Archiv der Kategorie: Kulturelles

Kulturelle Dinge! Vorträge, Theater, Oper! Universitäts-Angelegenheiten und vieles mehr!

Die Lösung all meiner Probleme

Was brauchen wir Menschen? Liebe und Zuwendung. Nahrung und Unterkunft. Mediale Unterhaltung. Bildung. Ein stabiles, politisches Umfeld. Und vor allem eines: Geld.

Erwerbsarbeit wird, für den Aufwand der betrieben wird und womit wir bezahlen, nämlich unserer Zeit, oft kaum angemessen entlohnt; Crowdfunding-Seiten zahlen erst nachdem das Ziel erreicht wurde. Das bedingungslose Grundeinkommen ist nach wie vor ein seltsamer Nebel auf der 7. Astralebene, den jeder zu kennen glaubt, aber niemand auch nur einen Hauch von Ahnung hat, was es bedeuten könnte, soll und schlussendlich sein wird – und die Politik findet immer Wege, eine von der Basis her sinnvolle Idee, so zu vermurksen, dass sie gegen Ende niemand mehr haben will.

Deswegen stellt sich die Frage: Wie kommt der gemeine Bürger – möchte er nicht gerade 60 Stunden in der Woche seine Zeit opfern, für eine Tätigkeit, die überwiegend an den Gedanken der Pension (und gesellschaftlicher Anerkennung) geknüpft ist, und auch, wenn er nicht das Glück reicher Eltern hatte – zu Geld?

Ich hatte die Idee ja schon vor längerer Zeit (Menschen mit der Hilfe von Tieren zu bestehlen um meine eigene finanzielle Situation zu verbessern und gegebenenfalls auch an diverse Organisationen zu spenden) – aber jetzt, jetzt gibt es sogar eine wirkliche Ausführung dazu, gefunden bei Twitter:

Der Post, welcher mich ursprünglich dazu inspiriert hatte, war folgender:

Daraufhin meinte jemand: „Du kannst doch keine „VÖGEL“ konditionieren/trainieren! Die könnten womöglich die Weltherrschaft noch vor den Katzen übernehmen.“

Ja, wie soll ich mir denn sonst die Liebe von Katzen erkaufen können?

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Causa #Dönmez, vom Wochenende

Einzelfälle und Ausnahmen, is ja nit so gmeint. War lei Spaß. Mei, jetzt sei halt nit so.

Ich hatte es gestern ja zuerst gar nicht überrissen was wieder vorgefallen war. Ich folge ja entweder nur linken oder liberalen Politikern/Usern (die zwar kommentieren aber nicht ganz so häufig den eigentlichen Vorfall retweeten, und wenn, dann nur die gut-kommentierten Antworten darauf) und Blödelaccounts wie Car Crash, Only in Russia, Hold my Beer und Oh Shit und dergleichen, was übrigens ein ziemlich bizarrer Mix in der Timeline (der Begriff verwirrt mich immer noch, weil ich ständig an Zeitreisen denken muss) hinterlässt.

Gestern jedenfalls trug sich folgendes zu.

Kurz zuvor postete der Herr folgendes:

Der Herr entschuldigt sich also nur „Aufgrund der ausgelösten Diskussion“? Und nicht, weil er dieser Frau (der deutschen Staatssekretärin Chebli) öffentlich unterstellte, sie hätte sich nur hochgeblasen – nicht einmal hochgeschlafen?

Zu Erinnerung, Österreich hat noch immer den Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne – bis zum Jahresende übrigens. Befänden wir uns zu Zeiten von (Hausnummer) Krieg und Frieden, könnte man dies durchaus auch als diplomatischen Fehltritt werten, worauf wegen Beleidigung einer fremden Staatsfrau der Krieg erklärt werden könnte. Aber hey. So barbarisch wollen wir auch wieder nicht sein. Belassen wirs bei einem „Tschuldigung“ und legen den Fall unter „Einzelfälle“ ab. Und heiraten.

Alles, aber auch alles an dem Tweet macht es nicht besser, sondern schlimmer: Er entschuldigt sich, weiter, nicht am Inhaltlichen an sich, sondern weil es andere Leute verletzt hat? Seriously? Mit dieser Antwort hat er sich noch mehr ins Aus geschossen, weil so alles, aber auch alles daran falsch ist. Alles.

Könnte natürlich auch reines Ablenkungsmanöver sein:

Wie:

Sicherlich, liebe Leser, es ist ja der „Schmäh“ der Stammtischwähler, der alten, weißen, männlichen Raunzer, die dann mit dem Generationenwechsel einfach so abgelöst werden. Guess what, it’s not just them.

Sein Fehlverhalten argumentiert er mit Schwäche. Sexismus ist kein Moment der Schwäche. Ein Moment der Schwäche ist es, mich nicht aufrappeln zu können, das richtige zu sagen oder zu tun, wenns gerade gefordert wird. Sexismus ist kein Moment der Schwäche. Und dass es nicht nur ein Ausrutscher war, beweist uns folgender Tweet:

Schau, nochmal ganz langsam und für Anfänger: Dein Frauenbild ist exakt das gleiche wie jenes der extremen Muslimen, über du dich so gerne hinweg stellst. Das ist eben das große, fette Problem, dass viele der treuen türkis/schwarz/blau Wähler nicht sehen möchten, wollen oder gar können – oder ist es tatsächlich in Ordnung, wenn inländische Männer Frauen belästigen, weil, sind ja ihre Frauen. Aber legt wer Hand an, der eine dunklerer Hautfarbe hat als Luigi von der Pizzeria nebenan, oder gar Luigi selbst, wohoo…

Ich sagte schon zur Beginn der Flüchtlingskrise (erneut, ein ungutes Wort), dass dies die perfekte Gelegenheit wäre, auch das Verhalten und Benehmen der hiesigen Herrschaften genauer zu betrachten. Aber naaa.. is lei Spaß, was hom ma glacht.

Und zu guter Letzt:

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Woche #0408

Nachtrag.

Die gestrige Karaoke-Nacht [in diesem Falle schon zwei Wochen her] gab reichlich Erkenntnis:

Singe Songs, welche gewisse gesangliche Kompetenzen erfordern, wie „Let it go“ oder „Run to you“, wenn möglich zu Beginn, wenn noch ganz wenige Menschen da sind. Die Akustik ist besser, der DJ stellt das Mikrophon tatsächlich sinnvoll ein und ich schaffte es, fast alle Töne zu treffen. Der Nachteil: Die Stimmbänder sind beleidigt und wollen, wie alles andere auch, vor Einsatz aufgewärmt werden.

Wenn du glaubst, ein Lied perfekt zu können, weil du es ja eh schon so oft gehört und in der Vergangenheit unter der Dusche gesungen hast – muss ich dich leider enttäuschen. Madame (8) – ein viel zu seltener Gast, die Karaoke hasst und sich all zu früh wieder verabschiedete, wünschte sich „All I want for Christmas…“ und ich dachte mir: „Natürlich schaffe ich das! Locker!“ Ich stellte mir vor, wie ich die ersten Zeilen perfekt wiedergab. Und die ersten Töne klangen auch.. okay, soweit. Etwas eingerostet aber, akzeptabel. Bis dann der Text gänzlich fremd und die Musik seltsam klang. Es lag sicher an der Version, und auch der Text war sicher nicht stimmig. Ganz bestimmt.

Ich beschwerte mich einst darüber, dass der Herr DJ mich und Konsorten immer nur selten singen lässt, während Melinda, Brigitte und ChrisY’All! öfters zum Mikrophon dürfen, weil sie „coole“ Songs singen, oder weil sie einfach unfassbar cool sind, den DJ bestechen oder Alkohol konsumieren, who knows. Nun, gestern durften WIR (die non alcholholic-Pago Fruchtsaft mit Wasser verdünnt-trinkende Disney-, Whitney Housten-, Opern-, Metal-, und Queen-Fraktion) öfters singen. Warum? Weil sich noch kaum weitere Gäste eingefunden hatten. Und es war großartig! Ich liebe es, wenn weniger als 10 Leute anwesend sind. Man kann alles singen! Alles! Als sich gegen halb 12 andere Menschen in das düstere Loch begaben, wurden wir fast gänzlich aus der Playlist verbannt. Aber in dem Fall war es okay: Ich sang 10 Songs und konnte mich früh auf den Heimweg machen. Darunter „At last!“, „Don’t stop me now“, „Phantom of the Opera“ (wir probierens immer wieder, ich nehms mir vor, und versage) und „Nothing else matters“.

Btw., niemand mag das „Pokémon-Theme“ mit mir singen. Niemand. Und das finde ich traurig. I wanna be the very best. Like no one ever was. To catch them is my real test To train them is my cause. POKÉMON!

Madame (8) merkte irgendwann an, dass wenn ich alleine an der Bar sitze, einen Pago mit Leitungswasser trinke, ein Geek-Shirt trage und Disney-Songs singe, doch etwas merkwürdig wirken mag. Warum? Warum zum Teufel? Ich finde Leute die alleine an der Bar sitzen (die generell alleine ausgehen), keine Alkoholischen Getränke trinken (generell keine Alkoholischen Getränke trinken), ein Geek-Shirt tragen (generell..) und Disney-Songs singen (…) unfassbar attraktiv! Frauen wie Männer. Period. Woher diese verschrobene Ansicht, man würde merkwürdig wirken, what the heck? Hauptsache jemand vernichtet 10 Flaschen Bier, lallt und grölt irgendwas in die Menge – sowas ist absolut normal und nicht merkwürdig. Mhm.

„Shake it off“ ist ein toller Song und einer meiner Lieblingssongs (er betreibt perfekte Gemütswäsche und verwandelt Trübsal in Fröhlichkeit) – aber er eignet sich absolut nicht für Karaoke und klingt, besonders zu zweit, wie eine schlechte A-Capella version. Wobei ich oder meine Duett-Partnerin (nicht Madame (8), sie würde nie singen, eben so, wie sie nie auf einer Couch schlafen würde – ich habe es ihr angeboten, sie lehnte ab) den ersten Ton getroffen haben müssen, denn wir fragten uns mit Blicken: „Ist ja da jetzt die Original-Stimme dabei? Wtf? Warum?“ Wir verstummten kurz, nein, da war keine Stimme, vielleicht war es aber auch nur die Menge im Hintergrund. Auch: Die Songs von Taylor Swift müssen 110% Text-sicher sein, sonst verliert man sich und findet nur schwer wieder den Einstieg.

Es war also, ausnahmsweise, eine erfolgreiche Nacht. Im Gegensatz zur letzten Woche, als ich den Blutmond verpasste (aber menstruierte) und lediglich 3x singen durfte – und das mehr schlecht als recht. Ich komme mir mittlerweile vor wie der Typ aus Misfits, der darauf wartet, dass sich seine Kräfte offenbaren und dann am Ende bemerkt, dass er unsterblich ist. Wait a second… Und Medium für bestimmte (tote) Leute. Die ersten zwei Seasons waren einfach großartig.

Übrigens. Was mir gerade einfällt – um diesen tollen Abend abzuschließen:

Als ich mich auf den Heimweg machte (zu Fuß ca. 20 Minuten) fiel mir irgendwann eine Gestalt auf, die offenbar den gleichen Weg hatte. Ich wechselte die Straßenseite, ein anderer Passant wich mir höflich aus, während ich mir die Aufnahmen des Abends anhörte. Irgendwann bemerkte ich, auch die Person, die noch weiter hinter mir war, hatte die Straßenseite gewechselt. Ich dachte mir nichts dabei. Dann wechselte ich erneut. Auch die Person wechselte und hatte aufgeholt. Es handelte sich übrigens um einen Mann. Ich wechselte nochmals und blickte immer wieder mit einem Auge zurück. Er wechselte ebenfalls wieder. Und holte noch mehr auf. Kurz darauf bog ich ab, er ging weiter und wechselte wieder auf die andere Seite zurück, während er mir nach blickte. Ich ging zu einer Haustür und tat, als suchte ich den Schlüssel und wartete, bis er hinter dem Block verschwunden war – und setzte dann meinen eigenen Weg fort, blickte aber immer wieder zurück, in die Seitengassen, ob er nicht plötzlich heraus kam. Das erste Mal, dass mir sowas passiert ist.

Fun Fact und eigentlich sollte/müsste man dies nicht erwähnen, ich fands trotzdem amüsant: Der Mann, der mir zuerst ausgewichen war, war dunkelhäutig. Der, der mich verfolgt hatte, weiß. Es könnte auch durchaus sein, dass ich mich täusche und der Mann einfach so wechselte oder mich gar beschützen wollte und sich nun schlecht fühlt, weil er glaubt, dass durch #metoo alle Männer unter Generalverdacht stehen. Well, guess what..

Anway, was es auch immer war. Es war creepy.

In diesem Moment fühlte ich mich in Innsbruck unsicherer als in New York. Sollte ich mir einen Pfefferspray besorgen? Madame (8) verneint, er könnte gegen mich eingesetzt werden – und wenn die andere Person zu Schaden bekommt, könnte ich wegen Körperverletzung angezeigt werden. Well…

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150€ für 60h/w!

Achtung, irreführender Headliner! Entspricht (noch) nicht der Realität! Vorsicht!

Aber es wäre doch eine Idee, nicht? Man stelle sich vor, das Pensionssystem kann von Grund auf reformiert werden: In zehn Jahren gibt es nur mehr private Kassen, die sich der gemeine Arbeiter nicht leisten kann und aufgrund Mangelernährung und Überarbeitung früher stirbt. Und wenn er doch noch lebt, kracht er 70jährig mit 150km/h in eine Mauer. Win Win für alle! Naja, fast. Wen interessieren Volksbefragungen und der Wille des Volkes. Ernsthaft, gewöhnt euch eure illusorische Haltung ab.

Man kommt nicht ganz an politischen Beiträgen vorbei.

Im Urlaub war es mir jeden Morgen aufs neue ein herrliches Vergnügen durch Twitter zu scrollen, während ich am Strand den Wellen lauschte, das Glitzern der Sonne auf der Oberfläche bewunderte (dabei immer wieder an Ghibli-Filme denken musste, folgend auch diverse Stücke immer wieder laut nebenbei laufen ließ), mich unterm Schirm verkroch und ein Zucker-Milch-Kaffee-Gemisch schlürfte. Ich verfasste (vermutlich) unqualifizierte Antworten zu irgendwelchen Themen und es war ein Teil meiner Entspannung. Warum? Es war so weit weg! Es war wie ein interaktives Spiel, dass ich starten und beenden konnte, wann immer ich mochte – zumindest fühlte es sich so an. Nichts, dass mich in dem Moment wirklich berührte. Die Realität lag irgendwo fern am Rande des Meeres am anderen Ufer, in einem kleinen Land, welches den Wunsch hegt, wieder ins 19. Jahrhundert zurück zu kehren und fleißig an der Umsetzung arbeitet. Tu felix Austria nube. Als Jane Austen und Brontee-Liebhaberin müsste mich das eigentlich freuen – tut es aber nicht.

Die Aussage der österreichischen „Sozial- und Gesundheits“-Ministerin, dass 150€ locker zum Leben reichen, wenn die Miete übernommen wird, fand ihren Weg natürlich auch zu mir. Stimmt. Handy- und Internetkosten, öffentliche Verkehrsmittel, Kleidung, Hygiene, Arzt und Nahrung lassen sich locker damit finanzieren. Easy. Man kann ja auch täglich bei der Obdachlosen-Kantine speisen und Kleidung aus Bedürftigen-Zentren holen: Alles kein Problem. Lebt sich super damit! Kino und gesellschaftliche Veranstaltungen, wozu? Gibt ja Social Media! Aber eh, war ja nur für die dunkelhäutigen Zuwanderer gemeint, ganz gleich welchen Status er gerade hat. Dumm nur, dass lediglich Asylwerber aus der Mindestsicherung heraus fallen (der Rest bekommt sie und da dürfen keine Unterscheidungen bzgl. Hautfarbe gemacht werden. Nein!? Doch! Oh.. So an Dreck). Und diese bekommen (neben Unterkunft und Verpflegung) aktuell ein Taschengeld von 40€. Ob unter all dem Hass doch ein gutes, warmes Herz steckt? Oder liegt es an der fehlenden politischen Bildung, die mit 2 Minuten Google aufgeholt wäre? Wir werden es nie erfahren..

Internet, so meine ich, ist ein Grundrecht, wie der Besitz eines Fernsehers zwecks Recht auf Information. Ergo, müsste man die Internetkosten ebenfalls übernehmen. Auch fraglich, ob die Wohnkosten mit oder ohne Strom/Heizung berechnet werden. Winter is coming!

Folgt man dem Trend, werden sicherlich auch mehr Kinder gezeugt, denn für Verhütung muss jeder selbst und besonders die Frau aufkommen („Abtreibungen pfui Spinne, wer tötet denn kleine Kinder! Stopft die Bauernkatzen in den Sack und ab in die Tonne! Na kastrieren geht nit, is unnatürlich!“), und somit wird auch der illegalen Einwanderung Einhalt geboten, wenn die gute, heimische Frau wieder 6-8 Kinder wirft und erneut: Pensionssystem. Dank gestrichenen finanziellen Mitteln für Frauenhäuser und Initiativen (die meisten Mordfälle resultieren aus Beziehungsstreits, aber der heilige Bund der Ehe steht natürlich über der Sicherheit von Frauen (Moment.. Religion und Staat sind aber noch getrennt, oder? Planen die bereits eine österreichische Sharia? What? Hm? War was?), erhöhter Müttersterblichkeit (an Krankenhäusern und vor allem bei Hebammen wird ebenfalls gespart) – haben wir wenige alte, aber viele neue junge Menschen, die im Glauben aufwachsen, es ist okay 60 Stunden die Woche für einen Mindestlohn zu arbeiten, immerhin ist Freizeit kein Grundrecht. Kontakt zu Freunden und Familie gibt es nur mehr über soziale Medien. Immerhin sind es „soziale“ Medien. Wers dann doch noch schafft sich aufzuraffen, ins Beisel zu schleppen und 3 Bier konsumiert (Aber nur 3!), bekommt einen „Wirtschaftsbonus“ von 20€ im Monat. Macht keinen Sinn? Is wurscht. Tut der Rest auch nicht.

Zurück zum Vorfall:

Meine Theorie ist ja folgende: Durch unqualifizierte Aussagen schafft sich die konservative Partei gleich zwei Vorteile: Einerseits säbelt sie eine „böse Hexe ab, die gegen die Interessen des Volkes handelt. Verbrennt sie!“ und sichert sich somit Wählerschaft („Mir sein fürs Volk da!“) und kann gleichzeitig als Beispiel für „Frauen hobn nix in da Politik verloren. Da hobts 300€ im Jahr mehr wenn es in da Küche bleibts. Geil, ha?“ herangezogen werden – womit sie die „Familien“-Ministerin gleich mit rausschmeißen, um den Punkt zu unterstreichen. Win Win!

Das Volk ist zufrieden, die Politik geht gewohnte Wege – statt Erbschaftssteuer wird im Falle des Falls komplett enteignet und alle sind happy, weil der böse „Auslender!“ auch eins auf die Fresse kriegt. Yay!

*

Aber wisst ihr was wirklich traurig ist? Folgendes:

 

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Twitter’esk und ohne #, No.01

Die Hitze machts tatsächlich nicht einfach sich anständig konzentrieren zu können. Und teilweise, so meine ich, sehe ich doppelt. Ob meine Augäpfel anfangen sich aufzulösen?

Ich scrolle also, neben dem täglich Broterwerb, stattdessen Twitter. Das erfordert weder viel Kompetenz noch Konsequenz und schon gar keine Aufmerksamkeit. Trotzdem, amüsant ists auf jedenfall.

Twitter ist ein Phänomen, von dem man dachte „Ja, is da. Geht bald weg. Sein lei 140 Zeichen, who cares“ – so auch James Gunn, dem seine provokanten Tweets vor zehn Jahren zum Verhängnis wurden. Seit 2006 kann man auf Twitter sein Unwesen treiben, ich selbst stieg 2009 mit ein, twitterte aber selten. Wozu? Was soll man mit 140 Zeichen groß aussagen können? Ihr kennt meine Beiträge. Es braucht mindestens 10.000 Zeichen um auf den Punkt zu kommen. Trotzdem bewundere ich Menschen, die es schaffen, bissige und gute Tweets zu verfassen. Wenn ich zufällig über meine Tweets stolpere, huscht manchmal der Gedanke vorbei: „What the.. Wer? Oh, okay. Dammit. Daran müssen wir noch arbeiten.“

Trotzdem, es war schon bei Seminararbeiten eine Qual sich kurz fassen zu müssen. Soviele Worte, und man darf sie alle nicht verwenden. Wozu also so viele Worte? Der Möglichkeit wegen! Ja, dann gib sie mir! Nein! Warum? Zu lang und zu viel!

Wenn ich einen tollen Beitrag sehe, dann keimt das Verlangen, etwas genau so tolles zu antworten und bemerke, nach x-mal umformulieren, dass es keinen Wert hat. Weder für mich, noch für wen anderen. Dann lösche ich. Übrigens sind mir von 89 Follower zwei entfolgt, nachdem ich gepostet hatte, dass ich den Aachensee viel lieber mag, als die grüne, warme Grütze. Ich fragte dann, ab wann ich mir Sorgen machen müsste beziehungsweise, wann das Gefühl wieder verschwindet, was falsch gemacht zu haben. Jemand antwortete: Wenn nur mehr 19 übrig sind. Mittlerweile sinds 93. Jemand meinte, unter 100 Followern seis so, als rufe man in einen Wald und von irgendwo her raschelt was. Immerhin etwas. Und das kann alles sein: Eine Maus, ein aufgeschrecktes Reh oder sogar ein Dinosaurier! Manchmal fischt man sich auch einen Troll heraus, und manchmal Kampfposter und dann gerät man ins Licht der Öffentlichkeit und wird kritisiert und gehated und geshitstormed und… Ja. Der übliche Internet-Wahnsinn halt.

Digitale Immigranten

Aber darauf wollte ich nicht hinaus. Ich habe in den letzten Tagen tatsächlich einige gute Tweets gelesen, und darauf geantwortet und fühle mich fast in die Community integriert. Manchmal wird auch ein Tweet von mir geliked. Ich meine, hey. Das ist doch was, oder? Gut, es fehlt mir noch an der optimalen, tollen Selbstbeschreibung. Und am passenden Content. Aber hey, ein Like ist ein Like. Jemanden hat gefallen, was ich schrieb. It’s something!

Was ich bis jetzt nicht wusste war: Es gibt „Digitale Immigranten“, die Eltern der „Digital Natives“. Was ich amüsant finde, dass Natives den Immigrants den Platz auf einer Ebene streitig machen, welche die ältere Generation ins Leben gerufen hat. Manchmal läufts eben verkehrt.

„Wenn ein dreißigjähriges Pärchen ein Kind bekommt, ist dieses ein Digital Native, während das Pärchen selbst wohl eher zu den Digital Immigrants gezählt werden kann, da sie nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen sind“ so Gründerszene.de.

Fraglich also, ab wann man digitaler Immigrant ist und ab wann Native. Was zählt zu digitalen Technologien? Spielekonsolen und Computer auch schon, oder lediglich das Internet.

„Die digitalen Immigranten haben sich langsam an die von den digitalen Eingeborenen – den Digital Natives – dominierte Gegenwart assimiliert. Digital Immigrants – das sind alle vor ungefähr 1980 Geborenen, groß geworden mit Kassettenrekorder und Schallplatte, vertraut mit Kleinbildfilm und VHS-Bändern“ schreibt Herr Haber von den Zeithistorischen Forschungen. Und weiter: „Digital Natives hingegen sind mit Spielkonsole, Computer, Internet, Handy und MP3 aufgewachsen.“

Und da setzt meine Frage an: Was ist mit denen, die dazwischen sind? Denen Spiele im DOS nicht unbekannt und („Nein, das darfst du nicht spielen, da sieht man Blut!“ – Aber ein sterbendes Pferd ist vollkommen zumutbar, okay…) und in frühen Jugendjahren noch über die Blume gechattet haben? Was ist mit denen? In the void. Im Upside Down. Im Dazwischen. Ungeliebt, ignoriert und nicht beachtet. Vergessen. The Lost Generation.

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Hear Her: Leading Lady Parts

Gestern auf Twitter gefunden und für absolut teilenswert befunden. Seht selbst.

Achtung, Spoiler!

 

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I’m going to be a Superheroine!

Wusstet ihr, dass Frauen, die während des Blutmondes menstruiert haben, Superkräfte entwickeln werden? Guess what Bitches, I’m going to be a superheroine!

Ich bin gespannt, wann und wie sich meine Fähigkeiten entwickeln werden.

Ich hoffe, ich bekomme nichts sinnloses wie „Fliegen“ oder „Durch Wände gehen können“ – wäre zwar toll, aber Telekinese oder Telepathie/Gedankenlesen wären mir natürlich lieber. Aber vermutlich wirds irgendwas unbrauchbares wie unfassbare Fertigkeiten in Mathematik (was vermutlich zu meiner Einweisung in die Klapse führen würde, wenn ich mathematisch-unlösbare Rätsel binnen Sekunden löse und die Weltformel präsentiere) oder jede Flasche und Dose öffnen zu können, ganz gleich, wie sinnlos sie verklebt ist. Wobei..

Sicherlich, die ultimative Superkraft wäre es, Sylar-esk zu wissen, wie andere Abilities funktionieren, um sie somit sammeln zu können – auch wenn das der Tod der jeweiligen Person bedeutet. Toll wäre natürlich auch, aus dem Nichts kleine Flammen oder Eiszapfen entstehen zu lassen. Oder Wasser zu kontrollieren. Ich glaube, das würde mir gefallen. Sich auf Wunsch unsichtbar zu machen, wäre auch okay, Formwandler nähme ich auch. Überstark zu sein wie Buffy oder Jessica Jones, joa, okay. Warum nicht. Ist zwar etwas langweilig, aber ja..

Auch ganz passabel fände ich es, mir das Wetter Untertan zu machen. Wann immer mir widersprochen wird, erklänge aus der Ferne ein Grollen. Und wenn mich jemand wirklich auf 180 brächte (was bei cholerisch-angehauchten Menschen recht einfach ist..), würde diesen der Blitz treffen. Nicht tödlich versteht sich, zumindest nicht zu Beginn. Irgendwann vielleicht, wenn die Leute anfangen wirklich zu lästig werden. Wie Reporter, die darauf bestehen, dass man seine Kräfte demonstriert und wenn man es tut (ja, warum tat ich das?), zugleich zum neuen Feindbild stilisiert wird, weil, wir brauchen Feindbilder. Und dann müsste ich fliehen.

Klar wäre auch, mit oder ohne Flucht, dass ich vermutlich an irgendeinem Punkt die Laufbahn eines Supervillains einschlagen und in Selbstjustiz die wirklich bösen Menschen zur Strecke bringen würde. Vielleicht würde ich mich auch einer Gruppe Anarchisten anschließen. Who knows? I don’t. Vielleicht würde ich auch gar nichts sinnvolles mit meiner Superkraft machen.

Sollte dies alles tatsächlich eintreten, gilt dieser Eintrag nicht als Bestätigung oder Vorwarnung. Ich werde alles abstreiten. Alles. Dies ist erfunden. Ich habs irgendwo auf Twitter gelesen und nein, Frauen bekommen keine Superkräfte. Das ist erlogen und überhaupt. Schau! Ein Eichhörnchen! Ohhh..

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Space Force!

Genau so:

Gefunden bei The Nerdess.

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Cersei Lannister: Villain, Anti-Hero, Heroine

Auch wenn 2019 und das Ende von Game of Thrones noch in weiter Ferne liegen, bedeutet das nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe. Erst gegen Ende der 7. Season dachte ich mir: Cersei ist eigentlich ziemlich cool – wenn sie die Möglichkeit dazu hat. Und anstatt sie zu verschmähen, zu hassen oder Lena Headey auf Conventions zu meiden, sollte man einen Blick tiefer in ihre Geschichte und auf ihren Charakter werfen. Cersei mag sich als Gegenspielerin einen Namen gemacht haben – aber wenn man genau hinblickt, erkennt man eine Anti-Heldin, wenn nicht sogar eine Heldin.

Achtung, dieser Artikel enthält Spoiler für Season 7 und behandelt Film-Cersei.

“I don’t play her as a villain. I just play a woman who is a survivor and will do exactly what a man would do — which is, you know, murder somebody when you’re in a war.” – Lena Headey

Warum mögen wir Anti-Helden?

Warum findet Walter White (Breaking Bad) Anklang? Weil er cool ist? Sicherlich auch. Auf seinem Weg vom Krebspatienten zum Drogendealer, der lediglich seine Familie beschützen will, verzeiht man ihm vieles: Er lügt, bringt andere in Gefahr und wird kriminell, während seine Frau Frau Skyler für die selbe Intention und dahin gehendem Verhalten, aber ohne sich und ihre Familie unnötiger Gefahr auszusetzen oder das Gesetz zu brechen, verurteilt wird. Im Gegenteil, sie ist die Spielverderberin, ähnlich wie Carmela Soprano.

Warum funktioniert es bei Jessica Jones oder Wynonna Earp? Liegt es an den männlichen Stereotypen, die beide aufweisen wie Hang zum Alkoholismus, derbe Sprache und physische Stärke, die wir mit Anti-Helden verbinden und dadurch auch Frauen in der Rolle akzeptieren? Liegt es tatsächlich an der Geschlechter-Dualität und starren Rollen-Verteilung?

Dieser Vergleich lässt sich in gewisser Weise auch auf Arya und Daenerys übertragen. Wenn Arya einen Genozid an der Frey-Familie verübt, freut sich der Zuschauer wie ein Kind zu Weihnachten. Röstet Daenerys hingegen die gesamte Lannister-Armee, wird sie für wahnsinnig erklärt – denn wir sympathisieren mittlerweile mit Jamie Lannister. Und wenn Cersei strategisch taktiert, um sich ihren Feinden zu entledigen, sei es auch mal in dem sie ein gesamtes Gebäude explodieren lässt, folgt ein Shit-Storm sondergleichen. Warum? Erlauben wir Frauen mit traditionelle Rollen nicht (ohne dem Attribut der Femme-Fatale, Jugend oder allgütigen Mutter-Figur) Macht zu besitzen?

Oder liegt es daran, dass wir mit Drachen und der jungen hübschen Khaleesi und den Stark-Kids eher sympathisieren, als mit den Lannisters, den von Beginn an inszenierten Gegenspielern. Vermutlich tragen mit Lust gebrochene Tabus wie Inzest und die deutlich zur Schau gestellte Arroganz der Lannisters mit dazu bei, dass man sie nicht mag. Vielleicht liegt es auch an der Jugend der Stark Kids und auch Daenerys, während Cersei an die „nörgelnde Mutter“ Schwieger-/Mutter erinnert, die bereits ihren Platz und Rolle gefunden haben soll, und durch ihr Ausbrechen aus diesem System unser gewohntes Bild über den Haufen wirft – und uns somit in eine verzwickte Lage bringt.

Natürlich lassen sich diese Fragen nicht exakt beantworten, aber ich möchte versuchen einen Denkanstoß zu geben, warum Cersei kein Bösewicht, sondern eine Anti-Heldin ist, und vielleicht, unter gewisser Betrachtung, nicht nur zur Heldin, sondern fast schon zur feministischen Ikone wird.

Was unterscheidet Helden von Anti-Helden?

Der Anti-Held ist der Gegenpart zum Helden. In der Literaturwissenschaft ist der Anti-Held eine passive, resignative oder generell eigenschaftslose Person, die nicht in der Lage ist Entwicklungen aktiv zu beeinflussen und den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt ist. Ein Held hingegen ist eine strahlende Figur und glich lange Zeit dem antiken Vorbild der Unfehlbarkeit, bis er im 18. Jahrhundert auch Fehler haben durfte und diese mittlerweile überwinden darf, um seine Heldenreise zu vollenden. Heute ist der filmische Anti-Held jemand, der nicht in die vom Autor geschaffenen Strukturen passt, Schwierigkeiten damit hat und außerhalb der Norm agiert und reagiert. Seine Geschichte zeigt dessen Unvermögen in der bestehenden Umwelt auf, mit der er sich nicht identifizieren kann. Er selbst hat Fehler und Schwächen. Häufig weist er selbstzerstörerische Eigenschaften auf (schlechte Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, Drogen) und legt sie auch nicht unbedingt ab. Er lebt damit.

Einfacher gesagt, wenn sich der Held mit Unfehlbarkeit und kleineren Fehlern brüstet und diese gegen Ende überwindet, muss der Anti-Held mit diesen leben und wird sie kaum überwinden. Und eigentlich ist die Bezeichnung „Anti-Held“ nicht einmal so griffig, denn genau in dieser Auseinandersetzung mit der geschaffenen, suboptimalen Umwelt, in der sich der Charakter befindet, wird er zum Helden. In dem er sie meistert oder auch nur akzeptiert und nicht daran zu Grunde geht.

Vielleicht interessanter:

Anti-Heldinnen

Anti-Helden und besonders Anti-Heldinnen sind nicht der Preis, der am Ende des Zieles wartet. Anti-Heldinnen sind selten, wenn überhaupt Love-Interest, viel mehr aber Protagonist. Sie lassen eine allgemeine „likeablility“ vermissen und stellen weder Hure noch Heilige dar. Viel wichtiger: Es ist ihnen egal, ob sie gemocht werden, von der Audienz, dem männlichen Counterpart oder anderen Charakteren. Anti-Heldinnen unterliegen gewissen Charaktereigenschaften, die bei männlichen Charakteren nie so wirklich negativ ins Blickgeld fallen. Sicherlich wird übermäßiger Alkohol-Konsum mittlerweile generell als negativ bewertet, trotzdem fällt dieser bei Frauen eher ins Gewicht als bei Männern.

Anti-Heldinnen weigern sich flach und klischeehaft gehalten zu werden, weigern sich Zwecken zu dienen, die eigentlich keine sind. Sie sind ungern dazu da, die Geschichte des Helden voran zu treiben, sondern agieren um ihrer selbst willen. Sie erinnern den Zuschauer schmerzhaft daran, dass traditionelle Rollen und verhärtete Denkweisen aufgebrochen werden müssen. Typische Anti-Heldinnen in Westeros sind Arya Stark (deren Motiv Rache ist), Brienne of Tarth (für welche Gerechtigkeit mehr wiegt als alles andere), Yara Greyjoy (die in, für ihr Geschlecht, untypischen Strukturen lebt und dementsprechend agiert) und in gewisser Weise auch Daenerys Targaryen, die weder Hure noch Heilige ist, ein konkretes Ziel verfolgt (den Thron) aber keine traditionell männlichen Attribute zur Schau stellt (und ebenfalls ins Kreuzfeuer gerät). Und: Cersei Lannister.

Cersei Lannister und Westeros

Die Welt von Westeros ist patriarchal geprägt. Cersei wuchs in einem männlichen Umfeld auf und beobachtete den Spielraum der Akteure, ohne Möglichkeit selbst daran Teil zu nehmen, und dies lediglich aufgrund ihres Geschlechtes. Sie lernte, ohne aber das Wissen je selbst anwenden zu können beziehungsweise zu dürfen. Wie viele junge Mädchen war sie in Rhaegar Targaryen verliebt und wurde in eine arrangierte (und unter anderem gewaltvolle) Ehe mit Robert Baratheon gezwungen, der eigentlich eine andere Frau (Lyanna Stark) liebte.

“When we were young, Jaime and I, we looked so much alike even our father couldn’t tell us apart. l could never understand why they treated us differently. Jaime was taught to fight with sword and lance and mace, and l was taught to smile and sing and please. He was heir to Casterly Rock, and l was sold to some stranger like a horse to be ridden whenever he desired.” – Cersei Lannister, „Blackwater“

Ihr Bruder Jaime lebt quasi das alternative Leben von Cersei. Ein Leben, dass sie hätte haben können, wäre sie als Mann geboren worden. Und beide haben eine ähnliche Reise: Beide waren arrogante Kinder und beide erleiden Blöße: Cersei verliert beim Walk of Shame eines ihrer femininen Attribute aufgrund ihrer Affäre mit Jaime und Jaime verliert als Swordsman und Ritter seine Hand. Während Jaime aber nach Hilfe sucht, verschließt sich Cersei und versucht energischer als zuvor, ihre Macht zurück zu holen – koste es was es wolle. Und dies macht sie, in meinen Augen, fast zu einer feministischen Ikone: Sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand, auch wenn das bedeutet andere zu verletzen. Sie tut, was getan werden muss, um das eigene Überleben zu sichern.

Cersei Lannister: Anti-Heldin

Cerseis Ambitionen und Motivation isolieren sie vom traditionell weiblichen Charakter, der zu Beginn von Game of Thrones üblich war. Nach dem Tod ihres Vaters musste sie handeln, um ihre Macht auszubauen. Sie fordert den Zuschauer heraus, stereotype Geschlechterrollen neu zu hinterfragen. Nicht mehr ist sie die Frau, die still daneben sitzt, sondern jene, die trotz ihrer weiblichen Präsenz, Wort und Initiative ergreift. Wenn Arya, Brienne und Yara sich dem Männerbild anpassen, mag Cerseis Verhalten verwirren – denn man kennt es in dieser Welt nicht anders. Sie schneidet sich nicht die Haare ab und trägt auch keine Hosen, um akzeptiert zu werden.

Hätte Cersei sich ihrem Vater oder ihrem Bruder untergeordnet, wäre sie gemocht worden. Oder zumindest hätten wir Mitleid mit ihr gehabt. Aber darauf legte sie nie Wert. Es ist ihr reichlich egal, ob das Volk sie hasst. Sie beweist immer wieder Klugheit und versucht sich in Schlüsselpositionen zu manövrieren, sei es, dass sie ihre Kinder strategisch verheiratet, sich mit zwielichtigen religiösen Fanatikern einlässt oder Morde in Auftrag gibt. Und welche anderen Mittel bleiben ihr zwecks Machterhalt als Frau in Westeros sonst übrig?

Selbst ihre Beziehung zu Jaime kann als eine Art Rebellionsakt gesehen werden, um wieder Kontrolle über ihren Körper zurück zu erlangen, die ihr durch die Ehe, als Gegenstand für Sex und Kinder, genommen wurde. Wenn gute Frauen, gebrochene Männer retten, so bleibt die gebrochene Frau sich selbst überlassen. Kein guter Mann versucht sie zu retten. Sie verliert ihre Tugend und wird zur Hexe, die verstoßen im Wald leben muss. Als Anti-Heldin ist sie nicht diejenige, die gerettet werden kann – aber auch nicht gerettet werden will. Und gegen Ende ist es Cersei, die auf dem Thron sitzt und alles in ihrer Macht stehende tut, um diese Position zu halten.

Von wiederholenden Vergewaltigungen (nicht nur durch ihren Ehemann, sondern auch Bruder) bis hin zum Walk of Shame (als Strafe für ihre Beziehung zu Jamie), waren es Männer, die ihr am nächsten standen und diese Taten vollzogen. Ihr Vorgehen gegen Margery und die Vernichtung der Sept of Baelor speisen sich aus dem Verlust von politischer Macht, was wieder zu einer marginalisierten Position geführt hätte und hat. Nach dem Walk of Shame wird sie von politischen Entscheidungen exkludiert und muss mit den anderen Frauen auf der Seite sitzen.

Cerseis Motivation ihre Familie zu beschützen und den Namen ihres Hauses zu bewahren, ihr Durchhaltevermögen und Konsequenz, um jene Macht zu behalten in deren Besitz sie nun ist, lassen sie, in meinen Augen, zur Heldin werden.

Cersei Lannister: Heldin

„You should have taken the realm for yourself. Jaime told me about the day King’s Landing fell. He was sitting in the Iron Throne and you made him give it up. All you needed to do was climb the steps yourself. Such a sad mistake. … When you play the game of thrones, you win or you die — there is no middle ground.“ – Cersei Lannister, „You win or you die“

Alles was sie tat, leitet sich daraus ab. Sie kennt das Spiel um den Thron, sie weiß wie Macht funktioniert und taktiert. Sie steht zu ihren Motivationen und schert sich einen Dreck darum, ob ihre Handlungen und die Weise sie zu erreichen, verwerflich sind. Sie lebt es und will es und handelt dementsprechend. Cersei entschuldigt sich nicht ständig für die Dinge die sie tut. Im Gegenteil, sie steht dazu. Auch das lässt sie zur Heldin werden. Vielleicht sogar zu einer feministischen Ikone, einem Vorbild, dem wir vielleicht etwas mehr Beachtung schenken sollten.

Ihre Liebe zu ihren Kindern und die Art wie sie sie beschützte, ließ sie in den Augen der Zuschauer menschlich werden. Und in gewisser Weise zeigt man Verständnis, wenn sie die Macht, die sie bisher nur aus der Ferne beobachten konnte und deren Unterlegene sie war, nicht mehr aufgeben möchte.

Cersei sitzt gegen Ende der 6. Season auf dem Thron. Sie agierte strategisch und handelte den Umständen entsprechend; verfolgte das, was sie von Männern wie ihrem Vater, ihrem Mann und anderen lernte und wandte es zielführend an. Cersei ist nicht verrückt, sondern politisch – was sich zwar nicht ausschließen muss, aber lediglich zu behaupten, sie sei wahnsinnig, tut ihr Unrecht.

Cersei tut, was sie tun muss, um ihre Macht zu halten. Cersei tut, was sie tun muss, um zu überleben. Abgesehen von all diesen Aspekten, wäre es einfältig und naiv Cersei als wahnsinnig, verrückt oder böse abzustempeln, sondern als ambitioniert, klug und durchsetzungsfähig.

Unglücklicherweise stellt sich Cersei in Season 7, die generell die Martin‘sche Feder vermissen lässt, gegen alle Vernunft und kann zurecht als etwas ignorant bezeichnet werden. Aber ginge man davon aus, dass die Welt nicht von Zombies bedroht werden würde..

Konklusio

Eine lieblose Zwangsehe, Vergewaltigungen, Tod ihrer Kinder, der Walk of Shame und Belustigung über ihre Romanze zu Jaime – trotz alledem ist sie die erste Frau in Westeros, die tatsächliche Macht in den ihren Händen hält. Kann man Cersei wirklich für ihre Taten verurteilen? Kann man sie dafür verurteilen, dass sie versucht alles mögliche zu tun, um nicht wieder in ihre alte Stellung zurück zu fallen? Erneut: Aryas Familienmord und Daenerys Feldzug unterscheiden sich nur marginal von Cerseis Handlungen.

Kann man Cerseis Selbsterhaltungswillen wirklich für „böse“ empfinden? Wenn man sich ihre Taten in einem größeren Zusammenhang, als nur im aktuellen Kampf um den Thron betrachtet, kann sie durchaus als Heldin gelten.

Dass Cersei auf den ersten Blick unsympathisch wirkt und einen Rattenschwanz an negativen Kritiken mit sich zieht, liegt sicher auch daran, dass es in den ersten drei Büchern keine Erzählung aus Cerseis Perspektive gibt. Es ist leichter, jemanden als „böse“ zu sehen, wenn man ihn immer nur durch die Augen von Sansa oder Tyrion sieht. Ihr erster Auftritt folgt in „A Feast for Crows“. Auch trägt dazu bei, dass sie bereits in Season 1 mit unsympathischen Tendenzen (Inzucht, Arroganz, usw.) auftritt, und die Gewalt, die sie erfahren hatte, durch wenige Sätze quasi belanglos (weil es eben so ist) und bereitwillig akzeptiert wird. Man sieht es nicht, es war schon immer so, also kann es nicht so schlimm sein oder? Erst als Sansa Stark, die zu Beginn als verzogene Göre auch nicht gerade beliebt ist, von Ramsey vergewaltigt wird, folgt der Ruf die Serie zu boykottieren.

Cerseis Entscheidung für Gewalt und das Niederbrennen ihrer Feinde ist ein Akt der Vergeltung als wie auch der Selbsterhaltung. Erneut, sie tut, was notwendig ist.

Aber nicht nur Cersei unterliegt diesen beiden Zügen, auch Jon Snow, Arya Stark und Daenerys, selbst Tyrion wenden diese an, und werden dafür gelobt und bejubelt. Dass man Cersei nicht als gleichwertig akzeptiert, liegt wohl auch am unglücklichen Zustand, dass sie jene unterstützt, die wir hassen und die Gegenspielerin jener ist, die wir lieben. Aber abgesehen aller emotionalen Sympathien tut Cersei nur das, was sie muss: Überleben.

Quellen:

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„The Beauty and the Beast“

Altlasten werden abgearbeitet. Lest hier über The Beauty and the Beast.

Der Spruch „Disney gab uns unrealistische Vorstellungen von der Liebe, dem Leben und allem anderen“ hat seine Berechtigung: Wenn man singt, kommen keine süßen Tiere und helfen beim Haushalt. Die Wäsche bleibt liegen und im besten Falle scheißt ein Vogel drauf, oder eine Ratte knabbert die Kabel an. Und ganz bestimmt nehmen gänzlich unbekannte Männer Drachen, Biester und den Tod für einen Kuss in Kauf. Und beim Sex wird auch nicht gesungen. Alles in allem wurde man also ziemlich belogen.

„Es ist kein charmantes kleines Kino, sondern ein Cineplexx, ein Multiplexx“ – sagte Madame (8) und hatte sich damals mir zu liebe in die monströsen Kapitalhallen des Mainstreams vorgewagt, um mich in den Disney Film mit Hermione zu begleiten. Wir beide saßen im 7. Saal in der 4. Reihe, beide 3D. Neben mir hatte nochmal eine Gestalt ein einzelnes Ticket reserviert und ich bin in solchen Fällen immer sehr gespannt, was das für Menschen sein mögen. In diesem Falle war es ein älterer Herr.

Bildquelle: HannaAlexandra_Art (Instagram)

Zum Film

Ich erinnere mich gut daran, wie ich, als ich Die schöne und das Biest zum ersten mal sah, der Verwandlung des Biestes entgegen fieberte und in meiner Erwartung dann tief von den Zinnen des Schlosses stürzte, als ich erblickte, wie hässlich der Prinz war. Instant wünschte ich mir das Biest zurück. Und auch hier, wie in manchen anderen Punkten, bleibt die Real-Verfilmung dem Zeichentrick-Klassiker treu. Sicherlich, Dan Stevens ist sicher nicht hässlich, aber in diesem Aufzug war das Biest.. netter.

Madame (8) fand den Film unnötig, mich hatte er nett unterhalten. Ich wippte bei den Songs mit und summte „Going through the Motions“ am Heimweg. Wir beide waren uns einig, dass Emma Watson (die die Rolle der Cinderella 2015 abgelehnt hatte) eine adäquate Belle ist, die Bücherei uns den Atem stocken ließ und die Szene, in der Belle einem kleinen Mädchen das Lesen bei bringt, wirklich nett war. Madame (8) bemängelte (auch zurecht), dass Political Correctness auf Kosten der Authentizität gefeiert wurde – und die Interracial Couples auch etwas inflationär eingesetzt wurden. Das Totschlag Argument, dass sich Belle in ihren Gefängniswärter verknallt, der doch ganz nett ist, lassen wir außen vor. Immerhin fungiert Shakespeare als Liebesknecht und lässt die Schöne und das Tier sich näher kommen.

Gay-Things

LeFou erschien mir schon damals sehr zu Gaston hingezogen, deswegen verwunderte es mich auch nicht, dass Disney eine eindeutig homosexuelle Figur mit ins Spiel brachte, wenn auch die Darstellung etwas übertrieben war. Was mich störte war die Diskussion, die im Web entbrannte und die Tatsache groß im Web angekündigt wurde, was nach Werbung schreit. Wenn bei Ghostbusters via Feminismus-Keule Marketing betrieben wurde, so ist es hier die LGBT Community die herhalten darf. Aber erneut: Eine Medaille, zwei Seiten: Es hat auch etwas positives, denn vom kapitalistischen Schreckgespenst Disney abgesehen, finde ich es nett, dass kleine Kinder, die heute aufwachsen, Homosexualität als etwas normales und Alltägliches betrachten, etwas mit dem sie aufwachsen sind. Hollywood ging dies bezüglich schon einige Schritte (Bsp.: Brokeback Mountain, Black Swan), wagt sich aber mittlerweile auch ins Mainstream Kino vor. Mit den Power Rangers tritt der nächste lesbische Charakter auf. Warum wird hier erklärt:

„Because the studios are first and last about making money, they are loathe to include anything that might alienate segments of the audience. So kudos to Disney and Lionsgate for cracking open the fairytale and superhero worlds respectively. (…) But their executives would have calculated there is really no downside to briefly including gay issues. On one hand, they are responding to pressure for more diversity in movies. On the other, they benefit from any controversy because more potential ticket-buyers are aware of their movie.“ (stuff.co.nz)

Obvious things are obvious.

Feminismus?

Belle erfand also die Waschmaschine, um mehr Zeit zum lesen zu haben und nebenbei einem Mädchen das Lesen bei zu bringen – eine Idee, die sicherlich Emma Watson ins Spiel brachte.

Belle gilt als Disneys erste feministische Heldin. Jeffrey Katzenberg, damals CEO der Disney-Animation, ordnete den feministischen Twist an und beauftragte die Newcomerin Linda Woolverton (eine von der Frauenbewegung der 70er Jahre inspirierte Feministin) als Autorin. Als Vorbild diente ihr Katherine Hepburns Performance als Jo March in Little Women. Die Originalgeschichte übrigens wurde 1740 von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve im französischen Journal „La Jeune Américaine et les contes marins“ publiziert. 1755, nach ihrem Tod, wurde die Geschichte von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont bearbeitet und in einem Kindermagazin veröffentlicht.

Belle sollte die Wende in Disneys Damenwelt einläuten, wurde quasi als Kontrapunkt zu Arielle konzipiert und ebnete den Weg für künftige, starke Frauenfiguren. Passive Prinzessinnen wie Cinderella und Schneewittchen mussten Kämpferinnen wie Mulan, Pocahontas und Merida weichen. Innerhalb des Disney-Universums dominieren heute selbstbestimmte Frauenfiguren – und nicht mehr die Suche nach dem perfekten Mann. Thx Orf.at.

Emma Watson dazu:

„[Books are] so powerful and they have the ability to change your life and your outlook, and this story really speaks to that, the sacred nature of books and their ability to transport you and empower you, (…) We still live in a world where there are probably over 80 million girls who won’t get to go to school just because of their gender.“ (Mashable.com)

Und:

„I loved Belle a long time before I became a feminist or a feminist activist. Of course the fact she’s so interested in literacy and she loves books, the fact she’s independent minded of course made me feel close to her.“ (metro.co.uk)

Feministisch also? Vielleicht auch nicht:

„The main – indeed the only – stated piece of feminism is that Belle has a job, so escapes the passivity and helplessness that has defined heroines since Disney and beyond. (…) The underlying message baked into this pie is that laundry is women’s work, which the superbly clever woman will delegate to a horse while she spreads literacy. It would be better if she had used her considerable intellect to question why she had to wash anything at all, while her father did nothing more useful than mend clocks. (…) Watching this film as a feminist fairytale is like listening to someone who claims to be able to speak German, then realising that they have only mastered one phrase. They can ask for directions, but if you actually told them the way to the Bahnhof, they’d be stumped. Still, hats off for trying. It’s better to speak a tiny bit of feminism than no feminism at all.“ (theguardian.com)

Oder:

„It would be beneficial for filmmakers to remake Disney movies that perpetuated sexist stereotypes into films that provide healthy portraits of women, but this adaptation of Beauty and the Beast fails to do so. Instead, feminism is hijacked to dispel the story’s sexist qualities so that the film industry can profit off a remake of the film without losing potential audience members due to criticisms of misogyny in the outdated story.“ (observer.com)

Und dem kann man als Feministin nicht widersprechen, und trotzdem muss man sich mit den kleinen Erfolgen zufrieden geben und eine Botschaft auch einfach sein darf: Die weibliche Protagonistin braucht keinen Mann und hat andere Interessen, als das Interesse eines Mannes auf sich zu ziehen, nämlich Bücher und inspiriert junge Leute mehr zu lesen. Sie ist die Heldin, die gegen Ende den Mann zwar rettet – aber aus freien Stücken wieder zurück kehrt.

Aber ja, es ist nachzuvollziehen warum Madame (8) den Film als unnötig empfand. Und genau so unnötig sind all die anderen Reboots, Neuverfilmungen oder Realverfilmungen wie Aladdin unter Guy Ritchie (könnte vielleicht etwas werden) und Mulan, welches gänzlich ohne Sing-Sang auskommen soll/will.

Warum die Leute im Dorf nicht altern..

Reddit user Hainted erklärt:

„[The village]  is caught in the Enchantress‘ curse as well. It’s stated outright that she erased the memories of the Prince, his lands, and servants from the villagers‘ minds, but if you pay attention she also locked the village in a time loop.“ Let’s do the Time-Loop Again! Let’s do the Time-Loop Again!

Noch mehr Beweise und Belle’s Song erscheint in komplett neuem Licht!

„But what if Belle sees „every morning just the same“ because she’s literally seeing the same morning play out over and over again? That would explain why she’s able to wander through town and announce everything that is happening in the village without looking, like Bill Murray predicting a waiter dropping a stack of flapjacks in a diner.“ (Dorkly.com)

Wie der Vater zurück in die Stadt kam, wir erinnern uns, Wölfe und so, bleibt offen.. Magic? Plothole? Who knows! I don’t and you don’t and nobody knows! Not even Leonard Cohen knows!

Zu guter Letzt:

Fazit: 4 von 6 tanzenden Teetassen und 5 von 5 Fußsessel Kläffer, 9 von 10 Singsang-Songs und 9 von 10 Hermiones, sowie drei Rosenblätter und 3 von 7 Flauschigkeitspunkten. Mit anderen Worten: Unterhaltung, wenn man sich darauf einflässt und das Original mochte. Nochmals mit anderen Worten: Unnötig und langweilend für die, die sowieso darüber motzen möchten.

Lesenswert:

Quellen:

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