Archiv der Kategorie: Science-Fiction

„Salvation“, Season 1

Ich stelle mir bei Serien wie dieser, eine gut durchmischte Gruppe an Schreiberlingen und kreativen Köpfen vor, die an ihrem Tisch sitzen, mit Kaffee, Tee und Chai-Latte und einen grandiosen Einfall nach dem nächsten haben; dabei aber nach Lehrbuch vorgehen und nach wenigen Minuten bemerken, wie ihre Einfälle sämtliche Klischees miteinander verpaaren – und aus dieser Ernüchterung die Konsequenz ziehen und noch mehr absurdere Ideen (die sich alle gegenseitig an „Wtf? Lol!“ und „What the …?“ und „Whaaat! Wie genial!“ übertreffen wollen) hinein schreiben.

Das in etwa ist die Kurzfassung des Eindrucks, den Salvation hinterlässt.

Die Schreiberlinge kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen und bringen alle unterschiedliche Ideen mit: Hard Science-Fiction und Physik, Drama, Trash, Humor (ein Komiker ist für die humoristischen Elemente und Parodie zuständig, er wird aber nie zu Scrabble Abende eingeladen, weil seine Witze entweder zu flach, oder zu intelligent sind), Verschwörungen und (vorhersehbare) Plotwists und natürlich: Die Gefahr aus dem All – Asteroiden!

Kurz: Die Serie ist großartig! Auch wenn ein Klischee das andere jagt, jeder Plottwist den Weg für den nächsten ebnet, und die Serie eigentlich ganz schrecklich sein müsste (die Ratings der zweiten Season sind sehr schlecht, vermutlich wird es keine dritte Season mehr geben und der Asteroid die Erde zerstören), liebt man sie spätestens ab der dritten Folge.

Die Schauspieler sind sympathisch, so auch die Charaktere – und man bemerkt: Warum sind nur Männer kluge Techs, Military und Wissenschaftler, während Frauen Pressesprecherinnen, Journalistinnen, Self-Publish-Authors und reiche Damen sind? Andererseits, wer sind wir, dass wir Medienarbeit geringer bewerten als Wissenschaft? (Ich weiß, die Wissenschaft ist ein männlich dominierter Bereich und dies soll mit weibliche Präsenz aufgebrochen werden, was aber hier kaum der Fall ist). Dennoch, for all we know: Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert das Weltgeschehen. Der erste Gedanke war: „What, warum is da keine Frau dabei!“ Immerhin gibt es eine Madame President.

Worum gehts?

MIT-Student Liam entdeckt via Simulation etwas seltsames: Einen Asteroiden. Seine App warnt ihn, als er gerade Sex hat. Als er seinen Professor auf diese unglaubliche Nachricht aufmerksam machen will, findet er dessen Wohnung komplett zerstört vor. Nicht nur das: er wird beobachtet und verfolgt. Kurz um sucht er Hilfe beim Tech-Genie/Milliardär Darius Tanz, welcher eigentlich den Mars kolonisieren will.

In 168 Tagen soll der Asteroid einschlagen und ein 6. Massensterben zur Folge haben. Das Pentagon weiß bereits Bescheid und will Raketen zünden. Jedes Kind weiß mittlerweile, dass ein Asteroid dieser Größenordnung in zig Hundert Teile zerbersten und ebenfalls großen Schaden anrichten würde – natürlich würden die Teile des Asteroiden nur die östliche Hemisphäre treffen und der Grundstein zu Weltpolitischen Spannungen wird säuberlich in Reihe und Glied gelegt.

Darius hat eine andere Idee und wird sogleich von Liam unterstützt: Via Gravitation soll der Asteroid von seiner Bahn gelenkt werden. Wie sie dort hinkommen? Liams Professor beziehungsweise auch Darius hatten an etwas gearbeitet, dass sich EM-Drive nennt und eigentlich die klassischen Naturgesetze in Frage stellen würde, allen voran Newtons 3. Gesetz (allerdings gibt es Diskussionen darüber..). Darius aber lässt uns wissen, dass mit jeder Zeitwende, die vorigen Gesetze entkräftet und verbessert werden.

Yes, the trash is real! Und es ist großartig!

Während Darius also 100kg von angereichertem Uran und 2 Milliarden zur Verwirklichung braucht, schleicht sich Grace (die Pentagon Pressesprecherin) Nachts hinab und stiehlt die Codes von ihrem Freund Harris, der ebenfalls bei der CIA ist (und ihr Boss) um Darius das Uranium beschaffen zu können, denn sie ist sich sicher: Darius kann die Welt retten. Sie will nicht den Osten opfern, damit der Westen unbeschadet bleibt. Dabei verliert sie einen Ohrring im Koffer, und Chaos ist vorprogrammiert – aber! Darius braucht das Uran gar nicht für den EM-Drive…

Yes, the trash is real! Und es ist großartig! Ich liebe diese Serie schon jetzt.

Und damit beende ich die Inhaltsangabe, denn die Freude die Plottwists, seltsame und fragwürdige Entscheidungen, Verwicklungen, Verwirrungen und die kindlichen Einfälle der Schreiberlinge mit sich bringen, mag ich niemanden nehmen. Es ist wirklich großartig. Es ist trashig. Aber gut.

Die Serie, die 2017 das erste Mal auf CBS ausgestrahlt wurde, beendete eben seine zweite Season und läuft aktuell auf Netflix. Wie zu Beginn erwähnt sind die Ratings sehr schlecht, und vermutlich, wenn die Serie nicht von einem Streaming Sender gekauft, wird es keine dritte Season geben. Was ich sehr schade finde. Aber noch habe ich Season 2 nicht gesehen.

Kritik / SPOILER!

Natürlich freute ich mich auf das Season Finale, wurde aber leider enttäuscht.

Sicherlich, es kündigte sich schon über ein paar Folgen an, dass der Zwist zwischen Russland, die einst mit Absicht angegriffen wurden (aber die Sache als Asteroiden Einschlag vertuscht werden wollte) und den Staaten, zu eskalieren droht. Gegen Ende, als die Hacker Gruppe Re/Syst (die exakt so ist, wie man sich eine Hackergruppe vorstellt, im Untergrund, junge Leute mit Piercings und gefärbten Haaren, die für die Sache auch bereit sind zu sterben) ein US-Militärschiff, sowie eine russische Base in die Luft jagen, schlägt Russland zum Gegenangriff und sendet ein paar nukleare Bomben Richtung Washington (habe ich erwähnt, dass sehr viel SF-Trash dabei ist?). Die Leute befinden sich derweil im Bunker – der sie die nächsten 100 Tage sicher halten soll, oder auch, wenn der Asteroid auf die Erde einschlägt – genauer, in und bei „Salvation“, dem Raumschiff das mit 160 auserwählten Personen zum Mars fliegen hätte sollen, um dort die Menschheit weiter leben zu lassen.

Der Twist selbst, (der dem Komiker (den ich oben erwähnte) öfters Chancen gab, wenn auch humpelnde, Running Gags einzubauen) war gar nicht so das Problem, denn Verschwörungen gibt es immer wieder (und sie wurden auch sehr satirisch eingefädelt), und auch die fast schon Soap-Opera-artigen Liebesdramen hätte man akzeptieren können (Grace, eigentlich mit ihrem Boss Harris liert, verknallt sich in Darius, der trifft seine ehemalige große Liebe wieder, und auch wenn er an zweite Chancen glaubt, stimmt halt das Timing nicht, und klar, er ist auch in Grace verknallt; die On-Off Beziehung zwischen Liam und Jillian und die Affäre der Tochter von Grace mit dem Sohn von Harris und so weiter) – was aber leider einen tiefen Schatten über die Serie wirft war jenes:

Wenn die mitwirkenden Damen viel Spielraum einnahmen (auch wenn keine von ihnen Wissenschaftlerin war und zur Lösung des Problems direkt beitrug) und es Folgen gab, die sich lediglich um Grace drehten, verkamen alle drei, Grace, Jillian und Claire (die Ex von Harris) zu liebeshungrigen, weinerlichen „I want you“-Babes, die, auch wenn das Ende der Welt nahe steht, nur eines im Sinn haben: bei ihrer großen Liebe sein zu wollen. Dagegen spricht auch nichts, im Gegenteil – die Art jedoch, wie das ganze wieder in Szene gesetzt wurde, diente lediglich dazu, die eh schon heroischen Männer aus dem Drama heraus zu nehmen, und um sie noch heroischer zu inszenieren.

So meint Darius in letzter Sekunde zu Grace, sie solle gehen, denn Harris brauche sie. Ernsthaft? Warum nimmt er sie nicht mit? Gegen Ende finden sich Darius und Liam, der Jillian in letzter Sekunde verlässt, ohne ihr zu sagen warum (ich würd‘ den Typ so abschießen), wieder gemeinsam ein, weil sie beide eine Lösung haben, wie sie die Erde dennoch retten können. Ja, I get it. Er will sie sicher und verschlossen halten. Eh klar. Trotzdem. Das wie!

Leider wurde Amanda, die Reporterin, der das Wohl der Menschheit am Herzen lag, zu früh ermordet und auch die Präsidentin der Vereinigten Staaten entging nur knapp einem Mordkomplott.

Fazit

Wer SF-Trash mit Verschwörungen und Drama und Eyecandy mag, you’re welcome, thank me later.

Thx Reddit:

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„Ascension“, Mini-Serie

Nach Salvation (Einträge folgen), die nächste SF-Trash Serie, die auf Netflix mit ihren Reizen lockte. Ascension ist eine US-kanadische Miniserie mit nur 6 Folgen und wurde 2014 das erste mal ausgestrahlt.

Achtung, diese Besprechung beinhaltet massive Spoiler. Wer die Serie noch sehen mag, ohne dass Überraschungsmomente genommen werde, sollte nach der kurzen Inhaltsangabe, aufhören zu lesen.

Kurzes Fazit: Sehenswert. Es sind nur 6 Folgen.

Worum gehts?

1963 startete ein Generationenschiff zu einer 100jährigen Reise nach Proxima Centauri, einem Stern, der unserer Sonne am nächsten ist, um dort einen habitablen Planeten zu bevölkern und das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern. Nach exakt 50 Jahren geschieht ein Mord.

Spoiler

Eindrücke während der Serie, Inhaltsbezogen

Das Generationenschiff ist riesig. Es gibt auch eine Art Strand. Sie besitzen zwar alte Gerätschaften aus den 60ern, konnten sich aber mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln so weit entwickeln, dass kleine Laptops entworfen werden konnten.

Etwas seltsam ist, dass die Upper Deck Leute nie die Lower Decks besuchen, und sich somit dort nicht auskennen. Das Schiff ist zwar riesig, aber nicht soooo groß, dass man über 50 Jahre nicht von A nach B geht, beziehungsweise, dass die Lower Decks nicht einmal aufbegehren und hier und da mal die Kontrolle übernehmen – dürften die Arbeiter doch an Masse und Zahl überlegen sein.

Trotz dessen, dass das Schiff riesig ist, und neben Massentierhaltung auch anderen Fabriken beherbergt, zieht sich eine Spur des Zweifels am Rande entlang, wenn 600 Menschen dort Platz haben sollen und die Räumlichkeiten der Upper Decks teils sehr großzügig ausgestattet sind. Außerdem: Woher kommen die Waren? Sie haben immer wieder neue Waren – nach 50 Jahren und bei 600 Menschen, müssen diese doch irgendwann aufgebraucht sein – außer sie fabrizieren sie selbst, was aber mehr als 600 Menschen für eine Produktion erfordern müsste – und noch mehr Platz für Anbau und dergleichen. Aber ganz gleich, es ist ein interessantes Gedankenspiel.

Seltsam wird es, als man bemerkt, dass die Kameras, die überall installiert sind, und die Bilder nach außen transportieren, von niemanden entdeckt werden. Nach 50 Jahren wird man doch das eine oder andere auseinander genommen oder umgeräumt haben oder alte Dinge zerlegen.

Dann gibt es eine Birth-List: Was bedeutet, dass nur bestimmte Paare sich fortpflanzen dürfen, und ihr Implantat entfernen lassen können. Auch gibt es gematchte Paare: Wenn der PC, alias der mathematische Algorithmus, empfindet, dass diese und jene Gen-Kombination sinnvoll für das Überleben (die Weiterentwicklung) der menschlichen Rasse ist, werden diese zwei Menschen gepaart. Und es ist okay. Die Leute akzeptieren das. Fast.

Daneben gibt es die Stewardessen „Guardians of the Birth List, Body and Soul calling – wife, mother, caregiver to all.“ (Wait, WTF? Handmaidstale auf Glamours 60s?) und die Frau des Captains ist Bordelldame höchsten Grades. Sie wählt die hübschesten und perfektesten Mädels selbst aus, welche dann auf exklusiven Partys die ranghohen Militärs bedienen und für die eine oder andere Seite spionieren.

Eindrücke über die Serie (massive Spoiler!)

Mir ist bewusst, dass eine Serie über ein Generationenschiff einiges an Kreativität und Suspension of Disbelief abverlangt und vieles an Spielraum offen lässt beziehungsweise ließe, um vorhandene Gesellschaftssysteme zu kritisieren oder einen gänzlich neuen Gesellschaftsentwurf zu entwickeln – in diesem Falle aber konzentrierte sich die Handlung auf die äußeren Umstände und die Tatsache, dass das Schiff als quasi Petrischale für genetische Evolutionsexperimente dient. Die Genetik wurde erst 10 Jahre vor „Start“ des Schiffes entdeckt, also warum nicht gleich testen?

Natürlich überlegt man sich, wie man seit den 60ern das ganze geheim halten konnte, vor inneren und äußeren Blicken, von der Logistik ganz abgesehen – aber, darum geht es nicht.

Aber! Gegen Ende reist ein Crewmitglied tatsächlich auf den Planeten, der von drei Sonnen umgeben ist. Wie? Indem, dass nur die besten Eigenschaften weiter vererbt werden, entwickeln/erreichen manche Crewmitglieder die nächste Evolutionsstufe, können elektromagnetische Impulse senden und schlussendlich auch teleportieren. Richtig gelesen, das ist die Auflösung. Jap. Sorry to say, aber das ist das Ende.

Aber schaut euch die 6 Folgen trotzdem an. Die Frage natürlich, wie dieser eine Mensch auf dem fremden Planeten überlebt, oder ob er damit in den sicheren Tod geschickt wurde – lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.

Dass auch die Verschwörungswebsite, auf welche die Menschen gelangen, wenn sie sich über die näheren Umstände informieren möchten, ein Teil des ganzen ist – und Kritiker, die zu nah an der Wahrheit graben, um das Experiment zu gefährden, einfach getötet werden, muss natürlich ebenfalls angesprochen werden und vermittelt: Trust no one.

Kritik (Spoiler)

Schade finde ich, dass das Gefühlsleben der Passagiere nicht näher betrachtet wird. Zwar gibt es Kritik an der „Hineingeworfenheit“, denn man sei schon allen Personen, die man je kennenlernen würde, begegnet – aber eine wirkliche Tiefe bleibt aus. Was vielleicht in dem Fall ganz gut ist.

Auch gibt es nach wie vor Klassenunterschiede. Wenn die 1960er Star Trek und eine fiktive klassenlose, utopische Gesellschaft hervorgebracht haben, dann hätte dies ebenfalls ins Experiment mit einbezogen werden können, wie sich soziale Strukturen entwickeln. Stattdessen aber scheint es von vornherein die Upper und Lower Decks zu geben, die (natürlich) miteinander im Konflikt stehen. Nach oben zu kommen ist schwer, nach unten zu fallen einfach. Warum nicht jeder ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft sein kann… ist fraglich.

Anyway: Für einen verregneten Samstag-Nachmittag eine passable Unterhaltung mit Potential zu mehr.

Lesenswert auf Reddit

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„400 Days – The Last Mission“

Achievement unlocked: SF-Trash. Offenbar schaffe ich es mit jeder Auswahl, nur mehr SF-Trash zu erwischen (weitere Beiträge folgen). Als ich am Wochenende das Mutterschiff besuchte, schauten wir uns zusammen einen sehr, sehr trashigen Film an, mit einem nicht zufriedenstellenden Ende.

Worum gehts?

Eine 400 Tage lange Simulation soll Aufschluss darüber geben, wie sich die Situation auf Psyche und Sozialverhalten der Teilnehmer auswirkt. Eigentlich eine kluge Idee, denn im All sind wenige Menschen auf engstem Raume beisammen. Nach einiger Zeit bricht der Kontakt zur Kommandozentrale ab, und es wird seltsam. Brechen sie die Simulation ab, dürfen sie auch nicht bei der tatsächlichen Mission dabei sein. Es gilt also durchzuhalten. Ganz gleich, was passiert.

Wtf? (Spoiler)

Spätestens, als die Mitglieder anfangen zu halluzinieren, beginnt man sich zu fragen, was für eine Art Experiment es tatsächlich ist. Einer erhält Nachrichten, dass die anderen ihn hassen, ein anderer sieht fremde Menschen. Man nimmt zwischendurch an, dass die Welt einem Krieg zum Opfer gefallen ist und sie die letzten Überlebenden sind; und die Annahme wird dahin gehend bestärkt, als sie eines Nachts, nach ca. 399 Tagen aus dem „Raumschiff“, dass sich unter der Erde befindet, heraus steigen (nachdem eine seltsame Kreatur hinein geklettert war) und alles verstaubt ist, und sie Metalle finden, die es nicht auf der Erde geben sollte. Als sie in finsterer Dunkelheit umherirren und ein Dorf mit seltsamen Bewohnern finden, wirds noch skurriler.

Diese wollen sie nämlich essen. Die letzten zwei Überlebenden eilen zurück zum Raumschiff, werden verfolgt, töten ein-zwei Eindringlinge und werden kurz darauf, am 400. Tag, mit eingespieltem Jubel gebeten, das Schiff zu verlassen, denn die ganze Welt wolle sie kennenlernen.

Und hier endet der Film.

Jawoll. Genau hier.

Aber warum sollten die Kannibalen über ein Jahr warten, bis sie die Menschen verspeisen können? Warum nicht nach 2-3 Tagen? Oder gilt es, sie 400 Tage zu beobachten und sich auf das Mahl zu freuen? Wird während dieser Zeit ihr Fleisch dementsprechend präpariert und/oder ist das ganze einfach nur ein krankes Spiel?

Interessant vielleicht:

Der Film wurde binnen 19 Tagen gedreht. So sieht er leider auch aus.

„Where Is Everybody?“ und „And When the Sky Was Opened“ – so lauten die Titel der ersten und elften Folge der ersten Staffel der amerikanischen Mystery-TV-Serie „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten“ (1959). Von diesen Episoden ließ sich Drehbuchautor und Regisseur Matt Osterman für seinen zweiten Langfilm nach „Phasma Ex Machina“ (2010) ganz offenkundig inspirieren – was nicht heißt, dass er deren Auflösung komplett übernahm.“ (dienachtderlebendentexte.wordpress.com)

Der Regisseur meinte im Interview mit flixchatter.net:

„I also love movies that has those *refrigerator moments.* It’s when you watch a movie and you enjoyed it but something sticks with you. Then you find yourself a couple of nights later at 2 am, you can’t sleep, then you’re staring at your refrigerator looking for a snack and go ‘oh that’s what that meant’ or ‘ oh I get that now’ I love movies that live beyond the time you watch it and I find that it’s frustrating for people. Now that the film’s out internationally, and of course some are illegally downloading it, I’m getting angry tweets from people. Some said ‘how could you forget to write an ending?’ and I said, ‘well that wasn’t quite THAT, but there’s been a history of movies that didn’t get wrapped up in a pretty neat bow.“

Fazit: Zugegeben, unter all diesen persönlichen Informationen, müsste man den Film, den SyFy produzierte, fast liebevoll als Indie-SF oder so bezeichnen – andererseits bezieht sich SF-Trash nicht auf „Abfall“, sondern eben auf liebevoll inszenierte BMovies, die dank Produktionskosten nicht an die Standards der üblichen Blockbuster heran reichen können und daher auch nicht glänzend rein geschossen werden konnten und somit ihre „flaws“ haben. In diesem Falle ist aber leider auch die Umsetzung der durchaus interessanten Idee etwas misslungen.

Ein letztes Wort vom Schöpfer:

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Happy Birthday ISS!

Alles Gute zum Geburtstag ISS! Du darfst noch weitere 10 Jahren in Betrieb sein – und wirst hoffentlich weder von Aliens, noch von Menschen vorzeitig zerstört. Hier gibt es zum 20. Geburtstag 20 Fakten über die ISS.

Filme, die ich auf die schnelle finden konnte, in denen die ISS zerstört wurde (Liste wird gerne erweitert):

  • Life (2017)
  • Geostorm (2017)
  • Gravity (2013)
  • Armageddon (1998)

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Netflix‘ „Annhilation“

Gewisse Meinungen zu gewissen Themen könnten nicht unterschiedlicher sein. Mein Fazit? „Ein wunderschöner und vor allem ästhetischer Film!“ Madame (8) fand ihn schrecklich, grausig und widerlich: „Ich fand ihn ekelhaft. Gut aber auch.“ Und Mr Raymond war ebenfalls vom Film begeistert: „Die Natur des außerirdischen Organismus ist so Lovecraft, dass ich schon als ich die Idee las es natürlich anschauen musste.“

Kein Review, sondern ein Konglomerat an Meinungen, die ich unmittelbar nach dem Film erhielt. Immerhin fasziniert er.

Worum geht es?

Natalie Portman ist Biologin und macht sich mit anderen Wissenschaftlerinnen auf die Suche nach dem Geheimnis, dass hinter dem Schleier lauert, der an ausgelaufenes Öl erinnert, und Menschen verschwinden lässt. Nur einer des Soldatentrupps schaffte es zurück, ihr Mann – und dieser ist wie ausgewechselt. Schöpfer ist der Autor Jeff VanderMeer, Regie führte Alex Garland, der unter anderem bei Ex Machina (mit Alicia Vikander) dahin gehend tätig war.

Die Kreatur

Es stellte sich mir die Frage, ob Natalie Portman die arme Kreatur, die sie spiegelte und lernen wollte, tatsächlich getötete hatte. Nein, denn ein Teil des Organismus hat sich in beiden eingenistet. Eine interessante Frage von Mr Raymond war, ob der Typ draußen, einer der anderen Soldaten war, der mit ihrem Mann diente und immer mehr zu diesem wurde – da Natalie Portman selbst immer mehr von ihrem Team übernahm (das Tattoo am Arm): „Ein Teil von ihnen ist also extraterrestrisch und wenn man davon ausgeht wie der Organismus sich ausbreitete, sollten Portman und ihr Nicht-Ehemann massiv ansteckend sein. Die Quarantäne ist gerechtfertigt.“

Und sehe ich das richtig, dass wenn man sich ihnen friedlich hingab und die Veränderung akzeptierte, dass es auch nicht schmerzvoll war? Wollten die Aliens die Erde einfach verändern, weil sie hier gestrandet sind? Und es war alles die gleiche Spezies mit dem Bär und den Pflanzen und dann in ihnen selbst drinnen? „Ich glaube nicht, dass der Organismus die Intention hatte irgendwas zu tun. Der Organismus reflektierte und absorbierte alles was sich rundherum befand. Es lernte, veränderte und passte an ohne Grund. Du versuchst etwas humanoides zu sehen in etwas, dass nicht humanoid war im Ursprung. Das ist das geniale an dem Film. Es war das Echo von allem was berührte und gleichzeitig war alles was es berührte ein Echo von allem was wiederum danach berührt wurde. Alles war nur noch ein Echo und ein Spiegeldbild.“ Gut, mit dieser Antwort gebe ich mich zufrieden.

Kritik

Madame (8): „Wobei ich mich frage ob etwas zu machen das niemand versteht und so vage bleibt wirklich Kunst ist oder nur ideenlos inkonsequent. Dass er wohl wirklich gut ist schließe ich daraus wie verstörend ich ihn finde.“ Während sie den Film weder ästhetisch noch als schön empfand, waren es genau diese Dinge: Gib dich der Kreatur in Frieden hin und sie wird dich aufnehmen, kämpfe dagegen an und du wirst zerstört. Gegen Ende hatte ich bereits die Befürchtung, dass Natalie Portman das neugierige Wesen aus dem All wohl getötet hätte, aber nein, es lebte in ihren Augen weiter.

„Eine Auslöschung finde ich nicht so friedlich“ meinte Madame (8) und ich meinte, dass sie immerhin etwas Neues kreierte und das Alte in sich aufnahm.

Die Medien

„Beginning as science-driven sci-fi, the film shifts gears into horror-thriller territory, before abandoning those narrative beats in favour of an ambitious, “conceptual” final half-hour that scrambles a little to wrap itself up.“The Guardian.

„A film this meticulous and poignant will have a life of its own, because it is about life itself. It offers something few other releases do these days, which is confusion plus contentment. Annihilation will destroy you, but only so it can build you up again.“GQ Magazine.

„You don’t need Dr Lena’s PhD from Johns Hopkins to know it is all complete nonsense or that successful sci-fi retains a grain of science fact. […] Ironically, studio executives deemed Annihilation “too intellectual” for mainstream audiences.“Inews.co.uk.

„It is hard sci-fi storytelling, dealing with the practical application of abstract scientific concepts in the service of a simple and engrossing campfire-ish narrative. Annihilation requires your attention and your patience, but it’s also able to reward all those things. This one makes you earn it, but the destination more than justifies the journey.“Forbes.

Annihilation is a terrific piece of big-studio sci-fi. It’s superbly acted by its refreshingly female-ensemble cast, it’s well-written and its staged as both a deeply introspective journey and an unapologetic horror show. If Paramount/Viacom Inc. can’t make money off a movie like Annihilation, it’s more evidence that the problem isn’t them but rather the sheer challenge of getting audiences to take a chance in a movie theater.“Forbes.

„The irony in Annihilation’s case is how coldly indifferent the film is to humanity itself. It doesn’t care about giving audiences answers to questions, or necessarily rewarding them with conventional thrills, but prioritises smarts and bold ideas around a familiar framework. It’s a stealth revelation in Predator’s skin.“Metro.co.uk.

Ein Kommentar

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Mensch 2.0. – Mind-Uploading & die Gier nach der Unsterblichkeit

In Westworld versuchen Menschen ihre Vergänglichkeit mittels Mind-Uploading zu überwinden. Dass Mind-Uploading dabei immer nur eine Kopie der jeweiligen Persönlichkeit erstellt, wird gerne übersehen. Black Mirror greift das Thema in der 4. Season jedoch sehr interessant und korrekt auf. So lassen sich digitale Klone verwenden, um Geständnisse zu entlocken, indem eine künstliche Umgebung sie zum Wahnsinn treibt oder auch als persönlicher Sklave, der die Eigenschaften des Hauses regelt.

Transhumanismus und Unsterblichkeit

Transhumanismus beschäftigt sich mit den Grenzen menschlicher Möglichkeiten, die sich, sei es intellektuell, physisch oder psychisch durch technologische Verfahren und Mittel, erweitern lassen können.

Der Gedanke und Wunsch nach Unsterblichkeit findet sich bereits 2000 v. Chr. Das Gilgamesch-Epos thematisiert die Suche nach der Unsterblichkeit folgendermaßen: Gilgamesch, zu einem Drittel Mensch und zwei Dritteln göttlich, bemerkt gegen Ende, dass er sich nur durch große Werke als guter König Unsterblichkeit in Form eines Rufes erwerben kann. Daran knüpfen die homerischen Epen an: Unsterblichkeit kann nur via Nachruhm und nicht tatsächlich, als bewusste oder physische Unsterblichkeit erlangt werden.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ca. 4000 Jahre später, kristallisieren sich die ersten Projekte: das Startup Nectome plant das Gehirn in eine Cloud laden und nähme dafür den Tod in Kauf. Die Firma, die bereits Investoren gefunden hat, konzentriert sich aktuell auf todkranke Patienten, welche mittels ärztlicher Unterstützung aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen dürfen. Elon Musk unterstützt ein ähnliches Unterfangen mit seiner Firma Neuralink, wo versucht werden will, das Gehirn mit Computern zu verbinden um dem Menschen im Wettbewerb mit der künstlichen Intelligenz kompatibel zu machen. Wait, what?

Nehmen wir an, der Upload funktioniere tatsächlich, müsste man aber auch die biologischen Gegebenheiten bereit stellen, beziehungsweise diese simuliert werden. Im Idealfall wäre die Simulation so gut, dass der Geist sie nicht als solche bemerkt und sogar Naturgesetze verändern könnte, ohne dass uns etwas seltsam vorkäme. Vielleicht haben auch all jene, die Wahnsinnig sind, den Umstand bereits erkannt.

Sicherlich unwahrscheinlich, aber was, wenn der Programmierer, der uns alle in einer Simulation gefangen hält und auswertet, uns die Möglichkeit gibt, Grenzen des Unfassbaren auszutesten. Uns so zusagen für unsere Gedankengänge und Ideen belohnt oder auch bestraft, in dem er uns, wieder mal, ins Leere laufen lässt. Oder, meine Lieblingstheorie: Die Menschheit ist ein gescheitertes Schulprojekt eines Alienkindes in der 3. Klasse Grundschule, die nun im Keller vor sich hin staubt und sich allmählich, ohne kindliche und neugierige Führung, nach und nach selbst zerstört.

Auch stellt sich die Frage nach der Haltbarkeit, da digitale Speichermedien nicht gerade für ihre Langlebigkeit bekannt sind. Sprich, man lädt sein Bewusstsein (beziehungsweise eine Kopie davon) in die unendlichen Weiten der digitalen Welt und sieht sich in 30 Jahren doch wieder mit der Auslöschung konfrontiert, wenn der Server, auf dem man ruht, eingestampft – oder von einem wütenden Kind zerstört wird, da Papa ihm nicht erlaubt hatte, mit den anderen Kindern nach Sieben zu spielen. Vielleicht ist also doch der Nachruhm, dem homerische Helden entgegen eifern, die beste Möglichkeit Unsterblichkeit zu erlangen.

Die verlockende Idee nach Unsterblichkeit bringt auch Überlegungen mit sich, wie „Wenn ich und mein Körper unsterblich sind (durch Adaption in maschineller Form oder metaphysisch), was passiert, wenn die Erde in 7 Millionen Jahren von der Sonne verschluckt wird? Fliege ich dann im Weltraum herum? Für immer? Billionen von Jahren, bis es zu einem neuen Big Bang kommt, und dann?“

Unsterblichkeit ist, wenn man es genau nimmt, für die Ewigkeit und wer danach dürstet, die Zerstörung oder Entwicklung der nächsten 300 Jahre zu beobachten, muss sich auch darauf einstellen, dass er mitunter auch 300 Jahre erlebt, am eigenen Leib erfährt – sofern seine Unsterblichkeit nicht nur metaphysisch, sondern auch physisch passiert. Er muss sich auch darauf einstellen, dass er nicht nur 300 Jahre erlebt, sondern 3000 oder auch 30 000 und 300 000. Und will man das wirklich? Will man das?

Filme und Serien, die Mind-Uploading thematisieren

Neben Westworld und Black Mirror wären da noch:

Avatar (2009) dient als Beispiel für „Romantisierung der Natur“ und Naturalisierung der transhumanistischen Idee des Uploading durch neuronale Schnittstellen. Die Naturalisierung des Technologischen umfasst in Avatar auch die Idee des Uploadings, die Idee den menschlichen Geist vom Körper zu trennen und auf eine andere Hardware zu transferieren.

Surrogates (2009) nähert sich der Thematik kritisch und stellt die Abhängigkeit von Technologien in Frage. Die Einwohner liegen in ihren Betten, während der „Surry“ mit dem sie mental verknüpft sind, ein Roboter, für sie agiert.

Transcendence (2014) stellt die Darstellung des (falsch) verstandenen Mind-Uploadings am bildlichsten dar: Ein Todkranker und größenwahnsinniger Johnny Depp lädt sich selbst in eine Maschine und droht mit Zerstörung.

Zusammenfassung

Die Idee, als unsterbliches Bewusstsein durch die Weiten des Interwebs zu streifen und instant an jedem Ort sein zu können, jede Information binnen Sekunden abzurufen, via Kameras der Vernichtung der Welt beizuwohnen, mit zu erleben, wie sie sich verändert (und sich mit zig anderen im Clinch zu stehen, wie die Welt der noch physischen Menschen weiter manipuliert werden könnte..) und für immer zu leben, lässt eine, wenn auch, skurrile Romantik entstehen. Ein Geist, verbunden mit der gesamten Welt, immer und überall zugleich, befreit von den Lastern des physischen und – auch des emotionalen.

Trotzdem muss das menschliche Bewusstsein eine Stufe unter diesem Traum verharren, denn diese Entwicklung bleibt aktuell nur künstlich Erschaffenem vorbehalten – die das menschliche Bewusstsein zwar im Stande ist zu kreieren, aber sich für sie selbst die Möglichkeiten nicht in Anspruch nehmen kann.

Es ist und bleibt eine griechische Tragödie.

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„Timeless“, S01E05

Thema diesmal: Die Schlacht von Alamo, am 5. März 1836.

Wir hören zu Beginn der Folge den original Wortlaut des berühmten Briefes von Colonel William B. Travis, der überhaupt erst von der Schlacht erzählt und in Zeitungen publiziert wurde und für die Entstehung Texas (Wyatts Heimatstadt) wichtig ist.

Rufus muss mit Rittenhouse kooperieren, ob er will oder nicht – und Wyatt droht Ersetzung. Seine Aufgabe war es, Flynn zu töten, was er bisher nicht geschafft hatte, also kommt der nächste (ein guter Soldat, wie Wyatt meint): Aber immerhin hat er noch eine Chance. Mit Granaten bepackt ist dies seine letzte Gelegenheit.

Flynn bietet dem Gegenspieler spanisches Gold der Königin Isabella II und meldet sich zum Dienst, die Rebellion ein für alle mal zu zerschlagen. Farmer und Einwohner kämpfen in dieser, auch Schwarze, denn die Sklaverei wurde in lateinamerikanischen Staaten um ca 1810 abgeschafft (in den USA erst um 1880). Kurz begegnet uns David „Davy“ Crocket, ein Abenteurer und Held, der seine Geschichten erzählt. Auch Lucy ist begeistert und fangirlt. Aber sie sind keine Touristen und die Suche nach Flynn geht weiter.

Wyatt erleidet Soldaten-Flashbacks bis ihn Lucy unterbricht. Colonel Travis wird von Flynn besucht, der ihn als gleich tötet und so liegt es an Lucy, den berühmten Brief zu schreiben. Draußen versammeln sich Gegner mit roter Flagge: Slaughter everyone! In der Original-Fassung, wie sie in den Geschichtsbüchern geschrieben steht, hätten zumindest Frauen und Kinder Gnade erhalten. Wyatt versucht die Situation zu retten, findet aber keine Unterstützung, und auch Flynn bekommt dieser Umstand wenig, verfolgt ihn doch der Tod seiner Frau und seines Kindes immer, und immer wieder. Und selbst wenn der Gegenspieler selbst Vater ist, es ist Krieg und dieser verlangt gewisse Opfer.

Auch nicht schlecht: Der Druck, der auf Lucy lastet, hat sie doch einen Brief zu verfassen, der Geschichte schreibt. Rufus kann derweil einen Teil der Bevölkerung retten, während Wyatt an sich zweifelt. Als der erste Angriff überstanden ist, erzählt er seine Kriegsgeschichte, wie er Kameraden zurück lassen musste, und sie eine Münze warfen, wer sich nun opfern müsse und wer nicht.

Der nächste Angriff folgt, Frauen und Kinder befinden sich bereits in Sicherheit. Wyatt möchte in der Vergangenheit bleiben und kämpfen, denn jeden, den er kannte, ist weg. Lucy aber überredet ihn. Sie brauchen ihn, vertrauen ihm. Aber Wyatt weiß nicht was tun, die Schuld und die eigenen Kriegserfahrungen nagen an ihm. Die Flucht gelingt und die Geschichte ändert sich nur marginal. Aber Lucy gelingt es, ihn wieder in die Realität zu holen. Lucys Brief ist übrigens sehr gut und es ändert sich nicht wirklich etwas.

Man muss natürlich auch sagen, dass die Serie doch sehr amerikanisch ist und das amerikanische Wohl, den Stolz, Sieg und Freiheit mächtig zelebriert.

Ein interessanter Gedanke:

  • „Could you imagine if Flynn tried to prevent the Alamo and the team had to convince Santa Anna to massacre everyone to ensure Texas existed?“ – Wow. Das wäre ein guter Twist gewesen.

Auch wenn Sklaverei erwähnt wurde, wurde sie nicht ganz korrekt dargestellt:

„Those were slaves, and the Alamo was fought to keep them in chains. The Texans were largely cotton growers who relied heavily on slavery. When Mexico abolished slavery in 1829, the Texans negotiated a temporary exemption for Texas that allowed them to keep their slaves, but the Texans eventually decided to rebel.

This rebellion led to the Alamo standoff, and once the Alamo had become a slogan, Texans and volunteering Southerners declared the Republic of Texas, promptly writing slavery into their constitution: “All persons of color who were slaves for life previous to their emigration to Texas, and who are now held in bondage, shall remain in the like state of servitude … Congress shall pass no laws to prohibit emigrants from bringing their slaves into the republic with them, and holding them by the same tenure by which such slaves were held in the United States; nor shall congress have power to emancipate slaves.“ (Source)

Und erneut sticht das Zeitreise-Paradoxon übelst ins Auge, wenn man zwischendurch daran erinnert wird, dass es nur eine andere Handlung braucht, die alles bisherige verändern könnte. Und trotzdem arbeiten alle noch bei Connor Mason und jeder weiß über die aktuelle Mission Bescheid, aber sowas muss man wohl akzeptieren..

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„Timeless“, S01E04

Mag es auch etwas her sein, zu Ende wird geführt was begonnen wurde.

Timeless animiert gewisse Ereignisse und Personen der Weltgeschichte zu googeln. Sei es, da sie beim Studium nicht, beziehungsweise kaum behandelt wurden oder man diese wieder vergessen hat – selbst Professoren googlen gewisse Infos. Wichtig ist es (und das zeigt uns Lucy in kommenden Folgen) die Zusammenhänge zu erkennen, nicht nur das Datum und Ereignisse, sondern auch wie diese miteinander verknüpft waren und was daraus folgte.

Es brauchte tatsächlich vier Folgen um zu erkennen, dass Timeless eigentlich recht gut ist – und auch die Kostüme sind wohl und gut recherchiert. Dieser Meinung sind die Damen von Frock Flicks, die übrigens auch meine Verwunderung teilen, warum Lucy alles wissen kann: „There are a few problems, of course, with the logic — for example, historians tend to focus on particular eras/topics, so I’m confused how Lucy is an expert in every subsection of American history.“

Und mittlerweile gibt es auch eine Art Garderobe mit allerhand Kleidung aus den unterschiedlichen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, also doch – auch lässt uns Frock Flicks wissen, dass die Designerin und Kostüm-Verantwortliche nicht immer exakt die Kleidung der Periode wählte, denn „During certain periods in history, women held onto their clothes for 15 years – you have to make sure that you know what they were truly wearing during that time or you aren’t staying true to the clothing worn during that period.”

Nazi-Deutschland und James Bond

Wir schreiben den 9. Dezember 1944 und die vierte Folge setzt sich mit Nazi-Deutschland auseinander. Für Albert Speer wurde zwar ein Schauspieler gefunden, der des deutschen Dialekts mächtig ist, aber noch immer kein Deutscher, während Wernher von Braun mit einem tatsächlichen (und attraktiven) Deutschen (Christian Oliver) besetzt wurde. Warum ließ sich niemand für Speer finden?

Gebrochen leitet dieser ein: „Und nun, in der finalen Stunde, werden wir, die National Sozialisten, über unsere Feinde, triumphieren.“ Ich notierte: „Aber der Schauspieler macht das eh nicht sooo schlecht.“

Kurz darauf wird eine Rakete (A4/V2 = Vergeltungswaffe 2) gezündet – und ich frage mich, ob der deutsche (aber gescheiterte) Versuch eine Atombombe zu konstruieren auch mit eingesponnen wird?

Jiya kann das Mutterschiff in der Gegenwart ausfindig machen und als Anthony die atomare Kugel in den Händen hält, eilt das SWAT-Termin herbei. Gerade noch kann der Plutonium-Kern als Batterie installiert werden (die übrigens 300 Jahre hält) und Flynn sich in die Vergangenheit stehlen. Vieles wurde zurück gelassen, aber nichts, dass den Suchenden tatsächlich weiter hilft. Und Rufus spioniert noch immer für Rittenhouse, wohl nicht freiwillig und wie mag wohl die Nazi-Welt auf einen Schwarzen reagieren? In den Staaten war er unsichtbar, aber hier?

Erneut frägt sich die Scooby-Gang: was möchte Flynn? Die Amerikaner konnten 1945 ihre erste Atombombe fertig stellen und wenn Flynn die Atombombe (der gestohlene Plutonium-Kern) den Nazis zukommen ließe, bevor sie die Staaten haben, dann.. Wyatt spricht vier Sprachen, darunter auch Deutsch (welches aber nicht wirklich verständlich und ein Gemisch aus Französisch/Deutsch ist).

Ein Soldat beobachtet die Ankunft des Lifeboats, aber Wyatt schießt ihn nieder – und ändert damit bereits die Geschichte. Weitere, patrouillierende Soldaten müssen ihr Leben lassen und Lucy meint, ob er nicht zumindest versuchen könnte, die Geschichte nicht zu ändern. Und erneut bemerke ich, dass mir besonders die Kleider der 40er Jahre besonders gut gefallen. Lucy, die unfassbar nervös ist und Wyatt, der sich als deutscher Soldat ausgibt, werden von einem britischen Spion enttarnt, der niemand geringerer als Ian Flemming himself ist, der tatsächlich einst britischer Spion war – und sofort Gefallen an Lucy findet. Stand Lucy quasi unfreiwillig Muse für die Bond-Girls? Denn er ist zuerst dagegen, dass Lucy die Soldaten begleitet, muss er einsehen, dass eine Frau dieselben Fähigkeiten besitzen kann wie Männer.

„James Bond hittn‘ on Lucy and she’s into this.“ – Rufus

Sie erzählen von einer Bombe, die auf der Rakete angebracht und bei der Demonstration gezündet werden soll. Ian Flemming reagiert zuerst skeptisch, denn er vertraut weder Freunden noch Frauen, sondern lediglich der Mission. Warum die Deutschen den Fake-Akzent nicht bemerkten, aber Lucy und Wyatt schon ist mir ein Rätsel, aber gut.

Der atomare Sprengkörper ist noch nicht an der Rakete angebracht, taucht aber just in diesem Moment auf, gemeinsam mit Wernher von Braun. Flynn spricht wie Wyatt kein deutsches Deutsch. Lucy hält Wyatt ab auf Wernher von Braun zu schießen, denn: Von Braun floh in die USA und startete das Raketenprogramm, welches die Amerikaner schlussendlich auf den Mond brachte und das Rennen um den Weltraum für sich entschied. Logisch nur, dass Flynn Von Braun an die Russen ausliefern möchte.

Wir blicken in Lucys Vergangenheit, denn sie weiß noch nicht so wirklich, wie sie mit der Situation umgehen soll: Sie hatte sich für Fakten entschieden, die sich kontrollieren lassen – wohin gegen die aktuelle Situation sich jeglicher Kontrolle entzieht. Wyatts Großvater kämpft gerade im Feld gegen die Nazis und er ist der Grund, warum Wyatt heute kämpft – um ihn stolz zu machen. Sie muss nur heraus finden, wofür sie kämpft und alles wird ok sein.

Ich notierte mir: „Ich finde es gut, dass Wyatt noch an seiner verstorbenen Frau hängt, was eine Romanze mit Lucy recht unmoralisch und unbeständig wirken lassen würde.“ Dieses festhalten lässt den Charakter konstant bleiben und in sich durchdacht. Er hat ein Motiv (Flynn zu töten), ein Leiden (den Tod seiner Frau) und agiert danach. Einfach und simpel – und dadurch wird es auch möglich ihn etwas ernst zu nehmen. Timeless schafft es, vier Charaktere gleichwertig aufzubauen, und fehlte nur einer, wäre die Serie dem Ende geweiht.

Während Wyatt und Rufus versuchen die Demonstration der Rakete zu unterbinden, soll Lucy Wernher von Braun in Sicherheit bringen. Lucy flirtet souverän bis Flynn sie aufgreift – und seinen Plan offenbart. Lucy nennt ihn Paranoid. Aber er agiere nur im Sinne von „the Greater Good“. Hilft er den Nazis? What? No. Natürlich nicht. Eines Tages wird sie verstehen, dass er ein Patriot ist und entlarvt Ian Flemming als britischen Spion.

Rufus hat eine Idee. Sie zünden die Rakete einfach früher als geplant. Chaos bricht aus, eine Verfolgungsjagd steht an und Lucy, der zuerst ein gewisses Symbol bekannt vorkam, erinnert sich: Das Fisch-Symbol weist zu einem Geheimhang, den katholische Priester um 1500 benutzten um ein und aus zu können. „Priestholes“ lässt Wyatt wissen – weil es in Skyfall vorkommt. Ian derweil hört gespannt zu. Erneut ein Punkt warum ich Timeless mag: Die Interaktionen mit historischen Figuren sind alltäglich und ungezwungen. Und es sind nicht immer nur die großen Namen, sondern auch die kleinen. Es sind tatsächliche Menschen/Charaktere und nicht nur historische Figuren.

Das Ende nähert sich. Rufus hat eine Frage an Wernher von Braun, während er eine Formel notiert: Denkt er daran, wieviele Leute durch seine Forschung zu Schaden kommen werden? Von Braun antwortet kühl: Interessierte es ihn, würde er wohl kaum sein Ziel erreichen. Und ist Rufus viel besser mit dem was er konstruierte? Hätte er an die Konsequenzen gedacht, hätte er wohl die Zeitmaschine nicht vollendet.

Zurück in der Zukunft erfahren wir von einem neuen Bond-Film: Weapon of Choice, der 1964 mit Sean Connery gedreht wurde: ein Schloss, Raketen und die Rettung eines bösen Wissenschaftlers mit der Hilfe von CIA Agenten Lucy, Wyatt und Rufus sind der Plot.

Es gab keinen Anschlag mit der Bombe, sie erfahren von der Verwendung als Batterie und Rufus mag nicht mehr spionieren. Aber, Connor Mason ist tief mit Rittenhouse verstrickt und braucht ihn – sehr. Denn am Heimweg wird Rufus verfolgt und wenn er seinen Part nicht spiele, dann…

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„The Predator: Upgrade“

First things first: Ja, der putzige Hund überlebt.

Spoiler.

Die Menschheit wird aussterben. Und die Aliens wissen das. Dank Global Warming wird es in ein, zwei Generationen keine Menschen mehr geben und so sieht sich der Predator als Bewahrer und sammelt fleißig die DNA intelligenter Vertreter der vom Aussterben bedrohten Spezies. Aber seien wir uns ehrlich, nicht die DNA einer verlorenen Kultur ist ihm wichtig, sondern der damit verbundene Zweck: Sich zu verbessern*. Die Spitze der menschlichen Intelligenz sind autistische Kinder. Besonders das Kind des Hauptakteurs. Und während ein Predator mit Hunden anreist, um einerseits einen Verräter zu jagen und DNA zu sammeln, hatte der Abtrünnige, ein bereits vermenschlichter Predator der nackte, wehrlose Weibchen in Frieden lässt, etwas für die Menschen zurück gelassen. Ein Upgrade.

Wait, what?

Jap. Darum gehts, das ist die Geschichte.

* Es kann echt nur Menschen einfallen, zu glauben, dass eine außerirdische Zivilisation, die in der Lage ist, quer durch den gesamten Weltraum zu fliegen, sich mittels menschlicher DNA zu verbessern versucht. Leute, Filmemacher, checkt es bitte endlich: Menschen sind nichts weiter als Affen und Amöben. Keine intelligente Rasse, die es einfach so mal schafft, ein Loch zu einem anderen Punkt im Universum aufzureißen, wird zur eigenen Verbesserung menschliche DNA benötigen! Wirklich nicht. Keine. Das ist in höchstem Maße unrealistisch! Lasst das. Aliens brauchen keine Menschen. Wir brauchen Aliens und zwar ganz, ganz deutlich. Und wenn irgendwer meint zwecks Global Warming müsse die Menschheit zusammen halten, sorry mate, it’s not gonna happen. Unless, Aliens!

Wie wars?

Davon abgesehen, dass sich insgesamt nut 6 Leute im Saal befanden, bangte ich um das Leben des putzigen Alienhundes, aber Entwarnung, er überlebt. Auch wenn man ihn nicht mehr, wie erhofft, spielend auf einer Wiese sieht. Er ist halt irgendwo. Dass wieder einmal ein Kind im Zentrum des Wissens, der Macht steht, ja, seis drum. Zumindest ist es ein intelligentes Kind und weniger lästig als gewöhnliche Kinder. Es war okay.

Die einzigen beiden Frauen, mit, wenn man so nennen mag, tragenden Rollen, sind die BadAss-Mutter und die BadAss Wissenschaftlerin – die man jedoch nicht miteinander reden lässt. Man hätte sogar in einem Streifen wie diesen den Bechdel-Test ganz einfach bestehen können, aber hey, who cares.

Fazit: Unterhaltsamer No-Brainer mit ein paar derben Witzen, Dickless Theon Greyjoy in einer nichtssagenden Nebenrolle und anderen Soldiers, denen viel zu viel Story eingeräumt wird. Generell gibt es viel zu viel Story und Erklärungen. Lasst das. Ein SF-Slasher wie Predator braucht keine erklärende Hintergrundstory zu jedem X-beliebigen Charakter oder generell und man will auch die Gründe für XY auch nicht wissen. Das einzige was man sehen möchte ist, wie sich der Predator durch Lebendfleisch metzelt und schlussendlich doch sterben muss. RiP Predators. You served well.

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[Video] Weltraumschlachten und Mary Poppins

Wer könnte ein komplexes Thema wie Weltraumschlachten wohl besser erklären, als Unbekannte, die Zeit und Muse investieren und gut verständliche Videos produzieren, kostenlos:

Und wenn wir schon dabei sind:

Und:

 

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