Schlagwort-Archive: aliens

Netflix‘ „Annhilation“

Gewisse Meinungen zu gewissen Themen könnten nicht unterschiedlicher sein. Mein Fazit? „Ein wunderschöner und vor allem ästhetischer Film!“ Madame (8) fand ihn schrecklich, grausig und widerlich: „Ich fand ihn ekelhaft. Gut aber auch.“ Und Mr Raymond war ebenfalls vom Film begeistert: „Die Natur des außerirdischen Organismus ist so Lovecraft, dass ich schon als ich die Idee las es natürlich anschauen musste.“

Kein Review, sondern ein Konglomerat an Meinungen, die ich unmittelbar nach dem Film erhielt. Immerhin fasziniert er.

Worum geht es?

Natalie Portman ist Biologin und macht sich mit anderen Wissenschaftlerinnen auf die Suche nach dem Geheimnis, dass hinter dem Schleier lauert, der an ausgelaufenes Öl erinnert, und Menschen verschwinden lässt. Nur einer des Soldatentrupps schaffte es zurück, ihr Mann – und dieser ist wie ausgewechselt. Schöpfer ist der Autor Jeff VanderMeer, Regie führte Alex Garland, der unter anderem bei Ex Machina (mit Alicia Vikander) dahin gehend tätig war.

Die Kreatur

Es stellte sich mir die Frage, ob Natalie Portman die arme Kreatur, die sie spiegelte und lernen wollte, tatsächlich getötete hatte. Nein, denn ein Teil des Organismus hat sich in beiden eingenistet. Eine interessante Frage von Mr Raymond war, ob der Typ draußen, einer der anderen Soldaten war, der mit ihrem Mann diente und immer mehr zu diesem wurde – da Natalie Portman selbst immer mehr von ihrem Team übernahm (das Tattoo am Arm): „Ein Teil von ihnen ist also extraterrestrisch und wenn man davon ausgeht wie der Organismus sich ausbreitete, sollten Portman und ihr Nicht-Ehemann massiv ansteckend sein. Die Quarantäne ist gerechtfertigt.“

Und sehe ich das richtig, dass wenn man sich ihnen friedlich hingab und die Veränderung akzeptierte, dass es auch nicht schmerzvoll war? Wollten die Aliens die Erde einfach verändern, weil sie hier gestrandet sind? Und es war alles die gleiche Spezies mit dem Bär und den Pflanzen und dann in ihnen selbst drinnen? „Ich glaube nicht, dass der Organismus die Intention hatte irgendwas zu tun. Der Organismus reflektierte und absorbierte alles was sich rundherum befand. Es lernte, veränderte und passte an ohne Grund. Du versuchst etwas humanoides zu sehen in etwas, dass nicht humanoid war im Ursprung. Das ist das geniale an dem Film. Es war das Echo von allem was berührte und gleichzeitig war alles was es berührte ein Echo von allem was wiederum danach berührt wurde. Alles war nur noch ein Echo und ein Spiegeldbild.“ Gut, mit dieser Antwort gebe ich mich zufrieden.

Kritik

Madame (8): „Wobei ich mich frage ob etwas zu machen das niemand versteht und so vage bleibt wirklich Kunst ist oder nur ideenlos inkonsequent. Dass er wohl wirklich gut ist schließe ich daraus wie verstörend ich ihn finde.“ Während sie den Film weder ästhetisch noch als schön empfand, waren es genau diese Dinge: Gib dich der Kreatur in Frieden hin und sie wird dich aufnehmen, kämpfe dagegen an und du wirst zerstört. Gegen Ende hatte ich bereits die Befürchtung, dass Natalie Portman das neugierige Wesen aus dem All wohl getötet hätte, aber nein, es lebte in ihren Augen weiter.

„Eine Auslöschung finde ich nicht so friedlich“ meinte Madame (8) und ich meinte, dass sie immerhin etwas Neues kreierte und das Alte in sich aufnahm.

Die Medien

„Beginning as science-driven sci-fi, the film shifts gears into horror-thriller territory, before abandoning those narrative beats in favour of an ambitious, “conceptual” final half-hour that scrambles a little to wrap itself up.“The Guardian.

„A film this meticulous and poignant will have a life of its own, because it is about life itself. It offers something few other releases do these days, which is confusion plus contentment. Annihilation will destroy you, but only so it can build you up again.“GQ Magazine.

„You don’t need Dr Lena’s PhD from Johns Hopkins to know it is all complete nonsense or that successful sci-fi retains a grain of science fact. […] Ironically, studio executives deemed Annihilation “too intellectual” for mainstream audiences.“Inews.co.uk.

„It is hard sci-fi storytelling, dealing with the practical application of abstract scientific concepts in the service of a simple and engrossing campfire-ish narrative. Annihilation requires your attention and your patience, but it’s also able to reward all those things. This one makes you earn it, but the destination more than justifies the journey.“Forbes.

Annihilation is a terrific piece of big-studio sci-fi. It’s superbly acted by its refreshingly female-ensemble cast, it’s well-written and its staged as both a deeply introspective journey and an unapologetic horror show. If Paramount/Viacom Inc. can’t make money off a movie like Annihilation, it’s more evidence that the problem isn’t them but rather the sheer challenge of getting audiences to take a chance in a movie theater.“Forbes.

„The irony in Annihilation’s case is how coldly indifferent the film is to humanity itself. It doesn’t care about giving audiences answers to questions, or necessarily rewarding them with conventional thrills, but prioritises smarts and bold ideas around a familiar framework. It’s a stealth revelation in Predator’s skin.“Metro.co.uk.

Werbeanzeigen

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension, Science-Fiction

Ein Kommentar zum „12h-Tag“

Selbst wenn man sämtliche Nachrichten Kanäle entabonniert und versucht, allem Schlechtem, dass einem entgegen geschleudert wird, auszuweichen, kommt man an manchen Nachrichten einfach nicht vorbei. Wie zum Beispiel dem 12h-Arbeitstag, der in Bälde Realität sein könnte und sein wird.

Ich hörte die Nachricht im Radio und einer der Menschen, wer auch immer es war, meinte, man solle doch jetzt bitte keine Gräuelpropaganda verbreiten, die 12 Stunden seien doch nur in Ausnahmefällen möglich und der Arbeitnehmer könne immer noch entscheiden und auch sogar ablehnen, wenn Gründe wie Kinder oder Pflege vorliegen. Wait, what?

Sicherlich, Nazi-Sprech ist in der aktuellen Regierung en vouge, während Kinderlose schon seit jeher die Arschkarte gezogen haben. Eine Bekannte arbeitete einst im Hard Rock-Café und bekam immer nur die Spätschichten zugeteilt. Der Grund? Sie ist kinderlos. Andererseits ist es natürlich wieder toll, dass es für Alleinerziehende solche Möglichkeiten gibt. So oder so ist das gesamte System suboptimal.

Da ich also informiert bin, dachte ich mir, lasse ich mich durch die Kommentare in meinem Lieblingsforum erheitern, welches ich so lange Zeit gemieden habe. Übrigens, selbst im berüchtigten Krone-Forum, einer schrecklichen Boulevardpresse (vergleichbar mit der BILD), bemerken die Leute langsam, dass nicht nur die „scheiß Auslända!“ verloren haben, sondern auch sie selbst. Tja, Pech gehabt. It’s too late baby now, it’s too late.

Aber nun zum Forum.

Ein nettes Posting war:

Ein anderer meinte: „Verkehrte Welt… Auf der einen Seite sollen, lt. Studien 50 % der Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verloren gehen, auf der anderen Seite wird so ein Gesetz beschlossen.“ Auf der anderen Seite sollen die Leute bis 70 arbeiten, andererseits „ver-altet“ die Gesellschaft, da der Großwurf an Nachwuchs fehlt und die Leute dank moderner Medizin immer länger leben. Sicherlich, so denkt die Logik, je älter, desto länger soll gearbeitet werden, dumm nur, dass ab 50 niemand mehr realistische Chancen hat eingestellt zu werden – und eben, die Hälfte der Jobs via Digitalisierung wegfallen werden. Insofern denkt man sich, wäre doch ein 20h/Tag sinnvoller um zumindest ein paar Leute unterbringen. Lustigerweise wird aber auch keine Maschinensteuer eingeführt, die unser sozialpolitisches System etwas entlasten könnte. Oder wie fast alle anderen Länder eine Vermögenssteuer, die, oh my f*cking god! die Leistungen sogar weiterhin gewährleisten könnte, aber nein, damit ließe sich wohl keine (un)ordentliche Politik machen. Offenbar ist nur ein gespaltenes Land ist ein einfach zu regierendes Land.

Der Kommentator schreibt weiter: „Auf der einen Seite gehen nordische Staaten dazu über die Normalarbeitszeit zu verkürzen, auf der anderen Seite [wird] so ein Gesetz beschlossen.
Also entweder wir leben auf einem falschen Planeten oder unsere Politiker sind äußerst kurzsichtig……..?“ Vermutlich steckt ein teuflischer Plan dahinter, teuflischer als der Teufel selbst. Und dieser diabolische Plan sieht vermutlich vor, dass alle Leute krank werden und in die Mindestsicherung fallen. Dann kann man sie zur Zwangsarbeit verpflichten und in großer, gnädiger Güte mit einem Euro die Stunde vergütet, während auf das Vermögen zugegriffen wird, sodass man nie und nimmer eine Chance hat, aus dem Sumpf heraus zu klettern.

Und was können wir dagegen tun? Am Stammtisch bei nam Bier ordentlich auf den Tisch hauen und sagen wies ist! Ernsthaft! Ironischerweise ist dieser Beitrag ist im Prinzip nichts anderes, er klopft auf den Tisch, nicht mit der Faust aber mit ein paar Fingern tippelt er nervös auf den Tasten, hat neben sich ein Glas Wasser stehen und sagt: So gehts nit!

Oh – und dann wäre noch dieses Problem:

Also, was ist die Lösung? Kornkreise malen und hoffen, dass Aliens auf uns aufmerksam werden, uns belehren und unterstützen – wie Karellen oder uns gänzlich vernichten, oder uns einfach richtig versklaven um, keine Ahnung, weil sie Sadisten sind und Freude daran haben, so wie manche Kinder Freude daran haben, Schneckenhäuser zu zertreten oder Ameisen via Lupe zu verbrennen.

Moment, was, wenn heimische Politiker bereits Goa’ulds in sich tragen und dies die Alienhafte Versklavung ist, die sich Schriftsteller und Filmemacher schon so lange wünschen mit der naiven Wunschvorstellung, dass sich die Menschen einander an den Händen greifen und gemeinsam für ihre Freiheit kämpfen? Freedom! Was ist, wenn wir schon seit Jahrzehnten von Aliens unterwandert werden? Mind Blowing!

Manche würden an dieser Stelle wieder sagen: „Dein Zynismus macht es nicht besser.“

Doch.

Und siehe da, was mich kurz vor der Veröffentlichung dieses Beitrages noch erreicht hat: Ein Lied! Und zwar ein ganz besonderes Lied. Achtung, dieses Lied könnte zu Ohrenkrebs und dem Absterben von Gehirnzellen führen, sowie zur berechtigten Frage: WHAT. THE. H…

Ich vermute mal, dass irgendwo ein Werbefutzi geknebelt und gefoltert im Keller der WKO (Kein Scherz – dieses Video produzierte die Österreichische Wirtschaftskammer(!), wodurch wir sicher sein können, dass es sich nicht um Satire oder Parodie handelt) eingesperrt ist und dieses Meisterwerk dichten musste. Und irgendwo, in irgendeinem Raum gab es Leute, die sich das ausdachten, produzierten und dann der Meinung waren: „Joa. Geil, oder?“ Für wie blöd hält Österreichs Elite eigentlich den Bürger?

Offenbar soll es auch schon im Radio zu hören gewesen sein.

W.T.F? Seriously? Too much Internet for today. Infiltrierung und Gehirnwäsche des Bürgers auf Kosten der Steuerzahler, you’re welcome:

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kulturelles, Wtf Politik?

Happy Towel Day!

Und dieses mal gabs sogar tatsächlich eine Begegnung!

Und auch wenn man nur vorhat, ein-zwei Bilder zu machen… werdens halt doch mehr.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kulturelles, Medien, Popkultur 'n Geek-ish, Science-Fiction

„A quiet Place“

Offenbar dachte sich jemand: „Machen wir doch einen klassischen Horrorfilm!“ Und ich muss sagen, es funktioniert – in beiderlei Hinsicht: Meine ängstliche Begleiterin hielt sich immer wieder die Hände vor die Augen und war somit (erneut und wie immer) ein perfektes Opfer für unerwartete Schreck-Attacken. Und ich konnte mich über die klassischen Horrorfilm-Szenen und den Fortgang der Geschichte amüsieren, sowie über die Leidende neben mir.

Worum geht es? (Spoiler)

Aliens bevölkern seit über einem Jahr die Erde. Sie sind blind, erinnerten mich etwas an den Demogorgon und nehmen jedes Geräusch war. Jeden Tritt, jedes Wort – außer eine andere Geräuschkulisse übertönt die menschlichen Laute. Die letzten Verbliebenen müssen sich via Zeichensprache unterhalten und darauf achten keinen Laut von sich zu geben. Wirklich, keinen. Keinen einzigen.

Die Geschichte handelt von Familie Abbott (John Krasinski (u.a. für Regie, Drehbuch und Co verantwortlich) und Emily Blunt) und ihren drei Kindern. Die Tochter taubstumm, die Söhne ängstlich. Der jüngste möchte eine Rakete, um dieser verlassenen und ruhigen Welt zu entfliehen und schnappt sich das Space Shuttle. Die Eltern verbieten es, entfernen die Batterien und machen sich erneut auf den Weg – der mit Sand ausgestreut ist. Aber die Tochter gibt es dem kleinen, traurig drein blickenden Buben und natürlich passiert, was passieren muss: Als er das Space Shuttle auf weiter Flur einschaltet, fetzt die Kreatur durchs Bild und reißt den Buben mit sich.

Kritik

Ein Jahr später lebt die Familie auf einer Farm, Emily Blunt ist schwanger (wtf?) und drei Kreaturen befinden sich in der Gegend. Der Vater versucht mit anderen Überlebenden Kontakt aufzunehmen, aber nichts (und siehe da – Morsecode erweist sich als hilfreich!). Die Geschichte hat kein Endziel, sie läuft einfach und folgt dem klassischen Horrorfilm-Prinzip und ist damit natürlich auch vorhersehbar.

Trotzalldem steht das Geschehen um die Familie im Zentrum: Das taubstumme Mädchen möchte mit ihrem Vater mit auf die Jagd, während der Bub Angst hat und daheim bleiben möchte. Die Tochter trägt eine Art Vorrichtung, die ihr das Hören ermöglicht und auch noch eine andere, sinnvolle Nebenfunktion besitzt.

Logiklöcher und Fragen

Ja natürlich gibt es Logiklöcher. Und zwar in Hülle und Fülle. Wenn diese Viecher schon so gut hören, müssten sie dann nicht auch das Atmen und den Herzschlag von Menschen wahrnehmen? Und hätten irgendwelche brillanten Wissenschaftler nicht daran denken können, hohe/niedrige Frequenzen auszutesten, bis das Ding kaputt geht? Waren sie alle tatsächlich sofort tot? „Indestructable“ schreibt eine Zeitung, deren Seite an der Wand klebt. Und die Viecher sind schnell, zerfetzen in Sekundenschnelle Leiber und können sogar tauchen! Why not! Und warum zum Teufel denkt man, dass es eine gute Idee ist, Kinder(!) in die Welt zu setzen – auch wenn gewisse Vorkehrungen dafür getroffen wurden.

Und was passiert, wenn jemand niest? Oder andere menschliche Gase von sich lässt? Was, wenn jemand im Traum schreit? Man kann nicht ständig aufpassen, nichts zu sagen. Oder doch?

Aliens!

“They are absolutely aliens. They’re from another planet. Where I developed the idea of them and what I wanted them to look like was most alien movies are about takeovers, agendas, they’re a thinking alien creature, and for me this idea of a predator, this idea of a parasite, this idea of something that is introduced into an ecosystem [was interesting]. One of my favorite movies I love to watch is RocknRolla and they tell that whole story about the crawfish in the Thames and that’s what I mean, the introduction of something that can’t be held back.” (John Krasinski, collider.com)

Und:

“The idea behind all that is they’re definitely aliens and they’re an evolutionarily perfect machine. So the idea is if they grew up on a planet that had no humans and no light then they don’t need eyes, they can only hunt by sound. They also develop a way to protect themselves from everything else so that’s why they’re bulletproof and all these things. I had to make it make sense. I needed the rules of the monster to adhere as tightly to the rules of the family. The family, we had set up all these incredible rules, and I needed the monster to not just be convenient.” (Quelle: Siehe oben)

Fazit

Aber all die Logiklöcher sind zu vernachlässigen, denn die amüsanten Klischee-Horrorfilm-Szenen, über die sich jeder Filmliebhaber freut, lassen die Logik beiseite schieben und sie später wieder aufnehmen. Denn so amüsant der Film im Kino ist, bleibt er es wohl nur für diesen Moment – oder stilisiert sich in 20 Jahren zum Kultfilm. Who knows.

8 von 10 Kreaturen (Creature-Feature!), 7 von 10 Post-Apokalyptischen Szenarien (mal etwas anderes) und generell eine 6, 5679 von 10,1 für den gesamten Film. Vielleicht sogar eine 7,0001 für die komödiantischen Elemente.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension

„Name Your Genre“

Miss Booleana startete eine interessante Blogparade: Unser ganz persönliches Genre. Und das bedeutet:

Wenn es um Filme geht, hat ja jeder so ein „Ding“. Etwas, dass sich schwer in Kategorien und die typischen Genres einordnen lässt. Das ist nicht nur Komödie, Drama oder Actionfilm, sondern spezieller. Na eben so euer persönliches Ding.“

Die Regeln:

  1. Griffiger Name
  2. Mindestens 5 Filme

Bei Regel Nummer 1 mag ich zwar scheitern, dafür gibt es gleich drei Genres mit jeweils (mindestens) 5 Filmen.

1. „Kreaturen und Tierchen“

Ganz gleich, ob Dinosaurier in Transformers 5 und Jurassic World oder putzige Pokémons in Star Wars – The Last Jedi das Herz erobern; der Xenomporph mehr Empathie empfängt, als die beteiligten Menschen oder das Alien Calvin (Life) sofort verteidigt und dessen Handlungen mit Logik gerechtfertigt werden. Seien es Critters, Gremlins, Sandwürmer oder Drachen. Ganz gleich. Es sind (früher Puppen- heute) CGI (!) – Kreaturen, die mir das Herz stehlen. Sollen 1000 Menschen in einem Film sterben, wehe aber der Regisseur lässt das arme Hündchen krepieren. Ein Film, in dem CGI-Tiere gequält werden? Keine Chance. Ich zweifle daher, ob ich mir Jurassic World 2 ansehen werde. Immerhin stürzen mehrere Dinosaurier in den Tod..

Kurzum: Ein Film gewinnt an Unterhaltungswert (und/oder lädt zum Mitfühlen ein („Aber die armen Tiere!!“)), wenn ein putziges, hässliches, hübsches oder garstiges CGI-Tierchen bzw. eine Kreatur über die Leinwand hüpft. Und aus welchem Grund auch immer, der Mensch hat Schuld und das Tierchen ist immer gut und Opfer seiner Umstände. Auch das Alien wollte nur sein Überleben sichern, aber nein, die Menschen müssen ja dazwischenfunken.

1. „Sinnlose und besonders schlechte Katastrophenfilme“

Ich liebe BMovies. Ich bin ein Fan der schlechten aber mit Liebe zum Detail versehenen Filmkunst der 1970er und 1980er. Und genau so schlecht, wenn auch sicherlich mit weniger Liebe kreiert, dürfen „meine“ Katastrophenfilme sein, sofern eines gegeben ist: Bauwerke der Menschheit sollen binnen weniger Sekunden zerstört und diese Sekunden minutenlang mit brachialem Sound und enormer Rechenleistung ausgekostet werden. Bis der letzte Wolkenkratzer umstürzt oder das letzte Haus vom Wind weggefegt wird. Außer bei der Enterprise, da empfinde ich tiefe Trauer, zerstört man sie sinnlos bei irgendwelchen Gefechten. Ich meine, die Enterprise. Zerstört doch die ISS, aber nicht die Enterprise.

Beispiele: Geostorm oder Armageddon oder The Day after Tomorrow, Deep Impact, Independence Day, Twister – und so weiter. Und ja, manche sind tatsächlich wirklich grottenschlecht. Trotzdem, dafür wurden gute Rechner gebaut: Um das Ende der Welt in all seiner Herrlichkeit zu ästhetisieren und gegebenenfalls zu zelebrieren. Solange kein Tier verletzt wird.

1. „Mindfuck“

Ob ihrs glaubt oder nicht, aber ich habe bereits kurz vor der Jahrtausendwende von „Mindfuck“ als einem neuen Genre gesprochen. Mittlerweile ist es weit gebräuchlicher als damals; doch gerade um die Zeit sprach man von Memento, 12 Monkeys, Mullholland Drive, Fight Club und auch The Machinist. Auch American Psycho und Minority Report werden oft genannt, gehören aber eher zur verträglichen Sorte.

Der Nachteil an solchen Filmen ist: Der Überraschungseffekt wirkt nur einmal. Weiß man bereits worum es geht, kann man sich den Film noch zwei-drei Mal aufgrund der hervorragenden Machart ansehen, aber dabei bleibt es auch. Die meisten Vertreter findet man, laut Recherche, tatsächlich um die Jahrtausendwende. Was passierte, dass „Mindfuck“ außer Mode geriet? Wobei man natürlich auch Black Mirror dazu zählen könnte..

5 Kommentare

Eingeordnet unter Filme!

„Doctor Who“, S10E06, S10E07 und S10E08

Schon etwas länger her, aber nichts desto trotz drei großartige Folgen. Und da wir bald mit dem Weihnachtsspecial beehrt werden, eine kleine Erinnerung an die großartigen Geschichten des Doctors und seinen Begleitern!

Vom Häretikum und Wifi im Vatikan über die Simulationstheorie, die u.a. von Nick Bostrom in einem Paper vorgelegt wurde, gefolgt von einem kurzen Besuch im Jahre „1984“ bis zu den allseits bekannten Fake News und was es braucht, um sich diesen zu entledigen. Eine dreiteilige Storyline, die sich sehen lassen kann und dabei den britischen Charme spielen lässt.

Es folgt eine Zusammenfassung mit Spoilern.

In der 6. Folge wird das Geheimnis gelüftet, wer oder was im Vault (= Quantum Chamber) sitzt. Wir befinden uns auf einen fremden Planeten und besuchen eine Vorrichtung, die dazu dient das Leben eines Time Lords zu beenden. Es ist Missy, die für die Taten büßen soll. Missy! Da sie aber eine Freundin des Doctors ist (sowie erster Man-Crush) und dieser sich der Aufgabe angenommen hatte, über ihren Körper zu wachen, lässt er sie am Leben. Missy! Ich mag Missy!

„Extremis“

Der Doctor, nach wie vor blind, sitzt vor dem würfeligen Käfig und bekommt via Sonnenbrille eine E-mail mit dem Betreff: „Extremis“. Kurz darauf tritt der Papst auf und braucht seine Hilfe. Wir erfahren, dass der Doctor einst mit der Päpstin von 1045 geflirtet hatte („Lovely girl, what a night“), die ihn auch für künftige Geschehnisse empfahl. „Extremis“ betrifft einen Text der verloren ging, und alles was noch übrig ist, ist ein Fetzen mit „Veritas“. Und alle, die an dem Werk gearbeitet hatten, hatten sich danach suizidiert.

„Dottore!“ Der Papst fleht ihn an. Will er die „Wahrheit“ lesen?

Bill, deren Landlady Männerbesuch verbietet, hat ein Date. Sie trinken Tee und als die TARDIS anklopft und Bill das Geräusch auf die Wasserleitungen schiebt wird das Mädel skeptisch. Als dann auch noch der Papst verwirrt ins Zimmer tritt, flüchtet sie. Der Doctor verschweigt die Tatsache, dass er noch immer blind ist. Er will nicht, dass sich die Leute Sorgen machen und Nardole wirft ein, dass es dann wohl gänzlich real werde.

Sie besuchen gemeinsam das Häretikum, die geheime Bibliothek der Blasphemie des Vatikans, um sich dort das gefährliche Buch, dass gemeinsam mit einem Laptop in einem Käfig eingesperrt ist, genauer anzusehen. Nardole muss dem Doctor berichten, wie und was vor sich geht. Bill, die uns immer wieder daran erinnert, dass sie ein Kind ihrer Zeit ist, ist vom WiFi fasziniert.

Der Doctor frägt, was Theologen und Teilchenphysiker gleichermaßen Angst bereite? Die Wahrheit.

Plötzlich erscheint ein blaues Licht. Während der Doctor sich um das Buch kümmert, finden Nardole und Bill heraus, dass das seltsame Licht eine Art Alien-Technologie-Portal ist, dass zu anderen, wichtigen Orten führt: Das Pentagon, den Vatikan oder auch CERN. Der Besuch im Pentagon war nett, aber CERN führt einen Schritt näher an das Geschehen heran: Die Wissenschaftler hatten alle das Buch gelesen und unter den Tischen befinden sich Sprengkörper.

NARDOLE: You know, we should go. We should probably even run.
BILL: How is blowing yourselves up saving the world?
NICOLAS: Because this isn’t the world!
BILL: This isn’t what? [Source]

Was zur Hölle?

Der Doctor befestigt seine Time-Lord Gadgets am Buch. Er liest es und leiht sich etwas von seiner Zukunft aus. Vermutlich ein Teil seiner Regenerationsfähigkeit? Plötzlich tauchen Zombieartige Monk-Creatures auf, aber der Doctor entkommt. Die englische Fassung des Buches befindet sich bereits am Laptop.

Und bald wissen auch wir: All das, unser Leben und die Erde, das Universum und was wir zu kennen glauben, ist nichts weiter als eine Simulation und um dieser zu entkommen – das bedeutet, wenn man die Wahrheit erkannt hat – kann beziehungsweise muss man sich suizideren. Und um das zu beweisen, lassen die Wissenschaftler sie Nummern aufsagen – und es sind immer die gleichen. Bill und Nardole fliehen. Doch alsbald Nardole außerhalb der Protektoren steht, zerfällt er quasi.

Bill findet Blutspuren und folgt diesen zum Doctor. Er befindet sich im Weißen Haus; der Präsident (nicht Trump) hatte sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben genommen. Was ist real? Der Doctor erklärt Bill den Stand der Dinge: Es ist eine Schatten-Welt für die Monks: Jedes Szenario wird getestet, sodass sie lernen wie diese Welt funktioniert. Aliens, die die Erde unter ihre Kontrolle bringen wollen, simulierten die gesamte Weltgeschichte, immer und immer wieder. Doch die Simulation war zu gut, die Menschen bemerkten es und stiegen aus. „Is this real?“ Aber der Doctor bringt es nicht heraus und Bill löst sich auf.

Und da bemerkt er: „I’m the Doctor! I don’t have to be real, as long as you never give up. I’m calling the Doctor!“

Und er schickt sich selbst eine E-mail mit dem Betreff: „Extremis“. Kurz darauf, alles ist wieder in Ordnung (soweit), kontaktiert Bill und frägt, ob sie eben ein Date hat. Diese verneint, das Mädel sei außer ihrer Reichweite und der Doctor drängt dazu, dass sie sie anruft. Jetzt.

Religiöse Aliens fliegen mit Pyramiden

Wir befinden uns in Folge 7. Bill erzählt ihrem Date die unglaubliche Geschichte, aber sie glaubt ihr nicht. Und etwas ist anders. Der Doctor ist Präsident der Welt.

Flugzeuge sind groß genug, dass die TARDIS damit transportiert werden kann – und sogleich wird der Präsident informiert: Eine neue Pyramide hatte sich in der Wüste niedergelassen. Waren die Pyramiden einst Landeplätze für die Goa’uld, sind es nun Alienraumschiffe. Same things, but different!

Der Doctor ist immer noch blind und Nardole übernimmt wieder einmal dessen Sehfunktion.

Die Monk-Creatures wollen den Planeten beherrschen und alsbald stehen alle Uhren auf 23:47, Doomsday, das Ende der Welt sozusagen. Und was liegt näher, als das kleinste aller Kleinen: Ein Bakterium. Keine Atomwaffen oder Kriege. Bakterien! Immer wieder sehen wir zwei Laborarbeiter, der eine übermüdet, die andere ohne Brille – und es wird uns verdeutlicht, wie wichtig es ist, funktionsfähig in gewissen Berufen zu sein. Es dauerte nicht lange, da steht die Uhr auf 23:58.

Bill wundert sich was mit dem Doctor los ist und Nardole erzählt es ihr. Währenddessen versuchen militärische Streitkräfte die Pyramide anzugreifen, was aber nicht funktioniert. Die menschliche Überschätzung kennt keine Grenzen. Alsbald der Bomber in Reichweite ist, beamen sich die Kreaturen an Bord, landen, steigen aus und gehen wieder zur Pyramide – während die Piloten aus der Pyramide taumeln.

Die Mönchs-Kreaturen machen klar, dass sie um Schutz gebeten werden wollen.

„We must be wanted!“ sagt er und es brauche einen „consent“, dass sie über die Menschen regieren dürfen. Die Führer der freien Welt stellen sich ihnen gegenüber, einer willigt ein, weißes Licht umgibt ihn und er wird getötet. Es war nicht „consent“, sondern „fear“!

Während all den Debatten, wer die Herrschaft übernehmen soll, wird eine Pflanze ins Bild gerückt. Gas strömt ein, sie verdorrt und stirbt. Der Wissenschaftler eilt ohne Sicherheitsanzug hinein, öffnet das Gehäuse und nimmt die Pflanze mit. Also wenn die Menschen so dämlich und fahrlässig sind, dann.. Aber eh, er ist übermüdet, leidet an Hunger, sie findet ihre Brille nicht.. Screw Lab Safety. I want Superpowers!

Die Welt wie wir sie kennen, endet also nicht durch Krieg, sondern via Bakterium! Der Doctor macht darauf aufmerksam, dass niemand weiß, was sie tatsächlich vorhaben. Was wollen sie? Und wenn die gesamte Geschichte simuliert wurde, dann mussten sie jeden erdenklichen schwachen Punkt gefunden haben und somit wissen sie, von wo aus das Bakterium in die Welt gelangen wird. Kurzum werden die Kameras angezapft, und Nardole findet den gewünschten Spot. Die TARDIS ladet im Lab, der unvorsichtige Wissenschaftler ist bereits tot. 2 minutes left!

Der Doctor schafft es mit der Hilfe der Wissenschaftlerin das Lab in die Luft zu sprengen. Etwas, was der Doctor gerne tut: Dinge in die Luft sprengen. Doch er sieht die Kombination nicht, mit der er wieder hinaus kommt. Auch ein Time Lord ist manchmal in seiner Handlung beschränkt.

„To rule, there must be love“ – erneut willigt einer der Welthöchsten ein und stirbt. Auch „strategy“ ist nicht „consent“. Es liegt nun an Bill die Welt zu retten. Die Alien-Monks können ihr helfen. Sie willigt ein – für des Doctors Augenlicht, sodass er sich selbst retten kann. Gesagt getan.

„Enjoy our world“

Und die Geschichte geht weiter. Die Erde hat sich verändert. Riesige Statuen der Allretter zieren Parks und Sehenswürdigkeiten. So auch auf dem Mond. Die Geschichte hatte es nie anders gekannt. Sie waren da gewesen. Sie hatten die Daleks in die Flucht geschlagen. Es ist eine Welt voller Propaganda und Gehirnwäsche und wer sich weigert, der wird verschleppt. Hallo 1984!

6 Monate sind seit dem vergangen. Für Bill, die sich noch an die Ereignisse davor erinnert, wird es immer schwerer die eigentliche Realität und das jetzt auseinander zu halten. Und niemand sagt etwas. Nardole und Bill machen sich nach einer Sendung des Doctors, auf die Suche und finden ihn in Schottland auf einem Schiff voller Gefangene.

Der Doctor aber ist nicht erfreut Bill zu sehen. Er spricht davon, dass die Kreaturen Frieden gebracht haben und Ordnung schufen. Bill weint. Sie hatte sich so bemüht die Wahrheit aufrecht zu erhalten und nun? Plötzlich schießt sie den Doctor an. Er beginnt, sich zu regenerieren, stoppt und lacht. Es war ein Test, um zu sehen ob sie irgendeiner Beeinflussung unterliegt. Alles sei in Ordnung – derweil. Die Soldaten, die ihn umgarnen, hatte er bereits rekrutiert.

Mittlerweile wird Missy um Hilfe gebeten und sie rät dazu Bill zu töten, immerhin hat sie eingewilligt, dass sie Kreaturen die Herrschaft übernehmen. Was ein Timelord nicht kann, schaffen vielleicht zwei!

Sie bemerken, dass die Kreaturen 24/7 Propaganda senden und somit die Erinnerungen der Menschen manipulieren. Und je näher man dran ist, desto stärker wird das Signal. Die Wahrheit, „the truth“ sind „fake news“. Zuerst das Häretikum, dann WiFi im Vatikan, Simulationstheorie, ein kurzer Abstecher nach 1984 und jetzt „fake news“, die drei Folgen haben wirklich alles abgedeckt, was es abzudecken gibt. Es erinnert auch etwas an Equililbrium.

Missy übrigens hatte einst mit diesen Aliens zu tun und sie rät noch immer dazu, Bill zu töten. Der Doctor schafft es, das Signal zu unterbrechen, doch die Mönche wehren sich. Bill möchte helfen – aber wenn sie es tue, dann könne es gut möglich sein, dass ihre Erinnerung und sie selbst, gelöscht werden. Sie denkt an ihre Mutter. Bills eingepflanzte Erinnerung (die der Doctor in der Vergangenheit angelegt hatte, in dem er ihre Mutter fotografierte und die Fotografien bei Bill neue Erinnerungen schufen) retten schlussendlich die Welt und öffnen ein Fenster zu einer Realität ohne Mönche. Kurzum: „Bills Mum went viral“.

Das Signal ist gebrochen und die Mönche fliegen mit ihren Pyramiden davon.

The End.

Fazit: Eine wirklich interessante Storyline.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Doctor Who, Kritik und Rezension, TV-Shows!

Eine Fremde in der eigenen Stadt oder doch nur das Schulprojekt eines 8jährigen Aliens?

Man merkt, dass man nicht ausgeht, wenn folgendes passiert:

Ich: „Ich las letzthin wieder von einem Event im Moustache. Wo war das gleich nochmal? Ich weiß es nicht mehr. Liegt das im Bergdorf?“
Madame (8): „Das ist gegenüber vom Copa, dort wo du Jahrelang Karaoke gesungen hast.“
Ich: „Ahhhhhhh…. wtf?“

Vielleicht werde ich auch dement – oder, um an die Gedanken des letzten Beitrages anzuknüpfen: Vielleicht schüttelte das Alien, dessen Schulprojekt mit der Note 3- wir sind, die Glaskugel und sämtliche Erinnerungen aller Menschen fangen an sich zu verselbstständigen, sich zu verformen und auszutauschen oder ganz einfach, zu verschwinden. Vielleicht verbessert das Alien gerade seine Schularbeit.

„Mama, was kann ich tun, damit ich eine 2 bekomme?“
„Haben deine Kreaturen ein Bewusstsein?“
„Ich dachte, das macht sie spannender. Sie können sich selbstständig entwickeln.“
„Und du dachtest, das macht es einfacher?“
„Ja…“
Die Alienmutter schüttelt einen der drei Köpfe.
„So wird das nichts, Liebes. Magst du nicht von neuem beginnen?“
„Ok….“

Oder so.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Just about Life, So sei es

„Star Trek: The Next Generation“ S01E05 und S01E06

Nach der Semi-Wissenschaftlichen Ausführung von Folge 3 und 4, wenden wir uns der Polemik zu, dem Amüsanten und dem Trash: Wesleys Pullover. Wesleys offensichtlich einzigem Pullover. Wir vermuten, dass man Wesley ab der dritten Season aus der Geschichte geschrieben hat, aus welchem Grund auch immer. Erinnern können wir uns nicht.

Enttäuschend in Episode 5 ist, dass Cpt. Picard, nachdem sie in einem unbekannten Sektor landen, nur mehr Nachhause will. Wie schon im letzten Beitrag kurz angesprochen: Warum möchten sie heim? Weil sie verantwortungsvolle Wissenschaftler und keine Cowboys sind? Madame (8): „Nein, weil sie lahmarschige Schnarchnasen sind und langweilig.“

Jedenfalls befinden sie sich am Ende des Universums und die Episode handelt von Tests über Beschleunigung. Ein Reisender besucht sie. Was ist sein Ziel? Die Neugier! Wir nähern uns Star Trek. Oder auch nicht. Denn gleich darauf macht Picard klar, dass „Neugier“ keine Antwort sei. Gibt die Sternenflotte nur vor, den Weltraum zu kolonisieren? Verstehen wir Star Trek komplett falsch?

„Thought is the essence of where you are now!“ sagt das Wesen, übrigens von weißer Hautfarbe, und Picard versteht die Gefahr. Die Gedanken der Crew werden zur Wirklichkeit und Picard sagt: „Chaos is what happens.“ Der Beweggrund des Aliens war es, zu beobachten. Nein, sie sollten eigentlich nicht hier sein, wenn sie nicht gelernt haben, ihre Gedanken zu kontrollieren.

Eigentlich eine kluge Episode, die Idee ist sehr nett: Gedanken erschaffen Realität. Was ja auch der Wahrheit entspricht. Und Gedanken werden via Sprache zum Ausdruck gebracht. Wittgenstein lässt uns 1921 im Tractatus wissen: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Und auch Ideen schaffen Realität, denen die Medien sich annehmen und gleichzeitig eine neue Welt konstruieren. Stichwort: Agenda Setting und Framing. Auch wenn eine Parodie sondergleichen, Dirk Gently behält recht wenn er sagt: Everything is connected.

Interessanterweise kam das Alien, weil Wesley so außergewöhnlich ist. Eine Storyline, die TNG nicht weiter verfolgte. Warum? Warum wurde aus Wesley kein Genie?

„Es tut mir immer so weh, die Zukunft nicht erleben zu können“ sagte Madame (8) und ich kann dem so mit fühlen. Vielleicht mochten wir TNG deswegen. Ein kindlicher Blick in die Zukunft. Wie bei Jules Verne und Robert Heinlein und Isaac Asimov. Doch ein Funken Zukunft zwinkert uns zu, indem Menschen mit ihren Gedanken Geräte steuern können. Nichts desto trotz wurden wir zu früh geboren. Immerhin braucht man sich um Altenpflege keine Sorge mehr machen: Wenn unsere Generation alt ist, werden wir von Robotern gepflegt – und wenn wir uns an Humans erinnern, muss das nicht unbedingt was positives sein..

Episode 6

In Episode 6 begegnen wir weniger menschenartigen Aliens, die wie Argonier (Skyrim) aussehen. Diese liegen im Clinch mit katzenartigen Aliens (Khajiits!). Beide befinden sich am Bord der Enterprise und versuchen auf schrecklichste (und trashigste) Art und Weise, sich gegenseitig zu massakrieren. Aber darum geht es nicht. Sondern um ein Alien, dass aus Versehen aus seinem Lebensumfeld (übrigens ein weißer Nebel, eine „energy cloud“) heraus gerissen wurde. Die Crew führt sich, wieder einmal, seltsam auf (von der Entität des Wolkenwesens besessen), bis Sherlock Data den Fall lösen kann, inklusive Pfeife. Wie ging es aus? Picard transportierte sich unter Einfluss der Entität selbst hinaus in die Wolke, Troi kann seine Essenz feststellen und Data schafft es, den Transport mehr oder weniger rückgängig zu machen, aber ohne die Entität der Wolke und Picard ist wieder heil an Bord, allerdings ohne Erinnerungen an den Vorfall.

Laut Wikipedia übrigens Episode 7. Was halten wir von der Episode? Der Nebel musste sterben, weil die Crew unvorsichtig war? Und ich fragte Madame (8): „Warum die nicht menschlichen Aliens?“ Und sie: „Weil in jeder Episode primitive tierarige Aliens vorkommen müssen.“

Fazit: Gespannt auf die nächsten Folgen.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Kritik und Rezension, Star Trek, TV-Shows!

„Independence Day Resurgence“

ship-day
Ein Ding braucht Weile. Ein sehr verspätetes Review..

Lasst mich einige Worte zum ersten Teil sagen, den Kritiker gerne als „Guilty Pleasure“ verdammen: Independence Day war großartig. Ich mochte den Film und zitierte zitiere bei Gelegenheit immer wieder gewisse One-Liner. Die Anzahl der Charaktere war adäquat, sodass es möglich war mit dem einzelnen mitzufiebern. Jeff Goldblum und Will Smith standen in der Blühte ihrer Schauspielkarriere und harmonierten mit der gesamten Szenerie. Sicherlich, Independence Day war klischeehaft, voller Pathos und Heroismus und dennoch besinnt man sich gern daran zurück.

Erinnert man sich also zurück, waren 1996 außerirdische Lebewesen die „real“ angenommene Gefahr und wenn auch nur aus dem Wunschdenken heraus, mit einer fremden Zivilisation in Kontakt zu treten. Nach dem alle fremden Kulturen auf dem Planeten Erde kolonisiert und/oder verdrängt wurden und die SF über die letzten 100 Jahre erfolgreich zum Hype beigetragen hatte und der Mensch immer nach „mehr“ träumt, ist die Faszination verständlich – der Kapitalismus dankt. Durch Serien wie The X-Files bis Roswell und diversen Pseudo-Dokumentationen, über die Alien-Reihe selbst und was es noch alles gab, florierte das Genre. Und dabei bedenke man, dass sich bereits Kant Überlegungen zu extraterretistischen Lebensformen gemacht hatte und davor die Griechen. Niemand nahm 1990 an, dass einst Maschinen mit künstlicher Intelligenz die große Bedrohung sein könnten, denn der Terminator war besiegt. Maschinen waren besiegbar. Dies war Thema 1980 gewesen, als die ersten Heimcomputer in die Wohnzimmer einzogen und Cyberpunk aktuelle Popkultur war. Und Kriege im Zeichen der Religion? Fanden wie eh und je statt. Was die Menschen heute fürchten sind Chaos, Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, künstliche Intelligenz im Form von Supercomputer sowie genetisch veränderte Kreaturen, seien es Mutanten, Superhelden oder was auch immer. Nennen wir es Machtverlust und/oder Machtlosigkeit. „Genetisches Enhancement“ ist längst Kern vieler philosophischen und medizinischen Debatten, siehe das „Gattaca-Argument“: Wieviel ist erlaubt, sodass kein Wettbewerbsvorteil und eine Zweiklassen-Gesellschaft alá Gattaca entstehen und was sind die genetischen, biologischen Konsequenzen für künftige Generationen?

Nun aber zu Independence Day Resurgence.

Um was ging es? Was war die Geschichte? Alien vs. Mensch? Alien vs. Alien co-op Mensch? Mensch vs. Alien co-op Alien vs. Alien?

Man tut einem Film nichts gutes, wenn man versucht ihn extra groß zu machen, ihn mit zig kleinen Nebenstorys ausfüllt und mit Charakteren belädt und dabei das wesentliche, „the big picture“, vergisst: Die Geschichte an sich, das Gefühl und die Spannung. Er tut beinahe krampfhaft zuviel, für das was er sein möchte. Nur was möchte der Film sein? Eine Hommage? Ein selbstständiger SF-Film? Ein Blockbuster?

Hatte Independence Day eine einfache Geschichte, war Independence Day Resurgence überladen mit belanglosen Nebengeschichten, die alle einer eigenen Szene bedurften, anstatt die Figuren so zu schreiben, dass es nicht notwendig gewesen wäre, als die Szenen tatsächlich zu filmen. Die vielen Figuren, die man fast krampfhaft versuchte instand zu halten, scheiterten dann doch an der Realität: Was in einer Serie funktioniert, muss nicht zwangsläufig im Film funktionieren. Weniger ist mehr. So wie dieser Eintrag. Er ist viel zu viel für das was er sein will: Eine Kritik. Ein Raunzen. Eine Enttäuschung, aber! Es ist mein Eintrag. Independence Day Resurgence wurde nicht für sich produziert und wenn man versucht der Masse zu gefallen, allen zu gefallen, muss man in Kauf nehmen, dass die Masse nicht dankt.

Weiter. Einerseits ließ man den Charakteren ausreichend Screentime und einen Platz am Rande der Geschichte, der sie dann auch gegen Ende im Gesamten legitimierte, andererseits erlaubte ihnen das Drehbuch nicht, ihre Rollen zu spielen. Jeff Goldblum war da, aber wo war sein Charakter? Wo war David Levinson? Das hat nichts mit Charakterentwicklung zu tun, sondern mit „Bringen wir die Alten an Bord, aber nicht zuviel, weil sie sind alt und zweckdienlich für die Älteren. Jugend Ftw!“

Brent Spinner aka Data aka der verrückte Wissenschaftler, hell yeah! Wenigstens einer hat es zurück geschafft und Spaß daran. Bill Pullman, Mr. President, Sir! Wo waren Sie? Minus zwei der Jüngeren, plus der Ausbau einer der alten Figuren und diesem Aspekt wäre etwas geholfen. Und auch wenn der Fokus auf die jüngere Generation gerichtet sein möchte, so verfehlt dieser ebenfalls gänzlich sein Ziel. Sie sind da. Okay. Und weiter? Niemand hätte es gekümmert, wenn die Aliens sie alle aufgefressen hätten. Im Gegenteil, das hätte den Film zu einem großartigen Film inklusive philosophischer Botschaft gemacht! Aber.. so?

So ergab zum Beispiel die Geschichte um die Mutter (Vivica A. Fox) keinen Sinn. Sie war da, sie spazierte durchs Bild, sie starb. Es beeinträchtigte nicht einmal den Sohn (Jessie Usher) sonderlich, bis auf die Tränen bei der Ansprache. Die Mutter starb eben, und er steht da? Emotionen! Wo sind die Emotionen? Ich sah kaum welche und die Szene lies mich kalt. Der junge Freund (Travis Tope) von Liam Hemsworth sowie der Aktenkoffermensch (Ich finde ihn bei Imdb nicht mal) und der afrikanische Warlord (Deobia Oparei). Wozu? Diversität? Okay.

Meine Idee? Weg damit und stattdessen einen ausgereiften Charakter. Der Zwist zwischen dem Sohn und Liam Hemsworth hätte keiner eigenen Szene bedurft, sondern lediglich etwas schauspielerische Leistung abverlangt. Selbiges Erzählprinzip bei den Aliens: Man hätte ihrer Angst und später ihrer Freude ruhig etwas mehr Spielraum geben können ohne den Überraschungseffekt zu vereiteln.

Es fehlte Klischee und Hommage an die 1990er. Ich vermisste Irrwitz und Wahnsinn und jegliche Realitätsferne. Physik und Logik wurden zwar wie so oft (Tendenz bessernd) ignoriert, und auch wenn das überdimensionale Raumschiff mit eigenem Biotop anreist, dass offenbar für Menschen nicht gefährlich ist und das Wasser eine angenehme Dichte zu haben scheint, sowie auch der Retterplanet, der die „primitive Sprache sprechende“ Spezies aufnehmen möchte, und es zumindest die Richtung anpeilte, in der ich den Film gerne durchgehend gehabt hätte, so wirkt es alles in allem verdammt unstimmig.

Entweder man macht es pompös und unrealistisch und denkt sich: Scheiß drauf oder man lässt es. Und ich dachte nie, dass ich das einst schreiben würde: Mir fehlte Testosteron und Girlpower und Stereotype One-Liner. Man darf nicht ein Thema wie Aliens vs. Aliens vs. Mensch nehmen und daraus versuchen eine ernste Geschichte zu machen, denn so wirkte es. Und das funktioniert nicht. Schon gar nicht, wenn dieser Geschichte ein Kultstatus vorauseilt.

Zuerst vernichten die Menschen den „Lifestar“ der friedlich aus dem Wurmloch heran schwebt und dann bietet Eve’s kuglige Schwester ihnen an, die Revolution zu führen, denn einen weiteren Angriff überlebten sie vermutlich nicht. No na nit. Hauptsache die gesamte Welt wählt demokratisch den Faschismus zurück, stellt sich aber mit vereinten Kräften gegen Aliens.

Die, wenn auch nicht so liebevoll wie erwartet, aber dennoch vorhandene Hommage, besteht in der Kopie einiger klassischer Szenen aus dem Vorgänger. Die Hail Mary erfuhr nicht einmal ansatzweise an Würdigung wie sie es verdient hätte und auch die Liebesgeschichte war flach und eindimensional. Wem war damit gedient? Wozu ein semi-romantisches Element? Die Charaktere waren wie wahllos aneinander gewürfelte Verbindungen ohne jeglichem Gefühl dazu. Ich beginne mich zu fragen, ob irgendeiner der Schreiber den ersten Film überhaupt gesehen hat. Ich beginne mich zu fragen, ob nicht eine unausgereifte AI hinter dem Drehbuch stand.

Und auch wenn manche Kritiker sagen möchten, Will Smith habe gefehlt. Nein, auch Will Smith hätte das Drehbuch nicht mehr retten können. Sicherlich, das Drehbuch wäre dann gänzlich ein anderes gewesen, aber auch Will Smith hätte einen typischen Emmerich nicht mehr „besser“ machen können, die wehende US-amerikanische Fahne und der stehende Eiffelturm. Anderes Thema.

Was gut war? 3D wurde eingesetzt, wie es sich für 3D ziemt: Kamerafahrten durchs All, ansonsten fiel es mir nicht störend auf. Der Film wurde offensichtlich von Dell und Windows gesponsert und Apple-Produkte fehlten in diesem Universum gänzlich.

Fazit: „Independence Day: Wiederkehr lebt sehr stark vom Erbe seines filmischen Vorfahren – und verprasst es.“ (Zitat vip.de)

Damit gute Nacht.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Filme!, Kritik und Rezension