Archiv der Kategorie: Filme!

Kritiken, Besprechungen und Eindrücke diverser Filme.

„The Beauty and the Beast“

Altlasten werden abgearbeitet. Lest hier über The Beauty and the Beast.

Der Spruch „Disney gab uns unrealistische Vorstellungen von der Liebe, dem Leben und allem anderen“ hat seine Berechtigung: Wenn man singt, kommen keine süßen Tiere und helfen beim Haushalt. Die Wäsche bleibt liegen und im besten Falle scheißt ein Vogel drauf, oder eine Ratte knabbert die Kabel an. Und ganz bestimmt nehmen gänzlich unbekannte Männer Drachen, Biester und den Tod für einen Kuss in Kauf. Und beim Sex wird auch nicht gesungen. Alles in allem wurde man also ziemlich belogen.

„Es ist kein charmantes kleines Kino, sondern ein Cineplexx, ein Multiplexx“ – sagte Madame (8) und hatte sich damals mir zu liebe in die monströsen Kapitalhallen des Mainstreams vorgewagt, um mich in den Disney Film mit Hermione zu begleiten. Wir beide saßen im 7. Saal in der 4. Reihe, beide 3D. Neben mir hatte nochmal eine Gestalt ein einzelnes Ticket reserviert und ich bin in solchen Fällen immer sehr gespannt, was das für Menschen sein mögen. In diesem Falle war es ein älterer Herr.

Bildquelle: HannaAlexandra_Art (Instagram)

Zum Film

Ich erinnere mich gut daran, wie ich, als ich Die schöne und das Biest zum ersten mal sah, der Verwandlung des Biestes entgegen fieberte und in meiner Erwartung dann tief von den Zinnen des Schlosses stürzte, als ich erblickte, wie hässlich der Prinz war. Instant wünschte ich mir das Biest zurück. Und auch hier, wie in manchen anderen Punkten, bleibt die Real-Verfilmung dem Zeichentrick-Klassiker treu. Sicherlich, Dan Stevens ist sicher nicht hässlich, aber in diesem Aufzug war das Biest.. netter.

Madame (8) fand den Film unnötig, mich hatte er nett unterhalten. Ich wippte bei den Songs mit und summte „Going through the Motions“ am Heimweg. Wir beide waren uns einig, dass Emma Watson (die die Rolle der Cinderella 2015 abgelehnt hatte) eine adäquate Belle ist, die Bücherei uns den Atem stocken ließ und die Szene, in der Belle einem kleinen Mädchen das Lesen bei bringt, wirklich nett war. Madame (8) bemängelte (auch zurecht), dass Political Correctness auf Kosten der Authentizität gefeiert wurde – und die Interracial Couples auch etwas inflationär eingesetzt wurden. Das Totschlag Argument, dass sich Belle in ihren Gefängniswärter verknallt, der doch ganz nett ist, lassen wir außen vor. Immerhin fungiert Shakespeare als Liebesknecht und lässt die Schöne und das Tier sich näher kommen.

Gay-Things

LeFou erschien mir schon damals sehr zu Gaston hingezogen, deswegen verwunderte es mich auch nicht, dass Disney eine eindeutig homosexuelle Figur mit ins Spiel brachte, wenn auch die Darstellung etwas übertrieben war. Was mich störte war die Diskussion, die im Web entbrannte und die Tatsache groß im Web angekündigt wurde, was nach Werbung schreit. Wenn bei Ghostbusters via Feminismus-Keule Marketing betrieben wurde, so ist es hier die LGBT Community die herhalten darf. Aber erneut: Eine Medaille, zwei Seiten: Es hat auch etwas positives, denn vom kapitalistischen Schreckgespenst Disney abgesehen, finde ich es nett, dass kleine Kinder, die heute aufwachsen, Homosexualität als etwas normales und Alltägliches betrachten, etwas mit dem sie aufwachsen sind. Hollywood ging dies bezüglich schon einige Schritte (Bsp.: Brokeback Mountain, Black Swan), wagt sich aber mittlerweile auch ins Mainstream Kino vor. Mit den Power Rangers tritt der nächste lesbische Charakter auf. Warum wird hier erklärt:

„Because the studios are first and last about making money, they are loathe to include anything that might alienate segments of the audience. So kudos to Disney and Lionsgate for cracking open the fairytale and superhero worlds respectively. (…) But their executives would have calculated there is really no downside to briefly including gay issues. On one hand, they are responding to pressure for more diversity in movies. On the other, they benefit from any controversy because more potential ticket-buyers are aware of their movie.“ (stuff.co.nz)

Obvious things are obvious.

Feminismus?

Belle erfand also die Waschmaschine, um mehr Zeit zum lesen zu haben und nebenbei einem Mädchen das Lesen bei zu bringen – eine Idee, die sicherlich Emma Watson ins Spiel brachte.

Belle gilt als Disneys erste feministische Heldin. Jeffrey Katzenberg, damals CEO der Disney-Animation, ordnete den feministischen Twist an und beauftragte die Newcomerin Linda Woolverton (eine von der Frauenbewegung der 70er Jahre inspirierte Feministin) als Autorin. Als Vorbild diente ihr Katherine Hepburns Performance als Jo March in Little Women. Die Originalgeschichte übrigens wurde 1740 von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve im französischen Journal „La Jeune Américaine et les contes marins“ publiziert. 1755, nach ihrem Tod, wurde die Geschichte von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont bearbeitet und in einem Kindermagazin veröffentlicht.

Belle sollte die Wende in Disneys Damenwelt einläuten, wurde quasi als Kontrapunkt zu Arielle konzipiert und ebnete den Weg für künftige, starke Frauenfiguren. Passive Prinzessinnen wie Cinderella und Schneewittchen mussten Kämpferinnen wie Mulan, Pocahontas und Merida weichen. Innerhalb des Disney-Universums dominieren heute selbstbestimmte Frauenfiguren – und nicht mehr die Suche nach dem perfekten Mann. Thx Orf.at.

Emma Watson dazu:

„[Books are] so powerful and they have the ability to change your life and your outlook, and this story really speaks to that, the sacred nature of books and their ability to transport you and empower you, (…) We still live in a world where there are probably over 80 million girls who won’t get to go to school just because of their gender.“ (Mashable.com)

Und:

„I loved Belle a long time before I became a feminist or a feminist activist. Of course the fact she’s so interested in literacy and she loves books, the fact she’s independent minded of course made me feel close to her.“ (metro.co.uk)

Feministisch also? Vielleicht auch nicht:

„The main – indeed the only – stated piece of feminism is that Belle has a job, so escapes the passivity and helplessness that has defined heroines since Disney and beyond. (…) The underlying message baked into this pie is that laundry is women’s work, which the superbly clever woman will delegate to a horse while she spreads literacy. It would be better if she had used her considerable intellect to question why she had to wash anything at all, while her father did nothing more useful than mend clocks. (…) Watching this film as a feminist fairytale is like listening to someone who claims to be able to speak German, then realising that they have only mastered one phrase. They can ask for directions, but if you actually told them the way to the Bahnhof, they’d be stumped. Still, hats off for trying. It’s better to speak a tiny bit of feminism than no feminism at all.“ (theguardian.com)

Oder:

„It would be beneficial for filmmakers to remake Disney movies that perpetuated sexist stereotypes into films that provide healthy portraits of women, but this adaptation of Beauty and the Beast fails to do so. Instead, feminism is hijacked to dispel the story’s sexist qualities so that the film industry can profit off a remake of the film without losing potential audience members due to criticisms of misogyny in the outdated story.“ (observer.com)

Und dem kann man als Feministin nicht widersprechen, und trotzdem muss man sich mit den kleinen Erfolgen zufrieden geben und eine Botschaft auch einfach sein darf: Die weibliche Protagonistin braucht keinen Mann und hat andere Interessen, als das Interesse eines Mannes auf sich zu ziehen, nämlich Bücher und inspiriert junge Leute mehr zu lesen. Sie ist die Heldin, die gegen Ende den Mann zwar rettet – aber aus freien Stücken wieder zurück kehrt.

Aber ja, es ist nachzuvollziehen warum Madame (8) den Film als unnötig empfand. Und genau so unnötig sind all die anderen Reboots, Neuverfilmungen oder Realverfilmungen wie Aladdin unter Guy Ritchie (könnte vielleicht etwas werden) und Mulan, welches gänzlich ohne Sing-Sang auskommen soll/will.

Warum die Leute im Dorf nicht altern..

Reddit user Hainted erklärt:

„[The village]  is caught in the Enchantress‘ curse as well. It’s stated outright that she erased the memories of the Prince, his lands, and servants from the villagers‘ minds, but if you pay attention she also locked the village in a time loop.“ Let’s do the Time-Loop Again! Let’s do the Time-Loop Again!

Noch mehr Beweise und Belle’s Song erscheint in komplett neuem Licht!

„But what if Belle sees „every morning just the same“ because she’s literally seeing the same morning play out over and over again? That would explain why she’s able to wander through town and announce everything that is happening in the village without looking, like Bill Murray predicting a waiter dropping a stack of flapjacks in a diner.“ (Dorkly.com)

Wie der Vater zurück in die Stadt kam, wir erinnern uns, Wölfe und so, bleibt offen.. Magic? Plothole? Who knows! I don’t and you don’t and nobody knows! Not even Leonard Cohen knows!

Zu guter Letzt:

Fazit: 4 von 6 tanzenden Teetassen und 5 von 5 Fußsessel Kläffer, 9 von 10 Singsang-Songs und 9 von 10 Hermiones, sowie drei Rosenblätter und 3 von 7 Flauschigkeitspunkten. Mit anderen Worten: Unterhaltung, wenn man sich darauf einflässt und das Original mochte. Nochmals mit anderen Worten: Unnötig und langweilend für die, die sowieso darüber motzen möchten.

Lesenswert:

Quellen:

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter /fem-mode on, Filme!, Kritik und Rezension, Kulturelles, Popkultur 'n Geek-ish

„Jurassic World: Fallen Kingdom“

„Fallen Kingdom.“ Zurecht. Fazit: Grausam.

Achtung, Spoiler.

Nachdem mich der Trailer bereits davor gewarnt hatte, dass viele der Dinosaurier wohl sterben werden, erkundigte ich mich, ob zumindest Blue (die Raptordame) und die Rexdame aus dem Original-Film überleben werden. Ja, tun sie. Sie können gerettet werden. Zumindest glaubte ich das, weil ich den zugehörigen Beitrag, bei welchem ich in den Kommentaren die Frage stellte, wegen Spoiler-Gefahr nicht gelesen hatte. Dieser beschäftigte sich mit dem ersten Film und nicht mit dem zweiten, wie ich fälschlicherweise angenommen hatte. Erneut, Gomen Nasai fürs unabsichtliche Spoilern.

Zum Film. Die Dinosaurier werden gerettet. Ist diese Rettung aber am Ende tatsächlich eine Rettung? Sicherlich, sie leben – aber unter welchen Umständen?

Als zu Beginn der Plan vorgestellt wurde, sie vor dem ausbrechenden Vulkan zu retten, dachte ich mir: Oh, das ist sogar durchdacht – das könnte sogar klappen! Eine nette Insel inklusive Lagune, auch wenn sie mir in der Miniatur-Ansicht etwas klein erschien. Ein Dutzend kann gerettet werden, vielleicht sogar mehr! Und wie ich mich irrte, denn die Logik die der Plan aufwies, hätte mich bereits warnen sollen: In einem von Haus aus unlogischen Film mit sinnlosem Plot kann das einzige Stückchen Logik innerhalb eines Planes nur dessen Untergang prophezeien.

Ja, die Dinosaurier werden gerettet – müssen aber neben den Menschen koexistieren. Und was passiert, wenn exotische Tiere neben dem Menschen leben? Richtig, sie werden gejagt und gequält und schlussendlich getötet – und beziehungsweise oder für niedere Zwecke verwendet. Wie zum Beispiel als Kriegs-Saurier. Warum mit Drohnen in den Kampf ziehen, die sich von jedem beliebigen Orten aus steuern lassen, wenn man wieder Face to Face via Dinosaurier Power in den Krieg reiten kann? Logic, Bitch! Im Zuge einer Versteigerung sehen wir einen Ankylosaurus sowie ein jugendlichen Allosaurus, die sogleich irgendwo hin verschifft werden und niemals mehr gerettet werden können. Auch wenn ich bis zum Ende glaubte und der Hoffnung war, dass man sich sicherlich noch was einfallen lässt, denn Jurassic World: Fallen Kingdom ist doch ein Kinderfreundlicher-Film, nicht? Oh, sweet summer child..

Bis kurz vor Ende dachte ich mir: Jetzt werden sie doch bald die Szene schneiden und alle Saurier friedlich auf der Insel lebend zeigen. Der Hacker wird wohl heraus gefunden haben, wohin und an wen die anderen Saurier versteigert wurden und können diese mit Hilfe des Gesetzes und guten Menschenwillen wieder zurück holen. Nada. Niente. Nichts. Der letzte Glaube an die Menschheit wird mit einem Vorschlaghammer zerstört und Jeff Goldblum, der zu Beginn noch dafür ist, sie sterben zu lassen (denn es war ein Fehler sie überhaupt erst zu erschaffen) warnt vor einem genetischen Zeitalter. Welcome to Gattaca-World. Und was die Dinosaurier betrifft, sie werden wohl den Rest ihres Lebens in kleinen Zellen verbringen, wie Kühe, Schweine und Legehennen es seit langer Zeit bereits tun. Es wird vermutlich an ihnen herum experimentiert, wie Hasen, Ratten und Mäuse es seit langem ertragen müssen. Verdammte Doppelmoral. Der Triceratops wird seiner Hörner wegen gejagt und ausgerottet werden, wie das Nashorn. Auch das kleine Baby-Triceratops, welches sich in der Zelle noch herzzerreißend an seine Mutter gekuschelt hatte, wird vermutlich bald seine Mutter verlieren. Wie Littlefoot.

Apropos Littlefoot. Eine der wohl grausamsten Szenen war die Pier-Szene. Ein Brontosaurier steht am Pier, während hinter ihm der Wald der Lava zum Opfer fällt. In einer unnötig lang gezogenen und mit hoch emotionaler Musik unterlegten Szene schaut er dem Boot nach, wir sehen die Protagonisten und ihre wässrigen Augen. Schnitt zu Littlefoot, der nach seinen Freunden ruft, die irgendwo hingebracht werden und ihn alleine lassen. Rauch vernebelt ihn, er ruft noch ein letztes Mal und wir sehen nur mehr wie seine Silloute zu Boden kracht. W.T.F.

Die Marke „Jurassic Park/World“ soll Freude bereiten und nicht traumatisieren. Wäre ich ein 12-jähriges Mädchen (dass ich, wenn es um Dinosaurier geht, immer noch bin), wäre ich wohl zutiefst traumatisiert und erschüttert und hätte den wohl letzten Rest Glauben in die Menschheit verloren. Was ist eine Handvoll guter Menschen (die dann nicht den roten Knopf drücken, um die sterbenden Tiere in die Freiheit zu entlassen – das Mädchen tat es), gegen zig Tausend Schlechte? Andererseits, wäre der Erstickungstod nicht doch humaner gewesen als eine bedrohte Koexistenz neben Menschen?

Die Rexdam zog sich sobald in den Wald zurück. Und was wurde aus Blue? Blue befindet sich in der Wüste, frei und ungezwungen, die einzige und letzte ihrer Art und wird wohl alsbald von Menschen gejagt werden. Sie ist zwar klug, aber nicht unverwundbar. Außerdem musste sie erneut Menschen vor einem Special-Dino retten. Die Themen wiederholen sich, wie so oft bei Fortsetzungen.

Ark Survival & JW Alive

Fun Fact: Ich kannte alle(!) Dinosaurier, die im Film gezeigt wurden beim Namen – Ark: Survival Evolved sei Dank – ein PC-Spiel, bei welchem sich Dinosaurier zähmen/reiten lassen. Allerdings sind Raptoren in Ark bei weitem nicht so mächtig, als ihre pixligen Freunde im Film. Immerhin, so zeigen uns Ark und Filme wie Jurassic Park oder auch Jurassic World, dass offenbar etwas Recherche betrieben wurde, wenn zumindest markante Erkennungsmerkmale gesetzt werden, anhand welcher auch der Laie sie unterscheiden und benennen kann. Auch wenn man bewusst auf die Federn verzichtete. Zwei Gemeinsamkeiten gibt es jedoch: Rexe sind mächtig und Compys lästige kleine Gesellen, die alleine harmlos, aber im Pack unfassbar nervig sind – auch wenn sie sich auf der Schulter spazieren tragen lassen und binnen weniger Minuten gezähmt sind.

Ich sprach davon, dass Raptoren bei Ark nicht ganz so mächtig sind – dafür aber in „JW World“, einem Augmented Reality-Spiel, dessen Spielprinzip „Pokémon Go“ ähnelt. Anstatt jedoch die Dinosaurier mit Bällen zu fangen, schwebt man via Drohne über ihnen und sammelt deren DNA. Damit lassen sich diese kreieren und folgend auch leveln. Der Vorteil: Es finden sich deutlich mehr Dinosaurier als Pokémon und somit lässt sich das Spiel auch in Gegenden spielen, die weniger besiedelt sind (wie auf der Autobahn), außerdem bekommt man alle 5 Stunden einen „Brutkasten“ mit 20 Darts, Lvl-Gold und Geld für irgendwelche Events geschenkt; es gibt Supply Drops die Münzen und Darts spenden. Auch kämpfen lässt sich. Man besitzt ein Team aus 8 Dinosaurier und der Zufall wählt 4 aus, folgend wird man mit einem Opponenten von irgendwo her verbunden. Ist die Geschwindigkeit des eigenen Dinosauriers mit welchem man startet schneller als die des Gegenübers, darf man starten.

Und warum Dinosaurier nur für Kinder interessant sein sollen, verstehe ich bis heute nicht..

Fazit: Erneut, ein grausamer Film. Doch es gibt etwas gutes: Menschen, auch die Bösen, werden von Dinosauriern gefressen. Memo an Mich: Wenn mir mein Gefühl sagt, dass ich mir einen Film nicht anschauen soll, dann sollte ich darauf hören. Madame (8) meinte: „Du hättest doch wissen sollen, dass Dinosaurier gequält werden!“ Und als ich ihr von Littlefoot berichtete, wollte sie gar nicht mehr zuhören. Zu schmerzhaft ist die Erinnerung an Littlefoot.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

Ms Marvel – Ja oder Nein? Und da wäre noch Captain Marvel

Erst kürzlich war die Rede von und ob Ms Marvel (die muslimische Superheldin aus New Jersey – sehr zu empfehlen) bald im MCU zu sehen ist (ich sähe sie lieber in einer Serie).

Wie kam es zu dieser Frage:

“We’re doing Captain Marvel right now. Captain Marvel‘s shooting right now with Brie Larson. Ms. Marvel, which is another character in the comic books, the Muslim hero who is inspired by Captain Marvel, is definitely sort-of in the works. We have plans for that once we’ve introduced Captain Marvel to the world.” (Kevin Feige, BBC Interview)

Mr Raymond dazu: „Der Interviewer fragte ihn explizit danach, Feige macht das richtige und wechselt das Thema zu Captain Marvel, deren Film gerade gedreht wird und gibt dann dem Interviewer den Kommentar, dass es Pläne für Ms. Marvel gibt und man mehr oder weniger daran arbeitet… nachdem, zurück zum eigentlichen Thema, Captain Marvel dann im Marvel Universum erschienen ist, denn Kamala ist ja ein Fan und inspiriert durch Captain Marvel.“

Fraglich, wie viele Hoffnungen wir uns machen sollten oder auch nicht.

Inhumans (was letztlich zu einer Serie wurde) war groß auf einer Wand bei ComicCon zu sehen als ein Film in Phase 3. Solange das nicht passiert für Khan oder Romanoff, ist es nur Feige auf Promotiontour in diversen Ländern. Ebenso seine vage Aussage, dass er sich vorstellen könnte einem der weiblichen Charaktere aus Black Panther in einem Film als Hauptfigur zu sehen. Er ist gut darin das richtige zu sagen um das maximum an Interesse für Marvel Filme zu kriegen, im Gegensatz zu manchen der Clowns, die in der Comic-Sparte bei Marvel arbeiten, das richtige zu sagen ohne sich zu 100% festzusetzen – der Master des Konjunktiv und darum wäre er ein enormer Verlust, wenn er jemals gehen würde. Er gibt den Fans etwas über das sie reden und spekulieren können ohne je so dumm zu sein zu sagen, dass er es ihnen wirklich geben wird.“

Es bleibt also spannend und interessant – ob, und besonders wie Ms Marvel auf der Leinwand inszeniert wird, da sie vor allem auch die muslimische Gemeinde repräsentiert – allerdings ohne(!) Kopftuch und als typische amerikanische Jugendliche, die aus einem muslimischen, pakistanischen Elternhaus kommt versucht beide Welten miteinander zu verbinden.

Heute stolperte ich im Bezug auf Captain Marvel auch darüber:

So this is how’s its gonna go until this movie comes out.
MCU: “she’s the strongest character”.
Comic fans: “well actually she’s not in the comics”.
Media: “Alt-Right Incel Trolls are attacking Captain Marvel because she’s a woman”.
Comic fans: “Wait no that’s not what I said I’m just saying she’s not the strongest”.
Feminist: “This is all apart of the toxic masculine culture of the Patriarchy”.
Comic Fans: “F**k it”.“

Und leider fasst es die Situation perfekt zusammen. Mr Raymond meinte einst zynisch, dass Captain Marvel als marvel’sche Pendant zu Wonder Woman konstruiert wird und sicherlich, so meine ich, am Erfolg der anderen Filme anknüpfen kann – trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, denn warum erst jetzt? Eben. Wonder Woman war der erste Superheldinnen Stand-Alone Film, der tatsächlich Erfolg hatte. Trotzdem sollten wir uns darüber freuen, dass nicht mehr nur männliche Superhelden „cool“ sind, sondern auch weibliche, die nicht mehr nur den male-gaze bedienen, sondern tatsächlich eine Geschichte zu erzählen haben und nicht mehr nur quasi „Frauen-Quoten“-Beiwerk sind.

Captain Marvel: Startdatum: 14. März 2019.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter /fem-mode on, Comic-Verfilmungen, Kulturelles, Medien, Popkultur 'n Geek-ish

Happy Towel Day!

Und dieses mal gabs sogar tatsächlich eine Begegnung!

Und auch wenn man nur vorhat, ein-zwei Bilder zu machen… werdens halt doch mehr.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kulturelles, Medien, Popkultur 'n Geek-ish, Science-Fiction

„Avengers: Infinity War“

Sicherlich, in einer Zusammenkunft wie in Infinity War, ist es fast unmöglich, jedem Charakter ausreichend Screentime zu widmen, geschweige denn jeden interessanten Schlagabtausch zu perfektionieren. Und trotzdem gelang das Konglomerat an Superhelden erstaunlich gut. Nicht nur, weil (ohne den China-Markt) der Box-Office-Rekord von The Force Awaking übertroffen wurde, sondern weil es – zumindest so, wie die einzelnen Charaktere in die Geschichte gewebt und folgend zusammen geflochten wurden – tatsächlich funktionierte und ein befriedigendes Gefühl hinterließ, auch wenn mich der Beginn etwas zweifeln ließ.

Achtung Spoiler

Worum geht es?

Thanos, bereits mächtig und einen Stein besitzend, zwingt Loki den Tesseract auszuhändigen um dessen Bruders Leben zu schonen. Loki kommt dem nach – wenn auch mit einem Hinterhalt, der ihm schlussendlich das Leben kostet. Thanos zerstört Asgard, Thor überlebt und wird von den Guardians aufgesammelt (herrlich! Vielleicht sogar eine meiner Lieblingsszenen), während Iron Man, Spider-Man und Dr Strange (auch eine großartige Kombination) unfreiwillig zur Thanos-Base geflogen werden. Doch zuvor trennen sich Thor, Rocket und Groot – denn Thor braucht seinen Hammer, während der Rest, Star Lord, Gamora, Drax und Mantis versuchen zu verhindern, dass Thanos den Soul-Stone bekommt – denn nur Gamora weiß, wo sich dieser befindet. Thanos aber ist ihnen einen Schritt voraus, demonstriert die Macht des Reality-Stones und schnappt sich in Knowhere seine Ziehtochter, um sie für den Soul-Stone zu opfern. Schlussendlich treffen ein Teil der Guardians (Nebula hinterließ eine Nachricht) sowie Iron Man, Spider-Man („Please, don’t put your eggs in me!“) und Dr Strange auf Titan, dem Heimatplanet Thanos‘, aufeinander, was ebenfalls für amüsante Szenen sorgt. Und während Dr Strange sich Billiarden von möglichen Outcomes ansieht und es nur eine Option auf Frieden gibt, wird er zur Aufgabe des Time-Stones gezwungen.

Auf der Erde pflegen Vision und Scarlet Witch im Geheimen ihre Romanze und werden von Thanos‘ Untertanen aufgespürt – denn Thanos weiß, der Mind-Stone befindet sich bei Vision. Zur Hilfe eilen Captain America, Black Widow und Falcon. Bruce Banner ist mittlerweile wieder auf der Erde, weiß aber keinen Rat – Cap aber: Wakanda. Nakia versucht Visions Bewusstsein vom Stein zu trennen, während Captain America auf Bucky trifft und Seite an Seite mit den Avengers (wir erinnern uns, die Spaltung in Civil War) kämpft, sowie einem nicht wollendem Hulk und Black Panther. Creature-Feature-Kanonenfutter Aliens aus dem All metzeln sich durch sämtliche Armeen, bis Thor mit seinem neuen grootigen Hammer vom Himmel rast und ein Schiff nach dem nächsten zerstört. Yes! Comic-Feeling Deluxe! Mit dabei sind Rocket und Groot. Scarlett Witch kann gegen Ende den Stein ihres Geliebten zerstören, doch Thanos dreht die Uhr zurück und tötet Vision. Er besitzt alle Steine und tut das, was seiner Meinung nach am sinnvollsten ist. Am Ende lächelt er. The End.

Kritik und Fazit

Ein interessantes Ende und die Post-Credit-Szene lässt uns wissen, was uns in der Fortsetzung erwartet – mein Herz schlug tatsächlich schneller und ich verließ das Kino mit einem Dauergrinsen. Und ja, man merkt, wo James Gunn seine Finger im Spiel hatte, denn die Guardians-Szenen waren nach meinem Empfinden mit Abstand die besten. Auch wird einem wieder bewusst, dass mit Tom Holland die perfekte Besetzung für Spider-Man gefunden wurde.

Die meiner Meinung nach besten Kombis und Inszenierungen waren Mantis und Spider-Man, als auch Thor und Star Lord – die wirklich für viele Lacher sorgten, denn mit diesen beiden Charakteren treffen Welten an Egos aufeinander. Iron Man und Dr Strange funktionierten bedingt, und hätten etwas mehr Zeit und vielleicht eine andere Umgebung gebraucht, um ihr Potential zu entfalten. Ein optimistischer und euphorischer Thor, sowie ein zynischer Rocket sind ebenfalls amüsant zu beobachten und ich hätte gerne gesehen wie Rocket Buckys Arm gestohlen hätte. Und auch die Alien- und diverse Popkultur Anspielungen waren weder aufgesetzt noch ermüdend, im Gegenteil. Und ja, Marvel und Disney wissen, wie man (unterhaltsame) Unterhaltung generiert.

Fazit: 9 von 9 Rabbits, 2 von 2 Space-Invader Groots, 5 von 7,5 Kampfszenen und 1 von 3 Creature-Features. Definitiv sehenswert – für Freunde für Weltraum-Szenen, Raumschiffe, Kampfszenen, Aliens, Superhelden und etwas Drama.

Erneut, Spoiler!

Einige Worte zum Ende

Interessant ist, dass Thanos nicht nur der übermächtige Gegenspieler mit einem Gottkomplex ist, der seine Macht um der Macht Willen auskosten will, sondern tatsächlich auch gewisse Absichten hinter seinem Tun verfolgt: Halbieren wir die Population einer Überbevölkerung, sodass der Rest in Frieden leben kann. Ist Thanos also böse? Natürlich, er richtet einen Genozid nach dem nächsten an, wenn die Zivilisation an ihre Grenzen gelangt ist. Warum sie Selbstzerstörung und Leid überlassen wenn es auch einfacher geht und man sie schmerzlos zu Staub werden lassen kann? Die Zeiten, in welcher der Bösewicht schwarz und der Held weiß ist, sind vorbei. Thanos hatte tatsächlich, in seinen Augen, wohlwollende Absichten.

Aussicht auf die kommenden Filme

Was bedeutete das Ende von Infinity War: Sind sie tatsächlich tot? Nun, nach dem Spider-Man: Homecoming 2 auf Juli 2019 angesetzt ist, kann Spider-Man nicht tot sein oder doch? Wie wird Sony damit umgehen? Homecoming spielte übrigens direkt nach Captain America: Civil WarAvengers: Infinity War setzt zwei Jahre nach Civil War an. Es wäre also gut möglich, dass Spider-Man: Homecoming 2 und Ant-Man and the Wasp (Sommer 2018) VOR Infinity War spielen – was aber keinen Sinn ergäbe. Eigentlich. Captain Marvel kommt im März 2019 in die Kinos, wird aber in den 1990ern angesiedelt sein. Und, nicht zu vergessen, Guardians of the Galaxy 3 für 2020 – erneut aus der Feder James Gunns und der letzte Guardians Film mit dieser Konstellation. Ebenso geplant ist eine Fortsetzung von Black Panther – und mittlerweile gibt es grünes Licht für einen Black Widow-Film.

Avengers 4, soll im Mai 2019 starten. Ich vermute, dass es eine (Time-Trave-) Lösung geben wird, um alle Toten wieder zum Leben zu erwecken („Avengers 4: Resurrection“ oder so), denn Dr Strange wusste was passiert und entschied sich für die Lösung, die sie ins Endspiel bringt. Ich gehe ebenfalls davon aus, dass all jene, die jetzt noch am Leben sind, die bekannten und großen Namen, sterben beziehungsweise das Franchise verlassen werden. Mein Informant ist der gleichen Meinung.

Weiterführende Links

 

5 Kommentare

Eingeordnet unter Comic-Verfilmungen, Filme!, Kritik und Rezension

„A quiet Place“

Offenbar dachte sich jemand: „Machen wir doch einen klassischen Horrorfilm!“ Und ich muss sagen, es funktioniert – in beiderlei Hinsicht: Meine ängstliche Begleiterin hielt sich immer wieder die Hände vor die Augen und war somit (erneut und wie immer) ein perfektes Opfer für unerwartete Schreck-Attacken. Und ich konnte mich über die klassischen Horrorfilm-Szenen und den Fortgang der Geschichte amüsieren, sowie über die Leidende neben mir.

Worum geht es? (Spoiler)

Aliens bevölkern seit über einem Jahr die Erde. Sie sind blind, erinnerten mich etwas an den Demogorgon und nehmen jedes Geräusch war. Jeden Tritt, jedes Wort – außer eine andere Geräuschkulisse übertönt die menschlichen Laute. Die letzten Verbliebenen müssen sich via Zeichensprache unterhalten und darauf achten keinen Laut von sich zu geben. Wirklich, keinen. Keinen einzigen.

Die Geschichte handelt von Familie Abbott (John Krasinski (u.a. für Regie, Drehbuch und Co verantwortlich) und Emily Blunt) und ihren drei Kindern. Die Tochter taubstumm, die Söhne ängstlich. Der jüngste möchte eine Rakete, um dieser verlassenen und ruhigen Welt zu entfliehen und schnappt sich das Space Shuttle. Die Eltern verbieten es, entfernen die Batterien und machen sich erneut auf den Weg – der mit Sand ausgestreut ist. Aber die Tochter gibt es dem kleinen, traurig drein blickenden Buben und natürlich passiert, was passieren muss: Als er das Space Shuttle auf weiter Flur einschaltet, fetzt die Kreatur durchs Bild und reißt den Buben mit sich.

Kritik

Ein Jahr später lebt die Familie auf einer Farm, Emily Blunt ist schwanger (wtf?) und drei Kreaturen befinden sich in der Gegend. Der Vater versucht mit anderen Überlebenden Kontakt aufzunehmen, aber nichts (und siehe da – Morsecode erweist sich als hilfreich!). Die Geschichte hat kein Endziel, sie läuft einfach und folgt dem klassischen Horrorfilm-Prinzip und ist damit natürlich auch vorhersehbar.

Trotzalldem steht das Geschehen um die Familie im Zentrum: Das taubstumme Mädchen möchte mit ihrem Vater mit auf die Jagd, während der Bub Angst hat und daheim bleiben möchte. Die Tochter trägt eine Art Vorrichtung, die ihr das Hören ermöglicht und auch noch eine andere, sinnvolle Nebenfunktion besitzt.

Logiklöcher und Fragen

Ja natürlich gibt es Logiklöcher. Und zwar in Hülle und Fülle. Wenn diese Viecher schon so gut hören, müssten sie dann nicht auch das Atmen und den Herzschlag von Menschen wahrnehmen? Und hätten irgendwelche brillanten Wissenschaftler nicht daran denken können, hohe/niedrige Frequenzen auszutesten, bis das Ding kaputt geht? Waren sie alle tatsächlich sofort tot? „Indestructable“ schreibt eine Zeitung, deren Seite an der Wand klebt. Und die Viecher sind schnell, zerfetzen in Sekundenschnelle Leiber und können sogar tauchen! Why not! Und warum zum Teufel denkt man, dass es eine gute Idee ist, Kinder(!) in die Welt zu setzen – auch wenn gewisse Vorkehrungen dafür getroffen wurden.

Und was passiert, wenn jemand niest? Oder andere menschliche Gase von sich lässt? Was, wenn jemand im Traum schreit? Man kann nicht ständig aufpassen, nichts zu sagen. Oder doch?

Aliens!

“They are absolutely aliens. They’re from another planet. Where I developed the idea of them and what I wanted them to look like was most alien movies are about takeovers, agendas, they’re a thinking alien creature, and for me this idea of a predator, this idea of a parasite, this idea of something that is introduced into an ecosystem [was interesting]. One of my favorite movies I love to watch is RocknRolla and they tell that whole story about the crawfish in the Thames and that’s what I mean, the introduction of something that can’t be held back.” (John Krasinski, collider.com)

Und:

“The idea behind all that is they’re definitely aliens and they’re an evolutionarily perfect machine. So the idea is if they grew up on a planet that had no humans and no light then they don’t need eyes, they can only hunt by sound. They also develop a way to protect themselves from everything else so that’s why they’re bulletproof and all these things. I had to make it make sense. I needed the rules of the monster to adhere as tightly to the rules of the family. The family, we had set up all these incredible rules, and I needed the monster to not just be convenient.” (Quelle: Siehe oben)

Fazit

Aber all die Logiklöcher sind zu vernachlässigen, denn die amüsanten Klischee-Horrorfilm-Szenen, über die sich jeder Filmliebhaber freut, lassen die Logik beiseite schieben und sie später wieder aufnehmen. Denn so amüsant der Film im Kino ist, bleibt er es wohl nur für diesen Moment – oder stilisiert sich in 20 Jahren zum Kultfilm. Who knows.

8 von 10 Kreaturen (Creature-Feature!), 7 von 10 Post-Apokalyptischen Szenarien (mal etwas anderes) und generell eine 6, 5679 von 10,1 für den gesamten Film. Vielleicht sogar eine 7,0001 für die komödiantischen Elemente.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

„Tomb Raider“

Fazit: Unterhaltsam.

Origin-Storys sind en vouge – denn man hat das Gefühl, immer und immer wieder das gleiche zu sehen. Und trotzdem fallen mir auf die schnell nur zwei einhalb ein: Wonder Woman, Spider-Man Homecoming, aber auch Black Panther verfolgte eine Art Origin-Story, vielleicht nicht zum Superhelden aber zum König von Wakanda.

Auch Lara darf in ihrem erstem Abenteuer einiges einstecken, bis sie zu quasi Angelina Jolie wird. Als verzogenes Gör, dass sich nicht an die Anweisungen ihres Vaters hält, folgt sie dessen Spuren und befindet sich alsbald auf einem Boot. Sie kentern vor der Küste der anvisierten Insel und der Gegenspieler wartet bereits.

Die Videospiel-Adaption kann sich sehen lassen: Es wird gesprungen, geklettert, geschossen, geschwommen und erneut gesprungen. Das Klicken der Space-Taste ist deutlich hörbar. Der Film erinnert gerne an das Spiel von 1998 beziehungsweise an Dungeons, die man aus diversen Rollenspielen kennt. Man wartet nur drauf, dass ein Draugr hinter der Ecke lauert. Game Feeling: Passed.

Spoiler. Die Auflösung der Geschichte ist eine untypische, war aber für unsere aufgeklärte Zeit fast zu erwarten: Die Unheilbringerin war keine Todesgöttin, die mit jeder Berührung Tod brachte (das zwar auch), sondern lediglich immun gegen den Virus und suiziderte sich, um das Volk zu retten. Ein reichlich mit Fallen ausgestatteter Tempel wurde gebaut um der Todesgöttin zu huldigen – und die Bösen sehen darin ihre biologische Waffe, die es, wenn auch nur ein Fetzen davon, zu ergattern gilt.

Fazit: Unterhaltsam.

Was aber wirklich faszinierend ist, ist Alicia Vikanders Verwandlung zur jungen Lara Croft, die gerne das Erbe von Angelina Jolie übernehmen darf.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

„Mary Magdalene“

Nachdem es von der Kirche keinen Aufschrei gab und weder „Häresie!“ noch „Ketzerei!“ durch die Boulevardblätter flatterte, darf und kann man getrost annehmen, dass sich der Film im Rahmen des Akzeptablen bewegt und einigermaßen gemäßigt inszeniert wurde. Kurz: Das beste Wort, dass mir einfällt um ihn zu beschreiben ist „decent“.

„Garth Davis attempts a fresh, feminist portrait of the Apostle to the Apostles, but there’s not much passion in this play.“ (variety.com)

Der Abspann lässt uns wissen, dass Papst Gregor um 591 Maria Magdalena die Rolle der Prostituierten zugeschrieben hatte, wie man sie bis heute kennt und bis vor kurzem auch gelehrt wurde. 2016 wurde dies widerrufen und ihr den Titel „Apostel der Apostel“ zugesprochen.

Rooney Mara ist hervorragend in der Rolle besetzt: Schwarze Haare, blaue, ewig wässrige Augen und eine Haut wie Elfenbein. 32 gäbe man ihr nicht, 22 gerade noch. Joaquin Phoenix ist mit seinen 43 vielleicht nicht zu alt, um Jesus zu spielen, der 10 Jahre jünger war, wirkt aber dennoch zu „alt“ und erinnert an einen verschrobenen Sektenführer.

„He’s about as charismatic as Charles Manson: more cult-leader than messiah, with dark, angry eyes and moody silences. He goes away often to sit by himself on a rock, which at least offers meagre respite for the viewer.“ (smh.com)

Außerdem fand ich es schade, dass kein israelischer oder nahöstlicher Schauspieler die Rolle des Messias übernehmen durfte. Besonders niedlich besetzt fand ich Judas (Tahar Rahim), der sich wie ein kleiner Zappelphilipp (so nannte man früher hibbelige und übermotivierte Kinder) dem Wahnsinn nahe hinein steigert, Jesus schlussendlich verrät und sich suizidiert. Aber war es ein Vergehen, wenn es genau so passieren hatte müssen? Eigentlich nicht. Aber da ich keine Ahnung von Kirchengeschichte habe, nicht religiös erzogen wurde und der Religionsunterricht in der Volksschule schon Jahre, Jahre her ist..

/fem-mode on

Eine beziehungsweise zwei Szenen blieben mir besonders in Erinnerung, die einen wieder mal daran erinnern, dass das Patriarchat ziemlich viel Irrsinn gestiftet und Schei*e angerichtet hat. Dezent, aber trotzdem zynisch, dringt die feministische Sichtweise, die der Film durchaus tragen darf und soll, durch.

Jesus spricht in einem Dorf zu Frauen, weiß aber nicht was er lehren soll. Er zieht Mary zu Rate. Eine Dame mit scharfer Zunge meldet sich: wem sollen sie denn glauben, ihren Männern und Vätern oder Gott? In ihrem Herzen natürlich Gott. Sorry, but what the..? Im Klartext: Unterwerft euer Fleisch den Herren, aber in euren Herzen dient ihr Gott. Selbstbestimmung? Nada.

Sie erzählt ihm von einer Frau, die mit einem anderen Mann als ihrem Ehemann erwischt und daraufhin von diesem und dessen Brüdern vergewaltigt und ertränkt wurde. Und Jesus sagt: Forgive them. Forgiveness in your face. Die sarkastische und durchaus zynische Frau hat alles Recht wütend zu sein. Gleichzeitig wird mit dieser kurzen Rede veranschaulicht, wie wenig Frauen Mitspracherecht besaßen. Selbst Mary wird verstoßen, als sie den fremden Männern folgt und weigert sich zuvor, verheiratet zu werden. Kein Mann werde sie mehr angreifen, sagt ihre Schwester, ihrer Familie bringe sie Schande. Obwohl wir darüber informiert sind, und wissen, dass es in vielen Ländern nach wie vor Tagesordnung ist, ist es einfach unfassbar.

Die zweite Szene spielt sich am Ende ab: Petrus, der von Anfang an an Mary gezweifelt hatte, ob sie die Gruppe nicht spalten würde, wirft ihr im Endeffekt genau dies vor. Sie, die als letzte den Toten und als erste den Wiederauferstandenen gesehen hatte, weiß, dass sich das Königreich von dem er sprach, in den Menschen selbst befindet, es sei bereits hier – aber die Apostel, allen voran Petrus, glauben, dass Königreich werde erst noch kommen. Sie verlässt die Szene mit energischen Worten, dass sie gehört werden will und sich dies nicht nehmen lassen wird. In diesem Falle, nein. Zumindest folgen ihr die getauften Frauen.

Ist es also, so die Schlussfolgerung des Filmes, die Eifersucht der Apostel, die Maria Magdalena in Vergessenheit gerieten ließ? Durchaus möglich. Ob die Jesus und Mary nun mehr als nur platonische Freunde, darüber streiten Historiker seit Jahren. Ich hoffte ja auf eine Sexszene, aber die kam nie.

„The Gospels call Jesus “Rabbi” (Matthew 26:49, Mark 10:51, John 20:16). Rabbis, then as now, are married. If Jesus wasn’t married, someone would have noticed.“ (huffingtonpost.com)

Fazit

Schwächen hatte der Film insofern in seinen Längen, als auch in seiner „Decent-ness“, denn so beige die Protagonisten gekleidet waren, so beige war dann auch die Inszenierung. Jesus litt und wir sahen die Wunden, so auch die Kreuzigung, und auch wenn Jesus den Qualen vom Wissen um den eigenen Tod ausgesetzt gewesen sein muss und dergleichen, schafft es Joaquin Phoenix nicht, dies ordentlich zu spielen. Er überdramatisiert gewaltig und erinnert an einen kurz vorm Wahnsinn stehenden Sektenführer, der beinahe manisch-depressiv versucht seine Lehre in die Welt hinaus zu tragen. Aber sicherlich, Jesus zu spielen ist nicht einfach. Viele scheiterten daran und ich weiß nicht, ob ich je eine gute Performance sah, außer in Jesus Christ Superstar und Das Leben des Brian. Always look on the bright side.. of life..

Sehr positiv, voller Hoffnung und so gar nicht leidend wurde der Charakter selbst gestaltet. Zwar bleibt Mary, wie alles andere, blass und man weiß nicht, was will sie eigentlich und warum sie Jesus folgt – aber sie versprüht Hoffnung und Optimismus. In erster Linie ist sie es, die von Jesus angesprochen und gebeten wird, seine Anweisungen auszuführen, wie Menschen segnen oder taufen. Und im Endeffekt kommt ihr eine viel größere Rolle zu, als wie man es bisher annahm.

Fazit II

„Der zugrunde liegende Befund, dass eine Frau im strikt patriarchalen System nur dann stark sein kann, wenn sie sich außerhalb des Sexuellen stellt, könnte kritisches Potenzial entfalten.“

Und: „Ob Sexualität dabei sublimiert, transzendiert oder schlicht verdrängt wird, ist eine akademische Frage, in jedem Falle ist sie praktischerweise aus den Film verschwunden. Zurück bleibt eine bereinigte Weiblichkeit, bürgerlich anschlussfähig und ökumenisch kompatibel“(tagesspiegel.de)

Andere Reviews und Links

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter /fem-mode on, Filme!, Kritik und Rezension

„The Shape of Water“

Als ich das Poster zu The Shape of Water sah, dachte ich mir Guillermo Del Torro muss meine Idee zu „Der Seekönig“ gestohlen haben, ein Märchen, dass ich vor ca. einem Jahr oder so geschrieben habe. Nirgends veröffentlicht, lediglich Madame (8) durfte/musste es lesen – aber wer weiß welche Viren sich auf unseren Rechnern befinden und unsere besten Ideen in einem großen Ideen-Netzwerk sammeln. Oder, was vermutlich wahrscheinlicher ist: Implantate, die uns bereits als Säuglingen eingepflanzt wurden, scannen unser Hirn und geben unsere besten Ideen an jene weiter (Bzw. werden ebenfalls in einem Netzwerk gesammelt), die in der Lage sind, damit Geld zu machen. Denn wie, wenn nicht so, lassen sich diese Zufälle sonst erklären? Aber vermutlich ist es der klassische Fall von: Viele Köpfe – ähnliche Ideen und die Idee einer Liebesgeschichte zwischen Mensch und Monster ist alt, sehr alt.

Nach Sicht muss ich allerdings gestehen und ehrlich zugeben, dass The Shape of Water mehr Potential besitzt als „Der Seekönig“ und auch die Ähnlichkeit nur marginal gegeben ist, und zwar lediglich in der Figur der Wasserkreatur, die Göttergleich das Wasser beherrscht und (Spoiler) gegen Ende die gesamte Menschheit ausrottet. In meiner Geschichte, nicht im Film, allerdings sollte die Kreatur alle töten, wenn wir wissen, Menschen sind meist böse.

Spoiler

Ich komme gleich zum Fazit: Ich mag Guillermo del Toro und Pan’s Labyrinth ist bis heute einer der schönsten Filme, die je gedreht wurden und einer meiner Lieblingsfilme. The Shape of Water mag Pan’s Labyrinth vielleicht nicht überragen, reiht sich aber ganz knapp danach ein. Ein Märchen, welches, trotz der frühen 60er moderne Elemente vereint und die surreale wie verträumte Handschrift del Toros zum besten gibt. Und gerade die Zeit, in die das Märchen gesetzt wurde, besiegelt den Charme. Denn Märchen funktionieren nicht mit Smartphones oder High-Tech. Sie leben analog.

Eine Frage die natürlich bleibt ist: Starben sie oder lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende? Vermutlich, so gehe ich davon aus, leben sie. RIP Pandora (das war eine der Katzen).

Interessant finde ich auch, dass in manchen Reviews so getan wird, als sei die Tatsache, dass die gleichmäßigen Narben an ihrem Hals, die in Wahrheit Kiemen sind, etwas ganz Unerwartetes sein soll. Mir war von Anfang an klar, dass sie auch eine Art Wasserkreatur sein musste (sie ist stumm, kann aber hören, besitzt Narben die wie Kiemen aussehen, träumt vom Wasser, masturbiert täglich im der gefüllten Badewanne, der lateinamerikanische Nachname..). Insofern war es ein leichtes zu entschlüsseln, dass die Wasserkreatur sie wieder mit Nachhause nehmen würde.

Ebenfalls amüsant anzusehen war, dass der weiße Mann das schlechthin Böse verkörpert, während die guten Charaktere farbig, quasi-Ausländer, Homosexuell oder weiblich sind. Manchen mag das vielleicht etwas zu dick aufgetragen sein, aber blicken wir uns in der Welt um, ist es eben Tatsache, dass in erster Linie der „weiße Mann“ regiert (und zerstört), während alle anderen darauf zu reagieren haben.

Der leider schwächste Charakter, war der alte Mann. Seine Nebengeschichte war zu wenig, als dass sie berührt hätte und doch zu viel, als dass sie bremsend und unnötig verzögernd wirkte. Sie war zwar da, denn in diesen Geschichten gibt es immer den „alten Sidekick“, aber man hätte auch auf sie verzichten können. Generell hatte der Film ein paar lange Stellen, die ich gerne geskippt hätte und zu wenig Creature-Szenen, die mir doch gut gefielen. Fun Fact übrigens: Saru, unser Alien Mainsplainer aus Star Trek: Discovery spielt die Wasserkreatur, auch war er einer der Gentleman in Buffy, Season 4 – eine der wohl immer noch grusligsten Folgen.

Sonstige Informationen

  • The Shape of Water gewann vier Oscars, darunter jenen, für den besten Film.
  • 1969 gab es bereits einen Film von Paul Zindel’s Namens Let Me Hear You Whisper der gewisse Ähnlichkeiten mit The Shape of Water haben soll.
  • Vermutlich war auch Ron Howards Splash von 1984 beeinflussend. Hier der Vergleich:

Weitere Reviews

3 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

„Name Your Genre“

Miss Booleana startete eine interessante Blogparade: Unser ganz persönliches Genre. Und das bedeutet:

Wenn es um Filme geht, hat ja jeder so ein „Ding“. Etwas, dass sich schwer in Kategorien und die typischen Genres einordnen lässt. Das ist nicht nur Komödie, Drama oder Actionfilm, sondern spezieller. Na eben so euer persönliches Ding.“

Die Regeln:

  1. Griffiger Name
  2. Mindestens 5 Filme

Bei Regel Nummer 1 mag ich zwar scheitern, dafür gibt es gleich drei Genres mit jeweils (mindestens) 5 Filmen.

1. „Kreaturen und Tierchen“

Ganz gleich, ob Dinosaurier in Transformers 5 und Jurassic World oder putzige Pokémons in Star Wars – The Last Jedi das Herz erobern; der Xenomporph mehr Empathie empfängt, als die beteiligten Menschen oder das Alien Calvin (Life) sofort verteidigt und dessen Handlungen mit Logik gerechtfertigt werden. Seien es Critters, Gremlins, Sandwürmer oder Drachen. Ganz gleich. Es sind (früher Puppen- heute) CGI (!) – Kreaturen, die mir das Herz stehlen. Sollen 1000 Menschen in einem Film sterben, wehe aber der Regisseur lässt das arme Hündchen krepieren. Ein Film, in dem CGI-Tiere gequält werden? Keine Chance. Ich zweifle daher, ob ich mir Jurassic World 2 ansehen werde. Immerhin stürzen mehrere Dinosaurier in den Tod..

Kurzum: Ein Film gewinnt an Unterhaltungswert (und/oder lädt zum Mitfühlen ein („Aber die armen Tiere!!“)), wenn ein putziges, hässliches, hübsches oder garstiges CGI-Tierchen bzw. eine Kreatur über die Leinwand hüpft. Und aus welchem Grund auch immer, der Mensch hat Schuld und das Tierchen ist immer gut und Opfer seiner Umstände. Auch das Alien wollte nur sein Überleben sichern, aber nein, die Menschen müssen ja dazwischenfunken.

1. „Sinnlose und besonders schlechte Katastrophenfilme“

Ich liebe BMovies. Ich bin ein Fan der schlechten aber mit Liebe zum Detail versehenen Filmkunst der 1970er und 1980er. Und genau so schlecht, wenn auch sicherlich mit weniger Liebe kreiert, dürfen „meine“ Katastrophenfilme sein, sofern eines gegeben ist: Bauwerke der Menschheit sollen binnen weniger Sekunden zerstört und diese Sekunden minutenlang mit brachialem Sound und enormer Rechenleistung ausgekostet werden. Bis der letzte Wolkenkratzer umstürzt oder das letzte Haus vom Wind weggefegt wird. Außer bei der Enterprise, da empfinde ich tiefe Trauer, zerstört man sie sinnlos bei irgendwelchen Gefechten. Ich meine, die Enterprise. Zerstört doch die ISS, aber nicht die Enterprise.

Beispiele: Geostorm oder Armageddon oder The Day after Tomorrow, Deep Impact, Independence Day, Twister – und so weiter. Und ja, manche sind tatsächlich wirklich grottenschlecht. Trotzdem, dafür wurden gute Rechner gebaut: Um das Ende der Welt in all seiner Herrlichkeit zu ästhetisieren und gegebenenfalls zu zelebrieren. Solange kein Tier verletzt wird.

1. „Mindfuck“

Ob ihrs glaubt oder nicht, aber ich habe bereits kurz vor der Jahrtausendwende von „Mindfuck“ als einem neuen Genre gesprochen. Mittlerweile ist es weit gebräuchlicher als damals; doch gerade um die Zeit sprach man von Memento, 12 Monkeys, Mullholland Drive, Fight Club und auch The Machinist. Auch American Psycho und Minority Report werden oft genannt, gehören aber eher zur verträglichen Sorte.

Der Nachteil an solchen Filmen ist: Der Überraschungseffekt wirkt nur einmal. Weiß man bereits worum es geht, kann man sich den Film noch zwei-drei Mal aufgrund der hervorragenden Machart ansehen, aber dabei bleibt es auch. Die meisten Vertreter findet man, laut Recherche, tatsächlich um die Jahrtausendwende. Was passierte, dass „Mindfuck“ außer Mode geriet? Wobei man natürlich auch Black Mirror dazu zählen könnte..

5 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!