Archiv der Kategorie: Science-Fiction

„Timeless“, S01E02

Ich wusste gar nicht, wie amüsant die Serie ist und wie sehr sie mich zum bloggen animiert. Nun, dann werde ich diesem Drang Folge leisten:

War es in der ersten Folge der Zeppelin Hindenburg, der am 6. Mai 1937 38 von 97 Menschen mit in den Tod riss, nicht aber einen Rockefeller und andere, für nord-amerikanische Geschichte wichtige Gestalten, ist es jetzt der Mord an Abraham Lincoln.

Hat sich die Lebensgeschichte der anderen auch verändert? Nur drei Reisende können sich an die Vergangenheit erinnern, sowie an ihr altes Leben. Lucy ist bestürzt über den Verbleib ihrer Schwester, die nie geboren wurde, trägt aber deren Bild bei sich, welches die Reise durch die Zeit unverändert überstanden hatte. Offenbar unterliegen Dinge, die in der Kapsel mitgenommen werden, nicht den Veränderungen, die durch Zeitreisen entstehen können – was logisch klingt. Warum wird ihnen dann nicht ab sofort ein Geschichtsbuch mitgegeben, so zur Dokumentation? Vielleicht wollen sie das auch gar nicht?

Dafür ist offenbar keine Zeit, man gibt Lucy nicht einmal eine Minute um zu trauern, denn sie müssen los. Jetzt. Und just als der Civil War beendet ist, kommen sie an. Es stellt sich die Frage, was will der zwielichtige Geselle Flynn? Die USA zerstören wie wir sie kennen? Gekleidet in Reenactment-Uniformen – man frägt sich, warum ein solches Unternehmen nicht ausreichend finanzielle Mittel für Recherche und Hardware zur Verfügung hat um adäquate Uniformen bereit zu stellen, oder diese zumindest Idiotensicher zu gestalten – wird Rufus von seinem Ur Ur Ur Opa erkannt, der ihn sogleich als Fake entlarvt. Lucy trifft derweil auf den Sohn von Präsident Lincoln, dessen Zug durch mysteriöse Hand außer Kraft gesetzt wurde und Wannabe-Eyecandy Wyatt wird in einer Schießerei verletzt.

Flynn, der dunkle Bösewicht, lässt Lucy wissen, dass nicht nur sie ihre Schwester, sondern er auch seine Familie verloren hat. Und nein, er versucht nicht Amerika zu zerstören, sondern zu retten! Und eines Tages wird sie ihm helfen, dass sei keine Drohung, sondern ihre Zukunft. Und was habe Rittenhouse damit zu tun? Nicht er, sie! Plural.

Der Zuschauer stellt sich unmittelbar die Frage: wie viel von der Vergangenheit wie wir sie kennen ist wahr? Wie viel wurde schon geändert und ist Trump das Resultat von Zeitreisenden, die irgendwas in der Vergangenheit verkackt haben? Marty, Marty! We have to go back!

Und während alle eine Aufgabe besitzen die jeweiligen und wichtigen Staatsmänner zu retten, auf welche es Flynn abgesehen hat, trifft Lucy auf den Präsidenten, und sie weiß, dass er sterben muss – auch wenn es ihr das Herz bricht. Flynn schlägt den eigentlichen Assassin, den Schauspieler John Wilkes Booth nieder und macht es selbst. Aber alles ereignet sich wie die Geschichte es bereits geschrieben hat, die Staatsmänner können gerettet werden, Rufus trifft erneut auf seine Verwandten und rät ihnen nach Norden zu gehen, nicht in den Süden.

Eigentlich ist es eine tragische Geschichte: So nah dabei zu sein und nichts tun zu können, und dann wäre da noch die fast-Romanze mit dem Sohn des Präsidenten gewesen in einer Zeit, in welcher es weder Verhütungsmittel noch ordentliche Hygiene gab. Die Geschichte änderte sich dahin gehend, dass Lincolns Mörder nun ein Unbekannter ist, und nach Juliette Shakesman – eine Schauspielerin für die sich Lucy ausgegeben hatte, die nie wieder gesehen ward und den General gerettet hatte – wurde eine High School benannt.

Die Verschwörung beginnt Gestalt anzunehmen, als Jiya (eine Mitarbeiterin), die ihr angeboten hatte, Recherche zu betreiben, heraus findet, dass Lucys Eltern sich in dieser Zeit nie getroffen hatten und somit ihre Schwester nie geboren werden konnte. Aber warum ist sie am Leben? Weil es nicht ihre Eltern sind!

Die Folge endet mit der Verlobungsfeier.

Bemerkungen

  • Zeitreiseparadoxon: Während man in der Kapsel ist oder in der Vergangenheit herum geistert, lebt man trotzdem – auch wenn der Vater deines Vaters nie geboren wurde? In diesem Falle müssten Zeitreisen eine Art Loop sein, der sich mit jedem Sprung in die Vergangenheit neu aufrollt. So gesehen machen Zeitreisen tatsächlich irgendwie, vielleicht, in irgendeiner Art Sinn? I want to go to there!
  • Erneut: Man kann also Dinge, wie ein Geschichtsbuch, wie es einst geschrieben wurde, mitnehmen, folgend den Verlauf der Geschichte ändern und man hat alles dokumentiert? Das klingt interessant und nützlich. Warum nehmen sie zu Dokumentationszwecken kein Geschichtsbuch mit? Ich verstehe diese unfassbare Fahrlässigkeit nicht. Oder wäre es eher Fahrlässig solche Dinge mitzunehmen?
  • Die Sache mit dem Zeitreisen wurde übrigens wieder einmal mit dem gerollten Blatt Papier demonstriert und man darf sich auch selbst nicht begegnen. Es gibt offenbar doch gewisse Konstanten und Regeln, die auch bei Zeitreisen nicht überschritten oder verletzt werden dürfen. Warum eigentlich? Warum darf man sich selbst nicht begegnen? Nähme man eben genannten Loop her, wäre es doch wirklich egal, begegnete man sich selbst nochmal.
  • Lustig jedoch, dass jene Menschen, die in der Zeitreise-Firma angestellt sind, es auch danach sind und genau wissen, was passiert und was zu tun ist, obwohl sich Dinge veränderten, gravierende, wie bei Lucy beispielsweise, deren Schwester nicht existiert und die Mutter nicht an Lungenkrebs erkrankt ist. Oder sind es Leute aus der Zukunft? Dann ergäbe es Sinn. Aber so?
  • Erneut: Warum werden die Uniformen nicht besser geprüft? So ein großes Unternehmen muss doch die finanziellen und menschlichen Ressourcen aufbringen können, um richtige Uniformen anfertigen zu lassen und ordentliche Recherche zu betreiben? Wie wäre es mit einer Zeitreiseserie die alles durchdenkt? Vermutlich liegt es tatsächlich an der zeitlichen Knappheit.

Und hier vielleicht noch etwas nützliches:

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Science-Fiction, TV-Shows!

„Timeless“, S01E01

Während ich kränklich dahin vegetiere (das erste Mal seit langem wieder mal), sprang mir bei einem Streifzug durch Netflix eine Serie ins Auge, die ich zunächst hämisch und desinteressiert in Punkten zerreißen wollte, um gegen Ende der ersten Folge zu bemerken: Okay, sie könnte tatsächlich interessanter sein als gedacht. Auch wenn Logik-Fehler ein dominierendes Element darstellen.

Die Rede ist von Timeless. Eine Serie über Zeitreisen. Ausgestrahlt von NBC und produziert von Sony, startete die erste Season bereits 2016 und durchlebte 2017 ein ähnliches Drama wie The Expanse aktuell. NBC kündigte den Vertrag, nur um drei Tage später grünes Licht für zehn weitere Episoden zu geben. Ob eine dritte Season das Licht der Welt erblicken darf, darüber weiß man noch nichts.

Timeless wirkt im ersten Moment wie eine Art amerikanischer Doctor Who-Verschnitt. Die Zeitreisekapsel ist keine Notrufzelle der 60er, sondern eine Kugel, die mich an Wheatley (Portal 2) und das Geringe aus Contact erinnerte.

Die Hauptdarstellerin Abigail Spencer (Geb. 1981) ist sympathisch und vor allem schlagfertig geschrieben, denn zu Beginn stellt sie die richtige Frage: Warum würde jemand sowas wie eine Zeitmaschine erschaffen, wenn dadurch die Zukunft verändert werden könnte? Ja, warum eigentlich? Diesen Umstand erfährt sie bereits in der ersten Folge am eigenen Leib, als sie in der alternativen Welt nicht mehr single, sondern verlobt und ihre Mutter nicht an Lungenkrebs erkrankt ist, während ihre Schwester nie geboren wurde.

Wer sind die Protagonisten?

Lucy Preston ist Historikerin, eine gute offenbar, denn sie wird auserwählt zu konsultieren und begleiten – und weiß sie vieles. Was zwar etwas unrealistisch ist, da Historiker meistens ihre eigene Periode beherrschen, ein Teilgebiet davon und einen wirklich minimalen Zeitabschnitt besonders gut, aber nicht die gesamte Weltgeschichte auswendig kennen. Oder doch?

Der männliche Counterpart ist mühsam: Ein Soldat, der Befehle verweigerte um eine Journalistin zu retten, die exakt wie seine verstorbene Frau aussieht, die er ebenfalls nicht retten konnte. Seine Aufgabe ist es, den Bösewicht, der das Mutterschiff gestohlen sowie den Projektleiter gekidnappt hatte, zur Strecke zu bringen. Ich notierte mir: „handsome beauty cupcake wannabe eyecandy“ – da entscheide ich mich eher für den Gegenspieler: Flynn. Ein dunkler Zeitgenosse der Lucy kennt, ihr Notizbuch bei sich hat und sie vor den Menschen warnt, mit und für die sie arbeitet und ihr rät, deren Motivationen zu hinterfragen, warum gerade sie auserwählt wurde. Und da wäre noch Rufus, Afroamerikaner und Pilot der Zeitkapsel, der die beiden Neuankömmlinge ausspionieren soll.

Soweit so gut.

Bemerkungen:

  • Study History and you might get choosen for time travel!
  • We can’t change anything, nicht einmal hübsche Journalistinnen am Leben lassen.
  • Sent a black man back in history? Warum? Weil sich anhand dessen Rassismus durch alle Zeiten aufzeigen lässt, beziehungsweise ein weiteres Konflikt-Potential zur Verfügung hat. Allerdings gefiel mir die Doctor’sche Variante via Bill besser.
  • Und jetzt wissen wir auch, wozu die lästigen, zwickenden Bügel in modernen BH da sind: Um Schlösser zu knacken. Ich hätte in diesem Falle Pech gehabt: meine BHs sind Bügellos, auch trage ich keine Haarnadeln. Wäre ich die Auserwählte gewesen, hätte der Ausbruch nicht funktioniert.
  • Kümmert sich eigentlich wer um die Sicherheitsvorkehrungen – auch wenn es ein Notfall ist? Sie trägt einen modernen BH, er bringt eine moderne Waffe mit. Ich meine… das ist grob fahrlässig und könnte den Lauf der Geschichte noch drastischer verändern, als deren Auftauchen und Eingriff es sowieso schon täte! Seriously..

Fazit: Ich kann die Absetzung durchaus nachvollziehen, trotzdem muss man der Serie ein gewisses Unterhaltungspotential zugestehen, die auf eine Antwort nach der Frage drängt: Was sind die Motivationen des Bösewichts? Warum? Und sind Fahrlässigkeit und verantwortungsloses Handeln Teil der Geschichte? Ergibt am Ende doch alles Sinn?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Science-Fiction, TV-Shows!

Happy Towel Day!

Und dieses mal gabs sogar tatsächlich eine Begegnung!

Und auch wenn man nur vorhat, ein-zwei Bilder zu machen… werdens halt doch mehr.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kulturelles, Medien, Popkultur 'n Geek-ish, Science-Fiction

Nur mehr 45 Jahre..

.. bis zum ersten Kontakt! Ich könnte es noch erleben.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Popkultur 'n Geek-ish, Science-Fiction, Star Trek

Kant und die Ausserirdischen

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

Kant verzichtete in seiner naturwissenschaftlichen Schrift bewusst auf theologisch-teleologische Argumente und versuchte die Welt lediglich durch mechanische Prinzipien und aus der newtonschen Physik heraus zu erklären. Seine Anregungen zur Allgemeinen Naturgeschichte stammen der Legende nach von Kants Universitätslehrer Martin Knutsen (1713-1751). Dieser sagte für 1738 und 1744 einen Kometen voraus, der schon 1698 gesichtet wurde. Knutsen veröffentlichte daraufhin die Schrift Vernünftige Gedanken von einem Kometen (1744), welche zur Entstehung der Allgemeinen Naturgeschichte beigetragen hatte.

Der Inhalt gliedert sich in drei Teile: Der erste Teil befasst sich mit den Fixsternen und der Milchstraße. Der zweite Teil beschreibt die Planeten sowie den mechanischen Ursprung der Welt und der dritte Teil handelt schlussendlich von den Bewohnern fremder Gestirne.

Die kantianischen Außerirdischen

Kant weist explizit darauf hin, dass ferne Welten bewohnt sind und diejenigen, die es nicht seien, würden es bald. Die Chancen auf belebte Planeten steigern sich ins Unermessliche, wenn das Weltall nur groß genug ist und ausreichend Zeit zur Verfügung hat. Ebenso sagt er aber auch, dass es nicht unbedingt notwendig sei, dass ein Himmelskörper bewohnt ist. Er spricht im Sinne der Ästhetik davon, dass es auch schöne Orte ohne Anwesenheit diverser Lebewesen gäbe.

Die Beschaffenheit der kantianischen Außerirdischen ist vom Abstand der Sonne abhängig sowie vom Vernunftgebrauch.

Kant glaubte, dass die Entfernung der Himmelskörper von der Sonne gewisse Verhältnisse mit sich führen: Je weiter ein Planet von der Sonne entfernt ist, desto leichter ist der Stoff, aus dem er besteht. Und desto leichter ist die materielle Beschaffenheit. Und je leichter das Material, desto leichter und flüchtiger sind die Körper der dort lebenden Wesen. So bringt die Venus Bewohner von gröberen Bau hervor, als jene der Erde, da sie der Sonne am nächsten steht. Die Bewohner des Jupiters hingegen sind leicht.

Mit fortschreitendem Abstand zur Sonne nimmt auch die Vollkommenheit des Geistes zu. Die kosmische Nachbarschaft ist bei Kant stark von der newtonschen Gravitationstheorie beeinflusst. Er weist auch darauf hin, dass die intellektuelle Überlegenheit der Bewohner auf den äußeren Planeten durchaus als eine rein lebenspraktische Angepasstheit verstanden werden darf. Da die Vollkommenheit des Geistes bei den Bewohnern des Jupiters und des Saturns größer ist, hätten diese auch eine veränderte Zeitwahrnehmung. Die Zeit ist also relativ, dennoch aber vergänglich.

Der Außerirdische – ein menschlicher Zweckgegenstand

Für Kant besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass es Wesen geben könnte, die nicht an die Anschauungsformen von Raum und Zeit gebunden sind. Die Vorstellung also, dass es irgendwo intelligente „nicht menschliche“ Wesen geben mag, die anders als wir erkennen, ist und bleibt eine menschliche Vorstellung.

Der Zweck des Außerirdischen wird jedoch vielfach für die Charakterisierung der Einzigartigkeit des Menschen verwendet. Auch bei Kant ist er ein Grenzwesen. Er steht zwischen dem Tier, das als vernunftlos aber empirisch gesehen wird und den Göttern, Engeln und Teufeln, die auf begrifflicher Ebene angesiedelt sind. Der kantianische Außerirdische dient als Gegenpol zu Göttern und Engeln, bei welchem aber davon ausgegangen werden kann, dass die empirischen Bedingungen vorhanden sind. Die Figur des Außerirdischen bildet somit eine vorteilhafte Perspektive für den Menschen.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Berichte, Essays, und so, Kulturelles, Science-Fiction

„What happened to Monday“

Stellt euch The Handmaid’s Tale vor – nur umgekehrt.

Um 2030 explodiert die Bevölkerungszahl, modifizierte Nahrung soll das Überleben eines jeden sichern – was wiederum dazu führt, dass nicht mehr nur ein Kind, sondern zwei, drei oder gar sieben auf einen Schlag geboren werden. Um der Über-Überbevölkerung entgegen zu wirken, darf jede Familie nur mehr ein Kind haben, die jeweiligen Geschwister dürfen auf unbestimmte Zeit in Cryo-Kapseln schlafen – bis das Bevölkerungswachstum unter Kontrolle gebracht werden kann.

Hört sich doch gut an, oder?

What happened to Monday erzählt die Geschichte von Siebenlingen, deren Vater (William Dafoe) alle sieben am Leben lässt, sie versteckt und sie nach Wochentagen benennt. An jedem Tag darf die mit dem zugehörigen Namen hinaus. Sie alle leben ein gemeinsames Leben. Es vergehen 30 Jahre und die Geschichte nimmt 2073 ihren Lauf als Monday, die sonst immer rechtzeitig, pünktlich und ordentlich ist, nicht mehr nachhause kommt.

Kritik und Erwähnenswert

Glenn Close verkörpert eine Transfrau in mächtiger Position und die technischen Errungenschaften haben das Smartphone via Armband abgelöst. Dieses gibt den Standort her, lässt Daten synchronisieren und besitzt eine Aufzeichnungs-Funktion. Nichts neues und vielleicht etwas umständlich – aber es gibt noch keine Implantate. Vermutlich stellten sich diese als unzureichend heraus.

Natürlich ist die Handlung des Filmes vorhersehbar und das eine oder andere zum Schmunzeln anregende Klischee darf sich ebenfalls dazwischen schmuggeln.

Die schauspielerische Leistung von Noomi Rapace ist hervorragend, auch wenn mir die Interpretation mehrerer Charaktere bei Tatiana Maslany (Orphan Black) besser gefiel. Vielleicht liegt es daran, dass – so unterschiedlich manche Wochentage auch sind, sie sich immer noch sehr ähneln und gleichen (eben weil sie ein gemeinsames Leben leben), was bei Orphan Black nicht der Fall ist, und jeder Charakter sehr unterschiedlich inszeniert ist (Soccer Mom, Helena, Sarah, …). Andererseits ist es vermutlich wirklich das Element, dass sie alle in der Öffentlichkeit dieselbe Person spielen müssen, was die Leistung in What happened to Monday so herausragend macht. Trotzdem hat man nicht durchgehend das Gefühl – dass es sich um unterschiedliche Charaktere handelt, wofür aber (vermutlich) die Film-Spiellänge verantwortlich gemacht werden kann. Ich traue mir keine eindeutige Aussage zu. Vielleicht müsste man sich den Film nochmal ansehen. Die Zwischentitel, die die einzelnen Kapitel abgrenzen und wissen lassen, wessen Geschichte nun erzählt wird, helfen ungemein und sind in diesem Falle fast notwendig.

Fazit: Interessante Idee, etwas vorhersehbar inszeniert aber trotzdem sehenswert.

Wer mehr wissen beziehungsweise sich etwas zu Recht finden will, der klicke hier.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Science-Fiction

„Star Trek: Discovery“, S01E03, S01E04 und S01E05

Episode 3 bis 5 sind jene, die den Spore-Drive einführen, oder wie ich sie nenne: Die „Das-arme-Tierchen!!“-Storyline. Die gute Nachricht zuerst, das Tierchen überlebt und die Idee legt den Grundstein für die darauf folgende Story, auf der man sicherlich noch aufbauen kann. Ich behandle sie trotzdem separat.

Michael Burnham wird von Cpt. Lorca angeheuert, während sie sich auf einem Gefangenentransport befindet. Wir vermuten bereits, dass der nicht ganz so tugendhafte Lorca andere Pläne hat, als dem ehemaligen ersten Offizier ihren Job zurück zu verschaffen. Wie Star Trek schon in der Vergangenheit seine Ideen mit Wissenschaft zu erklären versuchte, so auch hier. Es geht um Physik und Biologie als gemeinsames, und nicht getrenntes.

„Imagine a microscopic web that spans the entire cosmos. An intergalactic ecosystem. An infinite number of roads leading everywhere.“ (Cpt. Lorca)

The Spore Drive

Laut Memory Alpha Wiki war dieser in den 2240er und 2250er ein Experiment. Dabei wird ein Pilz der Spezies Prototaxites stellaviatori verwendet, um Sprünge von bis zu 90 Lichtjahren durch zu führen – oder, binnen kürzester Zeit überall hin zu können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Um sich diese Technologie nutzbar machen zu können, wird ein Tierchen, genannt Tardigrade, verwendet, das mit dem gesamten Universum verbunden zu sein scheint, dem „mycelial network“ und mit diesem kommuniziert. In Folge 5 allerdings wird das Tierchen von seinen unsagbaren Qualen, die es bei jedem Sprung erleidet, erlöst, da es via DNA Injektion auch bei Lt. Stamets funktioniert, der darauf hin jedoch seltsame Bewusstseinszustände davon trägt, womit sich Episode 6 bis 9 befasst.

Getestet wurde der Spore Drive zuerst auf der USS Glenn, die dann jedoch, quasi durch den Spore Drive selbst verschuldet in eine „Hawking radiation firewall“ crashte und die Crew ihr Leben verlor. Das Tierchen konnte noch an Bord der Discovery gebeamt werden.

Kritik und Fazit

Da der Spore Drive sowie auch Spocks Stiefschwester nie in irgendeiner der vorausgegangenen Serien erwähnt wurden, muss also etwas gravierendes passieren, dass dazu führt, dass sämtliche Geschehnisse auf der Discovery aus dem Gedächtnis aller gelöscht wird. Die Produzenten versicherten, dass in Season 2 einige dieser Unstimmigkeiten erklärt und bereinigt werden sollen.

Prinzipiell finde ich die Serie immer noch anschaubar. Ich kann aber auch nach Sicht aller bisherigen Folgen nachvollziehen, warum manche Leute Schwierigkeiten damit haben, DSC als „Star Trek“ zu akzeptieren. Cpt. Lorca ist kein freundlicher, positiver und aalglatter Captain wie Picard oder Kirk es waren. Er verfolgt eigene Ziele und lässt die Crew wie Starfleet darüber im Dunklen, die Föderation ist von seinem Vorgehen nicht begeistert und zu alle dem schaukelt sich der Krieg mit den Klingonen hoch.

Star Trek: Discovery bewegt sich im medialen Kontext des 21. Jahrhunderts, Krieg und düstere Charaktere sind ausschlaggebend für Handlung und Storyline. Es ist keine nette Welt mehr, sondern eine dystopische. So ist es eben aktuell. Wie ich immer sage: Star Trek ist ein Spiegel seiner Zeit. Die heile Welt gibt es nicht mehr, findet euch damit ab.

Vielleicht noch erwähnenswert: Das mansplainende Alien Lt. Commander Saru ist auf Michael Burnham (die übrigens tiefes Mitgefühl für das Tierchen empfand) eifersüchtig, da er nie die Chancen hatte, die ihr zu Teil wurden. Das erklärt seine Feindseligkeit. Saru ist zudem einfach ein unsympathischer und aktuell auch langweiliger Charakter. Man könnte ihn aus der Story schreiben und nichts würde sich ändern, leider.

Fazit: Immer noch nett anzuschauen.

7 Kommentare

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Science-Fiction, Star Trek, TV-Shows!

„Blade Runner 2049“

Der erste Gedanke war: Warum versagt(e) der Film an den Kino-Kassen? Der zweite: Was hatte man sich erwartet? Ein düsteres, surreales Science-Fiction Erlebnis?

Steht er in Tradition des Originals von 1982, welches so gut wie nichts mit dessen literarischen Vorlage zu tun hat? Natürlich. Längst aus der Mode gekommene Synthesizer Musik (oder etwas, dass sich so anhört wie), gewaltige Bilder von Wüsten und Städten, die in Regen und Rauch gefüllt sind und die nicht zu vergessende Einsamkeit des Protagonisten. Lange, ohne Schnitte auskommende Szenen und schlussendlich eine Länge von fast 3 Stunden – der Vorgänger diente eindeutig als Vorbild. Meine Erwartungen wurden dahingehend also erfüllt.

Und trotzdem wirft er ein Augenmerk auf die Moderne, die Jetzt-Zeit und adaptiert das Coca-Cola Logo von 2D zu 3D, das elektrisch betriebene Fluggerät darf gerne auch mal abstürzen und der Love-Interest ist ebenso künstlich wie der alte – nur eben, moderner. Auch gibt es ausreichend Action und zeitgenössische Dialoge.

Abgesehen vom bombastischen Setting stellt Blade Runner 2049 ein paar philosophische Fragen: Was macht den Menschen aus, seine Identität und was es bedeutet zu sterben oder zu leben. Er führt existentielle Einsamkeit vor, Herrschaft und Ausbeutung. Aber keine Sorge, Blade Runner 2049 wird die alten Fragen der Philosophie nicht beantworten und eine Inszenierung muss reichen.

K ist sympathischer als Deckard. Während Ryan Gosling seiner Gefährtin eine Fernbedienung schenkt, mit der er sie überall hin mitnehmen kann – auch wenn sie durch eingehende Anrufe auf Pause gestellt wird und ihn qualvoll daran erinnert, dass sie nicht real ist – verhält sich Harrison Fords Deckard manipulierend und boshaft. Die Verschmelzung von Joi (der AI) und Mariette ließ etwas an Her erinnern.

Aus feministischer Perspektive gesehen, versagt der Film auf ganzer Linie – wie das Original: Wenn auch keine Rape-Szene (ihr erinnert euch hoffentlich…), gibt es trotzdem viele sexualisierte Inhalte und unnötigerweise mehr nackte Brüste als in der letzten Season von Game of Thrones. Ihre Charaktere sind entweder Prostituierte, zur Befriedigung geschaffene Hausfrauen, knallharte Chefinnen oder eiskalte Killerinnen, wobei die zwei letzt genannten, die eindeutig interessanteren Charaktere waren und gleichzeitig einen grausamen Tod sterben dürfen. Und dann gibt es noch eine Frau, die im Glaskäfig lebt. Der Unterschied zwischen Replikanten-Frau und menschlicher? Im Gegensatz zu Replikanten (bis auf eine Ausnahme), können menschliche Frauen gebären. Autsch. Kurzum und überspitzt gesagt: Du bist keine Frau, kein in der Gesellschaft akzeptiertes Lebewesen, wenn du keine Gebärfähigkeit besitzt.

Ich freue mich auf Dave Bautista, eventuell im nächsten Star Wars, Star Trek und weiteren 100 Marvel-Filmen zu sehen, auf dass er seinem Popkultur-Image Ehre bereitet. Wenn Harrison Ford Blade Runner, Han Solo und Indiana Jones sein kann, schafft es Dave Bautista sicherlich noch in eine ähnliche, wenn nicht gleichwertige Liga.

Fazit: Darf man annehmen, dass aus den Google Nexus Modellen eines Tages Replikanten werden? Sei es aus Teilen davon oder in einer allumfassenden Neukonstruktion?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension, Science-Fiction

„Star Trek: Discovery“, S01E01 und S01E02

Keine Kritik, nur ein paar Gedanken.

Ich kann mir nicht erklären, warum die meisten Kritiker und Konsumenten die Serie so schrecklich finden – zugegeben, ich habe nicht aktiv recherchiert, sondern nur via scrollen und hören-sagen-drüber lesen irgendwo mitbekommen, dass DSC ganz fürchterlich sein soll und Roddenberry sich im Grabe umdrehen wolle.

Madame (8) und ich fanden die ersten zwei Folgen nett. Wir fanden sie sogar richtig gut. Die bemängelnswerten Effekte konnten ganz klar als eine Hommage an TOS gedeutet werden, sowie die Lense Flairs ganz klar auf JJ Abrams Konto gingen. Dass zwei Frauen in den Hauptrollen besetzt sind/waren, fanden wir ebenfalls sehr gut. Dass man dafür eine afro-amerikanische und asiatische Schauspielerin wählte, die beide im TV etabliert sind, mag zwar wie ein Zugeständnis an SJWs wirken (damit auch der „Diversity“ gedient ist) – muss es aber nicht. Warum? Weil es gute Schauspielerinnen sind! Und ganz ehrlich, was ist so schlimm an Diversity? Ich mag es schon gar nicht mehr aussprechen, weil es mir zu dämlich wird, weil ich es toll finde. Ich bin begeistert davon, dass die beiden Hauptdarstellerinnen nicht weiß sind.

Ich verstehe aber auch, warum manche der Kritiker sagen, DSC beiße sich mit Roddenberrys Vision einer friedlichen Erkundung des Weltraumes, wenn Sonequa Martin-Green alias 1st Commander Michael Burnham aufgrund ihrer quasi vulkanischer Ausbildung und Korrespondenz die Klingonen angreifen möchte, um das Leben der gesamten Crew zu retten. Denn Vulkanier machen nie denselben Fehler zweimal. Als eines ihrer Schiffe zerstört wurde, taten sie das, was notwendig war: Sie griffen die Klingonen an und verschafften sich Respekt in dem sie in deren Sprache „Hey! How are you!“ sagten.

Aber Captain Philippa Georgiou alias Michelle Yeoh ist dagegen, was am Ende ihren (vermutlichen?) Tod bedeuten soll. Commander Burnham wird für ihre Missachtung der Befehle vor Gericht gestellt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Wo genau wird jetzt Roddenberrys Vision massakriert? Und warum glaubt jeder am besten zu wissen was Gene Roddenberry wollte? Vielleicht hätte ihm die Serie gefallen, who knows?

Man könnte natürlich einwerfen, dass Star Trek nur mehr Effektspielerei ist, einfältige Geschichten präsentiert und die Gender-Race Debatte auf ganz neue Podeste stellt um ja keinem Rassismus oder Sexismus Vorwurf zu unterliegen. Was hätte man sich als „Hardcore to death Star Trek“-Fan denn erwartet? Eine Kopie von TOS? TOS sollte nach der zweiten Season abgesetzt werden. Als TNG auf den Markt kam, wurde genau so gelästert, es sei kein Star Trek mehr und unterscheide sich zu sehr vom Original. Dasselbe Mimimi gab es bei DS9 und Voyager. So auch jetzt. Und wird es auch beim nächsten Ableger geben und beim nächsten und nächsten, bis die Leute kapieren was Star Trek ist: Ein Spiegel seiner Zeit, eine Momentaufnahme und Reflexion.

Und genau das ist es, was ich (öfters wiederholend) meine, wenn ich sage, dass Fans Pest und Cholera für eine Serie sind. Zu einem gewissen Teil für den Hype und den Erfolg verantwortlich, entwickelt sich immer ein toxisches Verhältnis, dass nicht nur andere Fans abschreckt, sondern auch Produzenten und Filmschaffende in die Enge treibt. Sollen wir den Forderungen nachgehen oder „Fans“ verlieren? Vermutlich sind es sogar „Fans“, die schlimmer sind als jedes Studio, dass ebenfalls seine eigenen Vorstellungen hat. Fazit: „Fans“ wissen alles besser. „Fans“ akzeptieren keine Änderungen und sind in ihren (oftmals verblendeten) Erinnerungen an die Serie, wie sie doch einst war (oder gewesen sein soll), festgefahren.

Seid froh, dass wir aktuell eine richtige und eine quasi Star Trek Serie (The Orville, dazu komme ich noch) haben, die Filmwelt Science Fiction entdeckt und nach Comics daraus Profit zu schließen versucht. Immerhin bekommt man so den Content, den man sich über Jahre gewünscht hat. Dass die Filmwelt so aussieht wie sie aussieht heute ist, ist ein Zeitobjekt und Schuld daran sind wir: Die Konsumenten. Wir rennen ins Kino, wir kaufen Blu-Rays und DVDs, wir unterstützen diese Art des Films. Auch ich. Wir dürfen uns also nicht beschweren, wenn aus einer klugen Science-Fiction Vorlage Pop-Corn-Kino gemacht wird. Immerhin gibt es dadurch schöne Raumschiffe und, wie auch in DSC, wirklich bezaubernde Bilder.

Weitere Notizen

# Ich finde es nach wie vor seltsam, dass die Serie 10 Jahre vor TOS, und nicht in der Kelvin Zeitlinie spielen soll. Damit werden der Storyline Möglichkeiten beraubt und auch Inszenierung, Technik an Bord, Uniformen und Verhalten sind nicht mehr ganz so stimmig. Aber vielleicht muss man DSC einfach als eigenständige Serie betrachten und kein Prequel. TOS würde heute nicht mehr funktionieren. Es funktionierte auch damals nur knapp. Und wenn man nicht gerade mit TOS in der Kinderstube bekannt gemacht wurde und mit seltsam geformten Steinen, Farben und Musik kindliche Erinnerungen verbindet, kann ich es sogar nachvollziehen, wenn man heute den Kopf schüttelt. Selbst TNG hat seine seltsamen Momente, die man nur dann zu schätzen, oder auch zu wundern weiß (Zitat: „Wie konnten wir das gut finden?“ – „Wir waren Kinder…“), wenn man damit aufgewachsen ist.

# Ein Mansplainendes Alien… aber wirklich bei jeder Gelegenheit.

# Sonequa Martin-Green tat gut daran The Walking Dead für Star Trek zu verlassen. Ihr Charakter wirkt interessant.

# Und ja, die Klingonen sehen schrecklich aus. Das Feuer an Bord ließ sie sogleich noch primitiver wirken und wie Madame (8) richtig erkannte, konnten wir uns an keine weißen Klingonen erinnern.

# Unweigerlich erinnerte die erste Szene an Star Wars. Nicht die Fußstapfen, aus denen in weiter Entfernung ein erkennbares großes „We are here“ getreten wurde, sondern die Kleidung. Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen. Aber vielleicht sind diese Stoffwickeleien für diverse Wüstenplaneten einfach nur praktisch.

Fazit: Wenn Pseudo-Fans und Möchtegern-Kritiker, die alles bemängeln müssen was sich älteren Kults annimmt, die Serie nicht komplett zerstören, dann freue ich mich auf ein baldiges fortbestehen. 15 Folgen, mit einer Pause ab Mitte November. Why?

3 Kommentare

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Science-Fiction, Star Trek, TV-Shows!

4. Oktober 1957

Heute vor 60 Jahren startete der russische Satellit Sputnik ins All, bevor er 92 Tage später verglühte. Er kreiste in einer Höhe zwischen 228 und 949 Km die Erde und besaß einen Durchmesser von 58cm. Der 83,6 kg schwere Satellit enthielt ein Thermometer und einen Funksender, der 21 Tage aktiv war und ein Kurzwellensignal (20,005 MHz und 40,003 MHz) ausstrahlte. Damit wollte man beweisen, dass es möglich ist, künstliche Objekte im Weltraum zu orten. Sputnik bewegte sich auf seiner Umlaufbahn zunächst in etwa 96 Minuten einmal um die Erde. Thx Wikipedia.

Nebenbei eröffnete er den Wettlauf ums All zwischen der Sowjetunion und den USA, die diesen 1969 mit der Mondlandung schlussendlich gewannen.

 

4 Kommentare

Eingeordnet unter Just about Life, Kulturelles, Medien, Science-Fiction