlich mit Spoiler.

Was mir als erstes auffiel war, dass ich John Boyega nicht als nervig und lästig empfunden habe (zugegeben, ich habe ihn zuerst gar nicht erkannt ), sondern als angenehm und zeitweise sogar cool. Ja, ich kann weder mit Finn noch mit Poe etwas anfangen. Beide sind für mich austauschbare bis nervige Charaktere, von denen der eine dumme Entscheidungen trifft weil Coolness-Faktor überwiegt und der andere einfach da ist.

Nicht-lästiger Finn lässt uns bereits in den ersten Minuten wissen: Sein Vater habe gekämpft und sich geopfert – aber er sei nicht sein Vater. Mic Drop.

Ein Kind, geboren in eine Zeit der Alienmonster, richtet er mit deren Erbe seine Stärken auf den Ist-Zustand. Es herrscht Chaos und somit entwickelt er Fähigkeiten, die zum Überleben notwendig sind; stiehlt seltene Bauteile, um sie teuer zu verkaufen und lebt, wie es ihm gefällt. Er geht seinen eigenen Weg und Weltverbesserung interessiert ihn nicht. Kurz darauf lernt ein junges Mädel kennen, die sich einen eigenen Jaeger gebaut hatte, eine putzige kleine Kugel aus unterschiedlichsten Teilen – die ebenfalls in dieser Welt aufwuchs: Jaeger Natives.

Sie ist talentiert und schlagfertig. Um die Geschichte ins Rollen zu bringen, kommt es wie kommen muss, sie fliehen vor der Obrigkeit und anstatt bestraft zu werden, dürfen beide in die Akademie um einen Jaeger zu steuern. Sie als Nachwuchs und er darf/soll das Erbe seines Vaters annehmen – denn die ersten Anomalien zeigen sich bereits.

Mensch und Technik

“Technology is a state of culture, state of mind, the deification of technology, which means that the culture seeks its authorization in technology, its satisfactions, its orders…”
– Neil Postman

Wie im Vorgänger geht es nicht nur um Mensch vs. Aliens, sondern um die Verschmelzung Mensch und Technik. Sei es in der Medizin, der Arbeitswelt oder menschlichem Enchancement, Stichwort: Cyborgs. Nicht der Mensch selbst siegt über die außerirdische Bedrohung, sondern die vom Menschen geschaffene Technik und seine im Zuge dessen eigene Verbesserung.

„First we created God, and then we gave that credit to him, now we have created technology and now we want that very thing to over-take us.  Human beings seem to be obsessed with creating things that can control them.  But yet we are fooled into thinking the opposite is true.“ (MoviesandPhilosophyNow.com)

Auch treffend: „The biggest kaiju of them all, Godzilla, began not as a monster saving the planet from the bad monsters in silly man-in-suit fight scenes, but as a direct response to Japan€™s growing fear of nuclear weaponry. The original film, Gojira, is a dark and somber movie that depicts Godzilla laying waste to Tokyo, burning people alive and setting the entire city ablaze with chilling apathy.“ (whatculture.com)

Auch zeitliche Umbrüche werden thematisiert: Anstatt der Kombination zweier Menschen, die geistig im Jaeger verbunden sind, sollen diese durch Drohnen ersetzt werden. Aber diese könnten gehackt und zweckentfremdet werden – trotzdem sind sie einfacher und sicherer zu steuern. Die vom Menschen geschaffene Technik soll dem Menschen entfremdet werden, wie die Werkbank dem Fließband in der Fabrik weichen musste und den Menschen gänzlich ersetzbar machte.

Pacific Rim feierte die Verschmelzung zwischen Mensch und Technik, während Uprising, die Entfremdung zwischen Mensch und Technik kritisiert.

Fazit

Pacific Rim: Uprising zeigt uns, dass wir die Welt selbst im Umbruch erleben und demonstriert auch besonders eines: Zusammenhalt. Wie auch in vielen anderen Filmen, in denen eine überlegene Rasse unsere Existenz bedroht, schließen die Kriegsführenden Nationen der Erde sich zusammen und besiegen gemeinsam das Unheil, dass ihre eigenen Kriege (und Existenz) zu beenden droht.

Trotzdem ist Pacific Rim:Uprising ein Hollywood-CGI-Schlachten-Spektakel mit Happy End, dass uns (nach Jurassic World: Fallen Kingdom) vielleicht wieder an das Gute im Menschen glauben lassen könnte.

Dayman, Fighter of the Nightman! (Spoiler)

Es waren also die Menschen selbst. Nein, es war Charlie Day. Charlie, den wir aus IASIP kennen und lieben gelernt haben. Charlie, der sich von der Alienkreatur infizieren und sich einer Gehirnwäsche unterziehen lassen hatte. Herrlich.

Fazit: 10 von 10 Robotern und 10 von 10 Charlies.

Ein Kommentar

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