Archiv der Kategorie: Filme!

Kritiken, Besprechungen und Eindrücke diverser Filme.

Happy Towel Day!

Und dieses mal gabs sogar tatsächlich eine Begegnung!

Und auch wenn man nur vorhat, ein-zwei Bilder zu machen… werdens halt doch mehr.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kulturelles, Medien, Popkultur 'n Geek-ish, Science-Fiction

„Avengers: Infinity War“

Sicherlich, in einer Zusammenkunft wie in Infinity War, ist es fast unmöglich, jedem Charakter ausreichend Screentime zu widmen, geschweige denn jeden interessanten Schlagabtausch zu perfektionieren. Und trotzdem gelang das Konglomerat an Superhelden erstaunlich gut. Nicht nur, weil (ohne den China-Markt) der Box-Office-Rekord von The Force Awaking übertroffen wurde, sondern weil es – zumindest so, wie die einzelnen Charaktere in die Geschichte gewebt und folgend zusammen geflochten wurden – tatsächlich funktionierte und ein befriedigendes Gefühl hinterließ, auch wenn mich der Beginn etwas zweifeln ließ.

Achtung Spoiler

Worum geht es?

Thanos, bereits mächtig und einen Stein besitzend, zwingt Loki den Tesseract auszuhändigen um dessen Bruders Leben zu schonen. Loki kommt dem nach – wenn auch mit einem Hinterhalt, der ihm schlussendlich das Leben kostet. Thanos zerstört Asgard, Thor überlebt und wird von den Guardians aufgesammelt (herrlich! Vielleicht sogar eine meiner Lieblingsszenen), während Iron Man, Spider-Man und Dr Strange (auch eine großartige Kombination) unfreiwillig zur Thanos-Base geflogen werden. Doch zuvor trennen sich Thor, Rocket und Groot – denn Thor braucht seinen Hammer, während der Rest, Star Lord, Gamora, Drax und Mantis versuchen zu verhindern, dass Thanos den Soul-Stone bekommt – denn nur Gamora weiß, wo sich dieser befindet. Thanos aber ist ihnen einen Schritt voraus, demonstriert die Macht des Reality-Stones und schnappt sich in Knowhere seine Ziehtochter, um sie für den Soul-Stone zu opfern. Schlussendlich treffen ein Teil der Guardians (Nebula hinterließ eine Nachricht) sowie Iron Man, Spider-Man („Please, don’t put your eggs in me!“) und Dr Strange auf Titan, dem Heimatplanet Thanos‘, aufeinander, was ebenfalls für amüsante Szenen sorgt. Und während Dr Strange sich Billiarden von möglichen Outcomes ansieht und es nur eine Option auf Frieden gibt, wird er zur Aufgabe des Time-Stones gezwungen.

Auf der Erde pflegen Vision und Scarlet Witch im Geheimen ihre Romanze und werden von Thanos‘ Untertanen aufgespürt – denn Thanos weiß, der Mind-Stone befindet sich bei Vision. Zur Hilfe eilen Captain America, Black Widow und Falcon. Bruce Banner ist mittlerweile wieder auf der Erde, weiß aber keinen Rat – Cap aber: Wakanda. Nakia versucht Visions Bewusstsein vom Stein zu trennen, während Captain America auf Bucky trifft und Seite an Seite mit den Avengers (wir erinnern uns, die Spaltung in Civil War) kämpft, sowie einem nicht wollendem Hulk und Black Panther. Creature-Feature-Kanonenfutter Aliens aus dem All metzeln sich durch sämtliche Armeen, bis Thor mit seinem neuen grootigen Hammer vom Himmel rast und ein Schiff nach dem nächsten zerstört. Yes! Comic-Feeling Deluxe! Mit dabei sind Rocket und Groot. Scarlett Witch kann gegen Ende den Stein ihres Geliebten zerstören, doch Thanos dreht die Uhr zurück und tötet Vision. Er besitzt alle Steine und tut das, was seiner Meinung nach am sinnvollsten ist. Am Ende lächelt er. The End.

Kritik und Fazit

Ein interessantes Ende und die Post-Credit-Szene lässt uns wissen, was uns in der Fortsetzung erwartet – mein Herz schlug tatsächlich schneller und ich verließ das Kino mit einem Dauergrinsen. Und ja, man merkt, wo James Gunn seine Finger im Spiel hatte, denn die Guardians-Szenen waren nach meinem Empfinden mit Abstand die besten. Auch wird einem wieder bewusst, dass mit Tom Holland die perfekte Besetzung für Spider-Man gefunden wurde.

Die meiner Meinung nach besten Kombis und Inszenierungen waren Mantis und Spider-Man, als auch Thor und Star Lord – die wirklich für viele Lacher sorgten, denn mit diesen beiden Charakteren treffen Welten an Egos aufeinander. Iron Man und Dr Strange funktionierten bedingt, und hätten etwas mehr Zeit und vielleicht eine andere Umgebung gebraucht, um ihr Potential zu entfalten. Ein optimistischer und euphorischer Thor, sowie ein zynischer Rocket sind ebenfalls amüsant zu beobachten und ich hätte gerne gesehen wie Rocket Buckys Arm gestohlen hätte. Und auch die Alien- und diverse Popkultur Anspielungen waren weder aufgesetzt noch ermüdend, im Gegenteil. Und ja, Marvel und Disney wissen, wie man (unterhaltsame) Unterhaltung generiert.

Fazit: 9 von 9 Rabbits, 2 von 2 Space-Invader Groots, 5 von 7,5 Kampfszenen und 1 von 3 Creature-Features. Definitiv sehenswert – für Freunde für Weltraum-Szenen, Raumschiffe, Kampfszenen, Aliens, Superhelden und etwas Drama.

Erneut, Spoiler!

Einige Worte zum Ende

Interessant ist, dass Thanos nicht nur der übermächtige Gegenspieler mit einem Gottkomplex ist, der seine Macht um der Macht Willen auskosten will, sondern tatsächlich auch gewisse Absichten hinter seinem Tun verfolgt: Halbieren wir die Population einer Überbevölkerung, sodass der Rest in Frieden leben kann. Ist Thanos also böse? Natürlich, er richtet einen Genozid nach dem nächsten an, wenn die Zivilisation an ihre Grenzen gelangt ist. Warum sie Selbstzerstörung und Leid überlassen wenn es auch einfacher geht und man sie schmerzlos zu Staub werden lassen kann? Die Zeiten, in welcher der Bösewicht schwarz und der Held weiß ist, sind vorbei. Thanos hatte tatsächlich, in seinen Augen, wohlwollende Absichten.

Aussicht auf die kommenden Filme

Was bedeutete das Ende von Infinity War: Sind sie tatsächlich tot? Nun, nach dem Spider-Man: Homecoming 2 auf Juli 2019 angesetzt ist, kann Spider-Man nicht tot sein oder doch? Wie wird Sony damit umgehen? Homecoming spielte übrigens direkt nach Captain America: Civil WarAvengers: Infinity War setzt zwei Jahre nach Civil War an. Es wäre also gut möglich, dass Spider-Man: Homecoming 2 und Ant-Man and the Wasp (Sommer 2018) VOR Infinity War spielen – was aber keinen Sinn ergäbe. Eigentlich. Captain Marvel kommt im März 2019 in die Kinos, wird aber in den 1990ern angesiedelt sein. Und, nicht zu vergessen, Guardians of the Galaxy 3 für 2020 – erneut aus der Feder James Gunns und der letzte Guardians Film mit dieser Konstellation. Ebenso geplant ist eine Fortsetzung von Black Panther – und mittlerweile gibt es grünes Licht für einen Black Widow-Film.

Avengers 4, soll im Mai 2019 starten. Ich vermute, dass es eine (Time-Trave-) Lösung geben wird, um alle Toten wieder zum Leben zu erwecken („Avengers 4: Resurrection“ oder so), denn Dr Strange wusste was passiert und entschied sich für die Lösung, die sie ins Endspiel bringt. Ich gehe ebenfalls davon aus, dass all jene, die jetzt noch am Leben sind, die bekannten und großen Namen, sterben beziehungsweise das Franchise verlassen werden. Mein Informant ist der gleichen Meinung.

Weiterführende Links

 

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„A quiet Place“

Offenbar dachte sich jemand: „Machen wir doch einen klassischen Horrorfilm!“ Und ich muss sagen, es funktioniert – in beiderlei Hinsicht: Meine ängstliche Begleiterin hielt sich immer wieder die Hände vor die Augen und war somit (erneut und wie immer) ein perfektes Opfer für unerwartete Schreck-Attacken. Und ich konnte mich über die klassischen Horrorfilm-Szenen und den Fortgang der Geschichte amüsieren, sowie über die Leidende neben mir.

Worum geht es? (Spoiler)

Aliens bevölkern seit über einem Jahr die Erde. Sie sind blind, erinnerten mich etwas an den Demogorgon und nehmen jedes Geräusch war. Jeden Tritt, jedes Wort – außer eine andere Geräuschkulisse übertönt die menschlichen Laute. Die letzten Verbliebenen müssen sich via Zeichensprache unterhalten und darauf achten keinen Laut von sich zu geben. Wirklich, keinen. Keinen einzigen.

Die Geschichte handelt von Familie Abbott (John Krasinski (u.a. für Regie, Drehbuch und Co verantwortlich) und Emily Blunt) und ihren drei Kindern. Die Tochter taubstumm, die Söhne ängstlich. Der jüngste möchte eine Rakete, um dieser verlassenen und ruhigen Welt zu entfliehen und schnappt sich das Space Shuttle. Die Eltern verbieten es, entfernen die Batterien und machen sich erneut auf den Weg – der mit Sand ausgestreut ist. Aber die Tochter gibt es dem kleinen, traurig drein blickenden Buben und natürlich passiert, was passieren muss: Als er das Space Shuttle auf weiter Flur einschaltet, fetzt die Kreatur durchs Bild und reißt den Buben mit sich.

Kritik

Ein Jahr später lebt die Familie auf einer Farm, Emily Blunt ist schwanger (wtf?) und drei Kreaturen befinden sich in der Gegend. Der Vater versucht mit anderen Überlebenden Kontakt aufzunehmen, aber nichts (und siehe da – Morsecode erweist sich als hilfreich!). Die Geschichte hat kein Endziel, sie läuft einfach und folgt dem klassischen Horrorfilm-Prinzip und ist damit natürlich auch vorhersehbar.

Trotzalldem steht das Geschehen um die Familie im Zentrum: Das taubstumme Mädchen möchte mit ihrem Vater mit auf die Jagd, während der Bub Angst hat und daheim bleiben möchte. Die Tochter trägt eine Art Vorrichtung, die ihr das Hören ermöglicht und auch noch eine andere, sinnvolle Nebenfunktion besitzt.

Logiklöcher und Fragen

Ja natürlich gibt es Logiklöcher. Und zwar in Hülle und Fülle. Wenn diese Viecher schon so gut hören, müssten sie dann nicht auch das Atmen und den Herzschlag von Menschen wahrnehmen? Und hätten irgendwelche brillanten Wissenschaftler nicht daran denken können, hohe/niedrige Frequenzen auszutesten, bis das Ding kaputt geht? Waren sie alle tatsächlich sofort tot? „Indestructable“ schreibt eine Zeitung, deren Seite an der Wand klebt. Und die Viecher sind schnell, zerfetzen in Sekundenschnelle Leiber und können sogar tauchen! Why not! Und warum zum Teufel denkt man, dass es eine gute Idee ist, Kinder(!) in die Welt zu setzen – auch wenn gewisse Vorkehrungen dafür getroffen wurden.

Und was passiert, wenn jemand niest? Oder andere menschliche Gase von sich lässt? Was, wenn jemand im Traum schreit? Man kann nicht ständig aufpassen, nichts zu sagen. Oder doch?

Aliens!

“They are absolutely aliens. They’re from another planet. Where I developed the idea of them and what I wanted them to look like was most alien movies are about takeovers, agendas, they’re a thinking alien creature, and for me this idea of a predator, this idea of a parasite, this idea of something that is introduced into an ecosystem [was interesting]. One of my favorite movies I love to watch is RocknRolla and they tell that whole story about the crawfish in the Thames and that’s what I mean, the introduction of something that can’t be held back.” (John Krasinski, collider.com)

Und:

“The idea behind all that is they’re definitely aliens and they’re an evolutionarily perfect machine. So the idea is if they grew up on a planet that had no humans and no light then they don’t need eyes, they can only hunt by sound. They also develop a way to protect themselves from everything else so that’s why they’re bulletproof and all these things. I had to make it make sense. I needed the rules of the monster to adhere as tightly to the rules of the family. The family, we had set up all these incredible rules, and I needed the monster to not just be convenient.” (Quelle: Siehe oben)

Fazit

Aber all die Logiklöcher sind zu vernachlässigen, denn die amüsanten Klischee-Horrorfilm-Szenen, über die sich jeder Filmliebhaber freut, lassen die Logik beiseite schieben und sie später wieder aufnehmen. Denn so amüsant der Film im Kino ist, bleibt er es wohl nur für diesen Moment – oder stilisiert sich in 20 Jahren zum Kultfilm. Who knows.

8 von 10 Kreaturen (Creature-Feature!), 7 von 10 Post-Apokalyptischen Szenarien (mal etwas anderes) und generell eine 6, 5679 von 10,1 für den gesamten Film. Vielleicht sogar eine 7,0001 für die komödiantischen Elemente.

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„Tomb Raider“

Fazit: Unterhaltsam.

Origin-Storys sind en vouge – denn man hat das Gefühl, immer und immer wieder das gleiche zu sehen. Und trotzdem fallen mir auf die schnell nur zwei einhalb ein: Wonder Woman, Spider-Man Homecoming, aber auch Black Panther verfolgte eine Art Origin-Story, vielleicht nicht zum Superhelden aber zum König von Wakanda.

Auch Lara darf in ihrem erstem Abenteuer einiges einstecken, bis sie zu quasi Angelina Jolie wird. Als verzogenes Gör, dass sich nicht an die Anweisungen ihres Vaters hält, folgt sie dessen Spuren und befindet sich alsbald auf einem Boot. Sie kentern vor der Küste der anvisierten Insel und der Gegenspieler wartet bereits.

Die Videospiel-Adaption kann sich sehen lassen: Es wird gesprungen, geklettert, geschossen, geschwommen und erneut gesprungen. Das Klicken der Space-Taste ist deutlich hörbar. Der Film erinnert gerne an das Spiel von 1998 beziehungsweise an Dungeons, die man aus diversen Rollenspielen kennt. Man wartet nur drauf, dass ein Draugr hinter der Ecke lauert. Game Feeling: Passed.

Spoiler. Die Auflösung der Geschichte ist eine untypische, war aber für unsere aufgeklärte Zeit fast zu erwarten: Die Unheilbringerin war keine Todesgöttin, die mit jeder Berührung Tod brachte (das zwar auch), sondern lediglich immun gegen den Virus und suiziderte sich, um das Volk zu retten. Ein reichlich mit Fallen ausgestatteter Tempel wurde gebaut um der Todesgöttin zu huldigen – und die Bösen sehen darin ihre biologische Waffe, die es, wenn auch nur ein Fetzen davon, zu ergattern gilt.

Fazit: Unterhaltsam.

Was aber wirklich faszinierend ist, ist Alicia Vikanders Verwandlung zur jungen Lara Croft, die gerne das Erbe von Angelina Jolie übernehmen darf.

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„Mary Magdalene“

Nachdem es von der Kirche keinen Aufschrei gab und weder „Häresie!“ noch „Ketzerei!“ durch die Boulevardblätter flatterte, darf und kann man getrost annehmen, dass sich der Film im Rahmen des Akzeptablen bewegt und einigermaßen gemäßigt inszeniert wurde. Kurz: Das beste Wort, dass mir einfällt um ihn zu beschreiben ist „decent“.

„Garth Davis attempts a fresh, feminist portrait of the Apostle to the Apostles, but there’s not much passion in this play.“ (variety.com)

Der Abspann lässt uns wissen, dass Papst Gregor um 591 Maria Magdalena die Rolle der Prostituierten zugeschrieben hatte, wie man sie bis heute kennt und bis vor kurzem auch gelehrt wurde. 2016 wurde dies widerrufen und ihr den Titel „Apostel der Apostel“ zugesprochen.

Rooney Mara ist hervorragend in der Rolle besetzt: Schwarze Haare, blaue, ewig wässrige Augen und eine Haut wie Elfenbein. 32 gäbe man ihr nicht, 22 gerade noch. Joaquin Phoenix ist mit seinen 43 vielleicht nicht zu alt, um Jesus zu spielen, der 10 Jahre jünger war, wirkt aber dennoch zu „alt“ und erinnert an einen verschrobenen Sektenführer.

„He’s about as charismatic as Charles Manson: more cult-leader than messiah, with dark, angry eyes and moody silences. He goes away often to sit by himself on a rock, which at least offers meagre respite for the viewer.“ (smh.com)

Außerdem fand ich es schade, dass kein israelischer oder nahöstlicher Schauspieler die Rolle des Messias übernehmen durfte. Besonders niedlich besetzt fand ich Judas (Tahar Rahim), der sich wie ein kleiner Zappelphilipp (so nannte man früher hibbelige und übermotivierte Kinder) dem Wahnsinn nahe hinein steigert, Jesus schlussendlich verrät und sich suizidiert. Aber war es ein Vergehen, wenn es genau so passieren hatte müssen? Eigentlich nicht. Aber da ich keine Ahnung von Kirchengeschichte habe, nicht religiös erzogen wurde und der Religionsunterricht in der Volksschule schon Jahre, Jahre her ist..

/fem-mode on

Eine beziehungsweise zwei Szenen blieben mir besonders in Erinnerung, die einen wieder mal daran erinnern, dass das Patriarchat ziemlich viel Irrsinn gestiftet und Schei*e angerichtet hat. Dezent, aber trotzdem zynisch, dringt die feministische Sichtweise, die der Film durchaus tragen darf und soll, durch.

Jesus spricht in einem Dorf zu Frauen, weiß aber nicht was er lehren soll. Er zieht Mary zu Rate. Eine Dame mit scharfer Zunge meldet sich: wem sollen sie denn glauben, ihren Männern und Vätern oder Gott? In ihrem Herzen natürlich Gott. Sorry, but what the..? Im Klartext: Unterwerft euer Fleisch den Herren, aber in euren Herzen dient ihr Gott. Selbstbestimmung? Nada.

Sie erzählt ihm von einer Frau, die mit einem anderen Mann als ihrem Ehemann erwischt und daraufhin von diesem und dessen Brüdern vergewaltigt und ertränkt wurde. Und Jesus sagt: Forgive them. Forgiveness in your face. Die sarkastische und durchaus zynische Frau hat alles Recht wütend zu sein. Gleichzeitig wird mit dieser kurzen Rede veranschaulicht, wie wenig Frauen Mitspracherecht besaßen. Selbst Mary wird verstoßen, als sie den fremden Männern folgt und weigert sich zuvor, verheiratet zu werden. Kein Mann werde sie mehr angreifen, sagt ihre Schwester, ihrer Familie bringe sie Schande. Obwohl wir darüber informiert sind, und wissen, dass es in vielen Ländern nach wie vor Tagesordnung ist, ist es einfach unfassbar.

Die zweite Szene spielt sich am Ende ab: Petrus, der von Anfang an an Mary gezweifelt hatte, ob sie die Gruppe nicht spalten würde, wirft ihr im Endeffekt genau dies vor. Sie, die als letzte den Toten und als erste den Wiederauferstandenen gesehen hatte, weiß, dass sich das Königreich von dem er sprach, in den Menschen selbst befindet, es sei bereits hier – aber die Apostel, allen voran Petrus, glauben, dass Königreich werde erst noch kommen. Sie verlässt die Szene mit energischen Worten, dass sie gehört werden will und sich dies nicht nehmen lassen wird. In diesem Falle, nein. Zumindest folgen ihr die getauften Frauen.

Ist es also, so die Schlussfolgerung des Filmes, die Eifersucht der Apostel, die Maria Magdalena in Vergessenheit gerieten ließ? Durchaus möglich. Ob die Jesus und Mary nun mehr als nur platonische Freunde, darüber streiten Historiker seit Jahren. Ich hoffte ja auf eine Sexszene, aber die kam nie.

„The Gospels call Jesus “Rabbi” (Matthew 26:49, Mark 10:51, John 20:16). Rabbis, then as now, are married. If Jesus wasn’t married, someone would have noticed.“ (huffingtonpost.com)

Fazit

Schwächen hatte der Film insofern in seinen Längen, als auch in seiner „Decent-ness“, denn so beige die Protagonisten gekleidet waren, so beige war dann auch die Inszenierung. Jesus litt und wir sahen die Wunden, so auch die Kreuzigung, und auch wenn Jesus den Qualen vom Wissen um den eigenen Tod ausgesetzt gewesen sein muss und dergleichen, schafft es Joaquin Phoenix nicht, dies ordentlich zu spielen. Er überdramatisiert gewaltig und erinnert an einen kurz vorm Wahnsinn stehenden Sektenführer, der beinahe manisch-depressiv versucht seine Lehre in die Welt hinaus zu tragen. Aber sicherlich, Jesus zu spielen ist nicht einfach. Viele scheiterten daran und ich weiß nicht, ob ich je eine gute Performance sah, außer in Jesus Christ Superstar und Das Leben des Brian. Always look on the bright side.. of life..

Sehr positiv, voller Hoffnung und so gar nicht leidend wurde der Charakter selbst gestaltet. Zwar bleibt Mary, wie alles andere, blass und man weiß nicht, was will sie eigentlich und warum sie Jesus folgt – aber sie versprüht Hoffnung und Optimismus. In erster Linie ist sie es, die von Jesus angesprochen und gebeten wird, seine Anweisungen auszuführen, wie Menschen segnen oder taufen. Und im Endeffekt kommt ihr eine viel größere Rolle zu, als wie man es bisher annahm.

Fazit II

„Der zugrunde liegende Befund, dass eine Frau im strikt patriarchalen System nur dann stark sein kann, wenn sie sich außerhalb des Sexuellen stellt, könnte kritisches Potenzial entfalten.“

Und: „Ob Sexualität dabei sublimiert, transzendiert oder schlicht verdrängt wird, ist eine akademische Frage, in jedem Falle ist sie praktischerweise aus den Film verschwunden. Zurück bleibt eine bereinigte Weiblichkeit, bürgerlich anschlussfähig und ökumenisch kompatibel“(tagesspiegel.de)

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„The Shape of Water“

Als ich das Poster zu The Shape of Water sah, dachte ich mir Guillermo Del Torro muss meine Idee zu „Der Seekönig“ gestohlen haben, ein Märchen, dass ich vor ca. einem Jahr oder so geschrieben habe. Nirgends veröffentlicht, lediglich Madame (8) durfte/musste es lesen – aber wer weiß welche Viren sich auf unseren Rechnern befinden und unsere besten Ideen in einem großen Ideen-Netzwerk sammeln. Oder, was vermutlich wahrscheinlicher ist: Implantate, die uns bereits als Säuglingen eingepflanzt wurden, scannen unser Hirn und geben unsere besten Ideen an jene weiter (Bzw. werden ebenfalls in einem Netzwerk gesammelt), die in der Lage sind, damit Geld zu machen. Denn wie, wenn nicht so, lassen sich diese Zufälle sonst erklären? Aber vermutlich ist es der klassische Fall von: Viele Köpfe – ähnliche Ideen und die Idee einer Liebesgeschichte zwischen Mensch und Monster ist alt, sehr alt.

Nach Sicht muss ich allerdings gestehen und ehrlich zugeben, dass The Shape of Water mehr Potential besitzt als „Der Seekönig“ und auch die Ähnlichkeit nur marginal gegeben ist, und zwar lediglich in der Figur der Wasserkreatur, die Göttergleich das Wasser beherrscht und (Spoiler) gegen Ende die gesamte Menschheit ausrottet. In meiner Geschichte, nicht im Film, allerdings sollte die Kreatur alle töten, wenn wir wissen, Menschen sind meist böse.

Spoiler

Ich komme gleich zum Fazit: Ich mag Guillermo del Toro und Pan’s Labyrinth ist bis heute einer der schönsten Filme, die je gedreht wurden und einer meiner Lieblingsfilme. The Shape of Water mag Pan’s Labyrinth vielleicht nicht überragen, reiht sich aber ganz knapp danach ein. Ein Märchen, welches, trotz der frühen 60er moderne Elemente vereint und die surreale wie verträumte Handschrift del Toros zum besten gibt. Und gerade die Zeit, in die das Märchen gesetzt wurde, besiegelt den Charme. Denn Märchen funktionieren nicht mit Smartphones oder High-Tech. Sie leben analog.

Eine Frage die natürlich bleibt ist: Starben sie oder lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende? Vermutlich, so gehe ich davon aus, leben sie. RIP Pandora (das war eine der Katzen).

Interessant finde ich auch, dass in manchen Reviews so getan wird, als sei die Tatsache, dass die gleichmäßigen Narben an ihrem Hals, die in Wahrheit Kiemen sind, etwas ganz Unerwartetes sein soll. Mir war von Anfang an klar, dass sie auch eine Art Wasserkreatur sein musste (sie ist stumm, kann aber hören, besitzt Narben die wie Kiemen aussehen, träumt vom Wasser, masturbiert täglich im der gefüllten Badewanne, der lateinamerikanische Nachname..). Insofern war es ein leichtes zu entschlüsseln, dass die Wasserkreatur sie wieder mit Nachhause nehmen würde.

Ebenfalls amüsant anzusehen war, dass der weiße Mann das schlechthin Böse verkörpert, während die guten Charaktere farbig, quasi-Ausländer, Homosexuell oder weiblich sind. Manchen mag das vielleicht etwas zu dick aufgetragen sein, aber blicken wir uns in der Welt um, ist es eben Tatsache, dass in erster Linie der „weiße Mann“ regiert (und zerstört), während alle anderen darauf zu reagieren haben.

Der leider schwächste Charakter, war der alte Mann. Seine Nebengeschichte war zu wenig, als dass sie berührt hätte und doch zu viel, als dass sie bremsend und unnötig verzögernd wirkte. Sie war zwar da, denn in diesen Geschichten gibt es immer den „alten Sidekick“, aber man hätte auch auf sie verzichten können. Generell hatte der Film ein paar lange Stellen, die ich gerne geskippt hätte und zu wenig Creature-Szenen, die mir doch gut gefielen. Fun Fact übrigens: Saru, unser Alien Mainsplainer aus Star Trek: Discovery spielt die Wasserkreatur, auch war er einer der Gentleman in Buffy, Season 4 – eine der wohl immer noch grusligsten Folgen.

Sonstige Informationen

  • The Shape of Water gewann vier Oscars, darunter jenen, für den besten Film.
  • 1969 gab es bereits einen Film von Paul Zindel’s Namens Let Me Hear You Whisper der gewisse Ähnlichkeiten mit The Shape of Water haben soll.
  • Vermutlich war auch Ron Howards Splash von 1984 beeinflussend. Hier der Vergleich:

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„Name Your Genre“

Miss Booleana startete eine interessante Blogparade: Unser ganz persönliches Genre. Und das bedeutet:

Wenn es um Filme geht, hat ja jeder so ein „Ding“. Etwas, dass sich schwer in Kategorien und die typischen Genres einordnen lässt. Das ist nicht nur Komödie, Drama oder Actionfilm, sondern spezieller. Na eben so euer persönliches Ding.“

Die Regeln:

  1. Griffiger Name
  2. Mindestens 5 Filme

Bei Regel Nummer 1 mag ich zwar scheitern, dafür gibt es gleich drei Genres mit jeweils (mindestens) 5 Filmen.

1. „Kreaturen und Tierchen“

Ganz gleich, ob Dinosaurier in Transformers 5 und Jurassic World oder putzige Pokémons in Star Wars – The Last Jedi das Herz erobern; der Xenomporph mehr Empathie empfängt, als die beteiligten Menschen oder das Alien Calvin (Life) sofort verteidigt und dessen Handlungen mit Logik gerechtfertigt werden. Seien es Critters, Gremlins, Sandwürmer oder Drachen. Ganz gleich. Es sind (früher Puppen- heute) CGI (!) – Kreaturen, die mir das Herz stehlen. Sollen 1000 Menschen in einem Film sterben, wehe aber der Regisseur lässt das arme Hündchen krepieren. Ein Film, in dem CGI-Tiere gequält werden? Keine Chance. Ich zweifle daher, ob ich mir Jurassic World 2 ansehen werde. Immerhin stürzen mehrere Dinosaurier in den Tod..

Kurzum: Ein Film gewinnt an Unterhaltungswert (und/oder lädt zum Mitfühlen ein („Aber die armen Tiere!!“)), wenn ein putziges, hässliches, hübsches oder garstiges CGI-Tierchen bzw. eine Kreatur über die Leinwand hüpft. Und aus welchem Grund auch immer, der Mensch hat Schuld und das Tierchen ist immer gut und Opfer seiner Umstände. Auch das Alien wollte nur sein Überleben sichern, aber nein, die Menschen müssen ja dazwischenfunken.

1. „Sinnlose und besonders schlechte Katastrophenfilme“

Ich liebe BMovies. Ich bin ein Fan der schlechten aber mit Liebe zum Detail versehenen Filmkunst der 1970er und 1980er. Und genau so schlecht, wenn auch sicherlich mit weniger Liebe kreiert, dürfen „meine“ Katastrophenfilme sein, sofern eines gegeben ist: Bauwerke der Menschheit sollen binnen weniger Sekunden zerstört und diese Sekunden minutenlang mit brachialem Sound und enormer Rechenleistung ausgekostet werden. Bis der letzte Wolkenkratzer umstürzt oder das letzte Haus vom Wind weggefegt wird. Außer bei der Enterprise, da empfinde ich tiefe Trauer, zerstört man sie sinnlos bei irgendwelchen Gefechten. Ich meine, die Enterprise. Zerstört doch die ISS, aber nicht die Enterprise.

Beispiele: Geostorm oder Armageddon oder The Day after Tomorrow, Deep Impact, Independence Day, Twister – und so weiter. Und ja, manche sind tatsächlich wirklich grottenschlecht. Trotzdem, dafür wurden gute Rechner gebaut: Um das Ende der Welt in all seiner Herrlichkeit zu ästhetisieren und gegebenenfalls zu zelebrieren. Solange kein Tier verletzt wird.

1. „Mindfuck“

Ob ihrs glaubt oder nicht, aber ich habe bereits kurz vor der Jahrtausendwende von „Mindfuck“ als einem neuen Genre gesprochen. Mittlerweile ist es weit gebräuchlicher als damals; doch gerade um die Zeit sprach man von Memento, 12 Monkeys, Mullholland Drive, Fight Club und auch The Machinist. Auch American Psycho und Minority Report werden oft genannt, gehören aber eher zur verträglichen Sorte.

Der Nachteil an solchen Filmen ist: Der Überraschungseffekt wirkt nur einmal. Weiß man bereits worum es geht, kann man sich den Film noch zwei-drei Mal aufgrund der hervorragenden Machart ansehen, aber dabei bleibt es auch. Die meisten Vertreter findet man, laut Recherche, tatsächlich um die Jahrtausendwende. Was passierte, dass „Mindfuck“ außer Mode geriet? Wobei man natürlich auch Black Mirror dazu zählen könnte..

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #79 + #80

Die besten, noch lebenden Schauspieler und Schauspielerinnen. Diesmal am Freitag, und nicht Donnerstags.

Zugegeben, ein schwieriges Unterfangen – denn es stellt sich auch die Frage, wie voreingenommen man ist. Persönliche Statements der Schauspieler, wie auch der „Fuckable“-Faktor spielen eine gewisse Rolle. Weiß ich, dass Schauspieler XY Scientology angehört, werde ich ihn (oder sie), ganz gleich wie gut er (oder sie) objektiv ist, verachten und verschmähen. So sind wir Menschen eben, und da das „beste“ immer noch eine sehr subjektive Einschätzung ist..

Auch sind jene, die nicht mit dem gängigen „Schönheitsideal“ konform gehen, die oftmals Glaubwürdigeren, sprich „Charakter-Darsteller“, wie bspw. Steve Buscemi (ordne ich trotzdem unter „Fuckable“ ein) im Gegensatz zu einem Leonardo DiCaprio, der, als Kinder- und Jugenddarsteller gefeiert, sich nach Titanic wieder neu beweisen musste (den ich allerdings nicht zu „Fuckable“ zählen würde). So oder so, eine objektive Wahl zu treffen ist schwierig, für alle Geschlechter – denn die Sympathie wiegt mit. Eine Jennifer Lawrence wird immer kritischer beäugt als eine Natalie Portman.

Wenn man sich diverse Besten-Listen vor dem Weinstein-Skandal und dem zugehörigen Rattenschwanz ansieht, befinde sich sicherlich auch Kevin Spacey unter den ersten fünf oder zehn – der dann aber durch die ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle aus seiner eigenen Serie (House of Cards) geschrieben und aus All the Money in the World gestrichen und ersetzt wurde. Die Frage, ob die schauspielerische Leistung, die er durchaus erbrachte, ignoriert werden muss bzw. soll oder eben nicht – ist durchaus berechtigt, wenn auch nicht leicht zu beantworten. Und nachdem #metoo erst am Anfang ist und das eine oder andere Fehlverhalten sicher noch Tage befördert wird, werden wir sicher noch öfters dieser Situation gegenüber stehen.

Also gut. Ab zur Liste:

Schauspieler

Ich tat mir wirklich schwer. Sehr schwer.

  1. Christian Bale: Spätestens seit American Psycho weiß man, Christian Bale überliefert was gefordert wird. Und als Patrick Bateman war er verdammt überzeugend, fast zu überzeugend.
  2. Benedict Cumberbatch: Auch Sherlock wurde vom Typcasting eingeholt, denn Dr. Strange und Khan sind intelligent, aber auch arrogant, übermächtig und doch sympathisch. Nichtsdestotrotz ein genialer Schauspieler.
  3. Michael Fassbender: Ich weiß nicht, ob es für oder gegen einen Schauspieler spricht, bei dem immer wieder der Gedanke aufkommt: „Moment, den kenn ich doch.“ Michael Fassbender war für mich so jemand, den und dessen Schauspielerei ich immer wieder „neu“ entdeckte und positiv überrascht war.
  4. Leonardo DiCaprio: Man muss es leider sagen, der Mann spielt gut. Er ist in seinen Rollen überzeugend und die schrecklichen Erinnerungen an Titanic liegen mittlerweile auf dem Meeresgrund (Wow. Welch schlechter Wortwitz).
  5. Es ist unfassbar, wie schwierig es ist, wirklich eine Reihung vorzunehmen und dabei objektiv zu bleiben. Platz fünf gilt also dem ganzen Rest, den ich trotzdem erwähnen möchte, ganz gleich, ob „Fuckable“ oder nicht: Tom Hardy, Tom Hiddleston, Jake Gyllenhaal, und Domhnall Gleeson, ein Weasley. Und natürlich auch: Hannibal Lector himself und zwar in zweifacher Ausführung, Anthony Hopkins und Mads Mikkelsen.

Schauspielerinnen

Und ich dachte bei den Schauspielerinnen fiele es mir leichter. Falsch.

  1. Michelle Williams: ihre Qualitäten waren bereits bei Dawsons Creek erkennbar. Ich sah mir letzthin mit Madame (8) die erste Folge an. Unsere Reaktion, die ca. 40 Minuten hielt, war: „Bist du deppat, wtf?“ und „Aber… warum?“ Ja, warum schauten wir uns damals Dawsons Creek an? Ich weiß es nicht. Lief nichts anderes? Trotzdem waren wir uns einig, dass Michelle Williams schon damals den anderen Meilenweit voraus war und mittlerweile zurecht Indie-Queen genannt werden darf.
  2. Keira Knightley: Keira hat einfach das besondere Etwas. Es gibt keinen Film, in dem sie deplatziert oder seltsam wirkt. Und Kostümfilme liegen ihr einfach.
  3. Helena Bonham Carter: Ohne Worte. Eine großartige Schauspielerin in hervorragenden Filmen.
  4. Evan Rachel Wood: Als Teenager in Thirteen bereits glaubwürdig, war sie lange Zeit nur als Freundin von Marilyn Manson in den Medien präsent. Spätestens seit Westworld dürfte sie jedem ein Begriff sein. Westworld Season 2 startet vermutlich im Sommer 2018.
  5. Auch genannt werden möchten: Winona Ryder, Cate Blanchett, Charlize Theron, Carrie-Anne Moss, Tilda Swinton, Millie Bobby Brown, Tatiana Maslany und Saoirse Ronan. Vermutlich habe ich die besten vergessen.

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„Ready Player One“, Fanart

Bald ist es soweit.

Der Film, um den sich jetzt bereits mehrere Kontroversen ranken, wird demnächst in den heimischen Kinos über die Leinwand flimmern. Und auch wenn wir der Verfilmung kritisch gegenüber stehen, wird er uns begeistern, weil wir im Grunde genommen doch irgendwo Geeks sind (auch wenn ich Kategorisierungen nicht mag), während das Buch eindeutig etwas für Nerds ist, bestenfalls jene, die in den 80ern Teenager waren.

Zu diesem Anlass fielen mir Fanarts in die Hände, die lange vor der Verfilmung angefertigt wurden. Sollten Künstler ihre Werke wieder erkennen, bitte ich um eine kurze Nachricht, um entsprechende Werke zu kennzeichnen. Alles andere läuft unter: United Artists of the Internet.

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Eingeordnet unter Filme!, Kreatives

Netflix‘ „Bright“

„Ich hätte Lust auf eine Serie“ dachte ich mir und drückte auf play. Etwas nach der Mitte bemerkte auch ich: Ahhh! Das ist gar keine Serie, das ist ein Film! Und ich bin mir nicht sicher, ob ich enttäuscht oder froh darüber war.

Netflix und der Fall des Kinos?

Immer wieder bedient Netflix seine Kunden mit Eigenproduktionen, mittlerweile auch filmischer Natur. Erst kürzlich scrollte ich über einen Artikel, der sich fragte, ob Netflix den Kinos nicht den Film stehle. Meine Meinung? Bitte! Sofern Netflix nicht von Apple gekauft wird.

Denn 16€ für ein IMAX-Ticket sind wahrlich übertrieben, auch der 3€ Aufschlag bei 3D ist nicht notwendig – zumal 3D nicht notwendig ist. Nur ganz, ganz selten wirkt der Effekt wie er sollte, meistens ist er kaum bemerkbar und dann wieder absolut störend. Des weiteren haben Regisseure und Produzenten freie Hand und David Ayer (Suicide Squad), der Mann hinter Bright, konnte und durfte diesen so machen, wie er wollte.

Was der Artikel kritisierte war u.a. die Strategie von Netflix, dass nur mehr dann Filme in die Kinos kämen, sofern diese finanzielle Gewinne abwerfen, und andernfalls bei Netflix abrufbar sind. An sich kein Problem. Auch wird angesprochen, dass sich Netflix jene Filme heraus picke, die es auf der großen Leinwand schwer hätten und nur einem speziellen Publikum zugänglich wären. Okay, und weiter? Natürlich verlieren dabei Regisseure, die ihre Filme gerne auf der Leinwand sähen und jene, die gerne ins Kino gehen. Die Alternative war bisher, dass der Film gleich als VHS, DVD oder Blu-Ray erschienen ist. Der Unterschied zu Netflix bei Amazon liegt darin, dass die Filme zuerst im Kino zu sehen sind, und dann erst via Streaming. Auch eine Möglichkeit. Wir werden sehen, wie es sich weiter entwickelt.

Kurz: So wie ich das sehe, werden kreative, kritische und kompliziertere Filme auf Netflix zu finden sein, während das Kino weiterhin den Blockbustern zur Verfügung steht, die man sich manchmal doch gerne ansieht.

Es bleibt interessant. Aber nun zu neuen Kategorie: High-Urban-Fantasy.

Worum geht es?

Elfen, Feen, Orks und Menschen tummeln im 21. Jahrhundert. Anstatt, dass Schwarze diskriminiert werden, sind es Orks, während die hellhäutigen Elfen privilegiert und in Reichtum leben. Dazwischen befindet sich Cop Will Smith (Bad boys, bad boys what ya gonna do.. what ya gonna do when they come for you) und dessen Partner, ein Quoten-Ork – der auch tatsächlich als Quoten-Ork seinen Dienst absitzen darf.

Die Geschichte beginnt, als sie Zeuge eines seltsamen Spektakels werden und eine junge Elfin ihnen quasi in die Hände fällt und gerettet werden soll – sowie das Artefakt, dass nur die, man erahnt es gleich, ohne Schaden berühren können, die ebenfalls „bright“ sind. Der Film kennt keine Pause und alsbald verwickeln sich Smith und sein orkischer Partner in eine Fucht- und Verfolgungsjagd. Noomi Rapace (Mittlerweile bekannt aus Prometheus und What happened to Monday) die böse Elfin mit Kontaktlinsen, ist hinter dem Artefakt her und der Rest ist Geschichte.

Eindruck

Nachdem ich geglaubt hatte, der Film sei eine Serie und verwundert war, dass bis zur Mitte des Filmes/der ersten Folge schon fast alles erklärt wurde, blieb ein zwiegespaltener Eindruck. Auf der einen Seite fand ich den Umgang mit Klischees beziehungsweise die Idee interessant – auch wenn diese unkreativ und rassistisch umgesetzt wurden (weiß/privilegiert = Elfen, dunkel/arm/Vorstadt = Orks), andererseits war mir der Vergleich zu platt. Die Welt ist zu einfach und die Position der Menschen ergibt keinen Sinn: Elfen aber auch Orks sind traditionell stärker als Menschen, aber die Menschen sind davon offenbar nicht betroffen.

Fazit: Zu guter Letzt waren es einfach zuviele Klischees und eine fehlende Kreativität – welche zwar, für High Fantasy gerechtfertigt sind, aber trotzdem etwas ermüden und in einer modernen, urbanen Umgebung etwas lächerlich wirken.

Kritik

Die Weltbekannten Kritiker sind auch nicht begeistert:

Indiewire.com:

„There’s boring, there’s bad, and then there’s Bright, a movie so profoundly awful that Republicans will probably try to pass it into law over Christmas break.“

„Bright is essentially Training Day meets The Lord of the Rings, but much dumber than that sounds.“

„The film’s lazy refusal to explore its conceit any deeper than that is truly staggering, but director David Ayer is only willing to make so much room for the heightened genre elements, lest any of that nerd stuff infringe on his well-documented infatuation with (or fetish for?) the LAPD.“

Rollingstone.com:

„Welcome to L.A.P.D. of the Rings.

„The problem with setting a familiar story in a foreign universe is that you have to establish the parameters of said universe or risk losing your audience. That’s world-building 101, folks. Bright does not care about that. Bright’s attitude is closer to „fuck you for not somehow keeping up with our cool shit“ before doing a lot of push-ups.“

„This is what it looks like when good ideas go bad. A sequel, naturally, has already been greenlit. Go orc yourself, Hollywood.“

Collider.com:

Bright is a movie that spends far too much time explaining itself—and, often, re-explaining itself—that the actual story, when we finally get to it, is not much more than empty gunshots and blood splatter with a faerie tale twist. Which is a shame, because the plot is actually a simple bit of fun buried beneath a heavy dose of explanation.“

„Unfortunately, there are just too many uncomfortably glaring issues to make that appeal worthwhile. For one, Landis’ script is not great to its female characters. The women here are either housewives, mute killing machines, or strippers. Leilah’s sister Tikka (Lucy Fry) is, essentially, the third part of Ward and Jakoby’s protagonist team.“

Und, wo er recht hat, hat er recht: „Faeries get caught in your bird feeder. Impeccably-dressed elves live uptown in their ivory towers. A dragon casually flies over the Los Angeles skyline. There’s also a brief appearance by a centaur LAPD officer who, quite frankly, I’m more interested in than any of the main characters.“

David Ayer reagiert darauf gelassen:

https://twitter.com/DavidAyerMovies/status/943714973003288577?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.kino.de%2Ffilm%2Fbright-2017%2Fnews%2Fkritik-an-bright-netflix-bislang-teuerster-film-wird-in-stuecke-gerissen-180102%2F

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