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Feminismus und dergleichen

Marvel Has a Pandering Problem NOT a Diversity Problem!

Mr Raymond leitete mir vor wenigen Tagen ein Video weiter und ich muss sagen: Es ist gut. Informativ und zynisch, die Beispiele werden gut erklärt und man folgt dem Gesagten gerne ohne abzuschweifen. Manchmal jedoch auch etwas anmaßend; denn niemand, weder der sporadische Comic-Konsument oder jene, die etwas tiefer in die Materie verwebt sind, können alles kennen und wissen – und im Gedächtnis behalten. Nichts desto trotz: Sehr sehenswert – und sie spricht vermutlich vielen eingefleischten Comic-Fans aus der Seele.

Aus der Beschreibung zum Video: „Recently, Marvel has been in the news after the VP of sales claimed diversity was killing sales. Social justice warriors, feminists and lefties were all quick to jump on the story to claim diversity is not the reason for declining sales and for once, I actually agree – diversity itself is not what’s killing Marvel comics; bad writing and pointless SJW pandering is killing Marvel comics. If you think the two may seem one in the same, check out my (((short))) 30 minute analysis!“

Schaut es euch an, es sind 30 gut investierte Minuten.

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Woche #0406

Wenn fette Katzen sich in der Hitze aalen und noch fettere Katzen sich unterm Baum verstecken, der Mensch zu träge wird, um dem schwülen Wetter zu entfliehen, so reihe auch ich mich hier ein: Alles bleibt auf der Strecke. Und das liegt nicht nur an meiner allabendlichen Beschäftigung.

Ja, Menschen die ihr mir folgt und die ich euch folge – ich lese eure Beiträge, vergesse aber zu liken. Ich nehme es mir vor, und sogleich ist es wieder entschwunden. Ja, ich schreibe, aber nicht soviel und das was ich möchte, sondern Belangloses und meh. Ich nehme mir vor, meinen Schreib-Schreibtisch aufzuräumen um endlich tatkräftig sein zu können, und verbringe dann doch lieber die Zeit beim Stall auf der Wiese, den Kopf vom Jährling haltend, merkend, dass er immer schwerer und schwerer und schwerer wird und sie selig ruhig eingeschlafen ist. Auch ein Fohlen-Kopf ist schwer. Dann kommt die Zweijährige dazu und möchte ebenfalls gestreichelt werden.

Dreimal habe ich Deadpool 2 verschoben, zweimal Solo, weil es mir zu mühsam erschien mich in einem dunklen Saal einzufinden und dort zu sitzen. Nächster Termin: Mittwoch Abend. Auch die Serien-Reviews bleiben irgendwo zwischen ein paar wirren Zeilen und einem Haufen unnötiger Lückenfüller bestehen. Wie gelingt es manchen Film- und Serienbloggern so richtig gute Beiträge zu verfassen? Es ist mir nach wie vor ein Rätsel.

Ich war mir nach Ende der ersten Season von 13 Reasons Why unsicher, wie eine zweite Season aussehen könnte und solle und war der Meinung, es brauche sie nicht. Wozu auch, denn die Geschichte ist erzählt – aus einer Perspektive. Nach Sicht der zweiten, freue ich mich aber über eine (hoffentlich) dritte Season – denn es gibt noch soviel mehr zu erzählen. Auch bin ich froh, dass The Expanse weiter geführt wird. Nachdem SyFy einen schlechten Deal hatte, wurde die Serie von Amazon aufgegriffen, dessen Boss Jeff Bezos ein großer Fan der Buch-Reihe ist und die Serie eigentlich von Anfang an haben wollte. Die Crew um die Rocinante ist also gerettet!

Apropos Buch. Nein, meine Tasche ist nach wie vor nicht wieder aufgetaucht. Nächste Woche versuche ich es erneut, sie zu finden, werde mich aber mit der Tatsache abfinden müssen, Tasche wie Buch zu ersetzen. In diesem Zuge werde ich mir noch eine Black Mesa-Tasche mit bestellen und habe derweil Ernest Clines „Armada“ im Gepäck. Ebenfalls ein Buch, dass mich, wie bei „Ready Player One“, immer wieder grinsen lässt. Auch finde ich die deutsche Übersetzung gelungen, die ein gutes Mittelmaß zwischen deutschen und englischen Begriffen der Gamer-Szene findet. Aber man muss ehrlich sagen: Wenn man nichts mit Computerspielen am Hut hat, ist das Buch verwirrend und vermutlich wenig erheiternd.

Vielleicht noch eine Erwähnung wert: Ich sah letzthin am See eine Dame, die das Magazin „InStyle“ in der Hand hatte. Auf dem Cover: Celebrities mit „Problemzonen“ – das Wort „Problemzonen“ in fett und gelb – und bemerkte wieder einmal: Da fängt es schon an. Die ältere, mollige Frau, die die Zeitschrift in der Hand hatte, darf sich also darüber freuen, dass auch die Stars die gleichen „Probleme“ haben wie der Normalsterbliche. Probleme. Warum überhaupt als „Problemzonen“ vermarkten, wenn lediglich eine Mindestanzahl 19jähriger Mädchen, teils durch Fitness gestählte Körper dem Ideal entsprechen? Oder ein paar wenige 40 jährige mit guten Genen, die es sich leisten können einen Personal Trainer anzustellen? Eine liquide 60 jährige, die galant anstatt „alt“ wirkt, weil sie eben die finanziellen Mittel dafür besitzt. Die Diskussion wird zwar vom Feminismus aufgeworfen und durch #BodyPositive debattiert, aber ansetzen müsste man wo ganz anders. Es hat also doch was gutes, dass Printmedien vermutlich irgendwann aussterben werden, auch wenn genormte YouTube-Stars mit Make-Up-Channels vielleicht nicht zwingend die bessere Alternative sind. Aber dafür gibt es ja wieder unzählige Alternativen. So oder so, angesetzt werden muss wo anders.

Und jetzt zum Wetter: Nachdem die letzten Tage immer wieder Gewitter angesagt waren, aber die schwüle Hitze in einen schwülen Abend übergegangen und sich dies über gefühlte Wochen wiederholt hatte, hatte sich das Gewitter vorgestern kräftig am Berghang ausgetobt. Gefolgt von Regengüssen. Viel Regen. Die Luft ist aber nur dezent frischer, es blieb und bleibt weiterhin sonnig und sommerlich.

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Ms Marvel – Ja oder Nein? Und da wäre noch Captain Marvel

Erst kürzlich war die Rede von und ob Ms Marvel (die muslimische Superheldin aus New Jersey – sehr zu empfehlen) bald im MCU zu sehen ist (ich sähe sie lieber in einer Serie).

Wie kam es zu dieser Frage:

“We’re doing Captain Marvel right now. Captain Marvel‘s shooting right now with Brie Larson. Ms. Marvel, which is another character in the comic books, the Muslim hero who is inspired by Captain Marvel, is definitely sort-of in the works. We have plans for that once we’ve introduced Captain Marvel to the world.” (Kevin Feige, BBC Interview)

Mr Raymond dazu: „Der Interviewer fragte ihn explizit danach, Feige macht das richtige und wechselt das Thema zu Captain Marvel, deren Film gerade gedreht wird und gibt dann dem Interviewer den Kommentar, dass es Pläne für Ms. Marvel gibt und man mehr oder weniger daran arbeitet… nachdem, zurück zum eigentlichen Thema, Captain Marvel dann im Marvel Universum erschienen ist, denn Kamala ist ja ein Fan und inspiriert durch Captain Marvel.“

Fraglich, wie viele Hoffnungen wir uns machen sollten oder auch nicht.

Inhumans (was letztlich zu einer Serie wurde) war groß auf einer Wand bei ComicCon zu sehen als ein Film in Phase 3. Solange das nicht passiert für Khan oder Romanoff, ist es nur Feige auf Promotiontour in diversen Ländern. Ebenso seine vage Aussage, dass er sich vorstellen könnte einem der weiblichen Charaktere aus Black Panther in einem Film als Hauptfigur zu sehen. Er ist gut darin das richtige zu sagen um das maximum an Interesse für Marvel Filme zu kriegen, im Gegensatz zu manchen der Clowns, die in der Comic-Sparte bei Marvel arbeiten, das richtige zu sagen ohne sich zu 100% festzusetzen – der Master des Konjunktiv und darum wäre er ein enormer Verlust, wenn er jemals gehen würde. Er gibt den Fans etwas über das sie reden und spekulieren können ohne je so dumm zu sein zu sagen, dass er es ihnen wirklich geben wird.“

Es bleibt also spannend und interessant – ob, und besonders wie Ms Marvel auf der Leinwand inszeniert wird, da sie vor allem auch die muslimische Gemeinde repräsentiert – allerdings ohne(!) Kopftuch und als typische amerikanische Jugendliche, die aus einem muslimischen, pakistanischen Elternhaus kommt versucht beide Welten miteinander zu verbinden.

Heute stolperte ich im Bezug auf Captain Marvel auch darüber:

So this is how’s its gonna go until this movie comes out.
MCU: “she’s the strongest character”.
Comic fans: “well actually she’s not in the comics”.
Media: “Alt-Right Incel Trolls are attacking Captain Marvel because she’s a woman”.
Comic fans: “Wait no that’s not what I said I’m just saying she’s not the strongest”.
Feminist: “This is all apart of the toxic masculine culture of the Patriarchy”.
Comic Fans: “F**k it”.“

Und leider fasst es die Situation perfekt zusammen. Mr Raymond meinte einst zynisch, dass Captain Marvel als marvel’sche Pendant zu Wonder Woman konstruiert wird und sicherlich, so meine ich, am Erfolg der anderen Filme anknüpfen kann – trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, denn warum erst jetzt? Eben. Wonder Woman war der erste Superheldinnen Stand-Alone Film, der tatsächlich Erfolg hatte. Trotzdem sollten wir uns darüber freuen, dass nicht mehr nur männliche Superhelden „cool“ sind, sondern auch weibliche, die nicht mehr nur den male-gaze bedienen, sondern tatsächlich eine Geschichte zu erzählen haben und nicht mehr nur quasi „Frauen-Quoten“-Beiwerk sind.

Captain Marvel: Startdatum: 14. März 2019.

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„Mary Magdalene“

Nachdem es von der Kirche keinen Aufschrei gab und weder „Häresie!“ noch „Ketzerei!“ durch die Boulevardblätter flatterte, darf und kann man getrost annehmen, dass sich der Film im Rahmen des Akzeptablen bewegt und einigermaßen gemäßigt inszeniert wurde. Kurz: Das beste Wort, dass mir einfällt um ihn zu beschreiben ist „decent“.

„Garth Davis attempts a fresh, feminist portrait of the Apostle to the Apostles, but there’s not much passion in this play.“ (variety.com)

Der Abspann lässt uns wissen, dass Papst Gregor um 591 Maria Magdalena die Rolle der Prostituierten zugeschrieben hatte, wie man sie bis heute kennt und bis vor kurzem auch gelehrt wurde. 2016 wurde dies widerrufen und ihr den Titel „Apostel der Apostel“ zugesprochen.

Rooney Mara ist hervorragend in der Rolle besetzt: Schwarze Haare, blaue, ewig wässrige Augen und eine Haut wie Elfenbein. 32 gäbe man ihr nicht, 22 gerade noch. Joaquin Phoenix ist mit seinen 43 vielleicht nicht zu alt, um Jesus zu spielen, der 10 Jahre jünger war, wirkt aber dennoch zu „alt“ und erinnert an einen verschrobenen Sektenführer.

„He’s about as charismatic as Charles Manson: more cult-leader than messiah, with dark, angry eyes and moody silences. He goes away often to sit by himself on a rock, which at least offers meagre respite for the viewer.“ (smh.com)

Außerdem fand ich es schade, dass kein israelischer oder nahöstlicher Schauspieler die Rolle des Messias übernehmen durfte. Besonders niedlich besetzt fand ich Judas (Tahar Rahim), der sich wie ein kleiner Zappelphilipp (so nannte man früher hibbelige und übermotivierte Kinder) dem Wahnsinn nahe hinein steigert, Jesus schlussendlich verrät und sich suizidiert. Aber war es ein Vergehen, wenn es genau so passieren hatte müssen? Eigentlich nicht. Aber da ich keine Ahnung von Kirchengeschichte habe, nicht religiös erzogen wurde und der Religionsunterricht in der Volksschule schon Jahre, Jahre her ist..

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Eine beziehungsweise zwei Szenen blieben mir besonders in Erinnerung, die einen wieder mal daran erinnern, dass das Patriarchat ziemlich viel Irrsinn gestiftet und Schei*e angerichtet hat. Dezent, aber trotzdem zynisch, dringt die feministische Sichtweise, die der Film durchaus tragen darf und soll, durch.

Jesus spricht in einem Dorf zu Frauen, weiß aber nicht was er lehren soll. Er zieht Mary zu Rate. Eine Dame mit scharfer Zunge meldet sich: wem sollen sie denn glauben, ihren Männern und Vätern oder Gott? In ihrem Herzen natürlich Gott. Sorry, but what the..? Im Klartext: Unterwerft euer Fleisch den Herren, aber in euren Herzen dient ihr Gott. Selbstbestimmung? Nada.

Sie erzählt ihm von einer Frau, die mit einem anderen Mann als ihrem Ehemann erwischt und daraufhin von diesem und dessen Brüdern vergewaltigt und ertränkt wurde. Und Jesus sagt: Forgive them. Forgiveness in your face. Die sarkastische und durchaus zynische Frau hat alles Recht wütend zu sein. Gleichzeitig wird mit dieser kurzen Rede veranschaulicht, wie wenig Frauen Mitspracherecht besaßen. Selbst Mary wird verstoßen, als sie den fremden Männern folgt und weigert sich zuvor, verheiratet zu werden. Kein Mann werde sie mehr angreifen, sagt ihre Schwester, ihrer Familie bringe sie Schande. Obwohl wir darüber informiert sind, und wissen, dass es in vielen Ländern nach wie vor Tagesordnung ist, ist es einfach unfassbar.

Die zweite Szene spielt sich am Ende ab: Petrus, der von Anfang an an Mary gezweifelt hatte, ob sie die Gruppe nicht spalten würde, wirft ihr im Endeffekt genau dies vor. Sie, die als letzte den Toten und als erste den Wiederauferstandenen gesehen hatte, weiß, dass sich das Königreich von dem er sprach, in den Menschen selbst befindet, es sei bereits hier – aber die Apostel, allen voran Petrus, glauben, dass Königreich werde erst noch kommen. Sie verlässt die Szene mit energischen Worten, dass sie gehört werden will und sich dies nicht nehmen lassen wird. In diesem Falle, nein. Zumindest folgen ihr die getauften Frauen.

Ist es also, so die Schlussfolgerung des Filmes, die Eifersucht der Apostel, die Maria Magdalena in Vergessenheit gerieten ließ? Durchaus möglich. Ob die Jesus und Mary nun mehr als nur platonische Freunde, darüber streiten Historiker seit Jahren. Ich hoffte ja auf eine Sexszene, aber die kam nie.

„The Gospels call Jesus “Rabbi” (Matthew 26:49, Mark 10:51, John 20:16). Rabbis, then as now, are married. If Jesus wasn’t married, someone would have noticed.“ (huffingtonpost.com)

Fazit

Schwächen hatte der Film insofern in seinen Längen, als auch in seiner „Decent-ness“, denn so beige die Protagonisten gekleidet waren, so beige war dann auch die Inszenierung. Jesus litt und wir sahen die Wunden, so auch die Kreuzigung, und auch wenn Jesus den Qualen vom Wissen um den eigenen Tod ausgesetzt gewesen sein muss und dergleichen, schafft es Joaquin Phoenix nicht, dies ordentlich zu spielen. Er überdramatisiert gewaltig und erinnert an einen kurz vorm Wahnsinn stehenden Sektenführer, der beinahe manisch-depressiv versucht seine Lehre in die Welt hinaus zu tragen. Aber sicherlich, Jesus zu spielen ist nicht einfach. Viele scheiterten daran und ich weiß nicht, ob ich je eine gute Performance sah, außer in Jesus Christ Superstar und Das Leben des Brian. Always look on the bright side.. of life..

Sehr positiv, voller Hoffnung und so gar nicht leidend wurde der Charakter selbst gestaltet. Zwar bleibt Mary, wie alles andere, blass und man weiß nicht, was will sie eigentlich und warum sie Jesus folgt – aber sie versprüht Hoffnung und Optimismus. In erster Linie ist sie es, die von Jesus angesprochen und gebeten wird, seine Anweisungen auszuführen, wie Menschen segnen oder taufen. Und im Endeffekt kommt ihr eine viel größere Rolle zu, als wie man es bisher annahm.

Fazit II

„Der zugrunde liegende Befund, dass eine Frau im strikt patriarchalen System nur dann stark sein kann, wenn sie sich außerhalb des Sexuellen stellt, könnte kritisches Potenzial entfalten.“

Und: „Ob Sexualität dabei sublimiert, transzendiert oder schlicht verdrängt wird, ist eine akademische Frage, in jedem Falle ist sie praktischerweise aus den Film verschwunden. Zurück bleibt eine bereinigte Weiblichkeit, bürgerlich anschlussfähig und ökumenisch kompatibel“(tagesspiegel.de)

Andere Reviews und Links

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Woche #2103

Frühlingsbeginn, und es schneit. Warum auch nicht? Dafür wird es wieder mal Zeit für einen Wochen-Beitrag, der in unregelmäßigen Abständen mit unterschiedlichen Themen erscheint. Eigentlich habe ich zwischenzeitlich wieder 2-3 weitere geschrieben, mich aber dann gegen die Veröffentlichung entschieden, weil.. Warum eigentlich? Anyway, alles wiederholt sich und die Themen gehen ja nicht verloren. Ob ich sie dann unter 3457 Entwürfen wieder finde, ist allerdings fraglich.

„Geld macht sehr wohl glücklich […]. Es trägt zu dem Glücksgefühl bei, dass ich handeln und autonom leben kann.“ Es sei wichtig, aber nicht alles, so der Wissenschafter. (derstandard.at)

Meine erste Reaktion: No na nit? Natürlich sind wir mit Geld glücklicher. Wer nicht am Rande der Armut lebt und sich gelegentlich Urlaub leisten und einem Hobby nachgehen (denn Hobbies sind teuer) kann, ist definitiv glücklicher. Ob man nun drei Yachten (eine fürs Mittelmeer, eine am Atlantik, und eine in Australien) braucht ist natürlich die andere Frage – aber.. ja, Geld macht glücklich. Vermutlich sträubt sich die Obrigkeit deswegen gegen das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen), da selbst bestimmte Menschen eine Gefahr für deren Hirnamputierte Regierungsweise darstellen und Leute, die um ihre Existenzen fürchten müssen, lassen sich viel besser flexibler als Arbeitskraft verwerten einsetzen. 12 Stunden Arbeitstag? Fress ma! Einsparungen? Fress ma.

Auf Social Media meinte dann jemand: Aber dann könne man doch nicht mehr die „kleinen“ Dinge genießen! Was mir ehrlich gesagt komplett wurscht wär, solange meine Existenz gesichert ist. Auch wenn ich ausreichend finanzielle Mittel für Wohnung, angenehmes Leben und vielleicht drei Pferde mit eigenem Stall hätte – könnte ich trotzdem die „einfachen“ Dinge genießen. Und ich behaupte sogar noch mehr, da alltägliche und existentielle Fragen und Sorgen einfach weg fallen. Das Geräusch von Regen und die Stimmung, die er erzeugt, lässt sich halt eher unter einem Dach im Warmen eher genießen, als einer Brücke, wo es einem vielleicht auch noch ständig auf den Kopf tröpfelt. Und ja, genau das meinen Leute, die von den „kleinen“ Dingen sprechen.

*

Wenn wer kurz Zeit hat, der lese diesen Artikel: „Die Scham sitzt Frauen in den Knochen„, ein Interview mit Sandra Konrad, welche die aktuelle Lage bezüglich Frauen, Emanzipation und Feminismus adäquat auf den Punkt bringt. Sie schreibt zu Beginn, dass mit der Anforderung „sexuell aktiv sein zu müssen“ wieder gewisse Normen gesetzt werden, die es zu erfüllen gilt. Man könnte noch viel mehr darüber schreiben, aber lest euch das Interview selbst durch. Es ist gut.

*

Heute stolperte ich diesen bissigen aber die Situation treffenden Artikel: „Unpünktlichkeit: Meine Zeit gehört dir nicht!“ Und wäre dieser Beitrag nicht in dieser Form geschrieben worden, hätte ich ihn so geschrieben. Vielleicht nicht ganz so drastisch, aber ähnlich:

„Diese zehn, fünfzehn Minuten sind nicht dein Eigentum, aber du nimmst sie dir einfach. Denn deine Unpünktlichkeit ist ein Machtbeweis: Du zeigst mir, wie frei du bist, dass du bestimmst, wann es losgeht.“ (dieZeit.de)

Obwohl ich weder in Deutschland geboren bin, noch mit der dortigen Kultur in enger Verbindung stehe oder stand, bin ich pünktlich. Zugegeben, oft 5 Minuten zu früh da – was aber meine Entscheidung ist. Ich hasse es, wenn andere bereits warten und alle Augen zu einem her schielen, als wäre man ein tapsiges Alien, dass dann tatsächlich noch stolpert oder sich derart unnatürlich die Jacke auszieht und sich hinsetzt, als täte man dies zum ersten Mal im Leben. Nein, ich bin gerne diejenige, die andere beobachtet. Interessanterweise bin ich auch pünktlich, wenn ich glaube, dass ich zu spät bin.

Auf Social Media meinte wer, er verschenke doch Zeit und Entspannung, die man sonst nicht hätte. Nein, er drängt sie mir auf und vermittelt dadurch: Ich sage, wann du dich entspannen sollst. Sicherlich, ich bin gewappnet, nehme ein Buch mit, like Beiträge auf WordPress, fotografiere für Instagram, trotzdem. Ich hasse es, wenn ich warten muss. Einst musste ich eine halbe Stunde auf Madame (8) warten, weil sie ihren Schlüssel nicht finden konnte – es war Mittag und wir waren zum Essen in der Mensa verabredet. Ich war, zurecht, sehr sauer.

Achtung, Pferde-Content

Tja, der Frühling will nicht kommen – aber ich habe mich nun doch entschlossen in ein Brockamp Reitpad Spezial zu investieren. Ohne Sattel über die Wiesen fetzen ist großartig, dass das Tier mir allerdings am Heimweg im Wald einmal eine Strecke einfach los gerannt ist – war weniger toll. Ich hatte sie bald wieder im Griff, und war danach sauer – trotzdem bietet ein Reitpad doch etwas mehr Halt – was wiederum Sinn macht, um das Tier besser im Griff zu haben. Ich saß den wilden Gallop zwar gut aus, aber um Paraden zu geben und ihr anständig zu vermitteln „Hey, bleib stehen!“, war ich dann doch mehr mit Festhalten und aufpassen beschäftigt.

Und ja, wir sind seitdem die Strecke zweimal zu Fuß (einmal allein, einmal mit Begleitung) gegangen und einmal mit Begleitung geritten. Demnächst werde ich die Strecke alleine, aber inklusive Sattel im Schritt reiten, folgend gezielt traben und galoppieren versuchen – und wenn das Tier verstanden hat, dass dies keine neue Galoppstrecke ist, die man unbedingt entlang fetzen muss, kann ich ihr den lästigen Sattel vielleicht wieder ersparen. Sie hasst ihn. Sie hasst ihn wirklich (Ja, der Tierarzt gab sein Einverständnis, das Tier kann bedenkenlos, auch häufiger, ohne Sattel geritten werden). Wenn sie erneut glaubt, sie müsse schneller werden, werden wir den Weg erneut gehen. Warum sie los gerannt ist.. darüber kann gerätselt werden. Vielleicht war ich selbst angespannt, vielleicht hatte sie vor etwas Angst (allerdings lässt sie sich dann leicht zurück nehmen), aber auch wenn sie sich arg erschrickt, hüpft sie maximal 3 Hirschsprünge nach vorne. Vielleicht dachte sie sich auch: „Yay, Heim gehts!“ Who knows?

Jene Galoppstrecke am Feld konnte ich ihr erfolgreich abgewöhnen, auch da war sie unkontrolliertes Losrennen gewöhnt. Mittlerweile kann die gesamte Strecke (hin und retour) quasi normal, ohne nervöse Anwandlungen von „Ich muss jetzt los rennen, weil ich es gewohnt bin“ geritten werden.

Zurück zum Reitpad, die Frage die mich beschäftigt ist.. Welche Farbe für einen Haflinger? Ich tendiere zu Türkis, Jeansblau, Marineblau oder Bourdoux (dunkles rot).

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[Video] Wonder Woman’s Controversial Costume

Sicherlich könnte man das eine oder andere noch weiter ausführen und vertiefen, trotzdem fassen diese 8 Minuten alles Interessante und Wichtige zusammen. Fazit: Sehenswert. Thx Social Media.

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„GLOW“, Season 1

Als man mich vor drei oder vier Monaten fragte, ob ich bereits GLOW gesehen hätte, verneinte ich. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine Serie über Frauenwrestling mit grellen Kostümen (denn das zeigte das Vorschaubild) tatsächlich sehenswert sein könnte. Was war ich naiv und dumm und einfältig und ignorant.

Wer also immer noch zögert und sich nicht sicher ist, den kann ich beruhigen: Diese fünf Stunden sind gut investiert. Um sich für GLOW zu begeistern, muss man kein Interesse für Wrestling aufbringen, denn die Hauptakteure tuns genau so wenig. Und genau so wenig steht Wrestling im Zentrum der Serie, sondern bietet lediglich einen, wenn auch etwas ungewöhnlichen Rahmen für zwischenmenschliche Beziehungen, Satire, Kritik und Amüsement.

Worum geht es?

Im Mittelpunkt steht mit Ruth eine erfolglose Schauspielerin, die immer dann einem Produzenten vorgeschlagen wird, wenn dieser nach einer starken, unabhängigen Frau sucht, nur um ihm bewusst zu machen, dass er das eigentlich nicht will. Schon die ersten Dialoge sind bissig, aber nicht aufdringlich.

Ruth landet schlussendlich bei einem Casting für eine Frauenwrestling-TV Aufzeichnung. Der Regisseur mit Schnauzer mag sie nicht und möchte eigentlich nur seine Postapokalyptischen Trash-Horrorfilme drehen (Willkommen im letzten Jahrzehnt der ordentlichen B-Movies!). Als Ruths beste Freundin Debbie, die den anderen Darstellerinnen bereits aus dem TV bekannt ist, wütend auftaucht die kurze Affäre ihres Mannes mit Ruth flog auf) und sie sich im Ring ein Gefecht abliefern, ist er Feuer und Flamme für die blonde Heroine und sieht bereits Good versus Evil, Blond vs. Brünette im Ring. USA vs. Soviet Union. Kapitalismus vs. Kommunismus! Freiheit vs. Zwangsarbeit!

Kritik und Spoiler

Die Serie spielt im Jahre 1985 – was in diesem Falle aber dank Mode und vor allem der Sportbekleidung wegen für einen zusätzlichen Fun- und WTF-Faktor sorgt. Und nicht nur dass, auch die politische Weltlage lässt sich hervorragend integrieren, ohne jedoch die Story selbst unter deren Schatten zu begraben. Sie lässt sich nutzen, um Rassismus anzusprechen und andererseits die wahnwitzigen Mittel zur Effekthascherei im Showbiz zu verdeutlichen, ohne aber dabei auf Humor zu verzichten.

Die Macher, die u.a. für Orange is the new Black tätig sind, dokumentieren in gewohnter Manier neben realistischen Frauenkörpern, die unangenehmeren oder die sonst in den Medien tabuisierten Nebenaspekte des Frauendaseins, ohne aber besonders Gewicht darauf zu legen, sie ins Lächerliche zu ziehen oder den Anlass für einen derben Witz zu nutzen. Sie sind da. Es wird darüber geredet. That’s it. Wie im realen Leben.

Im Wrestling-Team angekommen, werden die jeweiligen Typen als extrem inszenierte Stereotype verkauft – was in der aktuellen Filmwelt nach wie vor Norm ist und die Frage bzw. den Disput zwischen Sichtbarkeit via Typecasting und stereotyper Darstellung aufwirft und nicht eindeutig beantwortet werden kann.

So wird die indisch-amerikanische Medizinstudentin zu „Beirut“, eine Terroristin und bekommt (unglücklicherweise, denn zeitgleich spielt sich das Geiseldrama von Beirut ab) den entsprechenden Blacklash. Eine gewichtige Afroamerikanerin wird zur „Welfare-Queen“ (Fun Fact: Kia Stevens ist tatsächlich Wrestlerin („Amazing Kong“)) und dient damit zur Personifikation der Rassenhetze zur Reagan-Ära. Die britische Rhonda wird „Britannica“, die klügste Frau der Welt und Vietnamesin Jenny wird zu „Fortune Cookie“. Zwar greift man sich immer wieder über die Dreistigkeit an den Kopf, erkennt aber auch die Kritik und Satire dahinter, die sich immer wieder ergänzen und muss, zugegeben, im Nachhinein lächeln.

Ein Plus gibt es auch für Frauensolidarität. Als Rhonda bemerkt, dass eine der jüngeren in den Regisseur verliebt ist (kennt sie doch all seine Filme und ist interessiert mit ihm zu sprechen) und er Rhonda frägt, was er denn nun tun solle, sagt sie: Sei nett. Gib ihr Aufmerksamkeit. Ebenso wird die zerbrochene Freundschaft zwischen Ruth und Debbie thematisiert, die sich zwar sehr wohl „anbitchen“, aber im entscheidenden Moment miteinander arbeiten. Auch dem „Kampf um den Mann“ interessiert niemanden, denn nachdem die Affäre beendet ist, zieht sich Ruth zurück; niemand streitet sich um den Regisseur oder den Produzenten und auch der Vater von Carmen, der selbst Wrestler ist, steht seiner Tochter gegen Ende doch unterstützend zur Seite.

„It’s a show about finding your voice and not letting yourself be put in a box, and it’s worth noting that GLOW, which isn’t quite a comedy and isn’t exactly a drama, has unconventional episodic running times of between 29 and 35 minutes. Trim to conform to traditional comedy running time and characters suffer.“ (hollywoodreporter.com)

Fazit: Definitiv Sehenswert!

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Woche #0802

Neues aus der Rubrik: Erlebt, gesehen, gelesen und gehört. Unser Thema heute: Dinge, die mich während des scrollens ankotzen. Getippt am 8.2.2018. Veröffentlicht ein paar Tage später.

Ganz gleich ob Vergewaltigung, Beschneidung oder Stealthing, behandelt ein Artikel das Leid ausschließlich eines Geschlechts (überwiegend Frauen), meldet sich aus dem Nichts heraus ein Mimimi-Mann und weiß alles besser. Als ob es diesen Mimimi-Mann tatsächlich interessierte, wie es männlichen Opfern ginge. Don’t read the comments. Don’t read the comments. Stop it! Aber es nützt nichts, ich scrolle weiter.

Ich weiß nicht, ob die aktuelle politische Lage in Österreich Satire ist oder real. Seit einiger Zeit bin ich mir dessen nicht mehr ganz so sicher. Erkenntnis: Twitter ist dabei nicht hilfreich. Ein Blogger stellte sich die Frage, warum denn erst jetzt protestiert werde, und nicht schon bei schwarz-rot. Vermutlich weil nationalsozialistisches Gedankengut und die Häufung diverser „Einzelfälle“ selbst für konservative Politiker zu viel ist? Who knows? Andererseits wird seit Jahrzehnten gewitzelt („Keller?“ – „Na, des andere“), wenn es Österreich wieder mal in die internationalen Medien schafft, also ja – warum erst jetzt?

Dann sah ich einen Post von einer Dame, die ausschließlich Bio-Lebensmittel kauft und davon die Schnauze voll hat: Warum könne man nicht auf mit Pestiziden verseuchte Äpfel genau das drauf schreiben, anstatt auf heimisch gezüchtete (trotzdem neben der Straße und ebenfalls behandelt aber halt „bio“) Bio drauf klatschen. Und nicht, dass ich viel mehr über Bio wüsste als der Normalverbraucher, so verstehe ich trotzdem nicht, wie sich etwas Bio nennen kann, aber nicht nachhaltig (Stichwort Palmöl) produziert wird. Warum kann Bio nicht „rundrum natürlich und nachhaltig“ bedeuten? So richtig. Nicht nur als Marketing und Werbestrategie. Sondern wirklich. Aber vermutlich spielen EU-Normen und Co eine große Rolle und so. Dinge und Regeln und Erlässe und weiß die Hölle was, die niemand wirklich zu durchschauen vermag.

Etwas später stolperte ich in einer Feminismusgruppe über ein Video von jungen Mädels, die mit einem Song gegen Heidi Klums Horrorshow protestieren. Ein Kommentar darunter: „Warum kann es nicht mehr divers sein?“ oder „Warum sind die alle hübsch und schlank?“ Seriously? Dürfen nur dicke, dunkle, entstellte – kurz gesagt nicht „Normschöne“ (offenbar die Bezeichnung für weiße und schlanke) Menschen diesem Wahnsinn widersprechen? So wirkt es nämlich, wenn ständig rumkritisiert wird.

 

Das gleiche passiert wenn man dünn ist: Wird jemand, der in den Augen anderer zu dünn ist, kritisiert, ist es nur „lieb gemeint“, eine dicke Person auf ihr Dicksein anzusprechen ist hingegen pure Häme. Schäm dich! Body-Positive wirbt ebenfalls überwiegend mit Übergewichtigen und nicht Untergewichtigen. Sicherlich, Untergewichtige laufen am Laufsteg und junge Mädchen eifern dem nach. Trotzdem, schon mal daran gedacht, dass es auch „natürlich“ dünne Menschen gibt, die sich vielleicht ausgeschlossen fühlen wenn „Dick-sein“ als Ideal (wie bei Body-Positive) zelebriert wird? Keine Sorge, ich stehe mittlerweile darüber (hat aber gedauert), trotzdem. Warum kann „Body-Positive“ nicht „Alle Körper“ bedeuten? Oder besser: Kümmert euch um was anderes, als über das Aussehen von Frauen zu diskutieren.

Zuvor war mir auch ein Artikel über Adipositas ins Auge gesprungen, laut welchem Fettleibigkeit nicht selbstverschuldet ist. Da ich weder Kenntnisse noch Erfahrungen dazu besitze, enthalte ich mich einer Meinung. Oft aber wird die Sucht nach Essen mit der Sucht nach Tabak und Alkohol gleichgesetzt. Warum nie mit Nasivin (Beitrag folgt)? Das Zeug ist genau so teuflisch und verlockend. Ich bin übrigens wieder clean.

Anyway, ein Kommentar darunter sagte: Anstatt gesundes Essen mit hohen Steuern zu belegen, genannte Bio-Produkte sind meist doppelt so teuer, könnte man diese einfach günstiger machen und die ärmere Bevölkerungsschicht, die vermehrt unter Adipositas leidet, könnte sich anständiges Essen leisten anstatt Fast Food zu kaufen. Erneut, alles eine Strategie, die wir genormt geschulte Menschen nie in der Lage sein werden, zu überblicken oder gar zu begreifen. Moment.. könnte das meine Verschwörungstheorie sein?

Soviel dazu.

Ich habe übrigens aus Lust und Laune 20€ in die Bitcoin-Bubble investiert. Der Kurs ist gefallen und ich habe 6 Cent seitdem verloren. Damn. Eben nochmal geschaut: 50 Cent dazu bekommen.

Aber hey, immerhin geht in Richtung Space etwas weiter. Congratulations Space X!

 

9 Kommentare

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1701

„Alles gute zum Geburtstag in einer Gesellschaft in der du noch immer als „Jungautorin“ rezensiert werden würdest und zu den „jungen Grünen“ gehen könntest (8).“(Madame (8))

It’s something!

Der natürliche Lauf der Dinge lässt sich nicht aufhalten. Das Altern schreitet unaufhörlich voran, ganz gleich mit wie viel Wasser und Schlaf man versucht den Prozess zu überlisten. Obst und Früchte und Gemüse isst um Elastizität und Frische der Haut zu behalten, ganz gleich wie viel direkte Sonne man meidet oder in Gedanken Sport betreibt.

Zynisch nenne ich es, wenn mir jemand „Alles Gute“ zum Altern wünscht, befinden wir uns doch in einer Kultur, die von Jugend und Schönheit dominiert wird. Und nur all zu schwer fällt der Blick in den Spiegel: Ist die Falte neu? Die war gestern noch nicht da; ist das etwa das erste Graue? Nein, das ist einfach nur sehr hell. Oder? Meine Mutter hatte die ersten Grauen mit Mitte 40, sage ich mir dann immer.

Und ja, für Frauen gestaltet sich das Altern durchaus schwieriger als für Männer. Diese sind mit 50 in ihren 30ern während Frauen in ihren 30ern bereits in den 50ern sind. Schauspielerinnen werden in diesem Alter immer seltener gecastet – und ich freue mich über jede Dame in der Hauptrolle, die über 30 ist. Ab 40 ist die Zeit dann vorbei, während der Mann erst sein Potential entdeckt. Und natürlich liegt es an uns, diese Klischees und Geschlechteridiotie aufzubrechen. Und trotz allem guten zureden und versuchen die Situation zu akzeptieren, das beste daraus zu machen – fällt es schwer sich in der Riege der Alten und Abgeschobenen einzufinden. Ganz davon abgesehen, dass die Jobmöglichkeiten für den gemeinen Bürger sich nach und nach voller Abscheu abwenden, hin zu den Jungen, den 20jährigen. Frischfleisch.

Aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, dass, hatte man vergessen das Datum aus diversen Social Medial Kanälen zu löschen – denn zugegeben, mein Datum ist einfach großartig; erkennt jemand den Zusammenhang? – längst vergessene oder nie gekannte Gestalten aus Löchern hervor gekrochen kommen um einem alles Gute zu wünschen. Leuten, von denen man nicht wusste, dass sie überhaupt existieren. Moment, wer warst du noch gleich? Kennen wir uns? Nein, in dir sah ich wohl einen potentiellen Kunden meiner künftigen Romane und Fürsorger meines Ruhmes (einer der spärlichen Gründe, warum ich mich ab und an mir gänzlich fremden Menschen hinzufügen lasse. Manchmal ist es aber auch Sympathie). Anstatt dieser Glückwünsche, die lieblos hingefetzt werden, wünschte ich mir Geld für Reisen, oder Bitcoins! Auch wenn es nur ein einziges ist.

Da sagen die Leute: Altern mit Würde! Meistens sind es jene, die entweder beruflich erfolgreich sind oder das Alter so galant und beneidenswert durch die Welt tragen, dass man erneut verzweifelt und sie frägt: Wtf? Wie zum Teufel? Durch Akzeptanz allein? Yoga vielleicht? Eine spezielle Müsli-Mischung? Ich rede mir ein, es sind die Gene. Die Wissenschaft sagt, es sind die Gene, also muss es stimmen.

Es wäre in diesem Falle das beste, gäben wir uns gar nicht mit der Thematik ab, der Zeit an sich. Vergessen wir Zeit und zeitliche Geschwindigkeit, deren teure Sklaven wir sind und sein müssen. Vergessen wir Termine und Stunden, die den Tag so mühsam teilen und an Vergänglichkeit erinnern, dass uns alles entrinnt und dahin fließt. Vergessen wir den Druck dahinter und leben, bis wir sterben, ohne auf das Alter oder geistigen wie körperlichen Verfall zu achten. Leben wir einfach.

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„Justice League“

Der Film wurde kurzfristig noch in einen anderen Saal verlegt, hatte dadurch Verspätung – und führte dazu, dass er ohne jegliche Werbung oder Trailer begann. Und so beginne auch ich ohne große Umschweife: Er war nicht ganz so schlecht, wie ich ihn mir erwartet habe, gäbe ihm aber trotzdem kein „befriedigend“. Ein schwaches „genügend“ muss ausreichen. Vielleicht wäre er richtig schlecht gewesen, hätte man die 50 Minuten von Zack Snyders Original Cut beibehalten. Ursprünglich war der Film auf fast 3(!) Stunden geplant gewesen. But.. Why?

Anyway. Spoiler

Wtf #1: Up-Skirt-Shots

Warum gerade zu Beginn sieben Pantie-/Hintern-/Up-Skirt-Shots (ab dem dritten Mal zählte ich) von Wonder Woman zu sehen waren und danach kaum mehr, lässt sich nur auf die unterschiedlichen Leute zurück führen, die hinter der Kamera zu Gange waren, oder auch nicht. Vielleicht war der Hintern-Fetisch auch irgendwann befriedigt. Trotzdem: Eine Frau steht breitbeinig mit kurzem Rock vor einem Abhang und der Kamera fällt nichts besseres ein, als überlange Sekunden auf ihrem Höschen zu verweilen? Wtf? Seriously?

Und hier beginnt die erste Kontroverse: Natürlich macht es einen Unterschied, ob, wie im Falle von Aquaman und Superman das maskuline Ideal ästhetisch und heroisch in Szene gesetzt wird, oder ob lediglich Hintern und Dekolletee besondere Aufmerksamkeit bekommen, und das in einer Weise, die an billigem Voyeurismus kaum mehr zu übertreffen ist. The Flash durfte sich übrigens nicht entblößen und trägt sogar drei Schichten an Kleidung.

Ja, man darf Frauen erotisch inszenieren. Und ja, Frauen dürfen sich sexy und erotisch kleiden – in diesem Falle aber übertreibt der Kostüm-Designer, wenn Diana nur eines trägt: Hauteng; und die Kamera erneut überlang auf ihrem Hintern verweilt. Ich sage auch nicht, dass es zwangsläufig schlecht ist, wenn das Kostüm knapp und eng ist, soll es so sein – sofern nicht nur eine gewisse Klientel bedient beziehungsweise eine gewisse Wirkung erzielt werden möchte. Aber warum der Rock im Vergleich zu Wonder Woman gekürzt werden musste, ist und bleibt mir schleierhaft. Die Kombination – „Mann = heroisch, maskulin“ und „Frau = A** and T*ts“ – tritt leider immer wieder in Erscheinung.

Mit anderen Worten: Die Inszenierung von Wonder Woman alias Diana Prince unterliegt dem „male gaze“ und Patti Jenkins täte gut daran, sich sämtliche Rechte für Wonder Woman zu sichern. Und auch wenn Gal Gadots Performance nicht unter der Darstellung litt, gleicht ihre Rolle in Justice League mehr der einer Mutter, die auf ihre Buben aufpassen und sich nebenbei dem Gegner, Steppenwolf, die meiste Zeit alleine annehmen muss.

Ich gehe davon aus, dass das Sequel zu Wonder Woman wie gewohnt über all die anderen Filme thronen wird.

Wtf #2: Die Amazonen

Auch ich kann nur wiederholen, was bereits gesagt wurde: Warum der Kostümwechsel? Ich unterstützte die Meinung, dass Frauen (im Argument wurde angemerkt „die in einer reinen Frauengemeinschaft leben“) sich so leicht bekleidet geben dürfen wie sie wollen – aber darum geht es nicht. Es geht nicht um knappe Kostüme, sondern um Funktionalität versus, erneut, „male gaze“. Ist es also notwendig und Zielführend, dass ein Kriegervolk Bauchfrei in den Krieg zieht? Warum nicht gleich mit freiem Oberkörper und ausgebrannter Brust, wie Herodot und Homer es gerne überlieferten? Zumindest griff man, wie bereits in Wonder Woman, auf tatsächliche Athletinnen und Boxerinnen zurück. Es ergibt einfach keinen Sinn. Im Training, ja. Im Krieg? Nein.

Lesenswert übrigens dazu:

Wtf #3: Dianas erzwungener Flirt mit Batfleck

Was dachte man sich dabei? Zwischen Mimimi-Batfleck und Diana gab es null Chemie. Nada. Niet. Es wirkte erzwungen und fehl am Platz, lieblos eingeschoben um irgendwann wieder darauf zurück greifen zu können. Außerdem, warum sollte sich Diana nach Steve Trevor mit Bruce Wayne abgeben? Ich spürte Chemie zwischen the Flash und Wonder Woman und überlegte für einen Moment lang, dass es nett wäre, wenn sich Wonder Woman dem Jüngling annähme – immerhin werden Beziehungen zwischen älteren Frauen und jüngeren Männern immer noch stigmatisiert, während der kahlköpfige 60jährige zu seiner jungen Freundin beglückwünscht wird. Davon abgesehen, dass Diana bereits weit aus älter ist, als alle anderen. Ich spürte sie auch etwas zwischen Aquaman und Wonder Woman, der unter Einwirkung des Lassos für einen sympathischen Moment sorgte.

Die Kontroverse: Fast jede Interaktion, sei es mit Batfleck, der sich wie ein kleiner Schulbub verhält, the Flash, der offenbar überwältigt ist (verständlicherweise) oder Aquaman, der ihr Komplimente macht (unter Einfluss des Lassos), legt nahe, dass ein Mann (sexuell) an Diana interessiert sein muss – bis auf Cyborg, dem offenbar die notwendigen Körperteile dazu fehlen. Erneut: Es ist nicht verwerflich, eine schöne Frau zu zelebrieren, aber in diesem Falle werden viele Interaktionen von einem unnötigen Sex-Appeal begleitet.

Die restlichen Charaktere

Batfleck, der sich noch mehr in Selbstmitleid suhlte als zuvor (Hello Darkness my old friend…), lässt sogar noch mehr nach. Er jammert und attackiert Diana verbal. Es tut nicht einmal zur Sache, dass er alt und gebrechlich wird, denn irgendwann ist auch die Zeit für Superhelden vorbei, aber dieses Leiden und endlos zur Schau gestellte Selbstqual.

Aber gut, Batman hat es nicht leicht. Nach Nolans The Dark Knight-Trilogie (und ja, man muss es immer wieder sagen) müsste man sich a) mehr Zeit nehmen oder b) eine komplett andere Richtung einschlagen, wie hier zum Beispiel. Der Trailer zu Batman Ninja von Warner Bros. Japan wurde in Tokyo auf der Comic Con vorgestellt und überzeugt sofort:

The Flash war, wie Spiderman in Civil War, der auflockernde Faktor. Er wirkte authentisch begeistert – und ich mag es, wenn sich Charaktere (oder auch reale Menschen) für etwas begeistern können – denn dies fehlt vielen Erwachsenen oder Superhelden, die nur mehr düster und leidend sind. Barry hingegen ist fasziniert von Batman, dem Batcave und alles um sich herum. Ein willkommener Lichtblick.

Cyborg war interessant, wenn auch seine Geschichte zu kurz geriet und man dadurch weniger Anteil an seinem Verlauf nahm.

Aquaman aka Khal Drogo aka Ronon Dex ist so wie Jason Momoas Instagram: Der trinkfeste Krieger. Wasserfest und ansehnlich darf er kämpfen, männlich und derb sein, heroisch durch Luft und Wasser wirbeln, Elemente bändigen und auf einem Insekt durch ein Hochhaus surfen. Leider gerät er aber schnell wieder in Vergessenheit.

Generelle Kritik

Die Geschichte war flach und dass der bereits tote Superman zurück geholt und folgend die gesamte Welt retten musste.. Und ja, die CGI-Lippe wirkte befremdlich. Superman hätte soviel mehr an Charakter und Charme gewonnen, hätte man all seine Szenen mit Moustache geschossen.

Fans setzten sich wenig später dafür ein, die original Zack Snyder-Fassung sehen zu können; trotzdem glaube ich dass Joss Whedon der Fassung Gutes tat. Mance Rayder, Anführer der Wildlings (GOT), synchronisierte übrigens den Bösewicht.

Eindeutige Heldin des Filmes: Das kleine, russische Mädchen mit dem Insektenspray, dass ihn aber schlussendlich doch nicht verwenden durfte. Warum? Warum ließ man das Mädchen nicht einmal abdrücken? Eine verschenke Chance.

Und weil Joss Whedon seine Finger im Spiel hatte, Thx Nerdist:

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