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„400 Days – The Last Mission“

Achievement unlocked: SF-Trash. Offenbar schaffe ich es mit jeder Auswahl, nur mehr SF-Trash zu erwischen (weitere Beiträge folgen). Als ich am Wochenende das Mutterschiff besuchte, schauten wir uns zusammen einen sehr, sehr trashigen Film an, mit einem nicht zufriedenstellenden Ende.

Worum gehts?

Eine 400 Tage lange Simulation soll Aufschluss darüber geben, wie sich die Situation auf Psyche und Sozialverhalten der Teilnehmer auswirkt. Eigentlich eine kluge Idee, denn im All sind wenige Menschen auf engstem Raume beisammen. Nach einiger Zeit bricht der Kontakt zur Kommandozentrale ab, und es wird seltsam. Brechen sie die Simulation ab, dürfen sie auch nicht bei der tatsächlichen Mission dabei sein. Es gilt also durchzuhalten. Ganz gleich, was passiert.

Wtf? (Spoiler)

Spätestens, als die Mitglieder anfangen zu halluzinieren, beginnt man sich zu fragen, was für eine Art Experiment es tatsächlich ist. Einer erhält Nachrichten, dass die anderen ihn hassen, ein anderer sieht fremde Menschen. Man nimmt zwischendurch an, dass die Welt einem Krieg zum Opfer gefallen ist und sie die letzten Überlebenden sind; und die Annahme wird dahin gehend bestärkt, als sie eines Nachts, nach ca. 399 Tagen aus dem „Raumschiff“, dass sich unter der Erde befindet, heraus steigen (nachdem eine seltsame Kreatur hinein geklettert war) und alles verstaubt ist, und sie Metalle finden, die es nicht auf der Erde geben sollte. Als sie in finsterer Dunkelheit umherirren und ein Dorf mit seltsamen Bewohnern finden, wirds noch skurriler.

Diese wollen sie nämlich essen. Die letzten zwei Überlebenden eilen zurück zum Raumschiff, werden verfolgt, töten ein-zwei Eindringlinge und werden kurz darauf, am 400. Tag, mit eingespieltem Jubel gebeten, das Schiff zu verlassen, denn die ganze Welt wolle sie kennenlernen.

Und hier endet der Film.

Jawoll. Genau hier.

Aber warum sollten die Kannibalen über ein Jahr warten, bis sie die Menschen verspeisen können? Warum nicht nach 2-3 Tagen? Oder gilt es, sie 400 Tage zu beobachten und sich auf das Mahl zu freuen? Wird während dieser Zeit ihr Fleisch dementsprechend präpariert und/oder ist das ganze einfach nur ein krankes Spiel?

Interessant vielleicht:

Der Film wurde binnen 19 Tagen gedreht. So sieht er leider auch aus.

„Where Is Everybody?“ und „And When the Sky Was Opened“ – so lauten die Titel der ersten und elften Folge der ersten Staffel der amerikanischen Mystery-TV-Serie „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten“ (1959). Von diesen Episoden ließ sich Drehbuchautor und Regisseur Matt Osterman für seinen zweiten Langfilm nach „Phasma Ex Machina“ (2010) ganz offenkundig inspirieren – was nicht heißt, dass er deren Auflösung komplett übernahm.“ (dienachtderlebendentexte.wordpress.com)

Der Regisseur meinte im Interview mit flixchatter.net:

„I also love movies that has those *refrigerator moments.* It’s when you watch a movie and you enjoyed it but something sticks with you. Then you find yourself a couple of nights later at 2 am, you can’t sleep, then you’re staring at your refrigerator looking for a snack and go ‘oh that’s what that meant’ or ‘ oh I get that now’ I love movies that live beyond the time you watch it and I find that it’s frustrating for people. Now that the film’s out internationally, and of course some are illegally downloading it, I’m getting angry tweets from people. Some said ‘how could you forget to write an ending?’ and I said, ‘well that wasn’t quite THAT, but there’s been a history of movies that didn’t get wrapped up in a pretty neat bow.“

Fazit: Zugegeben, unter all diesen persönlichen Informationen, müsste man den Film, den SyFy produzierte, fast liebevoll als Indie-SF oder so bezeichnen – andererseits bezieht sich SF-Trash nicht auf „Abfall“, sondern eben auf liebevoll inszenierte BMovies, die dank Produktionskosten nicht an die Standards der üblichen Blockbuster heran reichen können und daher auch nicht glänzend rein geschossen werden konnten und somit ihre „flaws“ haben. In diesem Falle ist aber leider auch die Umsetzung der durchaus interessanten Idee etwas misslungen.

Ein letztes Wort vom Schöpfer:

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