Archiv der Kategorie: Filme!

Kritiken, Besprechungen und Eindrücke diverser Filme.

„MindGamers“

Es ist schon einige Zeit her, dass ich diesen Film im Kino besuchte, die Kritik folgt dennoch.

„When you fall, you fall forward.

„Wtf did I just watch? :D“

Hinter mir hörte ich schon die ersten lästern: „Na so an Schmarrn, na so an Blödsinn.“ Insgesamt befanden sich 5 Leute, ein zweier Gespann und drei Einzelpersonen im Kino. Mich selbst fragte man hinter her: „Nach dem schlechten Trailer hast du dir den Film wirklich gegeben?“ Offensichtlich.

Der Film, bestückt mit britischen Schauspielern, die man aus Serien (TWD, The Expanse) kennt und dem etwas bekannteren Namen Sam Neill, ist eine österreichische Zusammenarbeit der Firma Terra Mater und Red Bull. Der Campus der WU durfte als Teilkulisse herhalten.

2014 produziert, erschien er 2015, worauf 2016 gleichnamige Wettbewerbs-Denkspiele, ebenfalls unter der Leitung von Red Bull entstanden, die sehr an Escape Rooms erinnerten. „In ­einer halb analogen, halb digitalen Gaming-Umgebung werden die „Red Bull Mind Gamers“-Finalisten aber nicht nur von Logik-Nüssen gefordert. Sie werden von Enoch auch aktiv mani­puliert und in die Irre geführt“ so ein Artikel auf RedBull.

Die Presse behält recht, wenn sie schreibt, dass irgendwann jeglicher Interpretationsversuch der religiösen Komponenten, von denen man nicht weiß, was man eigentlich halten soll, scheitern muss. Der Film beginnt mit einem Bibelzitat: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“. Der Name des Computers lautet Enoch – jene Figur, die Gott vor ihrem Tode zu sich nahm. Die bleiche Seherin (Antonia Campbell-Hughes, bekannt als Natascha Kampusch in 3096 Tage) trägt Flügel und stürzt sich auf der Suche nach einer weiteren Realität in den Tod, die rothaarige Unbekannte erinnert an Lillith, die Schlange.

Worum geht es: Durch Experimente mit Ratten haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, Gehirne miteinander zu verbinden und Fähigkeiten von einem zum anderen zu transferieren. Nun schlagen sie die Quantenbrücke zum menschlichen Geist und stehen kurz davor, alle Menschen in einem gigantischen Netzwerk miteinander verkoppeln zu können. Durch das Zwischenschalten eines Quanten-Computers können Fähigkeiten plötzlich „geteilt“ werden und das bedeutet, dass querschnittsgelähmte Sportler wie Voltaire (Ryan Doyle – Freerunner/Parkour-Weltmeiser mit Film-Debüt) wieder laufen können. Und die Gruppe der Wissenschaftler will das quasi „neurologische WIFI“ allen zu Teil werden lassen. Wäre da nicht eine mysteriöse, rothaarige Frau, die etwas dagegen hätte. Jedenfalls, Quanten! Eine Rezension meinte: „Aber Quanten, das wissen nicht nur Fans von Schrödinger, Plank und Terry Pratchett, machen alles kompliziert.“

Wir kennen diese Technik bereits aus Sense 8. Hier und da schlüpft einer der Protagonisten in den Körper des anderen und ist sofort fähig, seine Talente im fremden Körper zu benutzen. MindGamers zeigt, anders als Sense 8, anhand eines etwas dicklichen und sichtbar unsportlichen Menschen, dass das Vorhaben wohl nicht so einfach umzusetzen ist. Wenn in Sense 8 der große Afrikaner plötzlich die perfekten Skills der kleinen, wendigen Koreanerin beherrscht, wirkt es leider nicht sonderlich überzeugend. MindGamers schafft hier zumindest das, wo Sense 8 schwächelt.

Als Science-Fiction will der Film aber nicht verstanden werden – denn laut der Produzentin Joanne Reay heißt es: „Nichts im Film ist unsere Erfindung, sondern basiert auf Fakten.“ Offenbar waren Leute aus dem Team des Wiener Experimentalphysikers Anton Zeilinger als wissenschaftliche Berater am Film beteiligt.

Zugegeben, man weiß nicht was man sich nach der Sicht von MindGamers denken soll. Ich wurde zumindest gut unterhalten, die ab und an eingesetzten Arthouse/Indie-esken choreographierten Tanz-/und Parkour-Szenen fand ich nett, der symbolträchtige Umstand, dass die Übertragung während eines Tanzes, in der die Paare, fast wie bei einer Hochzeit schwarz und weiß trugen, verkündet wurde, war vielleicht etwas zu viel des ganzen.

Vielleicht mehr verwirrend als hilfreich ist die Tatsache, dass es mehrere miteinander, nicht lineare verbundene Realitäten gibt. Leider wird dieser Tatsache nicht auf den Grund gegangen. Das Ende klärt diesbezüglich etwas auf.

Nachdem ich die eine oder andere Kritik überflogen habe, fand ich jedoch nicht das, wonach ich suchte, nämlich Antworten auf folgende Fragen: Wer war die rothaarige Frau tatsächlich? Und warum stürzten sich die Leute ständig von Dächern? Warum hüpften sie ständig durch die Gegend?

Fazit: Jesus (TWD) spielt mit! Und Naomi (The Expanse)! Und Lucille!

Treffender: „Wer gerne bei Filmen herauspuzzelt, worum zum Teufel es eigentlich geht, könnte noch ein bisschen Spaß haben. Der Rest fragt sich, was das alles soll.“ (warp.robots-and-dragons.de)

Nachlese:

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„Transformers 5: The Last Knight“

Nach Guy Ritchie zeigt uns der nächste seine Idee der Arthus Saga, und in der Interpretation von Michael Bay gibt es sogar dreiköpfige Drachen und Dinosaurier! WHERE ARE MY DRAGONS! Dragon?

Es folgt ein Review mit Spoilern.

Den ersten Teil hatte ich gesehen und gemocht, den zweiten und dritten Teil zwar gesehen, aber weitgehend ignoriert, Teil vier nicht gesehen und ignoriert und die Sicht von Teil fünf war dem Tod meines Telefons (RIP) geschuldet. Und da lediglich drei Leute (inklusive mir) reserviert hatten, war der Quasi-Memorial Service mit hübschem Kleidchen, netten Sandalen mit Absätzen und rotem Lippenstift perfekt um mein (totes) Telefon ein letztes Mal auszuführen.

Und wenn die Stimmung bereits in die Tiefen des „F*ck it“ eingetaucht ist und man weiß, was man zu erwarten hat, nämlich einen dummen und hirnrissigen Actionknaller, dessen „Story“ nur dazu dient noch mehr Action-Szenen irgendwie aneinander reihen zu können, dann kann der Film tatsächlich unterhaltsam sein. Zugegeben, vermenschlichte Roboter und Hunde imitierende Dinosaurier(!)-Autobots haben ihre ganz eigene Wirkung. Und wenn gegen Ende die Erde fast zerstört wird, hat man mich soweit, dass ich handzahm aus dem Napf fresse und die Sinn- und  Zusammenhangslosen Storyelemente, die zahlreichen Regiefehler und das seltsame Bild bereitwillig akzeptiere. Lag es am Kino oder am Saal oder warum war der Film nicht 16:9? Und warum änderte das Bild immer wieder seine Größe?

Zur Story (?)

Optimus Prime und die Autobots verweilen schon seit geraumer Zeit auf der Erde – als des Menschen Freund und Helfer, was den Succubus in der Heimat ganz und gar nicht freut.

Magie gibt es wirklich! Und zwar an Bord eines Alienschiffes! Und auf der Erde in Form von Merlins Stab! Stanley Tucci (was auch immer ihn dazu bewogen hat, da mit zu machen. Nach kurzem Überfliegen einiger Kritiken las ich, dass er bereits in Teil vier dabei war, aber mit einer anderen Rolle. Wtf?) miemt zu Beginn den Zauberer. König Arthur und die Ritter der Tafelrunde bezwingen mit einem Dreiköpfigen Drachen-Autobot die Feinde!

Ganz zu Beginn wird das Mädel Izabella (mit z) dem vom Leben geschlagenen Marky Mark gegenüber gestellt (und ich mag dieses kleine Mädel) und alsbald ihr Autobotiger Beschützer von den bösen Menschen – die, die Erde von den Autobots, die täglich vom Himmel fallen, befreien wollen, töten – gibt es ganz große Gefühle! Aber Izabella ist ein starkes Mädchen.

Die Story rast voran – wir lernen Vivian kennen, Professorin für Geschichte und Love Interest für Marky Mark. Und wir sehen immer wieder Rückblenden zu Zeiten König Arthus, dessen Tafelrunde von zwölf Autobot-Rittern bewacht wurde.

Und ja, natürlich ist Vivian nur dazu da, um hübsch zu sein, auch wenn sie gegen Ende eine doch nicht so unwichtige Rolle einnimmt. Und ja, natürlich müsste ich als Feministin Filme wie diesen meiden, und natürlich wird die USA wieder zum Retter aller stilisiert, das wissen wir, wenn wir Michael Bay lesen. Und warum gab ich Geld ich diesen bescheuerten Film aus? Weil das Erwachsenen-Dasein manchmal keinen Spaß macht, mein Telefon gestorben ist und ich Lust auf einen No-Brainer hatte.

Aber Warum?

Und immer wieder taucht die Frage auf: Warum passiert sowas? Warum wird sowas produziert?? Es muss tatsächlich Menschen gegeben haben, die das Script lasen und sich dachten: „Yeah, geil Alter!“ Aber vermutlich lief es wirklich so ab:

„Irgendeiner in der Runde der Autoren hat den ersten Satz geschrieben, diesen abgedeckt, und der nächste hat den zweiten Satz geschrieben und immer so weiter. Und am Ende dieses Prozesses stand „Transformers: The Last Knight“.“ (welt.de) Derjenige, der den Film sehen und das Review schreiben musste, hat wohl sehr gelitten. Vermutlich hatte er eine Wette verloren oder so.

Folgend hier eine treffende Zusammenfassung von zwei aufeinander folgenden Szenen (musikexpress.de) und: „Man kann diesen Film als Kunstfilm verklären, so wie es mit der „Fast & Furious“-Reihe mittlerweile geschieht. Sollte man aber nicht, weil in diesen verfilmte Wirren nicht eine einzige Szene von gewisser Qualität steckt.“ Ich dachte tatsächlich auch schon an eine Art Kunstfilm, vielleicht eine Art versteckte Zeitkritik, in der niemand mehr dank der Ambivalenz zwischen Vernetzung und Durchsichtigkeit Orientierung findet, und sich deswegen an die einfachen Dinge hält, wie Merlins Stab? Oder so? Und welche Geheimnisse hat es mit der Uhr auf sich? Vielleicht wurde das Script auch nur von einer AI verfasst und die (gewollt) schlechten Kritiken sollen zeigen, dass es immer noch Menschen braucht? Oder so?

Ich meine ja, Blockbuster sind dazu da, dass sie das Kino-Publikum möglichst auf einfache Art und Weise unterhalten wird; und dann muss es Leute geben, ein Testpublikum oder so, deren Insassen entweder bezahlt wurden und/oder taub und blind waren, die diesen Film durchgewunken haben. Aber vermutlich hatten auch deren technische Geräte den Geist aufgegeben und somit träumten sie sich in eine Illusion hinein, in der das geliebte Gerät noch unter den Lebenden verweilt und sogar sprechen und sich verwandeln kann und gegen Ende die Welt rettet! Oder so.

Jedenfalls..Wtf?

Fragen und Gedanken, die hängen geblieben sind:

  • Wird es der kleine blaue Wall-E -Verschnitt schaffen?
  • Waren es damals (im Mittelalter) auch schon „Autobots“? Also „Auto“ bezogen auf Automobil oder Automatik? Automatik ergäbe Sinn, wenn sie sich automatisch/selbstständig in Dinge verwandeln können, aber da sie eine Spielzeug Reihe sind, die sich in Autos verwandeln können (was auch im Film – wenn auch nur ganz ganz am Rande – vorkommt), fragte ich mich irgendwann, ob die Autobots dann für die Erfindung vom Automobil maßgeblich beteiligt waren, oder ob sie diese sogar in irgendeiner Weise beeinflusst haben? Ich meine.. das muss doch irgendwo in der Geschichte durchgesickert sein. Wie war das mit Verschwörungstheorien?
  • Ich bekam nie Transformers als Kind, sondern Dinosaurier. Was auch okay war. Ich mag Dinosaurier und hey! Die Autobot-Dinosaurier! Warum gibt es keinen Film über Autobot-Dinosaurier?
  • Wie viel hat man Anthony Hopkins gezahlt, damit er da mitspielt?
  • Warum spielen alle so dermaßen schlecht?
  • Wann hatte Vivian bitte Zeit sich ständig umzuziehen? Und wozu?
  • Die Uhr die Hitler tötete. Wtf? Aber wie? Es war eine Uhr? Aha? Ich sags ja: Unsere Geräte leben! Mein armes Telefon allerdings nicht mehr..
  • Bumblebee zeigt ganz neue Seiten..
  • Immerhin gab es ganz viel Diversität: Bei den Kids.
  • Der Staff! Die Erde! OMG! Die Rettung! Die Rettung durch eine Frau! Immerhin etwas..
  • Optimus Prime mit einer Screentime von gefühlten 5 Minuten aber den epischsten Szenen und Momenten weil Optimus Prime.
  • Der Moment, als während einer der letzten Fights, das Arthus-Talisman-Ding an Marky Marks Arm runter kroch und man hofft, fleht, gerade zu betet: Bitte nicht. Und dann passiert es doch..
  • Stonehenge wtf?

Für meine Leserschaft recherchiert

  • Bumblebee erhält seinen eigenen Film (filmstarts.de), der dem aktuellen Trend folgend in den 1980ern spielen soll. Darf man, durch all die filmischen Geschichten der letzten Zeit, die in den 1980er angesiedelt sind, daraus schließen, dass man sich sowas wie eine De-Vernetzung wünscht? Back to the roots?

Fazit: Science-Fiction Mittelalter Trash der Trash sein will? Nicht sein will? Ein Film, der nie produziert hätte werden dürfen, aber so im Rückblick gesehen gibt es: 12 von 12 putzigen, süßen Haustier-Dinosaurier-Autobots, und das Mädel. Das Mädel war cool.

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„Wonder Woman“

Nach den Misserfolgen von Man of Steel oder Batfleck vs. Superman, schafft Wonder Woman den Absprung mit Farbe, etwas Naivität und Entschlossenheit, und reiht sich, so könnte man fast sagen, in die Marvel’sche Tradition ein.

So gut wie Spoilerfrei.

Die anfängliche 97%ige Wertung bei Rotten Tomatoes sank mittlerweile auf 93% was trotz alle dem immer noch verdammt hoch ist. Der Film bricht mit der düsteren Videoclip Ästhetik und setzt auf eine eindeutige Botschaft, die mich gegen Ende tatsächlich an Das letzte Einhorn erinnerte. Ein Film, den ich mir als kleines Mädchen gewünscht hatte. Ein Film, der zielgerichtet die Geschichte voran treibt, sich nicht mit Kleinigkeiten aufhält und gegen Ende den Big Bad besiegt.


Und wie so viele andere, fragte auch ich mich was das große Geheimnis ist, dass Wonder Woman so erfolgreich werden lässt. Ein Beitrag, der vor ein paar Tagen in meiner Mailbox landete, erklärt es ziemlich gut: Wonder Woman ist so, wie ein Superhelden-Film sein sollte: Positiv und Hoffnungsvoll. Die Heldin ist kein Jammerlappen, die beim Versuch Leben zu retten, die Hälfte dabei umbringt und ihre Kraft als Fluch sieht, sondern sie tut, was gemacht werden muss. Mehr noch, sie geht darin auf, ohne aber arrogant oder selbstgefällig zu werden. So stehen auch nicht die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund, das Techtelmechtel mit Steve ist lediglich (und nachvollziehbares) Beiwerk, sondern die Geschichte Dianas und ihr Werdegang zu Wonder Woman selbst. Anderseits wurde in der Vergangenheit gerade auch die zwischenmenschliche und menschliche Darstellung der Superhelden gelobt, bis dies bei Man of Steel und Batfleck vs. Superman grandios kippte und ins Lächerliche abdriftete.

/fem-mode on

Wonder Woman bewegt sich zwischen dezenter Kritik am Patriarchat und zieht gleichzeitig die stereotypen Geschlechterklischees des 20. Jahrhunderts ins lächerliche. So lässt sich Diana von Steve weder sagen, was sie zu tun oder lassen hat, bemerkt so ganz nebenbei, dass man auch ohne Männer zurecht kommt und begutachtet interessiert Korsagen, die sie für Rüstungen hält. Und trotz dessen, dass Diana dank ihrer Herkunft weitaus mächtiger ist, als all die Männer, die nach ihr aufs Feld stürmen, bleibt Gleichwertigkeit zwischen Frau und Mann bestehen: Steve Trevors Fähigkeiten werden nicht minimiert, um Dianas Stärke zu demonstrieren, denn auch er wird als Held inszeniert und in keiner Weise als „schwach“ dargestellt. Eines nur: Vielleicht hätte man die letzte seiner Szenen etwas anders lösen können.

Ebenfalls positiv sticht hervor, dass zwar Wonder Womans ikonisches Kostüm beibehalten wurde, aber die gesamte Szenerie auf eine sexualisierte Darstellung verzichtet. Nicht „sexy“, sondern ästhetisch. Sicherlich sieht man Beine und Dekolletees bei den Amazonen, aber das ist in Ordnung. Schon alleine aus praktischen Gründen: Einerseits scheint Themyscira sehr warm zu sein, andererseits kann eine Vollkörper-Ausrüstung behindernd wirken, je nach dem, was man sich für einen Kampfstil aussucht. Was hätte man stattdessen als Rüstung verwenden sollen? Wehende Kleider? Einfache Lumpen? Die einzige Problemzone, die ich aus Sicht einer ehemaligen (Mittelalter-)Schwertkämpferin sehe, sind die fehlenden Träger. Doch das Kostüm scheint ausreichend hoch geschnitten, um ein gewisses rutschen zu verhindern.

Fight!

Die Kampfszenen waren interessant choreographiert. Ich hätte auch mit einem Film, der aus dem Quasi Vorspann und der Vorgeschichte bestanden hätte, viel Freude gehabt und genoss die Abwesenheit männlicher Protagonisten zu Beginn gänzlich. Es hat tatsächlich etwas befreiendes und ein gewisses „empowerment“, eine starke Frau unter vielen anderen starken zu Frauen zu sehen, was in der Filmgeschichte relativ selten passiert. Denn häufig sehen wir nur eine, manchmal auch zwei oder auch drei starke Frauenfiguren neben- aber oftmals gegeneinander, und keine homogene Armee. Was aber natürlich auch durch die Inszenierung – Akrobatisch zu Pferd, im Kampf und im Training – besonders zur Geltung kommt. Wie gern hätte ich da mitgemacht. Ich rieche eine Marktlücke für einen Freizeitpark: „Amazon-Camp: Girls and Women only“: Auf dem Plan stehen täglich Reiten, Schwertkämpfen, Bogenschießen, voltigieren (turnen am Pferd), Lasso werfen und Katzen streicheln. Oder so.

Interessant und auffällig ist die Inszenierung von Professor Lupin als Ares, den Kriegsgott, den Big Bad, der gegen Ende in einer bombastischer Feuerschlacht vernichtet wird. Auch wenn oft kritisiert und als unnötig empfunden, erhält Diana dadurch eine Fülle an tollen Szenen, unterlegt mit farbiger, emotionaler Musik – die sie nochmal konkret in den Mittelpunkt stellen und erneut verdeutlichen: Eine neue Ära an bricht an. Professor Lupin aka Ares als Big Bad hält also, so möchte man meinen, als Alibi her, sodass jede Möglichkeit, Diana Prince als Ikone zu stilisieren, wahrgenommen werden kann.

Comic-Ästhetik

Diese kommt auch bei Wonder Woman wieder zu tragen, wirkt aber in diesem Falle weniger deplatziert – vielleicht weil mit kräftigen Farben unterlegt? Oder, weil sie erst gegen Ende so richtig in Szene gesetzt wird? Ich überlegte und kam zum Entschluss, dass es vielleicht die frontale und statische Aufnahme ist, die Comichafte Szenen in Zeitlupenoptik vielleicht etwas banal wirken lässt. Wären diese dynamisch, und bewege sich die Kamera um die Szene herum, könnte man eher schwer einen Bezug zu einer 2D-Szene herstellen. In diesem Falle nützt Farbe und positive, emotionale Musik doch einiges, um mit der Darstellung nicht ins Lächerliche zu segeln.

Manko

Der Trailer hatte bereits vorgewarnt: Ästhetische Action-Szenen werden von Zeit zu Zeit aus ihrer dynamischen Perfektion gerissen und durch Zeitlupenoptik ersetzt. Zack Synders Handschrift eben. Was ich in 300, der pompösen Slideshow, mochte, hasste ich in allen anderen Filmen. Qualität vor Quantität: Ab und an, und wohl eingesetzt, können diese tatsächlich Wunder und Staunen bewirken, in übertriebenen Maße und zur falschen Zeit, zerreißen sie den Fluss der Szene. Aber das ist auch das einzige und große Manko des Filmes, was ich leider anmerken muss. Es nervte mich tatsächlich, dass kaum eine Kampfszene ohne dieser Handhabung auskam (*). Man muss aber auch nicht ins Gegenteil verfallen, und die Szenen in 1,5facher Geschwindigkeit abspielen. Gut choreographiert und gut geschnitten und jede künstliche Veränderung wird obsolet.

Etwas lästig war vielleicht auch das Ver-englischen der deutschen Sprache, wenn unter Deutschen englisch gesprochen wurde, aber das kann man vernachlässigen, und wir entschuldigen auch Dianas perfektes Aussehen am Morgen, als sie die Nacht am freien Boot verbracht hatte. Aber das ist in Ordnung: Comic-Verfilmungen und Helden-Epen brauchen diese Form von Realismus nicht. Auch wenn dies wieder eine andere Kritik war, die James Gunn mit dem ersten GotG parodierte. So oder so, gewollte Kritik findet ihren Weg.

Fazit: Eine neue Ära hat begonnen, lasst uns das auf diesem Niveau weiter führen.

* Anmerkung: Nachdem ich mir den Film heute Abend nochmal ansehe, werde ich beobachten, ob mir diese Szenen erneut so negativ ins Auge stechen und bei einem zweiten Beitrag, vielleicht etwas Recherche mit einbeziehe.

PS: Ich finde es übrigens sehr positiv, dass eine nicht-US-amerikanische Schauspielerin in der Titelrolle steht, und so ein weiteres Stück der US-amerikanischen „one of us“-Tradition aufbricht.

Lesenswert und gut recherchiert:

Zu guter Letzt:

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„Alien: Covenant“

So steht der Androide der Prometheus vor seinem Schöpfer, betrachtet die Skulptur Michelangelos und nennt sich David. Er spielt in einem weißen Raum Wagner am Flügel. Und doch erkennt er, dass er als unsterbliches Wesen geschaffen wurde, den Sterblichen zu dienen. Fortan sucht David nach seinen eigenen Kreationen und findet sie.

Es empfiehlt sich, Prometheus davor nochmal anzusehen.

Spoiler! Aber zuerst noch ein wenig fiktive Science-Fiction Geschichte:

Alien: Covenant spielt im Jahre 2108, zu Beginn des 22. Jahrhundert. In Doctor Who wird zu dieser Zeit der Mars durch Terraforming zu einem Freizeitplaneten gemacht, aber der Aufenthalt ist nur der wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten. In The Expanse erholt sich die Erde derweil wieder von ihrer Umweltverschmutzung. Und in The Next Generation wird 6 Jahre zuvor mit der Tiefenraumerkundung der Ficus-Sektor erkundet, die erste von den Menschen eigenständige Erforschung eines Raumsektors.

Worum ging es?

Durch unerwartete Sonnenstürme wird die Mannschaft der Covenant aus ihrem Kyroschlaf erweckt, James Franco darf sogleich das Zeitliche segnen und während die Reparaturarbeiten der Sonnensegel in Gang sind, fängt ein Crewmitglied ein Signal auf. Take me home… country roads… to the place.. where I belong! Die Mission zum angesteuerten Planeten sollte noch ca. 7 Jahre dauern, den Planeten, aus dessen Richtung das Signal gesendet wird, erreicht man in 3 Wochen. Natürlich wird keine Notiz an die Heimat verschickt, so wie: „Hey. Wir hatten Probleme, und hey, da gibts einen neuen Planeten, den sehen wir uns an!“ Und wann immer man derartigen Handlungen in entsprechenden Filmen beiwohnt, glüht der illusionäre Hoffnungsschimmer, dass Bürokratie und Protokoll-Wahnsinn der Gegenwart in der Zukunft etwas lockerer gehandhabt werden könnte, oder auch nicht, da man offenbar in den 1970ern nicht dieser Form des Wahnsinns ausgesetzt war und Alien:Covenant an Alien anknüpfen möchte. Aber vermutlich wird in 20 Jahren alles via App an entsprechende Firmen und Institute weiter geleitet werden, sodass keine Bürokratie und Protokollierung mehr notwendig sein wird. Ha! Got ya!

Anyway. Die Gefahr von Prequels zeitgenössischer Science-Fiction Filme liegt darin, dass man, was Technologie und Szenerie betrifft, ganz modern sein möchte (und auch nicht mehr anders kann) und dabei das Künftige aus den Augen verlieren könnte, sodass an Vergangenes nicht mehr angeknüpft werden kann. Alien: Covenant schafft diesen Sprung fast noch. An Bord wird geraucht, die Computer muten antik an und die Kommandozentrale fängt sofort Feuer. Es wirkt simpel.

Man folgt der Geschichte und es kommt wie es kommen muss: Aliens behausen den Planeten, aber der düstere Twist liegt in der Gestalt des Androiden verborgen, der seit 10 Jahren auf dem Planeten lebt, und diesen wie seine Geschöpfe ausgiebig studiert. Weniger steht der Xenomorph im Zentrum, sondern die künstliche Intelligenz.

Vom SF-Horrorslasher zum Schöpfungsmythos

War Prometheus der Halbgott, der den Menschen das Feuer und die Technik brachte, verweist der Titel des neuen Alien-Films aus alter Schöpferhand (Ridley Scott) auf einen Pakt, eine Verbindung, ein Bündnis. Und dies in mehrfacher Hinsicht. Gerade gegen Ende hin fühlt sich Alien: Covenant wie Alien aus 1979 an, Katherine Waterston wächst als neue Ellen Ripley inklusive Tank Top, Kurzhaarfrisur und großer Schusswaffe, Entschlossenheit und 9 Leben sofort ans Herz. Selbst der Abschied war zu (fast) 1:1 derselbe.

Zum anderen zeigt der Androide David, dass ein friedliches Herantasten an die fremde Lebensform durchaus sinnvoll sein kann – auch wenn diesem Opfer vorausgingen. Es blieb ihm verwehrt sich fortzupflanzen und somit schuf er aus eigener Kraft. Er hat auch kein gutes Wort für seine Schöpfer übrig, denn die Menschheit sei eine sterbende Spezies, die es nicht verdiene weiter zu leben. Alien: Covenant weist, in der Tradition klassischer Science-Fiction darauf hin, dass künstliche Intelligenz gefährlich werden kann. So gefährlich, dass sie ihre Schöpfer in Frage stellen und selbstständig und nach eigenem Willen zu handeln beginnen.

Was in Erinnerung blieb

  • Die bildhaft ästhetische Szene, in der die Geburt eines  Aliens vor seinem Vater eingefangen wurde.
  • Hilfreich wäre es gewesen, sich Prometheus nochmal anzuschauen. Nur mehr vage wusste ich wer David war, aber nicht mehr, was er getan hatte. Trotzdem werden einige Dinge erklärt: Die weißen Gestalten zu Beginn des Vorgängers und wie es dazu kommen konnte, dass diese alle starben.
  • Katherine Waterstone als Quasi-Ripley.
  • Michael Fassbender, ftw!

Dank Luciferans Medienecke kamen mir zwei Kurzfilme unter, die Aufschluss über gewisse Dinge geben.

Fazit: 2 von 3 Babyaliens, 4 von 5 Xenomorphs, 2 von 5 Raumschiffen und 4 von 5 Sonnensegel. Sehenswert, wenn auch etwas Symbolträchtig.

Weitere Informationen

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„King Arthur – Legend of the Sword“

Zugegeben, der Trailer sah sehr trashig aus. Der Name Guy Ritchie verspricht allerdings Handwerkskunst, und auch wenn ich mit Gangster-Filme eher weniger anfangen kann, ist der Stil unterhaltsam und so besuchte ich den Film. Der Ton war zu laut und der 3D-Effekt bei den Logos der mitwirkenden Firmen und Studios besonders ersichtlich, unterm Film nur ab und an.

Die Einführung in die Geschichte und den Charakter erfolgte ohne Umschweife und kurz zusammengefasst in Musikvideo-Optik – stimmig. Die Geschichte um König Arthur und die Ritter der Tafelrunde wurde damit auch neu interpretiert – ganz anders als Marion Zimmer Bradley es damals erklärte. Aber stimmig. Die Kampfszenen waren interessant, stimmig im Fluss, flüssig und mitreißend. Der Sound war großartig. Man wippte mit. Ich wippte mit.

Einzige Kritik: Frauen? Hallo? Eine Hexe mit etwas Viecher-Magie, aber ansonsten dürfen die schönen Maiden als Opfer herhalten. Shame! Shame! Shame!

Seltsam und etwas verstörend: Lord Baelish ohne Schnauzer. Wtf? Und es beschleicht einen immer wieder ein gewisses Gefühl, wenn er ins Bild tritt. Spricht das für, oder gegen den Schauspieler?

Fazit: Wenn man Fantasy, Mittelalter und Guy Ritchie miteinander kombiniert, zusammen in einen Topf wirft und kräftig umrührt, kommt genau das raus, was man sich erwartet. Wer also Guy Ritchie mag, wird auch diesen Film mögen. Wer nach einem epischem Fantasyspektakel sucht, wird nur halb bedient. Also lasst euch nicht vom trashigen Trailer abschrecken, der Soundtrack ist großartig und der Film sehenswert. Zumindest unterhält er auf vertraute Art und Weise.

4 von 5 Schlangen, 5 von 6 Schwertern und 4 von 4 Musikstücken.

Die Kritik der Onlinezeitung Regional aus Wolfenbüttel fast es mal eben bildhaft zusammen und bestätigt sogleich meinen Eindruck:

„Ritchie wäre natürlich nicht Ritchie, wenn er dem Ganzen nicht seinen ganz persönlichen Anstrich geben würde. Arthurs Jugend und Aufstieg in den Straßen von Londinum ist natürlich Referenz an seine frühen Gangsterfilme „Snatch“ und „Bube, Dame, König, grAS“. Der typische Coolness-Faktor fehlt ebensowenig wie das passende Quentchen Humor. Die Kampfszenen in 3D-Technik sind ebenso 100 Prozent Ritchie-Style wie die atemberaubende Schnitttechnik oder der nicht immer lineare Erzählstil, der gerne auch mal nur von den Protagonisten diskutierte Handlungsoptionen bildlich darstellt. Auch die Geschwindigkeit ist teilweise atemberaubend, sei es Arthurs Jugend in Londinum, die im Zeitraffer an einem vorbeifliegt, sei es Arthurs gefahrenreicher Selbstfindungstripp in die Darklands. Aus letzterem hätte Peter Jackson wahrscheinlich allein einen Drei-Stunden-Film gemacht – bei Guy Ritchie ist es ein Fünf-Minuten-Video-Clip.“

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„Guardians of the Galaxy Vol. 2“

Rocket!

2014 flimmerte ein Film über die Leinwand, mit dem kaum jemand gerechnet hatte: Weder mit der Musik, noch den humorvollen Dialogen, noch mit dem Setting. Und das liegt vermutlich auch darin begründet, dass, nach James Gunns eigenen Angaben (in zahlreichen Facebook-Postings und Live-Chats), Marvel wie Disney ihm freie Hand ließen und lassen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er auch beim dritten Teil Regie führen und die nächsten zehn Jahre bei Marvel-Produktionen involviert sein wird.

Ich sah den Film zweimal und fand ihn beim zweiten mal noch besser. Sofern man Kritik üben möchte: Man hing zu Beginn etwas in der Luft, was wohl die Handlung sein mochte. Vor allem die Auswahl des Soundtracks verführt zum mitwippen. Southern nights.. have you ever felt a southern night.. Gerade noch, dass man keine Pirouetten dreht oder Ausfallschritte im täglichen Gang der Realität tätigt. Wobei das mittlerweile gelegentlich vorkommt.

Im Endeffekt wirkt auch GotG2 wie „James Gunn and friends make a Movie“ und in diesem speziellen Falle wie: „Rocket and Drax having fun“ – Und ich finde das großartig! So großartig, dass ich mir überlege, den Film noch ein drittes Mal zu sehen. I can still hear you saying… You would never break the chain (Never break the chain)..

Während der erste Teil sich mit der Einführung der Charaktere und dem Aufbau eines Universums beschäftigte, welcher von absolut, in der jeweiligen Situation, sinnlosen (aber amüsanten) Dialogen lebt (wie auch in GotG2 – wir wissen mittlerweile warum Groot keine Hüte mag), ist der zweite Teil ein Familienfilm. Aber mehr wird dazu nicht verraten. If you ever change your mind… About leaving, leaving me behind… Oh, oh, bring it to me..

Was ich nun möchte? Eine Serie aus der Hand von James Gunn und einen friedlichen Trash Panda als Haustier. Rocket ist definitiv, neben Yondu, mein Liebling. Zugegeben, ich hatte nie gedacht, dass Baby Groot so putzig sein kann. I am Groot? I am Groot! I am Groot!? Sun is shinin‘ in the sky.. There ain’t a cloud in sight… It’s stopped rainin‘ everybody’s in a play…

Fazit: 7 von 5 Trash Pand.. Racoons und 6 von 5 Treecreatures, 8 von 5 Spacefights und 7 von 6 sinnlosen Dialogen. 10 von 10 für die Musik-Auswahl, die mittlerweile in Dauerschleife läuft. Generell: 12 von 10 Punkten.

Weiterführende Informationen, Erklärungen und eventuelle Spoiler (mit freundlicher Genehmigung von Mr. Raymond):

  • „Stallone spielt Stakar Ogord (Starhawk). Er war einer der Guardians of the Galaxy aus dem 31. Jahrhundert in den Comics, zu denen auch Yondu gehörte. Andere Mitglieder des Teams waren in der Credit-Scene mit Stallone. Martinex ist leicht zu erkennen (der kristallene Typ), der schwarze, breit gebaute wird vermutlich das Gegenstück zu Charlie-27 sein. Das Mädel Aleta. Und surprise, surprise Krugarr (das rote Alien)“.
  • „Howard the Duck natürlich auch wieder in einem Cameo dabei mitten im Film. Cosmo leider nur in den Endcredits“.
  • „Man sieht Goldblum in seiner Rolle als Grandmaster aus dem bald kommenden Thor: Ragnarok – in einer tanzenden Szene“ Anmerkung: Ich sah ihn nicht.
  • „Stan Lee mit den Watcher, die wie es ihre Regeln besagen nicht eingreifen. Beobachten ist OK, aber niemals aktiv etwas machen. Helfen nicht mal dem alten Mann zurück auf die Erde zu kommen.“ Theory confirmed.
  • „BTW Ego ist keiner der Celestials in den Comics, aber da er einer ist in den Filmen. In Guardians of the Galaxy sah man die Celestials die Infinity Gems verwenden als der Collector die Historie der Steine beleuchtet. Ego ist also einer von denen und wurde vermutlich zurück gelassen weil er verrückt ist. Andere Celestials haben enorme Rüstungen. Knowhere aus Teil 1 ist der Kopf eines Celestials.“
  • „Taserface ist in den Comics Mitglied einer Spezies, die ihre Kultur auf der Technologie von Tony Stark aufbauten und sich darum auch Stark nennen.“
  • „Ayesha und Adam Warlock sind in den Comics von den gleichen Wissenschaftlern erschaffen worden. Es war klar, dass Adam irgendwann auftauchen wird und es passt in Guardians 2.“

Predictions:

  • „Nebula’s Plan Thanos zu töten könnte Teil des nächsten Avengers Film werden.“ Anmerkung: GotG Vol. 3 spielt zwischen Infinity, ebenfalls unter Gunn’scher Kontrolle.

Gestrichen:

  • „Adam Warlock war nicht der einzige der gestrichen wurde. Es wurde eine Szene mit Nathan Fillion (Space Barbarian!) gestrichen, der vermutlich als einer der Ravagers gesehen worden wäre. Ich las mal, dass er Simon Williams (Wonder Man) spielen sollte.“

Lesenswert:

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„Life“

Fazit: Ist es Satire? War es ein Versehen? Schafft Life es zum nächsten Kult-Alienfilm? 10 von 10 Seesternaliens und 9 von 10 Libellenartigen Käferaliens und ein gerechtfertigtes Happy End.

Spoiler ahead. Lese nur, wer ihn gesehen hat!

Neben Deadpool bleibt Name und Marke Jake Gyllenhaal dem aktuellen Type-Casting als anti-sozialer Creep treu, während Deadpool nur beinahe Deadpool ist – und ich wette, ohne recherchiert zu haben, dass (der Film wurde von Rhett Reese and Paul Wernick geschrieben, jene Herren die auch bei Deadpool ihre Fingerchen im Spiel hatten) eine gewisse Szene kein Zufall war, und jene, die den Film gesehen haben, wissen genau, wovon ich spreche. Es war kein Zufall.

Im Falle Gyllenhaals war dessen Charakter zu lange im All und möchte eigentlich dort bleiben, auch wenn sich sein Körper dagegen ausspricht. Er vermisst auf der Erde nichts und erneut, er mag das All. Life veranschaulicht neben einem friedlichen Miteinander in Schwerelosigkeit – den ganzen Film über – dass das All beziehungsweise die Arbeit auf einer Station, gerade für körperlich beeinträchtigte Menschen hervorragende Jobmöglichkeiten bietet. Und somit spricht Life das Leben auf verschiedenen Ebenen an. Ich verstehe die schlechten Kritiken wirklich nicht..

Zur Geschichte:

Eine Probe vom Mars hat ihren Weg verlassen und muss von der ISS abgefangen werden – es könnten sich für die Erde feindliche Bakterien darin befinden. Geschafft, getan. Nach wenigen Tagen stellt sich heraus, dass es eine Zelle ist, die rasch wächst. Sie füttern die Zelle mit Glyzerin bis sie zu einem Gemisch aus Nerven- und Muskelgewebe heran wächst. Sie imitiert Daddy, der ihm den Finger zum Spielen reicht und die Abstimmung auf der Erde ergab, dass der Marsianer Calvin heißen soll.

Gestatten, Calvin.

Soweit so gut. Calvin entwickelt sich prächtig. Doch plötzlich streikt die ISS und Calvin liegt regungslos da. Und was tut die Gattung Mensch? Genau, man versucht Calvin via Elektroschocks wieder aufzuwecken. Elektroschocks! Calvin fühlte sich bedroht, greift an, bricht und zerquetscht Daddy die Hand. Schließlich entkommt er. Und nicht um sonst wurde immer wieder eine festgebundene Ratte (des arme Vieh…) mit ins Bild genommen. Calvin nähert sich dem Nagger an, imitiert friedlich dessen Schnuppern und als die Ratte zu beißt, muss auch sie daran glauben.

Daddy kann schließlich gerettet werden und Deadpool versucht Calvin zu töten. Kill it! Kill it with Fire! Nichts da. Calvin ist schlauer und kriecht Deadpool in den Mund – inklusive Würgegeräusche sowie stimmige Optik in lang gezogener Szene, bei der eine Zuschauerin den Saal verließ. Ryan Reynolds darf den restlichen Film als Leiche herhalten. Zugegeben.. mir selbst hat es den Hals zugezogen..

Calvin lernt rasend schnell, adaptiert Fähigkeiten und entwickelt sich zu einer intelligenten Lebensform. Er sieht mittlerweile wie ein süßer Seestern aus. Als er versucht durch die Luftzufuhr zu entkommen, legt er die Verbindung zur Erde lahm und durch einen weiteren Zwischenfall neigt sich die ISS der Erde zu. Sie werden alle verbrennen! Eine Dame klettert nach außen um die Verbindung zu reparieren, schraubt ein Ventil auf und Calvin flutscht heraus. Er krallt sich an ihr fest und attackiert das Kühlsystem des Raumanzuges, den die Frau im All ertrinken lässt (nachdem sie Selbstlos die Tür von außen verriegelt hatte damit keine Rettung, weder von ihr noch von Calvin, möglich ist), während Calvin sich durch die Triebwerke retten kann, die die ISS wieder in eine stabile Bahn manövrierten. So musste man also Calvin den Vorzug geben, anstatt sich durch den Eintritt in die Atmosphäre verbrennen zu lassen. Und es fällt mir immer wieder auf, wie zerbrechlich und simpel und klein und fragil die ISS wirkt, im Vergleich zu den großen, tollen Raumschiffen, die wir in der Science-Fiction ständig serviert bekommen.

Alles wird abgeriegelt und versperrt, doch Calvin ist ebenfalls wieder auf der ISS. Daddy erkennt aber, kurz vor seinem Tod, dass Calvin nicht böse ist. Er muss töten, um zu überleben. Währenddessen hatte sich Calvin am Bein von Daddy fest gefressen. Trotz zuckersüßem Alien gibt es gewisse Plotholes.

Mittlerweile ist Calvin gewachsen und gleicht einem Libellenartigem Käfer-Schmetterlings-Ding. Und er ist schnell. In Schwerelosigkeit geboren, kann er sich perfekt in der Umgebung orientieren und sich zurecht finden. Warum eigentlich er? Warum ist Calvin keine sie? Ist Calvin Geschlechtslos?

Erneut wird die Station abgeriegelt und die letzte, noch verbleibende Dame kratzt sich am Finger und etwas Blut gelangt in die Öffnung. Calvin, der mittlerweile als Lebensform am Schirm erkennbar ist, ändert abrupt seine Richtung und steuert auf die Menschen zu. Ein Mitglied, dass zuvor Vater wurde, versperrt sich in der Schlafkammer. Die Mannschaft ist derweil viel zu sehr mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt, öffnet Türen, die geschlossen bleiben sollten, um sich schlussendlich gegenseitig retten zu wollen. Dass Calvin sich ebenso über die Möglichkeiten freut, ist gewiss.

Ein Shuttle dockt an und wir erfahren, dass es drei Protokolle gab – wenn die ersten beiden versagen, kommt Nummer 3 zum Einsatz und je nach Ermessen wird eingegriffen oder kontaminiert und die ISS soll im Zuge dessen ins All geschickt werden. Die Dame, die noch lebt, gibt auch gleich zu verstehen – der Dramatik wegen – dass es ihre Idee gewesen ist und eine ganze Reihe Leute diese unterschrieben und im Zweifelsfall den Tod der Mannschaft besiegelt hätten.

Trotzdem. Sie haben also versagt. Eh klar, zuerst experimentiert der Mensch mit fremden Substanzen, dann möchte er sich so schnell wie möglich aus der Affäre ziehen und sich selbst retten auch wenn es schon viel zu spät und den Tod weiterer Crew Mitglieder bedeutet. Künftig sollte man sich, wenn so etwas außer Kontrolle gerät, wirklich überlegen, ob man den Freitod nicht vorzieht – aus Wohlwollen den anderen (und vielleicht der gesamten Spezies) gegenüber. Es wäre illusorisch zu glauben in solch einer Situation schaffe es irgendwer noch lebendig und heil zurück zur Erde.

Mittlerweile versucht auch der frische Vater sich zu retten, schwebt zum Shuttle, Calvin ist ihm sogleich dicht auf den Fersen und erledigt ihn. Mehr oder weniger opfert er sich kurzerhand als er sieht, dass es aussichtslos ist. Nach und nach fällt das Lebenserhaltungssystem der ISS aus und es wird kalt.

Donnie Darko und die Protokoll-Frau sind noch übrig und erneut wird wieder einmal die ISS halb zerstört. Gibt es einen Film, bis auf Dokumentar-Filme, die auf der ISS spielen aber sie dabei nicht zerstören? Erneut: Die ISS wird wieder in die Erde eintauchen und sie werden es nicht überleben, aber Calvin schon.

Aber es gibt einen letzten Plan. Creepy Jake verschanzt sich mit Calvin in eine Rettungskapsel und schießt sich hinaus ins All, während die Protokoll-Frau zur Erde fliegt. Calvin folgt ihm und klammert sich an jede noch so erdenkliche Atmosphäre und umschlingt den Heizstrahler, der etwas Luft von sich gibt, innig. Ein wirklich trauriges und herzzerreißendes Bild: das arme Alien, dass sich so sehr daran fest krallt und am Leben bleiben möchte. Dann krallt es sich an Jake fest und wir sehen abwechselnd beide Kapseln, einmal auf die Erde zu rasend und einmal ins All abdriftend. Wir sehen die Kapsel im Meer landen und ein paar asiatische Fischer die darauf zusteuern.

The End.

Endsong: Spirit in the Sky.

Amüsantes Zitat zum Film:

„David’s [Jake Gyllenhaal] character is the worst offender, with the most awkward scenes and lines, some of them bordering on bad comedy. When he tells Miranda that as a traumatized military vet, he doesn’t want to go back to Earth because “I like the hum up here, and the air,” he sounds like a dopey space-age Forrest Gump, trying to turn a monotonal, hyper-simplistic statement into a manifesto. When he busts out Goodnight Moon for a dramatic, emotional reading at a critical moment, the entire film threatens to fall down the gravity well of its own idiocy. It’s a moment designed for endless parody; surely Saturday Night Live is already queuing up a guest spot where Gyllenhaal laboriously reads other children’s books in the middle of deadly catastrophes.“ (theverge.com)

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