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„The Discovery of Witches“, Season 1

The Discovery of Witches ist eine Sky-Produktion und liefe sie bei Netflix und werbe mit der Kategorie „Starke Frauenrolle“, müsste ich wohl den Monitor aus dem Fenster schmeißen.

Leider ist die Serie zu gut gemacht, sprich das Budget war da, als dass sie liebevoller Trash sein könnte. Und leider verfehlt die Serie es, den Charakteren etwas sympathisches mit zugeben, und so ist es einerlei, würden sie plötzlich alle sterben. Die Serie nimmt sich zudem, trotz der übertriebenen Handlungen ihrer Protagonisten, selbst zu ernst. Nein, sie wird nicht in die Liga des „Lovely Trash TV“ aufgenommen, sondern steht, im Moment noch für sich – Hand in Hand mit Klischee und etwas Drama.

Worum gehts?

Es gibt Vampire, Hexen und Dämonen. Sie ist eine Witch, er ein Vampir (can I make it any more obvious), 1500 Jahre alt und hatte sich seit seiner Frau (die von Krankheit dahin gerafft wurde) nie mehr „gemated“. And guess what.. Natürlich finden sie zusammen!

Aber nicht ohne etwas Stalking und romantischem Auflauern im Dunkeln, denn er ist zuerst nicht an ihr, sondern an einem Buch interessiert (welches die Herkunft von Vampiren, Dämonen und Hexen klären könnte), und welches nur sie herbei rufen kann. Als er sie schnuppert, warnt er sie, sie solle gehen, sonst muß er sie verzehren. Ein edler Ritter ist er, dieser alte, weiße Vampir (Gibt es einen speziellen Grund, warum alle mächtigen Vampire meist alte, weiße Männer sind?). Aber als er bemerkt, dass er sie liebt, ist das alles kein Problem mehr. Auch die Schwiegermama findet den Tabu-Bruch okay, weil eigentlich ist Interspecies-Sex verboten, und das seit Jahrtausenden! Und niemand hat es je gebrochen. Außer sie. Und das bedeutet Krieg! Spoiler: Es gibt auch Zeitreisen!

Das Hexen-Dasein hat die Hauptdarstellerin nie interessiert, typisch auch, dass ihre Eltern von Hexen umgebracht wurden, und sie die mächtigste von allen und der Vampir eigentlich ein guter ist und durch Forschung bemerkt, dass alle Rassen schwächer werden und langsam aussterben, bis es nur mehr Menschen gibt. Ja, es gibt einige Themen, die nicht wirklich erklärt werden.

Eine tragische Geschichte: Die einst unabhängige Frau wird zum liebeshungrigen Weibchen und der Stalker zum edlen Ritter. Die Serie basiert auf einer dreiteiligen Buchreihe und ich frage mich, ob das nicht wieder so ein dubioser Twilight-Fanfic ist.

Kritik und Zusammenfassung

Man könnte meinen „The trash is real!“ aber nein, die Serie nimmt sich zu ernst dafür, die Charaktere sind dahingeworfen und berühren kaum bis gar nicht. Die Schreiberlinge sind tatsächlich von ihrer Sache überzeugt und kein Komiker wirft Witze in die Runde und niemand versucht sich mit irrwitzigen Ideen zu übertrumpfen. Nein, sie versuchen sich an das Script zu halten und lassen jegliche Originalität vermissen.

Aber sie bleiben modern konsistent: Vampire können im Tageslicht gehen, auch ganz schnell rennen, sind meist weiße Männer, während Dämonen People of Color und gesellige Kreaturen sind. Sie sind es auch die ein Forum für Kreaturen einrichten, damit man sich austauschen kann. Und die meisten Hexen sind Frauen. Oh, hallo Riversong!

Muss man die Serie gesehen haben?

Nein, muss man nicht. Steht man auf dieses romantisch verklärte Klischee von ewig währender Liebe und so, dann kann man sichs ansehen. So gesehen ist die Serie ja nicht so schlecht (und vermutlich werde ich mir die zweite Season auch ansehen), aber eben bis zur Grenze des erträglichen mit Klischees befüllt, beziehungs ausgefüllt, denn die Handlung ist so eine 0815-Vampire-Love Story mit etwas Gentechnik und Zeitreisen. Ahja, und Cliffhanger am Ende.

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