Archiv der Kategorie: Filme!

Kritiken, Besprechungen und Eindrücke diverser Filme.

„Geostorm“

Man nannte es „Extrem Weather“ und nur mit vereinter Hilfe aller Erden Nationen konnten den Tornados, Hitzewellen und Überflutungen Einhalt geboten werden. Ein Netz aus Satelliten spannt sich um die Erde und reguliert das Wetter, bis plötzlich etwas unvorhergesehenes passiert: Ein Dorf in Afghanistan friert ein. Inklusive Mensch und Esel.

Willkommen zum Spoiler-Review von Geostorm, einem SyFy-Polit-Intrigen-Katastrophenfilm, der nichts für Cineasten oder Filmliebhaber ist. Er bedient Trash-Junkies und Menschen, die sich an fiktionalen Katastrophen ergötzen, aber auch jene, die Weltall und Raumstationen lieben, Elektroautos sehen möchten und auch Katzen- wie Hundefreunde kommen auf ihre Kosten.

Soviel zur Euphorie.

Was kann der Film tatsächlich? Eine kurze Inhaltsangabe

Ein Zwist zwischen zwei Brüdern, eine geheime Affäre, das Kidnappen des Präsidenten in einem selbstfahrenden Elektroauto (was tatsächlich sinnvoll sein kann) und dem Klischee, dass es für Selfdestruction immer eine manuelle Kraft braucht, sind die Zentralen Elemente, mit denen hier und da etwas gespielt wird. Erneut, was kann der Film tatsächlich? Kurzum: Die ISS wird zerstört. Aber das war klar. Wann immer sich die Handlung auf der ISS abspielt, wird sie zerstört – sie tut mir wirklich leid.

Max (Jim Sturgess) und Jake (Gerard Butler) oder auch Jude (Across the Universe) und König Leonidas (THIS. IS. SPARTA!!!!) sind Brüder, verantwortlich für die Planung und Entwicklung. Bruder Max entzieht Jake die Kontrolle, da dieser sich nicht aufführt wie er sollte und just als das Unheil ausbricht, nach ca. 3 Jahren, wird er wieder angeworben und fliegt sofort zur ISS. Cape Canaveral ist mittlerweile ein quasi Flughafen mit ganz vielen Space Shuttels (I want to go to there!) und auch die ISS sowie das Shuttle selbst tragen mindestens 20 Flaggen aller vereinter Nationen zur Schau. Dort angekommen ist alles in Ordnung, die Crew leidet zwar an Originalität, doch plötzlich, kaum wenige Sekunden danach, passiert das nächste Unglück: Chinas Gasleitungen explodieren, die Straße bricht auf – die Katze weiß das und klettert in den Kühlschrank – Häuser stürzen ein.

Irgendwann wird klar: Das ist kein Zufall. Und irgendwann erfährt man: Es ist ein Virus! Aber König Leonidas weiß was zu tun ist: Have you tried turn it off and on again? Ein Reboot soll den Virus rauswerfen und dann ist alles wieder in Ordnung. Wäre da nicht der Selbstzerstörungs-Modus, der – sollte die ISS zur Erde krachen – einprogrammiert wurde und nur manuell abgeschaltet werden kann. Und all das passiert gleichzeitig!

Währenddessen friert das Meer bei Rio zu, Dubai wird überschwemmt und in Indien gibt es Tornados. Ein kleiner Junge verliert seinen Hund – aber ja, ich gebe Entwarnung – sie überleben beide und eine kleine Träne verließ mein Auge.

Und wer war Schuld? The Man in Black, the Gunslinger, Ed Harris alias der Vizepräsident persönlich. Und warum? Macht. Wäre es nicht toll, wenn man alle Feinde auslöschen und die Welt zurück ins Jahr 1945 bringen könnte, als (Nord)Amerika noch groß und strahlend war? Und wie König Leonidas richtig erkennt: Kaum hat der Mensch etwas geschaffen, dass allen zu Gute kommt, kommt der nächste und macht eine Waffe daraus. Der Präsident ist übrigens Demokrat und the good guy.

Die Frauenrollen war gut besetzt, ich bin zufrieden: Chief-Scientist auf der ISS, schlagfertige Leibwache des Präsidenten und eine Hackerin, die leider irgendwann im Plot liegen gelassen wird. Ein leicht bekleidetes Damsel in Distress gab es noch. Und eine Mutter und Exfrau, sowie eine Tochter.

Fazit: 9 von 10 fetten Hagelkörnern, 2 von 4 Tornados, 5 von 6 Überschwemmungen und 10 von 10 Satellitennetzen. Nein, man muss den Film nicht gesehen haben, aber man kann.

Nebenbemerkung

Drei Leute hatten Einzeltickets reserviert, der alte britische Mann (den ich öfters sehe; ihm gefiel der Film), eine Frau und ein Pärchen ganz hinten. Es ist ein Film, bei dem andere sagen: „Naaaaa… I mag nit. Geh du alleine…“ Und zurecht. Nur so kann man einen Film – mit 5 Leuten, und keiner in der gleichen Reihe, geschweige denn dahinter oder davor – genießen und sich auf drei, vier Sitzen ausbreiten. Kein Lärm, kein reden, kein tuscheln, nichts. Kein Popcorn Geknirsche oder der Geruch ekliger Käsesoße zu lauten Nachos. So macht Kino Spaß.

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„Blade Runner 2049“

Der erste Gedanke war: Warum versagt(e) der Film an den Kino-Kassen? Der zweite: Was hatte man sich erwartet? Ein düsteres, surreales Science-Fiction Erlebnis?

Steht er in Tradition des Originals von 1982, welches so gut wie nichts mit dessen literarischen Vorlage zu tun hat? Natürlich. Längst aus der Mode gekommene Synthesizer Musik (oder etwas, dass sich so anhört wie), gewaltige Bilder von Wüsten und Städten, die in Regen und Rauch gefüllt sind und die nicht zu vergessende Einsamkeit des Protagonisten. Lange, ohne Schnitte auskommende Szenen und schlussendlich eine Länge von fast 3 Stunden – der Vorgänger diente eindeutig als Vorbild. Meine Erwartungen wurden dahingehend also erfüllt.

Und trotzdem wirft er ein Augenmerk auf die Moderne, die Jetzt-Zeit und adaptiert das Coca-Cola Logo von 2D zu 3D, das elektrisch betriebene Fluggerät darf gerne auch mal abstürzen und der Love-Interest ist ebenso künstlich wie der alte – nur eben, moderner. Auch gibt es ausreichend Action und zeitgenössische Dialoge.

Abgesehen vom bombastischen Setting stellt Blade Runner 2049 ein paar philosophische Fragen: Was macht den Menschen aus, seine Identität und was es bedeutet zu sterben oder zu leben. Er führt existentielle Einsamkeit vor, Herrschaft und Ausbeutung. Aber keine Sorge, Blade Runner 2049 wird die alten Fragen der Philosophie nicht beantworten und eine Inszenierung muss reichen.

K ist sympathischer als Deckard. Während Ryan Gosling seiner Gefährtin eine Fernbedienung schenkt, mit der er sie überall hin mitnehmen kann – auch wenn sie durch eingehende Anrufe auf Pause gestellt wird und ihn qualvoll daran erinnert, dass sie nicht real ist – verhält sich Harrison Fords Deckard manipulierend und boshaft. Die Verschmelzung von Joi (der AI) und Mariette ließ etwas an Her erinnern.

Aus feministischer Perspektive gesehen, versagt der Film auf ganzer Linie – wie das Original: Wenn auch keine Rape-Szene (ihr erinnert euch hoffentlich…), gibt es trotzdem viele sexualisierte Inhalte und unnötigerweise mehr nackte Brüste als in der letzten Season von Game of Thrones. Ihre Charaktere sind entweder Prostituierte, zur Befriedigung geschaffene Hausfrauen, knallharte Chefinnen oder eiskalte Killerinnen, wobei die zwei letzt genannten, die eindeutig interessanteren Charaktere waren und gleichzeitig einen grausamen Tod sterben dürfen. Und dann gibt es noch eine Frau, die im Glaskäfig lebt. Der Unterschied zwischen Replikanten-Frau und menschlicher? Im Gegensatz zu Replikanten (bis auf eine Ausnahme), können menschliche Frauen gebären. Autsch. Kurzum und überspitzt gesagt: Du bist keine Frau, kein in der Gesellschaft akzeptiertes Lebewesen, wenn du keine Gebärfähigkeit besitzt.

Ich freue mich auf Dave Bautista, eventuell im nächsten Star Wars, Star Trek und weiteren 100 Marvel-Filmen zu sehen, auf dass er seinem Popkultur-Image Ehre bereitet. Wenn Harrison Ford Blade Runner, Han Solo und Indiana Jones sein kann, schafft es Dave Bautista sicherlich noch in eine ähnliche, wenn nicht gleichwertige Liga.

Fazit: Darf man annehmen, dass aus den Google Nexus Modellen eines Tages Replikanten werden? Sei es aus Teilen davon oder in einer allumfassenden Neukonstruktion?

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Die 5 BESTEN am Horror-DONNERSTAG #66

Runde 2:

Die 5 spektakulärsten Horrorfilmtode

Interessant. Sehr interessant. Und schwierig! Reihung entspricht nicht der Wertung.

1. Platzhalter. Ich bin gerade Ahnungslos. Wirklich. Ahnungslos.

3. Kann man es schummeln nennen? The Gunslinger hatte vorab gepostet und mir eine großartige Szene in Erinnerung gerufen: Nightmare on Elmstreet 3: Venen als Marionettenschnüre. Herrlich! Aber ist es die beste?

5. Jene Szene als der Hellraiser im gleichnamigen Film zuerst das Gesicht mit Fleischerhaken malträtiert und die arme Seele gleich noch vier, fünf und sechsteilt.

4. Sich für eine der zahlreichen und kreativen Saw-Szenen zu entscheiden ist schwierig. Aber ich glaube das Gestell, dass Ober- und Unterkiefer auseinander reißt, ist eines meiner Lieblinge. Ich schaffe es nicht einmal einen USB-Stick richtig anzustecken, geschweige denn bei Licht das Schlüsselloch zu treffen. Wie zum Teufel schafft man es dann unter Panik und Adrenalin blind(!) ein Schloss zu öffnen, dass sich am Hinterkopf befindet?

2. Auch wenn ich keine genauen Erinnerungen mehr an die Final Destination Reihe habe, bin ich mir sicher, dass sich dort die einen oder anderen Perle eines kreativen Todes verstecken. Wo sind meine Erinnerungen? Total Recall? Bin ich ein Replikant mit gelöschter Erinnerung? Sind wir alle nur eine Simulation? Das Schulprojekt eines Aliens, dass eine 3- darauf bekommen hat und wir nun in einem Glasbehälter auf dem Nachtisch stehen?

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Die 5 BESTEN am Horror-DONNERSTAG #65

Horroctober, die 1. – auch wenn schon Mitte des Monats. In diesem Falle handelt es sich um die 5 besten Horrorfilme.

Stellt sich die Frage, was fällt unter „Horror-Film“. Sind Splatter wie Braindead (1992), The Toxic Avenger (1984) und Bad Taste (1987) noch Horrorfilme? Sind Zombiefime wie Night of the Living Dead (1968) und 28 Days Later (2002) Horrorfilme? Was ist mit Tortureporn à la Saw (2004) und Hostle (2005)? Es ist schwierig sich abzugrenzen, all diese Subgrenes. Ist Alien (1979) ein Horrorfilm? Bei mir fiele er zunächst unter Science-Fiction. Ich halte mich also an die Klassiker und daher eindeutig dem Genre zugewiesene Filme:

Die 5 besten Horrorfilme

1. A Nightmare on Elmstreet (1984) – Nicht die Neuverfilmung! Stellvertretend für Teenie-Slasher wie Freitag, der 13. und Halloween, die Teil vieler jugendlicher Nächte waren. Wer keine Freunde hatte, der suchte sie wo anders. Im TV – oder der Videothek (Das war der Laden, in dem man sich VHS Kassetten ausleihen und mit einem zweiten Videorekorder den Film kopieren konnte).

2. The Evil Dead (1981) – Nicht die Neuverfilmung! Damals noch bekannt unter Tanz der Teufel. Ganz gruselig und schrecklich; der Wald mit den vergewaltigenden Ästen (und ich mich als unschuldiges, naives Ding ständig fragte.. hat der Ast eben tatsächlich..?) und das Buch, aus Menschenhaut gebunden und mit Menschenblut beschrieben. Die Geräusche, das kratzen an den Fenstern. Wenn man jung ist, flößt einem dies wirklich Angst ein. Heute sind wir alle drüber hinweg und lachen.

3. Das Omen (1976) und Der Exorzist (1973) – Nicht die Neuverfilmung! Psycho-Horror vom feinsten. Zugegeben, Damian war auch sehr gespenstisch. Das Kind mit dem Satans Mal! Satans Kind! Ebenfalls darunter fallen Rosmaries Baby (1962) – Nicht die verdammte Neuverfilmung! – und Poltergeist (1982).

4. Saw (2004) – Man darf dem sinnlosen (wenn auch kreativen) Gewaltporno abgeneigt sein, aber eines muss man dem ersten Teil der Reihe lassen: Es war etwas neues. Und kreatives. Das Ende unvorhersehbar. Und die Quälvorrichtungen.. Wer und wie und unter Einfluss welcher Drogen, kommt man auf diese kranken Auswüchse? Ich bin immer wieder fasziniert, verschreckt und auch etwas neidisch.

5. Die Vögel (1963) – wenn schon nicht Psycho von Alfred Hitchcock – den ich eher langweilig empfunden habe – dann aber zumindest die Vögel. Gespenstisch. Und gut!

5.1. Es (1990) – Nicht die verdammte Neuverfilmung! Auch Es war ein guter Horrorfilm und Steven King (Literatur wie Filme) ein hervorragender Begleiter für junge Nächte. Erinnert sich wer an die Tommynockers (Das Monstrum, 1993), den Menschen fielen die Zähne aus! Oder an den Friedhof der Kuscheltiere (1989). Ich weiß nicht warum, aber so schlecht fand ich die Steven King Verfilmungen damals nicht. Christine (1982), Kinder des Zorns (1984), Misery (1990) , Carrie (1976, NICHT DIE VERDAMMTE NEUVERFILMUNG!!), ..

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„Tulip Fever“

Spoilerwarnung.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zum Entschluss, dass sich der Film wohl als (wohl unfreiwilliger) pointierter Moralapostel verstehen mag – anstatt, wie angenommen und damit beworben, romantisches Kostüm-Drama. Der betrogene Mann überlässt Hab und Gut der Magd, die mit dem Fischer zusammen einen Bastard zeugte, und die betrügende Frau landet schlussendlich wieder da, wo sie ursprünglich her kam: Im Kloster.

Die Tulpenwette- und Handel mit diesen, passiert lediglich nebenbei um zwei Hauptcharakteren zum tiefem Fall zu verhelfen. Die interessante Komponente des Filmes, Blumen als Investment und welche Rolle Klöster dabei spielten, bleibt weitgehend verborgen. Der eine wird bestohlen, wird (zurecht) wütend und muss zur Navy, der andere gewinnt zwar, ist aber so dämlich und vertraut einem süffigem Freund die teuren Knollen an, der sie schlussendlich frisst.

Was sich wie Satire, oder dem Klapptext eines billigen Romans liest, wird dramatisch-leidenschaftlich sowie dramatisch-leidend inszeniert und eine jede neue Handhabe der Geschehnisse bringt noch mehr Unheil mit sich. Ich komme also zur Überzeugung, dass es keine Satire sein kann, aber auch keine Liebes-Geschichte. Was dann? Wohl am ehesten ein klassisches Melodram.

Worum geht es?

Die hübsche Alicia Vikander ist mit Christopher Walz (einem zunächst narzisstischen, dann empathischen Mann) verheiratet. Im Kloster als Waise aufgewachsen, heiratet sie – vermag es aber nicht, ihm Kinder zu gebären. Man weiß zu Beginn nicht ganz so genau: Hasst sie ihn? Fühlt sie sich vergewaltigt? Mag sie ihn überhaupt? Nach und nach bemerkt man, sie fühlt sich schuldig – da es doch im 17. Jahrhundert des Weibes Pflicht ist, dem Mann Erben zu schenken, vor allem, wenn er sie aus der Armut rettete – und zugegeben, mit dem Gedanken spielt, sie wieder dort hin zurück zu bringen. Ist sie also nur ängstlich? Man weiß es nicht.

Brenzlig wird die Sache, als der junge Künstler Dean DeHaan engagiert wird um ein Portrait zu malen. Das eine führt zum anderen und sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, inklusive Sex ohne Nachthemd. Die Geschichte wird von der Magd erzählt, die ihrerseits eine Liebelei mit einem Fischverkäufer hat, der sie, und jetzt wird es richtig brenzlig, auch schwängert.

Um nicht aufzufallen gibt der von Alicia Vikander gespielte Charakter vor, selbst schwanger zu sein und spannt einen Arzt mit ein, der vermutlich keiner ist und sich lieber an Frauen vergeht. Christopher Walz ist überglücklich – nur anfassen darf er sie nicht. Das ganze läuft besser als erwartet und sogar ihr Plan, bei der Geburt zu sterben, geht auf. Dummerweise rechnete sie nicht mit den unausweichlichen Schuldgefühlen. Denn als sie das Gespräch ihres Mannes mit dem Arzt belauscht, dieser solle doch das Leben seiner jungen Frau retten und dafür das Kind sterben lassen – setzen sie so richtig ein. Und das beste: Erst kurz davor hatte der alte Mann ihr gebeichtet, dass er damals den Herrgott angefleht hatte, doch seine Frau zu nehmen aber das Kind leben lassen möge. Wtf? Dachte ich mir auch.

Sie lässt sich in einen Sarg einnageln und wird via Gondel über den Fluss gebracht. In einem Zimmer wartet sie auf den Künstler, der sich im Tulpengeschäft eine Menge Geld zusammen geklaubt hatte, sodass sie sich absetzen können. Aber soweit kommt es nicht. Der unfreiwillige Moralapostel wäre keiner, wenn der hintergangene Mann (es gibt Anzeichen, dass er sie selbst betrog), nicht doch noch von all dem erfahren würde. Der Fischverkäufer hatte einst geglaubt, seine Magd sei zum Künstler ins Apartment geschlichen, dabei war es die Mistress in ihrem Gewand! Oh mein Gott! Und das Kind, dass der Alte liebevoll im Arm gehalten und geglaubt hatte, es wäre seines, ist es gar nicht! Welch Tragik!

Der Künstler findet den Mantel, den die von Schuld zerfressene Alicia Vikander in den Fluss geworfen hatte, und glaubt seine Geliebte sei tot. Der Mann überschreibt Hab und Gut auf die Magd, rät zur Hochzeit und das Haus mit Leben zu füllen. Was auch passiert. Er selbst reist nach Indien und wird dort glücklich, ebenfalls mit einer Familie. 8 Jahre später sehen wir den Künstler, wie er in einer Kirche malen soll, nicht ganz ohne das Zutun einer gewissen Nonne, und dort erblickt er seine ehemalige Geliebte. Sie lächeln sich zu. The End.

What?

Weitere Gedanken

Die Szenerie ist von Gott, Glauben und Schuld geprägt. Die Motivationen der Charaktere funktionieren bedingt – und da es bis auf wenige Ausnahmen, alles tolle Schauspieler sind, fragte ich mich, warum eben nur bedingt. Vermutlich war Christopher Walz unterfordert und Alicias Vikanders Rehblick mag ihre Gefühle nicht eindeutig zuordnen. Genau so neben der Rolle liegt Dean DeHaan. Die einzige die wirkt, ist Holliday Grainger. Sie ist in ihrer Rolle als glückliche, später verzweifelte Magd authentisch.

Judi Dench ist das Highlight des Filmes: Als schlagfertige Nonne, die im Tulpengeschäft kräftig mitmischt, den Mädchen Bildung näher bringt und für ihr Wohl sorgt, verprügelt sie nebenbei, begleitet von Wach-Gänsen zwei Einbrecher. Ich hätte lieber einen Film über Judi Dench als berechnende und hinterlistige Tulpenkönigin gesehen.

Fazit: Leider funktioniert weder die Szenerie, noch wird dem Zuschauer ernsthaftes Mitgefühl heraus gelockt. Die Kamera rast von einem Ort zum anderen Ort und dass, obwohl die Kulissen tatsächlich sehr real wirken, bleibt keine Zeit Details einzufangen, bleibt keine Zeit sich Zeit zu nehmen. Übrigens sind Tulpen giftig und der Verzehr kann zu Bauchschmerzen, Durchfall und Krämpfen führen.

Recherche

  • Die Tulpen-Spekulation Hollands im 17. Jahrhundert ist das erste dokumentierte Spekulationsgeschäft der Geschichte, der erste Börsencrash 1637.
  • Tulpen wurde im 16. Jahrhundert erstmal aus der Türkei importiert.
  • Ebenfalls sagt mir Google, dass der Film seit 2000 in Planung war, 2014 gedreht wurde und schon letzten Sommer hätte in den Kinos anlaufen müssen. Bissiger Zusatz: Wenn man sich den Film ansähe, wisse man warum der Start dreimal verschoben wurde. Es fiel also nicht nur mir negativ auf.

Kritiken (und Quellen)

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„Valerian and the City of a Thousand Planets“

Mein erster Gedanke, während und nach dem Film war: „Was für eine sexistisch, rassistische Scheiße.“

Sexistische, rassistische Scheiße

Ist es wirklich notwendig, dass über die ganze Geschichte hindurch bis ins 28. Jahrhundert es immer weiße Männer sind, die den Fremdlingen die Hand reichen? Kann man an dieser Stelle schon von Kritik sprechen? Satire? Parodie? Einen Seitenhieb? Ist die Comic-Vorlage dafür verantwortlich? War es ein Augenzwinkern, allerdings mit einem sehr weinenden Auge und einem lachenden, so dümmlich lachend, wie die klatschende Kreatur, die dem Vielfraß-König Caras Kopf servierte? Lasst mich die Umgebung in Erinnerung rufen: Eine interstellare Millionenmetropole im Jahre 2740 mit über 17 Millionen Einwohner aller nur erdenklichen Arten, Farben und Formen, die ihr gesamtes Wissen miteinander geteilt haben und es sind weiße, männliche Homo Sapiens an der Spitze? Hallo?

Gleichzeitig gibt es lediglich in einer führenden Position einen Schwarzen, aber keine Frauen oder Aliens. Einzig allein ein Asiate gerät ins Blickfeld der Kamera, aber auch nur um das zu tun, worin er gut ist: Die Technik reparieren. Dass die höher entwickelten und friedlichen Pastellfarbenen Muschel-Insel Bewohner weiß, hochgewachsen und dünn sind, während die gewitzten, aber auch primitiven drei „Tauben-Enten-Aliens“ oder die grob gewachsenen Vielfraße, Erdfarben sind – kann entweder als Übersensibilität meinerseits gewertet oder der westlich-kulturellen Auffassung zugeschrieben werden, dass weiße, helle Farben Reinheit symbolisieren und Erdfarben eben Schutz und Unreinheit, Primitivität und Wildheit. War es einfach nur Unaufmerksamkeit? Aber auf dieses Problem wies ich einst bei Star Trek TNG hin. Es kann aber auch einfach nur Zufall sein. Immerhin hatte sich James Cameron in Avatar entschlossen, die überlegende Rasse blau zu gestalten.

Und ist es wirklich notwendig, dass Frauen nur hübsches Beiwerk sind? Immer noch? Ist es das? Rihannas Zweck besteht allein darin halbnackt eine (zugegeben ästhetische) Show zu liefern und sich dann für den Helden aufzuopfern, während Cara die meiste Zeit in luftigen Kleidchen herum läuft und gegen Ende das tut, was jede gute Frau tun soll – den Antrag des Hauptdarstellers, dem sie kurz zuvor noch einen sehr klugen Monolog geliefert hatte, anzunehmen. Sie ist Beiwerk. Und auch wenn sie eine Waffe in der Hand hält, ist sie Beiwerk. Niemand sagt etwas dagegen, wenn Frauen Sexy sind, aber in diesem Falle ist wieder einmal pure Reduzierung darauf.

Auch interessant ist, dass der Mythos, der „armen aber glücklichen Fischer“ und dessen karge Realitäten wieder einmal mit idyllischer Wunschromantik ersetzt werden und Glück und Frieden propagieren. Ein kleines Stück Technikkritik? Seit den 1920ern scheint sich nichts verändert zu haben. Zur Erinnerung: die neapolitanische Filmemacherin Elvira Notari hatte für die in die USA emigrierten Italiener, idyllische Heimatfilme produziert und so kräftig am Mythos des „armen aber glücklichen Fischers“ mitgeschraubt.

Und nein, auch nicht die gewaltige Bilderflut, die Welten und die gesamte CGI-Operette hilft nicht über diesen Faux-Pas hinweg.

CGI – ein gehyptes Übel

CGI und ich werden keine Freunde mehr. Warum wirken Horrorfilme aus den 1980ern? Warum gruselte man sich bei Nightmare on Elm Street und Freitag der 13., Es, Omen und Alien? Sogar Der Blob macht eine bessere Figur, von Chucky und der Fliege ganz zu schweigen. Warum? Weil sie einfach sind. Hand gemachte Puppen, die tatsächliches Kunstblut speien, jagen 100x mehr einen Schrecken über den Rücken als zerfetzte, zuckende CGI Leichen. Warum wirkte Humans, auch wenn die Methoden teilweise extrem billig waren? Eben deswegen. Warum hinterlässt The Expanse Eindruck? Weil es „billiger“ (gemacht) ist und somit authentischer. Es wirkt. Es hinterlässt einfach etwas. Ideen, Emotionen, Herzblut, Schweiß und Tränen! All dieser digitale Wahnsinn bei Avatar und Herr der Ringe und auch Valerian, so beeindruckend er für sich selbst genommen sein mag (und ist!), und man den Künstlern, die das auf die Leinwand brachten, applaudieren will, wirkt (auf mich) oftmals nicht. Es lässt mich kalt und ringt mir ein dezentes Lächeln ab, aber keine Emotion. Ein anerkennendes Staunen, was alles möglich ist, aber kein Gefühl an das ich mich erinnere.

Einzig allein die Stadt hätte ich gerne – ohne 3D – gesehen. Die Stadt, das Gebilde und die Ideen dahinter hätten mehr verlangt als wie eine verschwommene Kamerafahrt bei der man Kopfweh bekam. Zuviele CGI-Details und 3D beißen sich. Ja, sie waren schön, die Landschaft, auch Pastell-Island. Und ich, ich ginge die Stadt gerne in einem Walking-Simulator ab, gerne auch mit einer VR-Brille.

Was war noch:

Die alternative Dimension, die nur via VR erreicht werden kann. Seitenhieb, der Comicvorlage entnommen oder Ideenlosigkeit? Die Zeit arbeitete gegen Luc Besson. Was in den 1960ern vielleicht noch revolutionär war, und auch in den 1990ern funktionieren hätte können, tut es heute nicht mehr. Die Charaktere wirkten flach und besonders der Versuch den Hauptdarsteller in eine Art Bruce Willis zu verwandeln, misslingt kläglich. Er wirkt unsympathisch, arrogant und schon in der ersten Szene frägt man sich: Warum? Aber vielleicht war ich durch die hervorragende schauspielerische Leistung des jungen Mannes in Dunkirk noch geblendet.

Btw, bei Doctor Who floriert im 28. Jahrhundert das Erd-Imperium und es herrscht starker Luftverkehr im All. London gibt es nicht mehr, sondern an Stelle dessen ist der gesamte Süden Englands zu einer gewaltigen Stadt verschmolzen namens Central City.

Abschließend

Als Vorlage diente das Comic „Valérian et Laureline“ von 1967. Der 6. Band „Botschafter der Schatten“ diente als lose Vorlage, 22 Bände wurden mit den Texten von Pierre Christin und Zeichnungen von Jean-Claude Mézières geschaffen.

Der Film war eine Herzensangelegenheit von Luc Besson, der sich Jahrzehnte damit befasst und das Budget von 200 Millionen fast allein geliefert hatte. Vermutlich liegt darin der Fehler des Filmes: Nicht umsonst wird in der ersten LV eines jeden Studiums davor gewarnt Arbeiten über Dinge zu schreiben, die einem Nahe liegen. Warum? Weil man die Distanz verliert – was zwar nicht ganz auf einen Film umgemünzt werden kann, aber verbunden mit den „Jahrzehnten“ die währenddessen verstrichen sind und die ins unermessliche gewachsenen Möglichkeiten, Visionen exakt so um zu setzen, haben wohl dazu beigetragen, dass Luc Besson sich wohl in seinem eigenen Werk irgendwie verloren hatte. Hatte der Film mehr als 2 700 Spezialeffekte waren es bei The fifth Element nur 188.

Fazit: Der Lichtblick, das putzige Tierchen als letztes seiner Art – was durch die Einzigartigkeit speziell und hervorgehoben werden hätte sollen, wirkt leider nur grausam: Und wenn das Tierchen stirbt, sind auch die Pastell-Muschel-Insel Bewohner (erneut) zum Tode verurteilt. Ahja, wer hat sie beim ersten Mal zerstört? Der weiße Mann. Selbstironie und/oder tatsächliche Anklage?

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#SDCC: Trailer

Und so folge ich dem aktuellen Blogger-Trend und bespreche, so gut mir möglich, Trailer des meist (und vermutlich zurecht) gehypten Popculture-Events. Werden auf einer Comic Con eigentlich noch Comics verkauft, oder nimmt das Namensgebende Element nur mehr eine untergeordnete Rolle ein?

Wie ich schon auf Social Media bemerkte, sitzt mein Entschluss fest: Ich muss erfolgreiche Autorin werden – nicht des Geldes wegen und dass man es spenden könnte, oder für Lob und Anerkennung (gefolgt von Hass und Shitstorm). Nein. Zwecks Einladungen zu Comic-Cons, aber ich wiederhole mich vermutlich. Wäre es nicht toll, könnte ich an einem Panel teilnehmen als „Author“ und „Creator“, mit all den Celebrities, die die von mir geschriebenen Rollen verkörpern? Wäre das nicht großartig? Wer hat nicht schon mal davon geträumt? Vielleicht hatte ich sogar Mitsprache beim Casting! Vielleicht sogar einen (gefeierten) Cameo-Auftritt! Vielleicht sogar eine skandalöse Romanze mit der garstigen Nebenrolle! Das einzige Problem, dass sich dem in den Weg stellt, ist: Sollte ein Verlag meine Romane abnehmen und erfolgreich verkaufen, werde ich den Teufel tun und meine Identität preisgeben, sodass dieses Vorhaben wohl auf ewig ein Wunschtraum bleiben wird. Sollte ich also jemals erfolgreiche Autorin werden, wird es niemand wissen. Ob das schnulzige Dreigroschen Heftchen mit dem 70er Jahre Erotikcover beim Bahnhof aus meiner Feder stammt oder das 14bändige Science-Fiction Epos, dass von HBO verfilmt wird – niemand wird es je erfahren..

Anyway: Zu den Trailern.

Inhumans

Lockjaw! Ich kannte ihn nur aus den „Ms Marvel“-Comics und so wurde mir mitgeteilt, dass es auch die „Pet Avengers“ gibt. Pet Avengers! Und sie liegen zur Bestellung bereit.

Der Trailer lässt erkennen, worum es gehen soll. Allerdings vermutet mein informierender Informant, dass Inhumans Richtung Agents of SHIELD (ich kam nie über die ersten paar Folgen hinaus..) angelegt ist und somit nicht mehr als eine oder höchstens zwei Seasons überleben wird. Die schlechten Effekte sprechen für sich. Ob GoT-Sadist und Schmusesänger Ramsay die Serie retten kann? Übrigens war Inhumans einst ein Filmprojekt, dass auf unbestimmte Zeit still gelegt wurde.

Westworld

Elon Musk findet, AI’s seien gefährlich, Mark Zuckerberg hingegen hält die Sache für eine hervorragende Idee. Pessimismus vs Optimismus. Wir erinnern uns an Maeve, die auch laut den Showrunnern die einzige war, die einen eigenen Willen entwickelt hatte. Und Maeve ist wieder mit von der Partie! So wie auch Dolores, Bernard und the Man in Black. Ich bin sehr gespannt. I, for one, welcome our AI Overlords.

Stranger Things

Ich freue mich auf Stranger Things auch wenn man es bei einer Season belassen hätte können. Aber da wir, Medien, Mode und Soundtracks derzeit von den 1980ern speisen (u.a Wonder Woman 2, Bumblee-Film, die Kassetten aus 13 Reasons Why), soll es mir recht sein. Und Eleven ist dabei! Hat zwar hier nichts zu suchen, aber klickt auf den Link, wenn ihr wissen möchtet, woran mich „Eleven“ erinnerte.

Justige League

Ich sage es offen und ehrlich: Die einzige Szene, die mir den Atmen stocken und ein Kribbeln in Brust und Bauch hinterließ, war der Auftritt von Wonder Woman. Sicherlich, ohne den Plan die Justice League Marvel-esk zu präsentieren, hätte es keinen Wonder Woman Film gegeben. Nur fürchte ich, dass Justige League Wonder Woman verbrauchen und ihre Fähigkeiten minimieren könnte, um wen auch immer glänzen zu lassen. Was kann Batfleck? Nichts. Was kann The Flash? Laufen. Was kann Aquaman? Khal Drogo beziehungsweise Ronon Dex kann auf einem Körper horizontal durch ein Hochhaus surfen! Fun! R.I.P Aquaman Jokes 1941-2017. Was kann Cyborg? Nichts. Man sieht, es braucht keine Justice League. Es braucht nur Wonder Woman.

The Walking Dead

Aufatmen! Selbst der Schöpfer von „The Walking Dead“ hatte erkannt, dass die Serie zu einem Ende gelangen muss. Allerdings sprach Robert Kirkman auf der SDCC von der Comic-Serie. Wie lange wir noch mit der Tv-Serie bedient werden, steht in den Ratings.

Der Trailer verspricht endlich(!) etwas Action. Er verspricht das, worauf wir gewartet haben und wenn die 8. Season dem Tempo des Trailers treu bleibt, werden wir uns nach einer 9. und 10. und 11. Season verzehren! Vielleicht ist der Trailer aber auch nur ein Zusammenschnitt der ersten oder der letzten Folge und die Serie wird zwischendurch ihr gewohntes Tempo wieder aufnehmen. Trotzdem ködert er uns mit Sexiest Redneck Alive-Content und das in dem Stil, wie wir ihn sehen wollen. Wir haben Maggie und Cooral in Action, eine Ansprache des Königs und einen CGI Tiger! Katze! Wir haben Negans freundlich sympathisches Lächeln und einen alten Rick im Krankenbett – der erwacht und Keira Knightly besucht ihn. Der Leser erinnere sich an Love Actually als „Rick“ Keira nach ihrer Hochzeit mit seinem besten Freund eine Liebeserklärung auf Kartons gestand. Wäre das kein tolles Ende? Alles war in einem Traum und „Rick“ hatte sich aus Schmerz über den Verlust von Keira vor ein Auto geworfen.

Ready Player One

Alles, was das Popkultur-Herz begehrt! Popkultur und Referenzen auf noch viel mehr Popkultur!

Ein Kommentar

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