Archiv der Kategorie: Science-Fiction

Happy Towel Day!

Es ist wieder soweit. Der 25. Mai, der inoffizielle Gedenktag Douglas Adams‘, welchem die wir die Antwort auf das Universum, dem Leben und allem zu verdanken haben. Diesmal mit Gobbolino. Das Wetter lässt kein anständiges Foto zu, geplant hatte ich ja eine tolle Collage, und vielleicht reiche ich dieses noch nach. Da wir aber ein authentischer Blog sind, der alles zur rechten Zeit am rechten Ort haben möchte, habe ich für euch Gobbolino, authentisch bei Regenwetter auf seinem Vormittags-Platz liegen. Auch das Handtuch konnte ihn nicht stören.

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Robotik – Gefahr oder Chance?

„Robotik“ – so modern der Begriff klingen mag, greift dessen Bedeutung weit in die Vergangenheit zurück. Wohl oft missverstanden und gleichgesetzt mit Killer- oder Sex-Roboter, meint dieser eigentlich den automatischen Prozess. Jenen automatischen Prozess, der besonders seit dem 19. Jahrhundert an physischer Gestalt gewann und so einiges in Gang setzte. Trotzdem hängen automatisierte Maschinen eng mit der Robotik zusammen und je nach Definitionen sind diese häufiger Teilnehmer auf dem Spielfeld technischer Möglichkeiten.

Was aber sind die Vorteile und welches die Nachteile?

Arbeitserleichterung, Abhängigkeit und Reduktion von Arbeitsplätzen

Der Pflug erleichterte die Arbeit am Feld und ersetzte die menschliche Handkraft, der Webstuhl machte den Weber per se obsolet und automatische Maschinen in Fabriken vertrieben die menschliche Arbeitskraft fast zur Gänze – eine positive und, wenn man so will, negative Entwicklung zugleich. Einerseits könnte der Mensch sich im Zuge der fortschreitenden Automatisierung anderen Dingen widmen, wie Kunst, Literatur und Bildung. Andererseits steigt die, mittlerweile verifizierte, Gefahr der Abhängigkeit. Drück einem Menschen, der nur mehr via Navi von A nach B findet eine Sternenkarte in die Hand und er täte sich sichtlich schwer, käme er überhaupt je ans Ziel.

Bereits in den 1930ern sagte der Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass die Menschen beziehungsweise deren Arbeitskraft in naher Zukunft von „technologischer Arbeitslosigkeit“ bedroht werden würde. Auch die Reduktion von Arbeitsplätzen in diesem Zusammenhang ist nichts neues und eine kontinuierliche Entwicklung, die sich nicht aufhalten lässt. Zeit also, um über eine Maschinensteuer nachzudenken, das Versteuern des Ertrags der Maschinen – was aber von der einen oder anderen politischen Haltung gerne ignoriert wird.

Warum nehmen wir Abhängigkeit in Kauf? Sicherlich um die Erhaltung unseres Lebensstandards zu gewährleisten und generelle Verbesserungen für Jedermann anzustreben, während gleichzeitig die Klassen auseinander driften und nur mehr Leute in der Bubble des Kapitalismus sich das Schöne leisten können – und dort auch nur jene, die es sich tatsächlich leisten können.

Eine Entwicklung gegen oder für den Menschen?

Die Frage ist einfach zu beantworten: Pro, sofern Rahmenbedingungen konstruiert werden, die Menschen nicht mehr zur unterbezahlten Erwerbstätigkeit zwingen, und sich dafür einsetzen, dass jene die neu gewonnene Zeit nach Belieben einsetzen können und dürfen, sprich frei darüber entscheiden. Und Contra natürlich, wenn versucht wird, weiterhin und verstärkt Kapital aus menschlicher Arbeitskraft zu schlagen, die aus Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren, für einen noch geringeren Lohn zu noch schlechteren Bedingungen, zur Verfügung steht, während der Gewinn, der aus dem Ertrag der Maschinen hervorgeht, unangetastet eingeheimst wird.

Vom praktischen Nutzen her möchte man meinen, dass die Pro’s überwiegen: Wenn Drohnen über Einsatzgebiete fliegen und den Rettungskräften genaue Angaben zur Lokalisation geben können, ist das gut. Selbstverständlich wird dies aber hauptsächlich für kriegerische Zwecke verwendet, wenn dieser Zweck den jeweiligen Entwicklungen den Startschuss gab. Andererseits, blende man militärische Interventionen komplett aus, müssten wir auf die eine andere andere Innovation verzichten: Internet, Smartphones, Computer, … Erfindungsgeist und Krieg gehen Hand in Hand. Immer.

Ein für- und wider.

Big Data sagt „Hallo!“

Wenn alles automatisiert ist, gibt es natürlich eine entsprechende Software. Firmen wären dumm, würden sie nicht das Verhalten ihrer Kunden aufzeichnen, um ihre Gerätschaften zu verbessern und anzupassen, um noch mehr Komfort und Kapital zu schaffen. Das alles ist common knowledge. Sicherlich ist das Gerät immer einsatzbereit und kann natürlich unter Umständen auch manipuliert werden. Die Aufzeichnung des gläsernen Menschen werden via Glasfaserkabel auf die Server der Zahlenden geschickt, um die Ware Mensch vollends an Partner zu verkaufen, die wiederum weiteres Kapitel aus der Ware Mensch schlagen kann. Auf einem gläsernen Bildschirm. Was glaubt ihr denn, warum alle Bildschirme in Science-Fiction-Filmen durchsichtig sind?

Langsam beginnt auch die Grenze zwischen Robotik und Automatisierung und Komfort zu verschwinden. Wenn einst physische Maschinen für Entlastung zuständig waren (oder zumindest der Idee nach es hätten sein sollen), ist es heute Software: Amazons Alexa mag zwar kein Roboter sein, die physische Aufgaben direkt abnimmt, aber sehr wohl selbstständig Einkäufe tätigt und in gewisserweise automatisiert reagiert.

„Alexa, was tust du gerade?“
„Ich lerne.“

Wirtschaftlicher Aspekt und Probleme

Aktuell sind allumfassende und kommerzielle Nutzung robotisierter Haushalte dem Massenmarkt kaum zugänglich, da die Innovationskosten das Budget der unteren Mittelklasse übersteigt und ein gewisses Bewusstsein nach Datenschutz (dank der DSVGO zwar langsam ermüdet) vorhanden ist.

Sicherlich wird es immer Leute geben, die „nichts zu verbergen haben“ und Alexa ihr Leben managen lässt, der Großteil aber, so behaupte ich, beäugt diese Entwicklung kritisch: Datenschutz und Autonomie wiegen im Moment noch stärker, als Komfort und Bequemlichkeit. Andererseits bin ich mir dessen oft nicht sicher, denn der beliebte Satz: „Sollen sie ruhig, ich hab‘ ja nichts zu verbergen!“ fällt zu häufig.

Jede technische Entwicklung ist mit dem Internet verbunden. Es mag sich für manche sympathisch anhören, wenn zu schnelles Fahren, dank integrierter Internetverbindung, automatisch sanktioniert wird, andererseits – sollten die Daten zu Versicherungen gelangen, könnten diese ihre Versicherungsnehmer höher belasten. Ein Husten während des Fahrens wird als schwerwiegende Krankheit gemeldet, die Smartwatch am Gelenk misst einen schnelleren Puls und deutet auf psychische Zerrissenheit hin, die Müdigkeit nach der Arbeit verrät Depressionen, und siehe da: Der Versicherungsnehmer steht unter massiven Druck gewisse Angebote in Anspruch zu nehmen und zahlt drauf. Und da es unfair wäre, wenn nur einer was auf den Deckel kommt, verpflichten wir also unsere Mitarbeiter einen Chip zu tragen, um sie gezielt kontrollieren und steuern zu können. Oder zumindest, ihnen laut BMI vorzuschreiben wie viel Sport sie in den Pausen machen müssen um volles Gehalt zu erhalten? Science-Fiction? Von wegen!

Aus wirtschaftlicher Sicht im Hinblick auf das Individuum ist eine Automatisierung definitiv als negativ zu bewerten.

Technischer Aspekt

Wie werden Roboter versorgt? Solar-Energie? Strom? Wie kommuniziert der Mensch mit der Maschine? Programmierer sehen sich heute bereits mit Rassismusvorwürfen konfrontiert, wenn gewisse Applikationen Gesichter von Schwarzen nicht unterscheiden können, schlicht und einfach, weil der Coder nicht daran dachte. Im Moment ist die künstliche Intelligenz noch zu wenig erforscht um autonome Roboter zu produzieren, die eigenständig handeln – auch sind menschliche Bewegungen sehr komplex was eine perfekte Nachahmung im medizinischen Bereich erschwert.

Hält man sich dann aber (und jetzt sind wir bei den Robotern von denen ich oben sprach) Kreationen von Boston Dynamics vor Augen und kombiniert diese mit etwas „Intelligenz“ (oder zumindest die Fähigkeit auf gewisse Aktionen zu reagieren) und erinnert man sich an die eine oder andere Black Mirror-Folge, so wird sich nur ein Gefühl einstellen: We are doomed.

Zusammenfassung

Seit 200 Jahren ist deutlich zu erkennen, dass Automatisierung zur Reduktion von Arbeitsplätzen führt und Arbeitslosigkeit dadurch steigt, aus welcher es dank dem Neoliberalismus keinen wirklichen Ausweg mehr gibt. Der Mensch heute ist Produkt, Arbeitskraft und Ware zugleich. Roboter wollen im Gesundheitswesen nicht eingesetzt werden, weil sie „unmenschlich“ sind, sollen aber als Kriegsroboter „unmenschlich“ Menschen töten. Auch gibt es ungeklärte Fragen hinsichtlich Recht und Hafbarkeit: Wer wird rechtlich belangt, wenn diese Roboter Fehlverhalten zeigen? Die Firma, die den Roboter verkaufte, der Hersteller, der ihn produzierte, oder der Konsument, der ihn kaufte?

Es ist und bleibt spannend.

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„The Divergent“ Series

Sonntag Nachmittag. 3 Filme. Jeweils 2h bis 2,5h. Und richtig schlecht sollen sie auch sein! Wäre eigentlich perfektes Trash-Kino gewesen. Denn ja, solche Filme muss man sich im Kino anschauen. Dafür ist Kino gemacht!

Es darf sich wirklich niemand mehr über „Danger Zone“ lustig machen, welches 3x gespielt wurde, wenn „Run Boy Run“ (in Abwandlungen) sicherlich über 4x zum Einsatz kam. Zugegeben, das Lied ist gut und eignet sich hervorragend für postapokalyptische Teeniefilme. Mittlerweile aber habe ich es in 3 Filmen/Serien gehört.

The Divergent (2014)

Das postapokalyptische Chicago sieht nett aus: zerfallene Bauten (man hätte sie eigentlich abreißen können) und Wildnis; und es gibt 5 Stände/Klassen welche anhand der Kleidung erkennbar sind: die glücklichen Bauern in Orange und Erdfarben im Hippiestyle, Rechtsgelehrte tragen modisches Schwarz und Weiß (die übrigens immer die Wahrheit sprechen), kluge Wissenschaftler im noblen Blau, Soldaten tragen Militarystyle in Schwarz und Rot (sie sind überdies brave und fearless and free – springen aus fahrenden Zügen und so, Leben am Limit und so), die Helferlein und Selbstlosen, unsichtbar in Grau gekleidet, und dann gibt es noch die Obdachlosen, die Fraktionslosen.

Die Hauptdarstellerin: Ein junges Mädel, welches besonders und special ist (sie ist ein Divergent – was sehr selten ist) und Ashley Judd! Dank Weinstein-Asshole (sie verweigerte sich und bekam keine Rollen mehr) sah man sie nie mehr im TV, bis jetzt. Dann gibt es Revolutionen, weil das Volk sich langsam wehrt und ja, die Geschichte plätschert dahin.

Nach dem Test, der bereits die Richtung vorgeben soll, dürfen sich die Jugendlichen dennoch aussuchen, wohin sie wollen; trotzdem soll man (eigentlich) dahin, wohin man gehört (bzw. die Eltern gehören), denn das sei wichtig (und wechseln kann man nicht): Der Sohn der grauen Leute und Bruder von Beatrice wählt Ravenclaw, die Klugen; und sie die Soldaten und Krieger (weil sie ja cool sind). Aber hier muss man sich erst beweisen: Auf und von fahrenden Zügen und ins Nichts springen; und wenn man sich weigert beziehungsweise zu ängstlich ist, ist man Fraktionslos (oder tot). Hier gibt es auch gemischte Schlafzimmer und Gruppenduschen. Aber es ist nicht so super: Jene, die sich für die Soldiers entschieden haben, werden separat trainiert (nicht mit jenen, deren Eltern bereits in dieser Kaste waren) und jener Kandidat oder Kandidatin, der oder die schlechteste ist, wird ausgestoßen (aka Fraktionslos). Also nix mit heile Welt und super: hier herrscht bitterer Wettbewerb. Die Jugendlichen haben gewählt, aber jetzt wählen sie, die Fraktion selbst, wer bei ihnen sein darf.

Und es gibt eine Verschwörung! Denn sie werden bald bemerken, dass sie, Beatrice, nicht hier her gehört und herausfinden, dass sie eine Gefahr darstellt! Und wenn jemand nicht in eine Kategorie passt, sondern in alle, ist man nicht kontrollierbar und somit gefährlich! Ich finde diesen Kontext in einem Jugendbuch durchaus nett und gelungen. Seid was ihr sein möchtet, ihr müsst euch nicht in diese vorgegebene und strukturierte Welt einfügen, weil dann seid ihr im System und kommt nicht mehr heraus. Versucht dem zu entkommen, indem ihr alles seid, auch wenns gefährlich ist.

Also kämpft sie ganz fest dafür, dass sie eine von ihnen wird. Aber es gibt jemanden, der ihr hilft; nämlich ihr further Loveinterest aka Boyfriend. Er zeigt ihr, wie sie die Tests richtig meistern kann (nämlich Tools benützen, was auch gar nicht so dumm ist), denn so wie sie, macht das keiner und das würde sie auffliegen lassen.

Kate Winslet jagt übrigens Divergents, und als eine von den Intelligenten, steht sie kurz vor der Machtübernahme (weil „human nature“ für alles Übel verantwortlich ist, Emotionen und so), und die Selbstlosen (die aktuell Macht haben) nicht so das wahre seien, und das finden auch die anderen. Und was eignet sich besser, als eine, guess what? Soldatenarmee! Die einen liefern die Chemie, die anderen Subjekte, und siehe da, die willenlose Soldatenarmee marschiert bereits. Und es gab nochmal einen Divergent! Aber der wird gleich umgebracht als er aus der Reihe tanzt (literally). Und während der Terror-Aktion, die deren Machtübernahme sichern soll, entdeckt sie Beatrice; denn bei Divergents wirkt die Brainwash-Chemie nicht und Boyfriend war zu klug. Let’s get started!

In den letzten 20 Minuten muss sie einen Freund töten, ihre Mutter (die sie eben erst gerettet hatte) stirbt (und später auch ihr Vater) und sie müssen die Festung der Soldiers zurück erobern. Gegen Ende rettet sie ihren Loveinterest und sie fliehen. Und ich finde das wirklich super, so billig und oberflächlich der Film sein mag, hat die Story rückblickend durchaus einige Pluspunkte.

Wieso dachte ich immer, es ging in dem Film um virtuelle Realität und zerbrechende Spiegel und eine Aussenwelt, die ganz anders ist, als einem gesagt wurde?

Insurgent (2015)

Der Kampf der Fraktionen verschärft sich, und die wahren Feinde sind, laut Kate Winslet: Die Divergents. Sie sind für den Massenmord an den Selbstlosen (nein, sind sie nicht, Kate wars) verantwortlich! Sie sind das wahre Übel!

Tris findet mit ihren Freunden derweil Zuflucht im Wald; und lebt (eher weniger als mehr) friedlich und so halb zufrieden im Happy und alles Super-Hippie Earth Camp (sie haben Pferde!); und es gibt eine Kapsel mit einer Message von den Gründern der Gesellschaft, aber nur ein Divergent kanns öffnen.

Nachdem die Soldiers sie im Camp ausfindig gemacht haben und sie erneut fliehen müssen, raufen sich die letzten drei (Tris, Boyfriend und ihr Bruder) mit Fraktionslosen Banditen. Es stellt sich schnell heraus, dass diese bereits nach Boyfriend gesucht haben. Ohne Umwege werden sie in den Untergrund chauffiert, welcher einer Rüstungsfabrik gleicht (alles schreit nach Krieg). Der Widerstand formiert sich blendend und wird von Boyfriends Mutter angeführt (die ihren eigenen Tod fakte um ihrem gewalttätigen Mann (Leader der Selbstlosen übrigens) zu entkommen, aber ihren Sohn dort ließ (this is getting wtf..)). Aber sie will eine Armee, eine Allianz (aha, daher weht der Wind) und ebenfalls Kate töten.

Auf der Suche nach den anderen in Candor (wo die Rechtsschaffenden sind), werden sie festgenommen und vor Gericht gestellt (weil man glaubt, dass sie die Bösen sind), inklusive Wahrheitsserum. Es gibt übrigens recht viele Divergents, die Kate für die Box tötet. Also so selten scheint dies doch nicht zu sein. Was übrigens wieder eine super Message ist: Nicht nur einer, sondern jeder hat was besonderes!

Und nachdem Kate unbedingt Tris braucht, weil sie zu 100% Divergent ist, gibts den nächsten Überfall mit Dingens-Tech, die die Leute bewusstlos machen, ausser Divergents. Aber Boyfriend rettet sie, bevor sie mitgenommen werden kann. Und er gibt den Preptalk: It’s time to fight back. Now it’s war! Und natürlich lassen sich die Leute mit dem Dingens-Tech kontrollieren – und wenn man sie rauszupft, dann zerstört es den Host. Die bösen können also beliebig viele Menschen töten. Der zweite Teil ist schon ein wenig too much.

Aber es nützt nichts und Tris muss gehen und sich der bösen Frau stellen; sie geht allein. Aber die Bösen haben quasi (weil er freiwillig dort ist) ihren Bruder und so spielt sie mit. Via Sim lassen sich vier der fünf Blöcke entschließen. Auch Boyfriend ist mittlerweile eingesperrt, in der Sim bricht die ganze Welt zusammen; sie „stirbt“ und alle vier Blöcke sind wieder geschlossen. Aber natürlich ist sie nicht tot und der Überläufer (einer ihrer alten Kameraden) war zumindest eine Hilfe (nachdem sie ihn in der Sim leben lassen hatte). Jetzt müssen sie nur mehr die Box holen, und nachdem ihre Mutter dafür gestorben ist, öffnet sie es gleich vor Ort; ohne Kampf; und siehe da:

Spoiler.

Ihre Stadt ist ein Experiment von draußen! Fraktionen wurden geschaffen um den Frieden zu sichern, mit der Hoffnung, dass sich welche weiter entwickeln (diese Logik ist mir nicht ganz verständlich); Divergents sind der wahre Grund für diese Experimente; denn die sind wichtig für Menschheit! Und die Menschen warten mit Hoffnung hinter der Mauer (zumindest vor 200 Jahren). Too much.

Warum glaubte ich, dass sie in diesem Teil hinter die Mauern schauen und draufkommen, dass alles anders ist als gedacht? Aber es war ja eh fast so.

Allegiant (2016)

Das ist das Problem, wenn man einen Zweiteiler macht und der erste Teil so scheiße ist, dass der zweite nur mehr als TV-Film hätte produziert werden will und der Cast und die Mitarbeiter zurecht, angepisst sind. Wenn, dann dreht man alles in einem. Wie bitter ist es also, einen Film zu beginnen, der Abschluss einer Trilogie und nie das Ende erfahren zu können? (Ausser man liest die Bücher).

Die Menschen machen sich also auf den Weg nach draußen. Oder auch nicht, denn plötzlich werden sie aufgehalten und niemand geht hinaus. Ich finde es auch erstaunlich, dass die Liebesbeziehung der Hauptakteure über drei Filme hinweg, ohne dass Drama oder Dreieck dazwischen kam, durchhält.

Und nein, man geht nicht hinaus, solange man nicht die Absichten, der Menschen von draußen kennt, die diese Fraktionen erschaffen haben. Ja aber, die Menschen kontrollieren das! Was bringt es ihnen, wenn sie nicht raus gehen, sie haben eh keine Chance? Wenn die Leute von draussen sie vernichten wollen, was wollen die Leute dann ausrichten? Na eh könnten die Leute mittlerweile tot sein.. 200 Jahre sind eine lang Zeit. Und Mauern sind auch dazu da, Gefahren abzuwenden. Aber es gibt keine Fraktionen mehr und Tris sollte eigentlich bei den Führern sitzen, die jeden einzelnen vors Gericht stellen und schon schreit der Mob nach Rache und Blut. Es ist alles ein wenig chaotisch.

Aber ja; Tris, ihr Bruder, der Überläufer, Boyfriend, die freundliche Tattoolady (für die nach der Supply Lieferung keine Verwendung mehr da ist und stirbt) und Christina (Zoe Kravitz) machen sich auf den Weg zur Mauer. Das ist der Film mit der Mauer! Wo sie die Mauer hinauf laufen! Und dem dahinter! Endlich! Der Mob hat mittlerweile die Kontrolle übernommen und richtet selbst. Menschen halt. Gib ihnen etwas Freiheit und sie beißen dir den Arm ab.

Dahinter ist alles ziemlich rot und kaputt; radioaktiv vermutlich auch und es regnet roter Regen; auch der Himmel ist rot. Irgendwo liegt eine Raumstation am Boden. Dann werden sie (wieder mal) von den eigenen Leuten verfolgt, die Gegend ist immer noch Wasteland. Plötzlich aber tut sich was und dahinter sind Menschen. Sie haben auf sie gewartet. Alles ist toxisch, die Zukunft ist doch etwas mehr SF und mit Tech. Die Welt ist tatsächlich zu Grunde gegangen. Bis auf ein-zwei grüne Flecken.

So erfahren wir auch gleich allen Übels Grund: 21. Jahrhundert, Gattaca und menschlicher Optimierungszwang – was, welch Wunder, man hätte es ja nicht ahnen können! fast die Menschheit zerstörte! Und die, die sich entwickelt haben (das heißt zurück entwickelt), sind „pure“ (nicht mehr enhanced, daher, nicht mehr genetisch modifiziert), daher „divergent“ und somit die Zukunft. Sie sind Reality-Stars! Seit 200 Jahren wurden sie studiert. Privatsphäre gibt es dort keine; das ganze wirkt schon etwas creepy. Die Message: Verstellt euch nicht! Zurück zur Natur! Macht euch nicht künstlich besser, ihr seid super so wie ihr seid!

Aber jetzt kommts: Manche genetisch enhancente (aka Erweiterte, in der Debatte aber spricht man von „Enhancement“), wie ihr Bruder und Boyfriend, sind genetisch „kaputt“; es gibt halt überall Nebenwirkungen: Will man zuviel Intelligenz, geht die Emotion verloren und so weiter. Diese steckt man in friedliche Gesellschaften, wie in Chicago (ihrem Zuhause) und über die Zeit hinweg, regeneriert sich das wieder – wie bei ihr. Sie ist genetic pure und alle anderen sind genetisch damaged. Alle. Ausser sie.

Das wird betont, deswegen betone ich das auch nochmal. Und wenn man versteht, was sie machte, dann kann man vielleicht den kaputten helfen. Ich finde diese Wende recht lustig; dass jene die kaputten sind, die sich zuvor verbesserten. Eigentlich müssten Hippies und Naturefreaks diese Filme bzw. Buchreihe lieben.

Und dann gibt es noch das Council, draußen in der realen Welt, die alles regieren und Entscheidungen treffen und ihre wahre Mutter wurde in „the fringe“ (im toxischen Wasteland) geboren und dort hin gebracht, zu diesem Experiment. Tris schaut in ihre Gedanken; die Soldiers sind die guten (und da gabs Böse). Und weil ihre Mutter mit und dann nach Chicago ging, hatte sie die Box dabei und unterm Haus vergraben.

Der Typ (ein deutlich älterer Jeff Daniels) will sie replizieren. Die anderen (Boyfriend und Co) müssen derweil Chiacgo beobachten aka überwachen aka direkt vor Ort sein. Virtual Reality, hi there. Und ihr Boyfriend sowie Christina werden wieder für das eingesetzt was sie können: Soldier sein. Kurz um: Sie werden beschäftigt, mit dem, was ihnen Spaß macht.

Aber wenn ihre Mutter von außen und sie pure ist, wozu braucht man dann die Stadt? Ja, na eh, es ergibt teilweise nicht so viel Sinn oder ich verstehe die tiefere Botschaft nicht.

In der Experiment-Stadt gibt es ja die Auseinandersetzungen weil es keine Fraktionen mehr gibt: Aber die Allegants (die eine Seite) wollen auf Fraktionssystem zurück greifen; weil es Friede sicherte. Der Bürgerkrieg geht weiter und Rocketlady wollte Frieden – Boyfriends Mommy jedoch nicht. Aber die interessantere Frage ist: was tun sie in „the Fringe“ außer Leute retten? Boyfriend wills heraus finden, nachdem Tris kaum mehr Zeit für ihn hat. Draußen lebt man 25-30 Jahre; in diesen Zeltstädten im toxischen Wasteland, wo Kinder gestohlen werden. Richtig, denn plötzlich erinnern sie sich nicht mehr an ihre Namen. I see what you did there.

In Chicago staut sich der nächste Krieg und Boyfriend will Tris mit nachhause nehmen; aber sie entscheidet sich für das Treffen mit denjenigen, die entscheiden. Er soll nach Chicago gebracht werden, landet aber im Nirgendwo mit jemanden, der ihm freundlich gesinnt ist (übrigens auch Pure, sie ist also nicht die einzige). Die Stadt, in welche Tris gebracht wird, ist sehr schön und futuristisch. Und Jeff Daniels, der so freundlich war, wartet nur auf seine Gelder, damit er sein Projekt (Chicago) weiter führen kann – er hätte schon längst eingreifen können. Aber immerhin bringt er die Fraktionen zurück, in Form vom Überläufer (der eine Typ da, der mit ihnen geflohen ist) der etwas mitbringt und zwar: Mindcontroll via Brainwash und C-Waffen – to restart all over again.

So, das Ende:

Tris fliegt also zurück, und sie hätte auch Verbündete in der Stadt. Mit super deluxe War-Tech mit Drohnen schaffen sies auch. Aber das Serum ist bereits in der Vorbereitung. Überläufer schießt Boyfriends Mum an, die die Stadt eigentlich nur retten wollte (ja na eh, wollen sie alle) und das Gas wird auf die Stadt entlassen. Sie versuchen die Situation noch zu entschärfen; Jeff Daniels arbeitet gegen sie. Aber sie ist klüger und zerstört den Hauptcomputer. Dann reißen die Wall nieder (die Wall, die ganz draußen ist, die Tarnmauer) und klären die Bevölkerung auf. Happy End.

Und hier beginnt wohl der vierte Teil, den wir nie sehen werden – allerdings, so nach diesem Beitrag, sei das Ende der Filmreihe durchaus gelungener, als jenes der Buchreihe.

Tjo.

Es war eine durchaus unterhaltsame Filmreihe für einen Sonntag Nachmittag; man hätte sich die Filme auch im Kino anschauen können, unterhaltsame Nobrainer mit einer etwas seltsamen Logik aber einer, im Grunde, guten Botschaft: Sei du selbst, veränder dich nicht und vermeide, dich ins System zu integrieren und wenn, schaffe dein eigenes, fern von althergebrachten Strukturen.

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„Salvation“, Season 2

Mittlerweile wissen wir: Es wird keine dritte Season geben, und somit werden nie wissen.. SPOILER [Text markieren, um zu erfahren] was.. Samson wirklich war.

Man muss leider sagen, dass die zweite Season nicht ganz so toll ist wie die erste. Der Komiker wurde gefeuert und stattdessen durfte ein Dan-Brown-Verschwörungs-Fan seinen Platz einnehmen. Dieser wird zwar zu Scrabble Abende eingeladen, aber man mag ihn auch nicht so besonders; wirft er ein Konzept nach dem anderen in den Raum, welche nicht ganz soooo stimmig sind. Seine Schreibweise versucht, das trashige Element etwas zu entschärfen und bringt Langeweile mit sich. Es dauerte tatsächlich länger, bis ich die zweite Season durch hatte.

Fließender Übergang von Season 1 zu Season 2

Die Handlungen der ersten Season sind weitreichend: Es kommt fast zu einem Angriff russischer, nuklearer Sprengkörper und Tech-Milliardär Darius Tanz schickt 160 Menschen, darunter Grace (seine OnOff-Liebelei), sowie Harris (FBI Chief und Graces‘ Ex) und Bardame Fiona (Harris‘ Affäre) in den Bunker. Dort verbleiben sie 5 Tage. Darius dachte offenbar an alles: es gibt Bäumchen, Pflanzen und frisches Essen. Alles, was man auf dem Mars hätte brauchen können. Nach dem 4. Tag passiert ein Selbstmord, oder war es ein Mord?

Ganz gleich, es wird recht früh aufgeklärt, dass es nicht Russland, sondern Re/Syst (die Hackergruppe!) war, die den nuklearen Sprengkörper in den Orbit verfrachtet hatte und Forderungen stellen: 30 Wissenschaftler wollen sie, um eigens an einer Lösung zu arbeiten, und vor allem wollen sie Liam (den MIT-Studenten) sowie Prof. Croft und Tanz Ind. als Hauptquartier. Vize Präsident der USA Darius zieht derweil ins weiße Haus. Re/Syst bringt Alicya mit, die einst für Darius gearbeitet hatte; und Liams OnOff Beziehung (diesmal mit Re/Syst) ist ebenfalls Thema, sowie Darius Versuche Grace zu erobern.

Soweit so gut. Sie versuchen die losen Enden zu nehmen und in die neue Szenerie weiter zu verspinnen. Es gelingt bedingt.

Season 2

Liam arbeitet an einem Solar Segel, während Darius mit einer überdimensionalen Railgun versuchen will, den Asteroiden Samson vom Kurs abzubringen. Natürlich funktioniert beides nicht: die Railgun ist zu schwach und das Solar Segel zu klein – und bald arbeiten sie wieder zusammen. Darius ist mittlerweile Mr. President – Dank seinem Onkel Nic (der seit dem 19. Jahrhundert einer geheimen Sekte angehört, die sich Q17 nennt, hier hatte wohl dieser dubiose und unkreative Dan Brown-Fan seine Finger im Spiel) und der Meinung war, Darius sei einer von ihnen. Der Mord an der Präsidentin geht also auf sein Konto.

Yes, the Trash is real!

Wie bereits erwähnt, gibt es ein Spiel um den Thron und Bennett (der neue Gegenspieler), der sich via Social Media verbindet um den Mob zu steuern (jede Ähnlichkeit zu etwaigen aktuellen Personen ist vermutlich nur Zufall), wird schlussendlich vom Thron gestoßen, den er nie tatsächlich besessen hatte. Anhand dieser Auseinandersetzung möchte Darius den Flow des Internets unterbinden, Alicya aber findet, dass nur Diktatoren den Zugang zu Informationen verbieten und auch Liam ist davon nicht überzeugt. Sie schalten also das Internet ab, aber auch die Kontrolle über die Raketen, die Re/Syst noch im Orbit hat, sind weg und könnten binnen 15 Minuten auf ihren vorprogrammierten Zielen landen.

Darius (der sich mittlerweile wie ein verknallter Schuljunge aufführt wenns um Grace geht) hat nur wenig Zeit, das Internet wieder in Gang zu bekommen (auch weil das Video gesendet werden muss, in welchem der oberste Richter vom Kranken/Sterbebett aus (auf welchem er liegt, weil er Opfer eines Anschlags wurde…), seine Entscheidung für den wahren Präsidenten fällt. Sie finden sich im Darkweb zusammen (warum kommt Re/Syst nicht früher drauf?) und schaffen es mit vereinten Kräften, (den Bösewicht) Bennett zu erledigen, die rechtmäßige (aber bereits tote) Präsidentin zu erhalten (oder so – dammit!), die Stadt vor den Raketen zu bewahren und der Tag ist gerettet.

Und es wäre keine richtige Trash-Serie ohne eine Sekte, die den Untergang der Welt feiert und das Ankommen des Asteroiden willkommen heißt. Denn so wie die Dinosaurier einst ihr Leben für eine höhere Spezies lassen mussten, so werden auch viele Menschen ihr Leben lassen, denn sie akzeptieren.

We accept! Jillian (die Ex von Liam und mittlerweile persönliche Assistenten von Darius) wird erfolgreich eingespannt und von einem irren Sektenführer benutzt, um Pläne des Maxwell Colliders zu beschaffen (warum frägt sie nicht nach?) sodass dieser zerstört werden kann – und auch wird. Ja, es wird keine Railgun geben und Grace verliert die Hoffnung – sie habens irgendwann tatsächlich geschafft, zueinander zu finden. Für kurze Zeit. Denn als sie ihre Hoffnung verliert, sieht Harris seine Chance gekommen, da Abgeordnete nun einen fixen Platz im Bunker bekommen und(! viel wichtiger) deren Angehörige; und so macht er Grace einen Antrag. Er möchte sie und Zoe (die Tochter von Grace, die von Dylan, seinem Sohn und Re/Syst-Mitglied) schwanger ist, schützen.

Wait, What?

Genau so.

Gegen Ende versagt jedoch auch die bereits abgefeuerte Ladung der Railgun und verpasst den Asteroiden – wo lag der Fehler? Ja, ihr erratet es bereits. Nicht bei Tech-Genius Darius Tanz, welcher sich übrigens auch selbst aufopfern möchte und Salvation, sein Schiff, als letzte Instanz, selbst gegen den Asteroiden zusteuern will (aber seine letzte Nacht bei Grace verbringt, bis ihn Onkel Nic anruft), sondern… Tja, das Ende werde ich euch definitiv nicht verraten. Schaut die Serie selbst.

Abschließende Gedanken

Auch wenn der Trash-Klischee-Faktor und die Absurditäten sich mit jeder Folge nochmal übertreffen (man glaubt zwar nicht, dass es möglich ist), war es dennoch sehr unterhaltsam, der Serie beizuwohnen. Eyecandy Santiago Cabrera (welchen wir aus der ersten Season Heroes kennen, wir erinnern uns, Isaac Mendes, der Künstler, der die Zukunft malen konnte. Save the Cheerleader, save the world!) macht es einem natürlich einfach, nicht das Interesse zu verlieren, sein Charme überzeugt durchaus – aber auch der restliche Cast verrichtet gute Arbeit.

Was die erste Season mit dem Seasonfinale verschissen hat, macht das zweite wieder gut. Das Ende ist gut. Es ist offen, aber kein Cliffhanger. Es könnte genau so gut auch der Anfang von H.G. Wells‘ „The Childhood Ends“ sein.

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„Salvation“, Season 1

Ich stelle mir bei Serien wie dieser, eine gut durchmischte Gruppe an Schreiberlingen und kreativen Köpfen vor, die an ihrem Tisch sitzen, mit Kaffee, Tee und Chai-Latte und einen grandiosen Einfall nach dem nächsten haben; dabei aber nach Lehrbuch vorgehen und nach wenigen Minuten bemerken, wie ihre Einfälle sämtliche Klischees miteinander verpaaren – und aus dieser Ernüchterung die Konsequenz ziehen und noch mehr absurdere Ideen (die sich alle gegenseitig an „Wtf? Lol!“ und „What the …?“ und „Whaaat! Wie genial!“ übertreffen wollen) hinein schreiben.

Das in etwa ist die Kurzfassung des Eindrucks, den Salvation hinterlässt.

Die Schreiberlinge kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen und bringen alle unterschiedliche Ideen mit: Hard Science-Fiction und Physik, Drama, Trash, Humor (ein Komiker ist für die humoristischen Elemente und Parodie zuständig, er wird aber nie zu Scrabble Abende eingeladen, weil seine Witze entweder zu flach, oder zu intelligent sind), Verschwörungen und (vorhersehbare) Plotwists und natürlich: Die Gefahr aus dem All – Asteroiden!

Kurz: Die Serie ist großartig! Auch wenn ein Klischee das andere jagt, jeder Plottwist den Weg für den nächsten ebnet, und die Serie eigentlich ganz schrecklich sein müsste (die Ratings der zweiten Season sind sehr schlecht, vermutlich wird es keine dritte Season mehr geben und der Asteroid die Erde zerstören), liebt man sie spätestens ab der dritten Folge.

Die Schauspieler sind sympathisch, so auch die Charaktere – und man bemerkt: Warum sind nur Männer kluge Techs, Military und Wissenschaftler, während Frauen Pressesprecherinnen, Journalistinnen, Self-Publish-Authors und reiche Damen sind? Andererseits, wer sind wir, dass wir Medienarbeit geringer bewerten als Wissenschaft? (Ich weiß, die Wissenschaft ist ein männlich dominierter Bereich und dies soll mit weibliche Präsenz aufgebrochen werden, was aber hier kaum der Fall ist). Dennoch, for all we know: Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert das Weltgeschehen. Der erste Gedanke war: „What, warum is da keine Frau dabei!“ Immerhin gibt es eine Madame President.

Worum gehts?

MIT-Student Liam entdeckt via Simulation etwas seltsames: Einen Asteroiden. Seine App warnt ihn, als er gerade Sex hat. Als er seinen Professor auf diese unglaubliche Nachricht aufmerksam machen will, findet er dessen Wohnung komplett zerstört vor. Nicht nur das: er wird beobachtet und verfolgt. Kurz um sucht er Hilfe beim Tech-Genie/Milliardär Darius Tanz, welcher eigentlich den Mars kolonisieren will.

In 168 Tagen soll der Asteroid einschlagen und ein 6. Massensterben zur Folge haben. Das Pentagon weiß bereits Bescheid und will Raketen zünden. Jedes Kind weiß mittlerweile, dass ein Asteroid dieser Größenordnung in zig Hundert Teile zerbersten und ebenfalls großen Schaden anrichten würde – natürlich würden die Teile des Asteroiden nur die östliche Hemisphäre treffen und der Grundstein zu Weltpolitischen Spannungen wird säuberlich in Reihe und Glied gelegt.

Darius hat eine andere Idee und wird sogleich von Liam unterstützt: Via Gravitation soll der Asteroid von seiner Bahn gelenkt werden. Wie sie dort hinkommen? Liams Professor beziehungsweise auch Darius hatten an etwas gearbeitet, dass sich EM-Drive nennt und eigentlich die klassischen Naturgesetze in Frage stellen würde, allen voran Newtons 3. Gesetz (allerdings gibt es Diskussionen darüber..). Darius aber lässt uns wissen, dass mit jeder Zeitwende, die vorigen Gesetze entkräftet und verbessert werden.

Yes, the trash is real! Und es ist großartig!

Während Darius also 100kg von angereichertem Uran und 2 Milliarden zur Verwirklichung braucht, schleicht sich Grace (die Pentagon Pressesprecherin) Nachts hinab und stiehlt die Codes von ihrem Freund Harris, der ebenfalls bei der CIA ist (und ihr Boss) um Darius das Uranium beschaffen zu können, denn sie ist sich sicher: Darius kann die Welt retten. Sie will nicht den Osten opfern, damit der Westen unbeschadet bleibt. Dabei verliert sie einen Ohrring im Koffer, und Chaos ist vorprogrammiert – aber! Darius braucht das Uran gar nicht für den EM-Drive…

Yes, the trash is real! Und es ist großartig! Ich liebe diese Serie schon jetzt.

Und damit beende ich die Inhaltsangabe, denn die Freude die Plottwists, seltsame und fragwürdige Entscheidungen, Verwicklungen, Verwirrungen und die kindlichen Einfälle der Schreiberlinge mit sich bringen, mag ich niemanden nehmen. Es ist wirklich großartig. Es ist trashig. Aber gut.

Die Serie, die 2017 das erste Mal auf CBS ausgestrahlt wurde, beendete eben seine zweite Season und läuft aktuell auf Netflix. Wie zu Beginn erwähnt sind die Ratings sehr schlecht, und vermutlich, wenn die Serie nicht von einem Streaming Sender gekauft, wird es keine dritte Season geben. Was ich sehr schade finde. Aber noch habe ich Season 2 nicht gesehen.

Kritik / SPOILER!

Natürlich freute ich mich auf das Season Finale, wurde aber leider enttäuscht.

Sicherlich, es kündigte sich schon über ein paar Folgen an, dass der Zwist zwischen Russland, die einst mit Absicht angegriffen wurden (aber die Sache als Asteroiden Einschlag vertuscht werden wollte) und den Staaten, zu eskalieren droht. Gegen Ende, als die Hacker Gruppe Re/Syst (die exakt so ist, wie man sich eine Hackergruppe vorstellt, im Untergrund, junge Leute mit Piercings und gefärbten Haaren, die für die Sache auch bereit sind zu sterben) ein US-Militärschiff, sowie eine russische Base in die Luft jagen, schlägt Russland zum Gegenangriff und sendet ein paar nukleare Bomben Richtung Washington (habe ich erwähnt, dass sehr viel SF-Trash dabei ist?). Die Leute befinden sich derweil im Bunker – der sie die nächsten 100 Tage sicher halten soll, oder auch, wenn der Asteroid auf die Erde einschlägt – genauer, in und bei „Salvation“, dem Raumschiff das mit 160 auserwählten Personen zum Mars fliegen hätte sollen, um dort die Menschheit weiter leben zu lassen.

Der Twist selbst, (der dem Komiker (den ich oben erwähnte) öfters Chancen gab, wenn auch humpelnde, Running Gags einzubauen) war gar nicht so das Problem, denn Verschwörungen gibt es immer wieder (und sie wurden auch sehr satirisch eingefädelt), und auch die fast schon Soap-Opera-artigen Liebesdramen hätte man akzeptieren können (Grace, eigentlich mit ihrem Boss Harris liert, verknallt sich in Darius, der trifft seine ehemalige große Liebe wieder, und auch wenn er an zweite Chancen glaubt, stimmt halt das Timing nicht, und klar, er ist auch in Grace verknallt; die On-Off Beziehung zwischen Liam und Jillian und die Affäre der Tochter von Grace mit dem Sohn von Harris und so weiter) – was aber leider einen tiefen Schatten über die Serie wirft war jenes:

Wenn die mitwirkenden Damen viel Spielraum einnahmen (auch wenn keine von ihnen Wissenschaftlerin war und zur Lösung des Problems direkt beitrug) und es Folgen gab, die sich lediglich um Grace drehten, verkamen alle drei, Grace, Jillian und Claire (die Ex von Harris) zu liebeshungrigen, weinerlichen „I want you“-Babes, die, auch wenn das Ende der Welt nahe steht, nur eines im Sinn haben: bei ihrer großen Liebe sein zu wollen. Dagegen spricht auch nichts, im Gegenteil – die Art jedoch, wie das ganze wieder in Szene gesetzt wurde, diente lediglich dazu, die eh schon heroischen Männer aus dem Drama heraus zu nehmen, und um sie noch heroischer zu inszenieren.

So meint Darius in letzter Sekunde zu Grace, sie solle gehen, denn Harris brauche sie. Ernsthaft? Warum nimmt er sie nicht mit? Gegen Ende finden sich Darius und Liam, der Jillian in letzter Sekunde verlässt, ohne ihr zu sagen warum (ich würd‘ den Typ so abschießen), wieder gemeinsam ein, weil sie beide eine Lösung haben, wie sie die Erde dennoch retten können. Ja, I get it. Er will sie sicher und verschlossen halten. Eh klar. Trotzdem. Das wie!

Leider wurde Amanda, die Reporterin, der das Wohl der Menschheit am Herzen lag, zu früh ermordet und auch die Präsidentin der Vereinigten Staaten entging nur knapp einem Mordkomplott.

Fazit

Wer SF-Trash mit Verschwörungen und Drama und Eyecandy mag, you’re welcome, thank me later.

Thx Reddit:

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„Ascension“, Mini-Serie

Nach Salvation (Einträge folgen), die nächste SF-Trash Serie, die auf Netflix mit ihren Reizen lockte. Ascension ist eine US-kanadische Miniserie mit nur 6 Folgen und wurde 2014 das erste mal ausgestrahlt.

Achtung, diese Besprechung beinhaltet massive Spoiler. Wer die Serie noch sehen mag, ohne dass Überraschungsmomente genommen werde, sollte nach der kurzen Inhaltsangabe, aufhören zu lesen.

Kurzes Fazit: Sehenswert. Es sind nur 6 Folgen.

Worum gehts?

1963 startete ein Generationenschiff zu einer 100jährigen Reise nach Proxima Centauri, einem Stern, der unserer Sonne am nächsten ist, um dort einen habitablen Planeten zu bevölkern und das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern. Nach exakt 50 Jahren geschieht ein Mord.

Spoiler

Eindrücke während der Serie, Inhaltsbezogen

Das Generationenschiff ist riesig. Es gibt auch eine Art Strand. Sie besitzen zwar alte Gerätschaften aus den 60ern, konnten sich aber mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln so weit entwickeln, dass kleine Laptops entworfen werden konnten.

Etwas seltsam ist, dass die Upper Deck Leute nie die Lower Decks besuchen, und sich somit dort nicht auskennen. Das Schiff ist zwar riesig, aber nicht soooo groß, dass man über 50 Jahre nicht von A nach B geht, beziehungsweise, dass die Lower Decks nicht einmal aufbegehren und hier und da mal die Kontrolle übernehmen – dürften die Arbeiter doch an Masse und Zahl überlegen sein.

Trotz dessen, dass das Schiff riesig ist, und neben Massentierhaltung auch anderen Fabriken beherbergt, zieht sich eine Spur des Zweifels am Rande entlang, wenn 600 Menschen dort Platz haben sollen und die Räumlichkeiten der Upper Decks teils sehr großzügig ausgestattet sind. Außerdem: Woher kommen die Waren? Sie haben immer wieder neue Waren – nach 50 Jahren und bei 600 Menschen, müssen diese doch irgendwann aufgebraucht sein – außer sie fabrizieren sie selbst, was aber mehr als 600 Menschen für eine Produktion erfordern müsste – und noch mehr Platz für Anbau und dergleichen. Aber ganz gleich, es ist ein interessantes Gedankenspiel.

Seltsam wird es, als man bemerkt, dass die Kameras, die überall installiert sind, und die Bilder nach außen transportieren, von niemanden entdeckt werden. Nach 50 Jahren wird man doch das eine oder andere auseinander genommen oder umgeräumt haben oder alte Dinge zerlegen.

Dann gibt es eine Birth-List: Was bedeutet, dass nur bestimmte Paare sich fortpflanzen dürfen, und ihr Implantat entfernen lassen können. Auch gibt es gematchte Paare: Wenn der PC, alias der mathematische Algorithmus, empfindet, dass diese und jene Gen-Kombination sinnvoll für das Überleben (die Weiterentwicklung) der menschlichen Rasse ist, werden diese zwei Menschen gepaart. Und es ist okay. Die Leute akzeptieren das. Fast.

Daneben gibt es die Stewardessen „Guardians of the Birth List, Body and Soul calling – wife, mother, caregiver to all.“ (Wait, WTF? Handmaidstale auf Glamours 60s?) und die Frau des Captains ist Bordelldame höchsten Grades. Sie wählt die hübschesten und perfektesten Mädels selbst aus, welche dann auf exklusiven Partys die ranghohen Militärs bedienen und für die eine oder andere Seite spionieren.

Eindrücke über die Serie (massive Spoiler!)

Mir ist bewusst, dass eine Serie über ein Generationenschiff einiges an Kreativität und Suspension of Disbelief abverlangt und vieles an Spielraum offen lässt beziehungsweise ließe, um vorhandene Gesellschaftssysteme zu kritisieren oder einen gänzlich neuen Gesellschaftsentwurf zu entwickeln – in diesem Falle aber konzentrierte sich die Handlung auf die äußeren Umstände und die Tatsache, dass das Schiff als quasi Petrischale für genetische Evolutionsexperimente dient. Die Genetik wurde erst 10 Jahre vor „Start“ des Schiffes entdeckt, also warum nicht gleich testen?

Natürlich überlegt man sich, wie man seit den 60ern das ganze geheim halten konnte, vor inneren und äußeren Blicken, von der Logistik ganz abgesehen – aber, darum geht es nicht.

Aber! Gegen Ende reist ein Crewmitglied tatsächlich auf den Planeten, der von drei Sonnen umgeben ist. Wie? Indem, dass nur die besten Eigenschaften weiter vererbt werden, entwickeln/erreichen manche Crewmitglieder die nächste Evolutionsstufe, können elektromagnetische Impulse senden und schlussendlich auch teleportieren. Richtig gelesen, das ist die Auflösung. Jap. Sorry to say, aber das ist das Ende.

Aber schaut euch die 6 Folgen trotzdem an. Die Frage natürlich, wie dieser eine Mensch auf dem fremden Planeten überlebt, oder ob er damit in den sicheren Tod geschickt wurde – lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.

Dass auch die Verschwörungswebsite, auf welche die Menschen gelangen, wenn sie sich über die näheren Umstände informieren möchten, ein Teil des ganzen ist – und Kritiker, die zu nah an der Wahrheit graben, um das Experiment zu gefährden, einfach getötet werden, muss natürlich ebenfalls angesprochen werden und vermittelt: Trust no one.

Kritik (Spoiler)

Schade finde ich, dass das Gefühlsleben der Passagiere nicht näher betrachtet wird. Zwar gibt es Kritik an der „Hineingeworfenheit“, denn man sei schon allen Personen, die man je kennenlernen würde, begegnet – aber eine wirkliche Tiefe bleibt aus. Was vielleicht in dem Fall ganz gut ist.

Auch gibt es nach wie vor Klassenunterschiede. Wenn die 1960er Star Trek und eine fiktive klassenlose, utopische Gesellschaft hervorgebracht haben, dann hätte dies ebenfalls ins Experiment mit einbezogen werden können, wie sich soziale Strukturen entwickeln. Stattdessen aber scheint es von vornherein die Upper und Lower Decks zu geben, die (natürlich) miteinander im Konflikt stehen. Nach oben zu kommen ist schwer, nach unten zu fallen einfach. Warum nicht jeder ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft sein kann… ist fraglich.

Anyway: Für einen verregneten Samstag-Nachmittag eine passable Unterhaltung mit Potential zu mehr.

Lesenswert auf Reddit

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„400 Days – The Last Mission“

Achievement unlocked: SF-Trash. Offenbar schaffe ich es mit jeder Auswahl, nur mehr SF-Trash zu erwischen (weitere Beiträge folgen). Als ich am Wochenende das Mutterschiff besuchte, schauten wir uns zusammen einen sehr, sehr trashigen Film an, mit einem nicht zufriedenstellenden Ende.

Worum gehts?

Eine 400 Tage lange Simulation soll Aufschluss darüber geben, wie sich die Situation auf Psyche und Sozialverhalten der Teilnehmer auswirkt. Eigentlich eine kluge Idee, denn im All sind wenige Menschen auf engstem Raume beisammen. Nach einiger Zeit bricht der Kontakt zur Kommandozentrale ab, und es wird seltsam. Brechen sie die Simulation ab, dürfen sie auch nicht bei der tatsächlichen Mission dabei sein. Es gilt also durchzuhalten. Ganz gleich, was passiert.

Wtf? (Spoiler)

Spätestens, als die Mitglieder anfangen zu halluzinieren, beginnt man sich zu fragen, was für eine Art Experiment es tatsächlich ist. Einer erhält Nachrichten, dass die anderen ihn hassen, ein anderer sieht fremde Menschen. Man nimmt zwischendurch an, dass die Welt einem Krieg zum Opfer gefallen ist und sie die letzten Überlebenden sind; und die Annahme wird dahin gehend bestärkt, als sie eines Nachts, nach ca. 399 Tagen aus dem „Raumschiff“, dass sich unter der Erde befindet, heraus steigen (nachdem eine seltsame Kreatur hinein geklettert war) und alles verstaubt ist, und sie Metalle finden, die es nicht auf der Erde geben sollte. Als sie in finsterer Dunkelheit umherirren und ein Dorf mit seltsamen Bewohnern finden, wirds noch skurriler.

Diese wollen sie nämlich essen. Die letzten zwei Überlebenden eilen zurück zum Raumschiff, werden verfolgt, töten ein-zwei Eindringlinge und werden kurz darauf, am 400. Tag, mit eingespieltem Jubel gebeten, das Schiff zu verlassen, denn die ganze Welt wolle sie kennenlernen.

Und hier endet der Film.

Jawoll. Genau hier.

Aber warum sollten die Kannibalen über ein Jahr warten, bis sie die Menschen verspeisen können? Warum nicht nach 2-3 Tagen? Oder gilt es, sie 400 Tage zu beobachten und sich auf das Mahl zu freuen? Wird während dieser Zeit ihr Fleisch dementsprechend präpariert und/oder ist das ganze einfach nur ein krankes Spiel?

Interessant vielleicht:

Der Film wurde binnen 19 Tagen gedreht. So sieht er leider auch aus.

„Where Is Everybody?“ und „And When the Sky Was Opened“ – so lauten die Titel der ersten und elften Folge der ersten Staffel der amerikanischen Mystery-TV-Serie „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten“ (1959). Von diesen Episoden ließ sich Drehbuchautor und Regisseur Matt Osterman für seinen zweiten Langfilm nach „Phasma Ex Machina“ (2010) ganz offenkundig inspirieren – was nicht heißt, dass er deren Auflösung komplett übernahm.“ (dienachtderlebendentexte.wordpress.com)

Der Regisseur meinte im Interview mit flixchatter.net:

„I also love movies that has those *refrigerator moments.* It’s when you watch a movie and you enjoyed it but something sticks with you. Then you find yourself a couple of nights later at 2 am, you can’t sleep, then you’re staring at your refrigerator looking for a snack and go ‘oh that’s what that meant’ or ‘ oh I get that now’ I love movies that live beyond the time you watch it and I find that it’s frustrating for people. Now that the film’s out internationally, and of course some are illegally downloading it, I’m getting angry tweets from people. Some said ‘how could you forget to write an ending?’ and I said, ‘well that wasn’t quite THAT, but there’s been a history of movies that didn’t get wrapped up in a pretty neat bow.“

Fazit: Zugegeben, unter all diesen persönlichen Informationen, müsste man den Film, den SyFy produzierte, fast liebevoll als Indie-SF oder so bezeichnen – andererseits bezieht sich SF-Trash nicht auf „Abfall“, sondern eben auf liebevoll inszenierte BMovies, die dank Produktionskosten nicht an die Standards der üblichen Blockbuster heran reichen können und daher auch nicht glänzend rein geschossen werden konnten und somit ihre „flaws“ haben. In diesem Falle ist aber leider auch die Umsetzung der durchaus interessanten Idee etwas misslungen.

Ein letztes Wort vom Schöpfer:

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Happy Birthday ISS!

Alles Gute zum Geburtstag ISS! Du darfst noch weitere 10 Jahren in Betrieb sein – und wirst hoffentlich weder von Aliens, noch von Menschen vorzeitig zerstört. Hier gibt es zum 20. Geburtstag 20 Fakten über die ISS.

Filme, die ich auf die schnelle finden konnte, in denen die ISS zerstört wurde (Liste wird gerne erweitert):

  • Life (2017)
  • Geostorm (2017)
  • Gravity (2013)
  • Armageddon (1998)

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Netflix‘ „Annhilation“

Gewisse Meinungen zu gewissen Themen könnten nicht unterschiedlicher sein. Mein Fazit? „Ein wunderschöner und vor allem ästhetischer Film!“ Madame (8) fand ihn schrecklich, grausig und widerlich: „Ich fand ihn ekelhaft. Gut aber auch.“ Und Mr Raymond war ebenfalls vom Film begeistert: „Die Natur des außerirdischen Organismus ist so Lovecraft, dass ich schon als ich die Idee las es natürlich anschauen musste.“

Kein Review, sondern ein Konglomerat an Meinungen, die ich unmittelbar nach dem Film erhielt. Immerhin fasziniert er.

Worum geht es?

Natalie Portman ist Biologin und macht sich mit anderen Wissenschaftlerinnen auf die Suche nach dem Geheimnis, dass hinter dem Schleier lauert, der an ausgelaufenes Öl erinnert, und Menschen verschwinden lässt. Nur einer des Soldatentrupps schaffte es zurück, ihr Mann – und dieser ist wie ausgewechselt. Schöpfer ist der Autor Jeff VanderMeer, Regie führte Alex Garland, der unter anderem bei Ex Machina (mit Alicia Vikander) dahin gehend tätig war.

Die Kreatur

Es stellte sich mir die Frage, ob Natalie Portman die arme Kreatur, die sie spiegelte und lernen wollte, tatsächlich getötete hatte. Nein, denn ein Teil des Organismus hat sich in beiden eingenistet. Eine interessante Frage von Mr Raymond war, ob der Typ draußen, einer der anderen Soldaten war, der mit ihrem Mann diente und immer mehr zu diesem wurde – da Natalie Portman selbst immer mehr von ihrem Team übernahm (das Tattoo am Arm): „Ein Teil von ihnen ist also extraterrestrisch und wenn man davon ausgeht wie der Organismus sich ausbreitete, sollten Portman und ihr Nicht-Ehemann massiv ansteckend sein. Die Quarantäne ist gerechtfertigt.“

Und sehe ich das richtig, dass wenn man sich ihnen friedlich hingab und die Veränderung akzeptierte, dass es auch nicht schmerzvoll war? Wollten die Aliens die Erde einfach verändern, weil sie hier gestrandet sind? Und es war alles die gleiche Spezies mit dem Bär und den Pflanzen und dann in ihnen selbst drinnen? „Ich glaube nicht, dass der Organismus die Intention hatte irgendwas zu tun. Der Organismus reflektierte und absorbierte alles was sich rundherum befand. Es lernte, veränderte und passte an ohne Grund. Du versuchst etwas humanoides zu sehen in etwas, dass nicht humanoid war im Ursprung. Das ist das geniale an dem Film. Es war das Echo von allem was berührte und gleichzeitig war alles was es berührte ein Echo von allem was wiederum danach berührt wurde. Alles war nur noch ein Echo und ein Spiegeldbild.“ Gut, mit dieser Antwort gebe ich mich zufrieden.

Kritik

Madame (8): „Wobei ich mich frage ob etwas zu machen das niemand versteht und so vage bleibt wirklich Kunst ist oder nur ideenlos inkonsequent. Dass er wohl wirklich gut ist schließe ich daraus wie verstörend ich ihn finde.“ Während sie den Film weder ästhetisch noch als schön empfand, waren es genau diese Dinge: Gib dich der Kreatur in Frieden hin und sie wird dich aufnehmen, kämpfe dagegen an und du wirst zerstört. Gegen Ende hatte ich bereits die Befürchtung, dass Natalie Portman das neugierige Wesen aus dem All wohl getötet hätte, aber nein, es lebte in ihren Augen weiter.

„Eine Auslöschung finde ich nicht so friedlich“ meinte Madame (8) und ich meinte, dass sie immerhin etwas Neues kreierte und das Alte in sich aufnahm.

Die Medien

„Beginning as science-driven sci-fi, the film shifts gears into horror-thriller territory, before abandoning those narrative beats in favour of an ambitious, “conceptual” final half-hour that scrambles a little to wrap itself up.“The Guardian.

„A film this meticulous and poignant will have a life of its own, because it is about life itself. It offers something few other releases do these days, which is confusion plus contentment. Annihilation will destroy you, but only so it can build you up again.“GQ Magazine.

„You don’t need Dr Lena’s PhD from Johns Hopkins to know it is all complete nonsense or that successful sci-fi retains a grain of science fact. […] Ironically, studio executives deemed Annihilation “too intellectual” for mainstream audiences.“Inews.co.uk.

„It is hard sci-fi storytelling, dealing with the practical application of abstract scientific concepts in the service of a simple and engrossing campfire-ish narrative. Annihilation requires your attention and your patience, but it’s also able to reward all those things. This one makes you earn it, but the destination more than justifies the journey.“Forbes.

Annihilation is a terrific piece of big-studio sci-fi. It’s superbly acted by its refreshingly female-ensemble cast, it’s well-written and its staged as both a deeply introspective journey and an unapologetic horror show. If Paramount/Viacom Inc. can’t make money off a movie like Annihilation, it’s more evidence that the problem isn’t them but rather the sheer challenge of getting audiences to take a chance in a movie theater.“Forbes.

„The irony in Annihilation’s case is how coldly indifferent the film is to humanity itself. It doesn’t care about giving audiences answers to questions, or necessarily rewarding them with conventional thrills, but prioritises smarts and bold ideas around a familiar framework. It’s a stealth revelation in Predator’s skin.“Metro.co.uk.

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Mensch 2.0. – Mind-Uploading & die Gier nach der Unsterblichkeit

In Westworld versuchen Menschen ihre Vergänglichkeit mittels Mind-Uploading zu überwinden. Dass Mind-Uploading dabei immer nur eine Kopie der jeweiligen Persönlichkeit erstellt, wird gerne übersehen. Black Mirror greift das Thema in der 4. Season jedoch sehr interessant und korrekt auf. So lassen sich digitale Klone verwenden, um Geständnisse zu entlocken, indem eine künstliche Umgebung sie zum Wahnsinn treibt oder auch als persönlicher Sklave, der die Eigenschaften des Hauses regelt.

Transhumanismus und Unsterblichkeit

Transhumanismus beschäftigt sich mit den Grenzen menschlicher Möglichkeiten, die sich, sei es intellektuell, physisch oder psychisch durch technologische Verfahren und Mittel, erweitern lassen können.

Der Gedanke und Wunsch nach Unsterblichkeit findet sich bereits 2000 v. Chr. Das Gilgamesch-Epos thematisiert die Suche nach der Unsterblichkeit folgendermaßen: Gilgamesch, zu einem Drittel Mensch und zwei Dritteln göttlich, bemerkt gegen Ende, dass er sich nur durch große Werke als guter König Unsterblichkeit in Form eines Rufes erwerben kann. Daran knüpfen die homerischen Epen an: Unsterblichkeit kann nur via Nachruhm und nicht tatsächlich, als bewusste oder physische Unsterblichkeit erlangt werden.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ca. 4000 Jahre später, kristallisieren sich die ersten Projekte: das Startup Nectome plant das Gehirn in eine Cloud laden und nähme dafür den Tod in Kauf. Die Firma, die bereits Investoren gefunden hat, konzentriert sich aktuell auf todkranke Patienten, welche mittels ärztlicher Unterstützung aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen dürfen. Elon Musk unterstützt ein ähnliches Unterfangen mit seiner Firma Neuralink, wo versucht werden will, das Gehirn mit Computern zu verbinden um dem Menschen im Wettbewerb mit der künstlichen Intelligenz kompatibel zu machen. Wait, what?

Nehmen wir an, der Upload funktioniere tatsächlich, müsste man aber auch die biologischen Gegebenheiten bereit stellen, beziehungsweise diese simuliert werden. Im Idealfall wäre die Simulation so gut, dass der Geist sie nicht als solche bemerkt und sogar Naturgesetze verändern könnte, ohne dass uns etwas seltsam vorkäme. Vielleicht haben auch all jene, die Wahnsinnig sind, den Umstand bereits erkannt.

Sicherlich unwahrscheinlich, aber was, wenn der Programmierer, der uns alle in einer Simulation gefangen hält und auswertet, uns die Möglichkeit gibt, Grenzen des Unfassbaren auszutesten. Uns so zusagen für unsere Gedankengänge und Ideen belohnt oder auch bestraft, in dem er uns, wieder mal, ins Leere laufen lässt. Oder, meine Lieblingstheorie: Die Menschheit ist ein gescheitertes Schulprojekt eines Alienkindes in der 3. Klasse Grundschule, die nun im Keller vor sich hin staubt und sich allmählich, ohne kindliche und neugierige Führung, nach und nach selbst zerstört.

Auch stellt sich die Frage nach der Haltbarkeit, da digitale Speichermedien nicht gerade für ihre Langlebigkeit bekannt sind. Sprich, man lädt sein Bewusstsein (beziehungsweise eine Kopie davon) in die unendlichen Weiten der digitalen Welt und sieht sich in 30 Jahren doch wieder mit der Auslöschung konfrontiert, wenn der Server, auf dem man ruht, eingestampft – oder von einem wütenden Kind zerstört wird, da Papa ihm nicht erlaubt hatte, mit den anderen Kindern nach Sieben zu spielen. Vielleicht ist also doch der Nachruhm, dem homerische Helden entgegen eifern, die beste Möglichkeit Unsterblichkeit zu erlangen.

Die verlockende Idee nach Unsterblichkeit bringt auch Überlegungen mit sich, wie „Wenn ich und mein Körper unsterblich sind (durch Adaption in maschineller Form oder metaphysisch), was passiert, wenn die Erde in 7 Millionen Jahren von der Sonne verschluckt wird? Fliege ich dann im Weltraum herum? Für immer? Billionen von Jahren, bis es zu einem neuen Big Bang kommt, und dann?“

Unsterblichkeit ist, wenn man es genau nimmt, für die Ewigkeit und wer danach dürstet, die Zerstörung oder Entwicklung der nächsten 300 Jahre zu beobachten, muss sich auch darauf einstellen, dass er mitunter auch 300 Jahre erlebt, am eigenen Leib erfährt – sofern seine Unsterblichkeit nicht nur metaphysisch, sondern auch physisch passiert. Er muss sich auch darauf einstellen, dass er nicht nur 300 Jahre erlebt, sondern 3000 oder auch 30 000 und 300 000. Und will man das wirklich? Will man das?

Filme und Serien, die Mind-Uploading thematisieren

Neben Westworld und Black Mirror wären da noch:

Avatar (2009) dient als Beispiel für „Romantisierung der Natur“ und Naturalisierung der transhumanistischen Idee des Uploading durch neuronale Schnittstellen. Die Naturalisierung des Technologischen umfasst in Avatar auch die Idee des Uploadings, die Idee den menschlichen Geist vom Körper zu trennen und auf eine andere Hardware zu transferieren.

Surrogates (2009) nähert sich der Thematik kritisch und stellt die Abhängigkeit von Technologien in Frage. Die Einwohner liegen in ihren Betten, während der „Surry“ mit dem sie mental verknüpft sind, ein Roboter, für sie agiert.

Transcendence (2014) stellt die Darstellung des (falsch) verstandenen Mind-Uploadings am bildlichsten dar: Ein Todkranker und größenwahnsinniger Johnny Depp lädt sich selbst in eine Maschine und droht mit Zerstörung.

Zusammenfassung

Die Idee, als unsterbliches Bewusstsein durch die Weiten des Interwebs zu streifen und instant an jedem Ort sein zu können, jede Information binnen Sekunden abzurufen, via Kameras der Vernichtung der Welt beizuwohnen, mit zu erleben, wie sie sich verändert (und sich mit zig anderen im Clinch zu stehen, wie die Welt der noch physischen Menschen weiter manipuliert werden könnte..) und für immer zu leben, lässt eine, wenn auch, skurrile Romantik entstehen. Ein Geist, verbunden mit der gesamten Welt, immer und überall zugleich, befreit von den Lastern des physischen und – auch des emotionalen.

Trotzdem muss das menschliche Bewusstsein eine Stufe unter diesem Traum verharren, denn diese Entwicklung bleibt aktuell nur künstlich Erschaffenem vorbehalten – die das menschliche Bewusstsein zwar im Stande ist zu kreieren, aber sich für sie selbst die Möglichkeiten nicht in Anspruch nehmen kann.

Es ist und bleibt eine griechische Tragödie.

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