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„Doctor Who“, S10E06, S10E07 und S10E08

Schon etwas länger her, aber nichts desto trotz drei großartige Folgen. Und da wir bald mit dem Weihnachtsspecial beehrt werden, eine kleine Erinnerung an die großartigen Geschichten des Doctors und seinen Begleitern!

Vom Häretikum und Wifi im Vatikan über die Simulationstheorie, die u.a. von Nick Bostrom in einem Paper vorgelegt wurde, gefolgt von einem kurzen Besuch im Jahre „1984“ bis zu den allseits bekannten Fake News und was es braucht, um sich diesen zu entledigen. Eine dreiteilige Storyline, die sich sehen lassen kann und dabei den britischen Charme spielen lässt.

Es folgt eine Zusammenfassung mit Spoilern.

In der 6. Folge wird das Geheimnis gelüftet, wer oder was im Vault (= Quantum Chamber) sitzt. Wir befinden uns auf einen fremden Planeten und besuchen eine Vorrichtung, die dazu dient das Leben eines Time Lords zu beenden. Es ist Missy, die für die Taten büßen soll. Missy! Da sie aber eine Freundin des Doctors ist (sowie erster Man-Crush) und dieser sich der Aufgabe angenommen hatte, über ihren Körper zu wachen, lässt er sie am Leben. Missy! Ich mag Missy!

„Extremis“

Der Doctor, nach wie vor blind, sitzt vor dem würfeligen Käfig und bekommt via Sonnenbrille eine E-mail mit dem Betreff: „Extremis“. Kurz darauf tritt der Papst auf und braucht seine Hilfe. Wir erfahren, dass der Doctor einst mit der Päpstin von 1045 geflirtet hatte („Lovely girl, what a night“), die ihn auch für künftige Geschehnisse empfahl. „Extremis“ betrifft einen Text der verloren ging, und alles was noch übrig ist, ist ein Fetzen mit „Veritas“. Und alle, die an dem Werk gearbeitet hatten, hatten sich danach suizidiert.

„Dottore!“ Der Papst fleht ihn an. Will er die „Wahrheit“ lesen?

Bill, deren Landlady Männerbesuch verbietet, hat ein Date. Sie trinken Tee und als die TARDIS anklopft und Bill das Geräusch auf die Wasserleitungen schiebt wird das Mädel skeptisch. Als dann auch noch der Papst verwirrt ins Zimmer tritt, flüchtet sie. Der Doctor verschweigt die Tatsache, dass er noch immer blind ist. Er will nicht, dass sich die Leute Sorgen machen und Nardole wirft ein, dass es dann wohl gänzlich real werde.

Sie besuchen gemeinsam das Häretikum, die geheime Bibliothek der Blasphemie des Vatikans, um sich dort das gefährliche Buch, dass gemeinsam mit einem Laptop in einem Käfig eingesperrt ist, genauer anzusehen. Nardole muss dem Doctor berichten, wie und was vor sich geht. Bill, die uns immer wieder daran erinnert, dass sie ein Kind ihrer Zeit ist, ist vom WiFi fasziniert.

Der Doctor frägt, was Theologen und Teilchenphysiker gleichermaßen Angst bereite? Die Wahrheit.

Plötzlich erscheint ein blaues Licht. Während der Doctor sich um das Buch kümmert, finden Nardole und Bill heraus, dass das seltsame Licht eine Art Alien-Technologie-Portal ist, dass zu anderen, wichtigen Orten führt: Das Pentagon, den Vatikan oder auch CERN. Der Besuch im Pentagon war nett, aber CERN führt einen Schritt näher an das Geschehen heran: Die Wissenschaftler hatten alle das Buch gelesen und unter den Tischen befinden sich Sprengkörper.

NARDOLE: You know, we should go. We should probably even run.
BILL: How is blowing yourselves up saving the world?
NICOLAS: Because this isn’t the world!
BILL: This isn’t what? [Source]

Was zur Hölle?

Der Doctor befestigt seine Time-Lord Gadgets am Buch. Er liest es und leiht sich etwas von seiner Zukunft aus. Vermutlich ein Teil seiner Regenerationsfähigkeit? Plötzlich tauchen Zombieartige Monk-Creatures auf, aber der Doctor entkommt. Die englische Fassung des Buches befindet sich bereits am Laptop.

Und bald wissen auch wir: All das, unser Leben und die Erde, das Universum und was wir zu kennen glauben, ist nichts weiter als eine Simulation und um dieser zu entkommen – das bedeutet, wenn man die Wahrheit erkannt hat – kann beziehungsweise muss man sich suizideren. Und um das zu beweisen, lassen die Wissenschaftler sie Nummern aufsagen – und es sind immer die gleichen. Bill und Nardole fliehen. Doch alsbald Nardole außerhalb der Protektoren steht, zerfällt er quasi.

Bill findet Blutspuren und folgt diesen zum Doctor. Er befindet sich im Weißen Haus; der Präsident (nicht Trump) hatte sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben genommen. Was ist real? Der Doctor erklärt Bill den Stand der Dinge: Es ist eine Schatten-Welt für die Monks: Jedes Szenario wird getestet, sodass sie lernen wie diese Welt funktioniert. Aliens, die die Erde unter ihre Kontrolle bringen wollen, simulierten die gesamte Weltgeschichte, immer und immer wieder. Doch die Simulation war zu gut, die Menschen bemerkten es und stiegen aus. „Is this real?“ Aber der Doctor bringt es nicht heraus und Bill löst sich auf.

Und da bemerkt er: „I’m the Doctor! I don’t have to be real, as long as you never give up. I’m calling the Doctor!“

Und er schickt sich selbst eine E-mail mit dem Betreff: „Extremis“. Kurz darauf, alles ist wieder in Ordnung (soweit), kontaktiert Bill und frägt, ob sie eben ein Date hat. Diese verneint, das Mädel sei außer ihrer Reichweite und der Doctor drängt dazu, dass sie sie anruft. Jetzt.

Religiöse Aliens fliegen mit Pyramiden

Wir befinden uns in Folge 7. Bill erzählt ihrem Date die unglaubliche Geschichte, aber sie glaubt ihr nicht. Und etwas ist anders. Der Doctor ist Präsident der Welt.

Flugzeuge sind groß genug, dass die TARDIS damit transportiert werden kann – und sogleich wird der Präsident informiert: Eine neue Pyramide hatte sich in der Wüste niedergelassen. Waren die Pyramiden einst Landeplätze für die Goa’uld, sind es nun Alienraumschiffe. Same things, but different!

Der Doctor ist immer noch blind und Nardole übernimmt wieder einmal dessen Sehfunktion.

Die Monk-Creatures wollen den Planeten beherrschen und alsbald stehen alle Uhren auf 23:47, Doomsday, das Ende der Welt sozusagen. Und was liegt näher, als das kleinste aller Kleinen: Ein Bakterium. Keine Atomwaffen oder Kriege. Bakterien! Immer wieder sehen wir zwei Laborarbeiter, der eine übermüdet, die andere ohne Brille – und es wird uns verdeutlicht, wie wichtig es ist, funktionsfähig in gewissen Berufen zu sein. Es dauerte nicht lange, da steht die Uhr auf 23:58.

Bill wundert sich was mit dem Doctor los ist und Nardole erzählt es ihr. Währenddessen versuchen militärische Streitkräfte die Pyramide anzugreifen, was aber nicht funktioniert. Die menschliche Überschätzung kennt keine Grenzen. Alsbald der Bomber in Reichweite ist, beamen sich die Kreaturen an Bord, landen, steigen aus und gehen wieder zur Pyramide – während die Piloten aus der Pyramide taumeln.

Die Mönchs-Kreaturen machen klar, dass sie um Schutz gebeten werden wollen.

„We must be wanted!“ sagt er und es brauche einen „consent“, dass sie über die Menschen regieren dürfen. Die Führer der freien Welt stellen sich ihnen gegenüber, einer willigt ein, weißes Licht umgibt ihn und er wird getötet. Es war nicht „consent“, sondern „fear“!

Während all den Debatten, wer die Herrschaft übernehmen soll, wird eine Pflanze ins Bild gerückt. Gas strömt ein, sie verdorrt und stirbt. Der Wissenschaftler eilt ohne Sicherheitsanzug hinein, öffnet das Gehäuse und nimmt die Pflanze mit. Also wenn die Menschen so dämlich und fahrlässig sind, dann.. Aber eh, er ist übermüdet, leidet an Hunger, sie findet ihre Brille nicht.. Screw Lab Safety. I want Superpowers!

Die Welt wie wir sie kennen, endet also nicht durch Krieg, sondern via Bakterium! Der Doctor macht darauf aufmerksam, dass niemand weiß, was sie tatsächlich vorhaben. Was wollen sie? Und wenn die gesamte Geschichte simuliert wurde, dann mussten sie jeden erdenklichen schwachen Punkt gefunden haben und somit wissen sie, von wo aus das Bakterium in die Welt gelangen wird. Kurzum werden die Kameras angezapft, und Nardole findet den gewünschten Spot. Die TARDIS ladet im Lab, der unvorsichtige Wissenschaftler ist bereits tot. 2 minutes left!

Der Doctor schafft es mit der Hilfe der Wissenschaftlerin das Lab in die Luft zu sprengen. Etwas, was der Doctor gerne tut: Dinge in die Luft sprengen. Doch er sieht die Kombination nicht, mit der er wieder hinaus kommt. Auch ein Time Lord ist manchmal in seiner Handlung beschränkt.

„To rule, there must be love“ – erneut willigt einer der Welthöchsten ein und stirbt. Auch „strategy“ ist nicht „consent“. Es liegt nun an Bill die Welt zu retten. Die Alien-Monks können ihr helfen. Sie willigt ein – für des Doctors Augenlicht, sodass er sich selbst retten kann. Gesagt getan.

„Enjoy our world“

Und die Geschichte geht weiter. Die Erde hat sich verändert. Riesige Statuen der Allretter zieren Parks und Sehenswürdigkeiten. So auch auf dem Mond. Die Geschichte hatte es nie anders gekannt. Sie waren da gewesen. Sie hatten die Daleks in die Flucht geschlagen. Es ist eine Welt voller Propaganda und Gehirnwäsche und wer sich weigert, der wird verschleppt. Hallo 1984!

6 Monate sind seit dem vergangen. Für Bill, die sich noch an die Ereignisse davor erinnert, wird es immer schwerer die eigentliche Realität und das jetzt auseinander zu halten. Und niemand sagt etwas. Nardole und Bill machen sich nach einer Sendung des Doctors, auf die Suche und finden ihn in Schottland auf einem Schiff voller Gefangene.

Der Doctor aber ist nicht erfreut Bill zu sehen. Er spricht davon, dass die Kreaturen Frieden gebracht haben und Ordnung schufen. Bill weint. Sie hatte sich so bemüht die Wahrheit aufrecht zu erhalten und nun? Plötzlich schießt sie den Doctor an. Er beginnt, sich zu regenerieren, stoppt und lacht. Es war ein Test, um zu sehen ob sie irgendeiner Beeinflussung unterliegt. Alles sei in Ordnung – derweil. Die Soldaten, die ihn umgarnen, hatte er bereits rekrutiert.

Mittlerweile wird Missy um Hilfe gebeten und sie rät dazu Bill zu töten, immerhin hat sie eingewilligt, dass sie Kreaturen die Herrschaft übernehmen. Was ein Timelord nicht kann, schaffen vielleicht zwei!

Sie bemerken, dass die Kreaturen 24/7 Propaganda senden und somit die Erinnerungen der Menschen manipulieren. Und je näher man dran ist, desto stärker wird das Signal. Die Wahrheit, „the truth“ sind „fake news“. Zuerst das Häretikum, dann WiFi im Vatikan, Simulationstheorie, ein kurzer Abstecher nach 1984 und jetzt „fake news“, die drei Folgen haben wirklich alles abgedeckt, was es abzudecken gibt. Es erinnert auch etwas an Equililbrium.

Missy übrigens hatte einst mit diesen Aliens zu tun und sie rät noch immer dazu, Bill zu töten. Der Doctor schafft es, das Signal zu unterbrechen, doch die Mönche wehren sich. Bill möchte helfen – aber wenn sie es tue, dann könne es gut möglich sein, dass ihre Erinnerung und sie selbst, gelöscht werden. Sie denkt an ihre Mutter. Bills eingepflanzte Erinnerung (die der Doctor in der Vergangenheit angelegt hatte, in dem er ihre Mutter fotografierte und die Fotografien bei Bill neue Erinnerungen schufen) retten schlussendlich die Welt und öffnen ein Fenster zu einer Realität ohne Mönche. Kurzum: „Bills Mum went viral“.

Das Signal ist gebrochen und die Mönche fliegen mit ihren Pyramiden davon.

The End.

Fazit: Eine wirklich interessante Storyline.

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