Archiv der Kategorie: Kulturelles

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„Salvation“, Season 2

Mittlerweile wissen wir: Es wird keine dritte Season geben, und somit werden nie wissen.. SPOILER [Text markieren, um zu erfahren] was.. Samson wirklich war.

Man muss leider sagen, dass die zweite Season nicht ganz so toll ist wie die erste. Der Komiker wurde gefeuert und stattdessen durfte ein Dan-Brown-Verschwörungs-Fan seinen Platz einnehmen. Dieser wird zwar zu Scrabble Abende eingeladen, aber man mag ihn auch nicht so besonders; wirft er ein Konzept nach dem anderen in den Raum, welche nicht ganz soooo stimmig sind. Seine Schreibweise versucht, das trashige Element etwas zu entschärfen und bringt Langeweile mit sich. Es dauerte tatsächlich länger, bis ich die zweite Season durch hatte.

Fließender Übergang von Season 1 zu Season 2

Die Handlungen der ersten Season sind weitreichend: Es kommt fast zu einem Angriff russischer, nuklearer Sprengkörper und Tech-Milliardär Darius Tanz schickt 160 Menschen, darunter Grace (seine OnOff-Liebelei), sowie Harris (FBI Chief und Graces‘ Ex) und Bardame Fiona (Harris‘ Affäre) in den Bunker. Dort verbleiben sie 5 Tage. Darius dachte offenbar an alles: es gibt Bäumchen, Pflanzen und frisches Essen. Alles, was man auf dem Mars hätte brauchen können. Nach dem 4. Tag passiert ein Selbstmord, oder war es ein Mord?

Ganz gleich, es wird recht früh aufgeklärt, dass es nicht Russland, sondern Re/Syst (die Hackergruppe!) war, die den nuklearen Sprengkörper in den Orbit verfrachtet hatte und Forderungen stellen: 30 Wissenschaftler wollen sie, um eigens an einer Lösung zu arbeiten, und vor allem wollen sie Liam (den MIT-Studenten) sowie Prof. Croft und Tanz Ind. als Hauptquartier. Vize Präsident der USA Darius zieht derweil ins weiße Haus. Re/Syst bringt Alicya mit, die einst für Darius gearbeitet hatte; und Liams OnOff Beziehung (diesmal mit Re/Syst) ist ebenfalls Thema, sowie Darius Versuche Grace zu erobern.

Soweit so gut. Sie versuchen die losen Enden zu nehmen und in die neue Szenerie weiter zu verspinnen. Es gelingt bedingt.

Season 2

Liam arbeitet an einem Solar Segel, während Darius mit einer überdimensionalen Railgun versuchen will, den Asteroiden Samson vom Kurs abzubringen. Natürlich funktioniert beides nicht: die Railgun ist zu schwach und das Solar Segel zu klein – und bald arbeiten sie wieder zusammen. Darius ist mittlerweile Mr. President – Dank seinem Onkel Nic (der seit dem 19. Jahrhundert einer geheimen Sekte angehört, die sich Q17 nennt, hier hatte wohl dieser dubiose und unkreative Dan Brown-Fan seine Finger im Spiel) und der Meinung war, Darius sei einer von ihnen. Der Mord an der Präsidentin geht also auf sein Konto.

Yes, the Trash is real!

Wie bereits erwähnt, gibt es ein Spiel um den Thron und Bennett (der neue Gegenspieler), der sich via Social Media verbindet um den Mob zu steuern (jede Ähnlichkeit zu etwaigen aktuellen Personen ist vermutlich nur Zufall), wird schlussendlich vom Thron gestoßen, den er nie tatsächlich besessen hatte. Anhand dieser Auseinandersetzung möchte Darius den Flow des Internets unterbinden, Alicya aber findet, dass nur Diktatoren den Zugang zu Informationen verbieten und auch Liam ist davon nicht überzeugt. Sie schalten also das Internet ab, aber auch die Kontrolle über die Raketen, die Re/Syst noch im Orbit hat, sind weg und könnten binnen 15 Minuten auf ihren vorprogrammierten Zielen landen.

Darius (der sich mittlerweile wie ein verknallter Schuljunge aufführt wenns um Grace geht) hat nur wenig Zeit, das Internet wieder in Gang zu bekommen (auch weil das Video gesendet werden muss, in welchem der oberste Richter vom Kranken/Sterbebett aus (auf welchem er liegt, weil er Opfer eines Anschlags wurde…), seine Entscheidung für den wahren Präsidenten fällt. Sie finden sich im Darkweb zusammen (warum kommt Re/Syst nicht früher drauf?) und schaffen es mit vereinten Kräften, (den Bösewicht) Bennett zu erledigen, die rechtmäßige (aber bereits tote) Präsidentin zu erhalten (oder so – dammit!), die Stadt vor den Raketen zu bewahren und der Tag ist gerettet.

Und es wäre keine richtige Trash-Serie ohne eine Sekte, die den Untergang der Welt feiert und das Ankommen des Asteroiden willkommen heißt. Denn so wie die Dinosaurier einst ihr Leben für eine höhere Spezies lassen mussten, so werden auch viele Menschen ihr Leben lassen, denn sie akzeptieren.

We accept! Jillian (die Ex von Liam und mittlerweile persönliche Assistenten von Darius) wird erfolgreich eingespannt und von einem irren Sektenführer benutzt, um Pläne des Maxwell Colliders zu beschaffen (warum frägt sie nicht nach?) sodass dieser zerstört werden kann – und auch wird. Ja, es wird keine Railgun geben und Grace verliert die Hoffnung – sie habens irgendwann tatsächlich geschafft, zueinander zu finden. Für kurze Zeit. Denn als sie ihre Hoffnung verliert, sieht Harris seine Chance gekommen, da Abgeordnete nun einen fixen Platz im Bunker bekommen und(! viel wichtiger) deren Angehörige; und so macht er Grace einen Antrag. Er möchte sie und Zoe (die Tochter von Grace, die von Dylan, seinem Sohn und Re/Syst-Mitglied) schwanger ist, schützen.

Wait, What?

Genau so.

Gegen Ende versagt jedoch auch die bereits abgefeuerte Ladung der Railgun und verpasst den Asteroiden – wo lag der Fehler? Ja, ihr erratet es bereits. Nicht bei Tech-Genius Darius Tanz, welcher sich übrigens auch selbst aufopfern möchte und Salvation, sein Schiff, als letzte Instanz, selbst gegen den Asteroiden zusteuern will (aber seine letzte Nacht bei Grace verbringt, bis ihn Onkel Nic anruft), sondern… Tja, das Ende werde ich euch definitiv nicht verraten. Schaut die Serie selbst.

Abschließende Gedanken

Auch wenn der Trash-Klischee-Faktor und die Absurditäten sich mit jeder Folge nochmal übertreffen (man glaubt zwar nicht, dass es möglich ist), war es dennoch sehr unterhaltsam, der Serie beizuwohnen. Eyecandy Santiago Cabrera (welchen wir aus der ersten Season Heroes kennen, wir erinnern uns, Isaac Mendes, der Künstler, der die Zukunft malen konnte. Save the Cheerleader, save the world!) macht es einem natürlich einfach, nicht das Interesse zu verlieren, sein Charme überzeugt durchaus – aber auch der restliche Cast verrichtet gute Arbeit.

Was die erste Season mit dem Seasonfinale verschissen hat, macht das zweite wieder gut. Das Ende ist gut. Es ist offen, aber kein Cliffhanger. Es könnte genau so gut auch der Anfang von H.G. Wells‘ „The Childhood Ends“ sein.

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Twitter’esk und ohne #, No.05

Sprach ich im letzten Beitrag davon, wovor man sich besonders hüten sollte, und zwar in die DMs gewisser Accounts zu „sliden“, ist das oftmals die einzige Möglichkeit mit gewissen Accounts oder Personen in näheren Kontakt zu treten, genauer gesagt: dem Twitter-Crush.

Das Phänomen ist nicht neu und existiert, seit es Brieffreundschaften gibt. Dieses dezente Interesse an dieser gänzlich fremden Person, die man lediglich als Autor/in origineller Buchstaben-Kombinationen kennt. Man weiß weder deren tatsächliches Alter (lässt sich aber durchaus erraten) noch deren Geschlecht (nicht immer ganz offensichtlich, wird aber auch irgendwann klar). Man hat keinen blassen Schimmer wie diese aussehen, da meist auch der Klarname verborgen ist und ordentliche Recherche somit vereitelt wird. Und trotzdem entlockt die Antwort, der Fav oder gar die private Nachricht etwas Freude, wenn nicht sogar eine Veränderung des Pulses oder Schweißausbrüche oder alles zusammen. Und wenn er/sie dann 12 Antworten gefaved hat, kann man bereits die Hochzeitsglocken aus der Ferne vernehmen. Oh mein Gott, hast du eben „wir“ gesagt? Ich finde Kopernikus für einen Buben einen hervorragenden Namen! Nein? Nun gut, Cäsar tut es auch.

Üblicherweise beginnen Menschen sich erst im privaten, ungesehenen Gespräch besser zu verstehen, bei einer E-Mail, einem privaten Chat oder eben einem Brief. Bei Twitter beginnt das ganze nicht in den DMs (wenn, dann endet es dort), sondern bei öffentlichen Tweets – und Antworten auf Tweets:

Ein User entspricht durch besonders interessante, originelle, provokative und intellektuelle Tweets gewisser Idealvorstellungen, oder Vorstellungen, von denen man gar keine Ahnung hatte, dass man sie mag – und macht somit auf sich aufmerksam. Unfreiwillig. Man beginnt zu folgen, zu antworten, tritt öffentlich in Kontakt und da es die Öffentlichkeit ist, ist es gleich; man kann sich spielend unterhalten. Ich rate nicht zum Flirt. Das ist creepy. Ich finds creepy.

Ein Twitter-Crush ist harmlos. Man zielt nicht darauf ab, die Person jemals im realen Leben zu treffen – außer natürlich es beruht auf Gegenseitigkeit und die Schwelle zur Realität wurde in den DMs schon weitgehend überschritten – und selbst dann zögert man, weil es ist immer noch Twitter. Aber keine Sorge, generell ist ein Twitter-Crush in den meisten Fällen harmlos und keine Gefahr für reale Liebschaften. Man schwärmt eben a bissl von XY, wie man von Schauspieler XY begeistert ist. Das geht vorbei. Und wenn nicht: Go for it! You got nothing to lose.

Die DMs

Gut, nehmen wir an, du, lieber Leser hast einen Twittercrush und hast dich tatsächlich dazu entschlossen, dich in die DMs zu sliden. Erstens: Gratulation zur Courage; zweitens: Warum hast du das getan? Bist du komplett wahnsinnig? Als ich sagte „Go for it“ meinte ich… genau das. Okay, du hast recht. Warum ewig aus der Ferne leiden, wenn das Objekt der Begierde doch so nah ist. Nun denn, dann machs aber richtig.

Zuvor aber noch; es gibt eine Möglichkeit sich in die DMs zu sliden, ohne aufdringlich zu wirken: Wenn etwas in einer bereits weit zurückreichenden Konversation (aka Thread) zu privat ist/wird, als dass es öffentlich gesagt werden kann, kann man in diesem Fall und zwar nur in diesem Fall, einen Tweet mit Inhalt „DM“ schreiben – und somit das Gespräch hinter verschlossene Türen führen. Wobei es sich dabei nicht zwangsläufig um einen Crush handeln muss. Das kann auch so sein. Und dann sieht man ja was passiert.

Aber jemanden anzuschreiben mit: „Hey, finde deinen Twitterstil cool ;-) Bist volle süß!“ Geht. Gar. Nicht. Absolut. Nicht. Never. Ever. Wirklich. Lass das. Wirklich.

Bitte lies das

Nun gut, es ist passiert. Dazu einige Anmerkungen (die eigentlich generell auf eine Chat-Konversation anzuwenden sind):

1. Verwende unter gar keinen Umständen diesen Smiley: ;-)

Auch :-) Ist creepy. Wirklich. Lass es mit den Smileys. Wirklich. Lerne, ohne Smileys zu kommunizieren.

Er wirkt creepy. Ist so. In ganz, ganz wenigen Fällen hat er seine Berechtigung, aber in den meisten Fällen ist er creepy. Wenn man sich bereits kennt, sicherlich, oder wenn eine Situation danach verlangt, aber „Hallo wie gehts ;-)“ ist creepy. Vergleichbar mit dem lästigen, creepy Typen, der dich an der Bar anspricht, dir einen Drink zahlen und dafür deine ungeteilte Aufmerksamkeit möchte – den gesamten Abend lang und trotzig wird, wenn du dich abwendest. Das männliche Ego ist so fragil, es erstaunt mich immer wieder.

Also nein, nochmal für Dudes, hier scheint mir der Aufklärungsbedarf notwendiger: Sei nicht der creepy Dude, der Frauen an der Bar belästigt, die eh schon zu verstehen geben, dass sie nicht an dir interessiert sind. Respektiere Frauen! Respektiere das Nein. Wenn sie deinen Drink nimmt ist das trotzdem keine Einladung für ein Gespräch. Erwarte kein Gespräch! Nein, auch keine Dick-Pics, niemand will deinen Schwanz sehen. Wirklich, niemand. Und schickte mir jemand ein Dick-Pic, mache ich dessen Mutter ausfindig und leite ihr die Nachricht weiter. Ohne Rücksicht auf Verluste. Wirklich, das gehört sich nicht. Welcher Typ bitte denkt, dass ein Dick-Pic in welcher Situation auch immer gerechtfertigt und eine gute Idee ist? Wie kam dieses Denken zustande? Ich verstehe es nicht.

2. Versuche nicht, deine Schwärmerei auf die Realität zu übertragen.

Die DMs sind das endgültige Ziel, dass du erreichen kannst. Du kannst dich dort unterhalten, aber die Chance, dass es zu einem realen Treffen kommt, sollte in deiner Erwartungshaltung bei Null liegen. Denn einerseits wirst du fix enttäuscht werden (und es muss nicht einmal das Aussehen sein, da gibt es genug anderes) und wer möchte diesen leichten, unbeschwerten Crush schon mit der Härte und Schwere der Realität bürden? Eben, niemand. Und andererseits gehst du dieser von dir auserwählte Person mächtig auf den Geist damit – was das ganze wieder zerstört. Also im besten Falle lässt du es mit den DMs. Erfreue dich an Tweets, Favs und Antworten.

3. Flirte um Himmels Willen nicht.

Wirklich nicht. Lass es. Es nervt. Wenn eine Chance besteht, dass dein Crush vielleicht doch noch ein Interesse an dir entwickelt, dann dadurch, dass du nicht flirtest. Behandle das Gegenüber mit Respekt. Du kannst dann flirten, wenn du weißt, dass das Gegenüber genau so interessiert ist, aber dann bitte nicht mit der Keule, sondern subtiler. Wobei, eigentlich hab ich keine Ahnung. Mach wie du denkst.

4. Erwarte nicht, dass dein Twitter-Crush dir seine oder ihre Liebe offenbart, weil ihr euch ja so gut versteht. Das wird nicht passieren. Erneut: Es ist Twitter und nicht Tinder. Du darfst die sphärische Dialektik des Textes nicht durch sowas beeinträchtigen! Herrschaftszeiten! Führ dich auf!

5. Schreibe respektvoll.

Ich kann es gar nicht oft genug betonen. Sei höflich und nett, mach keine sexuellen Anspielungen und mach um Himmels Willen kein Tam Tam wenn er/sie sich mal nicht meldet. Ja hast du immer Lust und Zeit zu antworten? Nein. Und will das die Person auf Twitter? Eben.

Wie gesagt, in den meisten Fällen ist dieses Schwärmen einseitig; dein Twittercrush wird dein Interesse zwar bemerkt haben, und sich vielleicht etwas geehrt fühlen oder auch genervt sein und sich abwenden. So oder so, sieh es als das an, was es ist: Die Liebelei in einer angenehmen Sommernacht, die endet, sobald der Morgen graut.

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Revenge of the 5th!

Quelle: Unbekannt

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May the 4th be with you!

Quelle: Griz and Norm auf Instagram.

 

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Twitter’esk und ohne #, No.04

Ich schrieb im letzten Twitter-Beitrag: Wenn ihr euch wirklich unbeobachtet fühlen wollt: twittert.

Solltet ihr nur ein 200-Follower Account sein, interessiert sich niemand für eure Meinung, außer vielleicht die anderen 100-200-Follower Accounts (die sich gegenseitig folgen), für die sich aber auch wieder niemand interessiert und schlussendlich alles im großen, weiten Pool genannt „Uninteressant, Irrelevant und Unwichtig“ landet. Zusammengefasst unter UIU. Vor UIU-Accounts gilt es sich zu hüten, will man bei neuen, potentiellen Followern (die, die 1k überschritten haben) nicht als UIU-Account gelten. Ja, ich hab mir das eben ausgedacht, toll nicht?

Und sicherlich, jeder hat mal klein angefangen – vor zehn Jahren, als alle klein angefangen haben. Heute schaffen es nur mehr die in die Liga der Top 4000k-Accounts, die tatsächlich was drauf haben und zwar richtig – und von den richtigen Leuten retweetet werden und gefollowed und so. Ihr seht, die Sache ist wahnsinnig kompliziert; und wenn man keine Freunde hat, tja dann, wirds schwierig.

Es wundert mich immer wieder selbst, warum ich twittere. Und wer mir antwortet. Und wie. Und wenn auf die guten Tweets keine Antworten kommen, dann frägt man sich: „Was mache ich falsch?“ Und dann bekommen nichtige Retweets und einfache Mitteilungen größte Aufmerksamkeit. Es ist und bleibt ein Mysterium.

Twittern ist öffentlich

Alles ist öffentlich und für andere einsehbar. Eine private Unterhaltung auf Twitter ist keine private Unterhaltung, sondern wie das Gespräch des Nachbartisches, dem man interessiert aber möglichst unauffällig zuhört. Und manchmal beginnt man auch von dem einen oder der anderen und dessen beziehungsweise deren originellen Antworten zu schwärmen. Das Phänomen des Twitter-Crushs werden wir uns im nächsten Beitrag annehmen.

Manchmal aber passiert es doch, dass ein Fav entkommt, was dann die Gabel ist, die auf den Schuh des Nachbarn fällt. Dessen Tweet man beim scrollen aus Versehen geliked hat. Man klaubt sie dann nichtssagend auf und isst weiter. Oder es war ein „Hey, guter Einwurf!“ welchen man mit vollen Mund dem anderen Tisch zu wirft.

Besonders peinlich, wenn es sich um schon fast geheime Gespräche mit 3000 Antworten unter „Tweets und Antworten“ handelt, die man versucht, höchst unauffällig nach zu lesen, immer von der Angst begleitet (und Neugierde) ja nirgends drauf zu kommen. Im Idealfall bemerkt der- oder diejenige das gar nicht, weil sowieso zu viel passiert. Aber diese 5 Sekunden Adrenalinschub und einem Puls von 180 sind nicht zu verachten.

Möchte man aber tatsächlich ein Fav zum Ausdruck der Anerkennung und Gefallens bringen, wird es schwieriger. Entweder man klingt sich in das Gespräch ein, oder faved alle möglichen Aussagen des Gesprächs durch. Bestenfalls folgen sich die User alle gegenseitig und es sind ja eh schon Bekannte, die halt am Nachbartisch sitzen und plaudern und manchmal wirft man einen Gesprächsfetzen dazu. Dann kann es natürlich aber auch passieren, dass das Gespräch verstirbt, denn bei manchen Threads möchte man doch lieber unter sich bleiben. Deswegen gilt es zu überlegen, lausche ich weiter geheim oder trage ich etwas dazu bei?

Twitter ist, was das betrifft einzigartig. Zwar gibt es bei Facebook ebenfalls öffentliche Beiträge und Kommentare, die für jedermann einsehbar – und kommentierbar sind, wenn auch die privat-gefühlte Komponente fehlt, schon alleine durch die Übersichtlichkeit und Reihungen. Denn wer schon mal versucht hat, aus 250 000 Tweets eine spezielle Antwort wieder zu finden, der weiß, dass man zwar gesehen wird, aber in der Masse untergeht – zumal, sollte man nicht berühmt, berüchtigt, kontrovers, interessant, provokativ oder kreativ sein – schlicht und einfach nicht beachtet wird.

Nichts desto trotz ist es öffentlich.

Die DMs

An dieser Stelle möchte ich ein fettes „Warning“ und „Danger!“ sowie ein „Do not enter!“ Schild vor die Augen des Lesers halten.

Diese Direct Messages alias Privat Nachrichten sind gefährlich. Sind sie zwar privat und zugehörig zu jeder öffentlichen Plattform, können sie aber schnell zu privat sein, sprich, zu real. Twitter ist ein surreales und abstruses Phänomen. Es gibt zwar kurze Profile, aber bei vielen Usern ist nicht erkenntlich, wer oder was sie sind. Anders als bei Facebook, wo es zwar auch möglich ist, Fake-Accounts sich zu beschaffen, aber damit wohl eher selten Freunde, Verwandte, Schulkameraden und dergleichen hinzufügt, um in Kontakt zu bleiben. Facebook ist realer. Twitter bleibt in der sphärischen Dialektik des Textes (welcher in heutigen Zeiten im Internet sowieso als seltsam geahndet wird).

Personen beziehungsweise Accounts, die häufig miteinander auf Twitter verkehren, und in dieser abstrusen und surrealen Welt gerne Ansichten und Favs teilen, möchten dies nicht unbedingt an die Schwelle zur Realität tragen. Private Nachrichten, so wissen wir, sind oft ernster, realer und eben privater, als irgendwelche übertriebenen und histrionischen Tweets. Sie kratzen an der Schale zum Real Life. Sie haben den Fuß bereits im Türrahmen. Denn wie weit ist ein „Ach, gib mir doch deinen Facebook-Account!“ oder gar ein „Treffen wir uns mal?“ entfernt? Eben, nicht weit. Und das will der gemeine Twitter-User nicht.

Und das, liebe Freunde, denen euch Twitter ein gar seltsames Phänomen erscheint, interessiert die Twitter-User oftmals nicht, oder es bereitet ihnen Angst. Who knows. Vielleicht täusche ich mich aber auch nur und Twitter ist eine weitere Dating-Plattform für Leute, die des Lesens mächtig sind. Who knows? Ich mutmaße hier nur rum.

Man darf sich in Erinnerung behalten: DMs könnten das empfindliche Twitter-Paradoxon, öffentlich aber doch ungesehen sein können, in Mitleidenschaft ziehen. Und so sollte man sich gut überlegen, in welche DMs man „sliden“ möchte und welche man besser in Ruhe lässt.

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Happy Zombie Jesus Day!

Happy Zombie Jesus Day!


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Notre Dame, das Internet, und alles andere

Wenn mich etwas immer wieder erheitert, dann ist es die menschliche Dummheit. Nicht unbedingt die des einzelnen, wobei die Entscheidung die der einzelne trifft, natürlich zu solch verzwickten Situationen führen kann, mehr jedoch die kollektive Gesinnung: Schützen wir Künstler! Ja! Reformieren wir das Urheberrecht! Ja! Installieren wir Uploadfilter! Ja! … Wait, What? Exakt. You get the point.

For Example:

Tja, das passiert eben, wenn alte Dudes Sachverhalte entscheiden dürfen, von denen sie keine Ahnung haben. Und nein, dies wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern.

Ihr wisst ja auch, wenn man „Google“ bei Google eingibt, kann es das Internet zerstören. Fast kommt es einer griechischen Tragikomödie gleich, wenn die Verantwortlichen durch Artikel 13 und Co. tatsächlich das Internet „löschen“ wie es einst war. Die sich darauf beziehenden Memes sind berechtigt und zeichnen sich durch einen zynischen und frisch aus der Realität importierten Nebengeschmack aus. Sicherlich, die glorreichen Zeiten von Napster und Co. sind lange Geschichte, und wie das mit den Uploadfiltern dann tatsächlich aussieht, kann keiner sagen, denn Zitate, Satire und Memes fallen unter Zensur (wie soll der Filter wissen was Original Content und was ein Zitat ist?). Vermutlich wird sich jedes Land seine eigene Auslegung zurecht stutzen, und somit wird sich (vermutlich) im großen und ganzen nichts ändern oder aber das Internet bricht zusammen: alle Server explodieren zeitgleich, ganze Städte werden im Feuer untergehen und alles was wir je online hochgeladen haben, wird für immer verschollen sein. Die Leute müssen wieder anfangen, sich im Real Life zu verabreden und die Menschheit stirbt aus. Hmm..

Auch gehe ich davon aus, dass emsige Anwälte des freien Internets bereits jetzt schon den Fall für den europäischen Gerichtshof (EuGH) vorbereiten, der auch die Vorratsdatenspeicherung wieder aufgehoben hatte.

Aber bleiben wir bei Notre Dame. Denn darum ranken sich bereits jetzt Mythen und Legenden, wie es denn zum Brand kam und manche sind der Meinung, Daenerys Targayren habe was damit zu tun. Wenn überhaupt, dann der Night King oder Cersei Lannister, aber nicht Daenerys.

Es gibt mittlerweile so viele Meinungen und Aussagen rund um den Vorfall, dass es besonders in diesem Falle ist, die Realität von Fake News unterscheiden zu können. Ein Scroll durch Twitter reicht aus, um zu wissen was ich meine.

Auch interessant (und sehr sehr cool), dass Ubisoft bis zum 25. April Assassins Creed Unity gratis(!) hergibt: Die Reihe spielt in Paris und ein jeder solle in den Genuss Notre Dames kommen, welches für die nächsten 5 bis 6 Jahre verschlossen bleiben soll. Da Notre Dame für das Spiel sehr umfangreich katalogisiert wurde, wird dieses auch beim Wiederaufbau behilflich sein können. In your Face, Game-Bashers!

Bereits 850(!) Millionen Spendengelder haben sich gefunden – und man frägt zurecht, wie schnell das Übel der Welt beseitigt werden könnte, wenn sich ALLE reichen Menschen zusammen tun und spenden würden. Wird wohl auf ewig ein theoretisches, experimentales Gedankenspiel bleiben und statt etwas mehr Geld für Arme und Bedürftige klar zu machen, wird ihnen einfach a bissl mehr weg genommen, gell Österreich? Shame on you.

Und zu guter Letzt: Eine Aufnahme vom Gratis-Orgelkonzert von vor zwei Jahren in Notre Dame.

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„Salvation“, Season 1

Ich stelle mir bei Serien wie dieser, eine gut durchmischte Gruppe an Schreiberlingen und kreativen Köpfen vor, die an ihrem Tisch sitzen, mit Kaffee, Tee und Chai-Latte und einen grandiosen Einfall nach dem nächsten haben; dabei aber nach Lehrbuch vorgehen und nach wenigen Minuten bemerken, wie ihre Einfälle sämtliche Klischees miteinander verpaaren – und aus dieser Ernüchterung die Konsequenz ziehen und noch mehr absurdere Ideen (die sich alle gegenseitig an „Wtf? Lol!“ und „What the …?“ und „Whaaat! Wie genial!“ übertreffen wollen) hinein schreiben.

Das in etwa ist die Kurzfassung des Eindrucks, den Salvation hinterlässt.

Die Schreiberlinge kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen und bringen alle unterschiedliche Ideen mit: Hard Science-Fiction und Physik, Drama, Trash, Humor (ein Komiker ist für die humoristischen Elemente und Parodie zuständig, er wird aber nie zu Scrabble Abende eingeladen, weil seine Witze entweder zu flach, oder zu intelligent sind), Verschwörungen und (vorhersehbare) Plotwists und natürlich: Die Gefahr aus dem All – Asteroiden!

Kurz: Die Serie ist großartig! Auch wenn ein Klischee das andere jagt, jeder Plottwist den Weg für den nächsten ebnet, und die Serie eigentlich ganz schrecklich sein müsste (die Ratings der zweiten Season sind sehr schlecht, vermutlich wird es keine dritte Season mehr geben und der Asteroid die Erde zerstören), liebt man sie spätestens ab der dritten Folge.

Die Schauspieler sind sympathisch, so auch die Charaktere – und man bemerkt: Warum sind nur Männer kluge Techs, Military und Wissenschaftler, während Frauen Pressesprecherinnen, Journalistinnen, Self-Publish-Authors und reiche Damen sind? Andererseits, wer sind wir, dass wir Medienarbeit geringer bewerten als Wissenschaft? (Ich weiß, die Wissenschaft ist ein männlich dominierter Bereich und dies soll mit weibliche Präsenz aufgebrochen werden, was aber hier kaum der Fall ist). Dennoch, for all we know: Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert das Weltgeschehen. Der erste Gedanke war: „What, warum is da keine Frau dabei!“ Immerhin gibt es eine Madame President.

Worum gehts?

MIT-Student Liam entdeckt via Simulation etwas seltsames: Einen Asteroiden. Seine App warnt ihn, als er gerade Sex hat. Als er seinen Professor auf diese unglaubliche Nachricht aufmerksam machen will, findet er dessen Wohnung komplett zerstört vor. Nicht nur das: er wird beobachtet und verfolgt. Kurz um sucht er Hilfe beim Tech-Genie/Milliardär Darius Tanz, welcher eigentlich den Mars kolonisieren will.

In 168 Tagen soll der Asteroid einschlagen und ein 6. Massensterben zur Folge haben. Das Pentagon weiß bereits Bescheid und will Raketen zünden. Jedes Kind weiß mittlerweile, dass ein Asteroid dieser Größenordnung in zig Hundert Teile zerbersten und ebenfalls großen Schaden anrichten würde – natürlich würden die Teile des Asteroiden nur die östliche Hemisphäre treffen und der Grundstein zu Weltpolitischen Spannungen wird säuberlich in Reihe und Glied gelegt.

Darius hat eine andere Idee und wird sogleich von Liam unterstützt: Via Gravitation soll der Asteroid von seiner Bahn gelenkt werden. Wie sie dort hinkommen? Liams Professor beziehungsweise auch Darius hatten an etwas gearbeitet, dass sich EM-Drive nennt und eigentlich die klassischen Naturgesetze in Frage stellen würde, allen voran Newtons 3. Gesetz (allerdings gibt es Diskussionen darüber..). Darius aber lässt uns wissen, dass mit jeder Zeitwende, die vorigen Gesetze entkräftet und verbessert werden.

Yes, the trash is real! Und es ist großartig!

Während Darius also 100kg von angereichertem Uran und 2 Milliarden zur Verwirklichung braucht, schleicht sich Grace (die Pentagon Pressesprecherin) Nachts hinab und stiehlt die Codes von ihrem Freund Harris, der ebenfalls bei der CIA ist (und ihr Boss) um Darius das Uranium beschaffen zu können, denn sie ist sich sicher: Darius kann die Welt retten. Sie will nicht den Osten opfern, damit der Westen unbeschadet bleibt. Dabei verliert sie einen Ohrring im Koffer, und Chaos ist vorprogrammiert – aber! Darius braucht das Uran gar nicht für den EM-Drive…

Yes, the trash is real! Und es ist großartig! Ich liebe diese Serie schon jetzt.

Und damit beende ich die Inhaltsangabe, denn die Freude die Plottwists, seltsame und fragwürdige Entscheidungen, Verwicklungen, Verwirrungen und die kindlichen Einfälle der Schreiberlinge mit sich bringen, mag ich niemanden nehmen. Es ist wirklich großartig. Es ist trashig. Aber gut.

Die Serie, die 2017 das erste Mal auf CBS ausgestrahlt wurde, beendete eben seine zweite Season und läuft aktuell auf Netflix. Wie zu Beginn erwähnt sind die Ratings sehr schlecht, und vermutlich, wenn die Serie nicht von einem Streaming Sender gekauft, wird es keine dritte Season geben. Was ich sehr schade finde. Aber noch habe ich Season 2 nicht gesehen.

Kritik / SPOILER!

Natürlich freute ich mich auf das Season Finale, wurde aber leider enttäuscht.

Sicherlich, es kündigte sich schon über ein paar Folgen an, dass der Zwist zwischen Russland, die einst mit Absicht angegriffen wurden (aber die Sache als Asteroiden Einschlag vertuscht werden wollte) und den Staaten, zu eskalieren droht. Gegen Ende, als die Hacker Gruppe Re/Syst (die exakt so ist, wie man sich eine Hackergruppe vorstellt, im Untergrund, junge Leute mit Piercings und gefärbten Haaren, die für die Sache auch bereit sind zu sterben) ein US-Militärschiff, sowie eine russische Base in die Luft jagen, schlägt Russland zum Gegenangriff und sendet ein paar nukleare Bomben Richtung Washington (habe ich erwähnt, dass sehr viel SF-Trash dabei ist?). Die Leute befinden sich derweil im Bunker – der sie die nächsten 100 Tage sicher halten soll, oder auch, wenn der Asteroid auf die Erde einschlägt – genauer, in und bei „Salvation“, dem Raumschiff das mit 160 auserwählten Personen zum Mars fliegen hätte sollen, um dort die Menschheit weiter leben zu lassen.

Der Twist selbst, (der dem Komiker (den ich oben erwähnte) öfters Chancen gab, wenn auch humpelnde, Running Gags einzubauen) war gar nicht so das Problem, denn Verschwörungen gibt es immer wieder (und sie wurden auch sehr satirisch eingefädelt), und auch die fast schon Soap-Opera-artigen Liebesdramen hätte man akzeptieren können (Grace, eigentlich mit ihrem Boss Harris liert, verknallt sich in Darius, der trifft seine ehemalige große Liebe wieder, und auch wenn er an zweite Chancen glaubt, stimmt halt das Timing nicht, und klar, er ist auch in Grace verknallt; die On-Off Beziehung zwischen Liam und Jillian und die Affäre der Tochter von Grace mit dem Sohn von Harris und so weiter) – was aber leider einen tiefen Schatten über die Serie wirft war jenes:

Wenn die mitwirkenden Damen viel Spielraum einnahmen (auch wenn keine von ihnen Wissenschaftlerin war und zur Lösung des Problems direkt beitrug) und es Folgen gab, die sich lediglich um Grace drehten, verkamen alle drei, Grace, Jillian und Claire (die Ex von Harris) zu liebeshungrigen, weinerlichen „I want you“-Babes, die, auch wenn das Ende der Welt nahe steht, nur eines im Sinn haben: bei ihrer großen Liebe sein zu wollen. Dagegen spricht auch nichts, im Gegenteil – die Art jedoch, wie das ganze wieder in Szene gesetzt wurde, diente lediglich dazu, die eh schon heroischen Männer aus dem Drama heraus zu nehmen, und um sie noch heroischer zu inszenieren.

So meint Darius in letzter Sekunde zu Grace, sie solle gehen, denn Harris brauche sie. Ernsthaft? Warum nimmt er sie nicht mit? Gegen Ende finden sich Darius und Liam, der Jillian in letzter Sekunde verlässt, ohne ihr zu sagen warum (ich würd‘ den Typ so abschießen), wieder gemeinsam ein, weil sie beide eine Lösung haben, wie sie die Erde dennoch retten können. Ja, I get it. Er will sie sicher und verschlossen halten. Eh klar. Trotzdem. Das wie!

Leider wurde Amanda, die Reporterin, der das Wohl der Menschheit am Herzen lag, zu früh ermordet und auch die Präsidentin der Vereinigten Staaten entging nur knapp einem Mordkomplott.

Fazit

Wer SF-Trash mit Verschwörungen und Drama und Eyecandy mag, you’re welcome, thank me later.

Thx Reddit:

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„Ascension“, Mini-Serie

Nach Salvation (Einträge folgen), die nächste SF-Trash Serie, die auf Netflix mit ihren Reizen lockte. Ascension ist eine US-kanadische Miniserie mit nur 6 Folgen und wurde 2014 das erste mal ausgestrahlt.

Achtung, diese Besprechung beinhaltet massive Spoiler. Wer die Serie noch sehen mag, ohne dass Überraschungsmomente genommen werde, sollte nach der kurzen Inhaltsangabe, aufhören zu lesen.

Kurzes Fazit: Sehenswert. Es sind nur 6 Folgen.

Worum gehts?

1963 startete ein Generationenschiff zu einer 100jährigen Reise nach Proxima Centauri, einem Stern, der unserer Sonne am nächsten ist, um dort einen habitablen Planeten zu bevölkern und das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern. Nach exakt 50 Jahren geschieht ein Mord.

Spoiler

Eindrücke während der Serie, Inhaltsbezogen

Das Generationenschiff ist riesig. Es gibt auch eine Art Strand. Sie besitzen zwar alte Gerätschaften aus den 60ern, konnten sich aber mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln so weit entwickeln, dass kleine Laptops entworfen werden konnten.

Etwas seltsam ist, dass die Upper Deck Leute nie die Lower Decks besuchen, und sich somit dort nicht auskennen. Das Schiff ist zwar riesig, aber nicht soooo groß, dass man über 50 Jahre nicht von A nach B geht, beziehungsweise, dass die Lower Decks nicht einmal aufbegehren und hier und da mal die Kontrolle übernehmen – dürften die Arbeiter doch an Masse und Zahl überlegen sein.

Trotz dessen, dass das Schiff riesig ist, und neben Massentierhaltung auch anderen Fabriken beherbergt, zieht sich eine Spur des Zweifels am Rande entlang, wenn 600 Menschen dort Platz haben sollen und die Räumlichkeiten der Upper Decks teils sehr großzügig ausgestattet sind. Außerdem: Woher kommen die Waren? Sie haben immer wieder neue Waren – nach 50 Jahren und bei 600 Menschen, müssen diese doch irgendwann aufgebraucht sein – außer sie fabrizieren sie selbst, was aber mehr als 600 Menschen für eine Produktion erfordern müsste – und noch mehr Platz für Anbau und dergleichen. Aber ganz gleich, es ist ein interessantes Gedankenspiel.

Seltsam wird es, als man bemerkt, dass die Kameras, die überall installiert sind, und die Bilder nach außen transportieren, von niemanden entdeckt werden. Nach 50 Jahren wird man doch das eine oder andere auseinander genommen oder umgeräumt haben oder alte Dinge zerlegen.

Dann gibt es eine Birth-List: Was bedeutet, dass nur bestimmte Paare sich fortpflanzen dürfen, und ihr Implantat entfernen lassen können. Auch gibt es gematchte Paare: Wenn der PC, alias der mathematische Algorithmus, empfindet, dass diese und jene Gen-Kombination sinnvoll für das Überleben (die Weiterentwicklung) der menschlichen Rasse ist, werden diese zwei Menschen gepaart. Und es ist okay. Die Leute akzeptieren das. Fast.

Daneben gibt es die Stewardessen „Guardians of the Birth List, Body and Soul calling – wife, mother, caregiver to all.“ (Wait, WTF? Handmaidstale auf Glamours 60s?) und die Frau des Captains ist Bordelldame höchsten Grades. Sie wählt die hübschesten und perfektesten Mädels selbst aus, welche dann auf exklusiven Partys die ranghohen Militärs bedienen und für die eine oder andere Seite spionieren.

Eindrücke über die Serie (massive Spoiler!)

Mir ist bewusst, dass eine Serie über ein Generationenschiff einiges an Kreativität und Suspension of Disbelief abverlangt und vieles an Spielraum offen lässt beziehungsweise ließe, um vorhandene Gesellschaftssysteme zu kritisieren oder einen gänzlich neuen Gesellschaftsentwurf zu entwickeln – in diesem Falle aber konzentrierte sich die Handlung auf die äußeren Umstände und die Tatsache, dass das Schiff als quasi Petrischale für genetische Evolutionsexperimente dient. Die Genetik wurde erst 10 Jahre vor „Start“ des Schiffes entdeckt, also warum nicht gleich testen?

Natürlich überlegt man sich, wie man seit den 60ern das ganze geheim halten konnte, vor inneren und äußeren Blicken, von der Logistik ganz abgesehen – aber, darum geht es nicht.

Aber! Gegen Ende reist ein Crewmitglied tatsächlich auf den Planeten, der von drei Sonnen umgeben ist. Wie? Indem, dass nur die besten Eigenschaften weiter vererbt werden, entwickeln/erreichen manche Crewmitglieder die nächste Evolutionsstufe, können elektromagnetische Impulse senden und schlussendlich auch teleportieren. Richtig gelesen, das ist die Auflösung. Jap. Sorry to say, aber das ist das Ende.

Aber schaut euch die 6 Folgen trotzdem an. Die Frage natürlich, wie dieser eine Mensch auf dem fremden Planeten überlebt, oder ob er damit in den sicheren Tod geschickt wurde – lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.

Dass auch die Verschwörungswebsite, auf welche die Menschen gelangen, wenn sie sich über die näheren Umstände informieren möchten, ein Teil des ganzen ist – und Kritiker, die zu nah an der Wahrheit graben, um das Experiment zu gefährden, einfach getötet werden, muss natürlich ebenfalls angesprochen werden und vermittelt: Trust no one.

Kritik (Spoiler)

Schade finde ich, dass das Gefühlsleben der Passagiere nicht näher betrachtet wird. Zwar gibt es Kritik an der „Hineingeworfenheit“, denn man sei schon allen Personen, die man je kennenlernen würde, begegnet – aber eine wirkliche Tiefe bleibt aus. Was vielleicht in dem Fall ganz gut ist.

Auch gibt es nach wie vor Klassenunterschiede. Wenn die 1960er Star Trek und eine fiktive klassenlose, utopische Gesellschaft hervorgebracht haben, dann hätte dies ebenfalls ins Experiment mit einbezogen werden können, wie sich soziale Strukturen entwickeln. Stattdessen aber scheint es von vornherein die Upper und Lower Decks zu geben, die (natürlich) miteinander im Konflikt stehen. Nach oben zu kommen ist schwer, nach unten zu fallen einfach. Warum nicht jeder ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft sein kann… ist fraglich.

Anyway: Für einen verregneten Samstag-Nachmittag eine passable Unterhaltung mit Potential zu mehr.

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Was du in deinen 30ern erreicht haben solltest

Erste und ultimative Antwort: Gar nichts.

Es geht niemanden einen Scheißdreck an, was du nach welchen Standards erreicht haben solltest. Wobei doch, wenn du geschafft hast, dir bisher nicht das Leben zu nehmen: Gratulation!

Madame (8) meinte einst: „Warum willst du mit 30 aussehen wie 20? Willst du die alte, creepy Frau in der Disco sein, die du damals mit Anfang 20 belächelt hast?“ – selbst wenn, who cares? (Okay, wenn wir ehrlich sind: Niemand will die creepy, alte Frau/(und schlimmer noch) der creepy, alte Dude sein, der in der Disco herum hampelt und sich an die jungen Mädels ran macht. Niemand. Übrigens, gehen wir nicht mehr in Discos. Wir besuchen Salsa-Abende. Oder Konzerte. Wenn überhaupt. Meistens ist es doch nur mehr Karaoke oder Kino. Wenn überhaupt. Die Couch ist auch okay. Oder das Bettchen. Mit Twitter. Vollkommen ausreichend.

Trotzdem. Was kann ich dafür, dass die Abstinenz von Alkohol und Tabak meine Haut noch nicht ganz so arg altern lassen haben, wie bei manchen anderen? Und hätte ich regelmäßig Sonnencreme verwendet, gäbe man mir sicher noch die Anfang 20. Merke: Verwendet auch tagsüber eine Creme mit mindestens LSF15! Und vergesst nicht, diese ab und an nachzutragen. Und hätte ich mich besser ernährt, mehr auf Obst und Gemüse geachtet, ginge ich sicherlich noch als 18jährige durch. Und hätte ich regelmäßig Sport betrieben, dann .. nun gut, lassen wir das.

Nachdem ich in den 1980ern geboren bin und jeder, der in den 1980ern geboren ist, dieses Jahr 30 oder darüber sein wird, muss auch ich erkennen, dass die feinen, aber kleinen Schwindeleien (die mir übrigens außerordentliche Freude bereiten) irgendwann nicht mehr ganz aufgehen werden, bestehe ich weiterhin darauf, als Mitte 20jährige durch zugehen. Irgendwann ist die Rechnerei nicht mehr spannend, sondern mühsam. Irgendwann stimmen Details nicht mehr miteinander überein und irgendwann macht einfach alles keinen Sinn mehr. In den 90ern geboren zu sein und einen Teil der Jugend ohne Internet und Handy verbracht haben? Nicht unmöglich, aber schwierig. In den 90ern geboren zu sein, und sagen können: „Ja, das waren halt die 80er! I’ve been there!“ You get the point.

Und natürlich stellt sich zeitweise die Frage, was man in seinen 30ern erreicht haben muss/sollte.

Die einen lassen sich scheiden, bei anderen ist das zweite Kind bereits unterwegs, mei nett! Das dritte auch? Ja! Aber meine Frau mag nicht so wirklich; die Jugend hat sich noch nicht ganz unter den Stirnfalten verkrochen, und man zockt gelegentlich das eine oder andere Spiel; der Job wird immer mühsamer, der Chef war auch schon netter, die Überstunden machen zu schaffen, die Bandscheiben, ja, das Kreuz auch, und ausgehen ist auch nicht mehr so wie früher, 3 Bier, dann ist genug! Mei, die Kinder, holst du sie am Freitag von der Kita? Aber Schatz, ich wollte doch.. nein, ist gut, ich verzichte gerne auf mein Leben. Ist in Ordnung. Und unter all diesem Gedöns und Getöse unterschiedlicher Aussagen diverser 30- bis 40jähriger, steht man auf weiter Flur und überlegt: „I’m a f*cking loser! Wait, but, why?“ Bis man realisiert: „It’s not me! It’s them! All of them!“

„Du kannst aber nicht ewig Kind sein!“ – „Doch kann ich.“

Es wird immer Leute geben, die dir sagen werden: „Mit 30 ist das Leben vorbei! Mit 40 musst du was erreicht haben. Da kannst du nichts mehr ändern. Da solltest du gefestigt sein!“ Und natürlich hinterlassen diese Sätze Unsicherheit sowie gewisse Fragen: Muss ich das tatsächlich? Was wenn nicht?

Googelt man kurz, finden sich zig Artikel, dass man auch mit 40 oder 50 sein Leben noch komplett neu ausrichten kann. Oder mit 60! Und besonders unsere Generation, von denen die wenigsten (so zumindest mein Eindruck) tatsächlich erwachsen geworden sind, nagen an der Definition von „Erwachsen-sein“. Erwachsen-sein, einst definiert als die Elterngeneration, dieses biedere, langweilige Dasein, ohne Wahnsinn durchs Leben schreiten, rationale Entscheidungen treffen, Versicherungen verstehen und ohne Angst wo anrufen zu können. Die Generation, die keine Fehler macht und sich nicht mit diesen Halbgaren Memes identifizieren mag. Erwachsen-sein, definiert durch: sein Leben im Griff zu haben und zu wissen, wohin man möchte und sich zu kennen, das Leben zu akzeptieren, weil man hat ja mit 30 bereits gefestigt sein müssen und da wäre unschicklich, jetzt noch an allem zu zweifeln!

Who are these people?

Ich hasse Fragen, die einen zwingen sich mit dem eigenen Selbst auseinander zu setzen. Das, was ich in meinen 20ern noch gern getan habe, da das Selbstbewusstsein groß und fern jeglicher Kritik stärker strahlte als Tschernobyl, geriet irgendwann immer mehr in den Hintergrund. Sicherlich, selbst in meinen 20ern war mein Selbstbewusstsein angeknackst, aber zumindest konnte man sich die Fehler schön reden. Und sicherlich, in den 30ern fällt alles auf eine gewisse Narrenfreiheit zurück, während man in den 20ern ausprobieren konnte, und nichts (von all dem, oder das wenigste zumindest) kleben blieb.

Und es stellt sich die Frage: Wer sind diese Leute? Die, die alles auf die Reihe kriegen. Wer sind sie? Und gibt es sie tatsächlich? Sind sie nicht vielleicht nur ein Mythos der Eltern-Generation, der in das Unterbewusstsein ihrer Kinder tradiert wurde und kontinuierlich wird, weil sie selbst nichts auf die Reihe brachten, um so den Schein zu wahren? So wird es sein!

Die Alten, unsere Eltern, und die Jungen, diese Digital-Natives, Generation Laptop (nicht Stand-PC, wie wir), die Streamer (und nicht alten CD-Gamer), die jungen, dynamischen Start-Up Menschen, nicht wir, die wir Schiss vor einem Anruf bei der Krankenkasse haben, um irgendwas Belangloses in Erfahrung zu bringen. Die, die hinaus ins Leben schreiten, sich optimiert selbst präsentieren und damit massiv Kohle scheffeln.

Werden wir je deren Level erreichen, oder werden wir ewig die creepy Zwischengeneration sein, die weder dies noch das ist. Wer sind wir? Und existieren wir tatsächlich? Sind wir nicht nur Einbildung unseres gekränkten Selbst, dass in die Welt geworfen wurde und in der Zerworfenheit der Generationen keinen Ausweg mehr findet?

„Du musst erwachsen sein!“

Wir sind erwachsen (glauben wir) und haben Verpflichtungen (die wir hassen) und kommen diesen nach (lol, ja genau), ohne darüber zu jammern (haha, nice try), weil jeder die gleiche Last zu tragen hat, manche sogar noch mehr. Aufgrund der etwaigen Diskriminierung bestimmter Gesellschaftsmodelle verzichte ich an dieser Stelle auf Beispiele.

Irgendwo im Zuge meiner Recherchen las ich, dass man in den 30ern erkannt hat, dass die Erwachsenen, vor denen man soviel Respekt und Ehrfurcht hatte, gar nicht soviel wissen, wie man einst glaubte. Im Gegenteil, den wohl höchsten allgemeinen Bildungsgrad haben Maturanten, Menschen zwischen 18 und 20. Die wissen über Mathematik, Biologie, Politik und Geschichte Bescheid. Danach fokussiert man sich auf Spezialgebiete, wenn überhaupt. Will ich damit sagen, dass wir zunehmend verdummen? Natürlich!

Back to the roots

Ja, fellow friends, die 30er sind angebrochen – nicht nur bei uns selbst, sondern auch in der weltpolitischen Lage scheint alles wieder dorthin zurück zu kehren, wo das Übel einst begann, von dem sich das kollektive Gedächtnis noch nicht erholt hat und die Schuld noch immer mit sich trägt (und offenbar nichts daraus gelernt hat, weil, ja.. kollektives Schuldgefühl und so, und den gleichen Fehler, am besten noch zur gleichen Zeit, noch fünfmal machen muss um daraus zu lernen.. whatever).

Und trotz dessen sind wir mittlerweile die Alten, fern ab von den jungen Influencer und smarten Start-Up-Gründern, die ihre Mitzwanziger richtig geil fetzen lassen. Könnten wir auch, aber wir sind die Generation in between. Weder Digital-Native, noch Digital-Immigrant. Verloren in der Zeit.

Wie will man also von uns erwarten, dass wir jemals erwachsen werden, gemessen an den Standards der Elterngeneration vor uns, deren Ideale nicht mehr anstrebbar sind, beziehungsweise sein wollen und auch nicht angestrebt werden können, weil es schlicht und einfach nicht mehr möglich ist (aus allerlei Gründen)? Und wir auch nicht wissen, wie sich die Nachfolge Generation verhält, wenn diese erwachsen ist – derer wir auch kein Vorbild sein können; wenn überhaupt nur als Karikatur dienlich sind, die sie lässig beiseite schieben, weil sie soviel toller sind und soviel mehr erreicht haben als wir, vor allem, weil sie viel mehr Möglichkeiten und das besonders wichtige, die Jugend dafür besitzen!

Tja, ihr lieben Leute, die in den 1980ern geboren sind:

Wir sind die seltsamen Between’ers, die schrägen Alten, die Generation, die nicht erwachsen werden will (oder kann!). Generation XYZ Whatever. Generation „I don’t give a fuck und jeder sagt mir, was ich zu tun habe und ich mag eigentlich nur am Strand liegen und meine Ruhe haben“, Generation „Schleich di mit deiner deppaten Erwartungshaltung; geh, mach ein Bild für Instagram für dein Start-Up für Wasserflaschen für Armlose“, Generation „Geh mir nit auf die Eierstöcke!“ und zu guter Letzt: Generation „I don’t give a fuck.“ Oder so.

Anyway, was ich damit sagen will, falls sich jemand angesprochen fühlt und am gelebten Leben zweifelt, wenn die Erwartungshaltung anderer regelmäßig an die Tür klopft, in die Timeline gespült und unter die Nase gerieben wird:

Du musst gar nichts erreicht haben.

Und viel wichtiger: Don’t give a fuck.

Wenn du in deinen 30ern noch ein Studium anfangen willst, who cares. Wenn du auf 26m2 lebst und glücklich damit bist, so what? Und wenn du einfach nur faul sein und schlafen willst, do it!

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