Archiv der Kategorie: Kulturelles

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #61

Unsere 5 liebsten (echten) Tiere aus Film oder Serie

Du meinte Güte, das ist ein schwieriges Thema. Bisweilen fallen mir überhaupt nur 4 ein – bis auf die bekannten Helden wie Lassie, Willy und Flipper. Ganz zu schweigen, dass ich mich kaum mehr an die Geschichte der meisten Filme erinnere.

1. Aber ich erinnere mich, dass ich die sprechende Katze Leo gern gesehen habe, zugehöriger Film: Supercat – Die reichste Katze der Welt (1986)

2. Und Boomer aus den 1980ern, mit gleichnamiger Serie.

3. Nicht zu vergessen Beethoven aus Ein Hund namens Beethoven (1992) und Benji, dessen Filmreihe zwischen 1974 und 2004 lief. Benji war der Hund mit den Puma-Babys.

4. und 5. Auch klar: Blitz, Fury und Black Beauty – in dieser Reihenfolge.

Wobei man sagen muss, dass damals wenig bis keinen Wert auf Tierfreundliches Vorgehen beim filmen gelegt wurde – weswegen ich als kleines Mädchen, alsbald ich den Umstand verstehen konnte – konsequent auf alle Indianer-Filme verzichtete und bei den meisten Tierfilmen auch Bedenken hatte (und immer noch habe), ob die Tiere nicht doch irgendwie gequält wurden (und werden). Ein öffentliches Bewusstsein dafür hat sich ja eigentlich erst im letzten Jahrzehnt gebildet. Ein jeder Film, der auch nur unter den Verdacht der Tierquälerei fällt, wird vom Internet zerrissen und boykottiert. Aber Dank CGI und den vielfältigsten Möglichkeiten (Siehe Making-Ofs von GoT. Reale Pferde + Computertechnik = Atemberaubende Szenen) sollte dies bald Geschichte sein.

Daher, eine sehr schwierige Fragestellung.

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„Black Mirror“, S03E04

Es ist und bleibt wohl das Markenzeichen von Black Mirror, dass man sich 3/4 der Zeit frägt: Worum geht es eigentlich und was zur Hölle ist jetzt so außergewöhnlich, und wann kommt der Twist? Doch nach und nach erahnt man es und gegen Ende lächelt man. Oder auch nicht. Entweder empfängt man die zu Schau gestellten Technologien der nahen Zukunft mit offenen Armen oder sieht sie als Warnung und bekommt Bauchweh.

Lässt sich über eine Black Mirror-Folge schreiben, ohne dass das Erlebnis gespoilert wird? Jein. Zur Sicherheit: Dezente Spoilerwarnung.

Ein Thema, dass sich durch fast alle Folgen zieht, ist die Idee des Mind Uploadings. Wir wissen, dass dies in der Realität nicht funktionieren kann und anstatt „uns selbst“ hoch zu laden, wird lediglich eine Kopie von uns, beziehungsweise unserem Bewusstsein, erstellt. Es ist irreführend zu glauben, dass „wir“ selbst wo hin transferiert werden. In „San Junipero“ funktioniert es. Man stirbt, und „tritt nach dem Tod über“, nennt es „passing“ und verbringt die Ewigkeit in einer virtuellen Realität. Und wenn man möchte, kann man sich löschen und ist weg. Und zig tausende, Millionen von Menschen nehmen an diesem Projekt teil. Fraglich, ob es sich nicht doch um dieselbe Technologie wie in „White Christmas“ (S02E04) handelt.

Worum geht es?

Die junge, introvertierte Yorkie (Mackenzie Davis) trifft in den 1980ern auf die junge, extrovertierte Kelly (Gugu Mbatha-Raw). Sie verbringen eine gemeinsame Nacht zusammen und Yorkie versucht daraufhin Kelly wieder zu finden. Aber ohne Erfolg. Kelly scheint wohl abgereist zu sein. Man ahnt nichts übles, doch erst als die beiden Darstellerinnen trotz des Zahnwechsels, der an Musik, Mode und Filmpostern ersichtlich ist, nicht altern, beginnt der Prozess einzusetzen. San Junipero wirkt wie ein Ferienort, an dem man Urlaub macht, die hiesigen Clubs besucht und eine gute Zeit hat. Stutzig wird man, als sie in einem abgelegenen Rocker-Swinger-Club auf Wes trifft, der sich zuerst mit Kelly getroffen hatte, der meint, sie solle sie doch in einer anderen Zeit suchen: „Seen her in ’80s, the ’90s, 2002 one time.“ Die Zeit ist sowieso knapp bemessen und um 12 Uhr geht das Licht aus. Für alle.

Wenn aktuelle Filme und Serien öfters von Technikkritik geprägt sind, erlaubt „San Junipero“ das Gegenteil. Die virtuelle Realität erinnert an die OASIS („Ready Player One“), mit dem Unterschied, dass die Lebenden nur einmal in der Woche für fünf Stunden dort sein dürfen. Verständlich, denn die Welt ist soviel besser: Man kann sich nicht verletzen und nicht sterben. Aber man kann sich verlieben, streiten und Schmerzen empfinden, im Jahrzehnt seiner Wahl. Und Kelly will nur Spaß haben, und nichts weiter als das.

Kelly: „Uploaded to the cloud – sounds like heaven.“

In der Realität liegt Yorkie seit 40 Jahren im Bett und wird nur mehr durch lebenserhaltende Maßnahmen vor dem Tod bewahrt. Nachdem ihre Eltern sie aufgrund ihrer Homosexualität verstoßen hatten, hatte sie versucht sich umzubringen. Schlimmer aber noch: Diese verweigern ihr die aktive Sterbehilfe, sodass es ihr verwehrt bleibt, ihr Bewusstsein vollständig nach San Junipero zu schicken, um dort zufrieden leben zu können – nachdem sie in der Realität immer noch alles mitbekommt – aber sich nicht regen oder bewegen kann.

Dieses Story-Element finde ich, neben den technologischen Möglichkeiten, einen Blick wert: Es gäbe die Möglichkeit aus dem Leben zu scheiden – aktive Sterbehilfe scheint in dieser Zukunftsvision kein Problem zu sein – und es gäbe die Möglichkeit des Glücks für diese Personen in eben einer virtuellen Realität. Aber aufgrund ihrer Homosexualität wird der Protagonistin dies (von ihrer eigenen Familie) verweigert. Ein großes Kopfschütteln bleibt zurück, besonders, wenn es sich um die nahe Zukunft handelt. Es lässt sich nur zynisch schließen: Technologien verändern sich, Menschen nicht – Technologien ermöglichen Chancen und Menschen nutzen sie zu böswilligen Zwecken. Same old same.

Yorkie verabredet sich mit Kelly in der eigentlichen Realität und nachdem sie beschlossen hatte einen Krankenpfleger zu heiraten, der sie vom Leiden erlösen sollte, springt Kelly kurzerhand ein. Sie heiraten im Krankenhaus, Yorkie wird aus dem Leben entlassen und sie treffen sich in Hochzeitskleidern in San Junipero wieder. The End. It’s a happy ending!

Fazit: „San Junipero“ ist eine beinahe optimistische Folge und veranschaulicht fast zynisch (ruft man sich alle anderen Folgen in Erinnerung) welch positive Nebeneffekte gewisse Technologien, wenn möglich, mit sich bringen könn(t)en. Nein, es ist die einzige Folge, die tatsächlich angenehm ist und keinen Stein im Magen hinterlässt.

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Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #60

Die 5 Filme, auf die ich mich im Herbst am meisten freue

Ich war mir gar nicht sicher, was alles im Herbst/Winter noch anlaufen wird, außer Star Wars im Dezember und Thor: Ragnarok im November. Gorana nannte Es und Blade Runner 2049, auf die ich ebenfalls sehr gespannt bin. Nun gut. Vier haben wir damit schon, die Liste ist vorhersehbar.

1. Thor: Ragnarok – One word: Loki.

4. Blade Runner 2049 – Ob der Film es schafft die Stimmung von damals einzufangen und sie adäquat an die heutige Zeit anzupassen? Wir werden sehen.

5. Star Wars – The Last Jedi  und Justice League – An Star Wars bin ich interessiert und er steht auf meiner Liste und ich werde vermutlich Geld dafür ausgeben, Justice League wird lediglich wegen Diana Prince besucht.

3. Professor Marston & The Wonder Women – Eine Erzählung über das Zustande kommen von Wonder Woman in den 1940ern.

2. EsES von 1990 war einer der ersten Horrorfilme, die ich mir alleine, nachts, bei Licht und ganz leisem Ton, angeschaut habe. Ich hatte danach zwar keine Angst auf die Toilette zu gehen, aber das eine oder andere Abfluss Gitter war mir dann doch suspekt. Ein paar Jahre später folgte das Buch. Auch dieses mal wird auf eine spezielle Szene verzichtet.

Beim recherchieren fand ich eine Perle sondergleichen:

Geostorm: „Nachdem eine noch nie dagewesene Reihe von Naturkatastrophen den Planeten bedroht hatte, kamen die Anführer der Welt zusammen, um ein kompliziertes Satellitennetzwerk einzurichten, mit dessen Hilfe man das globale Klima kontrollieren und allen Sicherheit garantieren wollte. Doch etwas ist schiefgelaufen – das System, das die Erde beschützen sollte, greift sie nun an! Im Wettrennen gegen die Zeit muss die wahre Bedrohung aufgedeckt werden, bevor ein weltweiter Geosturm alles und jeden auslöscht.“ (Quelle des Textes: Moviejones)

Klingt nicht unbedingt nach einem Film für den man Geld ausgeben muss, ich mir aber sicherlich anschauen werde (ob Kino oder gestreamt). Ich liebe dumme, die Logik und Physik ignorierende Katastrophenfilme, die reich an Zerstörungsszenarien irgendwelcher Großstädte sind. Solange keine Tiere dabei sterben.

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The Adorkable Misogyny Of „The Big Bang Theory“

Fazit: Sehenswert!

Viele der negativen Verhaltensweisen, die im Video als Beispiel heran gezogen werden, sind uns nicht als solche bewusst. Selbst ich wuchs mit allgemein akzeptierten und romantisch-verklärten (Stalker-)Vorstellungen auf, wie etwa: „Oh, er stellt ihr, während sie schläft, einen Weihnachtsbaum im Zimmer auf, wie aufmerksam!“ (Untamed Heart, 1993) oder „Oh, er droht Suizid an, wenn sie nicht mit ihm ausgeht, wie nett!“ (The Notebook, 1996). Und auch ich musste lernen, dass diese Vorgehensweisen nicht romantisch, sondern gefährlich sind – auch wenn Medien, Filme, Bücher, Fernsehen und weiß der Teufel was, es uns anders verkaufen möchten. Hier noch weitere Film-Beispiele.

„Nerds sind cool!“

The Big Bang Theory fiel und fällt, wenn überhaupt, nur unter jene Kritik, dass Nerds – wenn auch sichtbarer, und in ein „cooles“ Zentrum gerückt (Nerds waren/sind plötzlich cool) – immer noch „lächerlich“ gemacht werden und dem Kanon der Trottel-Inszenierung folgen – auch wenn sie hoch intelligente Physiker sind und mit einer Reihe, für den Normalverbraucher, unverständlicher Begriffe um sich werfen. Im täglichen Leben wird trotzdem über „Nerds“ gelästert und sich auf ihre Kosten amüsiert – außer vielleicht sie sind erfolgreich, gesellschaftstauglich und ansehnlich. Nicht zu vergessen, dass TBBT eine Comedy-Sendung sein will, die sich selbst nicht all zu ernst nehmen mag und teilweise auch gezielt selbstironisch mit seinen Inhalten umgeht und deren Handhabung so in gewissem Maße legitimiert.

Auch ich mochte die Serie zu Beginn, vor allem der wissenschaftlichen und geek’schen Aspekte wegen, bis diese mehr und mehr in der Hintergrund gerieten und ich irgendwann bei Season 6 oder so ausstieg, da der Fokus nur mehr auf Liebes-Drama als wie auf Wissenschaft und Popkultur gerichtet war. Also fern ab einer feministischen Sichtweise – denn damals hatte ich noch nicht ganz das Bewusstsein dafür und Madame (8) hatte noch viel Arbeit vor sich. Sicherlich fiel mir auf, dass die einzige (blonde) Frau das Dummchen ist und die Sendung generell kein gutes Licht auf Frauen wirft – nahm es aber, wie vieles andere, einfach hin. Ein feministisches Bewusstsein kann (und soll auch) nicht erzwungen werden, es entwickelt sich. Manchmal kommt es urplötzlich, manchmal schleichend.

The Adorkable Misogyny Of „The Big Bang Theory“

Investiert diese 20 Minuten eures Lebens.

 

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„Look what you made me do“

Es dauerte nicht lange bis sich eine Handvoll YouTuber am neuen Song von Taylor Swift „Look what you made me do“ zu schaffen machten, der Mitte letzter Woche veröffentlicht wurde. Ich mochte es schon immer, wenn Pop-Songs aus ihrem eigentlichen Terrain gerissen und komplett individuell verändert werden. Viele der bekannten Popsongs eignen sich hervorragend für Punkrock- oder Singer-Songwriter-Cover und sind dann auch tatsächlich anhörbar. Nur, weil das ursprüngliche Genre für den einen oder anderen eine abschreckende Wirkung bereit hält, bedeutet das nicht, dass der Song an sich schlecht sein muss.

Somit also eine kleine Auswahl, was sich bis jetzt im Netz findet. Ich gehe davon aus, dass die eine oder andere geniale Umsetzung noch kommen wird. Ich hoffe jedenfalls auf weitere Punkrock-Cover.

Und auch dieser Herr verdient eine Erwähnung, der aus dem düsteren Electro-Pop-Stück einen fröhlichen, ja, ich meine fast 80er Jahre Popsong macht?

Ballade? Pop-Ballade? Inklusive Musik-Video. Unglaublich was binnen weniger Tage zu schaffen ist.

Auch die Singer-Songwriter-Fraktion meldet sich zu Wort – die sich alle irgendwie (vor allem stimmlich) ähneln.

Auch mit Klavier:

Oder mit Violine:

Und getanzt:

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„Valerian and the City of a Thousand Planets“

Mein erster Gedanke, während und nach dem Film war: „Was für eine sexistisch, rassistische Scheiße.“

Sexistische, rassistische Scheiße

Ist es wirklich notwendig, dass über die ganze Geschichte hindurch bis ins 28. Jahrhundert es immer weiße Männer sind, die den Fremdlingen die Hand reichen? Kann man an dieser Stelle schon von Kritik sprechen? Satire? Parodie? Einen Seitenhieb? Ist die Comic-Vorlage dafür verantwortlich? War es ein Augenzwinkern, allerdings mit einem sehr weinenden Auge und einem lachenden, so dümmlich lachend, wie die klatschende Kreatur, die dem Vielfraß-König Caras Kopf servierte? Lasst mich die Umgebung in Erinnerung rufen: Eine interstellare Millionenmetropole im Jahre 2740 mit über 17 Millionen Einwohner aller nur erdenklichen Arten, Farben und Formen, die ihr gesamtes Wissen miteinander geteilt haben und es sind weiße, männliche Homo Sapiens an der Spitze? Hallo?

Gleichzeitig gibt es lediglich in einer führenden Position einen Schwarzen, aber keine Frauen oder Aliens. Einzig allein ein Asiate gerät ins Blickfeld der Kamera, aber auch nur um das zu tun, worin er gut ist: Die Technik reparieren. Dass die höher entwickelten und friedlichen Pastellfarbenen Muschel-Insel Bewohner weiß, hochgewachsen und dünn sind, während die gewitzten, aber auch primitiven drei „Tauben-Enten-Aliens“ oder die grob gewachsenen Vielfraße, Erdfarben sind – kann entweder als Übersensibilität meinerseits gewertet oder der westlich-kulturellen Auffassung zugeschrieben werden, dass weiße, helle Farben Reinheit symbolisieren und Erdfarben eben Schutz und Unreinheit, Primitivität und Wildheit. War es einfach nur Unaufmerksamkeit? Aber auf dieses Problem wies ich einst bei Star Trek TNG hin. Es kann aber auch einfach nur Zufall sein. Immerhin hatte sich James Cameron in Avatar entschlossen, die überlegende Rasse blau zu gestalten.

Und ist es wirklich notwendig, dass Frauen nur hübsches Beiwerk sind? Immer noch? Ist es das? Rihannas Zweck besteht allein darin halbnackt eine (zugegeben ästhetische) Show zu liefern und sich dann für den Helden aufzuopfern, während Cara die meiste Zeit in luftigen Kleidchen herum läuft und gegen Ende das tut, was jede gute Frau tun soll – den Antrag des Hauptdarstellers, dem sie kurz zuvor noch einen sehr klugen Monolog geliefert hatte, anzunehmen. Sie ist Beiwerk. Und auch wenn sie eine Waffe in der Hand hält, ist sie Beiwerk. Niemand sagt etwas dagegen, wenn Frauen Sexy sind, aber in diesem Falle ist wieder einmal pure Reduzierung darauf.

Auch interessant ist, dass der Mythos, der „armen aber glücklichen Fischer“ und dessen karge Realitäten wieder einmal mit idyllischer Wunschromantik ersetzt werden und Glück und Frieden propagieren. Ein kleines Stück Technikkritik? Seit den 1920ern scheint sich nichts verändert zu haben. Zur Erinnerung: die neapolitanische Filmemacherin Elvira Notari hatte für die in die USA emigrierten Italiener, idyllische Heimatfilme produziert und so kräftig am Mythos des „armen aber glücklichen Fischers“ mitgeschraubt.

Und nein, auch nicht die gewaltige Bilderflut, die Welten und die gesamte CGI-Operette hilft nicht über diesen Faux-Pas hinweg.

CGI – ein gehyptes Übel

CGI und ich werden keine Freunde mehr. Warum wirken Horrorfilme aus den 1980ern? Warum gruselte man sich bei Nightmare on Elm Street und Freitag der 13., Es, Omen und Alien? Sogar Der Blob macht eine bessere Figur, von Chucky und der Fliege ganz zu schweigen. Warum? Weil sie einfach sind. Hand gemachte Puppen, die tatsächliches Kunstblut speien, jagen 100x mehr einen Schrecken über den Rücken als zerfetzte, zuckende CGI Leichen. Warum wirkte Humans, auch wenn die Methoden teilweise extrem billig waren? Eben deswegen. Warum hinterlässt The Expanse Eindruck? Weil es „billiger“ (gemacht) ist und somit authentischer. Es wirkt. Es hinterlässt einfach etwas. Ideen, Emotionen, Herzblut, Schweiß und Tränen! All dieser digitale Wahnsinn bei Avatar und Herr der Ringe und auch Valerian, so beeindruckend er für sich selbst genommen sein mag (und ist!), und man den Künstlern, die das auf die Leinwand brachten, applaudieren will, wirkt (auf mich) oftmals nicht. Es lässt mich kalt und ringt mir ein dezentes Lächeln ab, aber keine Emotion. Ein anerkennendes Staunen, was alles möglich ist, aber kein Gefühl an das ich mich erinnere.

Einzig allein die Stadt hätte ich gerne – ohne 3D – gesehen. Die Stadt, das Gebilde und die Ideen dahinter hätten mehr verlangt als wie eine verschwommene Kamerafahrt bei der man Kopfweh bekam. Zuviele CGI-Details und 3D beißen sich. Ja, sie waren schön, die Landschaft, auch Pastell-Island. Und ich, ich ginge die Stadt gerne in einem Walking-Simulator ab, gerne auch mit einer VR-Brille.

Was war noch:

Die alternative Dimension, die nur via VR erreicht werden kann. Seitenhieb, der Comicvorlage entnommen oder Ideenlosigkeit? Die Zeit arbeitete gegen Luc Besson. Was in den 1960ern vielleicht noch revolutionär war, und auch in den 1990ern funktionieren hätte können, tut es heute nicht mehr. Die Charaktere wirkten flach und besonders der Versuch den Hauptdarsteller in eine Art Bruce Willis zu verwandeln, misslingt kläglich. Er wirkt unsympathisch, arrogant und schon in der ersten Szene frägt man sich: Warum? Aber vielleicht war ich durch die hervorragende schauspielerische Leistung des jungen Mannes in Dunkirk noch geblendet.

Btw, bei Doctor Who floriert im 28. Jahrhundert das Erd-Imperium und es herrscht starker Luftverkehr im All. London gibt es nicht mehr, sondern an Stelle dessen ist der gesamte Süden Englands zu einer gewaltigen Stadt verschmolzen namens Central City.

Abschließend

Als Vorlage diente das Comic „Valérian et Laureline“ von 1967. Der 6. Band „Botschafter der Schatten“ diente als lose Vorlage, 22 Bände wurden mit den Texten von Pierre Christin und Zeichnungen von Jean-Claude Mézières geschaffen.

Der Film war eine Herzensangelegenheit von Luc Besson, der sich Jahrzehnte damit befasst und das Budget von 200 Millionen fast allein geliefert hatte. Vermutlich liegt darin der Fehler des Filmes: Nicht umsonst wird in der ersten LV eines jeden Studiums davor gewarnt Arbeiten über Dinge zu schreiben, die einem Nahe liegen. Warum? Weil man die Distanz verliert – was zwar nicht ganz auf einen Film umgemünzt werden kann, aber verbunden mit den „Jahrzehnten“ die währenddessen verstrichen sind und die ins unermessliche gewachsenen Möglichkeiten, Visionen exakt so um zu setzen, haben wohl dazu beigetragen, dass Luc Besson sich wohl in seinem eigenen Werk irgendwie verloren hatte. Hatte der Film mehr als 2 700 Spezialeffekte waren es bei The fifth Element nur 188.

Fazit: Der Lichtblick, das putzige Tierchen als letztes seiner Art – was durch die Einzigartigkeit speziell und hervorgehoben werden hätte sollen, wirkt leider nur grausam: Und wenn das Tierchen stirbt, sind auch die Pastell-Muschel-Insel Bewohner (erneut) zum Tode verurteilt. Ahja, wer hat sie beim ersten Mal zerstört? Der weiße Mann. Selbstironie und/oder tatsächliche Anklage?

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#SDCC: Science-Fiction geht in Serie

Erst vor wenigen Jahren fiel mir auf, dass Science-Fiction wieder Saloon-fähig gemacht wurde. Zukunftsangst und Technik-Euphorie tragen ihrerseits sicherlich dazu bei, dass Science-Fiction wieder an Popularität gewinnt und dienen gleichzeitig als Spiegel ihrer Zeit. Star Trek und Prometheus und erwiesen dem Genre ihren Dienst, es folgten weitere Filme wie Ex Machina und Arrival, wie The Martian und Passengers oder Edge of Tomorrow und Interstellar und viele, viele mehr.

Star Trek: Discovery (CBS)

Mit Star Trek: Discovery (STD – nein, die offizielle Kürzung soll DSC oder DIS sein) wird uns eine weitere Star Trek Serie vorgelegt, die sich wie TNG von TOS und wie DS9 von TNG abhebt. Und jedesmal wird erneut gejammert es sei kein Star Trek mehr und man gehe von der Linie ab. Sicherlich verständlich: Die Uniformen schauen stark nach Kelvin-Zeitlinie aus, was sie aber nicht ist, die Klingonen sehen gänzlich anders aus (taten sie mit jedem seriellen Neustart ebenfalls) und auch die Lense Flares sind so gänzlich neu und modern. Den Kritikern leuchtet hoffentlich ein, dass eine Serie wie TOS nicht mehr produziert werden könnte, da sie keine Abnehmer mehr fände – und damals schon Schwierigkeiten hatte, weiter auf Sendung zu bleiben – die dritte Season wurde lediglich auf Drängen leidenschaftlicher Fans produziert. Star Trek war und ist ein Produkt seiner Zeit: Themen, Ausstattung und Szenerie. Punkt.

Mit der Veröffentlichung des Trailers waren auch erstmals die Darsteller in der Serie zu sehen. Michelle Yeoh (Crouching Tiger, Hidden Dragon) spielt Captain Philippa Georgiou und Sonequa Martin-Green (The Walking Dead) ist die erste Offizierin Michael Burnham, die beide auch im Trailer sehr präsent sind. Mit diesen beiden Frauen, haben wir erstens zwei Minderheiten in Führungspositionen (eine asiatische, wie eine afroamerikanische Frau) und die zweitens, so wie ich das bisher sehe, nicht in Stereotype verfallen. Damit ist dem popkulturellen Feminismus (wenn man es so bezeichnen mag) schon mal gedient.

The Oville (FOX)

Daneben haben wir The Orville von und mit Seth Mc Farlanne. Von vielen gehasst, war er mir nur als Schöpfer von Family Guy bekannt, dass ich vielleicht einmal gesehen und für schrecklich befunden hatte. Einerseits wirkt die Serie wie ein billiger Abklatsch von Space Balls und (T)Raumschiff Suprise – Periode 1, andererseits, so fern sie tatsächlich amüsant werden könnte, fürchte ich eine ähnlich dämliche Wendung wie in The Last Man on Earth, welche gut und interessant anfing aber ziemlich schnell in stupider Banalität und noch dümmeren Dialogen endete, die nicht mal mehr Kristen Schaal retten konnte. Was The Orville interessant machen könnte ist Scott Grimes, der neben Mr. Spock, Winona Ryder und vielen mehr, einer meiner Childhood-Crushes (Critters (1986)) war. Ich fand sie so putzig, die Critters. Ich liebte sie, die Critters.

The Expanse (SyFy)

The Expanse wurde erst kürzlich um eine dritte Season verlängert, was vermutlich Buch 3 und 4 behandeln dürfte. Es bleibt interessant. Der Trailer gibt eine Zusammenfassung von dem, was bisher passierte. Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf. Neben Humans eine der besten Science-Fiction Serien aktuell, auf die ich mich fast am meisten freue.

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