Archiv der Kategorie: TV-Shows!

Kritiken, Rezensionen, Reviews, Recaps und dergleichen zu diversen TV-Serien.. Manchmal mit Informationen gespickt. Oftmals ohne Inhaltsangabe und lediglich aus Eindrücken bestehend.

„Reign“, Season 1

Reign ist eine Serie, die man der unendlich hübschen Hauptdarstellerin wegen schaut, und hofft, je länger man dabei bleibt (die Serie ist eigentlich richtig schrecklich), man etwas von dieser Schönheit abbekommt. Nur etwas. Ein kleines Stück.

Es ist ein Mittelalter-Popsong mit einem Soundtrack, der etwas an die Buffy-Indie-Ära erinnert – jene Musik, die Tweens (das Zielpublikum) auf chilligen Unikonzerten hört. Der historische Anspruch liegt bei 0,1; selbiges gilt für die Kostüme, die von einer Taylor Swift pre-1989-Tour stammen könnten. Aber das ist egal: Denn darum geht es nicht.

Die Serie ist Drama und Trash und erfüllt alles, wonach Guilty Pleasure verlangt. Und es gibt Eyecandy, viel Eyecandy, abgesehen von Mary Stuart und ihren vier Ladies.

Source: CW.

Worum geht es?

Die Serie erzählt das Leben von Mary Stuart, Queen of Scots und ihr Leben am französischen Court, ihre Liebschaften und Intrigen. Sie nimmt sich dabei viele historische Freiheiten und das ist vollkommen in Ordnung. Sie erhebt auch gar keinen Anspruch auf historische Korrektheit. Wikipedia sagt: „In interviews preceding the premiere, showrunner McCarthy described the show as deliberately taking liberties with history, and that it’s more „entertainment“ than history while actress Anna Popplewell referred to the show as „fantasy history“, exploring the characters in hypothetical situations.“

In Season 4 stirbt sie. Ihre Cousine und Königin von England, Elizabeth I. lässt sie enthaupten. Aber bis dahin, Drama, Baby, Drama!

Es heißt durchhalten: Season 1 hat 22 Folgen; und hatte mich das zu Beginn noch abgeschreckt, freue ich mich jetzt, dass Season 2 ebenfalls mit 22 Folgen ausgestattet ist, auch wenn Francis, Frankreichs Thronfolger und Iron-Fist-Like Charakter, gänzlich unsympathisch ist und erst in Sesason 3 sterben soll. Soll sie doch mit Nostradamus die Ehe eingehen (der den Tod Francis‘ nach ihrer Ehe voraus sieht und Catherine di Medici, die Frau des französischen Königs Henry alles tut, um diese Ehe zu vereiteln. /Bitch-mode on, get ready), oder mit dem feschen Bastard (der frei dazu erfunden wurde und auf keiner historisch bekannten Persönlichkeit beruht). Aber nein, der lernt dann irgendwann, für eine Folge, eine Art Ygritte mit Bogen kennen, im Winter, im Schnee. Come on, seriously? Season 3 hat nur mehr 18 und Season 4 16 Folgen.

Francis, so wissen wir aus der Geschichte, soviel bleibt akkurat, stirbt kurz nach Vollzug der Ehe (was übrigens korrekt dargestellt wird, mit all den Leuten, die den ersten Akt bezeugen – was aber nicht überall in Europa gängig war) mit jungen Jahren; er war ein Schwächling und sie waren nur zwei Jahre verheiratet. Dazwischen hegt sie eine Liebschaft mit Bash, dem Bastard des Königs, dessen Mutter einst Heidin und Mätresse des Königs war und ihn auf den Thron setzen will. Natürlich ist es ein Spoiler, aber come on; wenn der Charakter schon extra in die Serie geschrieben wurde, ja wozu wohl?

S01E14

Anhand von Episode 14 der ersten Season möchte ich darstellen, wie eine übliche Folge in etwa abläuft:

Der Mann der Prophezeiungen hat, glaubt nicht an das Böse, das im Wald lebt. Nur Menschen sind böse, aber nicht die Natur. Na eh, er hat ja eh recht. Er sagt übrigens auch, dass es nur Wissenschaft und keine Magie gibt. Er ist also der Haus- und Hof-Wissenschaftler, Seher und Arzt. Allerdings trägt Olivia (die Ex von Francis), die nach ihrem unerklärten Verschwinden wieder auftaucht, Bisswunden! Bisswunden! Auch wird ein Zahn in ihrem Rücken gefunden. Der König, der mit einer, von einem Land mit dem sie im Krieg stehen, vögeln wollte, hat sie aus Versehen ausm Fenster geschubst und somit getötet. Da war zufällig das Fenster und sie ist gefallen. Sowas passiert halt.

Aber es wird noch besser: Eine der Hofdamen und Freundinnen von Mary ist schwanger. Und jetzt ratet von wem. Von Francis natürlich! Denn als der zuvor ihre Ehre (aka Jungfräulichkeit) in einem Pariser Bordell beschützte (don’t ask), nimmt er sie quasi selbst. Aber mit ihrem Einverständnis. Sie mögen sich halt. Es passiert halt. Meine Güte. Francis aber ist mittlerweile mit Mary verheiratet. Die aber davor eine Liebschaft mit Bash hatte, dem Bastard, als die Möglichkeit, tatsächlich Anspruch auf den Thron zu haben, in Aussicht stand. Sie waren soviel besser zusammen.

In derselben Folge wird das Thema Abtreibung behandelt: Hätte sie doch bloß keinen Sex gehabt! Natürlich, die Frau ist wieder Schuld. Eh klar. Aber die eine kennt da wen, die jemand kennt, die wieder wen kennt. Die Abtreibungs-Szene zeigt, warum es wichtig ist pro choice zu sein und für sichere Abtreibungsmöglichkeiten zu sorgen. Ohne Stigmata und Druck und sonstige Hindernisse. Grausige Gerätschaften liegen auf dem Tisch, Fischerhaken und Messer, und alles ist dreckig.

Olivia liegt derweil im Krankenbett und es schüttelt sie gar schrecklich. I dismiss the Demons! Sagt der Pfarrer und sie ersticht ihn mit seinem eigenen Kreuz! Und es ist gefährlich. Es ist immer gefährlich. So gefährlich, das alle immer ohne Begleitung rum laufen können, ausser das Budget reichte für demotivierte Statisten; die stehen dann im Hintergrund wo rum und versuchen wichtig auszuschauen.

Catherine di Medici schreibt einen Suizid-Brief (sie will ihrem Gatten (der sie eine Folge davor noch umbringen wollte) helfen). Das fliegt aber auf, weil die Tote gar nicht schreiben konnte. Aber es gibt ja einen Zeugen: ihren Lover. Dummerweise ist der aber schon tot. Und hier kommt der ermorderte Pfarrer ins Spiel. What? Sie haben den Pfarrer während der Folter zum Geständnis umgebracht?! Dafuck you weird French people! Und sie hat sich umgebracht, weil sie die Scham nicht ertragen konnte!? Na, don’t believe it.. Sie einigen sich darauf, dass sie ertrunken ist.

Ich denke mir dann: Wenn es Serien wie diese gibt, gibt es auch einen Buchmarkt für eben jene Konsumenten, und ich weiß leider, dass Trash-History-Romance-Novels wirklich gut ankommen. Soll ich meine Seele verkaufen und sowas schreiben? Aber, ganz ehrlich. Ich bezweifle wirklich, dass ich sowas großartiges zustande bringen kann. Aber wenn… dann könnte ich Milliardärin sein!

Historische Authenzität – 404 not Found

Je unwichtiger der Charakter, desto historischer’isher ist die Kleidung, die er tragen muss und je wichtiger (und hübscher) desto moderner und schöner die Gala- und Ballrobe. Mary und ihre Ladys kleiden sich ausschließlich in glitzernde haute couture und tragen ihre Haare mit wilden Zöpfen und hübschen Diademen.

Frock Flicks, die beste Seite, wenns um historische Akkuraität von Mode in Filmen geht, liefert einige gute Memes. Bitte besuchen. Ebenfalls lesenswert ist dieser Artikel, der sich leidend mit den Kostümen beschäftigt. Aber wie bereits erwähnt, historische Autzentzität ist letztranging, schließlich geht es um Entertaintment!

Zusammenfassung und Kritik

Lustig ist auch, dass über Folgen hinweg niemand frägt, wo eigentlich Character X ist? Und plötzlich taucht dieser auf. Einfach so. Wie ich mich auch schon bei Game of Thrones fragte: Gibt es keinen Korrekturleser, der sagt: „Ähm, sorry, aber des macht kan Sinn.“ Nicht? Nein? Ok..

„I don’t want it!“ ist wohl der meist genutzte Satz in britischen Kostümdramen. Niemand will den Thron aber alle bekommen ihn. Welch schweres, schweres Schicksal. Nein wirklich! All diese Intrigen und stetige Unsicherheit und Gefahr. Ich stelle mir das höchst schrecklich vor. Dazu noch arrangierte Ehen, und wie vernünftig alle sind.

Dennoch gibt es ausreichend Gründe die Serie zu schauen:

  1. Die Kostüme – sie sind wirklich großartig, und die Frisuren.
  2. Es ist eine großartige Soap Opera
  3. Catherine di Medici ist eine „mad psycho bitch“ – aber unfassbar großartig.
  4. und Mary Stuart eine Art Goth

Frock Flicks führt weiter aus:

„OK, I’m outing myself here. This is the real reason I keep watching. Mary Queen of Scots, as depicted in Reign, is a goth girl in looks and deed. She has long almost-black hair (not red as in history), and she wears a lot of black or other dark colors, especially when she needs to look strong. Black and red seem to be her “power” colors. Or she wears white (or even silver-grey) when she’s feeling melancholy. That hints at her romantic-fatalistic worldview, which makes me think she secretly listens to the Cure and the Smiths in a little room in the castle somewhere. She probably has pointy boots under those long black skirts too. She’s just like me! I’d wear a good 75% of what she wears, if, y’know, my days were filled with strolling around a candlelit castle and fretting about the state of my affairs. See? Just her job description is that of a goth. Naturally, I love this show, no matter how much it goes against the history I’ve been studying for the past 20-some-odd years. This is me, livin’ the dream.“

Source: Fock Flicks

Plus, Nostradamus is hot.

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„Salvation“, Season 2

Mittlerweile wissen wir: Es wird keine dritte Season geben, und somit werden nie wissen.. SPOILER [Text markieren, um zu erfahren] was.. Samson wirklich war.

Man muss leider sagen, dass die zweite Season nicht ganz so toll ist wie die erste. Der Komiker wurde gefeuert und stattdessen durfte ein Dan-Brown-Verschwörungs-Fan seinen Platz einnehmen. Dieser wird zwar zu Scrabble Abende eingeladen, aber man mag ihn auch nicht so besonders; wirft er ein Konzept nach dem anderen in den Raum, welche nicht ganz soooo stimmig sind. Seine Schreibweise versucht, das trashige Element etwas zu entschärfen und bringt Langeweile mit sich. Es dauerte tatsächlich länger, bis ich die zweite Season durch hatte.

Fließender Übergang von Season 1 zu Season 2

Die Handlungen der ersten Season sind weitreichend: Es kommt fast zu einem Angriff russischer, nuklearer Sprengkörper und Tech-Milliardär Darius Tanz schickt 160 Menschen, darunter Grace (seine OnOff-Liebelei), sowie Harris (FBI Chief und Graces‘ Ex) und Bardame Fiona (Harris‘ Affäre) in den Bunker. Dort verbleiben sie 5 Tage. Darius dachte offenbar an alles: es gibt Bäumchen, Pflanzen und frisches Essen. Alles, was man auf dem Mars hätte brauchen können. Nach dem 4. Tag passiert ein Selbstmord, oder war es ein Mord?

Ganz gleich, es wird recht früh aufgeklärt, dass es nicht Russland, sondern Re/Syst (die Hackergruppe!) war, die den nuklearen Sprengkörper in den Orbit verfrachtet hatte und Forderungen stellen: 30 Wissenschaftler wollen sie, um eigens an einer Lösung zu arbeiten, und vor allem wollen sie Liam (den MIT-Studenten) sowie Prof. Croft und Tanz Ind. als Hauptquartier. Vize Präsident der USA Darius zieht derweil ins weiße Haus. Re/Syst bringt Alicya mit, die einst für Darius gearbeitet hatte; und Liams OnOff Beziehung (diesmal mit Re/Syst) ist ebenfalls Thema, sowie Darius Versuche Grace zu erobern.

Soweit so gut. Sie versuchen die losen Enden zu nehmen und in die neue Szenerie weiter zu verspinnen. Es gelingt bedingt.

Season 2

Liam arbeitet an einem Solar Segel, während Darius mit einer überdimensionalen Railgun versuchen will, den Asteroiden Samson vom Kurs abzubringen. Natürlich funktioniert beides nicht: die Railgun ist zu schwach und das Solar Segel zu klein – und bald arbeiten sie wieder zusammen. Darius ist mittlerweile Mr. President – Dank seinem Onkel Nic (der seit dem 19. Jahrhundert einer geheimen Sekte angehört, die sich Q17 nennt, hier hatte wohl dieser dubiose und unkreative Dan Brown-Fan seine Finger im Spiel) und der Meinung war, Darius sei einer von ihnen. Der Mord an der Präsidentin geht also auf sein Konto.

Yes, the Trash is real!

Wie bereits erwähnt, gibt es ein Spiel um den Thron und Bennett (der neue Gegenspieler), der sich via Social Media verbindet um den Mob zu steuern (jede Ähnlichkeit zu etwaigen aktuellen Personen ist vermutlich nur Zufall), wird schlussendlich vom Thron gestoßen, den er nie tatsächlich besessen hatte. Anhand dieser Auseinandersetzung möchte Darius den Flow des Internets unterbinden, Alicya aber findet, dass nur Diktatoren den Zugang zu Informationen verbieten und auch Liam ist davon nicht überzeugt. Sie schalten also das Internet ab, aber auch die Kontrolle über die Raketen, die Re/Syst noch im Orbit hat, sind weg und könnten binnen 15 Minuten auf ihren vorprogrammierten Zielen landen.

Darius (der sich mittlerweile wie ein verknallter Schuljunge aufführt wenns um Grace geht) hat nur wenig Zeit, das Internet wieder in Gang zu bekommen (auch weil das Video gesendet werden muss, in welchem der oberste Richter vom Kranken/Sterbebett aus (auf welchem er liegt, weil er Opfer eines Anschlags wurde…), seine Entscheidung für den wahren Präsidenten fällt. Sie finden sich im Darkweb zusammen (warum kommt Re/Syst nicht früher drauf?) und schaffen es mit vereinten Kräften, (den Bösewicht) Bennett zu erledigen, die rechtmäßige (aber bereits tote) Präsidentin zu erhalten (oder so – dammit!), die Stadt vor den Raketen zu bewahren und der Tag ist gerettet.

Und es wäre keine richtige Trash-Serie ohne eine Sekte, die den Untergang der Welt feiert und das Ankommen des Asteroiden willkommen heißt. Denn so wie die Dinosaurier einst ihr Leben für eine höhere Spezies lassen mussten, so werden auch viele Menschen ihr Leben lassen, denn sie akzeptieren.

We accept! Jillian (die Ex von Liam und mittlerweile persönliche Assistenten von Darius) wird erfolgreich eingespannt und von einem irren Sektenführer benutzt, um Pläne des Maxwell Colliders zu beschaffen (warum frägt sie nicht nach?) sodass dieser zerstört werden kann – und auch wird. Ja, es wird keine Railgun geben und Grace verliert die Hoffnung – sie habens irgendwann tatsächlich geschafft, zueinander zu finden. Für kurze Zeit. Denn als sie ihre Hoffnung verliert, sieht Harris seine Chance gekommen, da Abgeordnete nun einen fixen Platz im Bunker bekommen und(! viel wichtiger) deren Angehörige; und so macht er Grace einen Antrag. Er möchte sie und Zoe (die Tochter von Grace, die von Dylan, seinem Sohn und Re/Syst-Mitglied) schwanger ist, schützen.

Wait, What?

Genau so.

Gegen Ende versagt jedoch auch die bereits abgefeuerte Ladung der Railgun und verpasst den Asteroiden – wo lag der Fehler? Ja, ihr erratet es bereits. Nicht bei Tech-Genius Darius Tanz, welcher sich übrigens auch selbst aufopfern möchte und Salvation, sein Schiff, als letzte Instanz, selbst gegen den Asteroiden zusteuern will (aber seine letzte Nacht bei Grace verbringt, bis ihn Onkel Nic anruft), sondern… Tja, das Ende werde ich euch definitiv nicht verraten. Schaut die Serie selbst.

Abschließende Gedanken

Auch wenn der Trash-Klischee-Faktor und die Absurditäten sich mit jeder Folge nochmal übertreffen (man glaubt zwar nicht, dass es möglich ist), war es dennoch sehr unterhaltsam, der Serie beizuwohnen. Eyecandy Santiago Cabrera (welchen wir aus der ersten Season Heroes kennen, wir erinnern uns, Isaac Mendes, der Künstler, der die Zukunft malen konnte. Save the Cheerleader, save the world!) macht es einem natürlich einfach, nicht das Interesse zu verlieren, sein Charme überzeugt durchaus – aber auch der restliche Cast verrichtet gute Arbeit.

Was die erste Season mit dem Seasonfinale verschissen hat, macht das zweite wieder gut. Das Ende ist gut. Es ist offen, aber kein Cliffhanger. Es könnte genau so gut auch der Anfang von H.G. Wells‘ „The Childhood Ends“ sein.

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„Game of Thrones“, S08E04

Spoiler.

Ich stolperte letzthin über einen Artikel bezüglich Fan-Service und ob Game of Thrones in seiner letzten Season dem Willen der Fans nachgibt. Ja. Taten sie, was eine Horde von jammernden Fans nach sich zog.

Bis jetzt.

Jetzt kehrt die Serie dort hin zurück, wo sie begonnen hat: Die Schlacht um den Thron, den Krieg um die sieben Königreiche, Intrigen und familiäre Verstrickungen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Auch Fans der „alten“ Serie, bevor Hollywood seine Klauen im Spiel hatte, kommen wieder auf ihre Kosten. Naja fast, sie jammern immer noch.

Death Count: 2 (und ein paar Soldaten).

Die Episode begann mit einem gebührenden Abschied aller Gefallenen, die von ihren Heeresführern verbrannt werden. Es rührte zu Tränen. Ja, ich hatte feuchte Augen. Es folgt ein Fest, denn der Sieg muss gefeiert werden, die Meute motiviert bleiben – denn eine weitere Schlacht ist zu gewinnen – und markiert jeden Punkt, den Feste nun mal so an sich haben: Die biestigen Blicke der (quasi rivalisierenden (in diesem Falle politisch)) Frauen, da Frau die alleine dasitzt, trunkene Männer, die nur „ein wenig“ betrunken sind, Trinkspiele, Herzensangelegenheiten, jammernde Männer und Sex.

Verstrickungen und Verwirrungen

Hatte Daenerys Gendry Baratheon zum Lord of Storm’s End ernannt (taktisch klug), möchte dieser Arya zu seiner Frau nehmen: er sie liebe und möchte sein gesamtes Leben mit ihr verbringen! Aber Arya muss ihn enttäuschen: „I am no lady“; sie reitet mit dem Hound Richtung Abrechnung (Hello Cleganbowl! Hello Cersei!).

War die Affäre zwar nicht aus dem Nichts gegriffen und hatte ein Fundament (also nicht nur Fan-Service, aber auch), wie im letzten Beitrag geschrieben, spielen gewisse Differenzen und Lebensansichten doch eine große Rolle. Aber das muss ja nicht bedeuten, dass Arya Gendry nicht eines Nächtens besuchen kann.

“You’ll be a wonderful lord. And any lady would be lucky to have you. But I’m not a lady. I never have been. That’s not me.” – Arya Stark

Wenn wir gerade von Nacht sprechen: Dem Willen der Fans Tormund mit Brienne zu paaren, wurde nicht nachgegeben und so zog man es vor, dessen Herz für eine Nacht zu brechen, nur um ihn danach in den Norden zurück kehren zu lassen. Der Süden (also der Norden) sei kein Ort für ihn und Ghost geht mit. Jon verzichtet darauf, ihn (Ghost) ein letztes Mal zu streicheln, dafuck Jon? Du hast den Thron nicht verdient! Tormund ist sowieso das bessere Herrchen.

Brienne sollte es nicht besser ergehen: nach einigen Nächten mit Jaime (ja woll), reitet er im Morgengrauen Richtung Cersei: Er bekennt sich zu seiner Schlechtigkeit und alles was er je an Schlechtes getan habe, habe er für Cersei getan und nun, da Cersei im Begriff ist getötet zu werden (wie Bronn (oh, hey Bronn!) anmerkte, der Riverrun durch High Garden tauscht (bye Bronn!)), will er sie retten – oder selbst töten.

Cersei, die schwanger ist. Tatsächlich. Vermutlich von Jaime, was noch zum Disput mit Euron führen wird; Euron welcher Rhaegal tötet, und zwar zu Beginn und so vollkommen aus dem Nichts. Ja, ein Drache starb. Aber, es war leider abzusehen und überraschte mich nicht sonderlich, auch wenn mein Herz in Tausend Stücke zerbrochen ist. Eurons Stärke musste noch einmal demonstriert werden. Ja, er ist mächtig. Nur der Night King und Euron waren bisher in der Lage einen Drachen zu töten.

Was mich zu folgender Überlegung führte: Viserion war gegen Ende ein Untoter und hatte Daenerys, wie ihr Bruder Viserys quasi verraten. Rhaegal starb im Wasser, so wie Rhaegar von Robert Baratheon im Fluss ermordert wurde. Und Khal Drogo wurde von Daenerys erlöst. Bedeutet das, dass Daenerys ihr letztes Kind töten beziehungsweise erlösen muss?

Kurze Frage: Warum wird Drogon so nah geparkt? Euron hätte ein leichtes, ihn einfach abzuschießen. Und warum hat er das nicht getan? Er ist kein edler Ritter. Und warum hatte niemand Daenerys von den fetten Waffen erzählt? Und überhaupt, warum spricht sie den Mord ihres Vaters bei Jaimes Verhör an, aber nicht die Tatsache, dass er sie fast getötet hätte? Warum sagt Arya nicht, sie könne Cersei locker töten? Warum wurden keine ordentlichen Späher geschickt? Und warum hatte Dany Eurons Flotte vergessen? Dafuck?!? What the hell is thiz?

Queen Daenerys

Daenerys, die nicht aufgibt und das Leben Missandei’s opfert (Cersei hatte deren Flotte zerstört, Missandei gefangen genommen und im Tausch für Daenerys‘ Rückzug ihr Leben geboten) und sich für den Angriff vorbereitet. Missandeis letzte Worte waren: „Dracarys“ – was uns an den Anfang von Daenerys Weg als „Breaker of Chains“ erinnert, als sie die Sklavenhändler von Astapor verbrannte. Das Wort bedeutete „Freiheit“ für Missandei und die Unsullied. „Hölle“ für die Tyrannen.

Daenerys hat also alles Recht wütend zu sein und wahnsinnig zu werden – bedenkt man, dass sie aus dem Feuer mit drei Drachen geboren und im Denken befestigt und gestärkt wurde, für den Thron bestimmt zu sein. Dann sterben zwei ihrer Kinder, sie verliert ihre beste Freundin, ihren quasi Vater-Ersatz, die Politik treibt einen Keil in ihre Liebschaft und alles erscheint recht aussichtslos. Ich wäre verdammt wütend und hätte wohl auf der Stelle alles nieder gebrannt. Dracarys!

Ihre Berater sind dazu da, sich um den „State of Mind“ ihrer Herrscher Gedanken zu machen. Varys Priorität war und ist the Realm. Dessen Wohl liegt für ihn an erster Stelle und wenn Daenerys die Menschen von Queens Landing opfert, so weiß er – und teilt ihr mit – dass sie einen gewaltigen Fehler macht (das btw, sagt ihr Sansa davor schon), denn Daenerys, ist durchaus bereit, Menschen zu opfern, um die Tyrannei zu beenden. Varys hatte bereits unter 6 oder 7 Königen gedient, sein Ziel war immer das gleiche: Das Volk.

Aber, Daenerys liebt Jon. Und er liebt sie. Und er verzichtet auf den Thron; dass sie verwandt sind, scheint beide nicht zu stören. Sie zumindest nicht, bei den Targaryens ist es ja keine Seltenheit, er hingegen zweifelt vielleicht doch etwas? Daenerys rät ihm, das Geheimnis nicht seinen Schwestern zu sagen, denn wenn die Leute den Umstand kennen, dann interessiere es das Volk am wenigsten was er möchte, sondern dann müsse er sich dessen Willen beugen – und der Wille und die Loyalität des Nordens gehört Jon, soviel war während des Festes ersichtlich. Auch Varys erwähnt dieses Detail gegenüber Tyrion noch einmal und zeigt, was kommen wird. An dieser Stelle verweise ich nochmal auf Jenny’s Song.

Ist es im Norden üblich seine Tante zu heiraten, im Süden ist es ja einerlei, aber im Norden? Tyrion schlägt vor, sie sollten gemeinsam regieren, das würde den Norden und den Süden endgültig aneinander binden und Frieden sichern. Sansa aber misstraut Daenerys und die Stark-Kids wissen jetzt auch von Aegon Targaryen (Sansa, als Gelehrte von Littlefinger, weiß natürlich, was sie mit dieser Information zu tun hat). Jon aber will den Thron nicht, das betont er oft und häufig, und Daenerys hätte gut getan im Zuge von Gendrys Ernennung zum Lord, auch Sansa als Lady von Winterfell zu küren.

Tyrions Vorschlag klingt plausibel und vernünftig, und warum sollte nicht auch eine Frau regieren können? Varys aber macht ihn drauf aufmerksam, dass wenn es um Thronfolge geht, ein Schwanz durchaus notwendig ist, vielleicht nicht für die Herrschenden, aber für das Volk. Fuck Tradition!? Tormund, du hättest nach Süden gehen sollen.

Auch hat Tyrion ein wenig Angst vor Daenerys, sie scheint doch etwas ihren Verstand zu verlieren (zu recht!). Wird Jon sie retten können? Und werden sie gemeinsam regieren? Oder wird er zum Unwillen des Volkes auf den Thron verzichten, eine kurze Zeit an der Seite seiner Königin verweilen, um dann in den Norden zurück kehren, da ihre Regentschaft von Düsternis und Hass des Volkes durchzogen ist (und Einsamkeit) – und sie beide nicht mehr glücklich sind: Bis das Kind geboren wird.

Ich vermute Jaime wird die Prophezeiung erfüllen und Cersei ermorden, ich vermute auch, dass Daenerys davor erneut ihre Armee verheizen wird, bis Jaime sich in die Räumlichkeiten schleichen und Cersei töten kann. Oder Arya. Die Drachen werden tot sein. Warum greift sie nicht Nachts mit ihren Drachen an? Die Treffsicherheit der Menschen wäre deutlich geringer. Warum macht man solche Fehler?

Links, die mir über den Weg gelaufen sind

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#Not Today

„Fight like a girl“ ist keine Beleidigung mehr.

Selbst, wenn über die Jahrzehnte hinweg Frauen immer wieder mal in coolen Rollen präsentiert wurden (Sarah Conner, Ellen Ripley, Xena, Buffy und viele weitere), blieb der Eindruck, dass immer noch eine Lücke offen ist. Sicherlich gab es Merchandising und Talk und Tratsch und Co, aber irgendwie fehlte etwas. Es waren immer noch Frauen, „Für eine Frau voll cool!“ – Dann kamen Wonder Woman und Captain Marvel, die eine gewaltige Medienpräsenz mit sich brachten, manche Feministinnen zwar immer noch nicht zufrieden stellten aber immerhin little Fanbois verärgerten. Aber, es fehlte noch was.

Und dies trat am 29.4.2019 endgültig in Erscheinung. Und zwar so richtig:

A Girl as a name and her name is Arya Stark.

Gut, vielleicht pushen Medien das Ereignis unnötig in die Höhe (sagen die einen), und Fans hypen es, egal welchem Haus sie zugetan sind (Drecks Fanservice! rufen die anderen); und wenn wer auf Twitter meinte, die einen hatten den Mauerfall, die anderen #NotToday, so muss man sich doch eingestehen: Sie haben recht. Die, die das Ereignis pushen und die, die es hypen. Verdammt nochmal, sie haben recht! Und niemand hatte es kommen sehen – und dabei wäre es eigentlich offensichtlich gewesen. Auch, dass es bereits vor 3 Seasons geplant war, spricht für sich. Alles was bisher passierte, spricht dafür.

Zur Feier der Woche (auch wenn wir wissen, dass es sich um Game of Thrones handelt und der Aufbau Aryas zum raschen Fall führen kann), Aryas Kills über 8 Seasons hinweg:

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„Game of Thrones“, S08E03

The Battle of Winterfell – when winter fell in Winterfell.

Spoiler!

Die Katze weckte mich gegen 6. Zeit für Game of Thrones. Und ich muss sagen: ICH HATTE RECHT! Noch gute 10 Stunden davor, hatte ich ins Blaue hinein geraten, wer den Night King töten wird und tja Leute, ich sags ja nur ungern: Aber ich hatte Recht! Den kreischenden Aufschrei, den verstörten Blick der Katze, die noch neben mir gelegen hatte und meine Freude, kann man sich wohl bildlich vorstellen. Wir brauchen viel, viel mehr Arya Starks in unserer Welt.

What do we say to God of Death? Not today.

The Battle of Winterfell

Und es hagelt Kritiken: „So schlimm war der Night King ja jetzt eigentlich nicht, wenn ein kleines Mädel schafft den zu töten, oder?“ Und für einen Moment sah es aus, als ob Fanliebling Arya Stark ihre letzte Schlacht kämpft, aber hey, what do we say to the God of Death? Not today.

55 Nächte wurden für die Nacht der Nächte geopfert, ohne dass tatsächlich einer der wichtigen Charaktere, sein Leben hatte lassen müssen. Theon starb im heroischen Angriff gegen den Night King – der, wir wissen es, von vornherein aussichtslos war, aber immerhin dürfte Brans: „Everything you did brought you where you are now, where you belong, HOME. You’re a god man“ für einige Lacher gesorgt haben.

Beric Dondarrion hatte seine Aufgabe erfüllt und Arya gerettet (der Grund, warum the Lord of Light ihn so häufig zurück gebracht hatte), derer sich The Hound so liebevoll und väterlich annahm. Allerdings macht ihm Feuer nach wie vor zu schaffen, und als einsieht, dass die Toten nicht zu besiegen sind, weißt Beric ihn daraufhin, dass Arya dass anders sieht (die währenddessen um ihr Leben kämpft) – und das genügt, um das eigene Leben in Gefahr zu bringen und die Angst vor Feuer zu bezwingen. Er stürmt davon und rettet sie – nachdem sie ihm das Leben gerettet hatte. The murderous Tales of Arya and The Hound – HBO, I demand a Spin-Off!

Lynna Stark verabschiedet sich heroisch: die kleinste kämpft gegen den großen Riesen Wun Wun, und sticht ihm ins Auge, bevor er sie endgültig zerquetschen kann. Das Geräusch wie ihre kleinen Rippen brachen war… gruslig. Auch für die Verbliebenen der Night’s Watch war es der letzte Kampf. Dass die Dothraki gerade zu Beginn (sinnlos) verheizt wurden, mochte zwar die Größe des Spektakels aufzeigen (als all die Lichter ausgingen und nur mehr vereinzelt Pferde zurück eilten) – war jedoch taktisch wohl einer der dümmsten Strategien in der gesamten Kriegsgeschichte.

Die rote Hexe wählt den Freitod noch vor Morgengrauen, Ser Davos braucht Shireen nicht zu rächen; Ser Jorah „Friendzoned“ Mormont stirbt, aber nicht bevor er sein Leben für seine Khaleesi geben kann. Jon, der sich durch die Meute kämpft, mit dem Vorhaben den Night King zu töten (er ist viel zu weit weg), kniet hinter der Mauer und schafft es nicht zu Bran. Er ist überfordert und angesichts der Lage wären wir wohl alle überfordert, zu sehen wie das Ende naht und die letzte Chance dahin schwindet. Der zu Boden gebrachte Viserion japst Eisfeuer in alle Richtungen, Jon stellt sich ihm entgegen und schreit ihn an.

Sogar Daenerys, die absteigen muss, damit Drogon sich von all dem Ungeziefer befreien kann, tötet den einen oder anderen mit dem Schwert und just als die Lage aussichtslos und beendet erscheint – und seien wir ehrlich, die Lage war von vornherein aussichtslos – zersplittern sie. Alle. Welch epische Szene. Und die Musik! Wenn etwas noch besser ist, dann ist es die Musik!

Die bescheuerte Idee, Frauen und Kinder in die Krypta zu schließen, spielte sich tatsächlich so, wie man es sich erwartet hatte: Die toten Starks kriechen aus ihren Gräbern und metzeln das eigene Volk. Aber die wichtigen überleben: Tyrion und Sansa, Varys und Gilly. So auch Jaime und Brienne, und sie kämpften Seite an Seite gegen die Untoten. Fan-Service delivered.

Erneut, die Strategie war schwach: Die Drachen hätten gut daran getan, kontinuierlich Untote zu verbrennen, während der Rest auf den Night King hätte warten sollen. Der kam ja sowieso, und aus dem Hinterhalt diesen anzugreifen anstatt sich frontal entgegen zu stellen, wäre wohl sinnvoller gewesen.

Night King: „No one can kill me.“
Arya: „A girl is no one“

Zusammenfassung

Die nächsten drei Folgen werden sich dem Big Bad of Westeros widmen: Cersei Lannister. Und zugegeben, bis jetzt gab es eine Menge Fanservice und Szenen, die man sehen wollte. Ob sich das Blatt wendet, oder ob die Season bittersüß endet, werden wir noch sehen; und ja, es werden nicht alle zufrieden gestellt sein, aber bis jetzt bin ich zufrieden, wie die Season verlaufen ist.

Btw: „The prince/princess who was promised will bring dawn“ – Ich glaube, dass die Theorie, dass Arya Stark auf dem Thron sitzen könnte, langsam Gestalt annimmt. Es könnte sein, oder auch nicht. Wer weiß. Es wäre nett. Ich bin dafür.

Ja, es war eine gute Folge. Eine sehr gute Folge.

A Girl has a Name

Davon abgesehen und rückblickend betrachtet ergibt es auch tatsächlich Sinn – denn Arya verfügt über die idealen Voraussetzungen: Syrio Forel brachte ihr bei, lautlos zu schleichen und eins mit ihrer Waffe zu werden (was sich in der Bibliothek von Nutzen zeigte); the Hound lehrte sie dreckig zu kämpfen (was wir bereits wissen); und in Braavos lernte sie, den Tod zu respektieren: „I know Death. It got many faces.“

Es ist das eine, den Night King zu hassen (und dies brachte weder Jon noch Daenerys weiter); aber das andere, den Tod zu kennen und als einen Teil des Lebens zu behandeln und zu wissen, dass heute nicht der Tag ist – die Fähigkeiten zu besitzen, diesen tatsächlich töten zu können, ohne davor bemerkt zu werden.

Arya Stark,
First of her Name,
Revenger of the Red Wedding,
Slayer of White Walkers,
Killer of the Night King,
Saviour of the seven Kingdoms
and Queen of Westeros.

 

2 Kommentare

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„Game of Thrones“, S08E01 & S08E02

Spoiler

Enjoy it, while it lasts, cause it will be over soon. 4 Episoden sind übrig, die White Walker marschieren bereits gen Süden, „good“ sagt Cersei. Welcome to Game of Thrones‘ Final Season. Damit möge das wöchentliche Warten und Spekulieren beginnen.

Zwei Folgen, die an Fanservice nichts vermissen lassen – die zusammenbringen, wer zusammen gehört, mit Ausblick auf eventuelle Abschiede und künftige Komplikationen: Daenerys weiß jetzt, dass Jon ein Anrecht auf den Thron hat (und sie verwandt sind, aber das scheint beide weniger zu kümmern); die Frage ist: wird er der Liebe Willen darauf verzichten, wie Jenny’s Song andeutet?

Zwar wurden beide Folgen via „Es passiert ja nix!“ kritisiert, aber oh boy, es passiert soviel! Alles was über Seasons hinweg gesagt werden muss, wird gesagt. Alles was über Seasons hinweg erwartet wird, wird bestätigt! Alle, die sich über die Seasons hinweg getroffen, aus den Augen verloren, sich bekämpft haben und wieder sahen, wird aufgearbeitet. Wie können die Leute bitte sagen, „es passiert ja nix“, nur weil niemand stirbt?

Und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass sies tatsächlich durchziehen, but oh boy, they did it. Wie sagte Sophie Turner in einer Insta-Story: „In honor of Easter, I guess Game of Thrones wanted the storyline to have a little Easter bunny hop hop hoppin’ into that pussy. And that’s the tea.“ Und ganz ehrlich, das macht die Sache noch besser!

Spoiler!

Let the feast begin

Der Anfang der ersten Folge der 8. Season erinnert stark an die erste Folge der 1. Season (so wie es ganz, ganz viele andere Parallelen zur ersten Season gibt):

Ein kleiner Bub läuft durch die Menge und sucht einen Platz, von wo er das Geschehen am besten beobachten kann: Die Ankunft von Jon Snow und seiner Targaryen-Queen. Arya lächelt den Buben an. In Season 1 war sie das neugierige Kind, welches die Ankunft von Robert Baratheon und Cersei Lannister beobachtete. Ein übrigens interessanter Zug, Arya die Einreise von Daenerys, Jon, The Hound und Gendry beobachten zu lassen: Es markiert ihren Vorteil und ihre Überlegenheit. Es deutet an, dass sie mehr als nur eine Nebenrolle spielen wird.

Die Parallelen erstrecken sich weiter: über ihren Flirt mit Gendry, sowie die innige Zusammenkunft mit Jon. Aber sie ist erwachsen geworden, und mittlerweile auf Sansa’s Seite, was bedeutet, auf der Seite ihrer Familie: The lone wolf dies, the pack survives.

Arya Stark

Arya könnte allerdings noch Sympathie für Daenerys entwickeln : Als sie in der 2. Season bei Tywin Lannister diente und dieser immer wieder vom War of the Five Kings sprach und wie Aegon Targaryen sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hatte. Aber Arya korrigiert ihn und lässt wissen, dass es nicht nur Aegon war, der die sieben Königreiche eroberte, seine zwei Schwestern Visenya und Rhaenys ritten (auf eigenen Drachen) mit ihm: „Visenya rode Vhagar,“ sagte sie, „Visenya Targaryen was a great warrior. She had a Valyrian steel sword she called Dark Sister.“ Visenya war Aryas Heldin und nun tritt die nächste Targaryen-Queen in ihr Leben. Vielleicht gewinnt dieser Aspekt noch an Relevanz, vielleicht aber auch nicht. Auch der Blick, als sie die Drachen sieht, schaut vielversprechend aus. Aber, the lone wolf dies, the pack survives..

Apropos Arya: Jap, They did it. Und, auch wenn es bereits durch Anmerkungen geteased wurde, glaubte ich nicht, dass sies wirklich durchziehen. Für viele ist (beziehungsweise war) Arya Stark eben noch das kleine Mädchen, und die häufige Google-Suche nach Maisie Williams Alter bestätigt das. Mir hats gefallen – und ich hoffte schon seit Season 3 auf ein Wiedersehen. Davon abgesehen basiert ihr Zusammenfinden auf einem guten Fundament (bis einer halt stirbt), denn Spannungen gab es bereits seit Beginn. Ja, ihr wisst welche Szene ich meine. Die Szene, genau. Exakt die Szene.

„I have a Son, you have a daughter.“ – Robert Baratheon (1. Season).

Dass The Hound für Arya gekämpft hatte und sichtlich enttäuscht war, als sie ihn halb sterbend zurück gelassen hatte, rührt. Wir wussten ja, dass Brienne und The Hound sich als eine Art Ersatzeltern sahen, aber sie wissen auch, dass Arya erwachsen geworden ist – und auf sich alleine aufpassen kann. Trotzdem führen die beiden eine nette, aber verkorkste-Vater-Tochter-Beziehung; und sie sprechen sich quasi aus, alles ist okay.

Ser Brienne of Tarth

Eine der wohl rührensten Momente in der 2. Folge: Lady Brienne of Tarth, die von Jaime zum Knight of the Seven Kingdoms ernannt wird und Tormund, der sie feiert („fuck tradition!“). Das Zusammenkommnis derjenigen, die sämtliche Schlachten überlebt und sich bei Feuer und Gesellschaft die letzte Ruhe gönnen; die alle, zu irgendeinem Punkt gegen die Starks gewettert hatten, um jetzt als Verbündete gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen. Es hätte nicht besser sein können. Und ja, es fühlte sich wie ein Abschied an. Man fürchtet, dass die Hälfte den Morgen nicht wieder sehen wird.

Sansa Stark

Und da wäre noch Sansa, die Tyrions Intelligenz in Frage stellt, weil er Cersei Glauben schenkte. Erneut wird Sansas Realismus und Klugheit vor Augen geführt und niemand kann mehr sagen, sie sei ein lästiges Gör das von nichts wisse.

Und eigentlich stellt sie Tyrions Expertise nicht in Frage, sondern weist ihn darauf hin, dass er wohl doch nicht so clever ist, wie sie immer angenommen hatte. Es ist keine Frage, es ist eine Beobachtung und sie äußert diese als Tatsache. Sie behauptet sich auch gegen Daenerys und tritt für einen unabhängigen Norden ein. Was wird nach der Schlacht sein? Die Freundschaft endet, so schnell sie sich hätte weiter entfalten können: Über die gemeinsame Liebe zu Jon und dem Überleben, treten Territorialansprüche und Unabhängigkeit. Und dabei ist Daenerys, eigentlich, keine schlechte Herrscherin, wenn wir uns erinnern, wie viele Menschen sie aus der Sklaverei befreite.

Zusammenfassung

In der ersten Folge wird jeder mit jedem vereint, auf dessen Zusammenkunft wir so lange hofften – und man nimmt sich ausreichend Zeit dafür, und auch die Abfolge der Treffen ergibt Sinn. Das eine führt zum anderen und dort steht der nächste bereit. Gespräche und Andeutungen vertiefen sich in der zweiten Folge, fast alle verlassen einander im Guten. Fast alle.

Denn gegen Ende der ersten Folge wird offenbart (Sam erzählt es Jon), was wir wussten, aber alle anderen nicht:

Jon alias Aegon Targaryen, rechtmäßiger Herrscher, der das ganze gar nicht wahrhaben will und sicherlich einen Keil in die Beziehung zu Dany treibt, was Varys bereits zynisch kommen sah: Die Unbeschwertheit der Jugend, die nicht weiß, das alles irgendwann enden wird. Als Jon Daenerys dies mitteilt, ist sie nicht sonderlich erfreut – aber es ist zu spät, denn der Tod steht vor den Toren.

Btw.. I’ll just leave that here..

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„Game of Thrones“, predictions vor S08E01

For all we know – das Ende muss so gestaltet sein, dass ein jeder „halbwegs“ damit zufrieden ist und man kann es nicht jedem recht machen. Vor allem nicht der engstirnigen, fanatischen Fangemeinde, deren einzige Wahrheit ihre Wahrheit ist.

Und somit gebe ich meine Prognosen ab, die, wie mir erscheinen – am wahrscheinlichsten sind:

In Anlehnung an die Azor Ahai-Theorie wird Daenerys vermutlich durch die Hand Jons den Heldentod for the greater good sterben müssen. Auch die Drachen werden ihr Leben lassen, vernichten aber davor noch einen Großteil von White Walkern – wenn sie nicht den Night King selbst sehr, sehr arg in Mitleidenschaft ziehen. Aber! Das Kind von Daenerys und Jon wird leben. Bleibt die Frage, ob Daenerys für „Lightbringer“, siehe Theorie, geopfert wird oder, dass das Kind leben kann (Kindbett, Prophezeiung, usw.). Da bereits zwei Kinder in der Serie geopfert wurden (Daenerys Sohn für Khal Drogo und die kleine Shireen), gehe ich nicht davon aus, dass noch ein weiteres Kind sterben muss, oder? Aber who knows. Das sind alles nur Mutmaßungen ohne Hand und Fuß.

Der Kampf gegen die Lannisters ist zu verachten, er ist nonsense und selbst wenn Cersei nach Winterfell marschiert, wird der Winter sie bereits ausgehungert haben. Fakt ist auch, dass Kings Landing vernichtet werden wird. Und zwar ziemlich schnell. Simple as that.

Fix überleben werden: Arya (weil sie einfach cool ist) und The Hound (er hat schon zu viele Tode hinter sich, warum sollte er jetzt sterben beziehungsweise Frieden finden?), was aber nicht im Zusammenhang stehen muss. Ich gehe auch nicht davon aus, dass Arya und Gendry noch gepaart werden, auch wenn die Fans (und ich), das natürlich gerne sähen. Ebenfalls überleben wird die kleine Lyanna Mormont.

In Anlehnung an die Prophezeiung („valonqar“ alias der „kleine Bruder“), vor welcher Cersei so viel Angst hat: Ja, sie wird sich bewahrheiten, aber nicht Tyrion wird sie töten, sondern Jaime. Auch Sansa wird sterben, aber vermutlich auch nur, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort war. Es ist durchaus möglich, dass Jaime den Heldentod sterben wird – so aber auch bei Brienne, deren Tod sehr ritterlich und ehrenvoll sein wird, im Kampf gegen den Night King oder so. Ihre letzten Worte gelten Jaime, eh klar.

Wer, wen nicht Tyrion würde die kollektive Fangemeinde auf dem Thron (zumindest) akzeptieren? Eben. Säße Daenerys am Ende auf dem Thron, sähe sich HBO gezwungen erhebliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, da angry white boys das Gebäude stürmen und lauthals protestieren würden. Säße Jon auf dem Thron, wäre das einfach lächerlich und zu Klischeehaft – auch wenn die Reihe „A Song of Ice and Fire“ heißt und eigentlich Jon damit gemeint ist, auch wenn sich die Serie um Daenerys und Jon gleichermaßen drehte. Also, nein. Ich gehe davon aus, dass es entweder Tyrion sein wird (der in Wahrheit übrigens ein Targaryen ist) oder niemand, und das große Reich splittert sich in kleinere, unabhängige Königreiche auf.

Ich glaube damit Recht zu haben, weil es das harmloseste Ende wäre. Es wäre nicht aufregend und ein ok-Abschluss. Es wäre nichts tragisches und all diese Tode und Geschehnisse ließen sich auf Prophezeiungen und Legenden zurück führen, wodurch die Mystik erhalten bliebe. Erneut, alles nur halbgare Überlegungen und zwei-drei Stunden auf Reddit würden meine Meinung sicherlich schnell enden, aber – ich glaube dennoch Recht zu besitzen.

Wir werden sehen…

Fun fact übrigens:

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„Salvation“, Season 1

Ich stelle mir bei Serien wie dieser, eine gut durchmischte Gruppe an Schreiberlingen und kreativen Köpfen vor, die an ihrem Tisch sitzen, mit Kaffee, Tee und Chai-Latte und einen grandiosen Einfall nach dem nächsten haben; dabei aber nach Lehrbuch vorgehen und nach wenigen Minuten bemerken, wie ihre Einfälle sämtliche Klischees miteinander verpaaren – und aus dieser Ernüchterung die Konsequenz ziehen und noch mehr absurdere Ideen (die sich alle gegenseitig an „Wtf? Lol!“ und „What the …?“ und „Whaaat! Wie genial!“ übertreffen wollen) hinein schreiben.

Das in etwa ist die Kurzfassung des Eindrucks, den Salvation hinterlässt.

Die Schreiberlinge kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen und bringen alle unterschiedliche Ideen mit: Hard Science-Fiction und Physik, Drama, Trash, Humor (ein Komiker ist für die humoristischen Elemente und Parodie zuständig, er wird aber nie zu Scrabble Abende eingeladen, weil seine Witze entweder zu flach, oder zu intelligent sind), Verschwörungen und (vorhersehbare) Plotwists und natürlich: Die Gefahr aus dem All – Asteroiden!

Kurz: Die Serie ist großartig! Auch wenn ein Klischee das andere jagt, jeder Plottwist den Weg für den nächsten ebnet, und die Serie eigentlich ganz schrecklich sein müsste (die Ratings der zweiten Season sind sehr schlecht, vermutlich wird es keine dritte Season mehr geben und der Asteroid die Erde zerstören), liebt man sie spätestens ab der dritten Folge.

Die Schauspieler sind sympathisch, so auch die Charaktere – und man bemerkt: Warum sind nur Männer kluge Techs, Military und Wissenschaftler, während Frauen Pressesprecherinnen, Journalistinnen, Self-Publish-Authors und reiche Damen sind? Andererseits, wer sind wir, dass wir Medienarbeit geringer bewerten als Wissenschaft? (Ich weiß, die Wissenschaft ist ein männlich dominierter Bereich und dies soll mit weibliche Präsenz aufgebrochen werden, was aber hier kaum der Fall ist). Dennoch, for all we know: Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert das Weltgeschehen. Der erste Gedanke war: „What, warum is da keine Frau dabei!“ Immerhin gibt es eine Madame President.

Worum gehts?

MIT-Student Liam entdeckt via Simulation etwas seltsames: Einen Asteroiden. Seine App warnt ihn, als er gerade Sex hat. Als er seinen Professor auf diese unglaubliche Nachricht aufmerksam machen will, findet er dessen Wohnung komplett zerstört vor. Nicht nur das: er wird beobachtet und verfolgt. Kurz um sucht er Hilfe beim Tech-Genie/Milliardär Darius Tanz, welcher eigentlich den Mars kolonisieren will.

In 168 Tagen soll der Asteroid einschlagen und ein 6. Massensterben zur Folge haben. Das Pentagon weiß bereits Bescheid und will Raketen zünden. Jedes Kind weiß mittlerweile, dass ein Asteroid dieser Größenordnung in zig Hundert Teile zerbersten und ebenfalls großen Schaden anrichten würde – natürlich würden die Teile des Asteroiden nur die östliche Hemisphäre treffen und der Grundstein zu Weltpolitischen Spannungen wird säuberlich in Reihe und Glied gelegt.

Darius hat eine andere Idee und wird sogleich von Liam unterstützt: Via Gravitation soll der Asteroid von seiner Bahn gelenkt werden. Wie sie dort hinkommen? Liams Professor beziehungsweise auch Darius hatten an etwas gearbeitet, dass sich EM-Drive nennt und eigentlich die klassischen Naturgesetze in Frage stellen würde, allen voran Newtons 3. Gesetz (allerdings gibt es Diskussionen darüber..). Darius aber lässt uns wissen, dass mit jeder Zeitwende, die vorigen Gesetze entkräftet und verbessert werden.

Yes, the trash is real! Und es ist großartig!

Während Darius also 100kg von angereichertem Uran und 2 Milliarden zur Verwirklichung braucht, schleicht sich Grace (die Pentagon Pressesprecherin) Nachts hinab und stiehlt die Codes von ihrem Freund Harris, der ebenfalls bei der CIA ist (und ihr Boss) um Darius das Uranium beschaffen zu können, denn sie ist sich sicher: Darius kann die Welt retten. Sie will nicht den Osten opfern, damit der Westen unbeschadet bleibt. Dabei verliert sie einen Ohrring im Koffer, und Chaos ist vorprogrammiert – aber! Darius braucht das Uran gar nicht für den EM-Drive…

Yes, the trash is real! Und es ist großartig! Ich liebe diese Serie schon jetzt.

Und damit beende ich die Inhaltsangabe, denn die Freude die Plottwists, seltsame und fragwürdige Entscheidungen, Verwicklungen, Verwirrungen und die kindlichen Einfälle der Schreiberlinge mit sich bringen, mag ich niemanden nehmen. Es ist wirklich großartig. Es ist trashig. Aber gut.

Die Serie, die 2017 das erste Mal auf CBS ausgestrahlt wurde, beendete eben seine zweite Season und läuft aktuell auf Netflix. Wie zu Beginn erwähnt sind die Ratings sehr schlecht, und vermutlich, wenn die Serie nicht von einem Streaming Sender gekauft, wird es keine dritte Season geben. Was ich sehr schade finde. Aber noch habe ich Season 2 nicht gesehen.

Kritik / SPOILER!

Natürlich freute ich mich auf das Season Finale, wurde aber leider enttäuscht.

Sicherlich, es kündigte sich schon über ein paar Folgen an, dass der Zwist zwischen Russland, die einst mit Absicht angegriffen wurden (aber die Sache als Asteroiden Einschlag vertuscht werden wollte) und den Staaten, zu eskalieren droht. Gegen Ende, als die Hacker Gruppe Re/Syst (die exakt so ist, wie man sich eine Hackergruppe vorstellt, im Untergrund, junge Leute mit Piercings und gefärbten Haaren, die für die Sache auch bereit sind zu sterben) ein US-Militärschiff, sowie eine russische Base in die Luft jagen, schlägt Russland zum Gegenangriff und sendet ein paar nukleare Bomben Richtung Washington (habe ich erwähnt, dass sehr viel SF-Trash dabei ist?). Die Leute befinden sich derweil im Bunker – der sie die nächsten 100 Tage sicher halten soll, oder auch, wenn der Asteroid auf die Erde einschlägt – genauer, in und bei „Salvation“, dem Raumschiff das mit 160 auserwählten Personen zum Mars fliegen hätte sollen, um dort die Menschheit weiter leben zu lassen.

Der Twist selbst, (der dem Komiker (den ich oben erwähnte) öfters Chancen gab, wenn auch humpelnde, Running Gags einzubauen) war gar nicht so das Problem, denn Verschwörungen gibt es immer wieder (und sie wurden auch sehr satirisch eingefädelt), und auch die fast schon Soap-Opera-artigen Liebesdramen hätte man akzeptieren können (Grace, eigentlich mit ihrem Boss Harris liert, verknallt sich in Darius, der trifft seine ehemalige große Liebe wieder, und auch wenn er an zweite Chancen glaubt, stimmt halt das Timing nicht, und klar, er ist auch in Grace verknallt; die On-Off Beziehung zwischen Liam und Jillian und die Affäre der Tochter von Grace mit dem Sohn von Harris und so weiter) – was aber leider einen tiefen Schatten über die Serie wirft war jenes:

Wenn die mitwirkenden Damen viel Spielraum einnahmen (auch wenn keine von ihnen Wissenschaftlerin war und zur Lösung des Problems direkt beitrug) und es Folgen gab, die sich lediglich um Grace drehten, verkamen alle drei, Grace, Jillian und Claire (die Ex von Harris) zu liebeshungrigen, weinerlichen „I want you“-Babes, die, auch wenn das Ende der Welt nahe steht, nur eines im Sinn haben: bei ihrer großen Liebe sein zu wollen. Dagegen spricht auch nichts, im Gegenteil – die Art jedoch, wie das ganze wieder in Szene gesetzt wurde, diente lediglich dazu, die eh schon heroischen Männer aus dem Drama heraus zu nehmen, und um sie noch heroischer zu inszenieren.

So meint Darius in letzter Sekunde zu Grace, sie solle gehen, denn Harris brauche sie. Ernsthaft? Warum nimmt er sie nicht mit? Gegen Ende finden sich Darius und Liam, der Jillian in letzter Sekunde verlässt, ohne ihr zu sagen warum (ich würd‘ den Typ so abschießen), wieder gemeinsam ein, weil sie beide eine Lösung haben, wie sie die Erde dennoch retten können. Ja, I get it. Er will sie sicher und verschlossen halten. Eh klar. Trotzdem. Das wie!

Leider wurde Amanda, die Reporterin, der das Wohl der Menschheit am Herzen lag, zu früh ermordet und auch die Präsidentin der Vereinigten Staaten entging nur knapp einem Mordkomplott.

Fazit

Wer SF-Trash mit Verschwörungen und Drama und Eyecandy mag, you’re welcome, thank me later.

Thx Reddit:

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„Ascension“, Mini-Serie

Nach Salvation (Einträge folgen), die nächste SF-Trash Serie, die auf Netflix mit ihren Reizen lockte. Ascension ist eine US-kanadische Miniserie mit nur 6 Folgen und wurde 2014 das erste mal ausgestrahlt.

Achtung, diese Besprechung beinhaltet massive Spoiler. Wer die Serie noch sehen mag, ohne dass Überraschungsmomente genommen werde, sollte nach der kurzen Inhaltsangabe, aufhören zu lesen.

Kurzes Fazit: Sehenswert. Es sind nur 6 Folgen.

Worum gehts?

1963 startete ein Generationenschiff zu einer 100jährigen Reise nach Proxima Centauri, einem Stern, der unserer Sonne am nächsten ist, um dort einen habitablen Planeten zu bevölkern und das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern. Nach exakt 50 Jahren geschieht ein Mord.

Spoiler

Eindrücke während der Serie, Inhaltsbezogen

Das Generationenschiff ist riesig. Es gibt auch eine Art Strand. Sie besitzen zwar alte Gerätschaften aus den 60ern, konnten sich aber mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln so weit entwickeln, dass kleine Laptops entworfen werden konnten.

Etwas seltsam ist, dass die Upper Deck Leute nie die Lower Decks besuchen, und sich somit dort nicht auskennen. Das Schiff ist zwar riesig, aber nicht soooo groß, dass man über 50 Jahre nicht von A nach B geht, beziehungsweise, dass die Lower Decks nicht einmal aufbegehren und hier und da mal die Kontrolle übernehmen – dürften die Arbeiter doch an Masse und Zahl überlegen sein.

Trotz dessen, dass das Schiff riesig ist, und neben Massentierhaltung auch anderen Fabriken beherbergt, zieht sich eine Spur des Zweifels am Rande entlang, wenn 600 Menschen dort Platz haben sollen und die Räumlichkeiten der Upper Decks teils sehr großzügig ausgestattet sind. Außerdem: Woher kommen die Waren? Sie haben immer wieder neue Waren – nach 50 Jahren und bei 600 Menschen, müssen diese doch irgendwann aufgebraucht sein – außer sie fabrizieren sie selbst, was aber mehr als 600 Menschen für eine Produktion erfordern müsste – und noch mehr Platz für Anbau und dergleichen. Aber ganz gleich, es ist ein interessantes Gedankenspiel.

Seltsam wird es, als man bemerkt, dass die Kameras, die überall installiert sind, und die Bilder nach außen transportieren, von niemanden entdeckt werden. Nach 50 Jahren wird man doch das eine oder andere auseinander genommen oder umgeräumt haben oder alte Dinge zerlegen.

Dann gibt es eine Birth-List: Was bedeutet, dass nur bestimmte Paare sich fortpflanzen dürfen, und ihr Implantat entfernen lassen können. Auch gibt es gematchte Paare: Wenn der PC, alias der mathematische Algorithmus, empfindet, dass diese und jene Gen-Kombination sinnvoll für das Überleben (die Weiterentwicklung) der menschlichen Rasse ist, werden diese zwei Menschen gepaart. Und es ist okay. Die Leute akzeptieren das. Fast.

Daneben gibt es die Stewardessen „Guardians of the Birth List, Body and Soul calling – wife, mother, caregiver to all.“ (Wait, WTF? Handmaidstale auf Glamours 60s?) und die Frau des Captains ist Bordelldame höchsten Grades. Sie wählt die hübschesten und perfektesten Mädels selbst aus, welche dann auf exklusiven Partys die ranghohen Militärs bedienen und für die eine oder andere Seite spionieren.

Eindrücke über die Serie (massive Spoiler!)

Mir ist bewusst, dass eine Serie über ein Generationenschiff einiges an Kreativität und Suspension of Disbelief abverlangt und vieles an Spielraum offen lässt beziehungsweise ließe, um vorhandene Gesellschaftssysteme zu kritisieren oder einen gänzlich neuen Gesellschaftsentwurf zu entwickeln – in diesem Falle aber konzentrierte sich die Handlung auf die äußeren Umstände und die Tatsache, dass das Schiff als quasi Petrischale für genetische Evolutionsexperimente dient. Die Genetik wurde erst 10 Jahre vor „Start“ des Schiffes entdeckt, also warum nicht gleich testen?

Natürlich überlegt man sich, wie man seit den 60ern das ganze geheim halten konnte, vor inneren und äußeren Blicken, von der Logistik ganz abgesehen – aber, darum geht es nicht.

Aber! Gegen Ende reist ein Crewmitglied tatsächlich auf den Planeten, der von drei Sonnen umgeben ist. Wie? Indem, dass nur die besten Eigenschaften weiter vererbt werden, entwickeln/erreichen manche Crewmitglieder die nächste Evolutionsstufe, können elektromagnetische Impulse senden und schlussendlich auch teleportieren. Richtig gelesen, das ist die Auflösung. Jap. Sorry to say, aber das ist das Ende.

Aber schaut euch die 6 Folgen trotzdem an. Die Frage natürlich, wie dieser eine Mensch auf dem fremden Planeten überlebt, oder ob er damit in den sicheren Tod geschickt wurde – lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.

Dass auch die Verschwörungswebsite, auf welche die Menschen gelangen, wenn sie sich über die näheren Umstände informieren möchten, ein Teil des ganzen ist – und Kritiker, die zu nah an der Wahrheit graben, um das Experiment zu gefährden, einfach getötet werden, muss natürlich ebenfalls angesprochen werden und vermittelt: Trust no one.

Kritik (Spoiler)

Schade finde ich, dass das Gefühlsleben der Passagiere nicht näher betrachtet wird. Zwar gibt es Kritik an der „Hineingeworfenheit“, denn man sei schon allen Personen, die man je kennenlernen würde, begegnet – aber eine wirkliche Tiefe bleibt aus. Was vielleicht in dem Fall ganz gut ist.

Auch gibt es nach wie vor Klassenunterschiede. Wenn die 1960er Star Trek und eine fiktive klassenlose, utopische Gesellschaft hervorgebracht haben, dann hätte dies ebenfalls ins Experiment mit einbezogen werden können, wie sich soziale Strukturen entwickeln. Stattdessen aber scheint es von vornherein die Upper und Lower Decks zu geben, die (natürlich) miteinander im Konflikt stehen. Nach oben zu kommen ist schwer, nach unten zu fallen einfach. Warum nicht jeder ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft sein kann… ist fraglich.

Anyway: Für einen verregneten Samstag-Nachmittag eine passable Unterhaltung mit Potential zu mehr.

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