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#Woche 2307 – Aaaand… I’m back

Gut. Der Urlaub ist zu Ende und ich verweile wieder im Bergdorf. Es ist kalt. Und regnerisch. Ich vermisse den korsischen Campingplatz mit Meerblick, den aufgehenden Mars beim einschlafen und die morgendlichen Grüße der Sonne. Auch vermisse ich den Strand, der recht wenig Menschen anlockte. Zwar gab es keinen feinen, pulvrigen Sand, sondern kleine Steinchen, die immer wieder unangenehm drückten und auch an der Fischfront sah es eher trüb aus, und nur einmal (während eines Sturmes) gab es ein paar Wellen – Trotzdem. Auch oben-ohne liegen und schwimmen war möglich und niemand kümmerte sich darum.

Ich könnte ewig Zeit dort verbringen. Gegen zwei, wenn der Schatten bereits das Zelt erreichte, zurück kehren, Siesta halten, bevor es gegen vier wieder zum Meer geht. Es ist wie eine andere Welt. Jetzt sehe ich Nebel und Finsternis, spüre Kälte und Hunger, kurz: Realität. Ich mag zurück in die warme Welt!

Meine Pflanzen leben noch und mein „Unkraut-Beet“ (alles darf wachsen wie es will) hat sich prächtig entwickelt. Ich werde es allerdings etwas stützen müssen, bevor die langen Stängel beginnen unter ihrem eigenen Gewicht zu brechen. Auch die Tomate hats überlebt und kann bald geerntet werden. Den mitgebrachten Basilikum habe ich ebenfalls schon umgetopft. Wie es ihm wohl gehen wird, so ganz ohne Wind, Sonne und Meersalz.

Die letzten beiden Aufnäher (Einmal OPA (Outer Planet Alliance), einmal Rocinante) erreichten ihr Ziel während meiner Abwesenheit und bald werde ich mich entscheiden müssen, was ich denn nun alles auf meine Jeansjacke bügle. Und wo ich ein Bügeleisen herbekomme.

Meine Nebenhöhlen sind geschwollen, was vermutlich der Klima im Auto geschuldet ist und sicherlich auch dem letzten meer’lichen Vergnügen (Viareggio/Italien), welches mich mehr Salzwasser kosten ließ als gesundheitlich ok ist. Aber die Wellen! Es waren so großartige Wellen! In der einen Sekunde steht man Knietief im Wasser und plötzlich bäumt sich eine schäumende 1,5 Meter Welle auf und es bleibt nichts anderes übrig als durch zu tauchen. So. Geil. Manchmal gesellte sich ein unfassbarer Sog dazu, der es teilweise wirklich erschwerte Stand zu halten. Großteils aber war es wirklich ein Vergnügen mit den Wellen zu spielen.

Aber eher wird die Klima daran schuld sein, dass meine Nase verstopft und mein Befinden meh ist.

Scrolle ich durch meinen Instagram-Account lässt sich feststellen, dass ich folgende Dinge besonders mag – oder gern fotografiere:

  • Meer, Wellen, Wasser
  • Sonnenunter- wie Aufgänge
  • Altbauten, historische Dinge
  • Käfer und Insekten („Tierchen!“)
  • Meine Füße
  • Graffiti/Streetart
  • Schiffshäfen, Schiffe, Flughäfen, Flugzeuge und Industriegebiete
  • Wolken, Wolkengesichter
  • Sonnenschirme
  • Nature! #livingoutdoor #loveoutdoor #adventure („Was ist, wenn die Ameisen ihre nächste Kolonie beim Zelt bauen?“ – „Dann töt ma se“ – „WAS? NEIN!“ – „Dann musst sie akzeptieren“ – „Naaa, die krabbeln dann auf meinem Essen rum. Und meinen Beinen. Und sind lästig. Schau, da is scho wieder eine. Maaaa, geh weg du blöds.. Argh! Sie essen mi auf!“)
  • Meine Haare im Wind
  • Faker-Selfies

Außerhalb der Urlaubs-Saison kommen noch Pferde, Berge und mehr Nature! dazu.

Erkenntnis der letzten zwei Wochen:

  • Twitter macht im Urlaub Spaß. Früh morgens am Meer sitzen, Milch- und Zuckergemisch mit Kaffee-Aroma trinken und irgendwelche Tweets mit blöden Kommentar retweeten – ohne sich dabei schlecht zu fühlen. Im Gegenteil. Es war sogar sehr amüsant. Und je näher die Heimat rückte, desto weniger interessierte es mich.
  • So sehr die verklärt-romantisierte Vorstellung meine gierende Sehnsucht nährte, bei idyllischem Meeresrauschen und dem lieblichen Zirpen der Zikaden unter Eukalyptus-Bäumen bei untergehender Sonne bis tief in die Nacht, begleitet vom Blick der Milchstrasse zu schreiben, getrieben und inspiriert zu werden von der Weite der Welt, der Melancholie des zu früh/zu spät geboren seins und der Nichtigkeit des eigenen Selbst – die Realität hatte andere Pläne: Fußball im Hintergrund, laute Menschen, Mückensurren, Mückenstiche, nicht wissen wie sitzen, wo sitzen, auf der Liege, dem Stuhl oder am Boden; die Maus zickt, die Lehne vom Stuhl reibt weil das Handtuch verrutscht ist, irgendwo ein Jucken, da ein paar Steine, lästige Viecher, Ameisen die die Beine hoch krabbeln, zu dunkel, Display zu hell, Schrift zu schummrig (könnte aber auch von der Anti-Mücken-Kerze kommen) künstliches Licht zu grell, Kerzenlicht zu dunkel… to do: Mückenzelt checken. Sowie „warmes“ Licht und einen angenehmen, idyllischen Schreibraum schaffen.
  • „Jurassic World: Alive“ lässt sich überall spielen, allerdings sind Raptoren so OP und töten sogar einen Rex mit einmalig 1700 DMG. I mein, wtf? Und ohne RL-Geld zu investieren, wird man es kaum unter die Top 50 schaffen. Meh. „Kaufe seltene DNA!“ – In your face seltene DNA.
  • Wenn ich fotografiere, bin ich relaxt. Wenn ich was in mein Buch kritzle, bin ich gechillt. Wenn ich am Strand Dinge baue, gehts mir wirklich gut. Wenn ich Instagram spamme, möchte ich aller Welt die tollsten Eindrücke vermitteln („Du postest zuviel, in zu kurzen Abständen und immer das gleiche“ – „Sooo? I don’t care.“)
  • Ich könnte ewig am Meer leben und vermisse nichts.
  • Ich weiß nicht ob ich Buch-Avasarala lieber mag als Film-Avasarala. Jedenfalls habe ich ihre Unterhaltungen trotz der deutschen Übersetzung mit der Film-Stimme gelesen und finde es sehr schade, dass es die „Pistazien auf der Roci“-Szene nicht in die Serie geschafft hat. Buch drei reißt mich momentan kaum mit, es langweilt sogar. Wird es noch besser? Avasarala und Bobbie fehlen. Eindeutig. Und Drummer.
  • (Platzhalter)

Und nun, da ich wieder zurück bin, mit geschwollenen Nebenhöhlen und triefender Demotivation mich wieder dem realen Leben anzunehmen, wird vermutlich bald viel gebloggt: Westworld, Timeless, die James Gunn-Sache, der Buffy-Reboot. Es gibt noch einiges, worüber man berichten kann. SDCC-Trailer, neue Serien, und so weiter. Und ein paar der Pferde sollten auch bald wieder von der Alm kommen. I’m saved!

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Woche #0802

Neues aus der Rubrik: Erlebt, gesehen, gelesen und gehört. Unser Thema heute: Dinge, die mich während des scrollens ankotzen. Getippt am 8.2.2018. Veröffentlicht ein paar Tage später.

Ganz gleich ob Vergewaltigung, Beschneidung oder Stealthing, behandelt ein Artikel das Leid ausschließlich eines Geschlechts (überwiegend Frauen), meldet sich aus dem Nichts heraus ein Mimimi-Mann und weiß alles besser. Als ob es diesen Mimimi-Mann tatsächlich interessierte, wie es männlichen Opfern ginge. Don’t read the comments. Don’t read the comments. Stop it! Aber es nützt nichts, ich scrolle weiter.

Ich weiß nicht, ob die aktuelle politische Lage in Österreich Satire ist oder real. Seit einiger Zeit bin ich mir dessen nicht mehr ganz so sicher. Erkenntnis: Twitter ist dabei nicht hilfreich. Ein Blogger stellte sich die Frage, warum denn erst jetzt protestiert werde, und nicht schon bei schwarz-rot. Vermutlich weil nationalsozialistisches Gedankengut und die Häufung diverser „Einzelfälle“ selbst für konservative Politiker zu viel ist? Who knows? Andererseits wird seit Jahrzehnten gewitzelt („Keller?“ – „Na, des andere“), wenn es Österreich wieder mal in die internationalen Medien schafft, also ja – warum erst jetzt?

Dann sah ich einen Post von einer Dame, die ausschließlich Bio-Lebensmittel kauft und davon die Schnauze voll hat: Warum könne man nicht auf mit Pestiziden verseuchte Äpfel genau das drauf schreiben, anstatt auf heimisch gezüchtete (trotzdem neben der Straße und ebenfalls behandelt aber halt „bio“) Bio drauf klatschen. Und nicht, dass ich viel mehr über Bio wüsste als der Normalverbraucher, so verstehe ich trotzdem nicht, wie sich etwas Bio nennen kann, aber nicht nachhaltig (Stichwort Palmöl) produziert wird. Warum kann Bio nicht „rundrum natürlich und nachhaltig“ bedeuten? So richtig. Nicht nur als Marketing und Werbestrategie. Sondern wirklich. Aber vermutlich spielen EU-Normen und Co eine große Rolle und so. Dinge und Regeln und Erlässe und weiß die Hölle was, die niemand wirklich zu durchschauen vermag.

Etwas später stolperte ich in einer Feminismusgruppe über ein Video von jungen Mädels, die mit einem Song gegen Heidi Klums Horrorshow protestieren. Ein Kommentar darunter: „Warum kann es nicht mehr divers sein?“ oder „Warum sind die alle hübsch und schlank?“ Seriously? Dürfen nur dicke, dunkle, entstellte – kurz gesagt nicht „Normschöne“ (offenbar die Bezeichnung für weiße und schlanke) Menschen diesem Wahnsinn widersprechen? So wirkt es nämlich, wenn ständig rumkritisiert wird.

 

Das gleiche passiert wenn man dünn ist: Wird jemand, der in den Augen anderer zu dünn ist, kritisiert, ist es nur „lieb gemeint“, eine dicke Person auf ihr Dicksein anzusprechen ist hingegen pure Häme. Schäm dich! Body-Positive wirbt ebenfalls überwiegend mit Übergewichtigen und nicht Untergewichtigen. Sicherlich, Untergewichtige laufen am Laufsteg und junge Mädchen eifern dem nach. Trotzdem, schon mal daran gedacht, dass es auch „natürlich“ dünne Menschen gibt, die sich vielleicht ausgeschlossen fühlen wenn „Dick-sein“ als Ideal (wie bei Body-Positive) zelebriert wird? Keine Sorge, ich stehe mittlerweile darüber (hat aber gedauert), trotzdem. Warum kann „Body-Positive“ nicht „Alle Körper“ bedeuten? Oder besser: Kümmert euch um was anderes, als über das Aussehen von Frauen zu diskutieren.

Zuvor war mir auch ein Artikel über Adipositas ins Auge gesprungen, laut welchem Fettleibigkeit nicht selbstverschuldet ist. Da ich weder Kenntnisse noch Erfahrungen dazu besitze, enthalte ich mich einer Meinung. Oft aber wird die Sucht nach Essen mit der Sucht nach Tabak und Alkohol gleichgesetzt. Warum nie mit Nasivin (Beitrag folgt)? Das Zeug ist genau so teuflisch und verlockend. Ich bin übrigens wieder clean.

Anyway, ein Kommentar darunter sagte: Anstatt gesundes Essen mit hohen Steuern zu belegen, genannte Bio-Produkte sind meist doppelt so teuer, könnte man diese einfach günstiger machen und die ärmere Bevölkerungsschicht, die vermehrt unter Adipositas leidet, könnte sich anständiges Essen leisten anstatt Fast Food zu kaufen. Erneut, alles eine Strategie, die wir genormt geschulte Menschen nie in der Lage sein werden, zu überblicken oder gar zu begreifen. Moment.. könnte das meine Verschwörungstheorie sein?

Soviel dazu.

Ich habe übrigens aus Lust und Laune 20€ in die Bitcoin-Bubble investiert. Der Kurs ist gefallen und ich habe 6 Cent seitdem verloren. Damn. Eben nochmal geschaut: 50 Cent dazu bekommen.

Aber hey, immerhin geht in Richtung Space etwas weiter. Congratulations Space X!

 

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Woche #3001

Es ist noch immer Winterszeit im Bergdorf, Nebel kommt und geht, die Sonne bleibt, Schnee wird zu Matsch und dann wieder zu Eis. Da ich durch meine Reitbeteiligung (kurz: RB) öfters Zeit im Freien verbringe, nehme ich die Unterschiede natürlich viel intensiver wahr. Erst gestern war es gegen Mittag warm und friedlich, die Pferde dösten in der Box und ich beobachtete eine der Schwangeren beim wegschlafen, bis sie durch ihren zurückfallenden Kopf selbst wieder aufschreckte. Gegen drei war es allerdings wieder eisig kalt und meine Finger froren. Erfolg im Misserfolg: Beinahe alle Schafe, auch die jungen, lassen sich mittlerweile streicheln und kraulen (zu Beginn nur zwei) und drängeln sich nun gegenseitig weg, sodass es fast schon mühsam ist, jedem die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken.

Dass ich kein Menschen-Mensch bin, dürfte dem Leser meiner Texte wohl bekannt sein. Dass sich dies auch bis in die Onlinewelt zieht, war mir zwar in gewissem Ausmaß bekannt, wurde mir aber anhand einer mittlerweile amüsanten Diskussion in aller Deutlichkeit (wieder mal) bewusst. Nein, ich bin offenbar kein Gruppenmensch. Anyway, es gibt eben Menschen, die über ein gewisses Herdenverständnis verfügen und sich dementsprechend unterordnen können, und manche eben nicht. Trotzdem finde ich Gruppendynamiken immer wieder spannend, einerseits auch weil offensichtlich wird, wie wenig Diversität und Vielfalt eigentlich erwünscht ist, und auch nur dann, wenn es den Kanon nicht verletzt oder die Hierarchie bedingungslos akzeptiert wird. Im großen Stil ist das natürlich in der Politik zu beobachten: Ein homogenes Dorf am Land will keine Geflüchteten. Städter sind für Migration und Integration, sprich Diversität, generell offener. Führte man der Vergleich weiter, hinkt er natürlich, trotz dem sind in einer größeren Gruppe auch unterschiedlichere Leute zu finden, während eingeschworene Teams nur ganz, ganz selten einen Neuling aufnehmen, der sich dann zuerst beweisen muss, und hebt er seine Stimme zu schnell, sagt etwas, was den Meistern nicht gefällt, sinkt er tief in der Gunst aller Beteiligten. So zumindest meine Erfahrungen.

Ansonsten verkrieche ich mich hinter unzähligen Serien (wie Wynnona Earp, Frontier, die dritte Season von Misfits, The Marvelous Mrs Maisel) und versuche zu meinen Blog am laufen zu halten. Bald gibt es Fortsetzungen von The Handmaid’s Tale und Gotham und The Expanse und Star Trek: DSC. Das Kino zeigt sich aktuell von seiner weniger interessanten Seite.

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