Archiv der Kategorie: Sneak Preview

„Why him?“, Sneak Preview

„Vater Hal aka Mr. Heisenberg („I AM THE DANGER!“) trifft auf Hipster-Öko-Milliardär-Gamedeveloper James Franco, der seine Tochter dated. Der Name ist Programm und hält was er verspricht: Jede Menge Genital-Humor. Mal origineller, mal im Klischee, mal provokanter. Da wird die zugeknüpfte Mutter durch etwas Mary Jane zur Nymphomanin und erfreut sich an der einen oder anderen Nebenfunktion am Klo im Haushalt der ohne Papier auskommt, während der Vater sich mit seinem jüngeren Ich konfrontieren muss: Er hasst es.

Ein Elch ist in Urin konserviert, an den Wänden hängen Bilder von Tieren bei ihrer Reproduktion und natürlich leben all die Entwickler bei Franco, der sich das Gesicht seiner Geliebten auf die Brust und die „Happy Holiday“ Karte (mit all den Familiengesichtern) auf den Rücken tätowieren ließ. Der farbige Gutsherr, der seinerseits den Tagesablauf und alle langweiligen Dinge erledigt und nebenbei einen weißen Collegeboy beschäftigt, testet Franco regelmäßig mit Angriffen, die in (fast) galantem Parkour und Selbstverteidigungslehre enden. Das arme Huhn.

Der Plot ist einfach: James Franco will seine Tochter heiraten, miemt den 21thCentury- Hipster-Tech, der Vater sagt nein und die Geschichte beginnt und endet wie erwartet, inklusive Weihnachtsbotschaft. Elon Musk huscht in einem Gastauftritt vorbei und verschafft, durch seine zweifelhafte Äußerung bezüglich dem Pärchen, Papa Heisenberg den notwendigen Grund, um seinen Freund zuhause sich via Software in Francos PCs einschleichen zu lassen. Vielleicht findet sich ja was. Die Turteltauben stürzen ins Zimmer und Hal darf beim Koitus seiner Tochter als Zeuge mitlauschen. Und auch der Hack bleibt nicht unbeobachtet und gibt gleich eine weitere Gelegenheit für derben Klamauk und Gelächter im Saal. Doch war er erfolgreich: Francos Firma ist pleite, die Tochter verlässt Stanford für eine ehrenvolle Arbeit in Südamerika, finanziert von Franco’s Firma. Aber nein, er hat ja noch 100 Millionen am Konto, oder so und kauft damit gleich die im sinkenden Boot sitzende Print-Firma von Vater Hal.

Jonah Hill schrieb, neben anderen, Ben Stiller produzierte, neben anderen; KISS ist mit dabei und die Stimme von Kaley Cuoco als Siri-Immitat.

Fazit: 3 von 10 sich paarenden Tieren?

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„Absolutely Fabulous“, Sneak Preview

Die erste Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.
Die zweite Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.

Liebe Sneak-Preview Gestalter und Gestalterinnen,

Ich liebe Sneak-Preview, und auch wenn ich mir die meisten Filme nie freiwillig ansehen oder gar dafür bezahlen würde, nutze ich häufig die Möglichkeit sich am kulturellen Angebot zu bereichern; und ganz gleich, wie viele Leute reserviert haben, sind meine Spekulationen, was wohl gezeigt werden könnte, immer falsch. Aber das ist okay.

Als ich gestern Abend einige Plakate sah, dachte ich mir: „Bei meinem Glück wird es die Beatles-Doku“ und als ich die Vorschau zur Beatles-Doku sah, bedauerte ich es zugleich, denn alles was in der Vorschau gezeigt wird, schließt sich als aktuelle Vorführung aus.

Nein. Stattdessen wurde ein Film gezeigt, der vermutlich für zwei-drei weitere Stirnfalten verantwortlich ist.

Mag sein, dass, wie ich recherchierte, die britische Kultserie dazumal Erfolge verbuchen konnte, eben der Exzentrizität und des schlechten Geschmackes wegen, sowie den Übertreibungen und Parodien; und mag sein, dass, wenn ich die britische Kultserie gesehen (oder zumindest gekannt) hätte, etwas mehr mit dem Film hätte anfangen können, oder wenn ich zumindest etwas darauf vorbereitet gewesen wäre. Mein guter Freund, der Konjunktiv.

Liebe Sneak-Preview Betreiber: Unter keinen Umständen, niemals wieder, zeigt einen Film, bei dem zumindest die Kenntnis davon, dass (!) es einen Vorgänger, sei es via TV oder Kino, gibt, von Vorteil gewesen wäre.

Denn so war man, bis auf ein paar Lacher, aufgeschmissen was man denn nun damit anfangen soll. Und diese resultierten aus grotesken Szenen, die sich allesamt zu übertrumpfen versuchten, was aber wohl auch der Kern der Serie gewesen sei. Aber auch die schamlose Karikatur auf das Modebusiness, sowie die Cameos der zahlreichen aus der Szene bekannten Namen wie Lily Cole, Stella McCartney, Brienne von Tarth Gwendoline Christie, Kate Moss, Jerry Hall und viele weitere, während Jean-Paul Gaultier den Strand mit einem Metalldetektor absucht, lockerte etwas auf. Aber man wusste dennoch nicht so recht, wie die Stirnfalten jetzt liegen sollten.

Unter dem Gesichtspunkt, dass die britische Kultserie sicherlich absolut amüsant, bissig, britisch und exzentrisch sein mag, können Freunde dieser, sicherlich mehr mit dem Film anfangen, als wie ich es konnte und ich mag britische Filme wie britischen Humor, nur dieses mal erinnerte es mehr an einen Melissa McCarthy Film, als wie an eine britische Komödie. Sicherlich können auch Kenner des Modebusiness mehr damit anfangen, als wie ich es jetzt beim besten Willen vermocht hätte.

Fazit: Ich empfehle Recherche und ob der Humor gelegen kommt, wenn, dann wird man seine Freude damit haben, wenn nicht, dann rate ich davon ab. Es war jedenfalls, für eine Sneak-Preview Vorstellung, eine eher mäßige Wahl, der typische Polit-Thriller oder der unterrepräsentierte Indie-Film wären adäquater gewesen.

Zum Inhalt: 60 ist das neue 40, let’s party! PR-Agentin will Kate Moss anwerben, schmeißt sie aber aus Versehen in die Themse. Man flieht an die Cote d’Azur um sich reiche Männer zu angeln. Alles weitere folgt, inklusive der Einsicht, dass man nicht fett sein will. Moment. Wirklich?

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„The Lady in the Van“, Sneak Preview

Die erste Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.
Die zweite Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.

„Sneak Preview“- UK Release war 1999…

Positiv: Irgendein Vögelchen muss den Film gezwitschert haben, da die Vorstellung wenig besucht und somit angenehm leise und erholsam war.

Maggie Smith spielt eine alte, kranke Frau die seit Jahren auf der Flucht vor der Polizei ist. Mehr oder weniger. Die Geschichte ist so halbwahr, so der schizophrene(?) homosexuelle Autor Alan Bennett, der gegen Ende des Filmes sogar einen kurzen Cameo auftritt hat. Maggie Smith verkörperte diese Rolle laut kurzer Recherche auch schon im gleichnamigen Theaterstück 1999.

Die alte Dame die in einem Bus haust bzw. wohnt, lebt seit gewisser Zeit in einer bestimmten Gegend für linke Intellektuelle im London der 1970er und wird von den Bewohnern mehr oder weniger akzeptiert. So wird sie gefüttert, zu Weihnachten gibt es Geschenke – und die Handlung brauchte ewig um diese Tatsache eindeutig werden zu lassen. Sie war einst Nonne und/oder Pianistin. Eines Tages bekommt sie einen Strafzettel, dass sie hier nicht bleiben kann. Nach längerem hin und her und dies und jenes, entschließt sich der Autor, sie auf seinem Parkplatz kurzzeitig überwintern zu lassen. 15 Jahre vergehen, aber der Autor weigert sich über sie zu schreiben, vergleicht sie mit der Mutter, die während des Filmes ins Altersheim gebracht wird und alles in allem, beißen sich Spott und Tragik gegenseitig in den Schwanz.

Fazit: Unterhaltsam, aber etwas mühselig, britisch, aber etwas langatmig.

 

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„A bigger Splash“, Sneak Preview

Die erste Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.
Die zweite Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.

Lasst mich eine Geschichte erzählen… Spoiler folgen einer Inhaltsangabe die fünf Tage ruhen durfte.

The one who must not be named liebte einst Tilda Swinton – Schon alleine daraus ließe sich eine Geschichte machen, immerhin war Tilda einst ein Vampir, oder ist sie es tatsächlich? Es wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Manche meinen, sie esse kleine Kinder um ihre Jugend zu bewahren und manch anderer glaubt an ihre Unsterblichkeit, an ein Göttergleiches Wesen. Gene? Ernährung? Unkonventionelles Leben? Ausserirdische Herkunft? Man wird es nie erfahren.

Voldemort liebte sie über sechs Jahre, bis er sie an einen feschen Belgier (Beinahe Love-Intererst des Androiden in The Danish Girl UND Love-Interest der Beinlosen Marion Cotillard in Rust and Bone) weiter gab. Mit dem ist sie glücklich liiert und urlaubt auf einer italienischer Insel. Tilda war einst Rockstar, bis sie ihre Stimme verlor. Jetzt erholt sie sich zurück gezogen in der Idylle und sonnt nackt. Die Haut etwas gealtert, aber kaum tiefe Falten, einen fast makellosen Körper und eine Präsenz.. Tilda Swinton eben. 56!

Plötzlich taucht der kahlköpfige Gegenspieler von Harry Potter in Begleitung der 50 Shades of Grey Tochter auf; die zwar dezent 10 Jahre zu alt für eine 17jährige Lolita ist, aber was solls. Sie allerdings hält sich für 22, und das trägt sie keck nach außen. BHs sind sowieso überbewertet. Und Voldemort kann tanzen!

Und natürlich liebt der Real-Life Ex von River Song Tilda noch immer, sie aber ihn nicht mehr. Aber geflirtet wird. Eine Anziehung besteht nach wie vor. Aber sie ist glücklich mit dem feschen Belgier, den Lolita als „unvergessliches Summer-Adventure“ will und dann auch bekommt. Er will eigentlich nicht, aber gibt sich für die Geschichte her. Er will wirklich nicht. Dennoch überredet das Gör ihn, sie doch zu seinem Vorschlag, sie könne doch zu einer Bucht wandern, zu begleiten. Und anstatt sich nach dem anstrengenden Spaziergang im Nass abzukühlen, zieht sie es vor, sich auszuziehen und sich ihm in der Sonne liegend anzubieten. Dem Akt wurde keine Szene gewidmet. Nur sie, nackt, wie sie ihn mit den Fingern herbei tippelt.

Voldemort, wie eh und je, nimmt sich was er will, aber erneut: Tilda liebt ihn nicht mehr. Wobei man sicherlich bemerkt, dass noch was vorhanden sein muss, denn sie flirtet. Oder ist es nur mehr tiefe Freundschaft? Damn you! Aber nein. Sie will wirklich nicht, aber es ist bereits zu spät und er steht mit herunter gelassenen Hosen da. Sie ist verzweifelt. Er will, nein, er muss gehen, gleich morgen früh.

Ein Vakuum an sich zerfleischenden Emotionen und unausgesprochenen Wünschen entsteht. The Dark Lord nimmt ein Bad draußen im Pool, bis der Belgier auftaucht. Er ohrfeigt diesen, immerhin hat er Töchterchen flach gelegt auf die Voldemort selbst heiß ist. Man erinnere sich an die laszive Karaoke-Szene. Und immerhin hat er erst vor einem Jahr erfahren, dass sie seine Tochter ist. Also who cares? Es ist ja nicht so, dass er sich fortpflanzen will. The Lannisters approve!

Der fesche Belgier stößt Voldemort aka M. in den Pool, dieser zieht ihn nach. Ein Gemenge folgt. Kurz davor hatten er und Tilda noch gescherzt, dass wohl nur noch er im Kreise der Flachgelegten fehle.

Oder so… Es gab Leute, die wieder einmal glaubten, sich dreist in Zimmerlautstärke unterhalten zu müssen und weder böse Blicke, noch Tritte gegen den Sessel ließen sie verstummen. Wie sehr ich so was verabscheue. Gibt es denn keinen Respekt mehr vor der Leinwand? Nichtmal mehr bei OV-Vorstellungen?

Sicherlich hatte der eine oder andere schon an gewisse Gay-Porn Phantasien, es wäre wohl das perfekte und ironische Ende gewesen. Aber Nein. Und wofür Harry 7 Bücher und 8 Filme brauchte, schaffte der Belgier binnen weniger Minuten: Er ertränkt Voldemort, wohlgemerkt aber unabsichtlich und versucht ihn innig via Mund zu Mundbeatmung wieder zum Leben zu erwecken. Nope. Er versucht es wieder, bis er aufgibt und der Kopf sinkt nach unten. Gay-Porn? Fast.. aber Nein.

Und man denke sich hier ende der Film. Aber es folgt der Epilog, denn die Tochter war erst 17 und kann nur mit der Erlaubnis der Mutter ausreisen (oder so) und der Polizeibeamte äußert sich als Fan. Es bleibt eine Kerbe bei allen Beteiligten. Die Flüchtenden wurden mit ins Spiel gebracht, die in Lampedusa an Land gingen. Und die sollen für den Mord verantwortlich gemacht werden, zumindest könne man die Anlage unbemerkt zum Pool betreten, so Tilda. Aha? Der Film endet mit dem Entschwinden der Beiden..

Fazit: Eine interessante Geschichte über Liebe und Vergangenheit, getragen von der Femme Fatale und The one who must not be named, der recht häufig nackt unterwegs ist. Jop. So richtig nackt. Aber in Europa sind Geschlechtsteile normal und ein jeder hat sie. Im Gegensatz zu Nordamerika, wo es wohl seltsam geformte und offensichtlich vom Teufel geküsste Fleischgebilde sind, die zu Unzucht und Raserei anregen. Omfg! Natürlich muss man sie zur Gänze bedecken.. man möchte die Leute ja nicht zu unkeuschen Phantasien anregen. Und Liebesszenen nur in Pastell. Lolita und der Belgier im Nebenpart, von letzterem möchte ich definitiv mehr sehen („Sei nicht so..“ – „Was? Er ist ein guter Schauspieler mit einem interessanten Blick.. God Dammit!“). Nebenbei gibt es eine interessante musikalische Untermalung über die sich ein paar italienische Anekdoten streuen.

Fazit II: Interessant. Sehenswert. Doch, ja.

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„The Boss“, Sneak Preview

Die erste Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.
Die zweite Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.

Spoilers, Sweet… nope, not really, forget it and continue..

Man könnte dieses höchst subjektive Review so anfangen: some kind of sassy, Bitches! oder aber: Typischer Hollywoodklamauk, der mit Will Ferrell’s Unterstützung, aus dem Hirn der ungeliebten Melissa McCarthy selbst entflohen ist; folgend ebenjene als Ober-Bitch, die als ungeliebte Waise es schaffte Millionen zu erwirtschaften, vom monogamen ungeliebten Tyrion hintergangen wurde, um dann mit Keksen wieder erfolgreich zu werden, auf Kosten von Ana-Sprecherin und Sloth-Liebhaberin Kristen Bell. Oder so.

Man fahre fort, dass manche der Witze zwar geschmacklos sind, aber – wie ich immer sage, wenn man sich darauf einlässt – einem doch einen kurzen Lacher abringen, um dann jedoch einen Tick, manchmal auch zwei oder drei Ticks zu lange ausgelotet werden, bis vom Witz selbst nichts mehr übrig ist und man sich denkt: Okay.. Jop. Ist gut. Und manche waren wirklich originell, wie die Zähne am Anfang, oder die Brüste, aber.. eben.. ein Tick zu viel. Und sei der Witz zu geschmacklos oder zielt er lediglich auf die affektive Reaktion ab, dass ist in diesem Falle egal: Das Ziel, der Lacher, die Mundpropaganda, Reviews und dergleichen folgten und Tada! Entschlüsselt ist die Werbestrategie. Same old same. Ich schreibe eben an einer Arbeit über schwarzen Humor in der Werbung. Man solle ja erlerntes, sofern möglich, immer gleich anwenden.

Es folgen brachiale School-Scouts Schlägereien und es gibt Katanas! Und gegen Ende, natürlich, wird alles gut. Yay.

Fazit: Wenn man sich darauf einlässt, dann…

Gute Nacht.

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„Eddie the Eagle“, Sneak Preview

Die erste Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.
Die zweite Regel des Sneak Preview: Niemand verlässt den Raum, egal wie schlecht der Film ist.

Ich bin kein Winter-Fan. Ich hasse die Kälte. Auch an Sport-Events bin deutlich desinteressiert. Am ehesten noch Tanz und Kampfsport. Kein Fußball, kein Tennis, kein Basketball, kein American Football. Als ich 6 war glaubte meine Mutter, dass es sicherer sei auf einem Pferd zu turnen als es selbst zu reiten, weil es ist ja angeleint, da kann ja nichts passieren. Ich voltigierte bis ich 10 war, dann bekam ich normale Reitstunden. Als ich 12 war spielte ich Volleyball in der Schülerliga („Mila, kann lachen…“) und übte Karate aus. Einer meiner tollsten Triumphe war, als ich meine garstige Cousine, die bereits Gelb trug als ich immer noch ein jämmerlicher Weißgurt war, bei einem Turnier 5:0 besiegte. Nimm das, B*tch! Als ich 17 war wechselte ich zu Taekwondo. Der Meister riet mir: „Moatle, gang Ballett tanza, des hoat koan Sinn“ und er hatte recht. Kurz darauf begann ich mit Ballett, Jazz-Dance, Modern-Dance, Hiphop, Bauchtanz und dergleichen…

Anyway. Ich kann und konnte mir nichts langweiligeres vorstellen, als wie einen Film über Wintersport anzusehen. Wobei ich einst einen Bergsteiger-Film über die Eiger Nordwand sah und die Dramaturgie höchst spannend fand, besonders als einer der Protagonisten gegen Ende am Seil den Kältetod erlitt.. 5 Meter vor seiner Rettung in Gestalt eines hübschen Mädchens entfernt, dass es so in der richtigen Geschichte nie gegeben hatte. Ja, ich recherchierte sogar.

Anyway.

Es war britischer Film. Der Junge wollte unbedingt bei den olympischen Spielen mitmachen und versuchte sich an jeder noch so erdenklichen Sportart. Du meine Güte, ein Sportfilm. Der Vater war dagegen, die Mutter gütig und unterstützend. Seine Beine waren nicht ganz so toll und er wirkte etwas schusselig. Dann begann er mit Wintersport. Ach herrje. Er gewann Medaillen und Pokale mit Skifahren und schlussendlich: Ski-Springen – nachdem man ihm die Reise zu den olympischen Spielen via Skifahren verwehrte. Oder so. Meine Stimmung befand sich auf dem Kälteniveau von Schnee. Aber gut dachte ich mir, gib dem Film eine Chance. Es geht um einen jungen Mann, der seinen Traum verwirklichen will! Und es ist ein britischer Film. Der Darsteller ist sympathisch. Und Wolverine als Klischee-Ami ist dabei.

Also schaffte der schusselige Brite es nach Garmisch zum Ski-Springen um sich für Olympia zu qualifizieren. 15 Meter, kein Problem. Auf zu den 40, und der Fall kommt stets nach dem  Mut. Eine gut gealterte Iris Berben warf sich dem jungen Mann binnen Sekunden an den Hals. Sie muss ein verruchtes Mädel zu ihrer Zeit gewesen sein. Wolverine als ehemaliger Weltklasse Ski-Springer mit Erz-Engel Gabriel bzw. dem kopflosen Hessen als Trainer weigerte sich zunächst Eddie zu trainieren, tut es dann aber doch. Klassiker. Dirty Dancing! Ja, ich habe von Ski-Sprung-Training keine Ahnung. Laut meiner Begleitung, trainiert man jedoch so. Wie in Dirty Dancing also? Wolverines beste Szene war wohl eindeutig jene, in welcher er in super-cooler Ami-Manier mit Zigarette und Flachmann, nur in Jeans und Hemd gekleidet die 90 bei Nacht springt, begleitet von 80er Jahre Musik. Pathetisch, großartig. Ja, man musste lächeln. Man könnte es belächeln. Aber es ist Wolverine, er darf das. Und der Film spielt in den 80ern, da ist es ebenfalls okay.

Die Songs des Soundtracks wurden von Musikern, die u.a. ihren Höhepunkt in den 80ern hatten, und Gary Barlow (Take That) im Stil der 80er neu produziert. Man merkt die Differenz.

Ich ertappte mich dabei, wie ich mir wünschte mehr Filme aus diesem Jahrzehnt zu sehen, die Musik war und ist der Inbegriff von Guilty Pleasure! Zu Schade, dass nur wenige Filme 80er-Jahre Themen aufgreifen. Ich fand auch den Soundtrack von Guardians of the Galaxy großartig.

Meine Begleitung kannte Eddie und erklärte mir, dass das V-Springen erst in modernen Zeiten, nach den 80ern entstanden sei. Aber offensichtlich haben sie keinen mehr gefunden der parallel springen kann. Michael Edwards sei als einer der schlechtesten Ski-Springer der Welt als „heroic failure“ bekannt geworden – auch wenn er einen britischen Rekord von 61 Metern aufstellte. Und wie er sich freute. Wie er tanzte und die Menge jubelte und freute sich mit ihm. Mein Herz sprang mit. Nein, es war sehr nett. Es war wirklich sympathisch. Es gibt demzufolge auch die „Eagle-Rule„, dass bei den olympischen Spielen härter geprüft wird und eine gewisse Leistung erbracht werden muss.

Fein, gut. Ich gab dem Film eine Chance und fieberte in der Geschichte um einen jungen Mann mit, der etwas erreichen wollte, koste es was es wolle. Ganz gleich ob jeder ihm sagte: „Das wird nichts“ oder die Presse ihn auslachte. Scheiss drauf. Er wollte bei den olympischen Spielen antreten und schaffte es auch – trotz Sabotage der eigenen Landsleute. Zwar sprang er nur 70m als er zum ersten mal die 90 sprang, aber hey: Britischer Rekord ist britischer Rekord – da Großbritannien bis 1987 noch kein britisches Ski-Springer Team hatte. Es kommt auf die Sichtweise an.

Der Film endet damit, dass er schlussendlich antritt, die 90 landet und Erzengel Gabriel ihm persönlich gratuliert und sich wieder mit Wolverine gut stellt, weil natürlich und wie denn sonst, der hochtalentierte Springer eben null Disziplin mit sich brachte und sich lieber der Flasche hingab. Du meine Güte.. selbst wenn er lächelt, wirkt Herr Walken schauerlich und creepy. Alt ist er geworden.. und laut  IMDB basieren 10% des Filmes auf wahren Begebenheiten. Dennoch wars nett.

Fazit: Ein netter Film über Wünsche die in Erfüllung gehen und in ihrem brachialen Scheitern zelebriert werden. Illusion of hope: restored.

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